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Full text of "Das Wiener ghetto, seine häuser und seine bewohner"

PURCHASED FOR THE 

University of Toronto Library 

FROM THE 

Joseph and Gertie Schwartz 
Memorial Library Fund 

FOR THE SUPPORT OF 

Jewish Studies 




I*> 



• 



QUELLEN UND FORSCHUNGEN 

ZUR 

GESCHICHTE 

DER 

JODEN IN DEUTSCH ÖSTERREICH 



HERAUSGEGEBEN 

VON DER 

HISTORISCHEN KOMMISSION DER ISRAELITISCHEN 
KULTUSGEMEINDE IN WIEN 



H. BAND : 

DAS WIENER GHETTO. SEINE HlüSER UND SEINE 

BEWOHNER 




WIEN UND LEIPZIG 
WILHELM BRAUMÜLLER 

K. U. K. IIOF- UND UN1YBKSITÄTSBUCHHÄNDLKK 

1909 



DAS WIENER GHETTO 

SEINE HÄUSER UND SEINE BEWOHNER 

i. 

DAS JUDENVIERTEL IN DER INNEREN STADT BIS ZV SEINER 
AUFHEBUNG IM JAHRE 1421 

NACH DEN EINTRAGUNGEN DER WIENER STÄDTISCHEN GRUNDBÜCHER UND 
ANDEREN ARCHIV ALISCHEN QUELLEN. 

IL 
DIE JUDENSTADT IM UNTEREN WERD. 1625—1670 

DAS GRUNDBUCH DER JUDENSTADT (1632). — URKUNDLICHE NACH- 
RICHTEN ZUR GESCHICHTE DER JUDENHÄUSER. — DIE AUF JUDEN 
BEZÜGLICHEN EINTRAGUNGEN DES STADT. TOTENPROTOKOLLS 

1648 — 1669 

IM AUFTRAGE DER HISTORISCHEN KOMMISSION DER 
ISRAELITISCHEN KULTUS GEMEINDE IN WIEN 

BEARBEITET 

VON 

Dr. IGN. SCHWARZ 

MIT ZWEI PLÄNEN UND 7 TEXTABBILDUNGEN 




WIEN UND LEIPZIG 
WILHELM BRAUMÜLLER 

K. CT. K. HOF- UND UN1VKR8ITÄTSBUCHHÄNDL.KK 

1909 



J>6 



Äf 



$6 



Alle Rechte, einschließlich des Übersetzungsrechtes, vorhehalten 




Druck von Gebrüder Stiepel in Reichenberg. 



"Vorwort 

Ben ersten Versuch zur Rekonstruierung des topographischen 
Bildes der Wiener Judenstadt im Mittelalter hat der verdienstvolle 
Wiener Lokalhistoriker Albert von Gamesina unternommen. 
Boch abgesehen davon, daß seine — im 15. Bande der Ber. u. 
Mitt. des Wiener Altertumvereines (1875) erschienene — Arbeit 
an zahlreichen, mitunter schweren Lesefehlern leidet, ist sie ein 
Torso geblieben, da sie im ganzen die topographische Geschichte 
von nur 13 Judenhäusern umfaßt, 1 ) mithin für irgendwelche 
Schlußfolgerungen über Umfang und Schicksal der Judenstadt 
zur Zeit ihrer AufJiebung im Jahre 1421 ganz ungeeignet ist. 
Immerhin gebührt der Arbeit Camesinas das Verdienst, den Weg, 
der zur Hauptquelle der Geschichte der Judenstadt, zu den 
städtischen Grundbücher führt, gezeigt zu haben. 

Bas städtische Grundbuch mit seinen verschiedenen Kate- 
gorien, seit 1360 eine ständige Institution für die mit Immobilien 
vorzunehmenden Transaktionen enthält in seinen Eintragungen 
bis zum Jahre 1421 nur ganz sporadisch auf Häuser der Juden- 
stadt bezügliche Aufzeichnungen. Biese bildeten ziveifellos den 
Inhalt des derzeit noch verschollenen Judengrundbuches. Erst im 
Jahre 1421, tvo das Häuserkontingent der Judenstadt aufgehört 
hat, ein exemter Teil des Stadtgebietes zu sein, beginnt natur- 
gemäß als Folge des Besitzwechsels die Reihe der grundbücher- 
lichen Eintragungen, in erster Linie als Kauf- und Geiver- 
anschreibungen der neuen Besitzer. 

Auf Grund der ziemlich genauen topographischen Bestim- 
mungen der Lage der einzelnen Häuser, soivohl in Hinblick auf 
den Anrainer als das Gegenüber läßt sich, wie dies schon Camesina 
in seinem Plan der Judenstadt getan hat, das äußere Bild der 
Judenstadt mit Erfolg tviederherstellen. Es läßt sich nicht 
leugnen, daß einige Ungenauigkeiten und Widersprüche in den 
Grundbuchsbeschreibungen der Klarheit des Gesamtbildes vielleicht 



l ) Es sind dies die Häuser Nr. 355, 356, 357, 359, 360, 361, 362, 
363, 385 C, D, E, F, Q. 



VI 

hie und da Eintrag tun, doch ist das Ergebnis für die Lokali- 
sierung der einzelnen Judenhäuser immerhin ein so befriedigendes, 
daß wir die kleinen Unebenheiten — bis zum etivaigen Auftauchen 
des verloren gegangenen Judengrundbuches — mit in den Kauf 
nehmen können. 

Die vorliegende Arbeit erhebt nicht den Anspruch eine 
Geschichte der Judenstadt zu sein. Für diese wird erst dann 
die Zeit gekommen sein, tvenn einmal das gesamte einschlägige 
Wiener Urkundenmaterial zutage gefördert wird und wenn die 
kultur- und sittengeschichtlich nicht hoch genug anzuschlagenden 
hebräischen Quellen des Mittelalters, hauptsächlich die zumeist 
Vorkommnisse des Alltagslebens iviede? -gebenden Sammlungen von 
Rechtsgutachten (Responsen) für historische Zwecke benutzbar 
vorliegen werden. 

Als nicht ganz unwichtige Vorarbeit für diese etwa 200jährige 
Lebensgeschichte des Wiener Ghettos habe ich die Zusammenfassung 
aller auf die äußere Geschichte der Judenstadt bezüglichen Momente 
betrachtet, insoiveit sie das topographische Bild des Ghettos in 
der einen oder andern Hinsicht vervollständigen. 

Wollte ich nun neben der Lokalisierung der einzelnen Juden- 
häuser auch ein möglichst getreues Bild der mit der Aufhebung 
der Judenstadt vorgenommenen Prozeduren und ihrer Folgen 
bieten, so mußte ich außer der die Ereignisse der Häusertrans- 
aktionen geschäftlich trocken behandelnden Quelle der Grundbücher 
auch noch andere gleichzeitige Quellen berücksichtigen. Unter 
diesen stehen an erster Stelle die, leider erst mit dem Jahre 1424 
beginnenden Kammeramtsrechnungen der Stadt Wien. Im Zu- 
sammenhange damit, tvas wir aus den Grundbuchseintragungen 
über die von der Stadt in eigener Regie betriebene Häusertrans- 
aktion wissen, bieten die Kammeramtsrechnungen einen lehr- 
reichen Einblick in die einzelnen Phasen dieses nicht besonders 
dankbaixn Geschäftes. 

Für die ältere Geschichte einzelner Häuser, hauptsächlich 
als Konsequenz ihres Dienstverhältnisses zu der einen oder anderen 
Grundherrschaft bieten andere Quellen mehr oder weniger aus- 
führliche Daten. Das grundlegende Material des Stadtarchivs 
und der aus anderen Archiven geschöpfte Wiener Urkundenstoff 

derzeit in den 7 Bänden der 1. und 2. Abteilung der 



VII 



„ Quellen zur Geschichte der Stadt Wien" in Form von Regesten 
gedruckt vor 1 ), ebenso der 1. Band der 3. Abteilung, der das älteste 
Grundbuchsmaterial umfaßt. 2 ) Den 2. Band diesefr Abteilung, 
dem ich mannigfache ivichtige Aufklärung verdanke, konnte ich 
in Aushängebogen benutzen. Auch das sonstige, für die Geschichte 
der Juden in Wien bisher unbeachtet gebliebene mittelalterliche 
Quellenmaterial des städtischen Archivs (Dienstbücher und Rech- 
nungen des Bürgerspitals, Gültenbuch der Stadt Wien, Stadt- 
bücher) hat zur Beleuchtung der einen und anderen Frage nicht 
unwesentlich beigetragen.*) Für die ältere Häuserchronik boten 
außer den angeführten Quellen die Dienstbücher und Urkunden 
des Deutschen Ritterordens, für den Stand der Häuser in der 
Judenstadt die den Hofquartie7*büchem entnommenen Häuser- 
beschreibungen manch aufklärende Angabe.' 1 ) 

Versucht man das uns erhalten gebliebene urkundliche Material 
auf seine Bedeutung für die Geschichte der Judenstadt zu prüfen, 
so muß vor allem mit Bedauern konstatiert werden, daß die 
wichtigsten Quellen für die meh?*hunde7'tjährige Geschichte der 
inneren Entwicklung des Ghettos verloren gegangen sind. Was 
sich an einzelnen Urkunden erhalten hat, beleuchtet eigentlich nur 
indirekt das Leben und Treiben der Ghettobeiuohner. Das grund- 
legende Quellenmaterial, das uns mit den Vorbedingungen der 
Entstehung und der Entivicklung der Judenstadt bekannt machen 
würde, ist wohl zum großen Teil in der Katastrophe vom Jahre 
1421 untergegangen. Was die fanatische Zerstörungswut damals 
verschont oder übersehen hat, ist später noch in Verlust geraten. 6 ) 
Außer dem „ Judenrichterbuch" , für dessen Verlust uns tvenigstem 
teilweise die erhalten gebliebenen Urkunden und die Eintragungen 
der Grundbücher (Geiuer-, Satz,- und Verbotbücher) entschädigen, 
ist der Verlust des Grundbuches der Judenstadt mit seinen sicher 

*) Statt der Regesten bringe ich in den Beilagen die meisten Urkunden 
in extenso. 

2 ) Im Text mit QOWund der Zahl der Abt. und des Bandes abgekürzt. 

3 ) Das Verzeichnis der benützten handschriftlichen Quellen s. weit, unten. 
*) Die den urkundlichen Beilagen vorgesetzten Nummern entsprechen 

der für lokalhistorische Studien üblichen Häusernumerierung vom Jahre 1822. 
6 ) So u. a. das für die Geschichte der Judenverfolgung wichtige Material 
der offiziellen Inventar e und Protokolle, das 1565, anläßlich der Aufteilung 
des österreichischen Hausarchivs noch vorhanden war. 



VIII 

unschätzbaren Daten zur Häuserchronik des Ghettos zu beklagen 1 ). 

Was uns an Urkunden und offiziellen Aufzeichnungen erhalten 

geblieben ist, gehört einer Zeit an, tvo mit der Aufhebung der 

Ausnahmsstellung der Judenstadt ihr Grund und Boden dem 

städtischen Grundbuch einverleibt wurde. Die unabsichtliche 

Reminiszenz an den jüdischen Vorbesitzer, für den Grundbuchs- 

führer ein technischer Behelf, wird so für uns zur unschätzbaren 

Geschichtsquelle des Lebensabends der Wiener Judenstadt. 

* 

Es iväre mir nicht möglich geivesen, meiner Arbeit die im 
Interesse der Klarheit des zu entwerfenden Bildes notwendige 
breite Grundlage zu geben, hätte ich mich nicht der tueitestgehenden 
Unterstützung seitens der das archivalische Material verwahrenden 
Faktoren erfreut. Dem Entgegenkommen des Präsidiums des 
k. k. Landesgerichts als früheren und des Wiener Stadt- 
rates, resp. des städtischen Archivs als derzeitigen Be- 
sitzers des grundbücherliehen Materials war es zu danken, daß 
ich eine große Reilie der in Betracht kommenden Bände in kurzer 
Zeit durcharbeiten konnte. Wesentlich gefördert wurde meine 
Arbeit durch die dankenswerte Unterstützung seitens der Leitung 
und der Beamten des Wiener Stadtarchivs, die mir die Benützung 
des sonstigen Quellenmaterials in jeder Hinsicht erleichterte. 
Ebenso gebührt mein Dank dem Wiener Altert ums verein, 
der als Herausgeber der Grundbücher die Exzerpierung der bisher 
unedierten Bände und auch die Benützung des Camesinaschen 
Planes der Judenstadt als Grundlage für den von mir neu 
entworfenen Plan in liberalster Weise gestattete. Auch aller 
übrigen Institute, die mir ihr archivalisches Material in entgegen- 
kommendster Weise zur Verfügung stellten, wie des Haus-, 
Hof- und Staatsarchivs, des Archivs des Deutschen 
Ritterordens und des k. u. k. Reichsfinanzarchivs 
(Hofkammerarchiv) sei hier dankbar gedacht. 

Wien, im März 1909. 



l ) Sicher ist bei dieser Gelegenheit auch eine große Anxahl von privaten 
Aufzeichnungen der Bewohner der Judenstadt zugrunde gegangen. Was sich 
an solchen erhalten hat, dürfte vielleicht in den hebräischen \ Vorsatzblättern 
gleichzeitiger Handschriften (Wiener Eofbibliothek, Stadtarchiv, Grund- 
bücher etc.) wiederzufinden sein. Eine systematische Prüfung dieser Über- 
bleibsel wäre sehr zu wünschen. 



Inhalt 



Seite 

Vorwort V— VIII 

Berichtigungen und Ergänzungen X 

Verzeichnis der benützten Handschriften XI — XII 

I. Teil 

Das Judenviertel in der inneren Stadt bis zu 

seiner Aufhebung im Jahre 1421 1 — 58 

Vorgeschichte und Verlaut der Aufhebung der Judenstadt. 
S. 3 — 27. — Die Judenstadt. Entstehung und erste Anlage. 
S. 28 — 34. — Topographische Bezeichnung der Judenstadt. 
Ihre Begrenzung, Tore und Mauern. Anlage und Bauart 
der Häuser. S. 34 — 44. — Gemeinde- und Privateigentum. 
Die Synagoge. S. 45. — Das Spital S. 46. — Der Fleisch- 
hof. S. 48. — Das Badhaus. S. 49. — Der Friedhof. S. 53. — 
Privatbesitz. S. 55. 

Urkundliche Beilagen zur Häuserchronik der 

Judenstadt 59—110 

Anhang: Beschreibung der zur ehemaligen Judenstadt ge- 
hörigen Häuser nach dem Hofquartierbuch v. J. 1566 . . . 111 — 123 
Regesten der in den Beilagen mitgeteilten Grundbuchs- 
eintragungen und Urkunden 124 — 135 

Schicksal der im Jahre 1421 an Herzog Albrecht V. ge- 
fallenen Judenhäuser 136 — 145 

Zusammenstellung der Häuser der ehemaligen Judenstadt 

nach ihrer jetzigen Lage 146 — 148 

Register. Hausbesitzer. A. Juden. 1. Zur Zeit der 
Aufhebung der Judenstadt. S. 149. — 2. Vor 1421. S. 150. 
— Anmerkungen zu den Hausbesitzernamec. S. 151 — 156. — 
B. C h r i s t e n. S. 156. — Topographisches Register. Wien. 
S. 159. — Ortsregister. S. 160. 

II. Teil 

Die Judenstadt im unteren Werd 1625 — 1670. 

Einleitung 161» — 171 

I. Grundbuch der Judenstadt 1632 173—216 

II. Urkundliche Beiträge zur Geschichte der 

Judenhäuser im unteren Werd 217 — 256 

Index zum Gewerbuch C. ca. 1660. S. 219. — Beschreibung 
der Juden Gezürckh Ao. 1651. S. 224. — Grenzbeschreibung. 
S. 226. — Beschreibung und Schätzung der Judenstadt 1660. 
S. 227. — Schätzungsprotokoll der Judenhäuser 1671. 
S. 248. — Diverse Urkunden (Auf den Rossauer Friedhof 
bezügl. Grundbuchseintragungen. — Satzbriefe. — Eingabe 
der Stadt Wien auf die Landtagsproposition 1684). S. 253. 

III. Aus dem Totenprotokoll der Stadt Wien 1648—1669. . . 257—304 
Register. Hausbesitzer. A. Juden. S. 305. B. Christen. 

S. 314. 






Berichtigungen und Ergänzungen 



Seite 11, Anm., Zeile 11 von oben „Joh.(?)" zu streichen und durch 

„Jans der" zu ersetzen. 
Seite 15, Zeile 20 von oben lies statt 2500: 3000. 
Seite 16, Zeile 22 von oben lies statt Maidlein: Moidlein. 
Seite 22, Zeile 14 von oben lies statt 35: 40. 
Seite 22, Zeile 15 von oben lies statt 3756: 4296. 
Seite 22, Zeile 19 von oben lies statt 3500: 4000. 
Seite 36, Zeile 15 von oben Parenthese vor geßlein zu streichen. 
Seite 40, Zeile 14 von oben nach „bereits" einzufügen: bezeichnet. 
Seite 44, Anm. 101, Zeile 2 nach „das" einzufügen: 1461. 
Seite 150, zu „Esram", zwischen 1357 und 1 einzuschalten: 363. 1351, 

385Gr, 1 zu streichen, resp. zu dem vorhergehenden Namen Efferl 

zu setzen. 
Seite 219, 2. Sp., letzte Zeile, nach Enoch Benisch nachzutragen: Umb 

ain Hauss Victor Benisch. 
Seite 224, 12. Da Moyses Fröschl schon 1644 gestorben ist, soll der 

Eintrag wahrscheinlich lauten: Moyses Fröschl Erben, nunc Abraham 

Höcht. 
Seite 250, Nr. 80. In Beil. H zu 42/1670 (Stadtarchiv) lautet der Name: 

M e n z 1. 
Seite 251, Nr. 107. In Beil. H lautet der Name: Lazarus W e x 1 e r. 



W 
V 



Verzeichnis der benützten Handschriften 

Archiv der Stadt Wien 

A. Grundbücher 

Nach der inzwischen erfolgten Übergabe der Grundbücher an das Archiv 

der Stadt Wien erhielten die Bände neue Archivssignaturen } die ich der 

alten Bezeichnung in Klammern beifüge. 

GB. 15 (Eep. 1.21, Nr. 1, 2). Gewer-, Satz- und Verbotbuch 
der Stadt Wien 1373—1419. 

GB. 16 (Eep. 121, Nr. 1, 3). Gewerblich 1420—1437. 

GB. 17 (Eep. 121, Nr. 1, 4). Gewerbuch 1438—1473. 

GB. 57 (Eep. 121, Nr. 2, 1). Satzbuch 1388—1419. 

GB. 58 (Eep. 121, Nr. 2, 2). Satzbuch 1420—1437. 

GB. 59 (Eep. 12], Nr. 2, 3). Satzbuch 1438—1473. 

GB. 519 (Eep. 6.1, Nr. 25, 1). Gewer- und Satzbuch über 
den Judenbezirk. 1632—1660. 

GB. 520 (Eep. 61, Nr. 25, 2). Satzbuch 1639—1660. 

GB. 523 (Eep. 61, Nr. 27, 1). Gewerbuch der Leopoldstadt 
1675—1731. 

GB. 582 (Eep. 100, 17). Index über der Jüdischen Gemain 
Grundtpuech im untern WÖrth. 

GB. 709 (Eep. 121, Nr. 10, 1). Grundbuch des Bistums 
1408—1498. 

GB. 788 (Eep. 121, Nr. 15, 1). Grundbuch v. St. Marx 
1413 u. ff. 

GB. 1079 (Eep. 122, Nr. 3, 5). Dienstbuch der Schotten 
1390. 

GB. 1086 (Eep. 122, Nr. 5, 1). Satzbuch der Schotten 
1381—1394. 

GB. 1087 (Eep. 122, Nr. 5, 2). Satzbuch der Schotten 
1394—1406. 

GB. 1088 (Eep. 122, Nr. 6, 1). Satzbuch der Schotten 
1406—1415. 



XII 



B. Sonstige Hss. des Stadtarchivs 



Kammeramtsrechnungen (abgek. K.-R.), 1424 — 1435 (Rep. 
164, 1 u. IT.). 

Gültenbuch der Stadt Wien 1418 u. ff. (Rep. 124, 16). 

Stadtbnch (Testamentenbücher, abgek. St.-B.), 3 Bände 
1396—1430 (Rep. 124, 19). 

Dienstbuch des Bürgerspitals I. 1292—1305 (Rep. 123, 4). 

IL 1326 u. ff. (Rep. 123, 3). 
III. 1342 ti. ff. (Rep. 123,3,2,8,4)- 

Kopialbuch des Bürgerspitals, um 1370 (Rep. 123, 6). 

„Sambier" (Empfang u. Ausgab der Leopoldstadt), 1670 — 84 
(Rep. 184, 7). 

K. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv 

Hs. 14. Oesterr. Diplomatar 1322—1323. 

Hs. 15. Diplomatar d. Herzog Albrecht IL u. Rudolf IV. 
1308—1359. 

Hs. 16. Diplomatar d. Herzoge Albrecht IV V Albrecht V., 
Ernst, Leopold IV. und Wilhelm. 15. Jahrh. 

Archiv des Deutschen Ritterordens 

Codex 128. Dienst- und Gültenbuch, um 1340 u. ff. 

K. u. k. Reichsfinanzarchiv 

Hof quartierbuch 1566. 



V 



I. TEIL 

Das Judenviertel in der inneren Stadt 
bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1421 



Nach den Eintragungen der Wiener städtischen 
Grundbücher und anderen archivalischen Quellen 



Mit urkundlichen Beilagen, einem Plane und 4 Textillustrationen 



Vorgeschichte und Verlauf der Aufhebung 
der Judenstadt. 

Mit dem öffentlichen Rufe, 1 ) der am 12. März 1421 auf den 
Plätzen Wiens ertönte und Leib und Gut der Juden für verfallen 
erklärte, wurde der erste Axthieb gegen den Bestand der Wiener 
Judenstadt geführt. Die Ruhepause, die der Judenstadt seit der 
großen Brandkatastrophe und der sich anschließenden Plünderung 
im Jahre 1406 gegönnt war, hatte nur eine ganz kurze Dauer. 2 ) 
Sie hätte vielleicht hingereicht, um unter ruhigen Verhältnissen 
der fast blutleer gewordenen Judenstadt neue Kräfte zuzuführen 
und ihr die Erfüllung ihrer einzigen Aufgabe, sich durch intensive 
Betreibung des Darlehensgeschäftes steuerkräftig zu erhalten, noch 
ermöglicht. 3 ) Doch es sollte anders kommen. Man hielt gerade 

*) Neuestens von A. Goldmann im Anhang zu „Das Judenbuch der 
Scheffstraße zu Wien" (Quellen und Forschungen zur Gesch. d. Juden 
in Deutsch-österr. I, Wien 1908), S. 132 nach der Münchner Hs. Cgm. 
335 veröffentlicht. 

2 ) Emek habacha ed. Wiener S. 58: „Im Jahre 51G6, d. i. das Jahr 
1406, brach am Freitag Abend in der Synagoge in der Judengasse in 
Wien Feuer aus, welches alle Judenhäuser ringsherum verzehrte." Eben- 
dorfer bei Pez II, 829. Kleine Klosterneuburger Chronik (ed. Zeibig 
in Arch. f. österr. GQ. VII, 238). Cgm. 317 der Münchner Hof- und 
StaatsbibL, fol. 141 (im Faksimile wiedergegeben in Gesch. d. St. Wien 
II, 1, 72). Hier dürfte es angezeigt sein, einen Lesefehler Krones', der 
die Stelle aus der Münchner Hs. in den Mitt. d. Inst. f. österr. Geschichts- 
forsch. VII, 248 zuerst \ eröffentlich te, richtigzustellen. Der Schlußsatz 
der Nachricht über den Brand lautet nämlich in korrekter Lesung: „und 
geschah grazzer schaden, Christen mer den den Juden, die irew (= 
ihre) phant verlarn haben". Krones liest die Worte irew und verlarn 
n e w und verliehen, wodurch der Passus zu einem sinnlosen Satz- 
gebilde wird. Den richtigen Sinn der Bemerkung des Chronisten wird 
man begreifen, wenn man an die Verfügung der Judenordnungen (Fride- 
ricianum, Ottakarianum Art. 7) denkt, die den jüdischen Pfandinhaber 
bei unverschuldetem Untergange des Pfandobjektes von der Ersatzpflicht 
befreit. Die eigentlichen Verlustträger waren demnach in diesem Falle 
die christlichen Eigentümer der zu Grunde gegangenen Pfandgegenstände. 

8 ) Für die Verarmung der Judenstadt seit dem Jahre 1406 spricht 
am deutlichsten die rapide Abnahme der Darlehensgeschäfte in der darauf- 
folgenden Zeit, wie sie sich an der Hand der gleichzeitigen Satzbücher 
genau nachweisen läßt. 

1* 



diesen Zustand der totalen Erschöpfung für geeignet, um gegen 
die Judenstadt und ihre Bewohner zu einem Schlage auszuholen, 
der, so grausam und unpolitisch er auch war, die Annektierungs- 
gelüste der Machthaber vollauf befriedigen mußte. 

Die Maßregel, die den Besitz der hingerichteten oder ver- 
triebenen Juden als landesfürstliches Eigentum reklamierte, war 
scheinbar keine Inkonsequenz. Die Begründung suchte und fand 
man in jenem Satze der Judenordnungen, der — ein zweischnei- 
diges Schwert — die Juden als landesherrliche Kammerknechte, 
ihr Eigentum als Kammergut erklärte. 4 ) Dem geringen Schutz, 
den den Juden ihre Zugehörigkeit zur landesfürstlichen Kammer 
bot, stand die unbegrenzte Möglichkeit weitestgehender Schädi- 
gung an Leib und Gut gegenüber. 5 ) Diese Möglichkeit auszu- 
nützen, fiel nicht schwer und man machte auch von ihr zu allen 
Zeiten den ausgiebigsten Gebrauch. Der formell gesetzmäßigen 
Maßregel einer etwa skrupulösen öffentlichen Meinung gegenüber 
auch nur den Schein der Rechtlichkeit zu geben, dazu hatte 
man wahrlich keine Ursache. Wie immer, wenn es galt, aus der 
Judenverfolgung Kapital zu schlagen, bemühte man sich auch 
jetzt, bei der großen Katastrophe des Jahres 1421, das blutige 
Vertreibungswerk so rentabel als nur irgend möglich zu gestalten. 



Die Beschuldigung einer Hostienschändung — neben der 
Blutlüge der häufigste Vorwand für Judenverfolgungen — hat 
wieder einmal den Sieg über den gesunden Menschenverstand 



*) S. das Privilegium Fridericianum v. J. 1238 (Scherer, Rechts- 
verhältnisse der Juden in den deutsch-österr. Ländern, S. 135 ff., 143), 
die Judenordnung Herzogs Friedrich des Streitbaren v. J. 1244 (Art. 8, 
9, 10, 14, 29, wenn auch ohne ausdrückliche Hervorhebung der Kammer- 
knechtschaft, Scherer a. a. O. S. 179 ff.), das Privilegium Rudolfs von 
Habsburg v. J. 1277 (Scherer a. a. O. S. 340) etc. 

5 ) Beispiele dieser Art aus den Jahren 1367 — 70 s. bei Scherer 
a. a, O. S. 387 ff., aus späterer Zeit (1394) in Quellen z. Gesch. d. Stadt 
Wien I, 3, 3482 (Konfiskation des Hauses des flüchtig gewordenen — 
d. h. ohne ausdrückliche Bewilligung des Herzogs ausgewanderten — 
Mendlein in der Hochstraße in Wien). — Eine Konfiszierung der Güter 
bei Verlassen des Landesfürsten ohne dessen Erlaubnis erfolgte übrigens 
auch bei NichtJuden. Vgl. den Urteilsspruch des obristen Marschalls 
Ott v. Meissau 1417 betr. den herzoglichen Maler Jakob Grün in Sitz.- 
Ber. d. Wiener Akad., phil.-hist. Kl. III, S. 24. 



5 



davongetragen und Triumphe in einer in Osterreich bis dahin 
unerhörten Form der Ausartung gefeiert. Die Anklage war nicht 
neu. Die Judenverfolgung in Deggendorf (1337) wegen der 
gleichen Beschuldigung hatte alsbald ihre Fortsetzung in Nieder- 
österreich (Pulka 1338) und Kärnten (Wolfsberg 1338) 
gefunden. Doch spielten sich fast alle Judenexzesse bis zum 
Jahre 1421 zumeist lokal ab. In Wien und Wiener - Neustadt 
wurden die Juden anläßlich der Verfolgungen auf dem flachen 
Lande im Jahre 1338 von den Herzogen und den Großen sogar 
einigermaßen geschützt — allerdings, wie eine gewiß verläßliche 
und unverfängliche Quelle mitteilt, „propter peeuniam". 6 ) Neu 
war nur die Form, in der man 1421 der Beschuldigung sozusagen 
ein offizielles Relief zu geben bemüht war. Während man bisher 
die überraschten Opfer einer ausgeklügelten lügenhaften Anklage 
gewöhnlich der künstlich erregten Stimmung des Pöbels überließ, 
glaubte man im Jahre 1421 der Sache den amtlichen Stempel 
aufdrücken zu müssen. Die Voraussetzungen für den Judenhaß 
und für alle möglichen Formen seiner Äußerung waren allerdings 
und auch ohne Dazutun der Juden gegeben. Das ihnen gesetzlich 
zugestandene Recht des Zinsennehmens, die amtlich fest- 
gesetzte Höhe des Zinsfußes, die große Reihe von — meist nur 
theoretischen und problematischen — Schutz- und Schirmbriefen, 
die einigermaßen exemte Stellung im Gerichtswesen und nicht 
zuletzt die Annahme eines besonderen Wohlstandes der Juden bot 
im gegebenen Falle den Wühlern Material genug, um das auch 
sonst noch von Steuern und Abgaben aller Art bedrückte Volk 
gegen den Prügelknaben kat' exochen mit Erfolg aufzuhetzen. 7 ) 



°) Contin. chron. Novimont. in Pertz SS. IX, 671. Neben „frei- 
willigen" Geldopfern, mit denen sich die Wiener Juden den landesherr- 
lichen Schutz abermals erkaufen mußten, gewährt die „sammung" (Ge- 
meinde) der Juden in Wien durch ihre drei Meister in einem Keverse vom 
19. Juni 1338 „mit willigen leib und mit ganzen sinn 11 die Herabsetzung 
des gesetzlich festgesetzten Zinsfußes, des sogen. „Judengesuches", auf 
3 Pfennig pro Pfund und Woche. Tomaschek, Kechte u. Freih. d. Stadt 
Wien, I, 102, Nr. XXXVI. Scherer a. a. O. S. 365. 

7 ) Hiezu kam noch vor der Judenverfolgung im Jahre 1420 die 
Beschuldigung eines angeblichen Einverständnisses der Juden mit den 
Hussiten, die hauptsächlich in den höheren Kreisen verbreitet wurde 
und an die man so ernstlich glaubte, daß selbst die Wiener theologische 
Fakultät die Sache in ihrer Sitzung am 10. Juni 1419, allerdings ohne 
direkte Stellungnahme zur Sprache brachte. Bezeichnend ist, daß man 



6 



Das vorgeschobene Motiv eines von den Juden begangenen Sakri- 
legs war nur ein Sehlagwort, das bei dem Grade des religiösen 
Fauatismus des Mittelalters seine Wirkung auf die Massen sicher 
nicht verfehlen konnte. 

Der Schauplatz der neuesten und für die Juden Nieder- und 
Oberösterreichs verhängnisvollsten Anklage war diesmal E n n s. 
Der sehr reiche Jude Israel soll von der Frau des Meßners der 
dortigen St. Laurentiuskirche zur Zeit des Osterfestes 1420 zahl- 
reiche Hostienpartikeln gekauft und, um mit ihnen Frevel zu 
treiben, an seine Glaubensgenossen verteilt haben. 

Es war nicht schwer, das Gerücht vom Hostienfrevel zum 
Ausgangspunkte einer in ihren Folgen schwerwiegenden Agitation 
gegen die schon als Gläubiger lästigen Juden zu machen. Das 
Gerichtsverfahren mit seinen mannigfachen Hilfsmitteln war bald 
eingeleitet und hat insoferne zu einem Eesultate geführt, als die 
Meßnerin unter den Qualen der Folterwerkzeuge ihre Schuld an 
dem Hostienraub zugegeben hat. Israel, seine Gattin und eine 
Reihe von Ennser Juden, die man zusammen mit der Meßnersfrau 
nach Wien brachte, konnten selbst die ausgesuchtesten Folter- 
qualen nicht zu einem Geständnisse bringen. Angesichts dieser 
Standhaf tigkeit blieb trotz Mangels irgend welcher Beweise nichts 
anderes übrig, als den einmal inszenierten Gewaltakt auf Kosten 
der Beteiligten zu Ende zu führen. Am 23. Mai 1420 werden 
auf ausdrücklichen Befehl des Herzogs sämtliche Juden in den 
herzoglichen Städten Österreichs gefangen genommen, ihr beweg- 
liches und unbewegliches Gut eingezogen, die Gemeinen ausge- 
wiesen und die Angeseheneren als Geisel zurückbehalten. Die 
Verzweiflung stieg ins Grenzenlose. Für viele war der Selbst- 
mord eine Erlösung von den Folgen der erlittenen und von den 
noch zu erleidenden Qualen, andere suchten durch die Annahme 
der Taufe ihr Leben zu retten. 8 ) 

gleichzeitig „de multitudine Judeorum, de delicata vita ipsorum et de 
quibusdam libris execrabilibus" beraten sollte. Goldmann a. a. O. S. 119, 
Anm. 1. 

8 ) Die meisten fielen allerdings, einmal in Freiheit gesetzt, wieder 
vom Christentume ab, büßten aber im Ergreifungsfalle die Scheintaufe 
mit dem Tode (Isserl, Therumat Hadeschen Nr. 241. Arenpeck Chron. 
Austr. in Pez I, 1251). Die Namen einiger Renegaten haben uns die 
Wiener Grundbücher tiberliefert. „Elspeth die Newkristinn, ettoenn ge- 
nant Lea, der Peltlin Judin tochter" erhält 1422 von Herzog Albrecht ge- 



Das Schicksal der Juden in Österreich war höheren Orts 
besiegelt. Am 12. März 1421 (9. Nisan 5181) wurden die Juden, 
nachdem sie fast 10 Monate in den Kerkern geschmachtet, und 
soweit sie sich bis dahin nicht bekehrt hatten, auf einer Wiese 
bei Erdberg verbrannt. 9 ) 



ßchenkweise ein Haus in der Wiltwercherstrafie (s. Beilage zu Haus 
Nr. 385 D). „Maister Gabriel der Newkrist" und seine Frau Anna 
kommt 1422 als Besitzer eines Hauses in der Johannesstraße vor 
(GB. 16, 145 a, GB. 58, 92 a), „Nicodemus der Netckrist" 1435 als Be- 
sitzer eines Hauses bei dem Rotenturm (GB. 16, 185 b). „Fridreich 
Pobenberger alias Moyses der Vorsprech", der 1427 seinen letzten Willen 
bekundet (Stadtbuch, III, 250 b), halte ich für einen Konvertiten 
aus der Zeit der Verfolgung. Unterstützt wird diese Annahme durch 
einen Passus im Testamente seiner Frau (1429, ebendas. 314 b), in dem sie 
,.ainem Newn Kristen genant Jeronimus } den sie erczogen hat" 20 $ Pf. 
testiert. Den Namen eines früheren Renegaten enthält das Vorsatzblatt 
des Satzbuches 15, wo von „Jörgen dem getauften Jud" dio Rede ist 
(1399). Die Taufe des Arztes „Caspar judeus baptisatus" (1421), 
eines Proteges des Herzogs Albrecht, geht wahrscheinlich auch auf die 
Zeit der Judenverfolgung zurück. Daß die Wiener medizinische Fakultät 
den Konvertiten trotz der Taufe nicht ohne weiteres zur Praxis zulassen 
wollte, darüber s. Acta fac. med. univ. Vindobonensis ed. Schrauf. I, 46, 
48, 52, 53. 

9 ) Die Zahl der Hingerichteten variiert in den verschiedenen christ- 
lichen und jüdischen Quellen zwischen 110 und 400. Das „omnes" einiger 
Chroniken bezieht sich wohl nur auf jene, die bis zum Tage der Hin- 
richtung in den Kerkern festgehalten wurden. Für die Kinder der 
Opfer sorgte man in der damals üblichen Art, man steckte sie in Klöster, 
zumeist in Nonnenklöster. Zwei der damals zwangsweise getauften 
Mädchen brachten es sogar zu hoher Stelle in der Klosterhierarchie; „nunc 
regit priorissa ad coeli portas, et priorissa ad Sanctam Mariam Magda- 
lenam de incendio praedicto reservata", heißt es im Senatorium des 
Schottenabtes Martin (verfaßt um 1470) bei Pez II, 631. Die erstere 
dürfte mit der Priorin Margarethe Zellerin (in Wiener Urkunden 
zwischen 1470 und 1478), die zweite soll nach Wiedemann, Gesch. d. 
Frauenklöster St. Laurenz u. Maria Magdalena in Wien. Salzb. 1883, 
S. 38 mit Magdalena Stadelmair identisch sein, was schon deshalb 
unwahrscheinlich ist, weil diese nachweislich in der Zeit 1497 — 1507 als 
Priorin des genannten Klosters figuriert, während sie im Senatorium des 
Schottenabtes als Zeitgenossin angeführt wird. Als ihre Vorgängerinnen 
finden wir 1477—78 Barbara H i e r s s i n, 1486—94 Helene H e w t i n 
(nach Hofbauer, Die Rossau, S. 38 wäre die letztere mit dem einstigen 
Judenkind identisch, während er die Priorin im Himmelpfortkloster mit 
dem Namen Agnes bezeichnet; möglicherweise li^gt hier eine Verwechs- 
lung mit der zu gleicher Zeit vorkommenden Klosterschwester Agnes 
Zellerin vor). 



8 

Die gezwungene Sprache des Urteils, das am 12. März, resp. 
16. April 1421 in den Straßen Wiens öffentlich ausgerufen wurde, 
läßt schon erkennen, welche Mühe es gekostet hat, für die Juden- 
verfolgung einen einigermaßen plausiblen Grund anzugeben. In 
der Urteils Verkündigung, mit der der Herzog „alle Judischait 
allenthalben in seinem lanndt auf heutigen tag geschafft zu richten 
mit dem jprannt" ist von einer „hanndlwig" die Rede, „die sich 
laider an dem heiligen Sacrament vor ettleichen jarn dacz Enns 
vergangen hat'. Mit Recht hebt Goldmann a. a. 0. S. 118, 
in den einleitenden Bemerkungen zur „W iener Gesera h" die 
auffallende Tatsache hervor, daß der Verfasser dieses durchaus 
verläßlichen Berichtes mit keinem Worte den Hostienfrevel 
erwähnt. „Eine tendenziöse Verfälschung des Sachverhaltes liegt 
indessen hier sicherlich nicht vor; vielmehr darf man annehmen, 
daß der jüdische Berichterstatter ebenso wie viele Tausende seiner 
Glaubensgenossen gar keine Ahnung hatte, welches Verbrechens 
man sie eigentlich beschuldigte. Seinem Vorstellungsvermögen 
entsprach es, daß man die Juden bestrafte, weil sie angeblich den 
Feinden des Herzogs Waffen geschickt oder vielmehr Geld zum 
Ankauf derselben geliehen haben sollten. Die sakrilegische Ver- 
letzung des seinen christlichen Mitmenschen heiligen xlltarsakra- 
mentes begriff er dagegen nicht und konnte sie gar nicht begreifen, 
weil ihm jede Vorstellung des Objektes, an dem er sich versündigt 
haben sollte, vollständig fehlte. Wie der Erzähler die eine 
Beschuldigung anführt und sie zugleich als erlogen und unerwiesen 
bezeichnet, so hätte er in seinem nur für seine Glaubensgenossen, 
also gleichsam pro domo bestimmten Berichte auch den zweiten 
Anklagepunkt erwähnen können, ohne sich oder andere zu kom- 
promittieren." 10 ) 



10 ) Die anschaulichste Schilderimg des prozessualen Vorganges — 
wenn man der mit Brachialgewalt eingeleiteten und durchgeführten Ver- 
folgung diese Bezeichnung überhaupt geben darf — bietet jetzt die sicher 
auf eine gleichzeitige Vorlage zurückgehende „ W iener Gesera h", 
deren Veröffentlichung wir Goldmann (Anhang zum Judenbuch der 
Scheffstraße S. 125 u. ff.) verdanken. Bei den knappen annalistischen 
Berichten über die blutige Judenverfolgung — „sie gleiten," bemerkt 
Goldmann, „eilig über die schaudervollen Ereignisse hinweg" — ist der 
Wert dieser Quelle nicht hoch genug anzuschlagen. Ich wäre versucht, 
nach den dem König Sigismund gezollten anerkennenden Worten am 
Schlüsse die Autorschaft der „Geserah" einem nach Ungarn ausgewan- 
derten österreichischen Juden zuzuschreiben. 



Die lodernden Flammen des Scheiterhaufens warfen ein 
grelles Licht auf die Verläßlichkeit aller den Juden bisher erteilten 
und je nach Bedarf feierlich bestätigten Schutzpatente. 11 ) Bei 
dem Lichtschein des Brandes, den Fanatismus angefacht, Haß und 
Habgier geschürt haben, sah man deutlich, wie leicht es war, durch 
die weitmaschigen Lücken eines Gesetzes hindurchzuschlüpfen, 
das seine Entstehung nicht menschenfreundlichen, sondern nur 
rein fiskalischen Momenten verdankte. Und so klingt es als 
traurige Ironie, wie sie sich ja die Weltgeschichte so oft zu leisten 
Gelegenheit hat, wenn Kaiser Sigismund am 24. März 1421, also 
12 Tage nach dem Datum des verhängnisvollen Todesurteils, 
anläßlich der Bestätigung der Rechte und Freiheiten der öster- 
reichischen Herzoge auch der Juden in Huld gedenkt und den 
Wunsch ausspricht, daß sie die Juden „in allen den rechten und 
gewonheiten beleihen" lassen, „als sie die oder ire vordem her- 

bracht haben?'. 12 ) 

* 

Die öffentliche Meinung war beruhigt; man hätte nun zur 
Tagesordnung übergehen können, wäre nicht auch noch die 
geschäftliche Seite der Judenverfolgung zu erledigen gewesen. 
Es galt nun die mühevolle Ernte eines Jahres einzuheimsen, das 
vergossene Blut zu Geld zu machen. 

Die in den Beilagen mitgeteilten Eintragungen der städti- 
schen Grundbücher machen uns mit dem nach der Vertreibung 
erfolgten Besitzwechsel der Judenhäuser bekannt. Der gesamte 
Besitz der Juden fiel natürlich dem Herzog Albrecht anheim. Bevor 



11 ) Seltsam kontrastiert mit der grausam inszenierten und durch- 
geführten Verfolgung der Wortlaut des Freiheitsbriefes, den Herzog 
Albrecht am Samstag nach Margarethe (Juli 17) 1417 ,, seinen Juden" 

auf 4 Jahre erteilt. ,, wann wir angesehen und betracht haben 

die nuczpem und maniavaltig dienst, die unsern vordem und uns die 
e genanten Juden getan habent und noch hinfur tun mügen und sullen 
und haben dadurch und sunderleich zu ergeczung solher namhafter hilft 
und steivr, so sy uns vor und auch yecz newleich von merkleicher notdurft 
wegen unser und unsers lannds getan habent .... Auch tun wir in die gnad 
wissen tleich mit dem brief, wenn sy uns die summ gülden, die yecz gegen- 
ivurtticleich auf sy gelegt ist, envollen und genczleich beczalet habent, 
duz sy denn von den weichnachten schierist künftig über vier gancze jar, 
die nächst nach einander körnend sind, genczleich vertragen und über- 
haben sullen sein aller ungwonleichen stewr" etc. (Hs. 16 d. Hof- u. Staats- 
archivs, fol. 152 b). 

M ) Lichnowsky, Gesch. d. Hauses Habsburg V, 2011. 



10 

man die Verwertung der Judenhäuser in Angriff nahm, mußte 
man noch zuerst teils auf das Verfolgungswerk, teils auf alte 
Fälligkeiten zurückgehende Verdienste belohnen. 13 ) Und so war 
es vielleicht kein purer Zufall, wenn der Erste, dem der Herzog 
am 12. April 1421, also einen Monat nach der Publizierung des 
Urteils, Haus und Garten des reichen S t e u ß „aus sundem 
gnaden" geschenkt hat, Hans Musterer, der Bürgermeister 
von Wien, gewesen ist. 14 ) 

Nach der Erfüllung moralischer Verpflichtungen konnte man 
nun an die Eealisierung der zugefallenen Werte herangehen. Es 
war nur noch eine scheinbar geringe Formalität zu erledigen, die 
einerseits den Zweck hatte, die frühere rechtliche Sonderstellung 
des Judenviertels ganz aufzuheben, andererseits die sich hieraus 
ergebenden materiellen Vorteile dem Stadtsäckel zuzuführen. 

Die exemte Stellung der Judenstadt, eine Folge ihrer Lage 
auf herzoglichem Grund und Boden und des Prinzipes ihrer Zuge- 
hörigkeit zur herzoglichen Kammer, brachte eine fast absolute 
Unabhängigkeit ihrer Bewohner von der Stadt Wien, sowohl in 
Sachen der Gerichtsbarkeit, als auch in bezug auf Steuern und 
Abgaben mit sich. 15 ) Sie konnten dem Wortlaute ihrer Hand- 
feste entsprechend bei Streitigkeiten zwischen Christen und Juden 
nur vor den Judenrichter, 16 ) in Streitfällen untereinander nur 

13 ) Woher die Angabe Wolfs in seiner Gesch. d. Juden in Wien, 
S. 19, Anm. 2 stammt: „Göry (soll heißen Görg) v. Eckh erhielt für seine 
Bemühungen bei der Austreibung der Juden fl. 24.000", ist mir unbe- 
kannt. Tatsache ist, daß diese Summe fast dem vierten Teil des gesamten 
Geldumsatzes bei den Häuserverkäufen der Judenstadt entsprechen würde. 

14 ) Weitere Schenkungen von Judenhäusern datieren vom 5. u. 6. 
Aug. und 26. Nov. desselben Jahres (s. Beil. zu Nr. 335, 359, 361, 362, 
418 — 420), die letzte aus dem Jahre 1427 (Beil. zu Nr. 384 1). Das Tauf- 
geschenk des Herzogs an „Elspeth die Newkristinn" war das früher Maisterl 
gehörige Haus (Beil. zu Nr. 385 D). Eine orientierende Übersicht über 
das Schicksal der einzelnen Häuser bietet die im Anschluß an die Beilagen 
mitgeteilte Tabelle. 

15 ) Befreiung der mit „aigem rukch" (eigenem Herd) seßhaften Juden 
von der Abgabe der Wein- und Moststeuer 1374 s. in QGW. II, 1, 842. 

M ) Der Judenrichter (iudex Judeorum) war ein vom Herzog er- 
nannter christlicher Beamter. Die Quellenpublikation der Urkunden 
der Stadt Wien ermöglicht jetzt, die Reihe der Wiener Judenrichter vom 
Jahre 1295 an fast lückenlos zu rekonstruieren. Sie dürfte an dieser 
Stelle, mit Rücksicht auf die mangelhafte Liste bei Schlager, Wiener 
Skizzen I, S. 34 u. Tomaschek, Rechte u. Freiheiten der Stadt Wien II, 
S. 290 — 297, nicht unwillkommen sein. Vorausgeschickt sei, daß die In- 



11 

vor ihre Meisterschaftsgerichte, 17 ) in seltenen Fällen nur direkt 
vor den Gerichtsstand des Herzogs geladen werden. 18 ) Die Ver- 
handlungen vor dem Judenrichter, also sowohl Transaktionen als 
Streitfälle zwischen Juden und Christen, wurden im Juden- 



stitution des Judenriehteramts wohl schon im Fridericianischen Privileg 
vom J. 1244 erwähnt wird, daß sich aber die Reihenfolge der Juden- 
richter erst vom Jahre 1295 an feststellen läßt. 1295: Heinrich. 
1317: Durinch der Piber. 1329—31: Hagen von Spielberg. 
1337, 1342, 1343: Reinprecht der Zaunrüde (wohl identisch mit 
dem in QGW. I, 3, 3027 zum Jahre 1337 genannten „Reynhard der 
Zaunried, Judenrichter zu Wie n") . 1344 — 48 : Haunolt 
der Schüchler. 1347: Dietreich der Flusthart (vielleicht 
vertretungsweise). 1348 — 49: Mert des Hemeindleins Sohn. 
1350 — 55 : Hainreich der Straicher. 1 355 : Chunrad der 
Urbetsch. 1356: Joh. (?) Schüchler (Pettenegg, Urk. d. DRO. 
Nr. 1298). 1357—70: Leupolt der Polcz. 1375: Michel der 
Gewkrame r. 1378—79: Niklas der Magsei t. 1380: Paul 
der Holczkäufel. 1384—85: Hans der Püttreich. 1387: 
Purkchart der Meczner. 1392: Petrein der Gunezpur- 
ger. 1395—96: Artolf der Vierdung (Schüchler). 1398: 
Perchtold der Lannge. 1402 : Stephan der Radeundl. 
1407: Hanns der Rock. 1415—20: Ulreich der Gundloch. 
Im Jahre 1416 bewarb sich der Lizentiat der Medizin, Wenzeslaus 
Hart um die Stelle des Judenrichters. Erst auf Intervention der 
Fakultät, die ein solches „officium criminosum" für standeswidrig 
erklärte, trat er von seinem Vorhaben zurück. Acta fac. etc. I, 33. 
Als Hilfskraft des Judenrichters, resp. später des gemischten, aus 
zwei christlichen und zwei jüdischen Beisitzern bestehenden Juden- 
gerichts fungierte der Judenschreiber. Als solche sind uns über- 
liefert um 1390: Henricus, Judenschreiber (GB. 1079, IIb), 
Ende des 14. Jahrh. und in den J. 1400 — 1404 Wolfgang Gerhart 
(GB. 1079, 48 b. St.-B. I, 89 a, 143 b. GB. 15, 199 b, 11). Einen 
Judenrichterspruch 1379 s. QGW. II, 1, 956. 

17 ) Über den Wirkungskreis der Meisterschaftsgerichte, d. h. des 
aus den Vorstehern der Gemeinde zusammengesetzten autonomen Ge- 
richtsstandes s. Scherer a. a. O. S. 241. Doch halte ich die Annahme, 
daß sich die Teilnehmer des Meisterschaftsgerichtes aus den „M e i s t e r n 
der Judenzeche" rekrutierten, d. h. daß „ J u d e n z e c h e" und 
„Judengemeinde" ( 1338 als „s a m m u n g" bezeichnet ) identisch 
wären, für unrichtig, wie dies weiter unten noch näher beleuchtet werden 
soll. Als Hilfsorgan stand dem Meisterschaftsgerichte der Judenmeßner 
(Synagogendiener, Schames) zur Seite. Als solcher ist für die Zeit 
1375 — 78 nachweisbar „Lesier der Juden mesner" (QGW. I, 2, 
1704; III, 1, 686), 1411—13 Leb (GB. 1088, 61a, 1; 70a, 3; 94b, 2; 95b, 
2), 1420 Salman u. Zeisl (GB. 709, 104b). 

18 ) Ein solcher Gnadenakt wurde z. B. am 24. Juni 1388 für die 
Söhne des Steuß „unsern Juden ze Wienn" ausgestellt. QGW. I, 3, 3424. 



12 

richterb u ch oder kurz im Judenbach niedergelegt. 19 ) 
Abgaben an die Stadt hatten die Bewohner der Judenstadt nur 
in dem vom Herzoge festgesetzten Maße und Verhältnis zu leisten. 



lö ) Über Form und Anlage des Wiener Judenbuches haben sich 
keine direkten Nachrichten erhalten. Es kann jedoch mit Sicherheit an- 
genommen werden, daß es z. B. dem Preßburger Judenbuch, dessen Form 
wir aus dem mittelalterl. Stadtrecht Preßburgs kennen, als Vorlage ge- 
dient hat. Stimmt diese Annahme, so gibt der betreffende Artikel des 
Preßburger Stadtrechts auch einen Anhaltspunkt für die Kenntnis des 
Wiener Judenbuches. Ich führe hier die bezügliche Bestimmung nach 
dem in den Monum. Hung. Jud. (Budapest 1903) Nr. 51 veröffentlichten 
Wortlaut aus dem J. 1370 an: „Auch ist mer derfunden, als oben geschrie- 
ben stet, dass dy Juden sullen haben ein puech und dasselb soll ein kristen 
ein geschworn man inne haben, und dasselb puech soll man nicht auftun, 
iss sei dan dopei ein gesvorn kristen und ein gesvorn Juden, die kristen 
und Juden darzu erwellent, und dieselbe zwen gesworn, ein kristen und 
ein jud sullen das puech versiegeln mit ihren insigeln; und vass in das 
puech gcschriben virt zvischen Juden und kristen, dass ist stet und das 
mag nymant Widerreden, weder Juden noch kristen" etc. Gesetzliche Gül- 
tigkeit und Beweiskraft vor anderen Behörden hatte in Streitfällen nur 
der mit dem Siegel des Judenrichters versehene Auszug („z ede l" ) aus 
dem Judenbuche. Die Form dieser Auszüge hat uns ein zum ewigen Ge- 
dächtnis im Stadtbuch (II, 127 b, 4) aufgenommener Eintrag erhalten. 
Die betreffende, auf Ansuchen einer Witwe aufgenommene Feststellung 
über die Passivschulden ihres Ehegatten lautet : „Hainreich tüoh- 
scherer, Agnes uxor, Hanns des Franczen sun tenetur Bach mein, 
Issachar7i sun lfj 2 $ auf Mittvasten schirist, fürbas 3 3\ vom $ all 
wochen. Actum Cyreumcisionis domini Ufll. — Hainreich tüchscherer, 
Agnes uxor tenetur Jona, Maister Schalams sun aus der Newnstat 

6 $ Martini schirist, fürbas 3 ^ vom $ all wochen. Actum secunda 
ante Jacobi Ufll. — Hainreich tüchscherer am Hochenmarkcht tenetur 
Jloczen dem Juden 44 % au f weichnachten schirist, fürbas 3 ^ vom $. 
Actum Mauricii 1^10, die 4 $ an das püch und an den brief. Also stet 
es geschriben in dem Judcnpüch zu Wienn. Mit urchund der zedel 
versigelten mit des Judenrichter auf gedrukchtem petschat." — Stadtbuch I, 

7 a, 3: „Preyd Chunrats seligen des Wildpreter witib" beweist 1396 mit 
„einer besigelten zedel die under des Judenrichter petschat aus dem Juden- 
püch geschriben was" eine Geldschuld nach ihrem verstorbenen Mann. 
— Wurde ein Geschäft außer in die übrigen städtischen Grundbücher 
auch in das Judenbuch eingetragen, dann wurde diese Vormerkung mit 
der Notiz „sicut stat in libro Judeorum" (1383, QGW. III, 1, 1577), „als 
es in dem Judenrichterpüch geschrieben ist" (1385, GB. 1086, 46 a, 1), 
„nach des Judenpuchs sag ze Wienn" (1404, 1412, QGW. II, 1, 1599, II, 
2, 1901) belegt. S. auch QGW. II, 1, 1100 (1386) u. GB. 15, 38a, 8 : „und 
ist die geltschult auch in das Judenpuch geschriben" (1381). Schuldbriefe 
von Christen an Juden mit hypothekarischer Sicherstellung wurden im 
allgemeinen nicht grundbücherlich vorgemerkt, sondern auf Geheiß des 



13 

Daß sich unter solchen Umständen gegen die Bewohner des 
Ghettos, als einer Stadt innerhalb der Stadt, eine gewisse Ani- 
mosität seitens der Bürger und des Kates — den die Landesherren 
bei der wiederholten Ausschreibung von Judensteuern und Ab- 
gaben mannigfacher Art tatsächlich im Einkommen schmälerten 
— einstellen mußte, ist begreiflich. Ebenso natürlich ist es auch, 
daß sich diese Animosität gelegentlich gegenüber den unschuldigen 
Opfern der landesherrlichen Wirtschaftspolitik Luft zu machen 
suchte. Hiezu kam noch, daß Herzog Rudolf, der 1360 die Rege- 
lung aller mit Immobilien vorzunehmenden Transaktionen vor 
dem Stadtrate, resp, vor dem städtischen Grundbuche anordnete, 
die Judenstadt, insoferne es sich um Besitzveränderungen der den 
Juden gehörigen Häuser handelte, von dieser Verpflichtung 
oximierte. 20 ) 

Berücksichtigt man, daß in dem Zeiträume von der Ein- 
führung des städtischen Grundsiegels bis zur Aufhebung der 
Judenstadt, d. h. innerhalb von 60 Jahren sicher ein mannigfacher 
Wechsel in den Besitzverhältnissen der Judenhäuser, sei es durch 
Verkauf, Verpfändung, Heimfall durch Erbschaft etc. vor sich 
ging, dann wird man auch begreifen, daß sich die Stadt Wien 
nach der Aufhebung des Judenviertels bemühte, sich den Ertrag 
der Besitzumschreibungen zu sichern. Einem diesbezüglichen 
Ansuchen der Stadt an den Herzog wurde auch Folge gegeben; 
am 2. April 1422 gestattet Herzog Albrecht dem Bürgermeister, 
Rate, Richter und den Bürgern der Stadt Wien um ihrer treu 
geleisteten Dienste willen, fortan alle Häuser in der Stadt, „die 
der Juden sind gewest, als oft man die verkauft, verseczt oder in 
ander iveis damit handelt 1,1 , mit ihrem Grundsiegel zu fertigen. 21 ) 

Rates eventuell im sogen. Stadtbuch niedergelegt. QGW. II, 1, 957 (1379) : 
„Wenne die herren des rates irer statt gruntinsigel under die Juden nicht 
anlegent, darumb so habent si den sacz den vorgenanten Juden ze einer 
gedechtnusse in der stat reigister (QGW. II, 1, 990; 1380: „in ir stat 
reigister") haissen schreiben." 

20 ) Daß in der ersten Zeit der Einführung des städtischen 
Grundbuches (1368) eine auf den Verkauf eines Judenhauses bezügliche 
Transaktion zwischen zwei Juden irrtümlich in das Gewerbuch einge- 
tragen wurde, spricht nur für die Unsicherheit des Grundbuchführers, 
resp. der Parteien und hat keine prinzipielle Bedeutung. (QGW. III, 
1, 10.) 

21 ) QGW. II, 2, 2190. Die für die Besiegelung mit dem Grundsiegel 
zu leistende Taxe betrug 2 Pfennige vom Pfund Pfennige (1 ^ = 240 ^), 
d. h. je 1 $i vom „hingeber" und „i n n e m e r". Eine Zusammen- 



14 

Damit waren alle Wege für die Verwertung der Judenstadt 
und ihrer Häuser geebnet. 

Wie bereits erwähnt, wurde die Einverleibung der Juden- 
stadt mit einer Reihe von Häuserschenkungen seitens des Herzogs 
eröffnet. Die Freigebigkeit sollte einerseits den etwas odiosen 
Eindruck der Konfiskation des Judenbesitzes mildern, anderer- 
seits die tätige Mithilfe an dem Verfolgungswerk, frühere — un- 
beglichen gebliebene — Verdienste und Ansprüche und in einem 
Falle auch den Religionswechsel einer Renegatin belohnen. So 
erhielt, wie oben bemerkt, der Bürgermeister Hans Musterer 
am 12. April 1421 das Haus Jonas des Steußen; weitere 
Schenkungen betrafen das Haus des Meisters M u s c h (Nr. 335 
= Färbergasse 6), das 1421 Meister Kaspar von Lands- 
hut geschenkt wurde; Nr. 342 und 342 A (= Judenplatz 7), 
das anWilhelmvon Puchaim gelangte ; Nr. 347 (= Juden- 
platz 10, Fütterergasse 1), das der Herzog 1422 geschenkweise 
Heinrich Reutter überließ; Nr. 359, 361, 362, eine Gruppe 
von drei Häusern (== Wipplingerstraße 12, 14, Schwertgasse 4), 
die der Jüdin Rechl, Smerl dem Wen kl und Hendl von 
Lengbach gehörten, bekam 1421 Wilburga von Dachs- 
perg; das Haus Nr. 360 (= Schwertgasse 2, Wipplingerstr. 16), 
f rüher im Besitze des vorgenannten Smerl, erhielt 1422 
Agnes von Pottendorf; das Haus D aus der Gruppe 
Nr. 384 (— Wipplingerstraße 7), früher Knofleich und Leser 
von Znaim gehörig, wurde vom Herzog 1422 an Heinrich 
von Straspurg geschenkt. Weitere Schenkungen von 
Judenhäusern fanden in den folgenden Monaten statt: das Haus 
Nr. 403 (= Judenplatz 1, Jordangasse 9), das S c h a u 1 gehörte, 
wurde im Dezember 1422 an Kadolt von Eckartsau ver- 
liehen usw. 1425 wird der Pfarrer von Oberhollabrunn, Thoman 
Paiimgartner, „von seiner arbeit wegen, die er mit verglasen 
der newn Icapellen in der bürg ze Wienn getan hat", mit dem von 
ihm bewohnten Hause in der Judenstadt, das von „weilent Mus ek- 
le in von Linz an den herzog gekommen ist" (= alt 348, jetzt 
Wipplingerstraße 11), belohnt. 1426 gelangt der herzogliche 
Küchenmeister Ulrich der Schrot in den geschenkweisen 

Stellung der unmittelbar nach der Aufhebung der Judenstadt eingegan- 
genen Umsehreibungstaxen enthält die den urkundl. Beilagen beigegebene 
Tabelle. 



15 

Besitz des Hauses Nr. 332 (= Färbergasse 1), das früher „S u e s- 
man, Smoyel von Krems und Joseppin, Smoyels 
Mutter" innehatten. Die letzte Schenkung datiert vom 30. April 
1427, wo das Haus Esters (Hystirs), Teil I aus der Häuser- 
gruppe 384, in den Besitz Hans Sukels übergeht. Insgesamt 
hat der Herzog von den ihm zugefallenen G9 Häusern in den Jah- 
ren 1421—1427 18 verschenkt. 22 ) 

Für die übrigen Häuser suchte man im Verkaufswege neue 
Besitzer zu gewinnen. Tatsächlich gelang es dem Herzog in den 
Jahren 1421 — 1433 15 Häuser direkt an Private, 23 ) die anderen 
30 an die Stadt Wien zu verkaufen. 24 ) 

Die Eintragungen in den Grundbüchern geben uns wenigstens 
in bezug auf die Häuserverkäufe an Private ein Bild von der 
materiellen Seite der geschäftlichen Transaktion des Herzogs. 
Der Verkauf von Judenhäusern an Private ergab in den Jahren 
1422—1433 für den Herzog den Betrag von 2722 U Pf., wo- 
bei allerdings noch zu berücksichtigen ist, daß wir über das 
Schicksal einiger Häuser, resp. ihren Verkaufsertrag nicht ge- 
nügend informiert sind. 25 ) Doch glauben wir die Gesamtsumme 
mit rund 2500 # Pf. annehmen zu dürfen. 

Die Zahl der von dem Herzog an die Stadt Wien verkauften 
Häuser beträgt 30. Über die Form der Abtretung dieser Häuser 
an die Stadt fehlt jede Aufzeichnung. Es ist nicht ausgeschlossen, 
daß der Kaufpreis in das Darlehen von 12.000 Gulden, das die 
Stadt 1422 dem Herzog zur Verfügung stellte, einbezogen 
wurde. 26 ) Daß es sich um ein regelrechtes Kaufgeschäft zwischen 



* 2 ) Hiebei wird die Häusergruppe 393, 394 u. 396, die erst später in 
3 Parzellen geteilt wurde, als ein Haus angenommen. 

a ) Das Haus Nr. 402, genannt die Cantorei (== Jordangasse 7), 
das H a n s u s, der Tochter Steußen, gehörte und das „nach der Juden 
venkhnuss" an den Herzog gekommen ist, verkauft er erst 1433 an den 
Wiener Bürger Heinrich den Mossmann. S. Beil. zu Nr. 402. 

24 ) Nicht 9, wie Scherei a. a. O. S. 415 (nach älteren Quellen) 
angibt. 

23 ) So z. B. Haus Nr. 351, 384 A, B, 415. 

M ) Kammeramtsrechnung 1424 (Archiv d. St. Wien, Rep. 164, 1), 
fol. 36 a. Die Stadt mußte 1422, um dem Herzog die genannte Summe 
leihen zu können, zu Anlehen schreiten, auf die sie 1424 2167 $ 4 sh 
schuldig ist. Mit welchen Schwierigkeiten die städtische Finanzverwal- 
tung zu kämpfen hatte, beweist, daß die Stadt bis zum Jahre 1426 auf 
dieses Anlehen noch keinen Pfennig abzahlen konnte (K.-R. 1426). Erst 



16 

dem Herzog und der Stadt gehandelt hat, ist nach dem Wortlaute 
der Grundbuchseintragungen trotz Fehlens eines ziffermäßigen 
Nachweises klar. 27 ) Die von der Stadt erworbenen Häuser waren 
folgende : 

Nr. 332 A: der Fleischhof der Juden (= Färbergasse 1), 
333: („in dem Hofgeßlein", „xenegst weilent der Juden 
fleischhof" = Färbergasse 3), 

334 (Vorbesitzer : Musch von Klosterneuburg (?) 
= Färbergasse 8), 

341 („weilent Judis der Mordlin" (so!) = Drahtgasse 3), 
344 (mit den Zuhäusern 343 und 349, „ain haus das weilent 
drew heivser gewesen sind, ains der Juden spital und das 
ander Rotleins des Juden, mitsambt dem xuhaus hinden 
daran 11 = Judenplatz 9, Wipplingerstraße 13, resp. Judenplatz 8 
und Wipplingerstraße 15), 

350 (= Wippliogerstraße 15, Vorbesitzer nicht angegeben), 
352 („iveilent Jacobs von Weithra des Juden u = Wipp- 
lingerstraße 19), 

355 („iveilent Müschleins Ju den von Brü n n li = Wipp- 
lingerstraße 20), 

355 A (Vorbesitzer nicht angegeben = Wipplingerstraße 22), 
357 („weilent Maidlein des Juden" = Schwertgasse 3), 
384 E („weilent Kolmanin der Judin" — Wipplinger- 
straße 7, Judenplatz 11), 

384 G („ain Judenhaus gelegen in der Wildwercherstraß" 
= Wipplingerstraße 7, Jordangasse 2), 

384 H („ain haus gelegen an dem Netven placx in der 
Judengassen" — Judenplatz 11), 

385 C (= Stoß im Himmel 2), 

385 F („das weilent ain Judenhaus gewesen ist" = Wipp- 
lingerstraße 8), 

im Jahre 1435 ist das Darlehen bis auf einen Rest von 950 $ $ abgezahlt 
(K.-R. 1435). Im Jahre 1424 hatte die Stadt außer der gewöhnlichen 
lau desfürstlichen Steuer von 2000 fl. noch einen außerordentlichen An- 
schlag von 8000 fl. an den Herzog zu leisten. Auch diese Steuerlast 
konnte nur im Wege einer Anleihe beglichen werden, auf die die Stadt 
— außer dem Rückstande von 1471 U 54 3\ an der ordentlichen Steuer — 
1424 an Privatgläubiger noch zirka 4000 $ schuldig ist (K.-R. 1424, 
fol. 36 b). 

27 ) S. Beil. zu Haus 405 B, das „mit andern Judenheusern in 
kaufsweis an die stat komen ist" ; ebenso Beil. zu Haus Nr. 407 etc. 



17 

385 G (= Wipplingerstraße 8), 

395 (= Jordangasse 3, Schultergasse 6). 

401 („weilent des reichen Steuzzen" = Jordan gasse 5), 

404 (= Judenplatz 2, Vorbesitzer: Hocz), 

405 B (Name des Vorbesitzers nicht angegeben = Kurrent- 
gasse 12), 

407 („weilent Maisters Jekleins des Juden" — Kui> 
rentgasse 6), 

408 (, .weilen t Rebleins des Juden = Ku rren tgasse 4), 

409 {„im geßlein am egk als man zu den weißen brudern 
get" — Kurrentgasse 5), 

410 („in der Judengassen an dem Newen placz" = 
Judenplatz 4), 

411 A („weilent Sundleins des Juden" = Judenplatz 5), 

413 (Haus „Lebin der sankchmaistrin" = Pariser- 
gasse 2), 

414 („zenegst Swerczleins des Juden haus" = Kur- 
rentgasse 3), 

434 (Haus „Ysserleins von Enns des Juden" = Kur- 
rentgasse 10, Kleeblattgasse 9). 

Über das Schicksal dieser Häuser nach der Übernahme durch 
die Stadt geben nun die Einträge der Grundbücher und die Auf- 
zeichnungen der Kammeramtsrechnungen lehrreiche Aufschlüsse. 
Der Verkauf der Judenhäuser an die Stadt erfolgte anfangs 1422; 
in diesem Jahre gelang es aber nur — wohl mit Rücksicht auf die 
nicht unerhebliche Konkurrenz des Herzogs und das ziemlich 
starke Anbot von freigewordenen Judenhäusern — 4 Häuser an 
den Mann zu bringen; es waren dies die Häuser Nr. 352, 355, 407 
und 411 A, 28 ) deren Erlös dem Stadtsäckel zusammen zirka 
340 # Pfennige brachte. 20 ) Flotter begann das Verkaufsgeschäft 

28 ) Das Haus Nr. 407, das „weilent Maister Jekleins des Juden 
gewesen ist", wurde also schon 1422 verkauft. Der Verlustposten in der 
Bilanz der Kammeramtsrechnungen 1424, fol. 31b: „Item von erst hat 
man verlarn an maister Jekleins haus 10 $ ,V* bezieht sich demnach 
nicht, wie Schalk in Bl. d. Ver. f. Landesk. 1883, S. 51 angibt, auf den 
Verkauf dieses Hauses an Heinrich den Nadler. Dieser erwarb erst 1423 
das Haus 384 H für 240 $ Pf., während das Haus Jekleins, das in die 
Schätzung offenbar mit 50 $ Pf. eingestellt war, schon 1422 an Peter 
Janstorffer für 40$ Pf. verkauft wurde. 

") Die Häuser 352, 355 und 407 brachten zusammen 264 $ Pf. 
Für das Haus 411 A fehlt der Kaufeintrag; der neue Besitzer Peter 
Pirchner, der am 30. März 1422 an die Gewer geschrieben wird, ver- 

Scbwarz, Das Wiener Ghetto. 2 



18 

erst im darauffolgenden Jahre zu werden, wo sieh für 11 Häuser 
Käufer fanden, 30 ) mit einem Gesamterlös von 1401 g Pf. und 
200 Gulden (= 180 & Pf.) == 1581 # Pf. Mit dem höchsten 
Kaufpreis von 240 U Pf. figuriert das Haus Nr. 384 H, „gelegen 
an den Newen placz in der Judengassen ze Wienn an dem egk, 
das Everleins des Juden von Krembs gewesen ist" y mit dem 
niedrigsten von 38 $ Pf. Nr. 410, „ain haus gelegen in der Judefi- 
gassen an dem Newen placz ze Wiemi". 31 ) Im Laufe des Jahres 
1424 wurden drei, resp. fünf Häuser verkauft: Nr. 344 — mit den 
später zusammengezogenen Nr. 343 und 349 — „das weilent dreu 
hmiser geivesen sind, ains der Juden Spital und das ander Rotleins 
des Juden mitsambt dem zuhaus hinden daran u für 500 32 ), Nr. 350 
für 160 und 413 für 50 <a Pf. Der weitere Verkauf von früheren 
Judenhäusern erfolgte in den Jahren 1425 bis 1430, es wurden in 
dieser Zeit die Häuser 341, 357, 385 F, 401, 404, 408, 409 zusam- 
men für zirka 1190 $ Pf. realisiert. 

Die Kammeramtsrechnungen vom Jahre 1424, deren Auf- 
stellung wohl erst wie gewöhnlich im Monate März des darauf- 
folgenden Jahres erfolgte, führen in der Rubrik „Vermerkcht 
was die stat vor ir hit" (Besitzstand und Guthaben) außer dem 
Fleischhof noch vier unverkaufte Judenhäuser mit einem bilanz- 
mäßigen Schätzungswerte von 910 U Pf. an, 33 ) die Rechnungen 

kauft es schon zwei Tage später für 70 $ Pf. an Jakob den Lebschan den 
Schneider. Ich nehme den approximativen Verkaufspreis der 4 Häuser 
mit zirka 340 $ Pf. an. 

30 ) Verkauft wurden im Jahre 1423 die Häuser 333, 334, 355 A, 
384 E, 384 G, 384 H, 395, 405 B, 410, 414 und 434. 

31 ) Kammeramtsrechn. 1424, fol. 7 b: „Innemen von den ver- 
chaufften judenhewssern. Item von Hainreichen dem nadler 1^0 $ 3} 
von seins haus wegen (s. oben Anm. 28, Beil. zu Nr. 384 H). Item von 
dem Johannes Angerfelder 80 $ 3) (erwarb Meister Jakobs Haus Nr. 350 
am 9. Mai 1424 für 160 $ ^, der Posten von 80 g* ist als die erste Rate 
anzusehen, gehört jedoch zum Jahre 1424). Item von Wenczla dem zymer- 
man 20 $ 3} (kaufte 1424, 3. Dez. das Haus Nr. 413, „daz Lebin der 
sankchmaistrin gewesen ist", für 50 $ 3\, worauf er 20 $ als Abschlags- 
zahlung erlegte). 

32 ) Das große Objekt wurde ,,Niclasen dem Verber burger ze Wienn, 
Annen seiner hausfrawn" verkauft. Kammeramtsrechn. 1424, fol. 31b: 
Item so habent mein hern dem Nicolae Verber an seinen judenhewssern 
nachlassen lk $27 3). 

33 ) Fol. 32 a: Item von erst Rebleins haws umb 170$ 3\. Item 
des Hoczen und des Swerczleins haws umb 300 $ S\. Item Muschen haws 
von Newnburg umb 150 fö ^. Item Moidleins haus 250 $ 3\. Item den 
flcischoff umb 40 $ ^. 



19 

vom Jahre 1425 drei, resp. vier unverkaufte Judenhäuser, ge- 
schätzt auf 460 U Pf., nach Verkauf von Moidleins Haus zwei, 
geschätzt auf 210 # Pf. 34 ) Da nun die Stadt in der Zeit von 
1425 — 1430 nach den Aufzeichnungen der Grundbücher 7 Häuser 
verkauft hat, kann man mit Sicherheit annehmen, daß die Stadt 
in der Zwischenzeit noch einige Judenhäuser von dem Herzog 
übernommen hat, deren Verkauf zum Teil in der angegebenen 
Zeit stattgefunden hat. 35 ) Von den in den Kammeramtsrechnungen 
angeführten, 1424, resp. 1425 noch unverkauften Häusern wurden 
verkauft: Moidleins Haus im Jahre 1426 für 80 U Pf. (ge- 
schätzt auf 250) 36 ) und Rebleins Haus im Jahre 1429 für 
100 Ü Pf. (geschätzt auf 170). Der auf 40 ti Pf. geschätzte 

34 ) K.-R. 1426, fol. 2a: Item so haben wir auff uns genomen dreic 
ttnverleauffte judenhewsser mit dem fleischhoff, sind gescheczt für SfßO a $i 
(Rebleins Haus mit 170, der Fleischhof mit 40 und Moidleins Haus mit 
250$ Pf.). Fol. 87a: Vermerkcht was die stat vor ir hat. Item von 
erst 2 unverkaufte judenhewsser, sind der stat geschaczt warden für 
210 # ^. 

**) Nicht richtig ist die Annahme Schalks a. a. O. S. 14, daß die 
Stadt von den 5 im Jahre 1424 ihr gehörigen Häusern schon 1418 eines, 
nämlich Rebleins Haus (= Nr. 408) besessen hat. Die Eintragungen des städ- 
tischen Gültenbuches (Arch. d. St. Wien, Rep. 124, 16), dem die auf das ge- 
nannte Haus bezügliche Aufzeichnung entnommen ist (fol. 243 b: „Item des 
Rebleins Juden haws ze niehst dem Mathes kramer hat bestanden Niclas 
Wechter am Hof umb 7 $ $}, beigefügt von anderer Hand „ist verkawft") 
beginnen wohl mit dem Jahre 1418, wurden jedoch sukzessive weiter- 
geführt. Da es nun bis zirka 1425 nicht gelungen war, das Haus zu 
verkaufen, wurde es in der Folge an Niklas Wächter verpachtet. Der 
spätere Vermerk „ist verkawft" bezieht sich auf den endgültigen Verkauf 
im Jahre 1429. 

M ) K.-R. 1426, fol. 10 a: Innemen von den verkaufftcn juden- 
hewsser n. Item so haben wir verkauft ain haws, genant des Moidleins haws 
Hannsen dem Ilerbartten, des alten statschreiber sün umb 80 fk <5\. Item so 
haben wir ingenomen von dem Clement Versucher von seines haws wegen 
50 $ 3) (Abschlagszahlung auf den Kaufschilling von 200 $ £) für das 
Haus Nr. 414). Item so haben w>ir ingenomen von dem Voitlender veriber 
von seins haws wegen J^0 f£ ^)j. Die Lage des Hauses „Muschen von 
Newnburg" (s. oben Anm. 33) läßt sich nicht genau feststellen. Ist er mit 
Musch, Meister Jekleins Stiefsohn (nach Satzb. d. Schotten, 
GB. 1088, 114 b, QGW. I, 1, 467 [1414] und Judenb. d. Scheffstr. 306 
[1413] Jekleins Eidam) identisch, dann ließe sich das in Rede stehende 
Haus auf Nr. 334 beziehen, mit um so größerer Wahrscheinlichkeit, als 
Musch auch das anstoßende Haus 335 besessen hat. Unklar ist auch der in 
den K.-R. 1424 verzeichnete Posten „Des Iloczen und des Swerczleins haws", 
Als ein Hocz gehöriges Haus kennen wir Nr. 404, als Swerczleins Haus 

2* 



20 

Fleischhof konnte überhaupt nicht verkauft werden; es blieb also 
nichts anderes übrig, als ihn für städtische Zwecke, zur Auf- 
bewahrung der Holzvorräte, zu verwenden. 37 ) 

Wie man sieht, ging der in städtischer Regie betriebene 
Verkauf der Judenhäuser nicht besonders flott von statten. Man 
mußte den Käufern sowohl erhebliche Nachlässe von den Schät- 
zungspreisen 38 ) als auch bequeme Zahlungsbedingungen einräumen, 
um in einem Zeiträume von etwa acht Jahren die einzelnen 
Realitäten an den Mann zu bringen. Schon die Kammeramts- 
rechnungen vom Jahre 1424 stellen eine Aktiv-Remanenz von 
1060 & Pf. als Schätzwert der unverkauften Judenhäuser in die 
Bilanz, 39 ) daneben einen Betrag von 941 $ Pf., „so man der stat 
an den verchawfften judenhewsser noch schuldig ist"* ) Dabei 

Nr. 409. Bei der Art der Formulierung des Eintrags müssen wir aber 
bezüglich des einen oder anderen Hauses an einen gemeinsamen Besitz 
denken. Für Nr. 404 fehlen die grundbücherlichen Daten, es wäre also 
möglich, daß sich der Eintrag der K.-R. auf dieses Haus bezieht. Nr. 409 
wurde erst 1426 für 200 g Pf. verkauft. 

w ) Gültenbuch 1418 u. ff., fol. 243 b: Item ain haws genant der 
fleischhof, darinn leitt der stat holtzwerich. Auch bezüglich des Fleisch- 
hofes irrt Schalk, wenn er annimmt, daß dieser schon 1418 städtisches 
Eigentum war. Der Eintrag im Gültenbuch stammt eben erst aus 
späterer Zeit. 

88 ) S. 17, Anm. 28: 1424 Verlust an Meister Jekleins Haus 10 $, 
S. 18, Anm. 32: Niklas dem Verber gewährter Preisnachlaß von 14 $ 27 ^j. 
1426 : Item so ist verlarn worden an dez Moidleins haws, daz man Hannsen 
dem Herbarten, dez altten statschreibers sün verkaufft hat 110 $ 3\. 

89 ) Fol. 2 a: Item so haben wir auf uns genomen vj unverchaufftc 
judenhewsser mit dem fleischoff, facit 1060 $ £\. Zieht man hievon die 
von Heinrich dem Nadler für das Haus Nr. 384 H geleistete Zahlung 
von 140 $ 3\ und den Verlustposten von 10 fö $ an Meister Jekleins 
Haus ab, so erhält man 910 $, den in die Rechnung eingestellten 
Schätzungsbetrag der unverkauften Häuser. 

40 ) Fol. 31a: Vermerkcht was man an denen verchawfften juden- 
hewssern noch schuldig beleibt. Item von erst Hanns Scharjfenperger 
400 <& (grundbüchorl. Eintrag fehlt). Item Jacob von Vela[ch] 200 $ $ 
(kaufte 1425 das Haus 401 für 380 # 3\). Item Frawnmessrin schusterin 
101 $ 3\ (kaufte 1423 das Haus 333 für 180 g $). Item Voitlender 
mtider U0 £ ^j (Eintrag fehlt, vgl. S. 19, Anm. 36 „Voitlender veriber"). 
In Summa 841 $ $, die Differenz von 100 # ^ erklärt sich aus der von 
Angerfelder und Zimmermann geleisteten Zahlung von 80, resp. 20 $ «Si- 
lin Jahre 1426 sind die Außenstände fast noch gar nicht getilgt; mit 
Ausnahme Jakobs von Velach, der den Kaufpreis des von ihm erworbenen 
Hauses voll beglichen hat, sind Hanns Scharffenperger und Voitlender noch 



21 

kommt noch in Betracht, daß die Stadt auf Keparierung und 
Instandhaltung der zu verkaufenden Häuser auch noch Bargeld 
verwenden mußte. So wurde z. B. die Gassen- und Gartenmauer 
des früheren Steußschen Hauses, das der Herzog dem Bürger- 
meister Musterer schenkte, auf Kosten der Stadt abgebrochen. 41 ) 
Die Reparaturkosten von feuerbeschädigten Häusern beliefen sich 
auf beiläufig 100 '&, wobei ein größerer Posten nur etwa zur Hälfte 
auf die Judenhäuser repartiert wird, da er u. a. auch zur Aus- 
besserung der städtischen Fleischbänke am Graben verwendet 
wird. 42 ) Hiezu kommen noch Abgänge an Hofzins von den Juden- 
häusern gegenüber dem Ertrage im Jahre 1423 und 1424 43 ) etc. 
Versucht man die Bilanz des von der Stadt betriebenen 
Verkaufes der Realitäten zu ziehen, so ergibt sich folgendes an- 
näherndes Resultat : 44 ) 

1426 den vollen Betrag, die Fraunmesserin zum größten Teile (87 $ 4 sh.) 
schuldig; dazu kommen noch neue Außenstände: Hanns Chrawzz (wohl 
identisch mit dem Käufer des Hauses 341 „Hanns der Klaus") 30 $ ^ 
(kaufte das Haus 1425 für 110 ^^), Hanns Herbart, dez alten stat- 
Schreibers sün 80 $ ^ (für Moidleins Haus), Clemens Versucher tenet 
50 $ 3\ (K.-R. 1425, fol. 78 a). Das Konto der Außenstände wird mit 
einem Saldo von 657$ 4 sh. ^j abgeschlossen (fol. 87 a). 

41 ) K.-R. 1424, fol. 19 a: Item von baiden mawern dez gartleins 
und auch der gassenn bey dez Mustrer haws in der Juden gassen ab ze 
prechen und nider ze legen 6 sh. 20 3). 

**) K.-R. 1424, fol. 19 b u. ff . : Item dy pesserung auff die juden- 
hewsser, dy man in der prunst nider gerissen hat (Schindeln, Latten, Holz, 
Fuhren, Tagwerk, Ausfuhr von Schutt etc.). Hiebei (fol. 24b) eine Makler- 
gebühr bei dem Verkaufe von Jekleins Haus: Item dem Krawtwurm zu 
unterchauff von Maister Jekleins haws 32 ,3j. Noch größer sind die 
Ausgaben in dem nächsten Jahre. Die Pflasterung „in der Judengassen 
von der von Dachsperg heusern uncz zu der prukk" kostet 5$ 3 sh 25^, 
die Reparatur eines „judenhaws neben dem Mathes Kramer" (Nr. 408, 
Rebleins Haus) 4 $ 12 sh 1 ^j, die Instandsetzung des Fleischhofes 4 # 
6 sh 4 % (K.-R. 1426, fol. 63 b). 

") K.-R. 1424, fol. 2 a : Item hoffezins von denn selbigen hewssern 
(den unverkauften Judenhäusern) nativitate Christi 13 $ %\ (Remanenz- 
posten aus dem J. 1423). Fol. 33 b: Item hoffezins [von] den Juden- 
hciossern nat, Christi 7 $ 80 ,3*. Item abgang zins von dem vergangen 
jar der judenhewsser nat. Christi 6 U 4-5 -?)• K.-R. 1426, fol. 80 b: 
Item abgang zins der judenhewsser anno 142 ) 7 $ 80 £). 

44 ) Hiebei muß allerdings bemerkt werden, daß wir bezüglich eines 
wichtigen Faktors, des Pauschalbetrages, für den die Stadt die Juden- 
häuser vom Herzog erworben hat, derzeit noch im unklaren und nur 
auf die Vermutung angewiesen sind, daß das 1421 dem Herzog geleistete 
Darlehen von 12.000 Gulden den Kaufpreis der Häuser bilden könnte. 



22 



Verkauft wurden im Jahre 

1422 4 Häuser für zirka 340 U Pf., 

1423 11 Häuser für . . 1581 # Pf., 

1424 5 Häuser für . . 710 £ Pf., 

1425 2 Häuser für . . 490 U Pf., 

1426 und später 5 Häuser für zirka 600 $ Pf., 
= 27 45 ) Häuser für zusammen zirka 3721 U Pf. 

Rechnet man hiezu die in den Kammeramtsrechnungf-n ver- 
zeichneten, im Grundbuch fehlenden Eingangsposten von zusammen 
540 U Pf. (Hanns Scharffenperger 400, Voitlender 140 g) und 
den Ertrag der grundbücherlichen Gebühren, 40 ) die für die 
Zeit von 1422 — 1430 nach den direkten Häuserverkäufen 
seitens der Stadt und Schenkungen seitens des Herzogs, insoweit 
sie nicht abgabenfrei waren, zirka 35 & Pf. betragen, so ergibt sich 
ein Bruttoerlös von zirka 3756 # Pf. Dem gegenüber stehen 
bis Ende 1426 Abgänge an Hofzins zirka 14 #, für die Zeit bis 
1430 wenigstens auf das Doppelte abzurunden, Reparaturen und 
Investitionen von wenigstens 100 $ etc., was einen approximativen 
Nettoertrag von zirka 3500 U Pf. ergibt. 47 ) 

Eine Aufstellung des materiellen Gesamtergebnisses der Ein- 
verleibung, resp. Realisierung der Judenstadt zeigt für die beiden 
beteiligten Hauptfaktoren, den Herzog und die Stadt, fol- 
gendes Bild: 

I. Herzog Albrecht 

verkauft an Private 15 Hauser für 2722 <a ^, 43 ) 

verkauft an die Stadt Wien 30 Häuser (für 12.000 

Gulden ?) = 9000 U ^. 



4B ) Von den 30 an die Stadt gelangten Häusern blieben demnach 
bis etwa 1430 5 unverkauft: 332 (Fleischhof), 334 (vielleicht das 1424 
mit 150 % Pf. eingeschätzte Haus „Muschen von Newnburg"), 385 C (Be- 
sitzer nicht angegeben), 385 G (ebenso) und vielleicht 404 (Hocz). 

46 ) Ich habe hiebei nur die ersten direkten Verkäufe, resp. 
Geweranschreibungen berücksichtigt, nicht aber auch den — häufig auch 
sofort stattfindenden — Weiterverkauf oder die Verpfändung der Objekte. 
Da es sich um städtisches Eigentum handelte, wurden die Gebühreu 
nur seitens des Verkäufers geleistet. Darauf bezieht sich die Gebühren- 
klausel am Schlüsse der Grundbuchseintragungen „altera pars vacat 
propter cwitatem". 

* 7 ) Darauf haften 1424 841 #, 1426 657 # 4 sh. Außenstände. 

48 ) Bei Nr. 405 A fehlt im Grundbuch die Angabe des Kaufpreises, 
Da das Haus am 29. Mai 1423 — 3 Tage nach der Erwerbung durch den 
Besitzer — für 160 $ $ weiterverkauft wird, nehme ich diesen Betrag 
als approximativen ursprünglichen Verkaufspreis an. 



23 

II. Die Stadt Wien 
verkauft an Private 27 Häuser für zirka .... 3721 U. i^, 

Erlös von 2 Häusern nach den K.-E 540 U $, 

Grundbuch sgebühren 1421—1430 zirka 40 ti ^, 

Der gesamte materielle Umsatz an den eingezogenen Keali- 
täten ergibt demnach annäherungsweise einen Betrag von 
16.022 # rd}. Zieht man hiebei noch die teils unverkauft ge- 
bliebenen, teils für städtische Zwecke verwendeten Häuser 40 ) in 
Rechnung, so kann man diese Summe auf etwa 18.000 U $ ab- 
runden. 60 ) Ein im Verhältnis zur Größe der mit Menschenopfern 
durchgeführten Aktion recht klägliches Resultat. 



Die Einziehung der Judenhäuser war nicht die alleinige 
fiskalische Maßregel nach der Aufhebung des Ghettos. Von der 
Konfiskation des unbeweglichen Eigentums zur Einziehung des 
beweglichen Besitzes war nur ein Schritt. Auch dieser wurde 
nicht unversucht gelassen. Daß er Erfolg hatte, wissen wir aus 
einer Quelle, die uns leider nur die knappe Inhaltsangabe eines 
Verzeichnisses über den Umfang dieser teils freiwilligen, teils 
mit Hilfe der Folter erzwungenen Abgaben überliefert hat. 51 ) 

Eine weitere Verfügung betraf die Aktivschulden der Juden. 
Trotz merklicher Abnahme der Darlehensgeschäfte zwischen Juden 
und Christen im ersten Viertel des 15. Jahrhunderts im Ver- 
hältnis zu früheren Zeiten dürfte der Schuldenstatus der Christen 
an jüdische Gläubiger noch immer ein erheblicher gewesen sein. 
Wohl fehlt uns bisher die Kenntnis einer direkten Verfügung 



49 ) Außer dem Fleischhof wurde noch das Haus 385 G kurz nach 
dem übergange in den Besitz der Stadt zum Teil zur Erweiterung des 
Rathauses verwendet, indem aus einzelnen Parzellen das städtische Maut- 
haus und „Beschauhaus" errichtet wurde. 

50 ) Entspricht beiläufig einem Betrag von 180.000 Kronen, nach 
dem inneren, nicht dem Kaufwerte der damaligen Währung. 

61 ) Cod. 27 C, 3 des Hof- und Staatsarchivs in Wien (Schatzgewölbe- 
Reg. d. Hausarchivs vom J. 1565), IV. B., fol. 361: „Ain Sextern, darinn 
ist registriert, was all Juden und Jüdin in Oesterreich von Person zu 
Person an Gelt, Khlainat und Silber geschmeidt gemartert und 
et lieh ungemartert gegeben und gezaigt haben". Goldmann a. a. O. 
S. 113, Anm. 1. Vgl. auch Kl. Chronik von Klosterneuburg (Zeibig im 
Archiv f. K. öst. GQ. VII, S. 235) : „Darnach am schwarzen suntag 
mardert man dieselben Juden, all die zaigten vill guets an under der 
erden zu Wien" 



24 

des Herzogs über die ordnungsmäßige Regelung der Schuld- 
angelegenheiten, doch dürfte sich die Sache folgendermaßen ab- 
gespielt haben. Die Juden wurden aufgefordert, ein Verzeichnis 
ihrer Schuldforderungen, unter Beibringung der Original-Schuld- 
scheine, aufzustellen. 52 ) Sobald nun die Schuldbriefe und die 
Judenbücher im Besitze des Fiskus waren, 53 ) begann die Ein- 
treibung auf eigene Faust. Die Geldschulden der Christen an 
die hingerichteten oder vertriebenen Juden wurden als der her- 
zoglichen Kammer heimgefallen erklärt und ihre Eintreibung von 
Amts wegen besorgt. 54 ) 

Ebenso ergriff der Herzog Besitz von jenen Christenhäusern 
außerhalb der Judenstadt, die wegen „verstandener Judengeld- 
schuld" unter normalen Verhältnissen an die Juden — an diese 
natürlich nur transitorisch — gefallen wären. 55 ) Daß diese und 

52 ) Auch dieses Verzeichnis war noch 1565 im Schatzgewölbe vorhan- 
den: „Ain puechl, darauf steet geschriben Moilus inhaltend derselben Juden 
Geltschulden 1J/20. Etlich zusamen gebunden Schrifften, darauf geschriben 
steet Moab, darinn ligen villerlei zetlen und Inventar] der gedachten 
Juden gefunden und gezaigten Clainat, Silber geschmeidt und Schulden" 

08 ) Daß sowohl die Schuldbriefe als auch die Judenbücher ein- 
gezogen und zurückbehalten wurden, wird in einem Mandat K. Sigis- 
munds vom 30. Sept. 1421 an die Stände von Ungarn (s. weiter unten) 
ausdrücklich hervorgehoben: .... „dcmptis literis et libris registrorum 
iudaycalium y pridem per Australes tempore expulsionis eorundem iudeorum 
de tenutis ducis Austrie predicti per ipsum ducem facte ab ipsos receptis 
et inibi per ipsos derelictis" (Monum. Hung. Jud. 118). Die landesver- 
wiesenen Juden dürften vielleicht von der herzoglichen Kammer Ab- 
schriften ihrer Schuldscheine bekommen haben (wenigstens spricht das 
erwähnte Mandat von „certis et evidentibus documentis" , mit denen die 
Juden die Richtigkeit ihrer Außenstände nachweisen können) ; die An- 
erkennung ihrer Forderungen wurde im übrigen, soweit sie nicht von 
der herzoglichen Kammer pro domo eingetrieben wurden, dem guten 
Willen der Schuldner überlassen. 

84 ) Neben der sicher nicht unbeträchtlichen Anzahl der von der 
herzoglichen Kammer eingezogenen Schuldscheine dürfte eine Reihe solcher 
auch in andere Hände gekommen und — mit gefälschten Zahlungsver- 
merken — Gegenstand eines schwunghaften Handels gewesen sein. Der 
Befehl K. Sigismunds spricht von dem bereits einmal erfolgten Verbot 
der „in preiudicium eorundem iudeorum et dampnum valde magnum" 
betriebenen Einlösung, resp. des Verkaufs derartiger Judengeldschuldbriefe. 

M ) Beispiele hiefür: QGW. II, 2, 2309 (Haus in der Kumphlukhen, 
das weilent Stephans des Rayer gewesen ist und an den Herzog „von 
ocrstandner Juden gelt schuld gevallen ist", 1428; der gleiche Eintrag :n 
GB. 16, 338 a, 5, der Name des Vorbesitzers lautet hier „Payer") ; 
2331, 2332 (Weingärten, die „von Juden gelt schuld wegen" an den Herzog 



25 

ähnliche Maßregeln schon vor dem Autodafe auf der Wiese bei 
Erdberg getroffen wurden, 56 ) beleuchtet von neuem den Endzweck 
und die ganze Tendenz der Judenverfolgung. 

War demnach die Annektierung von Schuldforderungen, in- 
solange es sich um die eigenen Juden und die Kechte ihrer 
eventuell am Leben gebliebenen Erben handelte, ein leichtes, 
so wurde die Sache komplizierter bei Forderungen von Juden, die 
außerhalb Österreichs wohnhaft, nicht zur herzoglichen Kammer- 
herrschaft gehörten, und von jenen, die sich nach der Ausweisung 
in den Schutz einer anderen mächtigen Gerichtsbarkeit begeben 
haben. Auch für solche Fälle fand man nicht schwer ein Aus- 
kunftsmittel zur Befriedigung sämtlicher beteiligten Faktoren — 
mit Ausnahme der dabei am meisten Interessierten, der Juden. 
Am 28. Oktober 1423 schließt Albrecht mit Herzog Ernst einen 
Vertrag, in dem u. a. die Bestimmung getroffen wird, Herzog 
Ernst solle seinen Juden verbieten, auf das Erbe oder auf Schuld- 
briefe christlicher Untertanen Albrechts Geld zu leihen. „Welcher 
es aber darüber tete, dem söl man derselben geltschuld nicht 
schuldig sein zu bezalen." Andererseits verpflichtet sich Herzog 
Albrecht, seinen Untertanen zu verbieten, bei den Juden Herzog 
Ernst s Gelddarlehen aufzunehmen. In einer zweiten „berednuss" 
von demselben Tage traf man auch bezüglich früherer Schulden 
von Christen an Juden eine Vereinbarung. Die Juden Herzog 
Ernsts haben diesem bis zum nächsten Lichtmeßtage (2. Feber 
1424) ein genaues Verzeichnis aller ihrer Forderungen an Unter- 
tanen Herzog Albrechts einzuhändigen. Eine Abschrift dieses 
Verzeichnisses wird dem Herzog Albrecht vorgelegt, der sich ver- 
pflichtet, die Schuldner zur Begleichung der richtig befundenen 
Außenstände zu verhalten. „ Und ob dieselben Juden oder Judinn 

gefallen sind). QGW. I, 3, 2642 (die Judengeldschuld Liesinger Christen 
wird 1432 zum Bau einer Kapelle in Nieder-Liesing verwendet). GB. 58, 
126 a, 2: Hanns Payr seydennater hat versaczt sein haus, gelegen auf der 
Hochstra^s ze Wienn zenagst des von Meissau haus über, unserm gnedigen 
herm von Osterreich umb 6 $ 5 $ judengelt, dafür es emaln Eandlin 
der Judin gestanden ist. Actum an mitichen vor Thome (Dezember 17) 
lJf32. Nota, daz Juden gelt hat unser gnediger Her selber ledig geschafft, 
nach laut ains briefs, den er zu dem puch geben hat. Actum an san<! 
Gregorientag (März 12) 1433. 

M ) Die Auszüge im erwähnten Schatzgewölberegister tragen das 
Datum 1420. 



26 

in dem gesuch und mdenschaden zu hert sein wolten, so sol 
unser egenanter vetter durch unsern ivillen darin greiffen und 
den unsern genedicleich geholffen sein, damit sie glimphleich und 
gütleich mit in darumb abkämen an gever. li Forderungen, die 
bis zum Lichtmeßtag 1424 nicht angemeldet werden, „sol man .... 
nach derselben zeit nicht phlirhtig sein xu beczalen" . bl ) 

Ein Übereinkommen anderer Art dürfte bezüglich der unga- 
rischen oder nach Ungarn ausgewanderten Juden zwischen Herzog 
Albrecht und König Sigismund getroffen worden sein. Wir kennen 
zwar nicht den Wortlaut dieser Vereinbarung, doch weisen zwei 
Mandate Sigismunds an die Stadt Preßburg, ddo. 6. April 1421, 
also ganz kurze Zeit nach der Ausweisung, auf die Form hin, die 
der König zur Sicherstellung der Geldforderungen seiner jüdischen 
Untertanen gewählt hat. 53 ) Der König hebt in diesen, zugunsten 
der Juden „Isserl genant von Prukch" und „Hawbel genant von 
Hainburkch" , vormals „in Österreich wonhefftig gewesen" erlasse- 
nen Mandaten vor allem seine Verpflichtung hervor, „allen unseren 
getrewen und untertenigen, es sey cristen oder Juden, gnedigleichen 
bevor zu sein, auffzuhalden und in allen iren notdür ff t ichlichen 
Sachen zu beschirmen." Da nun sowohl Isserl als auch Hawbel „noch 
etlicher zwang seiner widerdrusse und friderkbrung 59 ) dasselbenst 
in Österlich seine geldschuld under im gelassen hat zwisschen 
etlichen cristen, die iveren ynnerwenig oder auzzerhalben ander 
landen gesessen, durich des willen ir geldschuldbriffe und ir Juden- 
puch, darynne dieselbig ir geldschuld geschriben stet, im enezogen 
und genommen worden sein zu grossen scheden, und wir dach 
nicht wollen unser getrewen an schulde und an sachen lassen 
bessweren und schedhefftig zu beleiben", befiehlt er allen seinen 
Untertanen und speziell dem Stadtrichter von Preßburg, den 
genannten Juden bei der Eintreibung ihrer Forderungen behilflich 
zu sein. Doch selbst die Intervention der königlichen Kammer 
scheint die Einforderung der Außenstände nicht besonders be- 
schleunigt zu haben, trotzdem sie an der Eintreibung der Juden- 
schulden mit interessiert war. Der Stadtrichter hatte nämlich 
den Auftrag, „pey derselbigen farderung und eynnemung der ob- 

° 7 ) Lichnowsky a. a. 0. V, 2153, 2156, 2157. Kurz, österr. unter 
K. Albrecht II, S. 66—69. Schlager, I, S. 231. Scherer a. a. O. S. 417. 
Die Originale der Vereinbarungen im H. H. und Staatsarchiv. 

08 ) Monura. Hung. Jud. Nr. 144, 115. 

6Ö ) Die Monum. Jud. lesen „suderkörung" . 



27 

genanten geldschuld gegenwärtig %u sein an der stat unser könig- 
lichen genaden a und „halben teil von iczlicher geldschuld besun- 
derlichen für uns einczunemen und zu enpfohen". 60 ) 



Ich habe versucht, soweit dies die erhalten gebliebenen 
Quellen gestatten, die materielle Seite der Judenverfolgung näher 
zu beleuchten. Bei der Beurteilung der Judenfrage im Mittelalter 
und auch noch in späterer Zeit darf dieser Gesichtspunkt nicht 
außer acht gelassen werden. Unleugbar war er einer der mäch- 
tigsten Triebfedern der Wiener Judenverfolgung im Jahre 1421. 
Die Frage, ob die mit Feuer und Blut inszenierte Aktion sich auch 
rentabel gestaltet hat, ist nach dem unwiderlegbaren Zeugnis der 
Ziffern mit einem entschiedenen ISTein zu beantworten. So hoff- 
nungsfreudig und erwartungsvoll man auch an die Sache heran- 
ging, sie mußte für die Arrangeure mit einer bitteren Enttäuschung 
endigen. Die allgemeine Unzufriedenheit hatte eben wieder ein- 
mal die Formen des unter allen Umständen bequemen Juden- 
hasses angenommen und als Endergebnis die Gewaltmaßregel der 
Judenverfolgung gezeitigt. Der fromme Wunsch, dem der 
heimische Dichter Seifried Helbling 150 Jahre früher Aus- 
druck gegeben hat, 

„Und waer ich ein fürst zu nennen 

ich hiez iuch alle bre?men" 61 ) 
ist in Erfüllung gegangen, ohne aber das zu bringen, was sich die 
Regisseure von dem blutigen Schauspiel versprochen hatten — 
einen auch nur halbwegs befriedigenden Kassenerfolg. 

"°) Im Falle Häubels sollte nur ein Drittel der eingetriebenen Geld- 
summe für die k. Kammer in Abzug gebracht werden. Am 29. Juni 1421 
erteilt König Sigismund der Stadt Csanäd den Befehl, die Schuldforderung 
„Mwssel judei alias in civitate Vyenensi, nunc vero in civitate Budensi 
rc&identis" an dortige Bürger einzutreiben. Monum. Hung. Jud. Nr. 116. 
Ähnliche Mandate an die Stadt Preßburg und an die Landstände, resp. die 
Stadt Ödenburg für die Juden Israel, Haybel und Aron, früher in 
Brück, jetzt in Preßburg wohnhaft, vom 24. Juli, resp. 30. Sept. 1421, ibid. 
Nr. 117, 118. „Israel" ist wohl mit dem obengenannten „Isserl" und 
„H a y b e 1" mit „Hawbel" identisch. Die SpezialVerfügungen beweisen, 
daß die früheren Mandate wenig gefruchtet haben. 

ai ) Seifried Helbling. Herausg. v. J. Seemüller, Halle 1886. S. 103. 



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Der Judenplatz und seine Umgebung. 
Nach der Houfnagelschen Ansicht von Wien (1609). 



Die Judenstadt 

Entstehung und erste Anlage. 

Die Entstehung des Wiener Ghettos, d. h. eines abgeson- 
derten Bezirkes innerhalb der Bürgerstadt geht einzig und allein 
auf die Stellung der Wiener Juden als herzogliche Kammerknechte 
und auf die exemte Position der auf herzoglichem Grund und 
Boden lebenden jüdischen Bevölkerung zurück. Hiebei handelt 
es sich aber um eine rein gewohnheitsrechtliche Einrichtung. 
Wir kennen keine Verfügung, die auf die strikte Verweisung der 
Wiener Juden auf einen bestimmten, umschriebenen Bezirk 
schließen lassen könnte. 62 ) Aus dem Abhängigkeitsverhältnisse 
zu dem Landesfürsten entwickelte sich spontan und allmählich ein 
abgeschlossenes Stadtviertel, dessen leichtere Übersichtlichkeit 
schon aus fiskalischen Gründen geboten war. 63 ) „Die Gemeinsam- 
keit nicht nur der religiösen, sondern auch der rechtlichen, 



02 ) So fehlt z. B. in den 5 auf die Juden bezüglichen Beschlüssen 
des Wiener Konzils vom Jahre 1267 die Bestimmung der Breslauer 
Synode vom selben Jahre, die sich auf die Errichtung eigener Juden- 
viertel bezieht. Vgl. Scherer a. a. 0. S. 44 u. 331. 

63 ) Daß außer diesen äußeren Momenten auch noch interne Ver- 
hältnisse der Ansiedler (religiöse und rituelle Gebräuche, wie der gemein- 
same Gottesdienst, kulturelle Gesichtspunkte etc.) mit zum einheitlichen 
Ausbau von Judenvierteln und indirekt von Judengemeinden beigetragen 
haben, ist klar. 



29 

sozialen, kommerziellen und kommunalen Interessen führte ge- 
mäß dem allgemeinen Gebrauche des Mittelalters, nach welchem 
sich Angehörige derselben Nation und desselben Berufes teils 
freiwillig, teils infolge obrigkeitlicher Anordnung nahe bei einan- 
der ansiedelten, auch zu lokalen Vereinigungen der jüdischen 
Glaubensgenossen. Die obrigkeitlich angeordneten gemeinsamen 
Ansiedlungen hatten bezüglich der Juden ihren Grund einerseits 
in der Fürsorge für dieselben, um sie gegen feindliche Angriffe 
besser schützen zu können, andererseits in der Absicht, eine Ver- 
mischung mit den Christen zu erschweren" (Scherer). Berück- 
sichtigt man nun die Verhältnisse, aus denen die Wiener Juden- 
stadt, als abgesonderter Bezirk, hervorgegangen ist, dann wird man 
begreifen, daß ältere Anschauungen bezüglich der Entstehung des 
Ghettos, wie sie hauptsächlich Camesina mit künstlichen 
Argumenten verfochten hat, 64 ) heute gänzlich unhaltbar sind. 
Das Zurückverfolgen der Wiener Judenstadt in die Römerzeit, 
d. h. mit Camesina anzunehmen, daß die spätere Judenstadt als 
abgeschlossenes Ghetto schon innerhalb des Castellum des römi- 
schen Vindobona bestanden hat, 65 ) wird wohl heute nicht mehr 
ernstlich diskutiert. 



w ) Wiens örtl. Entwicklung von der röm. Zeit bis zum Ausg. d. 
XIII. Jahrh. Mit einem Atlas von 7 Tafeln. Wien 1877. — Camesinas 
Theorie von der Entstehung der Judenstadt widerlegte mit treffenden 
Gründen z. T. schon Mayer in seiner ausführlichen Arbeit „Der 
neueste Stand der Frage über die räuml. Entwicklung Wiens von der 
ältesten Zeit bis zum Schlüsse des XIII. Jahrh." (Bl. d. Ver. f. Landesk. 
1877, S. 404 u. ff., 1878, S. 228 u. ff.) 

65 ) Camesina a. a. 0. S. 12: „Eine ganz besondere, und zwar um- 
friedete Ansiedlung bestand westlich der römischen Anlage, es ist jene der 
Juden, die, wie schon Lazius meldet, unzweifelhaft bereits zur Zeit der 
Römer um Vindobona angesiedelt waren. Für ihre Niederlassung 
wählten sie, von ihrem Handelsgeiste geleitet, die Hauptverkehrsader, die 
Straße nach Cetium. Diese abgeschlossene Judenstadt bildete ein nahezu 
regelmäßiges Viereck, das gleich der römischen Ansiedlung von einem 
Graben umgeben war. Die Häuser Nr. 385, 363, 361, 349 bis 341 herab, 
417, 411, 410, 409, 434, 405 bis 402 bildeten deren Grenzen. Wenngleich 
die Hauptverbindungslinie dieser Ansiedlung die heutige Wipplinger- 
straße war, so erscheint doch der Judenplatz als deren Zentralpunkt, von 
dem die Wege in der Richtung der Kurrentgasse gegen den Schulhof, der 
Parisergasse, der Färbergasse und des Stoß in Himmel und endlich der 
Jordangasse ausgingen." Mit Recht bemerkt Mayer, daß es — abgesehen 
von anderen Gründen — fraglich ist, ob die Handelsvorteile für die Juden 
in Vindobona — selbst nach dem Falle des eigentlichen Handelszentrums, 



30 

Ist es auch nicht unwahrscheinlich, daß sich schon im Gefolge 
der Legionen und auch in den einzelnen römischen Kolonien Panno- 
niens vorübergehend Juden aufgehalten haben, so muß doch an- 
genommen werden, daß die früheste Niederlassung von Juden in 
Niederösterreich auf die Zeit der ersten Kreuzzüge und der mit 
diesen einhergehenden Verfolgungen in Deutschland zurückzu- 
führen ist. Diese Ansiedelungen hatten nicht den Charakter eines 
Auftretens und Niederlassens in Massen, wie etwa die Massen- 
bewegung zur Zeit der Völkerwanderung. Es war nichts anderes, 
als eine Erscheinung der traditionellen Diaspora, wieder einmal 
durch äußere Momente und blutige Verfolgung hervorgerufen. 
Speziell die Einwanderung in Niederösterreich dürfte auf die Ver- 
treibung der Juden aus Deutschland, hier zumeist der Kheingegend, 
und Böhmen zurückgehen. Hand in Hand mit den Judenverfol- 
gungen ging aber auch der durch die Kreuzzüge hervorgerufene 
Aufschwung des Handels und so dürfte die Ansicht Scherers, daß 
die Bestrebungen der österreichischen Markherzoge seit Leopold V. 
(1177 — 1194), den heimischen Handel zu heben, Juden veran- 
laßt haben, sich in Österreich niederzulassen, viel für sich haben. 
Ja man kann mit Scherer noch weiter gehen und eine direkte 
Berufung jüdischer Kaufleute nach Österreich als sehr wahr- 
scheinlich annehmen, schon mit Rücksicht auf die bekannte Tat- 
sache, daß um dieselbe Zeit Handels- und Gewerbsleute aus 
Regensburg, aus Flandern etc. aus rein handelspolitischen Grün- 
den in Österreich angesiedelt wurden. Hiebei scheint mir der 
Umstand, daß sich die ersten Judenansiedelungen in Ober- und 
Niederösterreich fast durchgehends an Orten längs der Wasser- 
wege der Donau konstatieren lassen, nicht ganz unwesentlich zu 
sein. Die Faktoren für die Weiterentwicklung der Kolonie zur 
organisierten Gemeinde waren durch religiöse und rituelle Mo- 
mente gegeben. 

Auch für Wien kann für die früheste Zeit fast mit voller 
Sicherheit eine freie, auch örtlich unbeschränkte Niederlassung 
Einzelner oder Familien- und Interessengruppen angenommen 
werden. Auch hier dürfte die Gegend an der Donau die Stätte 
der ersten Ansiedelungen gewesen sein. Der rege Handelsverkehr 

der Zivilstadt Carnuntum (375) — wirklich so bedeutende gewesen sind, 
daß ihre Niederlassung fast Zweidrittel der ganzen Größe Vindobonas 
ausmachen konnte. 



31 



der Donau bot den von allen bürgerlichen Beschäftigungen aus- 
geschlossenen Juden die Möglichkeit einer auf das Geldgeschäft 
beschränkten Verbindung mit Fremden und den in der Donau- 
gegend ansässigen einheimischen Gewerbetreibenden, wie Schif- 
fern, Flößern, Bindern etc. 

Neben diesen Ansiedelungsstätten, dem eigentlichen Schau- 
platz der geschäftlichen Tätigkeit der Juden, wird sich schon in 
früher Zeit — wenigstens für die besser Situierten — in der Nach- 
barschaft und noch innerhalb der Bürgerstadt ein Wohnungs- 
zentrum entwickelt haben, das als Keimanlage der späteren Juden- 
stadt zu betrachten ist. Die frühesten, auf die Geschichte der 
Wiener Juden bezüglichen Nachrichten weisen mit großer Wahr- 
scheinlichkeit auf eine solche ursprüngliche Wohnanlage hin. 
Dafür spricht auch der Umstand, daß die früheste topographische 
Erwähnung von jüdischem Grundbesitz in dieser Gegend gleich- 
zeitig von der Synagoge, sozusagen von dem Mittelpunkt der 
Niederlassung spricht. In der Exemtionsurkunde des Bischofs 
Wolfker von Passau für die Kapelle des Kämmerers Gottfried 
(1204, März 30) ist von vier Hofstätten neben der Juden- 
schule, auf dem Wege von der Donau, die ehemals dem Juden 
Z 1 o m (S c h 1 o m) gehörten, die Eede. 66 ) 

Sind auch die knappen Angaben der zitierten Urkunde für 
topographische Schlußfolgerungen nicht besonders geeignet, so 
bieten sie dennoch in ihrem Zusammenhange mit der Nennung 
des ersten jüdischen Besitzers der Hofstätten und der Erwähnung 
des Standortes der Synagoge einen gewissen Anhaltspunkt für die 
Möglichkeit einer Lokalisierung, ohne daß man gezwungen wäre, 
mit Schlager eine sogenannte „erste Judenstadt" anzu- 
nehmen. 67 ) 

") Hormayr, Wiens Gesch. I, Urk.-B. Nr. 17. QGW. I, 3, 2795. Der 
von Hormayr nach dem Original des H. H. u. Staatsarchivs abgedruckte 
Text ist, wie dies schon Aronius, Reg. z. Gesch. der Juden in Deutschland 
Nr. 363 vermutet hat, korrupt. Die Stelle lautet: quandoque (so statt 
quondam, Hormayr: quidem) fuerunt Zlomi judei scilicet ubi itur (Hor- 
mayr: contra) a fluvio Danubii in eundem vicum. 

87 ) Schlager a. a. O. I, S. .20 verlegt die sogen, erste Judenstadt in 
die Gegend des unteren Arsenals (jetzt Renngasse, Börseplatz) mit teil- 
weiser Einbeziehung des Tiefen Grabens. Seine auf einem Mißverständ- 
nisse beruhende Begründung dieser Lokalisierung mit einem „Juden- 
thor, so man im Elend pflegt zu nennen", hat schon Mayer a. a. O. S. 229 
widerlegt. Noch weiter in der Feststellung der Grenzen eines angeblichen 



32 

Für die früheste Periode der Geschichte der Wiener Juden 
darf nicht außer acht gelassen werden, daß es ihnen weder ver- 
boten war, unter Christen zu wohnen, noch war es ihnen verwehrt, 
unbeweglichen Grundbesitz zu erwerben und ihr eigen zu nennen. 
Dabei kommt noch in Betracht, daß die vornehmeren und reiche- 
ren Juden, die Häuser- und Grundbesitzer u. a., schon damals in 
den höher gelegenen, besseren Stadtteilen wohnten (Mayer a. a. 0. 
S. 229). Zu diesen Bevorzugten gehörte höchstwahrscheinlich auch 
Schlom, der schon infolge seiner Stellung als Münzmeister in der 
Nähe des Hohen Marktes, wo sich u. a. die Schlagstube befand, 
wohnte. 68 ) Ebenso wahrscheinlich ist es auch, daß sich sein Grund- 
besitz und folglich die als benachbart bezeichnete Synagoge, viel- 
leicht eine auf ihn zurückgehende Gründung, auch in der Nähe 
seines Wohnortes, d. h. an der später als Schulhof (Judenplatz) 
bezeichneten Stelle befunden hat. Es wäre gewagt, wenn man aus 
der Stelle der Urkunde „ubi itur a fluvio Danuhii in eundem vicum" 
(— Gasse, ohne daß in der fehlerhaft stilisierten Urkunde eine 
solche früher genannt wäre), auf eine älteste Judenstadt in der 
Gegend der Donau — nach älteren Forschungen etwa in der Nähe 
der Einmündung des Ottakringerbaches — schließen würde; 69 ) ja 
wenn man, um zu Schloms Hofstätten und zur Judenschule zu ge- 
langen, die Richtung von der Donau weg nehmen mußte, ist die 
Annahme eines Judenbezirkes an der Donau ganz von der Hand 
zu weisen. Daraus folgt, daß die 1204 erwähnte scola Judeorum 
an derselben Stelle stand, wohin sie die noch zu erwähnende Heili- 

ersten Judenbezirkes geht Hormayr (Jahrb. d. Literatur VI, 1819, S. 98) : 
„Die Juden hatten in Wien eine eigene Judenstadt in der Nähe des 
Dempfingerhofes (alt 494, jetzt Seitenstettengasse 4), am Saume des Hohen 
Marktes fort, längs der Salvatorkirche und Maria Stiegen bis zum Juden- 
turm und an das Zeughaus rückwärts des Schottenklosters." Eine sinnlose 
Konfusion der auf die frühesten freien Judenniederlassungen und die 
spätere wirkliche Judenstadt bezüglichen Nachrichten. 

68 ) Von Schlom (Zlom, Sclom, Shlom = Salomon) ist zuerst vor 
1195 die Rede (Mon. Boica IV, 85, Nr. CXV) ; schon um diese Zeit figu- 
riert er als Münzmeister Leopolds V. über sein tragisches Ende, er fiel 
als das Opfer der Privatrache eines Kreuzfahrers im Juni 1196 (im Ta- 
mus 956), s. Emek habacha. Herausg. v. Wiener, S. 37. Quellen z. 
Gesch. d. Juden in Deutschland II, S. 74 u. 211. Scherer a. a. O. S. 121 
u. ff. Aronius, Regg. 339. 

w> ) Daß hier v i c u s als Gasse — im Gegensatz zu strata, 
Straße — und nicht etwa als Viertel aufzufassen ist, läßt sich mit 
zahlreichen Stellen aus Wiener Urkunden der Zeit belegen. Vgl. auch 
Schuster, Zapperts „Ältester Plan von Wien", S. 9, Anm. 2. 



33 



genkreuzer Urkunde aus dem Jahre 1294 verlegt, nämlich auf dem 
Judenplatz. 

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts beginnt, wahrscheinlich 
von Herzog Ottokar (seit 1251 der Landesherr von Österreich) 
begünstigt, die Ansiedelung der Wiener Juden in dem von ihnen 
früher nur sporadisch bewohnten Viertel größere Dimensionen 
anzunehmen. Aus dem auf herzoglichem Grund liegenden Bezirke, 
früher nur von Bevorzugten bewohnt, entwickelt sich allmählich 
ein abgegrenztes Gebiet, die spätere, allerdings kaum zwei Jahr- 
hunderte überdauernde Judenstadt, das eigentliche Wiener Ghetto. 
Erst um diese Zeit sprechen die Wiener Quellen von einem Be- 
zirke „under den Juden", „inter judeos" : , worunter immer nur ein 
ausgesprochenes, von der Bürger- und Adelsstadt räumlich ab- 
gegrenztes Judenviertel zu verstehen ist. Die Daten über die 
ursprüngliche Ausdehnung dieser Ansiedelung sind nicht sehr 
reichlich. Von den Dienstbüchern, die uns über die Zinsbarkeit 
der Judenhäuser der herzoglichen Kammer, dem Bürgerspital, 
dem Bistum, dem deutschen Eitterorden und den Schotten gegen- 
über Nachricht geben würden, hat sich für die Zeit des 13. Jahr- 
hunderts nur jenes des Bürgerspitals erhalten. 70 ) Hier finden 
sich nun (fol. 7 b, 19 a, 31a) unter der Bezeichnung „In der lu- 
den streu?" neben drei christlichen Hauseigentümern vier im Be- 
sitze von Juden befindliche Hofstätten und Häuser, die — wahr- 
scheinlich außer anderen Grundherren — auch dem Bürgerspital 
dienstbar sind. 71 ) Etwa aus gleicher Zeit (1294 stammt die erste 

70 ) Archiv d. Stadt Wien. Rep. 123, 4. Dieses älteste Dienstbuch 
des Bürgerspitals stammt nach den Untersuchungen Uhlirz' (Gesch. der 
Stadt Wien IT, 1, S. 96) aus der Zeit 1295—1304. 

71 ) Fol. 7b: In der iuden straz. Marchardus filius vorsprech de 
domo 40 ,-Sj. Ibidem Marchardus de area 20 $}. Ibidum Marchardus de 
domo 10 3\. Zacharias judeus de domo 30 £). Ibidem de domo Ysaach 
dya[bolus] J+2 ^j. Ähnlich fol. 19 a und 31a. — Daß Marchardus trotz 
des nicht jüdisch klingenden Namens Jude war, beweisen die Ein- 
tragungen des zeitlich nächsten Dienst- und Gültenbuches der Schotten 
aus dem J. 1314 (herausg. v. Goldhann in Quellen u. Forsch, zur vaterl. 
Gesch. Wien 1847). Hier figuriert Marchardus mit 5 Häusern und Hof- 
stätten als „Marchardus judeus" (fol. 1 b, 4 b, 33 a, 44 a) und einmal 
(fol. 3 b) als „Marchardus judeus de domo patris sui Gerssonis" , was im 
Zusammenhange mit der Angabe des Bürgerspital-Dienstbuches auf die 
bevorzugte Stellung seines Vaters als „Vorsprech" (etwa Vertreter 
der Juden vor den Behörden, der spätere „Schtadlan") schließen 
lassen könnte. 

Seh warz, Das Wiener Ghetto. 3 



34 

urkundliche Bezeichnung der Gegend um die Synagoge als 
„Schulhof derJude n". 72 ) 

Daß wir in diesen Aufzeichnungen die frühesten Nach- 
richten über die Besiedelung der Judenstadt zu suchen haben, 
scheint außer Zweifel zu sein. Sie beweisen aber auch, daß die 
Rückverfolgung des späteren Ghettos an einer und derselben Stelle 
bis in die Eömerzeit historisch ebenso unhaltbar ist, wie die An- 
gabe Schlagers, daß ein massenhafterer Umzug der Juden aus 
der Gegend des Tiefen Grabens in das Judenviertel im Jahre 1375 
die Bezeichnung des Mittelpunktes des Ghettos als „novum foi^um 
judeorum" zur Folge hatte. 73 ) 

Topographische Bezeichnung der Judenstadt. Ihre 
Begrenzung, Tore und Mauern. Anlage und Bauart 

der Häuser. 

Die geläufigste Bezeichnung für die Judenstadt war der all- 
gemeine ortsbestimmende Ausdruck „unter den Jude n", 
„i n t e r J u d e o s". 71 ) Daneben figuriert schon in früher Zeit 
als pars pro toto in den Urkunden die Bezeichnung „in der 
iuden straz" „in der Ju d e n ga s s e n", „in strata 



72 ) Am 1. Sept. 1294 stiftet Pilgrim, Paltrams Sohn, von Wien in 
der Abtei Heiligenkreuz einen Jahrtag. Unter den der Abtei vermachten 
Gülten befinden sich auch „5 phunt geltes der leit aniez ouf Penditen hous 
des Juden ze Wienne, auf dem house, daz da leit ze naechste bei dem 
schülhof der Judin". Weis, Urk.-B. v. Heiligenkreuz I, 273, 306. 

73 ) Diese Angabe Schlagers a. a. O. I, S. 21, 22, 48 ist auf eine 
seiner zahlreichen Flüchtigkeiten zurückzuführen, die im gegebenen 
Falle um so fataler ist, als es unmöglich erscheint, der Fehlerquelle auf 
den Grund zu gehen. Der Hinweis auf Buch der Käufe, C, Seite 22 bei 
Schlager ist in allen seinen Bestandteilen falsch. Weder die bisher ver- 
öffentlichten, noch die von mir durchgearbeiteten Grundbücher enthalten 
einen auf den „neuen Judenplatz" bezüglichen Beleg aus dem 
14. Jahrh. Sollte es sich etwa um einen aus „novum forum" (Neuer Markt) 
und „prope domum" kombinierten Lesefehler Schlagers handeln? Es muß 
bei dem Umstände, daß weder die Bezeichnung des Grundbuches, noch das 
Jahr und die Seitenzahl stimmen, die Entdeckung der Fehlerquelle dem 
Zufalle überlassen bleiben. 

74 ) Beispiele hiefür: QGW. II, 1, 381 (1351), 453 (1354), 540 (1360), 
831 (1370), 833 (1373). QGW. III, 1, 10 (1368), 1303 (1381), 1486 (1383) 
etc. Aus früherer Zeit: Dienstb. d. Bürgersp. 1326, Nachtr. um 1336, 
fol. 13 a, 70 b, 130 b, desgl. 1342, fol. 18 b. 



35 

J u d e o r u m", 75 ) dann auch noch „J u d e n s t a d t" im allge- 
meinen. 76 ) Bei diesen und ähnlichen topographischen Benen- 
nungen ist jedoch nicht an eine einzelne Gasse des Juden- 
viertels, sondern an die Judenstadt als solche mit sämtlichen in 
ihren Mittelpunkt, den Schulhof, d. i. den späteren Judenplatz 
radial einmündenden Straßenzügen zu denken. Da die einzelnen. 
Gassen der Judenstadt keine besonderen Namen führten, wurde 
die Lage ihrer Häuser, in früherer Zeit überhaupt nicht, zur Zeit 
der Aufhebung des Ghettos, wo die sich häufenden Transaktionen 
eine genaue Lokalisierung erforderlich machten, zumeist nach 
ihrer Situation gegen das Karmeliterkloster, beziehungsweise den 
Friedhof der Karmeliter bestimmt. Nur bei den in bereits be- 
nannten peripheren Straßen („Wütwercherstraße", „Hofgeßlein") 
liegenden Judenhäusern wird der topographische Hinweis auf die 
Straße selbst beibehalten. 77 ) Der zentral gelegene Kernpunkt der 
Judenstadt, der von etwa 20 Häusern umsäumt fünf Straßenzüge 
in sich aufnahm, führte von altersher nach der auf dem Platze 
gestandenen Judenschule den Namen S c h u 1 h o f. 78 ) Diese Be- 
zeichnung wurde im Laufe der Zeit von der in den Sprachgebrauch 
übergegangenen allgemeinen Benennung des Ghettos zum Teil 
verdrängt, um erst zur Zeit der Aufhebung der Judenstadt und 
des Verkaufes der Judenhäuser wieder sporadisch in Aufnahme zu 
kommen. 79 ) Daneben wird der Schulhof schon 1423 in drei 
Fällen als der „Neue Platz" bezeichnet; 80 ) diese Bezeichnungen 

7B ) Beispiele: Dienstb. d. Bürgersp. um 1295, fol. 7b (s. oben Anm. 
71). QGW. II, 1, 497 (1357) ; III, 1, 298 (1370), 1142 (1379), 1303 (1381) ; 
I, 3, 3382 (1383) etc. Diese Bezeichnung erhielt sich ziemlich allgemein 
während des nach 1421 vorgenommenen Verkaufes der Judenhäuser. Sie 
figuriert bei der Lagebestimmung von Häusern in 20 Fällen. 

7a ) QGW. I, 3, 3368. Beil. 6 zu Nr. 363. 

77 ) Für die Wiltwercherstraße als Teil der Judenstadt s. die Beil. 
zu Nr. 344, 348, 2, 349, 4, 350, 2, 352, 355, 362, 2, 384 E, 384 F, 384 G etc., 
für das „geßlein bey den weißen brudern" (die heutige Kurrentgasse) 
s. Beil. zu Nr. 407, 411 A, 1, 2, 434, 2, für das „geßlein als man [vom 
Schulhof] zu den weißen brudern get" (die heutige Parisergasse) s. Beil. 
zu Nr. 408, 409, für das „II of geßlein' 1 (die heutige Färbergasse) s. Beil. 
zu Nr. 333. 

78 ) Nicht zu verwechseln mit dem heutigen Schulhof, der z. T. an 
der Stelle des früheren Judengartens und des Friedhofs der Weißen 
Brüder liegt. 

79 ) S. die Beil. zu Nr. 341, 384 E, 417, 418, 420. 
M ) S. die Beil. zu Nr. 384 F, 384 G, 410. 

3* 



36 

werden aber schon 1437 von dem neuen, bis auf die heutige Zeit 
erhalten gebliebenen Namen „Judenplatz" abgelöst. 81 ) 

Faßt man das Bild des Straßenkomplexes der Judenstadt 
zusammen, so findet man vor allem als Hauptstraße die das nörd- 
liche Segment durchziehende Fortsetzung der Wipplingerstraße 
(Wiltwercherstraße), von dem Tore bei dem zur Rathauskapelle 
führenden Gäßchen bis zur Hohen Brücke. In diese Hauptstraße 
münden außer dem Gäßchen zur Ottenheimkapelle zwei Neben- 
gassen zwischen den Häusern 385 D und 303 (der heutige Stoß- 
i m - H i m m e 1), beziehungsweise 360 und 35G (die heutige 
Schwertgasse). Von der Wipplingerstraße führen zwei 
Gassen auf den Schulhof : die eine (die heutige Fütterer- 
gasse) zwischen den Häusern 347, 346, 384 A und 384 H direkt 
auf den Mittelpunkt des Platzes, während die andere (1433 be- 
zeichnet als („geßlein gegen Hein Otten und Haymen kapellen 
über'') zwischen den Häusern 384 G, 394 und 395 beim Zusam- 
men treifen mit der Fortsetzung der Schultergasse abbiegt und mit 
einer horizontal verlaufenden Gassenenge in den Schulhof mündet 
(die heutige Jordangasse). Vorn Schul hof selbst führen drei 
Gäßchen auf den Hof, resp. zu dem Freithof und dem Kloster 
der Karmeliter. Das erste zog in kurzem Lauf längs der Häuser 
341, 417 und 418 auf den Hof (die heutige Drahtgasse), 
das zweite- („gessel als man von dem Schulhof hincz den be- 
nanten [weissen] brudern geet", 1437) zentral gelegene (zwischen 
den Häusern 411 — 413, 417 und 420) entspricht der heutigen 
Parisergasse, während der dritte Gassenlauf, bezeichnet als 
„gesslein bey den weissen brudern" die heutige Kurrentgasse 
darstellt. Diese Gasse zog an 10 Häusern vorüber, repräsentierte 
somit eine wichtige Verkehrsader der Judenstadt. 82 ) Das an der 
westlichen Peripherie des Ghettos gelegene Gäßchen, das zum 
Ledererhof, resp. auf den Hof führte, trug schon 1411 den Namen 
„Hof geßlein" und entspricht der heutigen Färbergasse. 83 ) 

Spricht man von dem Wiener Ghetto, so hat man keineswegs 
an ein gegen die benachbarte Christenstadt etwa durch eine Ring- 
mauer abgeschlossenes Stadtviertel zu denken. Die Abgrenzung 

81 ) S. die Beil. zu Nr. 342. Sporadisch taucht aber auch noch die 
alte Bezeichnung auf: in der Judengassen an dem ~Newzn placz. GB. 59, 
29b (1451). 

82 ) Noch im Plane von Hirschvogel (1547) ist die jetzige Kurrent- 
gasse als „Judengässel" bezeichnet, während die übrigen Gassen der 
Judenstadt auch bei ihm noch namenlos erscheinen. 

M ) Als Hofgeßlein auch in dem auf das Haus Nr. 333 bezügl. Kauf 
eintrag bezeichnet. 



37 

gegen die anrainende Bürgerstadt war, da die Eingänge in die 
Judenhäuser auf der Gassenseite des Ghettos gelegen waren, durch 
die Kückseite der Häuser gegeben; nur dort, wo durchlaufende 
Straßenzüge die so entstandene Umwallung unterbrochen haben, 
waren zum Abschluß der Begrenzung Mauern und Tore ange- 
bracht. Diese mehr natürliche Grenze zwischen Judenstadt und 
Bürgerviertel begann an der Hohen Brücke mit einem gegen die 
Wipplingerstraße führenden Tore, zog dann längs des Hauses 
Nr. 355 in gebrochener Linie bis zur Häuserfront an der heutigen 
Schwertgasse fort, um von dort in fast gerader Linie den zwischen 
dieser und dem jetzigen Stoß-im-Himmel liegenden Häuserkom- 
plex und die Fläche des alten Rathauses bis an das zur Rathaus- 
kapelle führende Gäßchen zu durchschneiden. An dieser Stelle 
befand sich das zweite von der entgegengesetzten Seite in die 
Wipplingerstraße führende Tor. Jenseits der Schultergasse 
(„Sehiltergässel"), die nur einige wenige Judenhäuser zählte, 84 ) 
ging die Grenze entlang der rückwärtigen Front des großen 
Häuserblocks bis zum Judengarten, resp. dem späteren Friedhofe 
der Weißen Brüder (jetzige Pfarrkirche Am Hof), um an der Um- 
säumung des Friedhofes bis zum Hause Nr. 419 (heute Am Hof 
Nr. 12) zu ziehen. Da die Vorderfront dieses und der angren- 
zenden Häuser gegen den Hof, resp. den Ledererhof zu gelegen 
war, dürfte hier die Grenze auf eine kurze Strecke unterbrochen 
gewesen sein und zog erst von der Rückseite des Hauses Nr. 332 
parallel mit dem Tiefen Graben zur Hohen Brücke zurück. 

Die Judengassen waren, wie bereits erwähnt, an ihren Enden 
entweder durch Mauern abgeschlossen oder durch Schwibbogen, 
beziehungsweise Tore abschließbar. Die beiden Haupttore be- 
fanden sich am Ein-, resp. Ausgange der Wipplingerstraße und 
trugen beide die Bezeichnung „Judento r". Das eine bei der 
Hohen Brücke und wohl auch das zeitlich ältere kommt bereits 
im Urbar des Schottenstiftes vom Jahre 1314 als porta Judeorum 
vor. Es stand knapp an der Hohen Brücke, in der Nähe des 
Maierhofes und hinter dem Kloster der Schotten und führte 
zwischen den beiden Judenhäusern Nr. 355 und 353 (heute Wipp- 
lingerstraße 20, 21) in die Hauptverkehrsader der Judenstadt. S5 ) 

84 ) Dienstbuch des D. R.-O. (Cod. 128), fol. 6b: „Under den Juden 
an der Schilter strazz" (ohne Eintrag) . 

83 ) Erwähnt wird das Judentor an der Hohen Brücke zuerst 1314 
im Urbar der Schotten (fol. la), dann in Urkunden aus dem J. 1339 
(QGW. I, 1, 342), 1358 (I, 1, 382), 1360 (II, 1, 547), 1373 (II, 1, 827), 



38 



In der Nähe dieses Judentores (zwischen Kenngasse 16 und Wipp- 
lingerstraße 28) befand sich der in die Stadtmauer eingebaute 
Judenturm, so genannt nach einem auf dieser angebrachten Stein 
mit hebräischer Inschrift. 86 ) 




Der Judenturm. 

Aus Fuhrmann, Histor. Beschr. v. Wien, 1766. 



S. 58. 



Das zweite Judentor bildete den Abschluß der Gegend des 
Hohen Marktes gegen die Wipplingerstraße. Es befand sich, mit 
einem Pfeiler an die Ecke des Hauses 385 G (jetzt ein Teil von 

1382, 1385, 1411, 1412 (Camesina, Zwei Urbare des Stiftes Schotten. Wien 
1873, S, 1, 2) etc. S. auch Beil. zu Nr. 355 : „pey dem tor, da man auf die 
Hochprugk gel". 

88 ) Erwähnt wird der Judenturm zuerst 1314 im Urbar der Schot- 
ten, dann im 14. Jahrh. noch öfter. Im 15. Jahrh. als Aufbewahrungsort 
der Pulvervorräte der Stadt benützt, wurde er 1776 von der Stadt Wien 
an Paul Hauk verkauft, der ihn wahrscheinlich kurz darauf abtragen 
ließ. Die Abbildung des Turmes findet sich zuerst in der Rundansicht 
von Wien von Meldemann (1529) ; die hier wieder gegebene Reproduktion 
ist Fuhrmanns Beschreibung von Wien (1766), 1. T., S. 58 entnommen. 



39 



Wipplingerstraße 8), mit dem anderen zwischen die Häuser 393 A 
und 394 (jetzt Wipplingerstraße 3, 5) angebaut, gegenüber dem 
schon 1351 als „gazzlein, duz da get an das Judentor" bezeichneten 
Zugang zur Ottenheimkapelle. 87 ) In seiner Anlage dürfte dieses 
Tor kleiner als jenes an der Hohen Brücke gewesen sein, wofür 
vielleicht auch die 1373 vorkommende Bezeichnung ,judentürlein" 
spricht. 88 ) 




Die Stadtmauer am Judenturm. 
Mit einem, eine hebräische Inschrift tragenden Stein. 

Aus Fuhrmann, Alt- und Neues Wien, 1738, I. S. 422. 

Außer durch diese Haupttore war die Judenstadt noch von der 
Gegend Maria-Stiegen aus in erster Zeit durch ein in den jetzigen 
Stoß-im-Himmel führendes Tor zugänglich. An die Trennungs- 
mauer der Häuser 364 und 363, resp. 383 und 385 C angebaut, 

w ) QGW. II, 1, 381. Ebenso 1354, ibid. 453. 

m ) QGW. II, 1, 831. Haus Merchels des Juden „ze Wienne zenast 
dem judentürlein in der Wiltw er eher Strasse". Stadtbuch II, 227 a, 2 
(1417) : Haus der Elspet Hannsen des Schusters Witwe „gelegen bey dem 
judentürl ze Wicnn". 



40 

diente es anfangs als sogenannte „gemeine durchvart" (transitus 
communis). Im Jahre 1370 verkauft der Wiener Bürger Ulrich 
mit der Pettziechen das Haus 363, das „weilnt Schalams des 
Juden . . , Jösleins sun", darnach „Muschen von Marcpurch" und 
einige Zeit „Hatschim von ZU" gehörte, an Isser 1, Arons 
Sohn von Wien. 89 ) Im Jahre 1376 bewilligt nun Herzog Albrecht 
dem neuen Besitzer zwischen seinem und Kolman des 
Unterkäuffels Hause (385 C) eine Küche über die Straße 
bauen zu dürfen, doch nur dergestalt, „daz er si in der hoehe 
pawe und mache, daz ain geladner wagen dadurch gen muge". d0 ) 
Kurz darauf wurde das in die Judenstadt führende Tor ver- 
mauert, denn in dem an die Stadt Wien gerichteten Befehls- 
schreiben Herzog Albrechts vom 26. November 1380 wird es 
bereits als das „vermaurt tor, daz da gangen ist in unser Juden- 
stat zeWienn in die gassen, da derselb Izzerl inne sitzet". 91 ) In 
dieser Urkunde wird nämlich „Izzerlein unserm Juden von Neuen- 
bürg klosterhalben und andern unsern Juden ze Wienn solich 
gnade getan", daß dieses Tor auch ewig vermauert und versperrt 
bleibe, es soll weder jetzt noch später als Durchgang dienen und 
es soll dem „egmanten Izzerl, seinen erben noch den vorgenan- 
ten Juden von demselben tor chain überlast noch beswerung" ge- 
schehen. Erst im Jahre 1424, nachdem das früher Jonas dem 
Steußen gehörige Haus 1421 geschenkweise in den Besitz des 
Wiener Bürgermeisters Hans Musterer kam, wurde die Mauer 
auf Kosten der Stadt wieder abgebrochen und der Zugang zu 
Maria-Stiegen freigelegt. 92 ) 

Gegen den Hof zu war die Judenstadt durch ein an das 
Haus 332 und 335 angebautes Tor abgeschlossen, 93 ) das durch das 
Hofgeßlein zur Gegend der Hohen Brücke führte. 

An Stellen, wo die Umgrenzung durch ausmündende Straßen- 
züge unterbrochen war, wo sich also die hintere Front der Juden- 
häuser mit der Straßengrenze berührte, waren Mauern angebracht, 
die zusammen mit den rückwärtigen Mauern der Judenhäuser die 
Grenze gegen die anrainenden Christenhäuser bildeten. Abgesperrt 

•) QGW. I, 3, 3291, III, 1, 298. 

90 ) Beil. 5 zu Haus Nr. 363. Die Küche stand über einem Schwib- 
bogen, der erst 1614 abgebrochen wurde. Kammeramtsrechn. 1614, fol. 195. 
Ber. u. Mitt. d. Altert.- Ver. XV, S. 183, Anm. 2. 

91 ) QGW. I, 3, 3368. Beil. 6 zu Haus Nr. 363. 

92 ) K.-R. 1424, fol. 19 a. S. oben S. 21, Anm. 4L 

83 ) S. Beil. zu Haus Nr. 335 : „pey dem türlein, als man get an 
den Hof". 



41 



durch eine Mauer waren die Schwertgasse und die Schultergasse: 
durch eine Türe in der Einfriedungsmauer die Gasse, die vom 
Schulhof zum Judengarten, 94 ) (jetzt Parisergasse) führte. Ob der 
Zugang vom Hof gegen den Judenplatz (die heutige Drahtgasse) 
und vom „geßlein zu den weißen brüdern" (die heutige Kurrent- 
gasse) durch ein Tor oder durch eine Mauer abgeschlossen war, 
darüber fehlen verläßliche Nachrichten, doch ist das erstere wahr- 
scheinlicher. 

Der Umstand, daß sich die Häuser der ehemaligen Juden - 
stadt fast bis in die neueste Zeit in beinahe unveränderter Gestalt 
erhalten haben, ermöglicht es, auch einiges über ihre Anlage, 
Bauart und Höhen Verhältnisse mitzuteilen. Die baulichen Ver- 
änderungen der meisten Häuser waren bis zur Zeit ihrer Demo- 
lierung und ihres Umbaues, wenn man etwa von den zwei großen 
Häuserkomplexen 384 und 385 absieht, ganz unwesentliche. Einige, 
wie z. B. Nr. 345, 346, 355, 361, 393, wurden im Laufe der Zeit 
geteilt, andere, wie die Häuser 344, 349, 359, zu einem Komplexe 
vereinigt, auf einige wurde ein Stockwerk aufgesetzt, bei dem 
einen oder anderen das einstöckige Hinterhaus abgebrochen oder 
der Garten verbaut. Das Gros der Häuser jedoch, hauptsächlich 
jene des Judenplatzes, blieb in der ursprünglichen Gestalt fast 
bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts erhalten. 95 ) 

Nimmt man nun an, daß sich die Häuserphysiognomie der 
ehemaligen Judenstadt, wenigstens bis zu einer gewissen Zeit, nur 
unwesentlich verändert hat, dann bieten uns die mit dem Jahre 
1563, resp. 1566 beginnenden Hofquartierbücher wertvolle Anhalts- 
punkte zur Feststellung der Ausdehnung und der Höhenverhält- 
nisse der einzelnen Häuser. 96 ) 

81 ) S. Beil. zu Haus Nr. 420: „zenagst dem türl in dem gessel .... 
von dem Schulhof hincz den benanten [weissen] brüdern". Am Ausgange 
der Parisergasse gegen den Schulhof zwischen dem Hause Nr. 413 (neu 2) 
befand sich noch zu Anfang des 18. Jahrh. ein Torausgang, der allabend- 
lich mit einem Eisengitter versperrt wurde. Möglicherweise geht diese 
Toranlage noch auf die Zeit des Bestandes der Judenstadt zurück. 

85 ) Einige der an die Stadt gelangten Häuser wurden allerdings 
kurz nach der Aufhebung der Judenstadt von einer Feuersbrunst zum 
Teil zerstört. S. oben, Anm. 42. 

90 ) Die Hofquartierbücher, Verzeichnisse der für die Einquartierung 
des Hofgesindes und seiner Angehörigen bestimmten Häuser, wurden 
zuerst von Birk in seinen „Materialien z. Topogr. d. Stadt Wien in den 
Jahren 1563 bis 1587" (Ber. u. Mitt. d. Alt.-Ver., B. 10), dann von Camesina 
für seine Studie „Urkundl. Beiträge zur Geschichte Wiens im XVI. 
Jahrh." Wien 1881, benutzt. Während das Hofquartierregister vom Jahre 



42 



Von den zur ehemaligen Judenstadt gehörigen Häusern war 
nach der Beschreibung des Hofquartierverzeichnisses vom Jahre 
1566 nur ein einziges (415, nach der Numerierung des Hofquartier- 
buches 337) ebenerdig, 6 einstöckig, 53 zweistöckig, eines dreistöckig 
und eines vierstöckig. 97 ) Wie gesagt, dürfte diese älteste Beschrei- 
bung im großen und ganzen die Höhenverhältnisse der früheren 
Judenhäuser in ihrer fast unveränderten Gestalt darstellen. Nur 
bei einigen wenigen Häusern läßt sich in der Vermehrung der 
Stockwerke eine bauliche Veränderung nachweisen. Ebenso un- 
verändert erhielt sich — abgesehen natürlich von der Zunahme 
der Wohnräume infolge des Aufbaues von Stockwerken — die 
innere Anlage der Häuser, über die uns das erwähnte Hofquartier- 
buch vom Jahre 1566 ebenfalls genau orientiert. Die ausführliche, 
alle Stockwerke umfassende Beschreibung der Häuser, ihrer Wohn- 
und Nebenräume bietet uns ein anschauliches Bild von der Anlage 
des Häuserkontingents der früheren Judenstadt. Wie sich die 
Maße der bebauten Flächen hier Jahrhunderte hindurch kaum 
geändert haben, so wird sich auch die Anordnung der einzelnen 

1563 nur die für die Einquartierung verfügbaren Räume der einzelnen 
Häuser aufzählt, enthält das Quartierbuch vom Jahre 1566 die ausführ- 
liche Beschreibung des Umfanges eines jeden Hauses, mit genauer Angabe 
der in den einzelnen Stockwerken befindlichen Wohn- und Nebenräume. 
9T ) E i n s t ö c k i g : 333 (Nummer aus d. J. 1566 287) , 334 (288) , 359 
(280), 360 (280, Doppelhaus), 384 (313), 405 (345). Zweistöckig: 
335 (289), 341 (434), 342 (325), 343 (324), 344 (323), 345 (322), 
346 (321), 347 (294), 348 (293), 349 (292), 350 (291), 351 (290), 
355 (283), 356 (282), 357 (281), 361 (279), 362 (278), 363 (277), 
384 (1566 Komplex von 11 Häusern: 295, 296, 297, 298, 299, 312, 
313 [einstöckig j, 314, 318, 319, 320), 385 (1566 Komplex von 
5 Häusern, inklusive der nicht zur Judenstadt gehörig gewesenen Teile 
des Rathauses: 272, 273, 274, 275, 276), 393 (301), 394 (300), 395 (311), 
396 (310), 401 (316), 403 (348), 404 (346), 406 (343), 407 (341), 408 
(340), 409 (335), 410 (334), 411 (332), 412 (331), 413 (330), 414 (336), 
417 (328), 419 (436), 434 (344). Dreistöckig: 418 (435). Vier- 
stöckig: 402 (315). Bei 4 Häusern, welche von Hofquartieren befreit 
waren, fehlt in den frühesten Hofquartierbüchern die Angabe der 
Stockwerke und der Räume. Es sind dies die Häuser Nr. 332 (1566: 
Gemeiner Stadt Casten und Zeughaus; 1499 als ein — früher dem 
St. Georgsorden gehöriger und nun von der Stadt angekaufter — „öder 
kästen an des Herzogenhof" bezeichnet [Schlager a. a. O. I, 146, Nr. 28], 
1562 als bürgerl. Zeughaus und Harnischkammer eingerichtet, 1732 in der 
jetzigen Gestalt umgebaut), Nr. 420 (1545 als „ein Haus genant zum 
Eilend" bezeichnet), das Doppelhaus Nr. 432—433 (Zuhaus zu Nr. 406, 
Badestube zu den Röhren). 



43 

Räume in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten haben, wenn auch 
im Laufe der Zeit entsprechend den geänderten Besitzverhältnissen 
die Bestimmung der Räume eine andere geworden ist. 98 ) 

Sonstige gleichzeitige Daten über die bauliche Anlage der 
Häuser bieten die in den Gewer- und Kaufbüc'hern enthaltenen 
Beschreibungen. So erfährt man z. B., was übrigens schon R. 
Isaak b. Mose aus Wien in seiner Responsensammlung Or Sarua 
im 13. Jahrhundert erwähnt, 99 ) daß die Häuser keine Vorhöfe 
hatten; der Eingang in die Wohnungen befand sich auf der 
Straßenseite, von dort führte gewöhnlich ein Durchgang zu dem 
hinten liegenden Hofraum. Dieser schloß sich bei einigen 
Häusern (wie 332, 363, 418) an eine mehr oder minder aus- 
gedehnte Gartenanlage an; der Garten des Hauses 332 z. B. 
reichte bis an den Tiefen Graben. Eine größere Gartenanlage, 
der sogen. Judengarten, befand sich an der Mauergrenze 
der Häuser 420, 413 und 414. 100 ) Er reichte bis zur Mauer 
des Karmeliterklosters, war offenbar Gemeindeeigentum und 
wurde 1423 zur Erweiterung des Friedhofes des genannten Klosters 
verwendet. Eine Reihe von Häusern (wie 334, 342, die Parzellen 
C, E, F der Häusergruppe 384, 418) bestand aus einem Vorder- 
und Hinterhaus, das letztere war bei einigen der genannten Häuser 
einstöckig. Das Haus Nr. 344, in dem das Judenspital unter- 
gebracht war, hatte eine vom Schulhof in die Wipplinger- 
straße führende Durchfahrt, das Haus Nr. 41? auf der dem 
Schulhof zugekehrten Front Verkaufsläden. Ein interessantes 
Beispiel eines mittelalterlichen Judenhauses, das sich in seiner 
Grundform und seiner ursprünglichen Anlage fast bis in die 
neueste Zeit erhalten hat, bietet das Haus Nr. 344, das Juden- 
spital. Bei der Besprechung des Gemeindebesitzes soll noch davon 
die Rede sein; hier sei nur auf die beigegebene Abbildung der 



") Im Anhang zu den Beilagen reproduziere ich die Beschreibung 
der Häuser nach dem Hofquartierbuch von 1566. .Die Namen der dama- 
ligen Besitzer enthält die oben erwähnte Studie von Camesina. 

w ) OS. Resp. Nr. 762. 

10 °) In GB. 57, 188 a, 3 wird 1400 eine Brandstätte erwähnt „an der 
herczogen hoff zenechst der Juden garten und stozzet an der geistlichen 
herren maivr". Das Haus Heinrich des Munsser befand sich 1400 „an der 
herczogen hoff ze Wienn pcy Unser Frawn prüdem chloster zenegst dem 
Judengarten". St.-B. I, 92 b, 3. 



44 

Innenansicht des Hauses, der eine Aufnahme ans der Zeit der 
Demolierung zu Grunde liegt, hingewiesen. 101 ) 

Gemeinde- und Privateigentum. 

Der Grundbesitz, d. h. das Häuserkontingent der Judenstadt 
teilte sich in Gemeinde- und Privateigentum. Die der Ge- 
meinde gehörigen Häuser dienten rituell-kulturellen Zwecken und 
wurden zu verschiedenen Zeiten aus Gemeindemitteln erworben 
oder neu aufgebaut. Der Gemeindebesitz bestand zur Zeit der 
Aufhebung der Judenstadt aus 3 Häusern, nämlich der Syna- 
goge (Judenschule), dem Spital und dem Fleischhof 
(Schlachthaus). Einige andere Kultuszwecken dienende Häuser, 
wie die Badstube, wurden zum Teil aus Gemeindemitteln erhalten 
oder von den Besitzern in Bestand genommen. 102 ) Zu dem Ge- 

101 ) In GB. 17, 133 b ist die Beschreibung des Hauses Nr. 360 
(Schwertgasse 2, Wipplingerstraße 16), das zwischen den Verwandten 
geteilt wurde, enthalten. Sie sei hier mit allen ihren Details in 
extenso mitgeteilt: „Von erst ist zu demselben halben hauss getaut 
worden der geweiht keler, halber, nach lengs aus, der tail zenagst 
dem hof, als er aufgeczaigt ist, die grosse stuhen halbe nach der 

twirich, der tail zenagst der gassen Die gemallt kammer auf 

dem presshaus, nach lengs aus tincz an des Gasparn Slikhen hauss, die. 
kamer daran, do man aus derselben gemalten kamer eingeet und das gvelb 
under derselben kamer, das gwelb under der stuhen, die stuhen daroh, das 
mushaus davor, do man in derselb stuhen geet und das gwelb zenachst der 
einfart, do man aus dem hof eingeet und alle torrhewser von der genantzn 
schiedmaur nach der twirich über unez an die gassen, das gwelb, do man 
aus dem genglein einget, der rosstal zenagst dem vordem hof und das 
hünerkellerl under der stieg. Und sind das die stukh } die paiden tauen 
gemain sullen sein: das tor, die gassentür y die einfart baider höf hinden 
und vor dem prunn, der ober keler, die pün daroh und alle kelertür, klain 
und gross, zu ziehen und zu schenkhen jedem tail zu meinen notdurfften, 
das gross mushaws, das presshaws, die gross kuchen, das secret in dem. 
hindern höf lein und alle stieg und geng jedem tail zu seinen gemechen 
und die köllergrüb under der stiegen, do man zu der rechten hannd vom 
tor hinauf in das haws geet" 

102 ) Ob sich die Anschauung, der ich auch einmal Ausdruck gegeben 
habe, daß es sich bei der in Beil. zu Nr. 402 erwähnten „C a n t o r e i" tat- 
sächlich um eine Gemeindeanstalt (also etwa um die Gesangsschule der Ge- 
meinde oder das Wohnhaus des Kantors) handelt, aufrecht halten läßt, 
erscheint mir jetzt mehr als zweifelhaft. Die Bezeichnung des Hauses der 
Hansussin ( Nr. 402) als „C a n t o r e i" kommt zuerst in dem auf das 
Nachbarhaus 401 bezügl. Satzeintrag im GB. 58, 144 a, 4 aus dem dem J. 1428 
vor. Weder in der Kaufanschreibung aus dem J. 1425 (Beil. 1), noch in den 
übrigen Satzeinträgen (z. B. Beil. 2) und den auf das Nachbarhaus 403 



45 

meindebesitz gehörte noch innerhalb der Judenstadt der sogenannte 
„Judengarten" und außerhalb des Judenviertels der vor dem 
Kärntnertor gelegene Friedhof. 

Die Synagoge. 

Der erste Schritt der organisierten Judengemeinde war 
naturgemäß auf die Schaffung eines gemeinsamen Bet- und Lehr- 
lokals gerichtet. Wir haben schon oben bemerkt, daß eine scola 
Judeorum bereits 1204 den Mittelpunkt der Judenstadt bildet. 
Über den genauen Zeitpunkt der Entstehung der Synagoge fehlen 
verläßliche Daten; sicher ist, daß sie — offenbar in Verbindung 
mit einem Lehrhaus (Beth hamidrosch) — schon am Anfang des 
13. Jahrhunderts an jenem Platze stand, der von ihr seinen Namen 
führte: am Schulhof, der in der oben zitierten Heiligenkreuzer 
Urkunde aus dem Jahre 1294 ausdrücklich als „s c h u 1 h o f der 
i u d e n" bezeichnet wird. Die Synagoge befand sich in dem von 
den Häusern 342 und 343 (jetzt Judenplatz 7 und 8) gebildeten 
Winkel und erstreckte sich mit ihrem Hofraum bis an das Juden- 
spital (Haus Nr. 344, jetzt Judenplatz 9, Wipplingerstraße 13), 
mit dem sie mittels eines — 1433 urkundlich belegten — Durch- 
gangs verbunden war. 103 ) Der große Brand, der am 5. November 
beziigl. Grundbuchsaufzeichnungen (Beil. 1 — 4) wird das mit dem 
Namen der Hansussin bezeichnete Haus als Cantorei erwähnt. Nun hat 
die zitierte Eintragung aus dem J. 1428 den Wortlaut „zenagst des 
herczogen Cantorj haus", was wohl eher dafür sprechen dürfte, daß das 
Haus nach der Aufhebung der Judenstadt für Hofzwecke reserviert blieb, 
etwa bis 1433, wo es wieder mit dem Vermerk „genannt die Cantorei" 
an Heinrich den Mossmann verkauft wurde. — Als Vorsinger 
(„sanckmaister") finden wir in Wiener Urkunden: „Bacula die sanch- 
maysterinn" (1408—1417, GB. 57, 212 a, 242 b, Stadtbuch II, 234 b) 
„Beynian (Wenian) der Juden singer" (1405 — 1406, GB. 57, 222 a, GB. 
1088, 7a), „Lebin die sanckmaistrin" (1421, GB. 16, 35b, 4), „Smerl der 
sanckchmaister" (1413—1421, GB. 1088, 106b, JB. 301, 308 etc.), „Srnoyel 
der Juden sanchmaister" (1362, QGW. II, 1, 605). — Wer sein Vermögen 
der Besteuerung entzieht, den sollen nach dem Wiener Judeneid (Ende 
d. 14. Jahrh., Cod. 14 d. Hof- u. Staatsarchivs, fol. 78 a) „die sankmaister 
under den Juden nynndert in irm gesang haben". 

1 " 3 ) S. Beil. 3 zu Nr. 344. Guglia, Wien S. 170 lokalisiert den Stand- 
ort der Synagoge an der Stelle vor den heutigen Häasern Judenplatz Nr. 
1, 2 und 3 (= alt 403, 404, 409). Dem widersprechen jedoch die auf den 
Schulhof bezügl. urkundlichen und grundbücherlichen Daten. Daselbst 
ist auch von dem „die Mitte des Platzes okkupierenden Hause des Rabbi" 
die Rede, das angeblich 1421 zusammen mit der Synagoge demoliert 
wurde. Meines Wissens weist keine bisher bekannte urkundliche Notiz 
auf dieses Haus hin. 



46 

1406 einen Teil des Judenviertels zerstörte, äscherte auch die 
Synagoge ein. 104 ) Sie dürfte wohl dann kurze Zeit darauf wieder 
an derselben Stelle aufgebaut worden sein, hatte jedoch nur einen 
ganz kurzen Bestand. Der schöne Steinbau war sicher schon 
lange ein Stein des Anstoßes und war das erste Objekt, an das 
kurz nach der Vertreibung der Juden die zerstörende Hand gelegt 
wurde. Ende 1421 wurde mit der Demolierung begonnen und schon 
in der Universitätssitzung vom 22. Dezember berichtet der Super- 
intendent Magister Johannes A y g 1, der Leibarzt des Herzogs, 
daß der Hubmeister das Steinmaterial der Synagoge zum Neubau 
eines Teiles der Universität bestimmt habe, falls die Universität 
geneigt sei, es auf eigene Kosten hinwegzuschaffen. Der Antrag 
des Hubmeisters wurde mit Dank angenommen. „Et ecce mirum, 
Synagoga veteris legis in scholam virtutum novae legis mirabiliter 
transmutatur," fügen die Artistenakten befriedigt hinzu. 105 ) 

Das Spital. 

Die Entstehungszeit des Judenspitals läßt sich nicht mit 
Sicherheit feststellen. Sicher ist nur, daß es schon im Jahre 1379 
in dem Hause 344 (jetzt Judenplatz 9, Wipplingerstraße 13) be- 
standen hat und daß das Haus, in dem es sich befunden hat, 106 ) 
schon vor dieser Zeit, u. zw. vor Einführung des städtischen 
Grundbuches in den Besitz der Judengemeinde gelangt ist. Als eine 
der wichtigsten Anstalten des Gemeindewesens, der Vüege von 
Kranken und der Versorgung arbeitsunfähiger Alten gewidmet, 
wird seine Einrichtung im großen und ganzen der des sogenannten 
„H e k d e s c h", dieses kombinierten Kranken- und Versorgungs- 
heims, entsprochen haben. Das Haus, in dem das Spital unter- 
gebracht war, hatte seinen Eingang in der Wipplingerstraße und 
war mit dem Kücken an den Hof der Synagoge angebaut. Ein 
Durchgang vermittelte die Passage zwischen den beiden Häusern, 
eine Bauanlage, wie wir sie bei den meisten Judenspitälern des 
Mittelalters und auch noch der späteren Zeit häufig finden. Das 
Haus kam 1424 zusammen mit dem anstoßenden Hause Rotleins 
und mit dem an dieses angebauten Zuhause für 500 g Pf. in den 

1W ) S. oben S. 3, Anm. 2. 

105 ) Kink, Gesch. d. k. Universität Wien, I, S. 139, Anm. 169 aus 
Acta fac. art. II, fol. 46 b. 

106 ) S. Beil. 2 zu Nr. 349. 



47 




Hof ansieht des Judenspitals. 
Judeupiatz 9, Wipplingerstr. IB. 



48 

Besitz Niklas des Verbers. Die Grundbuchseintragungen haben die 
Erinnerung an das Judenspital bis an das Ende des 18. Jahr- 
hunderts erhalten; bei allen Besitzveränderungen des Hauses 
findet sich die nähere Bezeichnung „kaus das weilent der Juden 
spital gewesen". 101 ) 

Die interessante bauliche Anlage des Innenraumes des 
Hauses, das bis zum Jahre 1664 zweistöckig, dann auf drei Stock- 
werke erhöht wurde, gibt die beigegebene, nach einer Zeichnung 
Hütters hergestellte Reproduktion wieder. 108 ) 

Der Pleischhof. 
Der Fleischhof, d. h. das Schlachthaus der Juden befand 
sich mit dem Eingang im Hofgeßlein zwischen den Häusern 332 
und 333. Auch seine älteste Geschichte ist in Dunkel gehüllt. 
Möglicherweise bezieht sich aber der Eintrag im Dienstbuch 
des Deutschen Ritterordens (um 1340, Cod. 128, fol. 5a) 
schon auf diesen Fleischhof. 109 ) Keinesfalls trifft aber, wie dies 
schon oben bemerkt wurde, die Annahme Schalks zu, daß sich 
der Fleischhof schon vor der Aufhebung des Judenviertels im 
Besitze der Stadt Wien befunden hat. Er kam mit anderen 
Judenhäusern nach der Vertreibung der Juden an die Stadt, 
konnte aber lange und wahrscheinlich überhaupt nicht an den 
Mann gebracht werden — der Posten des unverkauft gebliebenen 
Fleischhofes mit einer ziemlich hohen Investition von Reparaturs- 
kosten zieht sich lange durch die Bilanzen der Stadtkämmerer. 
Nach den fehlgeschlagenen Versuchen, ihn zu verkaufen, ver- 
wendete man ihn zur Aufbewahrung der städtisch- - Holzvorräte, 

1OT ) Beispiele aus früherer Zeit: GB. 58, 129 b (1434,, GB. 17, 14 a 
(1446), 291a (1457), 236a (1458), 256a (1467) etc. Schimmers Bemer- 
kung zu Nr. 354 seiner Häuserehronik von Wien, „dieses Haus war das 
alte Judenspital im 15. Jahrhundert. Noch 1794 kommt es unter dem 
Namen vor, ,Hans, welches ehemals das Judenspital geivesen'", ist auf 
einen Irrtum Schlagers zurückzuführen (a. a. O. I, S. 25). Nr. 354 war 
nie ein Judenhaus, es befand sich an der rechten Seite des Bettes des 
Ottakringerbaches gegen den Tiefen Graben und ragte mit 4 Stock- 
werken zur Hohen Brücke hinauf. 

10S ) Die Zeichnung Hütters stammt aus dem Jahre 1883, unmittel- 
bar vor der Demolierung des Hauses. 

109 ) „Schondel von Eainburch [dient] von zwain haeusern, videlicet 
macellum iudeorum 11 sh und 20 ki" Das Fehlen einer fortlaufenden 
Serie dieser Gültenbücher macht eine sichere topographische Fixierung 
unmöglich. 



49 



um ihn später zusammen mit dem Hause 332 in den Neubau des 
städtischen Zeughauses einzubeziehen. 110 ) 

Das Badhaus. 

Berücksichtigt man das strenge Verbot des Zusammenbadens 
von Christen und Juden im Mittelalter, dem u. a. auch das Wiener 
Konzil vom Jahre 12G7 Ausdruck gibt, dann darf mit Recht an- 
genommen werden, daß in Wien schon in frühester Zeit eine 
rituelle Badeanstalt bestanden haben muß. Fehlt auch in den 
bisher bekannt gewordenen Urkunden eine direkte Bezeichnung 
einer der zahlreichen Wiener Badestuben als Judenbad, so kann 
man dennoch eine dieser mit vieler Sicherheit als rituelle Bade- 
anstalt identifizieren. Es ist dies die an der Hohen Brücke (alt 
Nr. 148, jetzt Renngasse 14, Wipplingerstraße 25) gelegene Bade- 
stube, die seit 1303 urkundlich belegt, 111 ) zwischen 1326 und etwa 
1350 von dem jüdischen Bader Leubmann (Lebman, Leublin) 
verwaltet wird. 112 ) 

uo ) Ob der im Gültenbuch der Schotten 1314, fol. IIa erwähnte 
„Wetzlo carnifex iudeorum" Jude oder ein in jüdischen Diensten stehender 
christlicher Fleischerknecht war, läßt sich nicht entscheiden. Als jüdische 
Fleischhauer und Schächter finden wir: 1374 Efferl „camifex", 1382 Frid- 
man der fleischakker, 1381 Chaydym fley.tchakcher, 1391 Juda der slacher 
von Krems, 1392 Scheftl der Jud bei den fleischpenkchen. 

m ) QGW. I, 2, 1541, 1543, 1546. Die Badestube besaß im Jahre 
1303 Agnes die Witwe des Konrad des Urbetsch. Kopialb. d. Bürger- 
spitals (Wiener Stadtarchiv, Rep. 123, 6, fol. 17 b). 

112 ) Ob Leubmann Besitzer oder nur Bestandinhaber der Badestube 
gewesen ist, läßt sich nicht feststellen, doch ist das letztere wahrschein- 
licher. Er zinste dem Bürgerspital jährlich 16 $. Bürgersp.-Dienstb. 
1326, fol. 22 a: Leubmannus balneator cum uxore de stuba balnei; 70 b:, 
Leublinus padyates (so!) cum uxore de stuba balneari; ebenso 130b. 
Bürgersp.-Dienstb. 1342 (2), fol. 16 a: Leubmannus balneator cum uxore de 
stupa balnei. Der Eintrag erscheint kurz darauf gelöscht; wahrscheinlich 
ist Leubmann in der Zwischenzeit gestorben. Schon früher (1314) war 
er Pächter der „die Wunderburg (l genannten Badestube im Tiefen Graben 
(alt Nr. 169, jetzt Nr. 25). Gültenb. d. Schotten 1314, fol. 2a, 2b: 
Lebmannus iudeus de balneo quod dicitur Wunderburch. Ob er wirklich 
Arzt war, wie Zappert u. a. vermuten, läßt sich nicht nachweisen ; wenn 
aber Senfelder (Gesch. d. St. Wien, II, 2, S. 1033, Anm. 6) ihn als großen 
Wucherer hinstellen zu müssen glaubt, dem die Wunderburg „wie so 
vielen anderen" nur als gute Kapitalsanlage diente, so ist dies eine ganz 
willkürliche Behauptung. Die Quellen, auf die Senfelder hinweist und 
die seine Behauptung unterstützen sollen, handeln wohl von einem Juden 
Lebmann und Lemann (1295: QGW. I, 3, 2888, 2889, 2890; 1310: QGW. 
I, 4, 3498), doch ist es noch keineswegs ausgemacht, daß hier der erst 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 4 



50 

Zeitlich am nächsten steht die von der Judengemeinde im 
Jahre 1385 erworbene Badestube vor dem Kärntnertor, in der 
Nähe des Judenfriedhofes. 113 ) Die Höhe des Kauf Schillings spricht 
für ein ziemlich ausgedehntes und gut eingerichtetes Objekt, das 
aber schon wegen seiner Lage außerhalb der Judenstadt den 
Intentionen der Gemeinde nicht ganz entsprochen haben dürfte. 
Wie lange diese Badestube im Besitze der Judengemeinde gewesen 
ist, geht aus den derzeit bekannten Urkunden nicht hervor. Es 
wäre auch möglich, daß sie neben der Badestube zu den Röhren, 
die zuerst im Jahre 1398 zum Teil als jüdischer Privatbesitz 
erwähnt wird, als Gemeindeeigentum auch noch weiter im Be- 
trieb war. 

Die innerhalb der Judenstadt gelegene Badestube zu den 
Röhren, seit etwa 1330 im Besitze des Deutschen Ritterordens, 
gehörte zu den geräumigsten und besteingerichteten Wiener Bade- 
stuben. 114 ) Sie umfaßte, wenigstens in späterer Zeit, die Häuser 

später nachweisbare Badepächter Leubmann gemeint ist, andererseits 
sprechen diese Urkunden (dabei beziehen sich drei aus dem J. 1295 auf 
eine einzige Transaktion) nicht gerade für ein ausgedehntes Wucher- 
geschäft. 

113 ) 1385, Febr. 3: „Vlreich pader vor Kernertor ze Wienn und 
sein erben habent verchawft ir padstuben gelegen vor Kernertör ze Wienn 
zenest der Juden freythof umb J/05 phunt wienner phenning den Juden 
gemain ze Wienne und allen im erben und nachkomen, als der chawfbrief 
sagt." QGW. III, 1, 1726. Die Badestube vor dem Kärntnertor war 
schon 1364 im Besitze des Baders Ulrich (QGW. II, 1, 627). Im 
Jahre 1369 verkauft er eine zur Badestube gehörige Hofstatt an David 
den Juden von Eggenburg (QGW. III, 1, 212). 

114 ) Als Besitz des Deutschen Ritterordens wird sie zuerst 1339 
erwähnt (Pettenegg, Urk. d. D. R.-O., Nr. 1139). Es ist aber sicher, 
daß sie schon früher — u. zw. noch vor der Gründung der St. Nikolaus- 
kapelle zu den Röhren (S. Nicolaus prope cannas, dacz den roeren, zuerst 
erwähnt 1288) — als Privatbesitz bestanden hat. Den Namen der Bade- 
stube erklärt Müller (Gesch. d. St. Wien, I, S. 257, Anm. 5) mit ihrer 
Einrichtung, daß sie, im Gegensatze zu den Holzröhrenleitungen der 
übrigen Wiener Badestuben, mit einer Bleiröhrenleitung versehen war. 
Als Nachbarhaus wird sie 1327 zum ersten Male angeführt (QGW. II, 1, 
100, ,.padstuben, die da heisset dacz den Raren"). Keinesfalls lag 
sie aber, wie dies Müller a. a. O. u. passim angibt, im Hause der 
St. Nikolauskapelle, dem späteren Mauerbacher- oder Seitzerhof. In keiner 
der zahlreichen, auf die Nikolauskapelle und den späteren Mauerbacher- 
hof (die Karthäuse Mauerbach erhielt den Hof im J. 1335) bezüglichen 
Urkunden ist auch von der Badestube die Rede, was gewiß der Fall 
gewesen wäre, hätte auch die Badestube zu dem Besitz der Kapelle, bezw. 
des Klosters Mauerbach gehört. 









51 

Nr. 432 (jetzt Kleeblattgasse 5) und Nr. 433 (Kleeblattgasse 7) 
mit dem Zuhaus Nr. 406 (jetzt Kurrentgasse 8). 115 ) Sie wurde 
wahrscheinlich in den 80er Jahren des 14. Jahrhunderts erworben 
und als rituelles Bad eingerichtet. 116 ) 1398 befindet sie sich im 
Besitze Hanko des Unterkäuffels und seines Vetters 
Jakob des Ungars; am 21. August dieses Jahres werden 
sie an die Gewer geschrieben. 117 ) Kurz darauf, am 18. September, 
verpfändet Hanko seinen halben Teil und alle seine Rechte an der 
Badstube für 300 # Wiener Pfennige „Lesyrn von Perchtoltsdorff 
dem Juden und Haydgimmen, Lesyers sun dem Juden, bayd inn- 
haber und verbeser der Juden zech ze Wienn". lls ) Die Badestube 
gelangte also zum Teil in den Besitz der „Judenzech e". Daß 
darunter nicht die Gemeinde selbst, sondern eine Bruderschaft, in 
diesem Falle also etwa die Chewra Kadischa zu verstehen ist, kann 
man, wenn man die Terminologie des mittelalterlichen Bruder- 
schaftswesens berücksichtigt, fast als sicher annehmen. Unterstützt 
wird diese Annahme noch durch den zwei Jahre später erfolgten 
Eintrag des von Sehende 1, Hankos Witwe, an „Hadim dem 



u5 ) Vgl. Camesina in Ber. u. Mitt. d. Alt.-Ver. VIII, unter den 
Nummern 406, 432, 433. Im städt. Kaufbuch, H. 81 wird Nr. 406 als 
Zuhaus der genannten Häuser bezeichnet, „sambt dem eingefassten gartel 
in der Judengassen". 1566: Ror-Padt (Camesina, Urk. Beitr. S. 15). 
1700: sonsten das Röhrenbad genannt (Schimmer, Häuserchronik, Nachtr. 
zu Nr. 406). 

U8 ) Das Nachbarhaus („haws in dem hof der da gehöret zu der 
padstuben daez den Rom") besaß Hessman Baruchs Sohn schon 
1378. S. Beil. 1 zu Nr. 434. 

UT ) S. Beil. 1 zu Nr. 433. Der Kaufbrief hat sich leider nicht 
erhalten, weshalb der genaue Zeitpunkt des Überganges der Badestube an 
die Genannten nicht festzustellen ist. Der Eintrag spricht nur „von der 
padstuben genant die Rören, die von den erbern geystleichen herren von 
dem Dewtschenhaws von er (= früher, ehemals) an die Juden komen ist", 
GB. 15, 191 a, 3. Camesina hat, wie so oft, die Namen falsch gelesen 
und aus den Worten des Eintrags „Jacob Vnger sein Vetter" 
einen Hausbesitzer „ J e m V e 1 1 e r" konstruiert, der nach seinem Plane 
der Judenstadt auch noch das Haus 438 (außerhalb der Judenstadt!) 
besessen haben soll. Diese falsche Lesart hat — allerdings mit dem Vor- 
behalt „insoferne Camesinas Angaben aus den Stadtbüchern stammen und 
Vertrauen verdienen" — noch in neuester Zeit (Gesch. d. St. Wien II, 1, 
S. 237, Anm. 4) eine Konjektur gezeitigt, die jetzt natürlich als gegen- 
standslos betrachtet werden kann. 

ns ) GB. 57, fol. 101 b, 2. S. Beil. 2 zu Nr. 433. Nicht „Hayd Zimcr", 
wie Schlager I, S. 26 den Namen liest. 

4* 



52 

Juden, Lesyrs sun und Sckalam dem Juden, Warochs sun" ver- 
kauften halben Teiles der Badestube, wobei die Käufer ausdrücklich 
„zechmeister derJudenzech ze Wienn" genannt werden. 119 ) Nach 
der Judenvertreibung einige Jahre unbenutzt, kam die Badstube 
erst 1431 in den Besitz des Baders Konrad von Miltenberg, dessen 
Erben sie auch noch später besessen haben. 120 ) 

Außer dieser Badestube befand sich noch in dem Hause 348 
ein rituelles Frauenbad, „Tukhaus" (Tuckhaus, jüdisch- 
deutsch ,,T ü k k") genannt, wie sie neben der „M i k w a h" in 
den meisten Judengemeinden bestanden hat. Das Haus gehörte 
vor der Aufhebung der Judenstadt Musch von Linz und 
wurde 1425 von Herzog Albrecht an Thomas Paumgartner, 
Pfarrer von Oberhollabrunn, verliehen, der im darauffolgenden 
Jahre das Haus „mitsambt dem hindern äussern höflein auf dem 
halben tukhaus 11 weiterverkauft. 121 ) 



118 ) Sehlager I, S. 26, nach dem inzwischen verloren gegangenen 
städt. Kauf buch D, fol. 278. S. die Beil. 3 zu Nr. 433. Im Jahre 1386 
fungieren „Lesyr Patas ohem, Schaftlein von Prukk, Haydem Lesers sun 
und Slemlein Hanpusch" als Zechmeister der Judenzeche (GB. 1086, 
64 b, 2). — Daß es sich hier um eine der Wohltätigkeit gewidmete Insti- 
tution handelt, beweist mir u. a. der Passus in dem Wiener „Judeneid" (Ende 
d. 14. Jahrh.), „den die Juden maister gemacht habenf (Cod. 14 d. Hof- u. 
Staatsarchivs, fol. 77 b). Hier ist die Rede von „zechen, die gemainlich der 
Juden sind, daraws man durch gots willen Hecht prennet und armen 
leuten daraus geyt". — Wolf hat in der von ihm 1863 veröffentlichten 
„Einladung der Wiener Chebra vom J. 1320" die Jahreszahl, wie dies 
schon Steinschneider vermutet hat, verlesen. Die Namen, die er in 
dieser Einladung anführt, sprechen dafür, daß es sich um ein Dokument 
aus dem 16. Jahrh., also etwa 1520 handelt. Das Schriftstück selbst, 
auf das sich Wolf beruft, ist derzeit unauffindbar. Vgl. Hebr. Bibliographie. 
Herausg. v. Steinschneider, VI (1863), S. 118—119. 

120 ) S. Beil. 4 zu Nr. 433. 

121 ) S. Beil. 3 zu Nr. 348. Unter dem Namen der „Tuchhauserin", 
der 1414 in GB. 1088, 114 a, 3 vorkommt, ist wohl die Besitzerin oder 
Pächterin des „Tuckhauses" zu verstehen. Vgl. auch die Liste der jüdi- 
schen Hausbesitzer in Ödenburg 1379 (Monum. Hung. Jud. S. 455 u. ff.) : 
„Tuckhauser" (S. 456), „Tuckhaus" (S. 457). — In diesem Sinne ist 
auch die Bemerkung Schalks (Die Mödlinger Häuser. Ber. u. Mitt. d. 
Alt.-Ver. B. 33, S. 63), daß es sich bei dem Möllinger Haus in der Juden- 
gasse, „gelegen bey dem Spital mit ainer saitten zunagst der Padstuben 
und haist DuchJiaus" , um ein mit dem Tuchgewerbe zusammenhängendes 
Haus, also ein „Tuchhaus" handelt, zu berichtigen. — Nach Wolf hat 
Herzog Albrecht 1421 an Hans von Puchaim ein „Musirbad" (!) verkauft 



53 



Zu dem unbeweglichen Eigentum der Wiener Judengemeinde 
hat auch der bereits genannte Judengarten, in der unmittel- 
baren Nachbarschaft des Klosters der weißen Brüder gelegen, 
gehört. Als Gemeindebesitz führt Schlager, I, S. 25, noch das 
Juden Wirtshaus in der Wipplingerstraße an und bezeichnet 
als dieses das Haus Maisterleins (alt 385 D, jetzt Wipplinger- 
straße 8, Stoß-im-Himmel 2); die Angabe ist falsch und beruht 
auf der mißverstandenen Auffassung der dem Kaufeintrage bei- 
gefügten Bemerkung, daß der Jude E e d 1 in dem Hause „W i r t" 
gewesen ist. Der Ausdruck „W i r t" ist hier selbstverständlich in 
dem Sinne als „H ausverwalter" zu verstehen. 






Zum Schlüsse sei, obwohl außerhalb der Judenstadt gelegen, 
auch noch des Gemeindefriedhofes gedacht. Im allgemeinen 
wird der Wiener Judenfriedhof schon im Art. 14 des Juden- 
gesetzes Friedrichs II. vom Jahre 1244 erwähnt, in dem auf die 
Schändung des Friedhofes die Todesstrafe und Vermögenskonfis- 
kation gesetzt wird (Scherer a. a. 0. S. 182, 225). Aus dem 
Umstände, daß im Art. 13 derselben Ordnung die mautfreie Über- 
führung der Leichen von Juden aus einem Orte in den anderen 
verfügt wird, deduziert Scherer wohl mit Recht, daß die Juden 
in Österreich in frühester Zeit einen Zentralfriedhof nicht nur für 
das Herzogtum, sondern auch für die angrenzenden Länder hatten, 
„wie ja auch der Friedhof in London (bis 1177), in Deutschland 
die Friedhöfe in Regensburg, Schweidnitz, Mainz, Worms, Frank- 
furt, in der Schweiz die Friedhöfe in Basel und Zürich als Landes-, 
bezw. Bezirksfriedhöfe zur Bestattung sowohl der zur Gemeinde 
gehörigen als auch fremden Juden dienten". Diese zentrale Be- 
gräbnisstätte befand sich, wenigstens für die nächste Umgebung, 
zweifellos in Wien und sicherlich an der Stelle, wo sie sich 1368 
zuerst urkundlich feststellen läßt, im sogenannten „Greut" vor 
dem Kärntnertor, 122 ) in der Nähe der 1385 von der Judengemeinde 
erworbenen Badestube. 

(Hebr. Bibliogr. 1863, S. 65). In seiner „Gesch. der Juden in Wien" 
(1876), S. 244, Nr. XII, wiederholt er (mit der falschen Jahreszahl 1424) 
diese Angabe, indem er die Urkunde (es ist dies Urk. Nr. 2170 des Wiener 
Stadtarchivs, s. Beil. 1 zu Nr. 418) vollinhaltlich abdruckt. Die Einsicht- 
nahme in das Original ergab die Aufklärung, daß Wolf die Worte „nw 
fürbaser" der Schlußformel der Urkunde in ein sinnloses „Musirbad" 
verballhornte. 

12a ) Etwa in der Gegend der Albrechtsgasse und Opernring 10. 



54 

Daß diese erste urkundliche Feststellung der Örtlichkeit des 
Friedhofes sich nicht mit dem Zeitpunkte seiner Entstehung deckt, 
beweist eine Reihe von Grabsteinen aus früherer Zeit, die sich 
bei Neubauten, teils an der Stelle und in der Umgebung des 
früheren Judenfriedhofes, teils an Orten gefunden haben, wohin 
sie nach der Aufhebung des Ghettos und der Zerstörung des 
Friedhofes verschleppt und zumeist, wie bei der Anlage der Vor- 
stadt Gumpendorf, als Grundsteine verwendet wurden. Funde 
jüdischer Grabsteine wurden in Wien schon im 16. Jahrhundert 
gemacht. Der bekannte Polyhistor Wolf gang Lazius hat sich 
ihrer angenommen, allerdings um sie mit weitestgehender Phan- 
tasie zu einem Ausgangspunkte einer Urgeschichte der Juden in 
Wien zu machen. 123 ) Spätere Funde von jüdischen Epitaphien in 
Wien, die sich teils im ganzen, teils fragmentarisch erhalten haben, 
bestätigen das hohe, mindestens bis an den Anfang des 13. Jahr- 
hunderts zurückgehende Alter des Wiener Judenfriedhofes. 124 ) Im 
Jahre 1349, zur Zeit des schwarzen Todes, mußte er, wie uns 
dies der damals in Wien tätig gewesene Konrad von Megenberg 
mitteilt, erweitert werden, zu welchem Behufe die Gemeinde zwei 
Nachbarhäuser erwarb. 125 ) 

In diesem Zustande blieb der Friedhof bis zur Aufhebung 
der Judenstadt; wenigstens findet sich in der Zwischenzeit keine 



123 ) Herum Viexmensium eommentarii. Basel 1546, fol. 6 u. ff. Aber- 
manns Übersetzung, Wien 1619, S. 4 u. ff. Die von Lazius veröffent- 
lichten Grabsteine stammen nach seiner Erklärung aus den Jahren 1201 
und 320 v. Chr., 139 und 255 n. Chr. Den Versuch einer richtigen Lesung 
hat Polläk in seiner Schrift „A zsidök B6cs-Ujhelyen" (Die Juden in 
Wiener-Neustadt) Budapest 1892, S. 9 u. ff. unternommen. Ob seine 
Exegese eine glückliche ist, das zu entscheiden, muß ich Berufeneren 
überlassen. Nach der Interpretation Polläks stammt Lazius I. („Mor- 
dachi Misug gibbor") aus dem Jahre 1100 und hat einst das Grab eines 
wegen seiner Körperstärke als „Magog" und „gibbor hagadol" benannten 
Mardochai bezeichnet. L. II. ist nach Polläk der Grabstein eines R. Juda 
Kohen Bertinoro aus Intra (bei Forli) aus dem J. 1139. L. III. identi- 
fiziert Polläk mit dem Epitaph des 1257 gestorbenen Salem, Sohn des 
Baruch. L. IV. (nach Lazius der Grabstein der „Petarach Penin [sive 
Faunyn] filia Rabbi Joseph" aus dem J. 320 v. Chr.) hält Polläk für 
den Grabstein einer „Peninah, Tochter des R. Joseph", gestorben im 
Jahre 1542 (?). 

184 ) über die im Oktober 1896 in Wien zutage geförderten jüdischen 
Grabsteine s. Mitt. d. Zentr.-Kommission, B. 23, S. 51. 

m i Buch der Natur. Herausg. v. Pfeiffer. S. 112. 



55 



urkundliche Nachricht über irgend welche Veränderung vor. Im 
Jahre 1421 verfiel er der Zerstörung; die Grabsteine wurden, wie 
erwähnt, zum Teil für die Neubauten der Vorstadt Gumpendorf 
verwendet. Die der Erde gleichgemachte Stätte des Friedhofes 
blieb einige Jahre verödet. Erst 1437 schenkt Herzog Albrecht 
„den ecktheil des fleclcs, da weiland der Juden freudhof gewesen" 
dem neuen Chorherrenstift St. Dorothea. 126 ) 

Privatbesitz. 

Wie bereits erwähnt, konnten die Juden innerhalb der 
Judenstadt unbewegliches Gut erwerben und darüber frei ver- 
fügen, ohne die Verpflichtung, die mit der Besitzveränderung 
verbundenen Transaktionen vor dem städtischen Grundbuche ab- 
wickeln zu müssen. Die Judenstadt hatte demnach ihr eigenes, 
bisher verschollenes Grundbuch, dessen Existenz uns einige Daten 
überliefert haben. 127 ) Außer der dem Landesfürsten zu leistenden 
Schatzsteuer waren die Häuser von irgendwelchen Abgaben frei; 
was an Abgaben auf den Häusern haftet, sind lediglich die der 
Grundherrschaft (Schotten, Deutschen Ritterorden, Bürgerspital, 
Bistum etc.) zu leistenden Burgrechtspflichten und Grunddienste. 

Von den 69 Häusern der Judenstadt waren 1421, zur Zeit 
der Aufhebung, nachweisbar 50 im Privatbesitze von namentlich 
angeführten Juden. Bei einigen Häusern ist uns der letzte 
jüdische Besitzer nicht bekannt, was zum Teil auf die oft mangel- 
hafte Führung des Grundbuches zurückzuführen ist, 128 ) teils auf 



I2tt ) Fischer, Notitia urbis Vind. Suppl. III, S. 111. Der Eckteil 
berührte an einer Seite „die gemein Strassen, die da gehet von unsern 
haus, genant das Paradeys, zu dem spital, und endet sich an des Albert 
Weyer meister garten, an dem andern theil berühret er die Strassen, die 
da gehet von unsern hauss hinauf neben dem Stadtgraben zu dem 
Khärntnerthor (i . über die Lage des „das Paradies" genannten 
herzog]. Gartens im „Gereute" zwischen der Stuben* und Kärntnerbrücke 
vgl. Müller in Gesch. d. St. Wien, II, 1, S. 185. 

12T ) Mehrere Belegstellen in QGW. u. den nicht gedruckten Grund- 
büchern (GB. 57, 110b, 2: „ der Juden... in ir stat register"). 

128 ) So fehlt einmal die dem Kaufe entsprechende Gewereintragung 
oder umgekehrt; ein andermal wird das Haus einfach als „weilent ein 
Judenhaus <( oder ähnlich, ohne Angabe des Vorbesitzers, registriert. Nicht 
bekannt ist z. B. der letzte jüdische Besitzer des Hauses 385 F (bei Came- 
sina „olim Efferleins Arons Aydam des Juden"; dieser kommt in 



56 

den Umstand, daß eine Reihe von Häusern erst viel später oder 
überhaupt nicht verkauft wurde. 

Der Häuserbesitz der Einzelnen war ein ziemlich beschei- 
dener und repräsentierte weder ein nennenswertes Vermögen, noch 
eine besonders rentable Kapitalsanlage. So besaß die Familie 
S t e u ß, scheinbar die reichste der Wiener Judengemeinde, selbst 
wenn man sämtliche Mitglieder der weitverzweigten Familie 
berücksichtigt, kaum mehr als ein Dutzend Häuser in der Juden- 
stadt. Der Besitz der meisten beschränkt sich auf ein einziges 
Haus, oft war ein Haus Eigentum von zwei Mitbesitzern. 129 ) 

Die Geschichte der einzelnen Häuser läßt sich im allgemeinen 
nicht weit zurückverfolgen; der Grund ist in der verhältnismäßig 
geringen Anzahl der uns erhalten gebliebenen Häuserurkunden 
zu suchen, teilweise ist auch das einschlägige Material noch un- 
bearbeitet. 130 ) 

Die älteste Nachricht über ein bestimmtes Judenhaus ist 
die auf „Penditen haws des Juden" bezügliche Urkunde aus dem 
Jahre 1294. 131 ) Aus den Eintragungen im Kaufbuch 101 aus 
den Jahren 1379 und 1381, 132 ) zu welcher Zeit das Haus im Be- 
sitze Judel Rötels von Klosterneu bürg war, läßt sich 
das Haus als Nr. 349 (jetzt Wipplingerstraße 15) identifizieren. Über 
die Vorbesitzer des Hauses 363 (Wipplingerstraße 10, Stoß im 
Himmel 1) orientieren uns Urkunden aus dem Jahre 1357 und 
1370, 133 ) ebenso kennen wir den Besitzer des Hauses 385 G aus 
Urkunden der Jahre 1371 — 1373, 134 ) während uns allerdings bei 
diesem, wie auch bei den Häusern 385 C, 385 F und 415 der letzte 



Wiener Urkunden in der Zeit 1351 — 60 vor), 385 G (Camesina: olim 
Morchel der Jude Nachmans Sun des Juden von Salzpurch [1351], vgl. 
die korrespondierende Beilage), 351, 342, 419, 410, 412, 414, 415 (Came- 
sina: olim Muschal Suns des Juden [1386], vgl. die entsprechende Bei- 
lage), 393—396 u. a. 

" 9 ) So z. B. Nr. 347, 384 B, 384 D etc. 

13 °) Eine wertvolle Ausbeute für die mittelalterliche Topographie 
der Stadt Wien verspricht u. a. das derzeit bearbeitete Urkundenmaterial 
des Bürgerspitalarchivs, dessen baldigste Veröffentlichung sehr zu wün- 
schen wäre. 

131 ) QGW. I, 1, 606. S. Beil. 1 zu Nr. 349. 

132 ) QGW. III, 1, 1142, 1303. 
m ) S. Beil. 1 u. 2 zu Nr. 363. 
m ) S. Beil. zu Nr. 385 G. 



57 

Eigentümer zur Zeit der Aufhebung der Judenstadt nicht be- 
kannt ist. 135 ) 

Trotz aller dieser Mängel ist dank der immerhin noch aus- 
führlichen Eintragungen der Grundbücher das Häuserbild der 
Judenstadt zur Zeit ihrer Aufhebung ein so klares, daß wir fast 
die meisten Eigentümer der einzelnen Häuser festzustellen in der 
Lage sind. Wo nicht direkte, auf bestimmte Häuser bezügliche 
Kauf- oder Geweranschreibungen vorliegen, dort gibt uns oft 
die das eine oder andere Nachbarhaus betreffende Eintragung 
auch über den Namen des Anrainers Auskunft und ergänzt so in 
indirekter Weise unsere Kenntnis von dem Häuserumfang und 
den Hausbesitzern des Judenviertels. 



Mit Feuer und Blut wurde im Jahre 1420 das Prinzip „vete- 
res migrate coloni" durchgeführt. Das Martyrium der Bewohner 
des Wiener Ghettos hat seinerseits zu einer der bedeutendsten 
Episoden in der Geschichte des Wiener Stadtlebens, zur internen 
Erweiterung und Umgestaltung des Stadtbildes beigetragen. Und 
wenn der fromme Schreiber der Universitätsakten seiner tiefen 
Befriedigung Ausdruck gibt, daß aus den für den Universitätsbau 
verwendeten leblosen Steinen der Synagoge eine „schola virtutum 
novae legis" erstehen soll, dann bleibt auch für die in den Tod 
oder in die Verbannung getriebenen Ghettobewohner die aller- 
dings teuer erkaufte Genugtuung, auch ihrerseits zur räumlichen 
Ausgestaltung der Stadt, die sie mehr als 200 Jahre beherbergt 
hat, passiv und indirekt beigetragen zu haben. 130 ) 

135 ) Licht in die Häuserchronik der Judenstadt würde einzig und 
allein das bisher verschollene Judengrundbuch bringen, aus dem sich 
die Besitzerreihe wenigstens bis zu einem gewissen Zeitpunkte zurück- 
verfolgen lassen dürfte. Mangels einschlägiger Daten läßt sich auch eine 
Reihe bekannter Urkunden nicht mit voller Sicherheit auf bestimmte 
Häuser beziehen. Ich habe diese Urkunden und Eintragungen den Bei- 
lagen angefügt. 

136 ) Wie vorurteilslose Historiker späterer Zeit, denen man nicht 
etwa den Vorwurf konfessioneller Parteilichkeit machen kann, über die 
Judenverfolgung des Jahres 1421 gedacht haben, dafür nur folgende Be- 
lege: Kurz, Österreich unter Herzog Albrecht IV. (Linz 1830), S. 206: 
„Dieses Unheil, das (1406) bloß die Juden in Wien getroffen hat, kann 
mit dem schrecklichen Loos gar nicht verglichen werden, welches ein 
blinder Religionseifer 1420 über alle jüdischen Bewohner Österreichs ver- 



58 

hänget hat. . . . Wie grausam ist doch die Justizpflege, wie blind und 
gewinnsüchtig der Religionseifer des Mittelalters auch in unserem Vater- 
lande gewesen!" — Ders., Österreich unter K. Albrecht II. (Wien 1835), 
S. 33: „Daß Albrecht Juden aus keiner anderen Ursache verbrennen und 
ihr Besitzthum confisziren ließ, als weil sie sich weigerten, Christen zu 
werden, kann auf keine Weise entschuldiget werden. Höchstens läßt sich 
die Schuld auf die rohe Zeit schieben, in der er lebte. Ein blindes, grau- 
sames Wüthen gegen anders Denkende hat damals noch allenthalben für 
einen löblichen Religionseifer gegolten. Diesem Grundsatze gemäß haben 
aber auch die Hussiten gehandelt, und Tausende in den Flammen des 
Kelchs wegen als halsstarrige Widersacher gestraft." — Karajan (Die 
alte Kaiserburg zu Wien. Ber. u. Mitt. d. Alt.-Ver., VI, 1863, S. 67) : 
„Die grausamen Judenverfolgungen dieses Jahres werden wohl auch in 
unserer Burg durch den Nothschrei der ungerecht Bedrängten einen trau- 
rigen Wiederhall gefunden haben. Nichts kann angeführt werden, um 
solches Verfahren zu rechtfertigen. Die Rohheit der Zeit vorschützen, 
um Albrechts Verhalten gegen die Juden zu beschönigen, heißt ihn nur 
doppelt anklagen, denn in seinen eigenen Vorfahren, in Rudolph IV., in 
Albrecht III. und IV., waren ihm menschlichere Vorbilder gegeben, denen 
er hätte folgen sollen ; der Vorwurf trifft ihn also nur um so schärfer." — 
Vancsa (Gesch. d. Stadt Wien, II, 2, S. 526): „In diese religiös auf- 
geregte Zeit fiel auch der Ausbruch einer großen Judenverfolgung, wohl 
der bedeutendsten, welche in Wien stattgefunden hat. Das religiöse 
Moment — die übliche Beschuldigung des Blutrituales und des Hostien- 
diebstahles — gab allerdings nur den äußeren Anlaß. . . . Die Haupt- 
sache war, daß alle Juden aus Österreich vertrieben und ihre Güter zu 
Gunsten der herzoglichen Kammer eingezogen wurden. In dieser Maß- 
regel liegt auch die Erklärung für das Vorgehen Herzog Albrechts, das 
ein allerdings mit grausamen Gewaltmitteln durchgeführter Fiuanzcoip 
war, um für die enormen Kosten des Hussitenkriegcs aufkommen zu 
können." 



W 
V 



DDDDDDODDDDDDDDDDDDDDGDDDDDaDDD 



Urkundliche Beilagen 



zur 



Häuserchronik der Judenstadt. 









DDaDDDDDDDüüODDDDDDDÜOÜÜDDDODDD 









Nr. 332 (Am Hof 10, Färbergasse 1). 

1J(26, an miticken vor sand Stephans tag invencionis (Juli 31). 
Vlreich Schrot, herczog Albrechts, herczogen ze Österreich 
etc. kuchenmaister hat gevangen imcz und gewer ains hauß, gelegen 
in der J u d e n g a s s e n, an ainem ort an dem Hof und mit dem 
andern hinden an den fleischhof gelegen und ain klains gertl, 
daz stosset an den Teuffengraben, daz Suesmans und Smo- 
yels von Krems der Juden und Joseppin, des- 
selben Smoyels mutter gewesen ist, daz im und seinen 
erben der vorgenant unser genediger herr von sundern gnaden 
gegeben hat, sicut litera ducis sonat. 

Summa nulla propter curiam. 
GB. 16, 332 b, 4. 

Nr. 332 A (Am Hof 10, Färbergasse 1). Fleischhof. 

Unverkauft geblieben, wurde der Fleischhof anfangs zur Auf- 
bewahrung der Holzvorräte der Stadt verwendet, um 1562 zusammen mit 
Nr. 332 und dem — nicht zur Judenstadt gehörigen — Hause Nr. 331 (Am 
Hof 9) in den Neubau des städtischen Zeughauses einbezogen zu werden. 

Nr. 333 (Färbergasse 3). 

1423, an mitichen nach Oculi in der vasten (März 10). 
Chunrat Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rat 
gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen in 
dem Hofgesslein ze Wienn zenegst des Morgenpessers haus 
an ainem tail und an dem andern zenegst weilent der Juden 
fleischhof umb 180 g $, Mertten dem Frawnmesser dem 
schuster, Agnesen seiner hausfrawn oder welhes under in baiden 
das ander überlebt, sicut litera sonat. 

Summa 12 sh ^. 
GB. 16, 34 a, 3. 

Nr. 334 (Färbergasse 8). 

Vorbesitzer : Musch von Klosterneuburg (?). Vgl. S. 19, 
Anm. 36. Der grundbücherliche Eintrag ist nicht festzustellen. 

Nr. 335 (Färbergasse 6). 

I42I, an mitichen vor Laurenti (August 6). 
Maister Caspar von Lanczhüt und Kathrey sein hausfraw 
haben gevangen nucz und gewer ains hauß, gelegen in der J u d e n- 



62 

g a s s e n ze Wienn, pey den türlein als man get an den Hof, das 
in der hochgeborn fürst herczog Albrecht, herczog ze Oster- 
reich etc. unser genediger herr von sundern gnaden geben hat und 
das an denselben unsern genedigen herren von Muschen dem 
Juden, Maister Jekleins steufsun komen ist, also, 
das der vorgenant Maister Caspar und Kathrey sein hausfraw 
und ir erben das vorgenant haws nu furwasser innehaben, nuczen 
und niessen und allen irn frumen damit geschaffen mögen, wie 
in das am pesten fugt, ungeverleich, ut litera ducis sonat. 

Summa fehlt. 
GB. 16, 306 a, 5. 

Nr. 336 — 340. Häusergruppe des Ledererhofes (nicht zur Juden- 
stadt gehörig). 

Nr. 341 (Drahtgasse 3, früher 2). 

1)25, an raentag nach unsrer frawn tag Nativitatis (Sept. 10). 

Hanns Scharffenperger, burgermaister und der rate gemain 

der stat ze Wienn habent verkauft t ain haus, daz weilent J u d i 8 

der Mördlin gewesen ist, gelegen im gesslein, daz da geet 

von dem Schulhof an der Herczogenhof, an ainem tail zenegst 

hern Wilhalm von Puchaim haus und an dem andern zenegst 

Maister Caspars haus umb 110 $ $ Hannsen dem Klausen von 

der Hermausstat, Vrsulen seiner hausfrawn und welhes under in 

baiden das ander überlebt, sicut litera sonat. 

Summa 7 sh 10 ^. 

GB. 16, 103 b, 5. 

Nr. 342, 342 A (Judenplatz 7). 

.1487, an freytag vor St. Colomannstag (Okt. 11). 
Wilhelm von Puchaim, oberster Truchseß in Österreich 
schafft sein „hinders hauss zu Wienn, an dem Judenplatz ge- 
legen, dass an mein vorders hauss stöst an eim tail, an dem 
andern zu neckst Stephan des Ferbers hauss, dass mir mein 
gnädiger herczog Albrecht, herczog zu Osterreich undt Marggraff 
zu Mehren etc. von sondern gnaden geben hat, in solcher be- 
schaidenheit, dass allweeg mein vorder haus die unter cammer, 
zu neckst der thür, undt auch die cammer oben an der stieg, 
entrichts gegen der stuben über mit sambt dem untern hofflein, 
undt den zweyen maststallen unter den benannten hauss, mit 



63 

sambt dem gewölblein, darauff die buchen steht, mein lebtag 
nutzen vnd messen tvill", zu einer ewigen Messe in die Stephans- 
kirche. 

Camesina in Bl. d. Ver. f. Landesk. 1871. S. 136, Nr. 333 (nach 
einer Abschr. aus dem Ende d. 16. Jahrh. im erzbischöfl. Archiv). — Vgl. 
auch ibidem 1872, S. 53, Nr. 424. Ein gleichzeitiger grundbücherl. Ein- 
trag ist nicht zu finden, doch ist die Schenkung, wie bei den Häusern 
417 — 420, sicher auf das Jahr 1421 zurückzuführen. 

Nr. 343 (Judenplatz 8). 

Vorbesitzer: Rotl. Zuhaus zu Nr. 344. S. dieses. 

Nr. 344 (Wipplingerstraße 13, Judenplatz 9). 
l. 

Uf2Jf, an eritag vor dem phingsttag (Juni 7). 
Chunrat der Holczler, zu den zeiten burgermaister und der 
rat gemain der stat ze Wienn habent verkaufet ain haus, des 
weilent drew hewser gewesen sind, ains der Juden spital 
und das ander Rotleins des Juden mitsambt den zuhaus 
hinden daran, gelegen in der Wildwercherstrass ze Wienn, zenegst 
Maister Thomans des glasers haus umb 500 U ^ Niclasen dem 
Verber, burger ze Wienn, Annen seiner hausfrawn und ir baider 
erben oder welches under in baiden das ander überlebt, sicut 
litera sonat. 

Nota: der ain tail des egenanten hauß zenagst der Juden 
spital ist verkauft Steffan Necheln. 

Summa 2 $ 20 ^. 
GB. 16, 35 b, 1. 

2. 
lk%k> a n man tag vor Michaelis (Sept. 25). 

Mclas Verber und Anna sein hausfraw habent verkaufet 
25 $ wienner phening gelts purkrechts auf irem haus, des weilent 
drew hewser gewesen sind, ains der Juden spital und das 
ander Rotleins des Juden mitsambt dem zuhaus hinden 
daran, gelegen in der Wildwercherstrazz ze Wienn zenegst hern 
Thomans glaser haus umb 200 U wienner phening der geistleic'hen 
swester Barbaren, oonventswester dacz sand Larenczen ze Wienn, 
Petern des Menscheins tochter, ir lebteg inczehaben und nach irm 
tod bei demselben Kloster zebeleiben, sicut litera sonat. 
Summa 13 sh 10 $. 

Nota, daz das ain tail hauß verchaufft ist zenagst der Juden 
spital Steffan dem Nechlein und die frawen habent sich an den 



64 



andern zwaien tailen hauß lassen genügen. Per Wirsing et in 
consilio. 

GB. 58, 210 a, 5. 

3. 
1482, an freytag nach sand Gallen tag (Okt. 11). 

Anna, Maister Hainreichs des Stollen, lerer in der erczney 
hausfrau hat verkaufft ain haus mitsambt der durchvart, gelegen 
in der Wildwercherstrass ze Wienn, das weilent der Juden 
s p i t a 1 gewesen ist, zenagst Steffieins des Nechleins (haus an 
ainem tail und an dem andern zenagst Conrads des Lempershai- 
mers haus umb 305 S> 3} dem erbern Hannsen Verber in der 
Weihenpurgk, Agnesen seiner hausfrawn und irn baiden erben, 
ut litera sonat. 

Summa 3 ti 10 ^. 
GB. 16, 15 b, 3. 

Nr. 345 (Judenplatz 10). 

1422, an freitag vor sand Jacobstag (Juli 24). 
Mathes Voburger, burger ze Wienn hat gevangen nucz und 
gewer ains hauß, das Sara der Judin gewesen ist und das 
von derselben Judinn an den hochgeborn fursten herczog Al- 
brechten, herczogen ze Osterreich etc. komen ist, gelegen in der 
Judengassen ze Wienn, zenegst der J u d e n s c h u 1 an ainer 
seitten und zenegst Abrahambs Juden von Perchtols- 
t o r f haus, das er von dem vorgenanten unserm genedigen herren 
gekaufft hat umb 240 phunt wienner phening, allen seinen frumen 
damit zeschaffen, ut litera ducis sonat. 

Summa 72 ^. 
GB. 16, 314 a, 2, 

Nr. 346 (Fütterergasse 1). 
Vorbesitzer : Abraham von Perchtoldsdorf. (S. 
den vorhergehenden Eintrag.) Nähere Daten über den Verkauf 
des Hauses fehlen. 

Nr. 347 (Wipplingerstraße 9). 
1. 

1422, an mantag vor Michaelis (Sept. 28). 

Hainreich Eeutter, burger ze Wienn hat gevangen nucz und 
gewer ains hauß, gelegen in der Judengassen ze Wienn, 



65 



zwischen Schedl von Tulln und Musch von Lincz 
heusern, das Hendlein von Newnburg nnd Merchlein 
von Herezogemburg der Juden gewesen und von den- 
selben Juden an den hochgeborn fursten herczog Albrechten, her- 
czogen zu Osterreich etc. komen ist und das im derselb unser 
genediger herr von sundern gnaden geben hat, also das er und 
sein erben das vorgenant haus mit seiner zugehorung nu furbasser 
innhaben, nüczen und niessen und allen im frumen damit schaffen 
sullen und mögen, wie in das am pesten fugt ungeverleich, ut 

litera ducis sonat. 

Summa 72 ^. 
GB. 16, 315 b, 1. 

2. 
1422, an mantag vor Michaelis (Sept. 28). 

Hainreich Eeutter ze Wienn hat verkaufft vierdhalb phunt 
wienner phening gelts purkrechts auf sein haus, gelegen in der 
Judengassen zu Wienn, zwischen Sedel von Tulln und 
M uschenvonLincz heusern. das Hendlein vonNewn- 
b u r g und Merchlein von Herezogemburg der Ju- 
den gewesen und von denselben Juden an den hochgeborn fursten 
herczog Albrechten, herezogen zu Osterreich etc. komen ist und das 
im derselb herczog Albrecht von sundern gnaden geben hat, umb 
'18 $ wienner phening dem erbern herrn hern Micheln, pharrern 
zu Sannd Euprecht und kapplan Sand Sigmundts und Sand Wolf- 
gangs altar an der Wurffei kappellen, gelegen in allerheiligen 
Tumbkirchen daez Sand Steffan ze Wienn. 

Summa 56 ^. 
GB. 58, 106 b, 2. 

Nr. 348 (Wipplingerstraße 11, früher 15). 

l. 
1425, März 21, Laa. 

Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, markgraf ze Merhen und grave 
ze Tirol etc. bekennen für uns und unser erben, daz wir dem erbern 
priester Thomann Pawngartner, pharrer zu Obernholabrunn von 
seiner arbait wegen, die er uns mit verglasen der newn kappellen 
in unser bürg ze Wienn getan hat und auch umb soliche arbait, 
so er uns noch hinfür tun wirdet, gegeben haben und geben auch 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 5 



66 

wissentleich mit dem brief unser haws ze Wieim in der Juden- 
gassen zwischen Mclasen des Verber und des ßeutter heusern ge- 
legen, darin er yecz wonet und das von weilent Müschleindem 
JudenvonLinczan uns komen ist, in solicher mass, daz der- 
selb Thoman und sein erben oder wem er dasselb haws verkauft, ver- 
macht, schafft oder gibt, das mit seiner zugehorung innhaben, 
nuczen und niessen und allen iren frumen damit schaffen sullen 
und mugen, wie in das am besten füget, als der egenanten unser 
stat ze Wienn recht ist; wir sein auch darauf desselben Thomans 
des obigen hawß gewer und scherm vor gewalt und unrecht, un- 
geverleich. Mit urkunt des briefs, geben ze Laa an mitichen 
nach Letare in der Vasten nach Kristi gepurde vierczehenhundert 
jar darnach in dem fumfundczwainczigisten jare. 

Dominus dux in consilio. 

Orig. auf Perg. im Archiv d. Stadt Wien. 

Regest in QGW. II, 2, 22^5. 

2. 

VfB5, an mitichen nach Judica in der Vasten (März 28). 

Her Thoman Pawngartnner, pf arrer zu Obern Holabrunn hat 

gevangen nucz und gewer ains hauß, gelegen in der Wildwercher- 

strass ze Wienn, zwischen Mclass Verber und des Reutter heusern, 

daz weilent Muschleins des Juden von Lincz gewesen 

ist und daz im der hochgeborn furste herezog Albrecht, herczog 

ze Osterreich etc. ledikleich geben hat, also, daz er und sein erben 

allen im frumen damit mugen schaffen, sicut litera dueis sonat. 

Summa 72 3 t . 
OB. 16, 325 a, 1. 

3. 
1426, an pfincztag nach Michaelis (Okt. 3). 

Die Testamentsvollstrecker des Thoman Paungartner ver- 
kaufen das Haus „mitsambt dem hindern äussern höflein auf 
dem halben tuhhaus, den prunn halben und die infart von dem tor 
uncz gar an des Verber maur u für 300 <ft d. an Kunrat den Lem- 
pertshaimer. 

OB. 16, 8 b, 2. 

Nr. 349 (Judenplatz 8, Wipplingerstraße 15, früher 19). 

1. 

1294, wn> sand Gilgen tage (Sept. 1). 
Pilgrim, Paltrams Sohn von Wien, stiftet im Kloster Hei- 
ligenkreuz für sich und seine verstorbene Frau Mechtildis einen 



67 



Jahrtag; von der zu diesem Zwecke gewidmeten Gülte von 5 Pfund 
Wiener Pfennigen liegt eines auf „Penditen havs" des Juden, 
zunächst bei dem Schulhofe der Juden. 

QGW. I, 1, 606. 

2 # 

1379, feria sexta proxima post festum sanctorum Petri et Pauli apostolo- 

rum (Juli 1). 

Dominus Cholomannus abbas ad Sanctam Crucem et con- 
ventus ibidem dederunt ad redimendum, Judel Rötel de 
Neunbürch 1 talentum denariorum redditus, quod habuerunt 
super domum eius sitam in strata Judeorum prope domum 
Hospitalis Judeorum pro 8 libris denariorum. 
QGW. III, 1, 1142. 

3. 
1S81, tercia feria proxima ante festum, s. Georii (April 23). 

Nicolaus Tesser (Niklas der Würffei) Margareta uxor . . . 
dederunt ad redimendum Jüdlino Rötel, judeo de N e w n- 
b u r g a, 5 libras denariorum redditus, quos habuerunt super 
domum suam sitam inter Judeos prope domum Hospi- 
talis Judeorum ex una parte et ex altera parte prope Schul- 
hof, pro 40 libris denariorum . . . 

QGW. III, 1, 1303. 

4. 

1424, Juni 7, zusammen mit Nr. 344 von der Stadt an Niklas den 

Verber für 500 g verkauft. S. Eintrag 1 zu Nr. 344. 

5. 
Ilf30, an mittichen vor unser frawn tag Nativitatis (Sept. 6). 

Anna Maister Hainreichs des Stoll lerer in der erezney 
hausfrau, die emalen Niclasen den Verber auch eleich gehabt 
hat, hat verkaufft ain haus, das weilent Rotleins des Juden 
gewesen ist und daz si und der egenant Niclas Verber, ir erer man 
miteinander gekaufft haben, welhes das ander überlebt, gelegen 
in der Wiltwercherstrass zenagst dem andern irm haus, das 
weilent der Juden spital gewesen ist, mit der obern seytten 
und zenagst Hannsen des Angervelder haus mit der nidern seytten 
und stosset hinden auch an mein ( !) haus, gelegen bey dem Schulhof, 
umb 300 # wienner phening dem erbern Steffen Nechel, irm vet- 
tern, Agnesen seiner hausfrauen und irn beiden erben, ut litera sonat. 

Summa 3 g $. 

GB. 16, 12 a, 1. 

5* 



68 



Nr. 350 (Wipplingerstraße 15, früher 21). 
1. 

1391, in vigilia omnium sanctorum (Oktober 31). 
Schymman Jud hat verchauff t an Hetschleins des 
Peltl eins stat des Juden 8 phunt wienner phening und 
6 Schilling geltes purkchrechts auf des egenanten Hetschleins 
haws des Juden, gelegen under den Juden ze Wienn, zenest 
Judleins haws des Kotleins um 70 phunt Hannsen, 
Hannsen sun von Erdfurt und seinen erben. Es wer denne, daz 
er abgieng mit dem tod, ee, denne er zu seinen beschaiden jarn 
ehern, so sol dieselben gult gevallen auf sein muter, frawn Johan- 
nen, weilent des egenanten Hannsen witiben, sicud litera sonat. 
Summa % / 2 g 20 ^. 
GB. 57, 262 b, 6. 

2. 
Uf24, feria iertia ante Pangratii (Mai 9). 

Kunrat Holczler burgermaister ze Wienn und der rat der 
stat daselbs habent verkauf? t ain Judenhaus, mitsambt dem 
stock hinden daran, der in den weiten hof geet und der schid- 
mawer halber zwischen dem benanten haus und dem haus, daz 
weilent maister Jacobs des Juden gewesen ist, gelegen in 
der Wildwercherstrass ze Wienn, zenechst Niclas haus des Verber 
umb 160 # $ Hansen den Anger velder dem eidern, burger ze 
Wienn und seinen erben, sicut litera sonat. 

Summa 5 sh 10 ^, altera pars propter civitatem caret. 
GB. 16, 35 a, 5. 

Nr. 351 (Wipplingerstraße 17, früher 23, Färbergasse 10). 

Vorbesitzer: Meister Jakob (S. Eintrag 2 zu Nr. 350). 
iNahere Daten über den Verkauf des Hauses fehlen. 

Nr. 352 (Wipplingerstraße 19, früher 25). 
Uf22, an sannd Lamprechts tag (Sept. 11). 
Vlreich Gundloch, zu den zeiten burgermaister und rnünss- 
maister und der rate gemain der stat ze Wienn habent verkaufet 
ain haus, gelegen in der Wildwercherstrazz ze Wienn, zenegst 
Mertten des Frawnmessers haus, das weilent Jacobs von 
WeithradesJuden gewesen ist, umb 120 pfunt wienner pfe- 
ning Micheln Morgenpcsser dem messrer, burger ze Wienn und 



69 

Elspeten, seiner hansfraiin oder welhes under in baiden daz ander 

überlebt, ut litera sonat. 

Summa 1 / 2 tf $, altera pars vacat propter civitatem. 

GB. 16, 274 a, 3. 

Nach Camesinas Plan der Judenstadt gehörte dieses Haus Wolf 
von Wiener Neustadt und das folgende Jakob von Weitra. 
Dem widersprechen jedoch die genauen ortsbestimmenden Angaben von 
Nr. 353 „gelegen pey der Hohenprugk". 

Nr. 353 (Wipplingerstraße 21, früher 27). 
l. 

Uf22, an mantag vor dem Auff 'arttag (Mai 18). 
Michel Morgenpesser und Elspeth sein hausfraw habent ge- 
vangen nuez und gewer ains egk hauß in der Juden gassen 
ze Wienn, gelegen pey der Hohenprugk, das vormaln Wolfen 
des Juden von der Newnstat gewesen und von dem- 
selben Juden an den hochgeborn fursten herezog Albrechten, 
herezogen ze Österreich etc. komen ist, das sy von demselben 
unsern genedigen herren herezog Albrechten etc. gekaufft habent 
umb 160 phunt wienner phening, also das sy nu hinfür dasselb 
haus in kauffsweis innhaben, nuezen und niessen sullen und allen 
iren frumen damit geschaffen mögen, wie in das fugt, als kauffs 
und der stat ze Wienn recht ist, ut litera ducis sonat. 

Summa 72 ^. 
GB. 16, 312 b, 5. 

2. 
1428, an mitichen nach des h. lereuez tag exaltacionis (Sept. 15). 

EJzbeth, Michels des Morgenpessers witib hat gevangen nuez 
und gewer zwair heuser, ains gelegen am egk in der Juden- 
gassen bei der Hohenprugk, das vormaln Wolfen des 
Juden gewesen ist und das ander gelegen zenegst dem yeezigen 
haus an ainem tail und zenegst des Frawnmessers haus an dem 
andern, das weilent Jacobs von Weithra des Juden ist 
gewesen und die si und der egenant ir wirt, der Morgenpesser mit- 
einander mit gesambter hand gekaufft habent und die er ir nach- 
maln ledikleich geschafft hat, sicut litera testamenti et über 
civitatis sonat. 

Summa 72 ^. 
GB. 16, 340 a, 4. 



70 

Nr. 355 (Wipplingerstraße 20). 

11/22, an mitichen vor unser s Herren Auff arttag (Mai 20). 
Her Vlreich Gimdloch, zu den zelten burgermaister und 
munssmaister und der rate gemain der stat ze Wienn habent ver- 
kaufet ain haus, gelegen in der Wildwercherstrass ze Wienn, pey 
dem tor, da man auf die Hochprugk get, das in der hochgeborn 
fürst herczog Albrecht, herczog ze Osterreich etc. mit andern 
hewsern geben hat, das weilent Müschleins Juden von 
Brunn gewesen und das von demselben Müschlein an den ob- 
genanten im genedigen herren komen ist, umb 104 phunt dem 
erbern mann Sigmunden dem Schober, dem messrer ze Wienn 
und Kathrein, seiner hausfrawn und iren erben oder welhes under 
in baiden das ander überlebt, furbas ledichleich und freileich 
zehaben und allen iren frumen damit zeschaffen, verkauften, ver- 
seczen und geben, wem sy weilent, ut litera sonat. 
Summa 6 sh 28 ^. 
GB. 16, 273 a, 3. 

Nr. 355 A (Wipplingerstraße 22). 

11/23, feria sexta ante Thome Aposioli (Dez. 17). 
Kunrat Holczler, burgermaister und der rat der stat ze 
Wienn habent verkaufet ain haus, gelegen in der Wiltwercherstrass 
ze Wienn, zenechst weilent Pangreczen des Hederstorffer haus auf 
der Hohenpruck, umb 105 U phening Hansen und Ulreichen ge- 
brudern den Herwarten und ir baider erben oder welhes under in 
baiden den andern überlebt, sicut litera sonat. 

Summa 7 sh ^. 
GB. 16, 34 b, 5. 

Nr. 356, 356A (Wipplingerstraße 18, Schwertgasse 1). 

l. 
„Das haus bey der Hohenprugkn, das emaln der Ju- 
den gewesen ist und das mir der hochgeborn fürst herczog 
Albrecht ze Osterreich etc. mein gnediger herr geben hat gegen 
ainen guten kostlichen tuch mit pilden". 1422. Testament Pan- 
greczen des Hederstorffer.*) 
Stadtb. III, 99 b. 

*) Das Tauschgeschäft geht also auf das Jahr 1422 und auf Pan- 
grecz den Hederstorffer direkt zurück, nicht auf seine Tochter Anna 
und die Zeit „vor 1437", wie bei Müller (Gesch. d. St. Wien, II, 1, S. 185) 
angegeben ist. 









71 



2. 
11/25, an freytag von Martini (November 9). 

Weichkart Sulczperger und Anna sein hausfraw, weilent 
Pangrecz des Hederstorffer tochter habent gevangen nucz und 
gewer zwayr heuser, gelegen in der Judengassen ze Wienn, 
der ains Kedleins des Juden gewesen ist, bey der Hohen- 
prugk zenechst Sigmunds des Schober haus, das ander haus ist 
gewesen Swerleins (!) des Juden, genant sanckmai- 
s t e r und ligt hinden an dem obgeschriben haus neben Lienharts 
des Haugen haus an Unser Frawen stiegen, die in baide der hoch- 
geborn fürst herczog Albrecht, herczog zu Osterreich etc. nach laut 
seins briefs gegeben hat. Auch ist berurt in des egenanten unsers 
gnedigen hern des herczogs brief, als die vorgenanten zway heuser 
für 300 phund geschaczt sind und für ainen umbhang daran 120 $ 
abgcczogen sind, daz denn die ubermass, die da bringt 180 phund 
dem vorgenanten Sulczperger allain von sundern gnaden geben 
sind worden. 

Summa 1 / 2 ^ 24 ^. 
GB. 16, 328 a, 1. 

Vgl. den Gerichtsbrief des burgermaisters und des rats gemain 
der stat ze Wienn, ddo. 5. März 1437 in QGW. II, 2, 2594. S. auch 
Ber. u. Mitt. d. Altert. -Ver. III, S. 295, Nr. 21. 

Nr. 357 (Schwertgasse 3). 

11/26, an mantag nach Ambrosii (April 8). 

Hanns Scharffenperger, burgern) aister und der rate gemain 

der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, daz weilent M o i d- 

leins des Juden gewesen ist, gelegen bei der Hohenprugk 

ob dem haus, daz weilent Hainreichs des Scheppachs gewesen ist, 

mitsambt dem pühel, der da stösst an des benanten Scheppachs 

haus, alsverrer Hannsen des Herworts haus geet, umb 80 U 

Hannsen dem Herworten und seinen erben, sicut litera sonat. 

Summa 5 sh 10 ^. 

GB. 16, 104 b, 4. 

Nr. 359 (Schwertgasse 4). 

Vorbesitzerin: Rechl[in] die Jüdin. Das Haus ge- 
langte zusammen mit Nr. 361 und 362 geschenksweise in den 
Besitz der Wilburga von Dachsperg (1421). S. die auf diese 
Häuser bezügl. Grundbuchseintragungen. 



72 



Nr. 360 (Schwertgasse 2, Wipplingerstraße 16). 

1. 

1422, Mai 11, Wien. 

Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, grave ze Tirol etc. Dekennen für 
uns nnd unser erben, daz wir der erbern Agnesen von Potendorf, 
unsers lieben getrewn Otten von Meissaw, obristen marschalchs 
und schenkhen in Österreich hausfrawn durch besunder gunst 
und gnad, so wir zu ir haben, unser haus gelegen in der Juden- 
g a s s e n ze Wienn, an dem ekg zu nechst der von Dachsperg hew- 
sern, das weilent Smerl Wenkleins des Juden ist ge- 
wesen, gegeben haben und geben ir auch das wissentleich mit dem 
brief, in solicher masse, daz si und ir erben dasselb haws mit seiner 
zugehörung nu furbasser an irrung nuczen und niessen sullen und 
mugen und iren frumen damit schaffen, wie in das am besten füget 
und wolgevelt, ungeverleich. Mit urkund diczs briefs, geben ze 
Wienn an montag vor sant Pangreczen dag, nach Kristi gepurde 
vierczehenhundert jar, darnach in dem zwayundczwainczigisten jare. 

D. dux in consilio. 

Orig. auf Perg., m. anh. Wappensiegel, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QGW. II, 2, 2191. 

2. 
1432, an montag nach unser fraivn tag Assumpcionis (Aug. 18). 

Anna, Otten von Gelestorf seligen witib und Jörg von Geles- 
torf, ir baider sün habent verkaufet ir haus, gelegen in der Juden- 
s t r a s s ze Wienn, zenagst der von Dachsperg haus, umb 260 g $ 
dem erbern Hannsen Lampfleisch dem verber, Agnesen seiner 
hausfrawn und ir baider erben, doch das der benant Hanns Lamp- 
fleisch alczeit ganczen gwalt haben sol, ut litera sonat. 

Summa 17 sh ^. 
GB. 16, 14 b, 2. 

3. 

U/32, an mittichen vor Augustini (Aug. 21). 

Hanns Lampfleisch der verber ze Wienn hat versaczt sein 
haus, gelegen in der Judengassen ze Wienn, zenagst der von 
Dachsperg haus, frawn Annen, Otten von Gelestorf seligen witib 
und Jörgen von Gelestorf irm sün für 100 g ^ und sind zebetzaln 
auf sand Mertten tag nagst künftig an alles vercziehen. 
Summa 6 sh 20 ^. 
GB. 58, 125 a, 3. 



73 



4. 
llfSS, an mittichen nach Rcminiscerc in der rasten (März 11). 

Hanns Lampfleisch der verber hat verkaufft 10 $ und 6 sh 
wienner ^ gelts purkchrechts auf seinem haus, gelegen in der 
Judenstrass ze Wienn, zenagst der von Dachsperg haus umb 
86 g wienner ^ der ersamen geistleidhen frawn swester Annen 
der Liechtenegkerin, priorin dacz Sand Larenczen, dem convent 
gemain daselbst und im nachkomen, ut litera sonat. 
Summa 6 sh $, minus 8 ^. 
GB. 58, 127 a, 2. 

Nr. 361 (Wipplingerstraße 14). 
1. 

H21, November 26, Wien. 

Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, grave ze Tyrol etc. bekennen, daz 
wir der erbern Wilburgen, weilent Bberharts von Kappellen 
tochter, unsers lieben getrewen Jörgens von Dachsperg hausfrawn 
von sundern gnaden gegeben haben und geben auch wissentleich 
mit dem brief, die hernach genanten drew hewser, von erst ain 
haws, das ettwenn Eechlinn der Judin gewesen ist und 
stosset an des Grunpecken haws, gelegen hie ze Wienn bey Unser 
Frawn auf der Steten, item darnach ain haus, gelegen daselbs in 
der J u d e n g a s s e n, das Smerl des Wen ekel gewesen 
ist, und ain haus auch gelegen daselbs in der Judengassen, 
das Hendlinn der Jüdin von Lempach ist gewesen 
und von den egenanten Juden und Jüdinn an uns komen sind, 
in solher mass, daz sy und ir erben die mit allen irn zugehörungen, 
nu fürbasser ledichleichen und freyleichen haben und allen irn 
frumen damit und darinn schaffen sullen und mugen, wie in das 
am pesten füget oder wolgevellet, an menichleichs irrung und 
hindernüss, ungeverleich. Mit urkund diez briefs, geben ze Wienn 
an mittichen nach sand Kathreins tag, nach Kristi gepürd vier- 
czehenhundert jar, darnach in dem ainen und ezwainezigisten jar. 

Orig. auf Perg., ohne Siegel, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QGW. II, 2, 21S5. 

2. 
1435, an montag nach der heiligen drew kunig tag (Jan. 10). 

Her Mclas, brobst zu sand Dorothea ze Wienn, her Andre, 
pfarrer ze Gors, unsers gnedigen herren herezogen Albrechts, 



74 

herczogen ze Osterreich etc. kanczler, nnd Erasm Ponhaimer, 
burger ze Wienn, dieczeit all drey frawn Wiltburgen von Pachs- 
perg seligen geschefftherren habent verkaufet der vorgenanten 
von Dachsperg haus, daz ettwen drew Judenheuser gewesen 
sein, gelegen in der Wiltbercherstrass ze Wienn, zenagst Kunrats 
des Strobels haus an ainem tail und an dem andern zenagst Hann- 
sen Lampfleisch des verber haus, und stosset mit dem hindern 
tail an des von Passaw haus, das ettwenn des Grunpeken gewesen 
ist, umb 600 tf ^i dem erbern weisen Niclasen dem Zingken, bur- 
ger ze Wienn und seinen erben, ut litera sonat. 

Summa 5 f^. 

GB. 16, 216 b, 1. 

o 
O. 

1435, nn montag nach dem Prehemtag (Jan. 10). 

Herzog Albrecht V. genehmigt den durch die gescheftleut 

weilent Wilburgen von Dachsperg vollzogenen Verkauf ihres Hauses 

gelegen in der Wildwercherstrass zu Wienn, das ettwenn drew 

Judenheuser sind gewesen an Niclasen den Czingken für 600 Ti 3i- 

QGW. II, 2, 2510. 

4. 

Anna, Mclasen des Zingken seligen witib hat emphangen 
nucz und gewer der ubertewrung ains hauß, daz ettwenn drew 
Judenhewser und nachmaln der von Dachsperg gewesen ist, 
gelegen in der Wiltbercherstrass zu Wienn, zenagst Kunratz des 
Strobels haus an ainem tail und an dem andern zenagst Alexen 
des Vorsprechen haus und mit dem hindern tail an des von Passaw 
haus, daz ettwenn des Grunpekchen gewesen ist, etc. 1440. 

GB. 17, 4 a, 3. 

Nr. 362 (Wipplingerstraße 12). 
Vorbesitzerin : Hendl[in] von Lempach. S. Ein- 
trag 1 zu Nr. 361. 

Nr. 363 (Wipplingerstraße 10, Stoß im Himmel 1). 

1. 

1357, April 27, Wien. 

Ich Jans der Poll, purger ze Wienne und ich Katrey sein 
hausvrow, wir vergehen und tun chunt allen den, die disen brief 
lesent oder hörent lesen, die nü lebent und hernach chünftich 






75 



sint, daz wir mit unser erben gutem willen und günst mit ver- 
dachtem müt und mit gesampter hant zu der zeit, do wir ez wol 
getün mochten, verchauft haben fünf phunt wienner phenning 
gelts ewigs purchrechts dez ersten mit dez gruntherren hant, 
dez erbern ritter hern Jansen dez Greiften, die zwai phunt wienner 
phenning gelts, die wir gehabt haben auf Esrams haus des 
Jude n, daz weiln Josleins dez Juden gewesen ist, daz da 
leit in der Juden g a z z e n ze Wienn ze nächst dem Turn und 
mit dez gruntherren hant, dez erbern priester hern Petreins zu 
den zeiten chappllan der chappelln sant Nychlas dacz den 
Rören ze Wienne, die drew phunt wienner phenning gelts, 
die wir gehabt haben auf dem haus gelegen in der Messrer- 
strazze ze Wienne gegen Faewrer tor über und haizzet in dem 
eysnem gatern. Die vorgenanten fünf phunt wienner phenning 
gelts ewigs purchrechts haben wir auf den vorgenanten zwain haw- 
sern rechts und redleichen verchaufft und geben mit allen den 
nüczzcn und rechten, alz wir sew darauf unversprochenlichen in 
purchrechts gewer her pracht haben umb sibenczich phunt wienner 
phenning, der wir gar und gänczlichen verricht und gewert sein, 
dem erbern priester hern Hainreichen zu den zeiten chappllan 
und verweser dez alter sant Thomans, der da stet an der chirichen 
sant Antonij auf der Wydem vor Chaerner tör ze Wienne, der die 
selben gült umb sain ledigs varundgut gechaufft hat, im oder swem 
die selben gült mit disem brief schafft oder geit, fürbas ledich- 
leichen und vreileichen ze haben und allen im frümen da mit 
ze schaffen, verchauffen, versezzen und geben, swem si wellen, an 
allen irrsal, also mit ausgenomener rede, daz alle die, die die 
vorgenanten zway haeuser inne habent und besiezen t, in die ege- 
nanten fünf phunt wienner phening gelts ewigs purchrechts fürbas 
ewichleichen alle iar da von raichen und dienen süln zu drin 
zeiten in dem iar, an sant Michels tag ze weichennachten und an 
sant Görigen tag von einem iegleichem haüs zu einem iegleichem 
diensttag dritthayl diensts mit allen den nüczen und rechten, 
alz man an der purchrecht in der stat ze Wienne dient. Ez sint 
auch die selben fünf phunt gelts daz aller nächst purchrecht alle 
iar ze dienen, die zway phunt gelts von dem egenanten judenhaws 
ze hant nach den acht wienner phenning, die man alle iar da 
von dient dem vorgenanten hern Jansem dem Greyffen ze grünt- 
recht und die drew phunt gelts auf dem egenanten haws, gehaizzen 



76 

in dem eysnem gatern, auch ze hant nach den zwelif wienner 
phening, die man alle iar da von dient der vorgenanten chap- 
peUn sant Nichlas dacz den Kören ze Wienn ze grüntrecht. Und 
sein auch wir, ich obgenanter Jans der Pöll und ich Katrey sein 
hausvrow und unser erben unverschaidenlichen der vorgenanten 
fünf phunt wienner phenning gelts ewigs pürchrechts auf den 
egenanten zwain haewsern dez vorgenanten hern Hainreiehs oder 
swem er sew mit disem brief schafft oder gait, recht gewern und 
scherm für alle ansprach, alz pürchrechts recht ist und der stat 
recht ze Wienne. Get in aber dar an icht ab mit recht, daz süln 
si haben auf uns unverschaidenlichen und auf allem unserm gut, 
daz wir haben in dem lande ze Osterreich, wir sein lebentich oder 
tode. Und daz diser chauf fürbas also stät und unczerbrochen 
beleih, dar umb so geben wir in disen brief zu einem warn ur- 
chunde diser sache, versigilten mit unserm insigil und mit der 
obgenanten zwain gruntherren insigiln, hern Jansen des Greyffen 
und hern Petreins chappllan der chappelln sant Nichlas dacz den 
Koren ze Wienne und mit hern Chunrats insigil dez Herschaeft- 
leins und mit hern Herborts insigil des Tekchens-chaden, die 
diser sache zeugen sint mit irn insigiln. Diser brief ist geben 
ze Wienne nach Christs geburt drewczehen hundert iar dar nach 
in dem siben und fünfczigistem iar dez nächsten phincztags nach 
sant Jörigen tage. 

Orig. auf Perg., m. 5 anh. Siegeln, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QOW. II, 1, J t 97. 

2. 
1370, sabhato post Lucie (Dezember 14). 

Vlricus mit der Petczich vendidit domum sitam in strata 
Judeorum, que quondam f uit S c h a 1 a m judei, et omne quod 
attinet, Yzzerlino judeo, filio A a r o n . . . pro 40 talentis. 
QGW. III, 1, 298. 

3. 
1870, Dezember U, Wien. 

Ich Vlreich mit der Pettziechen purger ze Wienne vergich 
und tun chunt allen den, die den brief lesent oder hörent lesen, 
die nu lebent und hernach chünftig sind, das ich mit meiner 
erben gutem willen und gunst, mit verdachtem mut, ze der zeit, 
da ich es wol getun mochte und mit hannden hern Thomanns des 



77 

Swembleins ze den zeiten purgermaister und des rates gemain 
der stat ze Wienne verchaufft han ein haws, das weilent Scha- 
lams des Juden gewesen ist, Jösleins sun und alles das, 
das darczu gehörtt und darnach Muschen von Marpurch 
und Hatschim von Zil auch ettleich zeit gewesen ist, das 
ich alles vor offem gericht in der purgerschranne ze Wienne in 
mein gewalt erlangt und behabt han für mein versezzens purch- 
recht und für alle die zwispil, die mit recht darauf ertailt und 
gangen sind, als baide, der gerichtbrief und ouch des marscha- 
lichs brief sagent, die mir darumb geben sind, gelegen u n d e r 
den Juden ze Wienne hinder dem haws, das weilnt Jos- 
leins des Juden gewesen ist und an dem haws, das hern 
Jacobs des Chettner ist. Dasselb mein haws han ich recht und red- 
leich verchawfft und geben mit allen den nuczen und rechten, als 
es unversprochenleich von alter in purchrechts gewer herohomen 
ist und besunderleich als die purchrechtbrief weysent, damit man 
vormaln auf demselben haws ettwevil verchawfft hat, umb virczig 
phunt wienner phenning, der ich gancz und gar gewert bin, Isser- 
lein dem Juden, Arons sun von Wienne und seinen 
erben, furbas ledichleich und freyleich ze haben und allen irn 
frumen damit ze schaffen, verchawffen, verseczen und geben, wem 
si wellen, an allen irrsale. Und pin auch ich obgenanter Vlreich 
mit der Pettziechen mitsambt allen meinen erben unverschaiden- 
leich des vorgenanten hawses und alles, das darczu gehört, als 
vorgeschriben stet, des egenanten Isserleins des Juden 
und seinen erben rechter gewer und scherm für alle ansprach, 
als purchrechts recht ist und der stat recht ze Wienne. Wer 
aber, das si furbas mit recht an demselben haws icht chriege oder 
ansprach gewunnen, von wem das wer, was si des schaden nement, 
das sullen wir in alles ausrichten und widercheren an allen irn 
schaden. Und sullen ouch si das haben auf uns unverschaidenleich 
und auf allem unserm gut, das wir haben in dem lannde ze Oster- 
reich oder wo wir es haben, es sey erbgut oder varundgut, wie 
so das genant ist, wir sein lebentig oder tode. Und das der 
chawff furbas also stehe und unczebrochen beleihe, darumb so 
geben wir in den brief ze einem warn urchunde und ze einer 
ewigen vestigunge der sache, versigilten mit unserm insigil und 
mit der stat gruntinsigil ze Wienne und mit der erbern lewt 
insigiln, hern Vlreichs des Pollen, ze den zeiten des rats der stat 



78 

ze Wienne und hern Lewpolts des Polcz, ze den zeiten juden- 
richter ze Wienne und Petreins mit der Pettziechen, purger ze 
Wienne, mein obgenanten Vlreichs brueder, die wir des gebeten 
haben, das si der sache geczewgen sind, mit irn anhanngunden 
insigiln. Der brief ist geben ze Wienne nach Christs geburt 
drewczehenhundert iare darnach in dem sybenczigisten iar des 
sambtstags nach sand Luczein tage. 

Orig. auf Perg., m. 5 anh. Siegeln, im Haus-, Hof- u. Staatsarchiv. 
Regest in QGW. I, 3, 3291. 

4. 
1311, Januar 1, Wien. 

Wir Albrecht von gots gnaden herczog ze Österreich, ze Steyr, 
ze Kernden und ze Krain, Graf ze Tyrol etc. tun chunt, daz wir 
Isserlein von Newmburg, unserm Juden gegunnen 
und erloubt haben, daz er das haus, das M u s c h und Katschim 
gebrüde r, die Juden ze Wienn habent, innemen und 
haben mag, und damitte seinen frumen schaffen, mit verchauffen 
und mit verseczen, nach sag der geltschuldbrief e, die er von in hat. 
Und was er an da selb haus verpawet, das sol er auch darauffe haben 
und wellen wir in auch dabei halten und schirmen, uncz daz er 
davon bekumt der geltschulde, die si im schuldig sind, nach 
seiner briefe sag und ouch des gelts, das er daran verpawet. Wem 
er ouch dasselb haus furbaz verkouffet oder verseczet, der sol 
das haben umb haubtgüt und gesüch in aller der mazze, als der 
egenant Isserl das ieczunt innhat und sullen wir ouch denselben, 
dem er ez verkouffet oder verseczet, vestiklich dabei schirmen. 
Mit urchund dicz briefs, geben ze Wienn, an dem heiligen eben- 
weichtag anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo primo. 

Jo. de Tyerna officialis. 

Orig. auf Perg., m. anh. Siegel, im Eaus- y Hof- u. Staatsarchiv. 
Regest in QGW. I, 3, 3292. 

5. 

1376, Juli U, Wien. 

Wir Albrecht von gots gnaden herczog ze Österreich, ze Steyr, 
ze Kernden und ze Krain, graf ze Tyrol etc. tun chunt, daz wir 
Izzerlein von Newmburg unserm Juden die gnad 
getan und im gegunnet und erlaubt haben, daz er zwischen seinem 
und Kolmans des undercheuffel heuser über die streu- 



79 

zen ain kuchen macheu und pawen mag, doch also, daz er si in der 
hoche pawe und mache, daz ain geladner wagen dardurch gen muge. 
Darumb gepieten wir unsern getrewen, dem burgermaister, dem 
Judenrichter, dem statrichter, dem rat und den purgern gemai- 
niglich ze Wienn und wellen, daz si den vorgenanten Izzerlein 
an dem obgenanten paw nicht irren und in, sein erben und nach- 
komen bey der kuchen beleiben lazzen ewiklich und in daran 
kainen inval noch beswerung tun, noch yemant anders tun lazzen 
in dhain weg, wan wir das ernstlich mainen. Mit urchund dicz 
briefs, geben ze Wienn an mentag nach sand Margreten tag, nach 
Krists gepurd dreuczehenhundert iar, darnach in dem sechs und 
sibenczigistem iare. 

Dominus dux per se. 
Orig. auf Perg., m. anh. Wappensiegel, im Haus-, Hof- u. Staatsarchiv. 
Regest bei Liehnowsky, IV, Nr. 1275. Her. u. Mitt. d. Alt.-Ver. XV, 8. 183. 

(5. 
1380, Nov. 26, Wien. 

Wir Albrecht von gotes gnaden heimzog ze Osterei ch, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, graf ze Tyrol etc. bekennen und 
tun chunt, daz wir Izzerlein unserm Juden von Newn- 
burg klosterhalben und andern unsern Juden ze Wienn 
solich gnade getan haben und tun auch wizzentlich mit disem 
brief für uns und unser erben, daz das vermaurt tor, daz da 
gangen ist in unsrer Juden stat ze Wienn in die gassen, da 
derselb I z z e r 1 inne siezet, ze nechst Jacobes des Kettner und 
/Stephans seligen mit der Pilichmeuz hewsern, eweklich also ver- 
maurt und gespert beleihe, als es yeezund ist und sol furbazzer 
kain durchgang da sein noch werden, sunder sol dem egenanten 
I z z e r 1, seinen erben noch den vorgenanten Juden von dem- 
selben tor chain überlast noch beswerung geschechen in dhainen 
weg. Darumb gebieten wir dem purgermaister, dem richter, dem 
rate und den purgern gemainlich ze Wienn gegenwürtigen und 
künftigen und wellen, daz si die obgenanten unser Juden bey 
diser gnade vestiklich halten, schirmen und beleiben lazzen und 
in daran kain irrunge noch invelle tun, noch yemann anderm 
dawider gestatten ze tünde. Wer aber dawider tete, der wisse, 
daz der swerlich wider uns tete und wolten den darumb pezzern 
an leib und an gut. Mit Urkunde dicz briefs, geben ze Wienn 



80 

an mSntag vor sand Andres tage nach Krists gepürdt drewczehen 
hundert jar, darnach in dem achczigistem iare. 

Dominus dux per se, marscalcus 
provincialis de Meissow et ma- 
gister curie de Liechtenstein] 
audiverunt. 
Orig. auf Perg., m. anh. Siegel, im Haus-, Hof- u. Staatsarchiv. 
Regest in QGW. I, 3, 3368. 

7. 
1383, des nasten phincztags nach sand Petronellen tag (Juni >t). 

Philipp, Kaplan und Verweser des S. Kathrein-Altars in der 
S. Agneskirche zur Himmelpforte in Wien gibt infolge des Ab- 
lösungsgesetzes Herzog Rudolf „die zivai phunt Wienner phen- 
ning gelts purkehr echts, die der egenant altar gehabt hat auf 
Izzerleins haivs des Juden, Aronns sun von Newnburkch, gelegen 
in der Judengazzen ze Wienn ze nast dem Turn, darumb ich 
mit demselben Izzerlein stezzig geivesen pin u und bezüglich der 
sich die Parteien auf 1 $ Pf. geeinigt haben, dem genannten Juden 
um 8 U Wiener Pfennige abzulösen. 

QGW. I> 3, 3382. 

8. 
1391, November 3, Wien. 

Wir Albrecht von gots gnaden herezog ze Ostereich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, grave zu Tyrol etc. bechennen, 
als Ysserl unser Jud von IST e w n b u r g, Hendlein 
und Jonan des Steußen kyndern, auch unsern Juden 
hat ze chauffen gegeben sein haus hie ze Wienn in der Judengassen 
gelegen, ainhalb zenechst Trost leins und anderthalben P e n- 
dits der Juden heuser, als der chauf prief lautet, den er in 
darüber hat gegeben, daz wir durch das egenanten Ysserleins 
fleizzig pett des vorgenanten Steußen sunen und iren erben über 
dasselb haus, mit aller seiner zugehörung rechter scherm sein vor 
allem gewalte und unrechten, an geverde. Mit urchund diez briefs, 
geben ze Wienn an freytag nach aller seein tag nach Kristi gepurd 
dreuezehenhundert jare darnach in dem aynen und neunezigisten jare. 

Dominus dux per domi- 
num magistrum curiae 
Georium de Liechtenstein]. 
Orig. auf Perg., m. anh. Siegel, im Haus-, Hof- u. Staatsarchiv. 
Regest in QGW. 1, 3, 3^54. 






81 



9. 
1421, an phincztag nach Ambrosii (April 10). 

Hanns Mustrer, zu den Zeiten burgermaister der stat ze 
Wienn hat gevangen nucz und gewer ains hauß, gelegen in der 
Judengassen ze Wienn, zenegst Davidts Juden haus 
im T u r n. das im der hochgehorn fürst herczog Albrecht, herczog 
ze Osterreich etc. unser genediger herr von sundern gnaden gege- 
ben hat und das an denselben unsern genedigen herrn von Jona 
dem Steußen komen ist, also das der vorgenant Hanns 
Mustrer und sein erben das vorgenant haus mitsambt dem gertlein 
dapey gelegen und andrer sein zugehörung nu furbasser innehaben, 
nüczen und niessen, verseczen, verkauffen und allen iren frumen 
damit schaffen mögen, wie in das am pesten fugt, ungeverleich, ut 
litera ducis sonat. 

Summa nulla propter officium. 
GB. 16, 303 b, 3. 

10. 
1421, April 12, Wien. 

Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, graf ze Tyrol etc. Embieten den 
erbern weisen unsern getrewn lieben, dem richter und dem rat 
unserer stat ze Wienn unser gnad und alles gut. Als wir unserm 
getrewn Hannsen dem Mustrer, unserm burgermaister daselbs ze 
Wienn ain haus mitsambt ainem gertlein, gelegen in der Juden- 
gassen hie, daz weilent von Jonadem Stewßen, unserm 
Juden an uns komen ist, zenechst Davids haus im Turn 
von sundern gnaden gegeben haben, also emphelhen wir ew ernst- 
lich und wellen, daz ir in desselben hauß mitsambt dem ge"rtlein 
und seiner zügeh6rung nucz und gewer seczet und schreibet, als 
der stat gewonhait ist. Daran begeet ir unsern willen. Geben ze 
Wienn an sambstag vor sant Tyburczen tag, anno etc. cccc mo 
vicesimo primo. D. dux per se. 

Orig. auf Papier, m. rückw. aufgedr. Wappensiegel, im Archiv d. Stadt 

Wien. 
Regest in QOW. II, 2, 2161. 

Nr. 384. 
Die Häusergruppe 384 (das Areal des jetzigen Mini- 
steriums des Innern) umfaßte zur Zeit der Aufhebung der Juden- 
stadt 9 Hausparzellen, deren Eingänge sich am Judenplatz, in 
der Fütterergasse, in der Wipplingerstraße und in der Jordan- 
gasse befanden. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 6 



82 

Nr. 384 A (Wipplingerstraße 7, früher Fütterergasse 2). 

Vorbesitzerin : Schedl von Tulln. (S. Nr. 347.) Nähere 
Daten über den Verkauf des Hauses fehlen. 

Nr. 384 B (Wipplingerstraße 7). 

Vorbesitzerin : Perla, nicht wie auf dem Plane von Came- 
sina : „Altenmaisterin u. Kolmanin die Jüdinne n". 
Nach den ortsbestimmenden Angaben über das von Thomas Wild 
1422 erworbene Nachbarhaus 384 C (früher ebenfalls Perla ge- 
hörig) lag dieses „zenegst Ichel des Knoflach hatvs an ainer seit- 
ten und an der andern seitten an derselben Perla haws, das ir 
aigen geivesen ist". Perla besaß demnach beide Häuser: 384 B 
und 384 C. Daten über den Weiterverkauf des Hauses fehlen. 

Nr. 384 C (Wipplingerstraße 7, Judenplatz 11). 

1422, an suntag nach dem Prehemtag (Jan. 11). 
Thoman Wild burger ze Wienn hat gevangen nucz und ge- 
wer ains haus, das Perla der Judin gewesen und von der- 
selben Judin an den hochgeborn fursten herczog Albrechten, her- 
czogen ze Osterreich etc. komen ist, zenegst Ichel des Knof- 
lach haws an ainer seitten und an der andern seitten an der- 
selben Perla haws, das ir aigen gewesen ist, mitsambt dem 
stokch, der da get an die gassen gegen des S c h a u 1 n öden hindern 
haws über, das er von dem vorgenanten unsern genedigen herrn 
herczog Albrechteh etc. gekaufft hat umb 470 phunt wienner phe- 
ning, also das er und sein erben nu furbasser mit demselben haus 
allen irn frumen schaffen sullen und mugen mit verkauffen, ver- 
seczen und geben, wem sy wellent, ut litera ducis sonat. 
Summa 17 sh ^ für kauf und nucz und gewer, altera pars vacat 

propter ducem. 
GB. 16, 313 b, 1. 

Nr. 384 D (Wipplingerstraße 7). 

1422, an mittichen nach sand Veits tag (Juni 11). 
Hainreich von Straspurg hat gevangen nucz und gewer ains 
hauß, gelegen in der Judengassen ze Wienn, zenegst der 
P e r 1 e i n haws, das an den hochgeboren fursten herczog Albrech- 
ten, herczogen ze Osterreich etc. unsern genedigen herrn von 
Knoffleichen und Lesirn den Juden von Znaym 
an in komen ist und das derselb unser genediger herr herczog 



83 



Albrecht dem obgenanten Hainreichen von Straspurg von sun- 
dern genaden gegeben hat, ut litera ducis sonat. 

Summa 72 ^. 
GB. 16, 313 a, 4. 

Schon am 8. Mai 1422 verkauft Hainreich von Straspurg das Ilaus 
für 310 # ^ an Niklas von Radraanstorf (GB. 16, 97 b. 1). Die Gewer- 
anschreibung erfolgte, wie so oft, erst später. 

Nr. 384 E (Wipplingerstraße 7, Judenplatz 11). 

1428, an mitichen nach Qeorii (April 21). 

Chunrat Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rat 
gemain der stat ze Wienn habent verkaufet ain haus, das weilent 
Kolmanin der Judin gewesen ist, gelegen mit dem vordem 
tail in der Wildwercherstrass ze Wienn, zenegst Thomans haus 
des Wilden und stosset mit dem hindern tail hinaus auf den Schul- 
hof, zenegst Hannsen haus des Sukels, mitsambt dem hindern 
stokchlein gegen desselben Hannsen haus des Sukels über, das 
im von gnaden darczu geben ist und das da stosst an daz haus, 
das weilent Everleins des Juden von Krems gewesen 
ist, durchlangs an den egenanten Schulhof, um 200 gülden dem 
erbern Fridreichen dem Hering und seinen erben, sicut litera 
sonat. 

Summa 10 sh $. 
GB. 16, 34 a, 1. 

Nr. 384 F (Wipplingerstraße 7, Jordangasse 2). 

1. 

1426, an freitag vor Tiburcii und Valeriani (Apr. 12 J. 

Hanns Vierlinger und Kathrey sein hausfraw habent ge- 
vangen nucz und gewer ains hauß, gelegen in der Wildwercher- 
strass ze Wienn, zwischen Fridreichs des Herings und Michels des 
Lienvelder heusern, mit seiner zugehorung, daz si in und irn 
erben von dem hochgeborn fursten herczog Albrechten, herczogen 
ze Österreich etc. umb 200 # ^ gekaufft habent, sicut litera ducis 
sonat. 

Summa 6 sh 20 ^, altera pars vacat propter ducem. 
GB. 16, 329 b, 5. 

Über die Vorbesitzerinnen s. Anmerkung zu Eintrag 2. Hanns 

Vierlinger (Vieringer) ist nach GB. 16, 99 b, 2 („Hanns der Vyeringer", 

darüber „alias Kartuser") mit dem im Eintrag vom J. 1430 genannten 
Hanns Karthäuser identisch. 

6* 



84 

2. 
lJ^SO, an freytag vor sand Philipps und sand Jacobs tag (April 28). 

Hanns Karthauser ze Wienn und Kathrey sein hausfraw 
habent verkaufft ain haus, das weilent der Altenmaistrin 
und der Kolmannin den Judin gewesen und mit kauf 
von dem hochgeborn fürsten herczog Albrechten, herczogen ze 
Osterreich etc. unsern gnedigen herrn an si komen ist, gelegen in 
der Wildwercherstrass, zwischen Fridreich des Hering und Michels 
Lienvelder heüsern, umb 240 g ^ Hannsen dem Rein taler dem 
kursner ze Wienn, Annen seiner hausfrauen und jr baider erben, 
doch also, welhes under in baiden das ander überlebt, ut litera sonat. 

Summa 2 $ $. 

GB. 16, 110 b, 2. 
Nach Camesinas Plan der Judenstadt ist das Haus der Alten- 
maistrin und der Kolmannin mit Nr. 384 B identisch. Dem wider- 
sprechen die genauen topographischen Angaben des obigen Eintrags, 
wonach das Haus zwischen Friedrich des Hering und Michel Lienvelders 
Häusern (384 E und 384 G) gelegen war. 

Nr. 384 G (Wipplingerstraße 7, Jordangasse 2). 

1J/23, an montag nach Viti (Juni 21). 

Chunrat der Holczler, zu den zeiten burgermaister und der 
rat gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain Juden- 
haus, gelegen in der Wildwercherstrass ze Wienn, an dem egk, 
da man auf den Newn placz geet, zenegst Hannsen des Vie- 
ringer haus, umb 160 $ £ ( x\ndren dem Rysen, burger ze Wienn 
et heredibus, sicut litera sonat. 

Summa 5 sh 10 A, altera pars vacat propter civitatem. 
GB. 16, 34 b, 1. 

In demselben Jahre verkauft Andre der Rys sein Haus für 230 $ ^ 
an Michel Lienvelder (GB. 16, 6 b, 3). 

Nr. 384 H (Judenplatz 11, Fütterergasse 2). 

1423, an mitichen nach Gotsleichnams tag (Juni 9). 
Chunratt Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rat 
gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen an 
dem Newn placz in der Judengassen ze Wienn, an dem 
egk, das Everleinsdes Juden von Krembs gewesen ist, 
gen Gebharts des Voburger haus über, zenegst Andres des Rysen 
haus, umb 240 # wienner phening Hainreichen dem nadler von 
Pasel, burger ze Wienn, Kathrein seiner Hausfrawen und ir baider 
erben, doch das er vollen gewalt sol haben, sicut litera sonat. 

Summa 2^. 
GB. 16, 34 a, 4. 






85 



Camesina führt auf seinem Plane unter 384 K noch ein zweites 
Haus Efferleins v. Krems an, was sich aber mit grundbücherlichen 
Eintragungen nicht belegen läßt. 

Nr. 3841 (Judenplatz 11). 
1. 

1427, an mitichen vor Philippi et Jacobi apostolorum (April 30). 
Hanns Sukel hat gevangen nucz und gewer ain hauß, gelegen 
in der Judengassen, zenegst Thomans des Wilden haus, daz 
Hystirn der Judin von Tulln gewesen ist und daz im 
der hochgeborn fürst herczog Albrecht, herczog zu Osterreich etc. 
von sundern gnaden gegeben hat, sicut litera dueis sonat. 

Summa nulla. 
GB. 16, 335 a, 2. 

2. 

1430, an freytag nach Scolastice (Febr. 11). 
Her Hanns der Sukel hat verkaufet sein haus, das weilent 
Hystirn der Judinn gewesen ist, gelegen hinder der Wilt- 
pergerstrass und stöst hinden an Fridreichs des Hering haus, 
umb 50 # <d\ dem erbern Thoman dem Wilden und seinen erben, 
ut litera sonat. 

Summa 3 sh 10 ^. 
GB. 16, 109 b, 2. 

Nr. 385. 

Von der Häusergruppe 385 (dem jetzigen Areal des alten 
Rathauses, Wipplingerstraße 8, Stoß im Himmel 2) gehörten 1421 
fünf Häuser zur Judenstadt. 

Nr. 385 C (Stoß im Himmel 2). 
Vorbesitzer um 1376: Kolman der Unterkäuffel. 
„Wir Albrecht tun kunt, daz wir Kolman dem under- 
keufflen, unserm Juden ze Wienn die gnad getan haben 
und tun auch mit diesem brief, daz er mit seinem haus, daz er 
nu zemale hie ze Wienn hat, frey und ledig sein sol vor allem 
pettlehen, also, daz er nu fürbas weder gen uns und unsern hof, 
noch dem Judenrichter oder yeman anderm von unserm wegen 
ichts darumb gepunden sein sol in dhainen weg." 

Senckenberg, Selecta juris etc. IV, S. 292. 
(Nach einem Alberti III. et Leopoldi fratrum Ducum Austriae 
chartularium 1379—80.) 



86 

Nach Lind, Die St. Salvatorkapelle im Rathause zu Wien (Ber. 
u. Mitt. d. Altert.-Ver. II, S. 189 u. ff.) und Weiß, Festschrift aus 
Anlaß der Vollendung des neuen Rathauses (Wien 1883), S. 7, erwarb 
der Stadtrat das Haus K o 1 m a n s (bei Weiß, veranlaßt durch den' Druck- 
fehler bei Camesina, S. 188: Wollmann) des Undercheufls, gelegen 
im Stoß im Himmel. Es wurde, wie die meisten der um da3 alte Rat- 
haus gelegenen Judenhäuser, für städtische Zwecke verwendet, nach den 
Kammeramtsrechn. vom Jahre 1441 zur Inhaftierung von bedenklichen 
Personen, die von den Schergen aufgegriffen wurden, daher die Bezeich- 
nung als Schergenhaus. Mit dem Rathaus war es durch eine in der Hof- 
mauer angebrachte Türe verbunden ; diese Verbindung wie auch die im 
Hofraum befindlich gewesene Handmühle wurde wohl erst später (um 
1530) hergestellt. Eine Zeitlang inr Privatbesitz, wurde es 1546, „da 
die Stadt Wienn es jezo wiedrvmb nothdurftig wurde", von dieser zur 
Erweiterung des Rathauses zurückgekauft. Der letzte jüdische Besitzer 
des Hauses ist aus den Eintragungen der Grundbücher nicht festzustellen. 
Kolman der Unterkäuffel hat es bis etwa 1380 besessen (in Wiener Ur- 
kunden figuriert er in der Zeit 1379 — 80) ; doch kommt er als Eigentümer 
des Hauses schon 1376 vor (s. Eintrag 5 zu Nr. 363). Möglicherweise be- 
zieht sich die Urkunde bei Senckenberg, in der Herzog Albrecht Kolman 
von allen Bettlehen nach seinem Hause, „daz er nu zemal hie ze Wienn 
hat", befreit, auf dieses Haus. 

Nr. 385 D (Wipplingerstraße 8, Stoß im Himmel 2). 

H22, an mitichen vor Philippi et Jacobi apostolorum (April 29). 
Elspeth die Newkristinn, etwann genant Lea, der Pelt- 
lin Judin tochter hat gevangen nucz und gewer von ge- 
scheht und haissens wegen nern Hannsens von Puchaim ains hauß, 
gelegen in der Wildbercherstrass ze Wienn zenegst Wolfgangs 
Lengennawer haus, das weilent Maisterleins des Juden 
gewesen ist. darinn Redl der Jud wirt ist gewesen, daz ir der 
hochgeborn fürst herczog Albrecht, herczog ze Österreich etc. 
unser genediger herr gegeben hat. 

Summa 72 *Sj. 
GB. 16, 312 b, 2. 

Nr. 385 E (Wipplingerstraße 8). 

1421, an freitag nach sannd Michels tag (Oktober 3). 
Wolfgang Lengennawer, burger ze Wienn hat gevangen nucz 
und gewer ains hauß, gelegen in der J u d e n g a s s e n, zenagst 
der stat haus, das ettwenn Kyslings des Juden was, das 
er von dem hochgeboren fursten herczog Albrechten, herczogen 
ze Österreich etc. gekaufft hat und das an denselben unsern gene- 
digen herren herczogen Albrechten von Hagkin der Judin 



87 



komen ist, umb 150 phunt wienner phening, also das er und 
seine erben dasselb haus nu hinfur mögen ledichleich und frei- 
leich haben und allen iren frumen damit schaffen, verkauften, 
verseczen und geben, wem sy wellent, ut litera ducis sonat. 
Summa 5 sh ^, altera pars vacat propter ducem. 
GB. 16, 308 b, 1. 

Nr. 385 F (Wipplingerstraße 8). 

1430, an freytag vor Judica (März 81). 

Her Kunrad Holczler, burgermaister und der rat gemain der 
stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen in der Wild- 
wercherstrass zenagst Matern des kursner haus an ainem tail 
und an dem andern tail zenagst unserm mauthaus, das weilent 
ain Judenhaus gewesen ist,*) mit aller der gerechtikait, als her- 
nach geschriben stet, umb 160 phunt Wolf harten von Püsewl 
und seinen erben. Also daz die tur und das venster dabay in 
dem keller auf der erden des egenanten hauß, die da geent in 
unser mauthaus von irm gut verpawt sullen werden und die drew 
swebischen venster in der stuben desselben stokchs ob demselben 
keller, die auch in das egenant unser mauthaus geent, sullen 
beleiben und inwendig mit eysnein stangen verstengt werden und 
die zway klein venster in dem gmach under dem dach des ege- 
nanten stokchs sullen auch beleiben, als si dann yecz steent und 
das regenwasser, daz auf das dach desselben stokchs vellet, sullen 
sy selber ausfürn von irm gut an unssers mauthaus schaden, also 
das es in dasselb unser mauthaus nicht flies; aber die schidmaur, 
die da stosset an den egenanten stokch und an den rosstal in 
unserm mauthaus sol baiden tailen gemain sein, darin ze treuen 
und ze pawen yedem tail nach seinen notdürfften, ungeverleich, 
sicut litera sonat. 

Summa 10 sh 20 ^. 
GB. 16, 170 b, 1. 

*) Nach der vorhergehenden Grundbuchseintragung befand sich 
das Haus 385 E „zenagst der stat haus, das ettwenn Kyslings des Juden 
was", wodurch der Name des Vorbesitzers des vorliegenden Hauses fest- 
gestellt ist. (Die Angabe des Namens des letzten Besitzers fehlt auf dem 
Plane von Camesina ; bei ihm als „olim Efferlein Arons Aydam 
des Juden" bezeichnet.) 



88 

Nr. 385 G (Wipplingerstraße 8). 

Der letzte Besitzer aus der Zeit der Aufhebung der Juden- 
stadt ist nicht bekannt. Frühere Besitzer: vor 1351 Höschl von 
Judenburg, 1351 Morchel, Nachmans Sohn von 
Salzburg, 3 391 Hetschel, Merchlein Arons Sohn; 
dieser kommt in Wiener Urkunden in der Zeit 1380 — 1412 vor. 

1. 
1351, Juni 20, Wien. 

Ich Morchel der Jude, Nachmans sun des Ju- 
den von Salczpurch und alle mein erben vergehen offen- 
lich an disem brief, daz ich mit gütleichen und tugentlich verebent 
und verricht han mit hern Jacoben dem Pollen zu den zeiten 
chappllan der chappellen dacz hern Ottenheim in der purger rat- 
haus ze Wienne umb alle den versezzen dienst, den ich im ver- 
sezzen han auf meinem haus gelegen under den Juden ze 
Wienne, daz weün gewesen ist meines enen Höschleins dez 
Juden von Judenburch, an einem tayl ze nächst E f f e r- 
1 e i n s haus, Arons aydem dez Juden und an dem andern 
tail ze nächst mit dem ekke an dem gäzzlein, daz da get an daz 
Judentor ze nächst Jacobs haus des Mäserleins, dez auch er von 
seiner egenanten chappellen wegen rechter gruntherre ist, ze 
stiften und ze stören, davon man der selben seiner chapellen 
alle iar dient ainen wienner phenninge ze gruntrecht und 
drew phunt wienner phenninge ze purchrecht und daz auch 
er mit vrag und mit urtail vor rechtem gericht mit rechten 
nottaydingen in der purger schrann vor hern Nychlasen dem 
Wurffei, zu den zeiten statrichter ze Wienne und vor hern Hain- 
reichen dem Straicher, zu den zeiten Judenrichter ze Wienne in 
sein gewalt erlangt und behabt het für zway phunt wienner 
phenninge versezzens purchrechts und für alle die zwispilde, die 
im mit recht darauf ertailt und gegangen sint, dez er uns alles 
durch unser und ander erber laut und herren, Christen und Juden 
vleizziger pet willen gar und gänczlich ledich lazzen und begeben 
hat, also daz er und alle sein nachchomen, swerlich der vorgenanten 
seiner chappellen nach im chapplan und verwezer sint, von dez 
selben versezzen dinsts und purchrechts und von dez behaben 
wegen auf daz vorgenant mein haus süln fürbas chain ansprach 
noch vodrung gehaben noch gewinnen. Und darumb so han ich 



89 

Mör chel der Jude und mein erben oder swer daz selb mein 
haus fürbas nach mir inne hat, uns dez mit unsern trewn an disem 
brief gegen dem vorgenanten hern Jacoben dem Pollen und 
gegen seinen nachchomen, der vorgenanten chappellen chappllan 
und verweser verlübt und verpunden, also daz wir in fürbas alle 
iar unverczogenlich von dem selben unsenn haus dienen dez ersten 
ainen wienner phenninge gelts purchrechts zu drin zeiten in dem 
iar unverczogenlich von demselben unserm haus dienen dez ersten 
und ain phunt an sant Jörigen tag, mit alle dem nucz und recht, 
alz man an der pur ehrecht in der stat ze Wienne dient. Also be- 
schaidenlich, swenne daz ist, daz in der dienst versezzen wirt, daz 
si denne dez nächsten tags darnach vollen gewalt und recht haben 
sülen, daz in der Judenrichter poten ze Wienne, swer Judenrichter 
ist, mit unserm gütl eichen willen an alles fürbot und an alle chlag 
und auch an alles recht von alle dem varundengüt, daz in unserm 
haus ist phant genüg antwürten sol, alz verre, daz si denne zehant 
an Christen oder an Juden irs versezzen diensts und dez rechten 
wandels dem Judenrichter und swaz in gen dez Judenrichters 
poten auf die phantunge get gar und gänczlieh davon verricht 
und gewert werdent und dez bechömen an allen irn schaden und 
daz wir auch da wider si weder hincz hof, noch an chain gewaltich 
pet, noch niendert alswo pringen, noch in damit waygern noch 
vercziehen süln, denne daz wir alles daz gänzlich stät und un- 
zerprochen halten süln ze alle dem rechten alz vor geschriben 
stet. Und wand ich Morchel der Jude selber nicht aygens in- 
sigil han, darumb so gib ich in disen brief zu einer ewigen 
vestunng diser sach, versigelten mit hern Wernhers insigil, zu den 
zaiten forstmaister in Osterreich und auch von dez herczogen wegen 
mein richter und mit dez vorgenanten hern Nychlas insigil dez 
Würffels, zu den zeiten statrichter ze Wienne, die ich dez fleizzich 
gepeten han, daz si diser sach gezeug sint mit irn insigiln. Diser 
brief ist geben ze Wienne nach Christes gepürde dreuczehen 
hundert iar darnach in dem ain und fünfczigisten iar dez nächsten 
mantages vor sant Johans tag ze Sunbenten. 

Orig. auf Perg. im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QOW. II, 1, 382. 

2. 
1813, August 23, Wien. 

Ich Thoman der Swemmbel und ich Jorig von Nicolts- 

purkch, ze den zeiten paid des rates der stat ze Wienne, bechennen 



90 

offennleichen mit dem brief, das für den rat der stat ze Wienne 
chome der erber herre her Jacob, die zeit ehappllan der chap- 
pellen Unser Vrown, gelegen in der purger weilent altem rathaws 
ze Wienne hern Otto Haymen seligen stifftung und chjagt, das 
imMerchel der Jude in seinem haws, gelegen under den 
Juden ze Wienne, zenast dem Judentürl ein in der Wilt- 
wercherstrazze in seinem hoflein, an des vorgenanten hern Jacobs 
fridmawr, die da gieng zwischen desselben Juden egenanten haws 
und seinem haws, das zu der egenanten Unser Vröwn chappellen 
gehört, ein chuchen gemacht hiet, die von alter nicht da gestanden 
wer und ouch der nicht recht hiet und hiet ouch einen rawchfankch 
an dem ekke, das da stiezz an desselben hern Jacobs haws, der ege- 
nant Jud auz seiner stuben ze nider gepawt, das er den rukch 
nicht envollen über das dach getragen mocht, dovon der rauch 
und aller unrainer gesmach von derselben chuchen und rauchfang 
durch seiner venster ains, das ob der chuchen stund, durch ein 
gewelib vor seiner stuben in des egenanten hern Jacobs haus gieng, 
das niemant dövor nacht nach tag dhain rüb selten gehaben 
mochte und ouch von demselben seinem haws denne derselb rukch 
und ungesmach des morgens, so man die messe spreche in die 
egenant dhappellen Unser Vrown gieng und ouch darum den herren 
grozz irrung t£t. Und pat den ganczen rat, das si im geben zwen 
des rates auz, in darauf ze beschawern und darnach im ein recht 
ze sprechen, dabey er furbas vor allem chrieg beleiben wolt. Des 
gab der rat uns vorgenanten zwen darauf ze beschawern und 
haben wir die vorgenanten chuchen, den rauchfankch und die 
scheden des egenanten hern Jacobs beschawt und uns darümb mit 
guter chuntschaft und gewizzen ervarn und darnach ein recht 
gesprochen, dabey er furbas vor allem chrieg beleiben sol. Also, 
das der vorgenant Merchel der Jüd den rauchfankch hoher 
machen sol, das der rauch an scheden des egenanten hawses und der 
chappellen ausgen müge und die chuchen in dem egenanten seinem 
hoflein, die da stet an des egenanten hern Jacob fridmawr ze stet 
friderprechen und tun sol und dhain hertstat, fewrstat nach 
chuchen in demselben hoflein, des vorgenanten hern Jacobs haws 
noch seiner chappellen ze scheden haben sol, das dhain rauch noch 
unrainer gesmach in dasselb haws noch auch in die chappell icht 
mer ge und dhain irrüng mer darinne tue. Und darnach chomen 
wir wider für den rat und sagten da unser chuntschafft bey unsern 



91 

trewn, als wir ze recht solten in den rechten als vorgeschriben 
stet. Und darüber so geben wir von gescheut und gehaizz des rats 
der egenanten stat ze Wienne dem vorgenanten hern Jacoben und 
seinen nachkomen, chappellen und Verwesern der vorgenanten 
chappellen und des hawses den brief ze einem warn urchund und 
geczeug der sache, versigilten mit unser baider anhangunden in- 
sigiln. Der brief ist geben ze Wienne nach Christs gepürd drew- 
czehen hundert jare darnach in dem drew und sibenczigistem jare 
an sant Bartholomens abende des heiligen zwelifpoten. 

Orig. auf Perg. } m. 2 anh. Siegeln, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QGW. II, 1, 831. 

3. 
1391, feria quarta proxima post festum s. Erasmi (Juni 6). 

He t sehe 1, Merchleins Aronssun des Juden 
und sein erben habent verchawfft 8 phunt und 6 Schilling gelts 
purkehrechts auf irm haws gelegen u n d e r den Juden ze 
Wienn und stozzet an daz rathaws, umb 70 phunt wienner phening 
Hannsen, Hannsen sun von Erdfurt und seinen erben. Es wer 
denne, daz er an leiberben abgieng, so sullen die vorgenanten 
8 phunt und 6 Schilling gevallen auf sein muter, frawn Johann an, 
Hanmans hawsfrawn des Payrs, des goltsmids, sieud litera sonat. 
Summa 1 g 20 ^. 
GB. 57, 93 a, 2. 

Nr. 393 A— 396 (Wipplingerstraße 3, 5, früher 7, 9, Schulter- 
gasse 4, 6, früher 8, 10, Jordangasse 1, 3). 

Von dieser Häusergruppe wurde Nr. 395 am 3. März 1423 von der 
Stadt Wien an Thoman den Talhaimer verkauft. Nr. 394 erhielt Hanns 
Scharffenperger d. Ä. 1433 (oder früher, zur Zeit seines Bürgermeister- 
amtes 1425 — 26?) vom Herzog Albrecht. Nr. 393 und 396 ist wahrschein- 
lich mit jenen Häusern identisch, die Scharffenperger von der Stadt Wien 
vor 1424 für 400 g gekauft hat (s. oben' S. 20, Anm. 40). 

Nr. 393 A (Wipplingerstraße 3, früher 7, Schultergasse 4). 

Nr. 394 (Wipplingerstraße 5, früher 9, Jordangasse 1). 

l. 

1433, an montag vor Georii (April 20). 
Hanns Scharffenperger der elter hat emphangen nuez und 
gewer ains hauß, gelegen ze Wienn, mit dem vordem tau in der 
Wildbergerstrass gelegen, an ainem tau zenagst dem gesslein 
gegen Hern Otten und Haymen kappellen über und an dem 
andern tail zenegst der Peisserin haus und an dem andern tail 



92 

zenegst desselben Scharffenpergers haus, daz im der hochgeborn 
fürst herczog Albrecht, herczog ze Osterreich etc. ledichlichen 
übergegeben hat nach laut des briefs von demselben fursten im 
darüber gegeben. 

Summa 3 £ 80 $. 
GB. 16, 374 a, 1. 

2. 
1437, feria secunda ante Lucie (Dez. 9). 

Hanns Scharffenperger, dieczeit ainer des rats der stat ze 
Wienn hat emphangen nucz und gwer ains hawß, gelegen mit 
dem vordem tail in der Wiltwerherstrass ze Wienn, an ainem tail 
zenegst dem gesslein gegen Herren Otten und Haimen cappellen 
über, zenagst Jeronimen Moser des 61er haws und ligt mit dem 
hindern tail in dem Schiltergessl ein, das im von Hannsen Scharffen- 
perger seinem vater seligen ist anerstorben und angeerbt, doch 
unvergriffen der 200 U ^, die dem spital vormaln darauf ver- 
schrieen sein. 

Summa nulla propter Patrimonium. 
GB. 16, 419 a, 4. 

Nr. 395 (Schultergasse 6, früher 10, Jordangasse 3). 

11(23, an mitteilen nach Reminiscere (März 3). 

Chunrat Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rat 

gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen an 

dem egk an dem Schiltergessl ein ze Wienn zenegst Mclas Roden- 

dorffer haus des kursner gen Jacobs von Velach haus über umb 

108 pfunt Wienner pfening dem erbern Thoman dem Talhaimer 

dem kursner, Annen seiner hausfrawn et heredibus, ut litera sonat. 

Summa 7 sh 6 ^. 

GB. 16, 33 b, 3. 

Nr. 396 (Jordangasse 3, Schultergasse 6, früher 8). 

11(36, an montag vor Esto Michi (Febr. 12). 

Hanns Scharffenperger, diezeit des rats der stat ze Wienn 
hat emphangen nucz und gewer ains hawß, gelegen im Sehilter- 
gesslein zenagst dem Giesser seinem haws, das ettwen eines 
Juden gewesen ist, davon man jerlichen dint zu der ewigen 
mess, die fraw Anna Hainreichs Osterhofers witib auf Allerheiligen 
altar zu Sand Steffan gestifft hat 5 1 / 2 g $ ze purkrecht und nicht 
mehr, das im von Hanss dem Scharffenperger seinem vater ist an- 
erstorben und angeerbt. 

Summa nulla propter Patrimonium. 
GB. 16, 400 a, 3. 



93 



Nr. 401 (Jordangasse 5, Schultergasse 5). 
1. 

11)25, an freytay vor nativitatis Marie (Sept. 7). 
Hans Scharffenperger, buxgermaißter und der rat gemain der 
stat ze Wienn habent verkauft ain haus, gelegen in dem Schilter- 
gesslein ze Wienn zenechst Wenczlas in (!) Guckinslegel haus, daz 
weilent des reichen Steußen des Juden gewesen ist, 
umb 380 phund dem erbern Jacoben von Velach und sein erben, 

sicut litera sonat. 

Summa 3 $ 40 ^. 
GB. 16, 104 a, 3. 

2. 
142o, an pfincztag nach unsrer frawn tag assumpcionis (Aug. 16). 

Jacob von Velach hat verkaufft 25 $ wienner phening gelts 
purkrechts auf sein haus, gelegen in dem Schiltergesslein, daz 
weilent des reichen Steußen des Juden gewesen ist, 
zenegst Wenczla des Gugkinslegl haus umb 200 <& wienner phe- 
ning Arnolten von Ach und seinen erben, sicut litera sonat. 
Summa 13 sh 10 $. 
GB. 58, 143 a, 2. 

S. auch die auf das Haus bezügl. Satzeinträge ibid. 143 b, 1 (1427), 
144 a, 3 (1428) u. 145 a, 2 (1430). 

Nr. 402 (Jordangasse 7). 

Vorbesitzerin: Hansussin (Tochter des Steußen, Witwe des 
Rabbiners Meir v. Erfurt). S. Eintr. 1—3 zu Nr. 403. 

Über die Berechtigung der Bezeichnung dieses Hauses als „Canto- 
r e i der Juden" s. Anm. 102 auf S. 44. 

U83, Juni 30, Wien. 
Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, marggraf ze Merhen und graf 
ze Tyrol etc. bekennen, daz wir unserm getrewn Hainreichen dem 
Mosmann, unserm burger ze Wienn ze kauften geben haben und 
geben auch wissentleich mit dem brief ain haws daselbs ze Wienn 
in der Judengassen, ze nächst Jacoben von Velach haws ge- 
legen, genant die Cantorey, das nach der Juden venkhnuss an uns 
ist komen, umb zwayhundert phunt phening, der wir gancz und gar 
entrichtet und gewert sein. Also, daz derselb Mosmann und sein 
erben dasselb haws mit seiner zugehörung nur fürbazzer in kaufs 
weis ynnhaben, nuczen und niessen und iren frumen damit schaf- 



94 

fen süllen und mügen, wie in das am pesten füget oder wolgevellt, 
als kaufs und der stat ze Wienn recht ist, ungeverleich. Wir 
süllen und wellen auch darauf ir herr und scherm sein vor ge- 
walt und unrecht. Mit urkunt des briefs, geben ze Wienn am er- 
tag nach sant Peter und sant Pauls tage, nach Kristi gepurde 
vierczehenhundert jar, darnach in dem drew und dreyssigisten jare. 

Dominus dux per magistrum 

hubarum ad relacionem 
Oswaldi Oberndorf er notarii sui. 
Orig. auf Perg., ohne Siegel, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QOW. II, 2, 2U8. 

Nr. 403 (Jordangasse 9, Judenplatz 1). 
l. 

Ilf22, an mitichen vor sand Barbaren tag (Dez. 2). 
Kadolt von Ekchartsaw hat empfangen nucz und gewer des 
hauß, das gelegen ist in der Judengassen ze Wienn, das 
Schauin des Juden gewesen ist und das im der hochgeborn 
fürst herczog Albrecht, herczog zu Osterreich etc. von sundern 
gnaden gegeben hat und ist gelegen an ainem tail zenegst der 
Hansussin haus und an dem andern tail zenegst dem haus, 
das Hoczen des Juden gewesen ist, f urbasser ledichleich 
und freileich zehaben, ut litera ducis sonat. 

Summa nulla ex jussu consulum. 
GB. 16, 316 a, 4. 

2. 
H23, an sand Scolasticen tag (Febr. 10). 

Chadolt von Ekchartsaw hat verkaufet ain haus, gelegen in 
der Judengassen ze Wienn, das weilent Schauin des 
Juden gewesen und von demselben Juden an den hochgeboren 
fursten herczog Albrechten, herczogen ze Osterreich mit an- 
dern Judenheusern komen ist und das er im geben hat, 
an ainem tail zenegst der Hansussin haus und an dem andern 
tail zenegst dem haus, das Hoczen dem Juden gewesen ist, 
umb 300 pfunt wienner pfening dem erbern Hawgen von Regens- 
purgk, burger ze Wienn, Kathrein seiner hausfrawen und ir baider 
erben, doch das er allezeit vollen gewalt sol haben mit dem egenant 
haus, ut litera sonat. 

Summa lö sh <$i, altera pars vacat propter dominium. 
QB. 16, 33 b, 1. 



95 



3. 

l$2Jt, an montag nach sand Pangreczen tag (Mai 15). 

Hawg von Eegenspurgk und Kathrey sein hausfraw habent 
verkaufet ir haus, gelegen in der Judengassen ze Wienn, 
daz weilent Schau In des Juden gewesen ist, an ainem tail 
zenagst der Hansussin haus und an dem andern zenagst dem 
haus, das weilent Hoczen des Juden ist gewesen, umb 350 # 
3\ Hannsen Mawrer dem wachsgiesser, Agnesen seiner hausfrawn 
und ir baider erben oder welches under in baiden das ander über- 
lebt, sieut litera sonat. 

Summa 2 <$ 7 sh 10 ^. 
GB. 16, 101b, 1. 

4. 
1^3 l y an montag vor Gotsleichnams tag (Mai 28). 

Agnes, Hannsen Mawrer des wadhsgiessers seligen witib und 

Hannsen von Miltenberg eliche hausfraw hat verkauftet 10 phunt 

wienner phening gelts purkrechts auf irin haus, gelegen in der 

Judengassen ze Wienn, zenagst Petern Swarcz des schusters 

haus umb 100 phunt wienner $ dem ersamen herrn hern Nielasen, 

erczbriester zu Prag und obrister kapplan Sand Peters kappellen 

ze Wienn und seinen nachkomen, ut litera sonat. 

Summa 6 sh 20 ^. 

GB. 58, 10 b, 1. 

Nr. 404 (Judenplatz 2). 

Vorbesitzer: Hocz (s. Beil. 1, 2, 3 zu Nr. 403 u. Beil. 1 
zu Nr. 405 A). Nachrichten über den direkten Verkauf des in 
den Besitz der Stadt gelangten Hauses fehlen. 1431 besitzt es 
Peter Schwarz der Schuster (s. Beil. 4 zu Haus Nr. 403). 

Nr. 405 A (Kurrentgasse 12). 
1. 

Ufölh an freytag nach Urbani (Mai 26). 
Jacob Schetinger und Magdalen sein hausfraw habent ge- 
vangen nucz und gewer des hauß, gelegen in der Judengassen 
ze Wienn zenechst Hoczen des Juden haus, das P e 1 1 1 i n 
der J u d i n gewesen ist, daz sy von dem hochgeboren fursten 
herczog Albrechten, herczogen zu Osterreich unsern genedigen 
herrn gekaufft habent, ut litera ducis sonat. 

Summa 72 $. 
GB. 16, 321 a, 5. 



96 



lk%k> arc montag vor dem Auffarttag (Mai 29). 

Jacob Sehetinger, Magdalen sein hausfraw habent verkaufft 
ir haus, gelegen in der Judengassen ze Wienn, zenechst 
Thomans des Krewssen und Petern des Swarczen des schuster 
heusern umb 160 U <$ Merten dem Torbecken, burger ze Wienn 
und seinen erben, sicut litera sonat. 

Summa 10 sh 20 ^. 
GB. 16, 146 a, 6. 

Nr. 405 B (Kurrentgasse 12). 

l. 
1373, September 1, Wien. 

Ich Michel der Vierdung, ze den zeiten statrichter ze Wienn 
vergich offenleich an dem brief , das für mich cham in die purger- 
sehrann ze Wienn, do ich sas an offem gericht Chünrad Pernger, 
hern Niclas diener des Würffels mit vorsprechen an desselben seins 
herren stat, der im di recht mit vollem gewalt het aufgeben ze 
flust und ze geben auf Merchleins haws des Juden, ge- 
legen in dem Schülhof under den Juden ze Wienn, ze näst P e 1 1- 
linn haws der Judinn umb fünf phunt wienner phenning 
gelts versezzens pürchrechts und umb alle die zwispil, die mit recht 
darauf ertailt und gegangen sind, als verrer uncz das och im mit 
recht poten darauf gab, Micheln den Schreiber und Jannsen von 
Velczperg, die zwen vorsprechen, di habent auch paid darumb gesagt 
mit im trewn var offem gericht, als si ze recht sullen, daz si daz 
egenant haws mit den umbseczen daselbs haben beschaut und ge- 
schaczt, das es so tewr nicht einst, als das versezzen pürchrecht und 
die zwispil, die mit recht darauf ertailt und gegangen sind. Und 
darnach ward gevragt, was recht wer; do geviel mit vrag und mit 
ürtail, mir solt der obgenant her Niclas der Würffei mein recht 
geben, das hat er getan und solt ich in des egenanten hawses ge- 
waltig machen und an die gewer seczen, das han ich auch getan. 
Also, das er dasselb haws sol fürbas ledichleich und freylich 
haben und allen seinen frumen damit ze schaffen, verchauffen, 
verseczen und geben, swem er welle, an allen chrig und irrsal und 
solt ich im das mein ürchund geben. Und de3 ze ürchund so gib 
ich hern Niclasen dem Würffei den prief versigelt mit meinem 
insigel. Der prief ist geben ze Wyenn nach Christi gepürd drew- 



97 

czehenhundert jar, darnach in dem drew und sibenczigistem jar, 

des nasten mitichens vor unser vrown tag ze der gepürd. 

Orig. auf Perg., m. anh. Siegel, im Arohiv d. Stadt Wien. 

Regest in QGW. II, 1, 833. 

2. 

1423, an mitichen nach Reminiscere in der vasten (März 3). 

Chunrat Holezier, zu den Zeiten burgermaister und der rate 

gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen ze 

Wienn, pey der padstuben genant zu den Rören, zenegst Jacobs 

Schettinger des gürtler haus, das von dem hochgeborn fürsten 

herczog Albrechten, herczogen ze Osterreich etc. mit andern 

Judenheüsern in kauf sweis an die stat komen ist, um 80 fi 

wienner pfening der erbern frawn Elspethen, weilent Thomans 

des Flenderl seligen witiben und iren erben, ut litera sonat. 

Summa 5 sh 10 ^. 

GB. 16, 33 b, 2. 

Nr. 406 (Kurrentgasse 8). 

Bildet zusammen mit den Häusern 432 und 433 das Areal der Bad- 
stube zu den Röhren. S. die auf diese Häuser bezügl. Eintragungen. 

Nr. 407 (Kurrentgasse 6). 

1422, an mantag vor Egidii (Aug. 31). 
Vlreich Gundloch, zu den zeiten burgermaister und münss- 
maister und der rat gemain der stat zu Wienn habent verkaufft 
ain haus, das weilent Maister Jekleins des Juden ge- 
wesen ist und das von demselben Juden an den hochgeboren 
fursten herczog Albrechten, herczogen zu Osterreich etc. komen ist 
und von demselben unsern genedigen herrn mit andern heusern 
in kauffs weis an sy komen ist, und leit dasselb haus in dem 
gesslein bey den weissenbrudern zenegst der padstuben genant 
die Rörn, um 40 phunt wienner phening dem erbern Petern Jans- 
torffer und seinen erben oder wem er es schafft, macht oder geit, 
furbas ledichlich und freileich zehaben und allen iren frumen 
damit zeschaffen, ut litera sonat. 

Summa 24 ^, altera pars vacat propter civitatem. 
GB. 16, 274 a, 2. 

Nr. 408 (Kurrentgasse 4). 

1^29, an mantag nach Invocavit (Febr. lli). 
Niclas Vndermhimel, burgermaister und münssmaister .id 
der rat gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, ge- 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 



98 

legen im gesslein, als man zu den weissenbrudern get, zenagst 
Mathes Kramer haus, mitsambt den hindern zwain höfen, dem 
grossen und dem klain, daz weilent Rebleins des Juden 
gewesen ist, umb 100 phunt wienner phening Philippen dem 
Kraukcher und seinen erben, sicut litera sonat. 
Summa 6 sh 20 $. 
GB. 16, 210 b, 3. 

Nr. 409 (Kurrentgasse 5, Judenplatz 3). 

1^26, an freitag vor Georii (April 19). 
Hanns Scharffenperger, burgermaister und der rate gemain 
der stat ze Wienn habent verkauft ain haus, gelegen im gesslein 
am egk, als man zu den weissenbrudern get, zenegst Niclas Graner 
haus an ainem tail und zenegst Hannsen des glaser haus an dem 
andern, mitsambt der hofmarch daran, als weit und die yecz mit 
paw uncz an das tor umbvangen ist, umb 200 <& $ dementen von 
der Staigen, Dorotheen seiner hausfrawn und derselben Dorothen 
erben, doch also, ob dieselb Dorothe mit tod abgeet, ee denn der 
Clement, so sol das vorgenant haus und hofmarch geleich halbs 
erben und gevallen auf irer tochter Affren, die si mit irm eern 
wirt, Petern dem Gakusch gehabt hat und den andern halben tail 
sol der Clement sein lebteg unverkumert inhaben und nach seinem 
tod zegevallen auch auf die egcnant Affren oder ob die nicht inn 
wer, auf der egenant Dorothen nagst erben, ob aber der Clement 
vor seiner hausfrawn Dorothen abging, so ist ir das haus gancz 
ledig und doch das si gwalt hab, sicut litera sonat. 
Summa 13 sh 10 $. 
GB. 16, 105 a, 2. 

Nr. 410 (Judenplatz 4). 

1423, an freitag vor dem heiligen phingsttag (Mai 21). 
Chunrat Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rate 
gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen in 
der Judengassen an dem lewn placz ze Wienn, zenegst 
Jacobs Lebschon des sneider haus, mitsambt dem hoflein daran 
und dem secret und auch mit allen den venstern, als es yecz steet, 
umb 38 $ wienner pfening Hansen Puchspawm dem glaser, 
Pericht seiner hausfrawn und ir baider erben oder welhes under 
in baiden das ander überlebt, sicut litera sonat. 

Summa 76 ^. 
GB. 16, 34 a, 5. 






99 



Nr. 411 A (Judenplatz 5, Parisergasse 6). 



1422, an mantag vor dem Palmtag (März SO). 
Peter Pirchner hat gevangen nucz und gewer ains hauß, 
gelegen in dem gesslein pey den weissenbrudern, das weilent 
Sundleins des Juden, Rachmels des Juden bru- 
derist gewesen, zenegst des vorgenanten Rachmels haus, gegen 
hörn Hannsen von Püchaim haus über, das er von den ersamen 
weisen dem burgermaister und dem rat der stat ze Wienn 
gekaufft hat. 

Summa 72 $. 
GB. 16, 312 b, 1. 

2, 

Uf22, an mitichen vor dem Palmtag (April 1). 

Peter Pirchner burger ze Wienn hat verkaufft ain haws, 
gelegen in dem gesslein pey den Weissenbrudern, das weilent 
Sundleins des Juden, Rachmels des Juden bru- 
d e r ist gewesen, zenegst des yeczigen Rachmels haws, 
gegen hern Hannsen von Puchaim haus über, umb 70 phunt 
wienner phening dem erbern mann Jacoben dem Lebschan dem 
sntider ze Wienn und seinen erben, furbas ledichleich und 
freileich zehaben und allen irn frumen damit zesehaffen, ver- 
kauften, verseczen und geben, wem sy weilent, ut litera sonat. 
Summa 1 / 2 # 20 ^. 
GB. 16, 228 b, 2. 

Nr. 411 B (Parisergasse 6, Judenplatz 5). 

1422, an freitag vor Allerheiligen tag (Okt. 30). 
Michel Weichsselpawm und Lienhart Schober, baid burger 
ze Wienn haben gevangen nucz und gewer ains hauß, gelegen in 
der Judengassen ze Wienn, das von weilent Rachmeln 
dem Juden an den hochgebornen fürst en herczog Albrechten, 
herczogen zu Osterreich komen ist und das sy von demselben 
herczog Albrechten gekaufft habent, umb 110 phunt wienner 
phening, also das sy und ir erben dasselb haus furbasser innehaben 
mügen und messen sullen und allen iren frumen damit geschaffen, 
mit verkauften, verseczen und geben, wem sy weilent, ut litera 
ducis sonat. 

Summa */, U 24 A- 
GB. 16, 315 b, 2. 



100 

Nr, 412 (Parisergasse 4). 

1428, an freitag nach Allerheiligen tag (Nov. 5). 
Hanns von Hohenperg, burger ze Wienn und Elsbeth sein 
hausfraw habent gevangen nucz und gewer ains hauß, gelegen ze 
Wienn, bey den weissenbrudern, zenagst Maister Wenczlabs des 
zimermans haus mit ainem tail und mit dem andern zenagst 
Michels des Weichselpawms haus, gegen Hannsen von Puchaim 
haus über, das sy von dem hochgebornen fursten herczog Albrech- 
ten, herczogen ze Osterreich etc. umb 132 <a wienner phening ge- 
kauft habent, sicut litera sonat. 

Summa 1 / 2 £ 12 $, altera pars vacat propter ducem. 
GB. 16, 319 b, 3. 

Nr. 413 (Parisergasse 2, Schulhof 6). 

1^24, an mitichen sand Lucein tag (Dez. IS). 

Chunrat Holczler, zu den zeiten burgermaister und der rat 

gemain der stat ze Wienn habent verkaufet ain haus, gelegen bei 

den weissenbrudern, gegen hern Hannsen von Puchaim haus über, 

zenegst Hannsen von Brichsen haus, daz Lebin der sänke h- 

maistrin gewesen ist umb 50 U 3) Maister Wenczlaben dem 

zimerman und seinen erben, sicut litera sonat. 

Summa 3 sh 10 $. 

GB. 16, 35 b, 4. 

Nr. 414 (Kurrentgasse 3, Schulhof 4). 

1423, an mantag nach dem Aufarttag (Mai 11). 
Chunrat Holczler zu den zeiten burgermaister und der rat 
gemain der stat ze Wienn habent verkauft ain haus, gelegen ze 
Wienn, gegen der padstuben genant daez den Eören über, zenegst 
Swerczleins des Juden haus an ainem tail und stosst mit 
dem andern tail auf den placz gegen den weissenbrudern über, 
umb 140 f& $ Mclasen dem Graner, Dorotheen seiner hausfrawn 
et heredibus oder welhes under in baiden das ander überlebt, sicut 
litera sonat. 

Summa 9 sh 10 ^. 
GB. 16, 34 b, 4. 

Nr. 415 (Kurrentgasse 1, Schulhof 2). 

Der Name des letzten Besitzers sowie nähere Daten über den Ver- 
kauf des Hauses sind bisher nicht bekannt. 



101 



1386, am nächsten montag nach unser frawen tag ze der Liechtmezz 

(Februar Jf). 

Herzog Albrecht III. schenkt den auf den Hof angesiedelten 
Karmelitern eine Reihe um das Kloster gelegener Häuser als Er- 
satz „für das haus das da genant ist Musehals suns haus dez 
htden", das Herzog Rudolf den Karmelitern hatte schenken wollen. 

QGW. I, 2, 1716. 

Nr. 417 (Judenplatz 6, Drahtgasse 4, Parisergasse 3). 

J437, feria quarta post Tiburoij et Valerianj (April 11). 
Hanns von Puchaim hat verkaufet dem erbern Petern 
Hirssen dem wurczer, burger ze Wienn und fraun Annen seiner 
hausfrawen oder welichs under in baiden das ander überlebt, umb 
86 g'^ sein haws mitsambt den laden dar inn, das weilen t Esch- 
leins des Juden von Dreskirchen gewesen ist und 
der hochgeboren fürst der herczog seinem vater seligen ledig- 
lichen gegeben hat, gelegen am Schulhof zu Wienn, gegen hern 
Wilhalms von Puchaim haws (Nr. 342) über, zenagst Hainreichen 
Swaben von Esslingen haus mit aller seiner zugehörung und 
ausczaigung, ut litera sonat. 

Summa 86 $. 
GB. 16, 132 b, 2. 

Nr. 418, 418 A, 419 (früher Am Hof 14, Drahtgasse 3, demol. 1880). 

1. 

1421, August 5, Wien. 
Wir Albrecht von gotes gnaden herczog ze Österreich, ze 
Steyr, ze Kernden und ze Krain, grave ze Tyrol etc. bekennen und 
tun kund offenleich mit dem brieve, daz wir unserm lieben ge- 
trewn Hannsen von Puchaim durch seiner fleissigen dienst willen, 
die er uns enther getan hat und noch hinfür tun sol und mag und 
auch von sundern gnaden gegeben haben und geben auch wissent- 
lich mit dem brief das haws ze Wienn in der Judengassen 
gelegen, das Esehleins des Juden von Dreskirchen 
ist gewesen, mitsambt ainem zuhaws daselbs, genant das cziegel- 
haws, das mit ainem ort an den Hof und mit dem andern an 
Unser Frawn bruder f reithof stösset, das Adams des Juden 
von Lewbs gewesen ist und auch ain stokhbrunn und 
gemewr zenachst an des benanten Eschleins des Juden 
haws gelegen, und das alles von den benanten Juden an 



102 

uns komen ist. In solicher masse, daz derselb von Puchaim 
und sein erben die vorgenanten hewser und stokhbrunn mit 
iren zugehörungen nu fürbaser innhaben, nuczen und niessen 
sullen und mugen und iren frumen damit schaffen nach iren not- 
dürften, wie in das am besten füget. Mit urkunt dicz briefs, geben 
ze Wienn an sant Oswalds tag, nach Kristi geburde vierczeheu- 
hundert jar und darnach in dem ainundczwainczigisten jare. 
Orig. auf Perg., m. anh. Wappensiegel, im Archiv d. Stadt Wien. 
Regest in QGW. IL 2, 2170. 

2. 
1437, feria secunda post Tiburcii et Valeriani (April 15). 

Hanns von Puchhaim hat verkaufet dem erbern Hainreichen 
Swaben von Esslingen dem pekchen am Hof, mitburger ze Wienn, 
Annen seiner hausfraun und iren baiden erben umb 250 <& wien- 
ner <S( sein haws mitsambt dem garten daneben und dem zu- 
hewsel hinden daran uncz an die schidmaur in dem hof, das wei- 
lent Eschleins des Juden gewesen ist und der hochgeborn 
fürst, unser gnediger lieber herr, der herczog seinem herren und 
vater von sundern gnaden lediglichen gegeben hat und ist das 
vorgenant haws gelegen mit dem vordem ort an dem Hof ze 
Wienn, gegen hern Wilhalms von Puchaim haws über, mit ainer 
selten zenagst Petern Hirssen des wurczer haws, und an der 
andern seytten mit dem garten zenagst Maister Vlreich Warn- 
hofer haws und auch an der weissenbrüder freithof und rürt mit 
dem zuhewslein hinden daran in das gessel, als man von dem 
Schulhof zu den weissenbrüdern geet, auch zenagst des egenanten 
Petern des Hirssen haws an ainem ort und an dem andern zenagst 
dem zieglhaws mit aller ander ausczaigung, die in dem kaufbrief 
begriffen ist. Doch also, daz der egenant Hainreich Swab der 
pekch allezeit ganezen gwalt haben sol, es sey bey den egenanten 
seiner hausfraun lebtegen oder hinach, mit dem egenanten haws und 
seiner zugehorung allen seinen fromen zeschaffen, ut litera sonat. 
Summa 1 g 10 ^. 
GB. 16, 132 a, 2. 

Nr. 420 (Parisergasse 1, Schulhof 8, Am Hof 13 früher 16). 

Vorbesitzer: Adam v. Leubs (s. Eintr. 1 zu Nr. 418). 1421 
zusammen mit den Häusern 418 und 419 von Herzog Albrecht Hanns v. 
Puchaim verliehen. 



103 



lffS7, feria quarta post Tiburcii et Valeriani (April 11). 

Hanns von Puchaim hat verkauft dem erbern Hannsen 
Puchspawm dem lanngen glaser, burger ze Wienn und seinen 
erben umb 100 fä $ sein haws genant das zieglhaws, das weilent 
Adams des Juden von Lewbs gewesen ist, und der hoch- 
geborn fürst, unser gnediger lieber herr der herczog, seinem herren 
und vater lediglichen gegeben hat und stösset mit dem vordem 
ort an Unsrer Lieben Fraun bruder freithof, zenagst dem türl in 
dem gessel, als man von dem Schulhof hincz den benanten brüdern 
geet und mit der andern seiten zenagst Hainreich Swaben von 
Esslingen des pekchen zuhaws und rüret auch mit dem hindern 
ort an die mawr, die in des benanten Hainreich des pekchen keler 
zenagst der obgenanten Unser Fraun bruder freithof desselben 
Swaben und des egenanten glasers hewsern von grantauf nucz und 
den obern estreich geet und tailet mit aller ander zugehorung und 
ausczaigung, ut litera sonat. 

Summa 3 sh 10 $, altera pars vacat. 
GB. 16, 132 b, 1. 

Nr. 428 (Kurrentgasse 2, Steindelgasse 6). 

1422, an sand Vlreichs abent (Juli fy). 

Mathes Polaner, Kathrey sein hausfraw haben gevangen 
nucz und gewer ains hawß, das P ü c h s 1 e i n des Juden ge- 
wesen ist und das von demselben Juden an den hochgeborn fursten 
herczog Albrechten, herczogen ze Osterreich etc. komen ist, gelegen 
hie zu Wienn an ainem tail gen Unser Frawen bruder den Carmeten 
über und an dem andern tail zenegst dem haus, das Abrahams 
Z ü s 1 1 e r ist gewesen, das sy von dem vorgenanten unserm gene- 
digen herren kaufft habent umb 200 phunt wienner phening, allen 
irn frumen damit zeschaffen, ut litera ducis sonat. 

Summa 9 sn 2 $, altera pars vacat propter ducem. 
ÜB. 16, 313 b, 2. 

Nr. 432 (Kleeblattgasse 5). 

Bildete zusammen mit den Häusern 406 und 433 den Komplex der 
Badestube zu den Röhren, als deren letzte Vorbesitzer die Verweser der 
Judenzeche zu betrachten sind. S. die Eintragungen zu Nr. 433. 



104 

Nr. 433 (Kleeblattgasse 5, 7). 
1. 

1398, proxima feria quarta ante Bartholomei (August 21). 

Hannko der underchewfl und Jacob Vnger 
sein vetter, Moschens sun des Vnger, die Juden, haben 
geben nücz und gewer von der patstuben genant die Rören, die 
von den erbern geystleichen herren von dem Dewtschenhaws von 
er (= früher, vormals) an die Juden komen ist und die nu die 
vorgenanten Hannko der underchäwfl und Jacob der Vnger die 
Juden innhabent, sicut litera sonat. 

Ex iussu ducis et consulum civitatis Wienne. 

Summa 10 phenning und 5 solidi. 

QGW. III, 2, 2320. 

2. 

1398, proxima feria quarta post festum sancti Lamberti (September 18). 

Hanko der underchewfl, der Jud, hat versaczt 
seinen halffentayl und alle seine recht, die er hat an der pat- 
stuben, genant dacz den Rören, für 300 g wienner phenning, 
ze richten von sand Mertentag, der schierist kumbt, über ein 
ganczes jar Lesyrn von Perchtoltsdorff dem Juden 
und Haydgimmen, Lesyers sun dem Juden, bayd 
innhaber und verbeser der Judenzech ze Wienn 
und allen irn naehkomen. 

Summa 3 1 / 2 $. 
GB. 57, 101 b, 2. 

3. 

llfOO (Tagesdatum nicht bekannt). 

„Schendel die Jüdin n, Hancko des Juden 
Wittib hat verkauft iren halfen Tail und alle die Recht, die sie 
von dem obgenannten iren Wirt anchomen sint von der Padstuben 
bey den Rören umb 300 Pf . 23 Pf . H a d i m den Juden, 
LesyrsSunundSchalamdenJuden, WarochsSun 
diezeit payde Zechma ister der Judenzech ze 
Wienn und all iren Nachkomen." 

Schlager I, S. 26. 

(Nicht ganz korrekte Abschrift nach dem inzwischen ver- 
loren gegangenen Kauf buch D, Seite 278.) 






105 



4. 
llfoi, an montag vor Gotsleichnams tag (Mai 28). 

Kunrad von Miltenberg, der pader, Elsbeth sein hausfraw 

und ir baider erben habent emphangen nucz und gewer der pad- 

stuben genant zu den Eoren und ains hauß daran, gelegen zenagst 

der Ganiczerin haus und stosset mit ainem tail an Oswalts des 

Oberndorffer haus, das sy von unserm gnedigen herrn herczog 

Albrechten, herczogen ze Osterreich etc. umb 400 <& wienner 

phening gekaufft habent, ut litera ducis sonat. 

Summa 13 sh ^. 

GB. 16, 357 a, 3. 

Nr. 434 (Kurrentgasse 10, Kleeblattgasse 9). 

1. 

1378, März 8. 

Ich Vlreich der Rössel, die zeit des ratz der stat ze Wienne 
vergich und tun ehunt offennleich mit dem brief umb alle die 
chrieg und stozze, die gewesen sind zwischen den erbern herren 
hern Fridreichen von Wobart, landcomitewr der Deutschen Heren 
in Osterreich und hern Giligen comitewr des Deutschen Haus ze 
Wienne und der prüderschafft gemain daselbs an ainem tail und 
Hess mann dem Juden, Barochs des Juden sun an 
dem andern tail umb das hofel, das da leyt under des egenanten 
Juden dach hinder seinem haws, in dem hof, der da gehöret zu 
der padstuben dacz den Körn ze Wienne. Derselben chrieg aller 
sind si ze paiderseyt mit gütleichem willen unbetwungenlich 
hinder mich egenanten Vir eichen ze schidung gegangen und mir 
die gentzleich aus den hannden geben "habent. Was ich darumb 
zwischen in paidenthalb sprich und beschaid nach meinen trewn, 
das si das alles stet und unverukcht haben wellen und auch sullen 
an alle widerred und gever und darumb so hab ich zwischen in 
paidenthalben gesprochen und beschaiden. Also, das die vor- 
genanten Deutschen Herren sullen haben in dem egenanten hoflein 
unden ains gadens hoch. Also das der obgenant Jud auch darauf 
gepawn müg ains gadens hoch under seinem dach. Es so] auch 
derselb Jud ein hewsel graben einen schüch von der want in dem- 
selben hoflein und wenn er mit der grub über die erden chumpt, 
so sol er die grub vermachen und sol ir nicht mer offen lazzen, 
denne das ein stuel darin ge, da ain mensch auf gesiezen müg 



106 



seins und mnb den stuel sol er mawrn eins ziegels dikch ein rorn 
durch der Deutschen Herren gemach auf. Er sol auch derselb 
Jud chain venster in dem hof nicht haben und sol auch das hewsel 
durch sein haws ausfüren. Also das er in der vorgenanten herren 
hof nichts zeschaffen hab und das der sprach fürbas also stet 
und unczebrochen beleih, darüber gib ich egenanter Vlreich der 
Eossei in den brief zu einem warn urchund der sache, versigelten 
mit meinem insigil und mit der erbern manns insigil hern Vlreichs 
des Pollen, die zeit des obgenanten rats, der des vorgenanten 
spruchs durch mich meiner pet willen geczewgen ist mit seinem 
insigil. Der brief ist geben ze Wienne nach Christs gepurd drew- 
czehen hundert jar darnach in dem acht und sibentzigstem jare, 
des montags in der ersten ganczen wochen in der vasten. 

Orig. auf Perg., m. den an Pergamentstreifen hängenden Wachssiegeln 

Ulrich des Rössels u. Ulrich des Pollen. 

Archiv d. D. R.-O. 1308, a, 

(Regest hei Pettenegg lk^k-) 

2. 
1^23, an mitichen nach Judica (März 24). 

Kunrat Holczler, zu den Zeiten burgermaister und der rat 
gemain der stat ze Wienn habent verkaufft ain haus, gelegen im 
gesslein bey den weissenbrudern. das Ysserleins von Enns 
des Juden gewesen ist, zenechst Kunrats von Miltenberg des 
pader haws umb 200 U $ Elsbethen, Hainreichs des Gannczer 
witiben und Gregorien irm sun und irn erben, also daz dieselb 
Elsbecht allezeit vollen gewalt haben sol, es sey bey iren sun leb- 
tegen oder nach seinem toci, allen iren frumen damit ze schaffen, 
«eut litera sonat. 

Summa 6 sh 20 ^, altera pars vacat propter civitatem. 
GB. 16, 33 b, 6. 

Nicht bestimmbare Häuser. 

1329, Juli .',, Wien. 
Ich M ö r 1 der Jude Lehenmannes sun und ich 
T r e c h e 1 sein housvrowe und ich Süzman der Jude von 
T u 1 n und ich Kamel sein housvrowe, wir veriehen und tun 
ohunt allen den, die disen prief lesent oder horent lesen, die nu 
lebent und hernach chunftich sint, daz wir mit unser erben guten 



107 



willen und gunst mit verdachten mute ze der zeit, do wir ez wol ge- 
tun mochten und auch mit unsers gruntherren hant, des erbern 
mannes hern Herborts auff der Seul recht und redelichen gesaczt 
haben unser hous, daz da leit in der Wiltwurcher strazze ze Wienne 
zenaehest Fridelins house des Juden, Lehenman- 
nes a y d e m, daz weiln gewesen ist Marcharts von Kegenspurch 
mit allem dem nutze und rechte, als wir ez in purchrechtes 
gewer her pracht haben dem erbern manne hern Chunraten 
dem Wiltwurcher, purger ze Wienne und vrow Agnesen seiner 
housvrowen und ir paider erben für den Weingarten, der da 
leit an dem Wartperge und haizzet die Grube zu rechter 
ebenteur und auch ze rechtem gewern und scherm, als deb 
landes recht ist ze Osterrich, so beschaidenlichen, ob im dar 
an icht abe gienge, daz schol er haben gentzlichen auff dem ege- 
nanten house in allem dem rechte und vorgeschriben stet und 
geben im des disen prief ze ainem offen urchunde und gezeuge 
und ze ainer ewigen vestunnge diser sache, versigilten mit des 
vorgenanten unsers gruntherren insigel, hern Herborts auff der 
Seul, wan wir selber aygens insigels niht enhaben und auch mit 
des erbern ritters insigel hern Hagens von Spilberch ze den Zeiten 
Judenrichter ze Wienne, die diser sache gezeuge sint mit iren 
insigeln und ander frume leute genug. Diser prieff ist geben ze 
Wienne nach Christes geburt dreuczehenhundert jar darnach in 
dem neun und zwanczigistem jar an sand Ulreichs tage. 

Orig. auf Perg., m. 1 anh. Siegel, im Archiv d. Stadt Wien. 

Äbgedr. hei Wolf, Gesch. d. Juden in Wien S. 233, samt der der Urkunde 

beigehefteten hebr. Übersetzung. 

Regest in QQW. II, 1, 111. 

2. 

1339, an sand Simons und sand Judas tag (Oktober 28). 

Jans der Stüre, Kaplan und Verweser des Gottsleichnam- 
alters zu St. Stephan in Wien stiftet einen ewigen Jahrestag zu 
dem genannten Altar und schafft zu diesem Zwecke außer anderen 
Gülten (wie z. B. „ain phunt gelts auf Lesirs Weingarten des 
Juden, der da leit zwischen sand Veyt und Hekchingen") auch 
„acht phunt gelts purkrechts auf Davits haus des Juden, Wor- 
lins (?) aydem hintrn Penedicten (im Orig. wohl „Penditen") haus 
in dem Türen, des her Jans des (der) Greif grundherre ist, dem 
man dient drey phening ze grundrecht, und zehen und fünf 



108 

Schillinge purkrechts, den erren von dem heiligen Creuze, die 
abzelosen sind mit funnczig phunden Wienner pheningen u . 
(Ogesser) Beschr. d. Metropolitankirche zu St. Stephan in Wien, 
1779, S. 48, Nr. IV. 

1368, in purificacione beate virginis Marie (Februar 2). 
S a d i a judeus filius Jochananni, uxor sua G e n a n n a 
filia Schawlein vendiderunt mediana domum eorum sitam 
iüter Judeis (!) penes May man judeum pro 170 talentis dena- 
riorum Eysakchoni judeo et uxori B o r a n. 

QGW. III, 1, 10. 

4.*) 
1368, Februar 3. 

Ich Michel der Vierdung, ze den Zeiten statrichter ze Wienn 
vergich offenlich an dem brief, das für mich cham in die pur- 
gerschrann ze Wienn, do ich sas an offem gericht H 6 b e 1 der 
Jud, Irmias sun des Juden ze Wienn und vodert mit 
vorsprechen den erbern geistlichen herren prüder Gilgen, ze den 
zeiten comitewr des hauses dacz dem Dauczschenhaws ze Wienn in 
die gewerschaf t umb ein haws, daz er von im, und von den erbern 
geistlichen herren dacz dem Dauczschenhaws ze Wienn gemain 
gechaufft hiet, gelegen under den Juden ze Wienn, ze näst 
Steuzzen haws des Juden, daz wer im ansprechig warden 
von Jansen auf der Sauin, hern Mclases diener des Würffels, di 
zeit purgermaister ze Wienn umb zwai phunt wienner phennig geits 
pürchrechts, der darumb an desselben seins herren stat hincz dem 
obgenanten seinem haws chlagt, diselben zwai phunt gelts solt 
im prüder Gilg an der geistlichen herren stat dacz dem Dauczschen- 
haws ausrichten und pat darumb gerichts. Do cham prüder Gilg 
auch für mich, und für offens gericht, und pat den Juden vragen 
mit vorsprechen, wie lang er daz egenant haws gehabt hiet, da 
offent der Jud im achten iar, darnach pat prüder Gilgen vragen 
mit vorsprechen, was recht wer, do geviel mit vrag und mit urtail, 
seid daz der stat recht wer, daz man pürchrecht vir iar und tag 
schirm solt, und der Jud di geistlichen herren dacz dem Daucz- 
schenhaws in jar und in tag in die gewerschaft nicht gevadert 
hiet, und iar und tag nur für wer, als der Jud selb gech, daz er 
daz egenant haws im achten iar hiet, so solt auch der egenant 
*) Bezieht sich vielleicht auf Haus Nr. 414. 



109 

prüder Güg und der conwent gemain dacz dem Dauczschenhaws 
ze Wienn umb di gewerschaft des egenanten hawses, und der zwair 
phunt gelts nicht antwürten und solden, darumb fürbas vor dem 
egenanten Juden ledig frei und beruht beleihen vor aller ansprach 
und solt ich in des mein urchund geben und solden si mir darumb 
mein recht geben, daz habent si getan. Und des ze urchund so 
gib ich in den prief versigelt mit meinem insigel. Der prief ist 
geben ze Wienn nach Christi gepürd drewczehen hundert jar dar- 
nach in dem acht und sechczigistem jar, des nasten freytags nach 
unser vrown tag ze der Liechtmesse. 

M. an Pergamentstr. hängendem, z. T. beschädigtem Wachssiegel M. des 

Virdungs. 

Archiv d. D. R.-O. 1260, a. 

(Regest bei Rettenegg 1^01.) 

5. 
1316, an samczlag vor dem suntag als man singet Misericordia domini 

(April 26). 

Andre von Munteinstorf, Pfarrer, und Perchtolt, Merteins 
des Herscheftleins Sohn bekennen, daß ihnen Hainreich der 
Huber, Kanzleischreiber Herzog Albrechts u. a. 24 Pfund Pfennige 
als Erlös von einem Judenhaus zu Wien, auf welchem zugunsten 
einer von Hainczman von der Schebnicz gestifteten Messe 4 Pfund 
Pfennige gelegen waren, übergeben hat, welches Haus aber „ze 
der zeit da man die Juden gemainlich angegriffen hat" gänzlich 
abgebrannt war. 

QGW. I, 4, 4003. 

6. 
1378, feria sexta proxima post festum purificacionis b. Marie virginis 

(Februar 5). 

Egidius tunc temporis conmentewr in domo dominorum 

Teotonicorum et fraternitas ibidem vendiderunt 12 solidos reddi- 

tus, quos habuerunt super domum Heblini, filius (!) I r- 

mian Judei et Eysakchen Judeo (!) de Weikhers- 

t o r f sitam inter Judeos ex opposito estuarii quod dicitur 

Born pro 9 libris den. predictis Judeis et eorum heredibus, also 

das die egenanten Tewtschenherren noch ir nachkomen auf das- 

selb haus furbas dhain ansprach, noch vodrung haben sullen, weder 

vil noch menikch. 

Summa 18 ^. 

GB. 15, 37 b, 1. 
Vgl. Nr. h- 



110 



7. 

1383, feria secunda in secunda epdomada (!) quadragesimi (Februar 16). 

Paulus Holczchawffel purgermaister und der rat habent 
abzelosen geben Heschlein dem Juden und seinen erben 
das phunt wienner phenning gelts purchrecht, das die Tewtschen 
herren gehabt habent auf des egenanten Juden haus under den 
Juden zenest dem haus, daz weilnt Schefftleins des 
Juden von Ofen gewesen ist, umb 8 phunt wienner phenning, 
der (!) dieselben Tewtschen herren nicht nemen wolten. 
QGW. III, 1, 1486. 

8. 
lJf20, an freitag nach sand Antonien tag (Juni lJf). 

Mierl die Judin, Adambs weib von Leubs, 
EiffkaderJudintochter hat nucz und gewer emphangen 
ains halben haus, gelegen under Juden, zu nagst Fachen, 
Ysachns sun dem Juden, das sejr anersturben ist von ir 
rechten mutter Eiffica der Judin, als sjf das bebeist 
hat zu rechten zeit, als sy zu recht solt, vor dem Judenrichter 
mit Salman und Zeisl, paid der Juden mesner, da 
man von dem benanten halben haus allen jar jerleichen dint zu 
gruntdinst an sand Michls tag 20 Pf. 

GB. 709, 104 b. 



VW 

vv 

V 



ANHANG. 

d a 

Beschreibung der zur ehemaligen Judenstadt gehörigen 
Häuser nach dem Hofquartierbuche v. J. 1566. 

Nr. 332 als „Gemainer Statt Cassten unnd Zeughaus" liofbefreit. 
Nr. 333 (Nr. d. Hofquartierbuches 287): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Camer, 1 Gwelb, 1 Stuben, 
1 Camer. Mer im Hof 1 Stubel, 1 Vorheusel, 1 Khuchel, 
1 Pöderl. Mer 1 Stubel. Mer 1 Schupfen. 

Im ersten Gaden: 1 Poden. 2 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 334 (288) : 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Camer. Mer 1 Stubel, 1 Ca- 
merl, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheusel, 
1 Khuchel, 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 2 verschlagen Camer. 
Nr. 335 (289): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Camer, 1 Hof, 8 Phfert 
Stallung. 

Im ersten Gaden : 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheusel, 
1 Camer, 1 Khuchel. 

Im andern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Ca- 
mer, 1 Vorheusel. 

Hindten aufm Gang: 1 Stuben, 1 Vorheusel, 1 Khuchel, 
1 Camer, 1 Poden. 
Nr. 341 (434): 

Im Stögkhle darinn der Pegkh wont: 1 Pachstuben, 
1 Gwelb, 2 Gewelbel, 1 Höfel, 1 verschlagens Ställel auf 3 Phert. 

Im ersten Gaden: Ob der Pachstuben 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Vorheüsl, 1 Khuchel darob, 1 Pöderl. 

Mer hindten auf dem Ganng: 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Vor- 
heusel, 1 Khuchel, 1 Camerl. 

Unndtern Tach: 1 Pöderl. 



112 

Im anndern Stögkel darinn der Wierth zum Haus. Bey 
der Erden : 1 Pegkhen laden, 1 Kheller, darob 1 Camer, 2 Gwelb. 
Mer 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: Vorn auf den Hof 1 Stubel, 1 Khuchel. 
Mer gegen dem Judenplatz 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhaus, 
1 Khuchel, 2 Camern. 

Zunegst der Stiegen zur rechten hinein 1 Stubel, 1 Ca- 
merl, 1 Holtzcamerl, 1 Küchel. 

Mer über etlich Staffel 1 Stuben, 1 verschlagens Camerl, 
1 Vorhauss, 1 Küchel, 2 Camerl. 

Im anndern Gaden: Gegen dem Judenplatz 1 Stuben, 
1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Küchel, 2 Camer. 

Mer an der Stiegen 2 Camer. 

Undtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 342 (325) : 

Bey der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheüssel, 1 Kü- 
chel, 1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheüssel, 
1 Küchel, 4 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 343 (324): 

Bey der Erden: 1 Kheller, 3 Gwelb, ain Stall auf 17 Phert. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 Stall, 1 Camerl. 

Im andern Gaden: 1 Stuben, 2 Camer, 1 Khuchel, 1 Vor- 
hauss, darneben 1 Camer, 1 Stubel. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 

Nr. 344 (323) : 

Bey der Erden: 2 Kheller, 1 Press, 5 Gwelb, 2 Stall auf 
4 und 4 Phert. Mer 1 Stubel, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 3 Camer, 1 Khuchel. 
Nach der Seytten zur rechten 1 Stuben, 1 Khuchel. Nach der 
Seytten zur lingkhen 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Gwelb. 
Mer darneben gegen die Wilpingerstrass 1 Stuben, 1 Camer, 
1 verschlagens Camerl. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 ver- 
schlagner Poden, 1 Vorhauss, 1 Khuchel. Nach der Seytten 



113 

zur rechten 1 Saal, darinn 1 Camer, 1 Stuben, 1 Camer, 
1 khlains Stubel. Mer aufm Ganng 1 Stubel, 1 Camerl. 

Unndtern Tach: Pöden. 
Nr. 345 (322): 

Bey der Erden: 2 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorheusel, 1 Khuchel, 
1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Vorheüsl, 1 Khuchel, 
1 Camer, darob 1 Poden. 
Nr. 346 (321): 

Bey der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stube», 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Camer. 

Im andern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Vor- 
haus, 1 Camer unnd die Camer aufm Poden. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 1 Camer. 
Nr. 347 (294) : 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb, 1 Press. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 Stubel. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Vorheüssl, 1 Khuchel. 

TJndtern Tach: 1 Poden mit verschlagnen Camer für die 
Schneider. 
Nr. 348 (293): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 Stubel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 2 Camer. Mer 1 Vorheusel, darinn 1 verschlagne 
Camer, 1 Altänl. 

Unndtern Tach: 2 unndterschiedliche Pöden. 
Nr. 349 (292): 

Bei der Erden: 1 unndterschlagnen Kheller, 1 Gwelb, 
1 Holtzcamer, 1 Pranndtwein Prennhaus, 2 Phertstallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, hinhindter 1 Stu- 
ben, 1 Camer. Mer zur Lingkhen 1 Stuben, 2 Camer, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 2 Camer, 
1 Khuchel. Mer 2 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 8 



114 



Nr. 350 (291): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 1 Gwelb, 1 Press, 1 Hof, 2 Stall 
auf 4 unnd 8 Phert. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Cainer, 1 Saal, 
1 Schreybstube, 1 Canier, 1 Khuchel. Im hinndtern Stogkh 
1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Camer. Mer gegen dem Hof 1 Stuben, 1 Camer, 

1 Vorhaus, 1 Khuchel. Im hinndtern Stogkh 1 Stuben, 2 Camer. 

TJnndtern Tach: 2 Pöden. 
Nr. 351 (290): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 3 Gwelb, 1 Hof, 4 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Saal, 2 Camerl. 
Mer an der Stiegen hinauf 1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 3 Camer, 1 Khuchel, 1 Vor- 
haus. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 355 (283), Doppelhaus: 

I. Bei der Erden : 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel, 1 Gwelb, 
die Ferbwerckhstat, 2 Phert Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Ca- 
merl, 1 Ganng, 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 

II. Bei der Erden: 2 Gwelb, 1 Prandtwein Prennhauss, 

2 Phert Stallung. Mer 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel. Mer 

1 Stuben, 1 Camerl, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: An der Stiegen 1 Stuben, 1 Stubel, 

2 Camer. Mer 2 Camer, 1 Khuchel. Mer zur rechten: 1 Stu- 
bel, 1 Camerl. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel. 
Zur rechten 1 Stubel, 2 Camerl, 1 Khuchel. Mitten 1 Stubel, 
1 Camerl, 1 Khuchel. Mer 1 Stubel, 1 Camer, 1 Khuchel. 

Unndtern Tach: 2 Pöden. 
Nr. 356 (282). Beschreibung fehlt. 
Nr. 357 (281): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 2 Gwelb ineinander, 1 Gwelbl, 
1 Hof. Mer 2 Stubel, 1 Khuchel, 1 Camerl, 1 Poden. 

Im ersten Gaden: 2 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 2 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. 

Unndterm Tach: 1 Poden. 



115 



Nr. 359 (280), 1566 zusammen mit 360 ein Haus: 

Bei der Erden: 2 Kheller, 2 Camer, 1 Press, 1 Padtstuben, 
3 Stall auf 2, 5 unndt 12 Phert, Mer 1 Stuben, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Saal, 1 Stuben, 1 Camer. Mer 
hinhindter 3 Stuben, 3 Camer, 1 Khuchel. 
Nr. 361 (279): 

Bei der Erden: 1 Prodtladen, 1 Kheller, 1 Pinndter 
Wergkhstat, 1 Gwelb, 1 Meel Gwelb, 1 Phert Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Stubel, 1 Vor- 
heussel, 1 Khuchel. Mer 1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Poden, 1 Camer, 
1 Heert. 
Nr. 362 (278): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 5 Gwelb, 1 Camer, 4 Stall auf 
2, 3, 4 undt 5 Phert. Mer 1 Khuchel, 1 Stubel. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Stubel, 2 Camer, 
1 Vorheussel, 1 Khuchel, 1 Camer. Mer 1 Stuben, 1 Camer, 
alles bey einander. Hinndten 1 Stuben, 3 Camer, 1 Khuchel. 
Im anndern Gaden: Vorn 1 grosse Stuben, 1 Stubel, 
1 Camer, 1 Camer, 1 Stubel, 1 Khuchel, 1 Vorhauss, alles mit 
ainer Thüer gesperrt. Hinndten 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 
1 Camerl. 

Unndtern Tach: Vorn unndt hinndten Pöden. 
Nr. 363 (277): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Press, 3 Gwelb, 1 Camer, 
4 Stall auf 4, 5, 6, 8 Phert. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Stubel, 1 Saal, 2 Ca- 
mer, 1 Khuchel. Hinhindter zur rechten: 1 grosse Stubeu, 
1 Camer, 1 Khuchel. Hinndten 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Poden. Hinhindter zur Lingkhen 1 khlains 
Stubel, 1 verschlagens Gänngel. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stubel, 2 Camer, 1 Khuchel, 
1 Poden. Mer 1 Vorhauss, 1 Stubel, 1 Camer gegen dem Hof 
hinein. 

Unndtern Tach: Vorn unnd an der Seytten Pöden. 
Nr. 384. Die Häusergruppe 384 (Areal des jetzigen Ministe- 
riums des Innern) bestand 1566 aus 11 Häusern, deren 
Fronten nach dem Hof quartierbuch in der „W ilpiager 
Strass" (295, 296, 297, 298, 299), in dem „8 c h i 1 1 e r- 
g ä s s e 1" (312, 313, 314) und „A m Judenplat z" (318, 
319, 320) gelegen waren. 

8* 



116 

Nr. 295: 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelbel, zwey Stall auf 
2 unnd 2 Phert. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Ca- 
mer, 1 Khuchel. Mer hinhindter 1 Stubel, 1 Camer, 1 Camerl. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Camer. Mer 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 296: 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb, 1 Hof, 7 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 1 Khuchel, 
1 Camer, 1 Stubel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Stubel, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 2 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 297: 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelb, 1 Gwelbel, 1 Hof. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Stu- 
bel, 1 Khuchel, 1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Camer, 1 Khuchel. Mer 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 298: 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Press, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Saal, 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 299: 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Press, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camerl, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 Camer. Mer hindten 1 Stubel, 1 Khuchel, 1 Poden. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Camer. Mer 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 312: 

Bei der Erden: 2 Läden, 1 Kheller, 2 Gwelb, 1 Camer, 
ain Stall auf 3 Phert. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Stubel, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 gwelbte Camer. 

Im anndern Gaden: Hinndten 1 Stubel, 1 Vorheusel, 
1 Khuchel, 1 Camer. Mer 3 Camer. 



117 

ffr. 313: 

Bei der Erden: 2 Kheller, 3 Gwelb, 2 Camer, 1 Heygwelbl, 
1 Hof, zween Stall auf 4 unnd 5 Phert. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 
nach der lin^khen hinhindter 1 Khuchel, 1 Stubel. Mer zur 
rechten hinhindter 1 Stuben, 1 Khuchel. Hinten gegen der 
Wilpingerstrass 1 grosse Stuben, 1 Camer. Mer im Hof 1 Stu- 
ben, 1 Vorheüsel. 

Unndtern Tach: Vorn 1 Poden, hinndten ainer, darauf 
ain verschlagne Camer. 
Nr. 314: 

Bei der Erden: 2 Kheller, 2 Gwelber, 1 Padtstubel, 
1 gwelbte Camer, 1 Press, 1 Hof, drey Stall auf 2, 6 unnd 
7 Phert. 

Im ersten Gaden: Vorn zur rechten 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Vorhauss, 1 Khuchel, 1 Pöderl. Zur lingkhen 1 Stuben, 
darinn noch 1 Stubel, verschlafen, 1 Vorhauss, tlarnehen 1 Khu- 
chel, 1 Camerl. Hindten herein gegen dem Hof 1 Stuben, 
1 Camer, 1 Stuben, 1 Vorhauss, 1 Khuchel, aufm Ganng dar- 
neben 2 Camer. Mer gegen die Wilpingerstrass 1 Stuben. 

Im anndern Gaden: Vorn zur rechten 1 Hej'poden. Zur 
lingkhen 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khuchel, 1 Pöderl. 
Mer darneben gegen dem Hof 1 Stuben inn Hof. Mer 1 Stu- 
ben, 1 Camer, 1 Khuchel zur lingkhen, und noch 1 Stuben zur 
rechten gegen die Wilpingerstrass. 

Unndtern Tach: Umb und umb Pöden. 
Nr. 318: 

Bei der Erden: 2 Laden, 1 Kheller, 2 Gwelb, 1 Holtz 
Camer. Mer 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheüsel, 
1 Khuchel. Mer 1 Stubel, 1 Gwelb, 1 Heertl. Hinndten 
1 Stubel, 1 Camerl, 1 Heertl. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vor- 
hauss, 1 Khuchel. Hinndten inn Hof 1 Poden. 

Unndtern Tach: 1 Poden mit 2 verschlagnen Camern. 
Nr. 319: 

Bei der Erden: 1 Laden, 2 Kheller, 2 Gwelb, 2 Camer, 
3 Phert Stallung. 

Im ersten Gaden: Vorn zur rechten 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Vorheüsel, 1 Khuchel, 1 Camer. Darneben zur lingkhen 
1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheüsl, 1 Khuchel, 2 underschlagne 
Camerl. 



118 

Im anndern Gaden: Zur rechten 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Vorheüsel, 1 Camerl, 1 Khuchel. Zur lingkhen 1 Stuben, 
1 Camer, 1 Vorheüel, 1 Khuchel, 1 Camer, 1 gwelbts Camerl. 
Unndtern Tach: Umb und umb 1 Poden. 
Nr. 320; 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelb, 3 Phert Stallung. 
Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 1 Camer, 1 Khu- 
chel, 1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, so mit ausspauth, 1 Vor- 
hauss, 2 verschlagne Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 3 verschlagne Camer. 
Nr. 385. Von der Häusergruppe 385 waren 1566 nur noch zwei 
Häuser bürgerlich (385 D u. E), die übrigen waren entweder 
schon parzelliert (wie 385 G), oder im ganzen dem Rathause 
einverleibt. 
Nr. 385 D (276): 

Bey der Erden: 2 Kheller, 1 Press, 2 Gwelbel, 1 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: Vorn unndt hindten: 3 Stuben, 1 Vor- 
hauss, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: Vorn 2 Camer, hinndten aine. 
Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 385 E (275): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 2 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 1 Camer, 1 Khu- 
chel. Mer 1 Stubel. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Vorhauss, 1 Khuchel. 
Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 393 (301): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Press, 2 Gwelb, 2 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 1 Camer, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Holtzcamer. Mer 2 Camer. 
Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 394 (300): 

Bei der Erden: 2 Kheller, 3 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Stubel, 1 Camerl, 
alles ineinander, im Vorhauss die Khuchel, 1 Gwelbel. 



119 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Stuberl, 1 Ca- 
mer, alles ineinander, 1 Khuchel im Vorhauss. 

Unndtern Tach: 1 Poden, darauf 1 verschlagne Camer. 
Nr. 395 (311): 

Bei der Erden: 2 Läden, 1 Kheller, 1 Press, 1 Gwelb, 
1 Khuestal und noch auf 2 nnnd 3 Phert Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Vor- 
hauss, 1 Camer, 1 Poden, darauf man ausm Vorhauss gehet. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, und 
im Vorheüsl 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 verschlagner Poden. 
Nr. 396 (310): 

Bei der Erden: 1 Laden. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 1 Camer. 
Xr. 401 (316): 

Bei der Erden: 3 Kheller, 3 Gwelb, 1 Press, 1 Padtstuben, 

1 Hof, 2 Stall auf 4 und 5 Phert, ob baiden Ställen ain Poden 
zu Hey und Strey. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 gross Vor- 
hauss, daran wider 1 Stuben, 1 Camer, 1 Gwelb, 1 Khuchel. 
Mer aufm Ganng nach der lingkhen hinhinndter 1 Stubel, 

2 Camer. Im hinndtern Stogkh 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Poden. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stuben, 2 Camer, 1 Saal, 
1 Khuchel. Hinndten 1 khlains Stubel. 

Unndtern Tach: 2 Poden. 
Nr. 402 (315): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Camer, 3 Gwelb, 2 Phert 
Stallung. Mer 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Holtzcamer. 

Im ersten Gaden: Im vordem Stogkh: 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Vorheüsel, 1 Khuchel unnd noch 1 Stubel. Im hindtern 
Stogkh am Schnegkhen zur rechten hindten 1 Stubel, 1 Camer, 
1 Khuchel, 1 Vorheüsel, mit ainem verschlagnen Camerl. Zur 
Lingken inn Hof 1 Stubel, 1 Vorheüsel, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: Im vordem Stogkh: 1 Stuben, 1 Ca- 
mer, 1 Vorheüsel, 1 Khuchel und auf dem Ganng 1 Camer. Mer 
darneben 1 Stubel, 1 Vorheüsel, 1 Heert. Im hinndtern Stogkh : 



120 



1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorheüsel, 1 Khuchel, 1 verschlagens 
Camerl. Nach der lingkhen im Hof 1 Stubel, 1 Vorheüsel, 
1 Heertl. 

Im dritten Gaden: Im vordem Stogkh: 1 Poden. 
Hinndten 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel. Nach der Seytten 
im Hof 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Vorhauss, 1 Heertl. 

Im vierten Gaden: Hinndten 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Vor- 
hauss, 1 Heertl. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 403 (348) : 

Bei der Erden: (Beschreibung fehlt). 

Im ersten Gaden: Zur lingkhen 1 Stuben, 2 Camer, 1 Khu- 
chel, hinhindter zur rechten 1 Stuben, 2 Camer, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: Zur lingkhen 1 Stubel, 2 Camer, 
1 Khuchel. Hinhindter zur rechten, über etlich Staffel 1 Stu- 
ben, 4 Camer, 1 Khuchel. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 404 (346) : 

Bei der Erden: 1 Laden, 2 Kheller, 1 Gwelb, 1 Hof, 
7 Phert Stallung. Mer 1 Stubel, 1 Camerl. 

Im ersten Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 1 Camerl, 1 Stubel gegenüber. Im hindtern Stogkh : 
1 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 1 Stubel, 1 Khuchel, daran 
wider 1 Stubel. 

Im anndern Gaden: Vorn 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. Mer 1 Stubel, 1 Camer. Im hinndtern Stogkh 
1 Stubel, 2 Camer, 1 Vorhauss, 1 Camer mit ainem Camin, 

1 Khuchel, 1 Camer. 

Unndtern Tach : Vorn 1 unndterschlagner Poden, hinndten 

2 unndterschlagne Pöden. 
Nr. 405 (345) : 

Bei der Erden: 2 Kheller, 5 Gwelb, 1 Press, 2 Stall, jede 
auf 3 Phert. 

Im ersten Gaden: Vorn 2 Stuben, 2 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, hinndten 1 Stubel, 1 Vorheüsel, 1 Camer, 1 Khu- 
chel, darob 1 Pöderl. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 2 Camer. 
Nr. 406 (343): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb. Mer 1 Stubel, 1 Ca- 
merl, 1 Khuchel. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 2 Camer, 
1 Khuchel. 



121 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Vorheüsel, 
1 Khuchel, 1 Camerl. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 407 (341) : 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorheüsel, 2 Camer, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Vorheüsel, 
1 Khuchel, 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 408 (340): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelber, 1 Camer, 3 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Vorhauss, 3 Camer, 1 Khu- 
chel. Mer hindten 1 Stubel, 1 Camer unnd an der Stiegen noch 
1 Camer. 

Im anndern Gaden: 2 Stuben ineinander, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. Mer hindten 1 Stubel, 1 Camerl, 1 Khuchel, gegen- 
über 1 verschlagens Pöderl. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 409 (335): 

Im vordem Stogkh: Bei der Erden: 2 Kheller, 3 Gwelb, 
1 Hof. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 3 Camer, 1 Vorheüsel, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 2 Camer, 1 Vorheüsel, 
1 Khuchel. 

Unndtern Tach: 1 unndterschlagner Poden. 

Im hindtern Stogkh: Bei der Erden: 2 Gwelb, 1 Padt- 
stuben, 3 Stall auf 2, 3 und 3 Phert. Mer 1 Stuben. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 1 Holtzcamerl. An der Stiegen zur rechten 1 Stubel, 
1 Camerl imm Hof. 

Im anndern Gaden: 2 Stuben, 2 Camer aneinander, 1 Vor- 
hauss, 1 Khuchel. Mer 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 410 (334): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 3 Gwelb, 1 Camer, 3 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel. Mer 1 Stubel, 1 Gwelb. 



122 



Im anndern Gaden : 1 Stuben, 1 Camerl, 1 Khuchel, 1 Vor- 
heüsel. Mer himidten 1 Stuben, 1 Camer unnd noch 1 Camer. 
XJnndtern Tach: Pöden. 
Nr. 411 (332): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb, 1 Phert Stallung. 
Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel. 
Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Gwelbl. 
Unndtern Tach: 1 Poden. 
«Nr.* 412 (331): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 3 Camer, ain Stall auf 3 Phert. 
Im ersten Gaden: Vorn 1 Stubel, 1 Vorheüsel, 1 Khuchel, 
1 Camer, 1 Holtzcamer. Hinndten, 1 Stubel, 1 Camer, unndten 
an der Stiegen 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Camer an der Stiegen, 1 doppelte 
Stuben, 1 Vorhauss, 2 Camer, 1 Khuchel. 
Unndtern Tach: Poden. 
Nr. 413 (330): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb, 1 Camer. Mer 1 Stu- 
ben, 1 Camer, 1 Vorheüsel, 1 Khuchel, 1 Camer. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Vor- 
haus, 1 Camer, 1 Holtzcamer. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel, 2 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 1 Camer. 
Nr. 414 (336): 

Bei der Erden: 1 Kheller, 2 Gwelb, 1 Stall auf 4 Phert. 
Im ersten Gaden: 1 Stuben, 2 Camer, 1 Stubel, alles 
ineinander, 1 Vorhauss, 1 Khuchel, 1 Holtzcamer. 

Im anndern Gaden: 1 fmnsters Stubel, 1 Vorhauss mit 
ainer Thüer gesperrt. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 415 (337) : 

Bei der Erden, 1 Gwelb, 1 Holtzcamer, 1 Pachhauss. Mer 
1 Stuben, 1 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden, 1 Camer. 
Nr. 417 (328): 

Bei der Erden: 2 Läden, 2 Kheller. 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel. Mer 1 Camer, so ein Stuben gewesen. 
Im anndern Gaden: unauspauth. 
Nr. 418 (435): 

Bei der Erden: 2 Läden, 1 Kheller, 3 Gwelb, 2 Camer, 
1 Pachhauss, 3 Phert Stallung. 



123 

Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Stubel, 2 Camer, 1 Vor- 
hauss, 1 Khuchel. Mer 1 Stubel, 1 Camer. Mer 1 Vorheüsel, 
1 Camer. 

Im anndern Gaden: 1 Stubel, 1 Camer, 1 Khuchel. Mer 
mit ainem besondern Aufgang 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 
1 Camer. Mer 1 Stubel, 2 Camer. Mer 1 Stubel, 1 Khuchel, 
1 Camer. 

Im dritten Gaden: 1 Padtstubel unnd Pöden. 
Nr. 419 (436): 

Bei der Erden: 2 Läden, 1 Kheller, 1 Stubel, 1 Gwelb. 
Im ersten Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 
1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: 1 Stuben, 1 Camer, 1 Khuchel, 1 Ca- 
mer, Placz aufm Poden. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 
Nr. 420 (329) : Beschreibung fehlt. Nach der im 2. Teile des Hof- 
quartierbuches (Taxordnung) enthaltenen Beschreibung 
waren für Hof quartiere verfügbar: Im ersten Gaden ain 
Stuben, daran ain khlains Stubel, ain Camer, zway Ge- 
welbel ineinander. Mer ain Cämerl, ain Stuben, darob 
wider ain Camer, ob welcher ain Camer aufm Poden. Mer 
bey der Erden ain Khuchel, darbey ain Holtz Cämerl, ain 
Gewelbel. 
Nr. 432 u. 433 (Badestuben zu den Bohren) frei. 
Nr. 434 (344): 

I. Im vordem Stogkh : Bei der Erden : 1 Kheller, 2 Gwelb, 
1 Camer, 2 Phert Stallung. 

Im ersten Gaden : 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khu- 
chel, 2 Camer. 

Im anndern Gaden: An der Stiegen 1 Camer. Mer 1 Stubel, 
1 Vorhauss, 2 Camer, 1 Khuchel. Mer 2 Camer. 

Unndtern Tach: 1 Poden. 

II. Hindten: Bei der Erden: 1 Kheller, 1 Gwelb, 3 Phert 
Stallung. 

Im ersten Gaden: Zur rechten 1 Stuben, 1 Camer, 1 Vor- 
hauss, 1 Khuchel. Mer zur lingkhen aufm Gang 1 Stuben, 
1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khuchel. 

Im anndern Gaden: An der Stiegen 1 Camer. Mer 1 Stu- 
ben, 1 Camer, 1 Vorhauss, 1 Khuchel, 1 Holtzcamerl. 

Unndtern Tach: Pöden. 



Regesten 

der in den Beilagen mitgeteilten Grundbuchs- 

eintragungen und Urkunden. 

Zur Erleichterung der Übersicht sind die Regesten nach den 
heutigen Orientierungsnummern geordnet. 

1. AmHof 10 (Färbergasse 1, 332, 332 A) 1426, Juli 31. 

Ulrich Schrot, Herzog Albrechts Küchenmeister emp- 
fängt Nutz und Gewer des früher Süssmann und 
Smoyel von Krems und „ J o s e p p i n", S m o y e 1 s 
Mutter gehörigen Hauses. 

2. A m H o f 12 (419). S. Nr. 4. 

3. AmHof 13 (früher 16, Schulhof 8, Parisergasse 

1, 420). 1437, April 17. Hanns v. Puchaim verkauft 
sein Haus, gen. das Ziegelhaus, das früher Adam von 
Leubs besessen hat, um 100 $ an Hanns Puchs- 
p a u m, den Glaser. 

4. Am Hof alt 14 (Drahtgasse alt 3, jetzt 2, 418, 

418 A, 419). 1. 1421, August 5. Herzog Albrecht schenkt 
HannsvonPuchaim das früher im Besitze des B s c h 1 
vonTraiskirchen gewesene Haus sammt dem Adam 
von Leubs gehörigen Zuhause, gen. das Ziegelhaus. — 

2. 1437, April lo.Hanns v.Puohaim verkauft das oben 
genannte Haus um 300 g an Heinrich Schwab von 
Esslingen. 

Draht gasse 2 (früher 3), s. Nr. 4. 

5. Drahtgasse 3 (früher 2, Judenplatz 7, 341, 

342, 342 A). 1. 341. 1425, September 10. Bürgermeister 
und Rat der Stadt Wien verkaufen das Haus „J u d i s 
der M ö r d 1 i n" um 110 ft an Hanns den Klausen. 
— 2. 342, 342 A. 1437, Oktober 11. Wilhelm v. 
Puchaim stiftet das ihm von Herzog Albrecht ver- 
liehene Haus am Judenplatz zu einer ewigen Messe in die 
Stephanskirche. 



125 

6. Drahtgasse 4 (Judenplatz 6, Parisergasse 3, 

417). 1437, April 17. Hanns v. Puchaim verkauft 
das im Jahre 1421 von Herzog Albrecht seinem Vater ge- 
schenkte Haus, das früher Eschl von Traiskirchen 
gehört hat, an Peter Hirsch um 86 <&. 
Färbergasse 1, s. Nr. 1. 

7. Färbergasse3 (333). 1423, März 10. Bürgermeister und 

Eat der Stadt Wien verkaufen das neben dem Juden- 
fleischhof gelegene Haus um 180 $ an Mert den 
Fraunmesser. 

8. Färbergasse5(Wipplingerstraßel9, 352). 1422, 

September 17. Bürgermeister und Eat der Stadt Wien ver- 
kaufen das früher im Besitze des Jakob von Weitra 
gewesene Haus um 120 $ an Michel Morgenpesser. 

9. Färbergasse 6 (335). 1421, August 6. Meister Kaspar 

von Landshut und seine Hausfrau Kathreinj 
empfangen Nutz und Gewer des ihnen von Herzog Albrecht 
geschenkten Hauses, das früher M u s c h, dem Stiefsohne 
Meister Jekleins gehörte. 

Färbergasse 8 (334). Grundbücherl. Eintrag ist nicht 
festzustellen. 

Färbergasse 10 (Wipplingerstraße 17, 351). Vor- 
besitzer : Meister Jakob. Nähere Daten fehlen. 
10. Fütterergasse 1 (Judenplatz 10, Wipplinger- 
straße 9, 345, 346, 347). 1. 345 : 1422, Juli 24. M a t h e s 
Voburger empfängt Nutz und Gewer eines Hauses, das 
früher im Besitze Sara der Jüdin gewesen ist und das 
er von Herzog Albrecht um 240 g gekauft hat. — 2. 34G: 
Vorbesitzer : Abraham v. Perchtoldsdorf. Nähere 
Daten fehlen. — 3. 347 : 1. 1422, September 28. H e i n r i c h 
Reutter empfängt Nutz und Gewer des ihm von Herzog 
Albrecht geschenkten Hauses, das früher Hendl von 
Klosterneuburg und Merchl von Herzogen- 
burg gehört hat. — 2. 1422, September 28. Derselbe ver- 
kauft 3 1 /., <ß Burgrechts auf sein Haus um 28 g' an 
Michel, Pfarrer zu St. Ruprecht und Kaplan der St. 
Sigmunds- und Wolfgangskapelle in der Stephanskirche. 

Fütterergasse2 (jetztzuJudenplatz 11, Wipp- 
lingerstraße 7 gehörig, 384 A). Vorbesitzerin : 
Schedl von Tulln. Nähere Daten fehlen. 



126 

11. Jordangasse 1 (Wipplingerstraße 5, 394). 1. 
1433, April 20. Hanns Scharf fenperger d. Ä. 
empfängt Nutz und Gewer des ihm von Herzog Albrecht 
geschenkten Hauses. — 2. 1437, Dezember 9. Hanns 
Scharffenperger d. J. empfängt Nutz und Gewer des 
ihm nach dem Tode seines Vaters zugefallenen Hauses. 

12. Jordangasse 2 (jetzt zu Judenplatz 11, Wipp- 
lingerstraße 7 gehörig, 384 F, G.). 1. 384 F: 1. 
1426, April 12. Hanns Vierlinger und seine Haus- 
frau Kathrein empfangen Nutz und Gewer des von 
Herzog Albrecht um 200 g gekauften Hauses. — 2. 1430, 
April 28. Hanns Karthauser (identisch mit dem 
Vorigen) und seine Hausfrau Kathrein verkaufen das 
früher der „Altenmaistrin Und d ei r Kolman- 
n i n" gehörige Haus um 240 g an Hanns den R e i n- 
taler. — 384 G: 1423, Juni 21. Bürgermeister und Rat 
der Stadt Wien verkaufen „a i n J u d e n h a u s" um 160 g 
an Andres den Rysen. 

13. Jordangasse 3 (Schultergasse 6, 395). 1423, 

3. März. Bürgermeister und Rat der Stadt Wien verkaufen 
das Haus um 108 g an Thomas Talhaimer den 
Kürschner. 

14. Jordangasse 5 (Schultergasse 5, 401). 1. 1425, 

September 7. Bürgermeister und Rat der Stadt Wien ver- 
kaufen ein Haus, das „weilent des reichen Steu- 
ßen des Juden gewesen ist" um 380 g an J a k o b 
vonVelach. — 2. 1425, August 16. Jakob von 
V e 1 a c h verkauft 25 g Burgrechts auf sein Haus um 
200 g an Arnold von Ach. 

15. Jordangasse 7 (402). 1433, Juni 30. Herzog Albrecht 

verkauft das Haus, genannt die C a n t o r e y, das „nach 
der Juden venkhnuss" an ihn gekommen ist, an 
Heinrich den Mosmann. 

16. Jordangasse 9 (Judenplatz 1, 403). 1. 1422, De- 

zember 2. Kadoltv. Eckartsau empfängt Nutz und 
Gewer des früher Schaul dem Juden gehörigen 
Hauses. — 2. 1423, Februar 10. Derselbe verkauft das 
Haus um 300 g an Haug von Regensburg. — 3. 
1424, Mai 15. Haug von Regensburg und seine 



127 



Hausf ran Kathrein verkaufen das Haus um 400 a an 
Hanns Maurer. — 4. 1431, Mai 28. Agnes, Witwe 
des Hanns Maurer verkauft 10 ü Burgrechts auf ihr 
Haus für 100 # an N i k 1 a s, Erzpriester zu Prag und 
Kaplan der St. Peterskapelle in Wien. 

Judenplatz 1, s. Nr. 16. 

Judenplatz 2 (404). Vorhesitzer : H o c z. Nähere Daten 
über den Verkauf des Hauses fehlen. 

17. J ude np la t z 3 (Kurrentgasse 5, 409). 1420, 

April 19. Bürgermeister und Rat der Stadt Wien verkaufen 
das Haus um 200 g an Clemens von der Staigen 
und Dorothea, seine Hausfrau. 

18. Judenplatz 4 (410). 1423, Mai 21. Bürgermeister und 

Rat der Stadt Wien verkaufen das Haus um 38 g an 
Hanns Puchspaum, den Glaser. 

19. Judenplatz 5 (Parisergasse 6, 411 A, B). 411 A. 

1. 1422, März 30. Peter Pirchner empfängt Nutz 
und Gewer des Hauses, das früher Sundl, dem Bruder 
Rachmels gehört hat. — 2. 1422, April 1. Derselbe 
verkauft das Haus um 70 $ an Jakob den Lebschan, 
den Sehneider. — 411 B. 1422, Oktober 30. Michel 
Weichsselpaum und Lienhart Schober emp- 
fangen Nutz und Gewer eines Hauses, das früher R a c h m e 1 
gehört hat und das sie um 110 $ von Herzog Albrecht ge- 
kauft haben. 

Judenplatz 6, s. Nr. 6. 

Judenplatz 7, s. Nr. 5. 

20. J u d e n p 1 a t z 8 (W ip p 1 i n g e r s t r a ß e 15, 343, 349, 350). 

343: Zuhaus zu Nr. 344. S. dieses. — 349: 1. 1294, Sep- 
tember 1. Pilgrim, Paltrams Sohn von Wien stiftet 
eine Gülte von 5 % auf „P e n d i t e n h o u s" nach Heili- 
genkreuz. — 2. 1379, Juli 1. Abt Koloman von Hei- 
ligenkreuz und der Konvent daselbst geben J u d e 1 
Rötel von Klosterneuburg die auf seinem Hause 
liegende Burgrechtsgülte um 8 g abzulösen. — 3. 1381, 
April 23. Niklas der Würffei und Margarete, 
seine Hausfrau, geben demselben die auf seinem Hause 
liegende Burgrechtsgülte um 40 # abzulösen. — 4. 1424, 



128 

Juni 7. Bürgermeister und Rat der Stadt Wien verkaufen 
das Haus, zusammen mit Nr. 341 um 500 a an Niclas 
denVerber. — 5. 1430, September 6. Anna, Hausfrau 
des Heinrich des Stollen, Lehrers der Arznei, erste 
Gattin Niklas des Verbers, verkauft das Haus um 300 fi 
an ihren Vetter Stefan N e c h e 1. — 350: 1. 1391, Ok- 
tober 31. Schymman der Jude verkauft „an H e t s c h- 
leins des Peltleinsstat" 8 $ und 6 sh Burgrechts, 
das auf dem Hause des letzteren gelegen ist, um 70 U an 
Hanns von Erfurt. — 2. 1424, Mai 9. Bürgermeister 
und Eat der Stadt Wien verkaufen das Haus um 160 # an 
Hanns den Angerveide r. 

21. Judenplatz 9 (Wipplingerstraße 13, 344). 1. 

1424, Juni 7. Bürgermeister und Bat der Stadt Wien ver- 
kaufen das Haus, das früher drei Häuser gewesen sind, 
nämlich das Judenspital und das Haus des R o 1 1 mit 
einem Hinterhaus um 500 # an Niclas den Verber 
und Anna, seine Hausfrau. — 2. 1424, September 25. 
Niclas Verber und seine Hausfrau Anna verkaufen 
25 <& auf ihrem Hause gelegenen Burgrechts um 200 # an 
Barbara, Konventschwester zu St. Laurenz in Wien. — 
3. 1432, Oktober 17. Anna, Witwe nach Niclas Ver- 
ber, Gattin des Heinrich Stoll, Lehrers der Arznei, 
verkauft das Haus, das ehemals das Judenspital ge- 
wesen ist, um 305 $ an Hanns Verber und seine Haus- 
frau Agnes. 
Judenplatz 10, s. Nr. 10. 

22. J u d e n p 1 a t z 11 (384 C, E, H, I). 1. 348 C : 1422, Januar 

11. ThomanWild empfängt Nutz und Gewer des Haus, 
das früher Perla der Jüdin gewesen ist und das er 
von Herzog Albrecht um 470 g gekauft hat. — 2. 384 E: 
1423, April 27. Bürgermeister und .Rat der Stadt Wien ver- 
kaufen das früher „K olmanin der Judin" gehörige 
Haus um 200 Gulden an Friedrich den Hering. — 
3. 384 H: 1423, Juni 9. Bürgermeister und Rat der Stadt 
Wien verkaufen das früher im Besitze des Efferl von 
Krems gewesene Haus um 240 $ an Heinrich den 
N a d 1 e r von Basel. — 384 1:1. 1427, April 30. Hanns 



129 



S u k e 1 empfängt Nutz und Gewer des ihm von Herzog 
Albrecht geschenkten Hauses, das früher H y s t i r (Ester) 
v. Tulln gehörte. — 2. 1430, Februar 17. Derselbe ver- 
kauft das Haus um 50 # an Thoman den Wilden. 
Kleeblattgasse 5 (432), s. Nr. 23. 

23. Kleeblattgasse 7 (433, zus. mit 406 und 432 die Bade- 

stube zu den Bohren). 1. 1398, August 21. Hannko 
der underchewfl und Jacob Vnger sein Vetter, 
Sohn des Mosche des Vnger empfangen Nutz und 
Gewer der von dem Deutschen Orden an sie gelangten Bade- 
stube zu den Bohren. — 2. 1398, September 21. Hannko 
versetzt den ihm gehörigen Teil und seine Bechte auf die 
Badestube an die Verweser der Judenzeche. — 3. 1400. 
S c h e n d 1, die Witwe des Hanko verkauft ihren Teil 
und die Bechte auf die Badestube an die Zechmeister der 
Judenzeche. — 4. 1431, Mai 28. K o n r a d von 
Miltenberg, der Bader und E 1 s b e t h seine Hausfrau 
empfangen Nutz und Gewer der Badestube, die sie von 
Herzog Albrecht um 400 # gekauft haben. 

24. Kleeblattgasse9 (Kurrentgasse 10, 434). 1. 1378, 

März 8. Ulrich der Bössei bestätigt den Vergleich 
zwischen dem Landkomthur des deutschen Bitterordens, 
Friedrich von Wobart und Bruder G i 1 g einerseits 
und Hessmann dem Juden, Barochs Sohn ande- 
rerseits wegen eines Höfeis, geheimen Gemaches und Fensters 
in seinem an die Badestube zu den Bohren angrenzenden 
Hause. — 2. 1423, März 24. Bürgermeister und Bat der 
Stadt Wien verkaufen das früher Isserl von Enns 
gehörige Haus um 200 g an Elsbeth und Gregor, 
Witwe, resp. Sohn Heinrichs des Gannczer. 

25. Kurrentgasse 1 (Schulhof 2, 415). 1386, Feber 4. 

Herzog Albrecht III. schenkt den Karmelitern als 
Ersatz für das Haus „M uschals suns" eine Beihe 
anderer Häuser. 

26. Kurrentgasse 2 (Steindelgasse 6, 428). 1422, 

Juli 4. MathesPolaner und K a t h r e y seine Haus- 
frau empfangen Nutz und Gewer eines Hauses, das früher 
„P ü c h s 1 e i n des Juden" gewesen ist und das sie von 
Herzog Albrecht um 200 # gekauft haben. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 



130 

27. Kurrentgasse 3 (Schulhof 4, 414). 1423, Mai 17. 

Bürgermeister und Eat der Stadt Wien verkaufen das Haus 
um 140 $ an N i k 1 a s den Gran er und Dorothea, 
seine Hausfrau. 

28. Kurrentgasse 4 (408). 1429, Februar 14. Bürgermeister 

und Rat der Stadt Wien verkaufen das früher R e b 1 e i n 
gehörige Haus um 100 U an P h i 1 i p p d e n K r a u k c h e r. 
Kurrentgasse 5 (409), s. Nr. 17. 

29. Kurrentgasse 6 (407). 1422, August 31. Bürgermeister 

und Rat der Stadt Wien verkaufen das Haus, das früher 
Meister J e k 1 gehört hat, um 40 $ an Peter Jans- 
t o r f f e r. 

Kurrentgasse 8 (406), s. Nr. 23. 

Kurrentgasse 10 (434), s. Nr. 24. 

30. Kurrentgasse 12 (405 A, B). 405 A. 1. 1424, Mai 26. 

Jakob Schetinger und Magdalena, seine Haus- 
frau empfangen Nutz und G-ewer des früher Peltlin der 
Jüdin gehörigen Hauses. — 2. 1424, Mai 29. Dieselben 
verkaufen das Haus um 160 g an Mert den Tor- 
becken.— 405 B. 1. 1373, September 7. Michelder 
V i e r d u n g, Stadtrichter von Wien macht Niklas den 
Würfel des Hauses „M erchleins des Juden" 
wegen versessenen Burgrechts gewaltig. — 2. 1423, März 3. 
Bürgermeister und Bat der Stadt Wien verkaufen das Haus 
um 80 U an E 1 s p e t h, Witwe des ThomanFlenderl. 
Parisergasse 1 (420), s. Nr. 3. 

31. Pariserg a s s e 2 (Schulhof 6, 413). 1424, Dezember 13. 

Bürgermeister und Rat der Stadt Wien verkaufen das früher 
„Lebin der sankchmaistrin" gehörige Haus um 
50 g an Meister Wenczla den Zimmermann. 
Parisergasse 3 (417), s. Nr. 6. 

32. Parisergasse 4 (412). 1423, November 5. Hans von 

Hohenperg und E 1 s b e t h, seine Hausfrau empfangen 
Nutz und Gewer des von Herzog Albrecht um 132 fi ge- 
kauften Hauses. 

Parisergasse 6 (411 A, B), s. Nr. 19. 
Schulhof2 (415), s. Nr. 25. 
S c h u 1 h o f 4 (414), s. Nr. 27. 






131 



Schulhof 6 (413), s. Nr. 31. 
Schulhof 8 (420), s. Nr. 3. 

33. S c h u 1 1 e r g a s s e 4 (W i p p 1 i n g e r s t r a ß e 3, 393A, 396). 

393A. Besitzer : Hanns Scharffenperger (s. Eintrag 
zu Nr. 394). — 396. 1436, Februar 13. Hanns Scharf- 
fenperger d. J. empfängt Nutz und Gewer des Hauses, 
„das ettwen a i n e s Juden gewesen ist" und das nach 
dem Tode seines Vaters ihm zugefallen ist. 

Schultergasse 5 (401), s. Nr. 14. 

Schultergasse 6 (395), s. Nr. 13. 

34. Schwertgassel(Wipplingerstraßel8, 356, 356A). 

1. 1422. Pangrecz der Hederstorffer erwähnt in 
seinem Testamente sein Haus „das emaln der .Juden 
gewesen i s t", das ihm Herzog Albrecht „gegeneinen 
guten köstlichen t u c h m i t p i 1 d e n" gegeben hat. 

— 2. 1425, November 9. Weichkart Sulczperger 
und Anna seine Hausfrau empfangen Nutz und Gewer von 
zwei Häusern, deren eines K e d 1 e i n dem Juden und das 
andere Swerlein (richtig S m e r 1 e i n) dem Sang- 
meister gehörte. 

35. Schwertgasse 2 (Wipplingerstraße 16, 360). 1. 

1422, Mai 11. Herzog Albrecht schenkt der Gattin des ober- 
sten Marschalls Ott v. Meissau, Agnes v. Potten- 
dorf das früher im Besitze SmerldesWenkl gewesene 
Haus. — 2. 1432, August 18. Ann a, Witwe des Ott v. 
Gelestorf und ihr Sohn Jörg verkaufen das von 
Agnes v. Pottendorf ererbte Haus um 260 g an 
Hanns Lampfleisch und seine Hausfrau Agnes. — 
3. 1432, August 27. Hanns Lampfleisch verpfändet 
das Haus um 100 g an Anna und Jörg v. G e 1 e s t o r f . 

— 4. 1433, März 11. Derselbe verkauft 10 g und 6 sh. Geldes 
Burgrechts, gelegen auf seinem Hause an Schwester Anna 
die Liechtenegkerin, Priorin zu St. Laurenz 
in Wien. 

36. Schwertgasse 3 (357). 1426, April 8. Bürgermeister und 

Rat der Stadt Wien verkaufen das früher von M o i d 1 e i n 
innegehabte Haus um 80 # an H a n n s den Herwort, 

Schwertgasse 4 (359), s. Nr. 42. 

Steindelgasse 6 (428), s. Nr. 2ü. 

9* 



132 

37. S t o ß - i m - H i m m e 1 1 (Wipplingerstraße 10, 363). 
1. 1357, April 27. Jans der Pol 1, Bürger zu Wien n. 
K a t h r e i seine Hansfrau verkaufen u. a. 2 $ <$} ewigen 
Geldes Burgrechts, gelegen auf Esrams Haus des Juden, 
das früher Jöslein dem Juden gehört hat. — 2. 1370, 
Dezember 14. Ulrich mit der Petczich (Pett- 
ziechen) verkauft das Haus, das früher Schalam dem 
Juden gehörte, um 4.0 g an I s s e r 1, Sohn des A r o n. — 
3. Kaufbrief über dieselbe Transaktion. — 4. 1371, Januar 1. 
Herzog Albrecht gestattet, daß I s s e r 1 das genannte Haus 
„innemen und haben mag". — 5. 1376, Juli 14. Herzog 
Albrecht gestattet, daß I s s e r 1 zwischen seinem und K o 1- 
man des Unterkäufels Haus über die Straße eine 
Küche in der Höhe baue. — 6. 1380, November 26. Herzog 
Albrecht befiehlt, daß das in der Nähe des Hauses I s s e r 1 s 
befindliche, in die Judenstadt führende Tor ewig vermauert 
bleibe. — 7. 1383, Juni 4. Philipp, Kaplan und Ver- 
weser des S. Kathreinaltars in der S. Agneskirche zur Him- 
melpforte gibt die auf I s s e r 1 s Haus liegenden 2 fi Burg- 
rechts diesem um 8 $ abzulösen. — 8. 1391, November 3. 
Herzog Albrecht nimmt auf Bitten I s s e r 1 s das Haus, das 
dieser den Söhnen des S t e u ß verkauft hat, in seinen Schutz. 
— 9. 1421, April 10. Hans Musterer, Bürgermeister 
von Wien empfängt Nutz und Gewer des ihm von Herzog 
Albrecht geschenkten, früher im Besitze Jonas des 
S t e u ß e n gewesenen Hauses. — 10. 1421, April 12. Brief 
Herzog Albrechts an Bürgermeister und Eat der Stadt Wien 
über die an Hans M u s t e r e r erfolgte Schenkung des 
Hauses. 

38. S t o ß - i m - H i m m e 1 2 (385 C, D). 1. 385 C. Um 1380. 

Herzog Albrecht befreit Kolman den Unterkäufel 
und sein Haus von dem Hofbettlehen. — 2. 385 D. 1422, 
April 29. Elspeth die Newkr istin n, früher genannt 
Lea, Tochter der P e 1 1 1 i n empfängt Nutz und Gewer 
des ihr von Herzog Albrecht geschenkten Hauses, früher 
im Besitze von Maisterl und von E e d 1 verwaltet. 

Wipplingerstraße 3 (früher 7, 393 A), s. Nr. 33. 

Wipplingerstraße 5 (früher 9), s. Nr. 11. 

39. Wipplingerstraße 7 (früher 11, 384 A— F). 1. 384 A. 

Vorbesitzerin: Schedl v. Tulln. — 2. 384 B. Vorbe- 



133 



sitzerin: Perla.- 3. 384 C, s. Nr. 22, 1. — 4. 384 D. 1422, 
Juni 17. Heinrich v. S t r a ß p ur g empfängt Nutz und 
Gewer des Hauses, das früher Knofleich und L e s i r 
v. Z n a i m gehörte und das ihm Herzog Albrecht geschenkt 
hat. — 5. 384 E, s. Nr. 22, 2. — 6. 384 F, s. Nr. 12, 1. 
40. Wipplingerstraße8 (385 E— G). 1. 385 E. 1421, Okto- 
ber 3. Wolfgang Lengenawer empfängt Nutz uüd 
Gewer des Hauses, das früher Hagkin der Jüdin ge- 
hört hat und das er um 150 g von Herzog Albrecht gekauft 
hat. — 2. 385 F. 1430, März 31. Bürgermeister und Eat 
der Stadt Wien verkaufen ein Haus, „das weilent ain 
Judenhaus gewesen i s t" um 160 u an W o 1 f h a r t 
denPusewl. — 3. 385 G. 1. 1351, Juni 20. Morchel 
der Jude, Sohn des Nachman v. Salzburg be- 
stätigt, daß er sich mit Jakob dem Pollen, Kaplan der 
Ottenheimkapelle wegen der versessenen Dienste auf seinem 
Hause, das früher H'öschlein v. Judenburg gehört 
hat, verglichen habe. — 2. 1373, August 23. Thoma n 
der Swembel und Jorigv. Nicolspurkch treffen 
in der Klage des Kaplans Jakob, daß die Ottenheimkapelle 
durch den Eauch und die Ausdünstung der angebauten 
Küche im Hause des M e r c h 1 belästigt wird, die Entschei- 
dung, daß die Küche abgetragen werde. — 3. 1391, Juni 7. 
H e t s c h 1, Sohn des Merchl xlron verkauft 8 $ und 
6 sh Burgrechts, gelegen auf seinem Hause an Hanns 
vonErfurt. 
Wipplingerstraße 9 (345, 346, 347), s. Nr. 10. 
Wipplingerstraße 10 (363), s. Nr. 37. 
41 . W i p p- 1 i n g e r s t r a ß e 11 (früher 15, 348). 1. 1425, März 21. 
Herzog Albrecht schenkt Thomas Pawngartner, 
Pfarrer zu Ober-Hollabrunn für seine Arbeit, „die er uns mit 
verglasen der newn kapellen in unser bürg ze Wienn getan", 
das von ihm bewohnte, früher im Besitze des M ü s c h- 
leinvonLinz gewesene Haus. — 2. 1425, März 28. Tho- 
mas Pawngartner empfängt Nutz und Gewer des ge- 
nannten Hauses. — 3. 1426, Okt. 3. Seine Testaments- 
vollstrecker verkaufen das Haus um 300 g an K o n r a d 
den Lempertshaimer. 
Wipplingerstraße 12 (362), s. Nr. 42. 



134 

Wipplingerstraße 13 (früher 17, 344),, s. Nr. 21. 

42. Wipplingerstraße 14 (361). 1. 1421, November 26. 

Herzog- Alb recht schenkt der Wilburga v. Dachs- 
perg drei Häuser, die früher im Besitze „Rechlinn der 
Jüdin" (359), „Smerl des Wen ekel" (361) und 
„Hendlinn der Jüdin von Lenipach" (362) ge- 
wesen sind. — 2. 1435, Januar 10. Die Vollstrecker des 
letzten Willens der Wilburga v. Dachsperg ver-i 
kaufen das Haus, „daz ettwen drew Judenheuser gewesen 
sein", um 600 $ anNiklas den Z i n g k e n. — 3. 1435, 
Januar 10. Herzog Albrecht genehmigt den Verkauf des 
Hauses. — 4. 1440. Anna, Witwe des Niklas des 
Zingken, empfängt Nutz und Gewer der Überteuerung 
des Hauses. 

Wipplingerstraße 15 (früher 19 und 21, 343, 349, 
350), s. Nr. 20. 

Wipplingerstraße 16 (360), s. Nr. 35. 

Wipplingerstraße 17 (früher 23, 351), s. Färber- 
gasse 10. 

Wipplingerstraße 18 (356, 356 A), s. Nr. 34. 

Wipplingerstraße 19 (früher 25, 352), s. Nr. 8. 

43. Wipplingerstraße 20 (355). 1422, Mai 20. Bürger- 

meister und Eat der Stadt Wien verkaufen das Haus, „das 
weilent M Uschi eins Juden von Brunn gewesen" 
um 104 # an Sigmund den Schober. 

44. Wipplingerstraße 21 (früher 27, 353). 1. 1422, Mai 

18. Michel Morgenpesser und E 1 s p e t h seine 
Hausfrau empfangen Nutz und Gewer des Hauses, das früher 
Wolf von Wiener Neustadt besessen hat. — 2. 
1428, September 15. E 1 s b e t h, Witwe Michels des 
Morgenpessers empfängt Nutz und Gewer dieses und 
des Hauses, das früher Jakob von Weitra gehört hat 
(352). 

45. Wipplingerstraße 22 (355 A). 1423, Dezember 17. 

Bürgermeister und Rat der Stadt Wien verkaufen das Haus 
um 105 # an Hans und Ulrich die Herwarten. 



Nicht bestimmbare Häuser. 

1 . 1329, Juli 4. Mör 1, Sohn desLehenmann und Trechel 
seine Hausfrau, Süssmann von Tulln und Ramel seine 
Hausfrau versetzen ihr Haus in der Wiltwercherstraße „ze- 
naehest Fridelins house des Juden, Lehen- 

mannes ayde m", Chunrat dem Wiltwürcher, 
Bürger zu Wien, für den Weingarten am Wartperg, gen. die 
Grube. 

2. 1339, Oktober 28. Jans der Sture, Kaplan des Gotts- 
leichnamaltars zu St. Stephan, stiftet u. a. 8 <ft Geldes Burg- 
rechts „auf Davits haus des Juden, Worlins (?) 
aydem hintrn Penedicten haus in dem Türen" 
zu einer ewigen Messe. 

3. 1368, Februar 2. S a d i a, Sohn des Joch an an und seine 
Hausfrau G e n a n n a, Tochter des S c h a u 1, verkaufen die 

Hälfte ihres Hauses, gelegen neben dem Hause des Mayma n, 
um 170 # an E y s a k den Juden und seine Hausfrau B o r an. 

4. 1368, Februar 3. Michel der Vierdung entscheidet in 
der zwischen den Deutschen Herren und Hebel, Sohn des 
I r m i a s, obwaltenden, das Haus des letzteren betreffenden 
Burgrechtsangelegenheit zu Gunsten der Deutschen Herren. 

5. 1376, April 26. Empfangsbestätigung über den Erlös von 
24 $ für ein Judenhaus, das „z e der zeit, da man die 
Juden ge mainlich angegriffen ha t", gänzlich ab- 
gebrannt war. 

6. 1378, Februar 5. Der Deutsche Eitterorden gibt H e b 1, Sohn 
des Irraias und E y s a k v. Weikersdorf 12 sh Burg- 
rechts, gelegen auf dem Hause der genannten Juden um 9 g' 
abzulösen. 

7. 1383, Februar 16. Bürgermeister und Rat der Stadt Wien 
geben Heschl dem Juden das Pfund Geldes Burgrechts, 
das die Deutschen Herren auf dem Hause des Juden „z e n e s t 
dem haus, das weilnt Schefftleins d p s Juden 
von Ofen gewesen is t", um 8 U abzulösen. 

8. 1420, Juni 14. M i e r 1, Hausfrau des Adam v. L e u b s, 
Tochter der K i f k a, empfängt Nutz und Gewer des von ihrer 
Mutter ererbten Hauses „zu nagst Nachen, Isachns 
sun dem Jude n". 



136 



Schicksal der im Jahre 1421 an Herzog 



Haus 

Nr. 



Vorbesitzer 



Geschenk 
des Herzogs an 



Verkauft 
vom Herzog an 



Weiterverkauft 
von der Stadt an 



332 



Süssmannu. Smoyel 

v. Krems u. 

Joseppin, Smoyels 

Mutter 



Ulrich Schrot 
31. Juli 1426 



332A 



Judengemeinde 
(Fleischhof d. Juden) 



die Stadt Wien 



333 



Nicht angegeben 



die Stadt Wien 



Mert den 
Frauwnmesser 
10. März 1423 



334 



Musch v. 
Klosterneuburg (?) 



die Stadt Wien 



Grund- 



335 



Musch, Meister 
Jekleins Stiefsohn 



Kaspar v. 

Landshut 

6. August 1421 



341 



Judis die Mördlin 
(Mördlin die Judin) 



die Stadt Wien 



Hanns den Klaus 
10. Sept. 1425 



342 
342A 



Nicht angegeben 



Wilhelm v. 
Puchaim (1421) 



343 



Rotlein 



die Stadt Wien 



344 



Judengemeindt 
(Spital) 



die Stadt Wien 



Niklas den 
Verber 7. Juni 
1424 zus. mit 
Nr. 343 u. 349 



10 



345 



Sara 



MathesVoburger 
24. Juli 1422 



11 



346 



Abraham v. 
Perchtoldsdorf 



12 



347 



Hendl v. Kloster- 
neuburg u. Merchl 
v. Herzogenburg 



Heinrich Reutter 
28. Sept. 1422 



13 



348 



Musch v. Linz 



Thoman Pawn- 

gartner 
21. März 1425 



Albrecht V. gefallenen Judenhäuser. 



137 



Verkaufspreis 



Grundbuchs- 
gebühr 



Jetzige Lage 



Anmerkung 



Am Hof 10 
Färbergase 1 



Zum Zeughaus verbaut. 



Ebenso 



1424 auf 40 Pfund geschätzt,un- 

verkauft geblieben und später 

in das Zeughaus verbaut. 



180 g 



12 sh 



bücherl. Daten fehlen 



Färbergasse 



Vielleicht das in den K.-R. 1424 

auf 150 Pfund geschätzte Haus 

„Muschen von Newnburg". 



Färbergasse 6 



110 g 



7 sh 10 $. 



Drahtgasse 3 
(früher 2) 



Judenplatz 7 



Vorder- und Hinterhaus. 
Das Hinterhaus 1437 zu einem 
ewigen Jahrtag in die Stefans- 
kirche gestiftet. 



Judenplatz 8 
Wipplingerstr. 15 



Zuhaus zu Nr. 344. S. dieses. 



500 



2 & 20 ^ 



Judenplatz 9 
Wipplingerstr. 13 



240 



72 



Judenplatz 10 

Wipplingerstr. 9 

Fütterergasse 1 (zus. 

m. Nr. 346 u. 347) 



„zenegst der Judenschul an 
ainer seitten". 



Ebenso 



Vorbesitzer nur nach dem auf 

das Haus 345 beziigl. Eintrag 

bekannt. 



72 4) 



Ebenso 



Nr. 346 u. 347 wurden 1838 in 
eines verbaut. (Haus der 
Schneidergeuossenschaft.) 



72 cj). 



Wipplingerstr. 11 



1426 wurde ein Teil des Hauses 
um 300 Pfund weiter- 
verkauft 



138 



Haus 

Nr. 



Vorbesitzer 



Geschenk 
des Herzogs an 



Verkauft 
vom Herzog an 



Weiterverkauft 
von der Stadt an 



14 



349 



Rotlein 



die Stadt Wien 



Siehe 



15 



350 



Nicht angegeben 
(„ain Judenhaus") 



die Stadt Wien 



Hanns den 
Angervelder 

9. Mai 1424 



16 



351 



Meister Jakob 



Näh er e 



17 



352 



Jakob v. Weitra 



die Stadt Wien 



Michel 

rgenpes* 

17. Sept. 1422 



18 



353 



Wolf v. 
Wiener Neustadt 



Michel 

»rgenpes 

18. Mai 1422 



19 



355 



Musch v. Brunn 



die Stadt Wien 



Sigmund den 

Schober 
19. Mai 1422 



20 



355A 



Nicht angegeben 



die Stadt Wien 



Hans u. Ulrich 
die Herworten 
17. Dez. 1423 



356 



Kedlein 



356A 



Smerl (Swerlein) 
der Sangmeister 



Pangretz den 
}> Hederstorffer 
(vor 1422) 



23 



357 



Moidlein 



die Stadt Wien 



Hans den 

Herwort 

8. April 1426 



24 



359 



Rechlin (Rachel) 



Wilburga v. 

Dachsperg 

26. Nov. 1421 



Zusammen mit Nr. 



25 



360 



Smerl der Wenkl 



Agnes v. 

Pottendorf 

11. Mai 1422 



26 



361 



Smerl der Wenkl 



Wilburga v. 

Dachsperg 

26. Nov. 1421 



Zusammen mit 



27 



362 



Hendlein v. 
Lempach 



Wilburga v. 

Dachsperg 

26. Nov. 1421 



Zusammen mit 



28 



363 



Jonas der Steuß 



Hans den 

Musterer 

12. April 1421 



139 



Verkaufspreis 



Grundbuchs- 
gebühr 



Jetzige Lage 



Anmerkung 



Nr. 343 und 344 



Wipplingerstr. 15 



Von der Witwe Niklas des 

Verbers 1430 um 300 Pfund 

weiterverkauft. 



160 g 



5 sh 10 



Mit 343 und 348 in 
Wipplingerstr. 15 

verbaut 



Besitzer 1391 : 
Hetschl der Peltl. 



Daten fehlen 



Wipplingerstr. 17 
Färbergasse 10 



Vorbesitzer nur nach dem auf 

das Haus Nr. 350 bezügl. 

Eintrag bekannt. 



120 g 



ti 



Wipplingerstr. 19 
Färbergasse 5 



160 g 



72 <£ 



Wipplingerstr. 21 



104 g 



6 sh 28 



Wipplingerstr. 20 



105 g 



7 sh 



Wipplingerstr. 22 



300 g 



Wipplingerstr. 18 
Schwertgasse 1 



Um diesen Betrag, resp. einen 

gewirkten Teppich und eine 

Aufzahlung von 180 Pfund zus. 

m. 356 A gekauft. 



80 g 



5 sh 10 



Schwertgasse 3 



Das Haus war im Besitzstand- 
konto der Stadt 1424 auf 250 
Pfund geschätzt. 



361 u. 362. S. diese 



Schwertgasse 4 



Schwertgasse 2 
Wipplingerstr. 16 



Von ihrer Erbin Anna v. 

Gelestorf 1432 um 260 Pfund 

weiterverkauft. 



Nr. 359 und 362 



Wipplingerstr. 14 



Nr. 359 und 361 



Wipplingerstr. 12 



Wipplingerstr. 10 
Stoß-im-Himmel 1 



Der erste, die Aufhebung der 

Judenstadt betr. Eintrag im 

Gewerbuch. 



140 





Haus 

Nr. 


Vorbesitzer 


Geschenk 
des Herzogs an 


Verkauft 
vom Herzog an 


Weiterverkauft 
von der Stadt an 


29 


384A 


Schedl v. Tulln 




Nähere 


30 


384B 


Perla 




Nähere 


31 


384C 


Perla 




Thomas den 

Wüden 
11. Jan. 1422 




32 


384D 


Ichl Knofleich u. 
Lesir v. Znaim 


Heinrich v. 

Straspurg 

17. Juni 1422 






33 


384E 


Kolmanin 




die Stadt Wien 


Fridrich den 

Hering 

27. April 1423 


34 


384F 


Altenmaistrin u. 
Kolmanin 




Hanns Vierlinger 
12. April 1426 




35 


384G 


Nicht angegeben 
(„ain Judennaus") 




die Stadt Wien 


Andreas den 

Rysen 
21. Juni 1423 


36 


384H 


Efferl v. Krems 




die Stadt Wien 


Heinrich den 

Nadler 
9. Juni 1423 


37 


3841 


Hystir (Ester) 


Hans Sukel 
30. April 1427 






38 


385C 


Nicht angegeben 

(um 1380: Kolman 

der Unterkäufel) 




die Stadt Wien 


Nähere 


39 


385D 


Maisterl 


ElspethdieNew- 

kristinn (Lea, 

Tochter der 

Peltlin) 

29. April 1422 






40 


385E 


Hagkin (die Jüdin) 




Wolfg. 
Lengenawer 
3. Okt. 1421 




41 


385F 


Kysling 




die Stadt Wien 


Wolfhart den 

Pusewl 
31. März 1430 


42 


385G 


Nicht angegeben 
(um 1390: Hetschl, 
Sohn des Merchl) 




die Stadt Wien 





141 



Verkaufspreis 



Grundbuchs- 
gebühr 



Jetzige Lage 



Anm erkung 



Daten fehlen 



Fütterergasse 2 

Wipplingerstr. 7 

Judenplatz 11 



Vorbesitzerin im Eintrag zu 
347 genannt. Nach den Lokali- 
sierungsdaten von 384 H 
scheint das Haus 1423 Andreas 
der Ryse besessen zu haben. 



Daten fehlen 



Wipplingerstr. 7 
Judenplatz 11 



Vorbesitzerin nach dem Ein- 
trag zu 384 C konstatiert. 



470 g 



17 sh 



Judenplatz 11 
Wipplingerstr. 7 



72 $ 



Judenplatz 11 
Wipplingerstr. 7 



Vom Besitzer noch 1422 um 
310 Pfund an Niklas von Rad- 
manstorf verkauft. (GB. 16, 
97 b, 1). 



200 Gu den 

= 180 g $) 



10 sh 



Wipplingerstr. 7 
Judenplatz 11 



200 g 



6 sh 20 $ 



Jordangasse 2 

Wipplingerstr. 7 

Judenplatz 11 



Die Namen der Vor- 
besitzerinnen erst imVerkaufs 
eintrag v. J. 1430 genannt. 



160 g 



5 sh 10 S). 



Ebenso 



In demselben Jahre an Michel 

den Lienvelder für 230 Pfund 

weiterverkauft. 



240 g 



Judenplatz 11 



Judenplatz 11 



1430 an Thomas den Wilden 
für 50 Pfund verkauft. 



Daten fehlen 



150 g 



160 g 




5 sh 



10 sh 20 ^. 



Wurde nicht verkauft und für 
städtische Zwecke verwendet. 



Wipplingerstr. 8 

(Areal 
des Rathauses) 
Stoß-im-Himmel 2 



Vorbesitzer nach den Daten zu 
385 E festgestellt. 



Das Haus blieb unverkauft u. 
wurde schon früh (um 1426) für 
städtische Zwecke parzelliert. 



142 





1 


Haus 

Nr. 


Vorbesitzer 


Geschenk 
des Herzogs an 


Verkauft 
vom Herzog an 


Weiterverkauft 
von der Stadt an 




43< 


393A 


Nicht angegeben 


Hanns Scharffen- 

perger (1425—26, 

20. April 1433 ?) 








394 


Nicht angegeben 


Derselbe 








396 


Nicht angegeben 

(„ettwen eines 

Juden") 


Derselbe 








44 


395 


Nicht angegeben 




die Stadt Wien 


Thomas 

Talhaimer 

3. März 1423 




45 


401 


„Der reiche Steuß" 




die Stadt Wien 


Jakob v. Velach 
vor 7.Sept. 1425 




46 


402 


Hansussin 




Heinrich den 

Mossmann 
30. Juni 1433 






47 


403 


Schaul 


Kadolt v. 

Eckartsau 

2. Dez. 1422 








48 


404 


Hocz 




die Stadt Wien 


Nach den K.-R. 
1424 wurde das 
Haus zusammen 
mit Swerczleins 
Haus (414 ?) für 
200 U verkauft 




49 


405A 


Peltlin 




Jakob 

Schetinger 

26. Mai 1424 






50 


405B 


Nicht angegeben 
(um 1373: Merchl) 




die Stadt Wien 


ElspethFländerl 
3. März 1423 




51 


406 


Judenzeche 




Zuhaus zur Badestube zu den 




52 


407 


Meister Jekel 




die Stadt Wien 


Peter 

Janstorffer 

31. Aug. 1422 




53 


408 


Reblein 




die Stadt Wien 


Philipp den 

Kraukcher 

14. Febr. 1429 




54 


409 


Swerczlein 




die Stadt Wien 


Clement von 

der Staigen 

19. Aprü 1426 



143 



Verkaufspreis 


Grundbuchs - 
gebühr 


Jetzige Lage 


Anmerkung 








Wipplingerstr. 3 
Schultergasse 4 


S.Eintrag zu 394. Nach deuK.- 
K. 1424 ist Hanns Scharffen- 
perger auf ein gekauftes Ju- 
denhaus 400 Pfund schuldig. 
.Um welches Haus es sich hier 
handelt, konnte n cht festge- 
stellt werden. Wie es scheint, 
wurde das Haus (oder 2 Häu- 
ser) erst später in die 3 Par- 
zellen geteilt. 






3 g 80 & 


Wipplingerstr. 5 
Jordangasse \ 








Schultergasse 6 
Jordangasse 3 




108 U 


7 sh 6 $. 


Schultergasse 6 
Jordangasse 3 






380 # 


8 tf 40 ^. 


Jordangasse 5 
Schultergasse 5 






200 # 




Jordangasse 7 


Gruudbücherl. Eintrag fehlt. 








Jordangasse 9 
Judenplatz 1 


Am 10. Febr. 1423 an Haug v. 

Kegensburg um 300 Pfund 

weiterverkauft. 




60 $ (?) 




Judenplatz 2 


Vorbesitzer aus den Beil % 

2, 3 zu Nr. 403 u. Beil. 1 zu Nr. 

405 A festgestellt.*) 






72 ^. 


\ Kurrentgasse 12 


Verkaufspreis nicht angege- 
ben. Am 29. Mai dess. Jahres 
um 160 Pfund weiterverkauft. 




80 $ 


5 sh 10 0. 






Röhren (432, 433). S. diese 


Kurrentgasse 8 






40 # 


24 S). 


Kurrentgasse 6 






100 $ 


6 sh 20 £ 


Kurrentgasse 4 






200 ti 


13 sh 10 S). 


Kurrentgasse 5 
Judenplatz 3 







*) Das sogen. Haus „zum grossen Jordan", mit einer auf die: Judenverfolgung bezügl. 
Inschrift auf der Darstellung der Taufe Johannis. 



144 





Haus 

Nr. 


Vorbesitzer 


Geschenk 
des Herzogs an 


Verkauft 
vom Herzog an 


Weiterverkauft 
von der Stadt an 


55 


410 


Nicht angegeben 




die Stadt Wien 


Hanns 

Puchspaum 

21. Mai 1423 


56 


411A 


Sundl 




die Stadt Wien 


Peter Pirchner 
30. März 1422 


57 


411B 


Rachmel 




Mich. 

Weichselpaum u. 

Lienh. Schober 

30. Okt. 1422 




58 


412 


Nicht angegeben 




Hans v. 

Hohenperg 

5. Nov. 1423 




59 


413 


Lebin die Sang- 
meisterin 




die Stadt Wien 


Wenzel den 
Zimmermann 
13. Dez. 1424 


60 


414 


Nicht angegeben 




die Stadt Wien 


Niklas den 

Graner 
17. Mai 1423 


61 


415 


Nicht angegeben 

(1386: Muschals 

Sohn) 




Nähere 


62 


417 


Eschlein v. 
Traiskirchen 


Hanns v. 
Puchaim d. Ä. 

(1421) 






63 


418 
418A 


> Eschlein v. 
Traiskirchen 


Hanns v. 

Puchaim d. Ä. 

5. Aug. 1421 






64 


419 




65 


420 


Adam v. Leubs 


Derselbe 
5. Aug. 1421 






66 


428 


Püchslein 




Mathes Polaner 
4. Juli 1422 




67 


432 


Judenzeche resp. 

Erben d. Hanko 

des Unterkäufels u. 

Musch des Ungars 




Konrad 

- v. Miltenberg 

28. Mai 1431 




68 


433 




69 


434 


Isserl v. Enns 




die Stadt Wien 


Elsbeth 

Gannczer 

24. März 1423 



145 



Verkaufspreis 


Grundbuchs- 
gebühr 


Jetzige Lage 


Anm erkung 




38 ti 


76 3. 


Judenplatz 4 








72 £ 


1 Judenplatz 5 
> Parisergasse 6 


Verkaufspreis uichtangegeben. 

Am 1. April dess. Jahres um 

70 Pfund weiterverkauft 




110 g 


Vi tf 24 £ 






132 £ 


Vi # 12 £ 


Parisergasse 4 






50 ti 


3 sh 10 ^. 


Parisergasse 2 
Schulhof 6 


Der Kaufeintrag datiert erst 

vom 13. Dez. 1424, doch besass 

Zimmermann das Haus schon 

1422. Vgl. QGW. I, 4, 4521. 




140 ti 


9 sh 10 $ 


Kurrentgasse 3 
Schulhof 4 






Daten fehlen 


Kurrentgasse 1 
Schulhof 2 










Judenplatz 6 
Drahtgasse 1 
Parisergasse 3 


1437 von Hanns v. Puchaim d. 
J. um 86 Pfund weiterverkauft. 








Drahtgasse 2 

(früher 3) 

Am Hof alt 14 


IHaus, Zuhaus u. Garten von 
(Hanns v. Puchaim d. J. 15.Apr. 
J1437 um 250 Pfund weiterver- 
kauft. 






Am Hof 12 








Am Hof 13 

(früher 16) 

Parisergasse 1 

Schulhof 8 


Ein Teil des Hauses (das 
Ziegelhaus) wurde am 17. April 
1437 um 100 Pfund weiter- 
verkauft 




200 ti 


9 sh 2 $ 


Kurrentgasse 2 
Steindelgasse 6 






400 # 


13 sh 


Kleeblattgasse 5 


Bildet zusammen mit dem Zu- 
>haus Nr. 406 das Areal der 
1 Badestube zu den Röhren. 




Kleeblattgasse 7 




200 ti 


6 sh 20 £ 


Kurrentgasse 10 
Kleeblattgasse 9 







Schwarz, Das Wiener Ghetto. 



10 



Zusammenstellung der Häuser der ehemaligen 
Judenstadt nach ihrer jetzigen Lage. 

Am Hof 10 (Färbergasse 1) — 332, 332 A. 

„ 12 — 419. 

„ 13 (früher 16, Schulhof 8, Parisergasse 1) — 420. 

„ (frühere Nr. 14 u. Drahtgasse 3, jetzt 2) — 418, 41.8 A .*) 
Drahtgasse 2 (früher 3) — 418, 418 A. 

3 (früher 2, Judenplatz 7) — 341, 342, 342 A. 

4 (Judenplatz 6, Parisergasse 3) — 417. 
Färbergasse 1 (Am Hof 10) — 332, 332 A. 

3 — 333. 
„ 5 (Wipplingerstraße 19) — 352. 

6 — 335. 
8 — 334. 
10 (Wipplingerstraße 17) — 351. 

*) Das sogen. „Tiefe Haus", demoliert 1880. Einer handschrift- 
lichen Notiz Hütters aus der Zeit der Demolierung entnehme ich folgende 
Beschreibung des Hauses: „Dieses 3 Stock hohe, sehr winkelige und 
schmutzige Haus besteht aus mehreren zu verschiedenen Zeiten erfolgten 
An-, Zu- und Aufbauten; an den nachbarlichen Feuermauern ist genau zu 
sehen, daß dieser Bau ursprünglich ein Stock hoch, später 2 Stock hoch 
und zuletzt, zur Zeit der Demolierung 3 Stockwerke hatte, über welchen 
sich gegen die Gasse zu eine fast stockwerkhohe Dachbodenaufmauerung 
befand, welche durch Fenster unterbrochen die Fassade gegen die Straße 
zu erhöhte resp. vergrößerte. Die Fenster in jedem Stockwerke sind von 
ungleicher Größe uud ungleicher Entfernung von einander. An der Stelle, 
wo sich die eine Front gegen die Drahtgasse zu wendet, ist das dadurch 
entstandene Eck abgerundet. An der Biegung befindet sich das gewölbte 
niedere Tor, das durch eine finstere Einfahrt tief gegen abwärts in den 
kleinen Hof führt. Rechts führt eine schmale steile Treppe in mehreren 
Absätzen und Richtungen in die Stockwerke, welche ein wahres Chaos von 
kleinen unregelmäßigen Zimmern und Kabinetten bilden, welche durch 
ihre Einteilung und Zusammensetzung die vielen Bauveränderungen und 
Zubauten sichtbar werden lassen. Durch die Unregelmäßigkeit der 
inneren Einteilung entstand auch das Unregelmäßige und Unsymmetrisch^ 
der Fassade. Die niederen Wölbungen und Eingangstüren zu den Verkaufs - 
gewölben gegen den Hof sind, wie nur mehr selten, selbst bei alten Häusern 
vorkommend, in dem Stile der ältesten Gassengewölbe angelegt. Die ver- 
schiedenen Dachabteilungen mit den dadurch entstandenen Zwieseldächern 
und Zwieselrinnen waren mit Schindeln gedeckt." 



147 



Fütterergasse 1 (Judenplatz 10. Wipplingerstraße 9) — 
345, 346, 347. 
„ 2 (zu Judenplatz 11, Wipplingerstraße 7) — 

384 A. 

Jordangasse 1 (Wipplingerstraße 5) — 394. 

„ 2 (zu Judenplatz 11, Wipplingerstraße 7) — 

384 F, G . 
3 (Schultergasse 6) — 395. 
5 (Schultergasse 5) — 401. 
7 — 402. 

9 (Judenplatz 1) — 403. 
Judenplatz 1 (Jordangasse 9) — 403. 
2 — 404. 
, 3 (Kurrentgasse 5) — 409. 

4 — 410. 
, 5 (Parisergasse 6) — 411 A, B. 

, 6 (Drahtgasse 4, Parisergasse 3) — 417. 

7 (Drahtgasse neu 3) — 342, 342 A. 

8 (Wipplingerstraße 15) — 343, 349, 350. 

9 (Wipplingerstraße 13) — 344. 
, 10 (Fütterergasse 1, Wipplingerstraße 9) — 345, 

346, 347. 
11 — 384 C, E, H, I. 
Kleeblattgasse 5 — 432. 
7 — 433. 

9 (Kurrentgasse 10) — 434. 
Kurrentgasse 1 (Schulhof 2) — 415. 

2 (Steindelgasse 6) — 428. 

3 (Schulhof 4) — 414. 

4 — 408. 

5 (Judenplatz 3) — 409. 

6 — 407. 
8 — 406. 

10 (Kleeblattgasse 9) — 434. 
12 — 405 A, B. 
Parisergasse 1 (Schulhof 8, Am Hof 13) — 420. 
2 (Schulhof 6) — 413. 
„ 3 (Drahtgasse 4, Judenplatz 6) — 417. 

4 - 412. 
„ 6 (Judenplatz 5) — 411 A, B. 

10* 



148 



Schulhof 2 (Kurrentgasse 1) — 415. 
„ 4 (Kurrentgasse 3) — 414. 

„ 6 (Parisergasse 2) — 413. 

8 (Am Hof 13, Parisergasse 1) — 420. 
Schultergasse 4 (Wipplingerstraße 3) — 393 A, 396. 
„ 5 (Jordangasse 5) — 4.01. 

„ 6 (Jordangasse 3) — 395. 

Seh wertgasse 1 (Wipplingerstraße 18) — 356, 356 A. 

2 (Wipplingerstraße 16) — 360. 

3 — 357. 

4 — 359. 
Steindelgasse 6 (Kurrentgasse 2) — 428. 
Stoss-im-Himmel 1 (Wipplingerstraße 10) — 363. 

2 — 385 C. D. 
Wipplingerstraße 3 (früher 7, Schultergasse 4) — 393 A. 

5 (früher 9, Jordangasse 1) — 394. 

7 (früher 11) — 384 A— F. 

8 — 385 E— G. 

9 (früher 13, Fütterergasse 1, Juden- 
platz 10) — 345, 346, 347. 

10 (Stoß-im-Himmel 1) — 363. 

11 (früher 15) — 348. 

12 — 362. 

13 (früher 17, Judenplatz 9) — 344. 

14 — 361. 

15 (früher 19 und 21, Judenplatz 8) — 
343, 349, 350. 

16 (Schwertgasse 2) — 360. 

17 (früher 23, Färbergasse 10) — 351. 

18 (Schwertgasse 1) — 356, 356 A. 

19 (früher 25, Färbergasse 5) — 352. 

20 — 355. 

21 (früher 27) — 353. 

22 — 355 A. 



V 



REGISTER. 






Hausbesitzer. 

A. Juden. 
1. Zur Zeit der Aufhebung der Judenstadt, 

Die beigefügten Ziffern bezeichnen die Häusernummern. 
Abraham v. Perchtoldsdorf 346. 1 ) 
A b r a h a m, s. Z ü s 1 1 e r. 
Adamv. Leubs 420. 2 ) 
Altenniaistrin 384 F. 3 ) 
DavidimTur m, 4 ) s. Nr. 363, 9, 10. 
Efferlv. Krems 384 H. 5 ) 
Bschl v. Traiskirehen 417— 419. 6 ) 
Hansus 402. s ) 
Hagkin 385 E. 7 ) 

Hendl v. Klosterneuburg 347.°) 
Hendl v. L e n g b a c h 362. 10 ) 
H o c z 404. 11 ) 

Hystir (Ester) v. Tulln 384 1. 12 ) 
Jakob, Meister 351 (als Meister J e k e 1 407). 19 ) 
Jakobv. Weitra 352. 14 ) 
IchlKnofleich384 D. 15 ) 
JonasderSteuß 363. 16 ) 
Joseppin, Smoyels Mutter 332. 17 ) 
Isserlv. Enns 434. 18 ) 
JudisdieMördlin 341. 19 ) 
jK e d 1 356. 20 ) 
K o 1 m a n i n 384 E, F. 21 ) 
K y s 1 i n g 385 F. 22 ) 

Lebin, die Sangmaisterin 413. 23 ) 
Lesir v. Znaim 384 D. 24 ) 
M a i s t e r 1 385 D. 25 ) 
Merchl v. Herzogenburg 347. 26 ) 
Moidl 357. 27 ) 
Musch v. Brunn 355. 2S ) 
Musch v. Linz 348. 29 ) 



150 



Musch, Jekels Stiefsohn 335. 30 ) 

Musch v. IsTewnburg (Klosterneuburg) 334. 30 a) 

Peltlin 405 A. 31 ) 

P e r 1 a 384 B, C. 32 ) 

Püchsl[ein] 428. 33 ) 

Kachmel 411 B. 34 ) 

K e b 1 408. 35 ) 

Kechl 359. 36 ) 

Botl 343, 349. 37 ) 

Sara 345. 38 ) 

Schani 403. 39 ) 

Schedl v. Tulln 384 A. 40 ) 

Smerl der Wenkl 360, 361. 41 ) 

Smerl der Sangmaister s. Swerl. 

Smoyel v. Krems 332. 42 ) 

Steuß („der Reiche", David) 461. 43 ) 

Sun dl 411 A. 44 ) 

Süss mann 332.") 

Swerl (Smerl) der Sangmaister 316 A. 46 ) 

■Swenczl[ein] v. Krems 409. 47 ) 

Wolf v. Wiener-Neustadt 353. 48 ) 

Zu st ler, Abraham, s. Nr. 428. 49 ) 

2. Vor 1421. 
B o r a n, G. des Eysak 1368. S. 108, 3, 
David, Schwiegers. des Worlin (?) 1339. S. 107, 2. 
E f f e r 1, Schwiegers. des Aron. 50 ) 
Esram 1357, 1. 1351, 385 G, l. 61 ) 
Eysak, G. der Boran 1368. S. 108, 3. 
Eysak v. Weikersdorf 1378. S. 109, 6. 
E r i d e 1 i n, Schwiegers. des Lehenmann 1329. S. 106, 1. 
Genanna, G. des Sadia 1368. S. 108, 3. 
Gerson, Vater des Marchardns (um 1300). 52 ) 
Hannko der Unterkäuffel 433 (1398). 53 ) 
Hatschim (Katschim) v. Cilli (Zil) 363 (vor 1370). 54 ) 
Hebel, Sohn des Irmias 1368, 1378. S. 108, 4. S. 109, 6. 
Hendl, Sohn des David Steuß 363 (1391). 65 ) 
Heschl 1383. S. 110, 7. 56 ) 
Hessmann, Sohn des Baruch 434 (1378). 57 ) 
Ketsch el, Sohn des Merchl Aron 385 G (1391). 58 ) 






151 

Hetschel der Peltl 350 (1391). 59 ) 
Höschl v. Judenburg 385 G (vor 1351). 60 ) 
Jakob der Unger, Sohn des Mosche 433 (1398). 
Jonas, Sohn des David Stenß 363 (1391). 61 ) 
J o s 1 e i n 363, 1 (vor 1357). 
I s a k ( Ysaach) d y a [bolus] . 62 ) 

I s 8 e r 1, Sohn d. Aron 363 (1370). 63 ) 

Judel Rötel v. Klosterneuburg 349 (1379, 1381). 6 *) 

J u d e n z e c h e 433 (1398, 1400). 

Katschi m, s. Hatschi m. 

Kolman der Unterkäuf f el 38 C (1376). 65 ) 

„M archardus filius vorsprec h". 66 ) 

Mayman 1368. S. 108, 3. 

M e r c h e 1, s. Morchel. 

Mierl, G. des Adam v. Leubs 1420. S. 110, 8. 67 ) 

Morchel (Merchel) 385 G (1351 u. ff.). 68 ) 

Mörl, Sohn des Lehenmann 1329. S. 106, l. 69 ) 

Musch v. Marburg 363, 3 (vor 1370). 70 ) 

.,Muschals" Sohn 415 (1386). 

Na ehern (Nachen), Sohn des Isak 1420. S. 110, 8. 

Peltlin die Jüdin 1373 (s. Nr. 405 B, l). 71 ) 

P e n d i t 349, 1 (1249). 72 ) 

Pendit 1339. S. 107, 2. 73 ) 

Pendit 1391 (s. Nr. 363, 8). 74 ) 

Ramel, G. des Sussman v. Tulln 1329. S. 106, 1. 

II i f f k a 1420. S. 110, 8. 75 ) 

S a d i a, Sohn des Jochanan, G. der Genana 1368. S. 108, 3. 
Schalam, Josleins Sohn 363, 2, 3 (vor 1370). 
S c h e f 1 1 v. Ofen 1383. S. 110, 7. 76 ) 
Sehende 1, Witwe des Hannko 433, 3. (1400). 
Schlom (Sclom, Shlom, Zlom = Salomon) 1195. S. 32. 
S u s is m a n v. Tulln 1329. S. 106, 1. 
Trechl, G. des Mörl 1329. S. 106, l. 77 ) 
Tröstl 1391 (s. Nr. 363, 8). 
Zacharias 1290 u. ff. 78 ) 

Anmerkungen. 

*) Vielleicht identisch mit Abraham, Sohn des Aram v. 
Klosterneuburg, der in den Wiener Grundbüchern zwischen 1401 
und 1421 vorkommt. Vgl. auch S. 152, Anm. 49. 

2 ) Adam v. Leubs (— Langenlois) war der Schwiegersohn des 
Meisters Abraham (Klausner); seine Gattin Mirl wird bereits 



152 

1420 als Witwe bezeichnet (GB. 709, 104 b). Als Besitzer eines Hauses 
in Langenlois bei Kurz, Österr. unter K. Albrecht II, 2. B., S. 363. 

3 ) Die „Altenmaistrin" ist vielleicht mit der Verwalterin des mit 
dem Spital verbundenen Siechenhauses identisch. Vgl. „Lazel jud (in 
Krems) de domo gegen der alten maistrin über" (1393). Bl. d. Ver. f. 
Landesk. v. N.-Öst. 28, 252. 

4 ) Wahrscheinlich identisch mit dem Sohne des „Tröstl in dem 
Turn" (d. h. in dem Hause neben dem Judenturm). Den Vater finden wir 
in Wiener Urkunden aus den Jahren 1389 — 1404. 

5 ) Vgl. H.- u. St.-Arch. Hs. 16, 43 b: „Sussmann und Efferl von 
Krems" (1399). nach einem Eintrag in GB. 788 (1413) Schwiegersohn 
Sussmanns. 

6 ) Nur hier nachweisbar. 

7 ) Nur hier nachweisbar. 

8 ) Tochter des David S t e u ß, seit 1393 (GB. 57, 263 b, 2) als 
Gattin des Wiener Rabbiners Meister Meir von Erfurt genannt, 
seit etwa 1408 Witwe. (Die Eintragungen der Wiener Grundbücher be- 
antworten, wenigstens annähernd, die bisher offen gewesene Frage, wann 
Meir von Erfurt, identisch mit dem aus hebräischen Quellen als Meir b. 
Baruch halle vi bekannten Schöpfer des Morenu-Titels, aus Frankfurt 
nach Wien gekommen ist. Da die von ihm nach seiner Freilassung aus 
dem Frankfurter Gefängnis ausgestellte Urfehde ( Stern-Salfeld, Die israel. 
Bevölkerung der deutschen Städte. III: Nürnberg. S. 325. Zeitschr. f. 
hebr. Bibliogr. 1907, S. 107) vom 19. März 1392, die auf ihn bezügliche 
erste Nachricht in Wiener Quellen vom 6. März 1393 datiert, besitzen 
wir für seine Übersiedelung nach Wien einen terminus a quo ad quem. 
Als sein Sohn wird zum ersten Male 1403 Salman genannt (Goldmann, 
JB. 239). Ob der bei Stern-Salfeld S. 236 erwähnte Frankfurter Steuer- 
zahler David (1398 — 1400) auch wirklich ein Sohn R. Meirs gewesen 
ist, scheint mir sehr fraglich. Man müßte höchstens annehmen, daß er 
seine Gattin schon früher aus Wien holte, oder daß er Witwer und sie 
Witwe, daß Salman entweder sein oder ihr Sohn erster Ehe gewesen 
ist, und daß der erwähnte David als ein Sohn Meirs erster Ehe nach 
der Übersiedelung des Vaters nach Wien weiter in Frankfurt verblieb). 

9 ) Wahrscheinlich identisch mit dem Sohne David des Steuß 
(in Wiener Quellen 1388 — 1407). Sein gleichnamiger Großvater ,,Hendl[in] 
v. Klosterneuburg" kommt in Wiener Urkunden 1352 — 84 vor. 

10 ) „Hendlin die Judinn von Lempach", zuerst 1416 erwähnt in 
Goldmann, JB. 322. 

11 ) Hoc z, Sohn des Baruch, kommt in Wiener Quellen zuerst 
1378 vor. Vgl. S. 18, Anm. 33. 

12 ) Identisch mit Hystir (Ester) v. Tulln, Schwiegerm. d. 
Smerl v. Krems (1412: GB. 57, 123a, 3. 1414: GB. 1088, 117b, 2). 

13 ) Schwiegervater oder Stiefvater des M u s c h, zuerst genannt 
1413 in GB. 1088, 96 a, 1. Vgl. auch S. 17, Anm. 28, S. 18, Anm. 31. 

14 ) Zuerst erwähnt 1379 in GB. 15, 101 b, 2, doch wahrscheinlich 
identisch mit dem 1411 in GB. 57, 54b, 5 zuerst genannten Jakob v. 
W e i t r a, der dann 1414 u. 1415 als Einnehmer der Judensteuer fungiert. 
Sein Sohn David wird 1414 erwähnt. 

15 ) Sohn der „Gaila", kommt in Wiener Quellen (GB. 15, 75 a, 1) 
zuerst 1380 vor. Schwiegervater des „Zartl" (1405—16). 



153 



16 ) Sohn des David Steuß; figuriert in Wiener Urkunden seit 
1391 (QGW. I, 3, 3454). 

17 ) Gattin (Witwe) des Joseph v. Krems (wahrscheinl. iden- 
tisch mit „Joseph von Ybbs gesessen zu Krems", Staats-Arch. Hs. 16, 
51 a: 1400. 140 a: 1417). 

18 ) Wohl identisch mit Israel v. E n n s, einem der ersten Opfer 
der Wiener Judenverfolgung. 

19 ) Verschrieben statt „Judit die Moralin" oder „Mördlin die Judin". 
Eine Judit, Witwe des Sun dl 1402 in GB. 1087, 121a, 2. „Mördlin" 
vielleicht identisch mit „Möderlinn die Judinn ze Lyntz" 1414, 1415. 
Staats-Arch. Hs. 16, 113 b. 

20 ) Nur hier nachweisbar. Ob mit K e s 1 1, Bruder d. Hirsch v. 
Lengbach (1401 — 12) identisch? 

21 ) Witwe des Kolmandes Unterkäu fei? (S. 155, Anm. 65.) 
Nur hier nachweisbar. 

22 ) Kysling (nicht „Kyfling", wie in Revue des etudes juives, 
XXVIII, S. 262) wird 1455 im Wiener Neustädter Judenbueh als Schwieger- 
sohn des „M usclirat" (?) genannt. 

28 ) Nur hier nachweisbar, wenn nicht etwa identisch mit S c h i f r a, 
der Gattin (seit 1414 Witwe) des Judenmessners Leb. 

24 ) Wahrscheinlich Sohn des „M u s c h von Z n a i m", als solcher 
in Wiener Quellen 1407 — 13 genannt. 

25 ) Bekannt sind Maisterl v. Perchtoldsdorf ( 1414 u. ff., 
ob identisch mit „Rabbi M einster l" der Wiener Geserah, Goldmann a. a. O., 
S. 128?) u. Maisterl v. Tulln (1401). 

M ) 1408: GB. 57, 116 b, 1. 1409: QGW. III, 2, 2575. 

w ) = Moidl (Moydl) v. Tulln (1411: GB. 57, 147a, 4). 
Seine Tochter Sara, sein Schwiegersohn Mendl (1406 — 17). Vgl. 
S. 19, Anm. 36. S. 20, Anm. 38. 

") Zuerst erwähnt 1418 in GB. 57, 275 b, 3. 

") 1414 — 15 Miteinnehmer der Judensteuer (Staats-Arch. Hs. 16, 
104 a. Kurz, österr. unter Albr. IL, 1, 309). 

30 ) In Wiener Quellen kommen vor: „Mäschel Maister Jackleins sun" 
(1413, GB. 783, 8 a) und Musch, Meister Jekels Schwiegersohn 1414 (GB. 
1088, 114 b, 1. QGW. I, 1, 467). 1415 Goldmann, JB. 306). 

30 a) S. Anm. 33 auf S. 18 u. Anm. 36 auf S. 19. 

31 ) Gattin des Peltl v. Salzburg, ihr eigentlicher Name war 
Hanna, unter welchem sie schon um 1401 (GB. 1082, 20 b, 40 a, Dienst- 
u. Gültenbuch der Schotten) vorkommt. Ihr Gatte dürfte 1411 gestorben 
sein. Von ihren beiden Töchtern Lea und S c h ö n d 1 ließ sich die 
erstere 1421 taufen. 

32 ) Offenbar identisch mit der in GB. 57, 125 b, 5 (1415) genannten 
Perl, Schwester der R i f k a, der Witwe des Meisters Abraham 
(Klausner). 

33 ) Nur hier nachweisbar. 

31 ) In Wiener Quellen kommen um diese Zeit zwei Juden namens 
Rachmel (Rächern, Rachym) vor •. R., Sohn des H a i d i a n 
(Hadyam) v. Traiskirchen (1401 — 17), 1414 — 17 Miteinnehmer 
der Judensteuer in Österreich und R., Sohn des I s a c h a r „ze Wienn" 
(1401 — 18). Welcher von beiden der hier genannten Bruder des Sun dl 
ist. läßt sich nicht feststellen. 



154 

33 ) Von Wiener Juden dieses Namens (Kabl, Rabel, Kabl, 
R e b 1) sind bekannt: 1403 — 15 R., Sohn des Hendl v. Oedenburg, 
Schwiegersohn des Steuß; R., Schwiegervater des Jonas (1415 — 20) 
und R., Vater des Nachim (1416). 

30 ) Um diese Zeit werden in Wiener Quellen genannt: R., Witwe 
des Eysak v. Pressburg ( 1410) und R., Tochter des Pesach 
v. Tulln (1418). 

3T ) Bekannt sind : R. v. Klosterneuburg, Vater des Baruch 
und des J u d a (bis etwa 1409 ) und „Rotlein Judlein", Vater des 
Nathan (N aasen), 1397 — 1413. 

38 ) Wir kennen aus Wiener Quellen : S. 5 Witwe des Jonas, des 
Sohnes des Musch v. Agram (1397 — 1415); S., Gattin resp. Witwe 
des Joseph v. Feldsberg (die „Joseppin", 1375 — 1401); S., Gattin 
des Mendl, Tochter des Moidl v. Tulln (1417) und S., Tochter d. 
Smoyel v. Tulln (1398—1413). 

39 ) Sohn des Meisters Abraham Klausner, zuerst erwähnt 
im Jahre 1408 (Goldmann, JB. 275, 276). 

40 ) Vielleicht identisch mit „Schöndel", Schwester des Abraham 
v. Krems (1420, GB. 58, 273 a, 1). 

41 ) Smerl [der] Wenkel (Wenkl), Sohn des Jakob des 
Walich. 

42 ) Sohn des Joseph v. Krems, 1417 Miteinnehmer der 
Judensteuer. 

43 ) = David Steuß, Sohn des Hendl v. Klosterneu- 
burg, kommt in Wiener Quellen 1352 — 85 vor. Wahrscheinlich befand 
sich das Haus zur Zeit der Aufhebung der Judenstadt im Besitze eines 
seiner drei Söhne (Jakob, Hendl, Jonas). 

44 ) Außer dem hier genannten Bruder des R a c h m e 1 ist aus 
Wiener Urkunden 1376—98 ein Sundl (Suendl, Suendel, Sunl, 
S u n d e 1) bekannt, dessen Erben 1398 genannt werden (QGW. III, 
2, 2323). 

45 ) Mit Rücksicht darauf, daß er mit Smoyel v. Krems zu- 
sammen genannt wird, wohl identisch mit Sussmann v. Krems 
(1399—1400). 

16 ) Verschrieben statt Sm erlfein], erwähnt 1413 (GB. 1088, 
106 b, 1), 1414, 1415 (Goldmann, JB. 301, 308). 

47 ) 1414 — 15 Miteinnehmer der Judensteuer. Wohl identisch mit 
„Swarcz", der zusammen mit „Chestel" 1393 als „judenzechmaister" in 
Krems genannt wird (Bl. d. Ver. f. Landesk. 28, 253). Vgl. S. 18, 
Anm. 33. 

4S ) Als Vetter des Meister Salomon v. Wiener-Neustadt 
erwähnt 1413 (GB. 1088, 94 a, 3, 94 b, 3). 

49 ) Als Nachbarhaus von Nr. 428 wird in dem betreffenden Grund- 
buchseintrag erwähnt ein „haus, das Abrahams Znstier ist gewesen". Die 
anrainenden Häuser von Nr. 428 waren Nr. 408, das als Eigentum Reb- 
leins festgestellt ist und das Haus 429, das demzufolge vielleicht auch 
als Judenhaus anzusprechen wäre. Mit welchem der aus Wiener Quellen 
bekannten Juden dieses Namens Abraham Züstler identisch ist, 
läßt sich vorderhand nicht feststellen. Bekannt sind: Abraham, S. des 
Aram v. Klosterneuburg (1401 — 21), Abraham v. Krems 
(1412 — 19, 1419: „gesessen zu Wienn"), Abraham v. Perchtolds- 
dorf (s. oben, Anm. 1) und 1419 ohne nähere Bezeichnung im St.-B. III, 



155 

22 b (Die Erben Haiiiisen des Lukchner sollen gelten „Abraham dem 
Juden 8 $$ 3) in dem Judenpuech" ) . 

■*) In Wiener Urkunden (QGW. II, 1, 381, 540, III, 1, 453) zwischen 
1351 und 1360 nachweisbar: an letzterer Stelle irrtümlich als 
„Adams aiden". 

51 ) Als „Guetmans (= Rabbi Nissim) sun" und Gatte der 
„Töchterl" 1337—38 (QGW. I, 3, 3024, 3029, 3033, 3034) genannt. 

52 ) Vgl. S. 33, Anm. 71. 

M ) Aus Weikersdorf. Kommt in Wiener Quellen zuerst 1380 vor 
(GB. 15, 74 a, 6). Einen aus Weikersdorf datierten Brief an den Rat 
der Stadt Wien 1393 (nicht 1493, wie bei Schlager I, S. 60) s. in QGW. II, 
1, 1263; G.: Schöndel. S.: Husch. 

54 ) „Haischim", „Chatschim", „Katschim", S. d. Schell, Br. d. Musch. 
Vgl. QGW. I, 3, 3260 (1367). 

55 ) S. oben unter A. Anm. 8. 

56 ) Bekannt ist „Heschel (Heskel, Heschkel, Heskchl, Heschk, 
Jeschke) von Raab' 1 (1368 — 1407). Eventuell mit einem der zahlreichen 
„H e t s c h 1" identisch. 

67 ) Vielleicht identisch mit Hetschel. 8. d. Waroch (Baruch), in 
Wiener Quellen 1374 — 87 nachweisbar. 

68 ) Figuriert in Wiener Urkunden 1380—1412 (GB. 15, 74 a, 5. 
GB. 57, 214 b, 2). 

5a ) Identisch mit Hetschel, Sohn der Peltlin (1380, QGW. 
III, 1, 1218). 
bürg. Vgl. QGW. II, 1, 453 (1354). St.-A. "Es. 15, 115 (1357). 

80 ) „Röschlein" , „E ob schiein" . „Eäslein", „Eeslein" v. Juden- 

61 ) S. oben unter A. Anm. 16. 

62 ) Hausbesitzer „in der iuden straz" um 1290 u. ff. Vgl. S. 33, 
Anm. 71. Über den jüdischen Familiennamen Teufel (Var. Dufel, Dufel, 
Teyfel, hebr. Satan, Ss6tn) vgl. Stern, Die israel. Bevölkerung der deut- 
schen Städte. III: Nürnberg. S. 329. (Anm. zu S. 48, Z. 6.) 

63 ) S. d. Aron v. Klosterneuburg, Br. d. Merchl. Er 
kommt in Wiener Quellen 1350 — 1391 vor. 

61 ) Judel, S. d. Rötel v. Klosterneuburg, Br. d. Baruch, 
zwischen 1361 u. 1393 nachweisbar. 

e5 ) Vgl. Wiener Stadtrechn. 1379 (Bl. d. Ver. f. Landesk. v. Nieder- 
österr. 1894, S. 215) : „Cholman dem Juden zu leikouff". 

66 ) Hausbesitzer in der „iuden straz" um 1290 — 1315. Vgl. S. 33, 
Anm. 71. 

87 ) Tochter des Meister Abraham und der R i f k a. 

88 ) „Nachmans sun des Juden von Salzpurch". 

89 ) In der beigehefteten hebr. Übersetzung des Satzbriefes lautet der 
Name „M o r d e c h a i". 1339 schon als verstorben bezeichnet. S. Anm. 77. 

70 ) Wohl identisch mit „Musch der Jud weilent Iszerleins eninchel 
von Marichburch" (1365 Font. rer. Austr. 35, 748). 

71 ) Entweder Liebl, die Gattin des Peltl (Paeltl, Welt- 
lein), der 1372 schon als verstorben angeführt wird (QGW. I, 3, 3304) 
oder die Mutter des Simon („der Pelltlin sün ze Wienn", 1374: GB. 15, 
35 b, 4) , die aber wahrscheinlich auch mit der ersteren identisch sein dürfte. 

72 ) Ein „Bendittus iudeus de Wienna" schon 1286 genannt (Font. 
rer. Austr. 51, 74). 

73 ) Ob identisch mit dem Vorigen? 



156 

74 ) Ein Pendytt im Jahre 1394 in GB. 57, 146 b, 4. 

7B ) Gattin des (Rabbiners ) Meister Abraham (Klausner), 
zuerst 1404 (GB. 57, 153 b, 1) erwähnt, 1408 das erste Mal als „witib" 
bezeichnet. Erwähnt werden ihr Sohn S a u 1, ihre Tochter M i r 1, Gattin 
des Adam von Leubs und eine dem Namen nach nicht bekannte 
Tochter, Gattin des Werach von Wiener -Neustadt, ferner ihre 
Schwester Perl. 

76 ) Zuerst genannt 1369 (QGW. III, 1, 225). 1373 (QGW. III, 2, 
2951) : „Schaeftl, filius Schaeftlini de Wuda". 1383 als schon verstorben 
bezeichnet. Seine Söhne Hessmann und Jakob werden 1373 resp. 
1369 — 76 erwähnt. 

77 ) „Trechl", „Trehel", „Drahel". Vgl. Bl. d. Ver. f. Landesk. v. 
Niederösterr. 1898, 188: „Trehel unser judinn Morleins unsers Juden witib 
ze Wienn" (1339). 

78 ) Hausbesitzer „in der luden straz" um 1290 u. ff. Vgl. S. 33, 
Anm. 71. 

B. Christen. 

Ach, Arnolt von 401. 

Angerveide r, Hanns, der eider 350. 

Brichsen, Hannsvon s. Nr. 413. 

Dachsperg, Wilburga v., Jörgens v. D. Hausfrau, Eber- 
harts v. Kappellen Tochter 359, 361, 362. 

Deutscher Kitterorden 433. 

Ekchartsaw, Kadolt v. 403. 

Flenderl, Elspeth, Witwe des Thoman 405 B. 

Frawnmesser, Mert, Agnes s. Hausfrau 333. 

Gannczer, Elsbeth, Witwe d. Hainreichs, Gregor ihr Sohn 
434. 

Gelestorf, Anna v., Witwe des Otto v. GL, ihr Sohn Jörg 
360. 

„Giesser" s. Nr. 395. 

Gran er, N i c 1 a s der, Dorothea s. Hausfrau 414. 

Guckinslegl (Guck Inslegl), Wenczla der s. Nr. 401. 

Hang, Lienhart der s. Nr. 356, 2. 

ITederstorffer, Pangrecz der 356, 356 A. 

Hering, Fridreich der 384 E. 

Herwart (Herwort), Hanns 355 A. 357. 

Her wart Ulrich 355 A. 

Hirss, Peter, der wurczer 417. 

Hohenperg, Hanns v., Elsbeth s. Hausfrau 412. 

Janstor f f e r, Peter 407. 

Klaus, Hanns der, von der Hermanstat, Ursula s. Haus- 
frau 341. 



157 



Krämer, Mathes s. Nr. 408. 

Kraukcher, Philipp der 408. 

Krewss, Thoman der s. Nr 405 A, 2. 

Kursner, Matern der s. Nr. 385 F. 

Lampfleisch, Hanns der verber, Agnes s. Hausfrau 360. 

L a n c z h ü t, Meister Caspar von, Kathrey s. Hausfrau 335. 

Lebsch an, Jacob der, der sneider 411 A. 

Lempershaimer (Lempertshaimer), Konrad der 348. 

Lengennawer, Wolf gang 385 E. 

Lienvelder, Michel 384 G- (384 F, 1, 2). 

Mawrer, Agnes, Witwe Hannsen M. des wachsgießers 403. 

Miltenberg, Kunrad von, der pader, Elsbeth s. Haus- 
frau 433. 

M o r g e n p e s s e r, Michel, der messrer, Elspet s. Hausfrau 
352. 353. 

Moser, Jeronim, der 61er s. Nr. 394, 2. 

Mos mann, Hainreich der 402. 

Musterer (Mustrer), Hanns, Bürgermeister v. Wien 363. 

Nadle r, Hainreich der, von Pasel, Kathrein s. Haus- 
frau 384 H. 

Nechel, Stephan s. Nr. 344. 

Oberndorffer, Oswalt der s. Nr. 433, 4 

Pawngartner, Thoman. Pfarrer zu Oberhollabrunn 348 
(identisch mit Thoman der glaser s. Nr. 344, 1). 

„P e i s s e r i n" s. Nr. 394. 

Pettzich (Pettziechen) Ulreich mit der (1370) 363. 

Pirchner, Peter 411 A. 

Polaner, Mathes, Kathrey s. Hausfrau 428. 

Potendorf, Agnes v., Otten v. Meissaw Hausfrau 360. 

Puchaim, Hanns v. 417 — 420. 

Puchaim, Wilhelm v. 342. 

Puchspawm, Hanns, der glaser, Pericht s. Hausfrau 410. 

Püsewl, Wolf hart von 385 F. 

Regenspurch, Marchart von (1329). S. 107. 1 ) 

Regenspurgk, Hawg von, Kathrey s. Hausfrau 403. 

Reintaler, Hanns der, der kursner, Anna s. Hausfrau 
384 F. 



*) Möglicherweise Jude und mit dem oben (S. 33, Anm. 71) ge- 
nannten Marchardus identisch. 



158 

ßeutter, Hainreich 347. 

ßodendorffer, Niclas s. Nr. 395. 

Kys, Andres der 384 G-. 

Schar ffenperger, Hanns d. Ä. 393—396. 

Scharffenperger, Hanns d. J. 393 — 396. 

S c h e t i n g e r, Jacob, Magdalen, s. Hausfrau 405 A, 504 B, 2 

(„der gürtler"). 
Schober, Lienhart 411 B. 
Schober, Sigmund der, der messrer, Kathrei s. Hausfrau 

355. 
Schrot, Vir eich, Herzog Albrechts kuchenmaister 332. 
Staigen, Clement vonder, Dorothea s. Hausfrau, A f f r a 

s. Stieftochter 409. 
S t o 1 1 s. Verber. 

Straspurg, Hainreich von 384 D. 
Strobel, Kunratder s. Nr. 361, 4. 
S u k e 1, H a n n s (d e r) 384 J. 
Sulczperger, Weikhard, Anna s. Hausfrau, Tochter 

Pangrecz des Hederstorffer 356, 356 A. 
Swab, Heinrich, v. Esslingen, der pekch am Hof 418, 

418 A, 419. 
Swarcz, Peter, der schuster 404. S. auch Nr. 403, 4. 405 A, 2. 
Torbeck, Mert der 405 A. 
Talheime r, Thoman, der kursner 395. 
Velach Jacob von 401. 

Verber, Hanns, in der Weihenpurgk, Agnes s. Hansfrau 344. 
Verber, Niclas der, Anna s. Hausfrau, in 2, Ehe verh. 

mit Heinrich Stoll, lerer der erczney 344, 349. 
Vierlinger (Vieringer, Kalthäuser), Hanns, 

Kithrey s. Hausfrau 384 F. 
Voburger, Mathes 345. 
Vorsprech, Alex der s. Nr. 361, 4. 
Weichsselpawm, Michel 411 B. 
Wenczlab der zimmerman 413. 
Wild, Thoman 384 C, 384 J. 
Zingk (Czingk), Niclas der, Anna s. Hausfrau 361. 



Topographisches Register. 

Wien. 
Cantorey 102. 

Carmeten (Carmeliter) s. Weissen brudern, bey den. 
Frawen stiegen, an Unser (bey Unser Frawn auf der Ste- 
ten), 356, 356 A, 2. 361, 1. 
Freithof, Unser Frawen brüder (der weissen brüder, Unser 

lieben Fraun brüder) 418, 1, 2. 420. 
G & z z 1 e i n, daz da get an daz Juden tor 385 G, 1. 
G e s s 1 e i n gegen Hern Otten und Haymen kapeilen über 349, 1. 
G e s s e 1, als man von dem Schulhof zu den weissen brüdern get 

418, 2. 
G e s s 1 e i n, als man zu den weissen brüdern get 408. 409. 
Gesslein bey den weissen brüdern 407. 411 A, 1, 2. 434, 2. 
G e s s 1 e i n, daz da geetvon demSchulhof an derHerczogen hof 341. 
H e r c z o g e n h o f 341. 41 8, 1 , 2. 
Hofgesslein 333. 

Hohenprugk, beyder, 353, 1, 2. 356, 356 A. 
Juden, unter den, 350, 1. 363,3. 385 G, 1, 2, 3. 405 B. 

S. 108, 4, S. 110, 7, 8. (S. auch J u d e o s, int er.) 
J u d e n g a s s e 332. 335. 345. 347. 348. 353, 1, 2. 356. 356 A, 2. 

360, 1, 3. 361, 1. 363, 1, 7, 8, 9, 10. 384 D, 384 H, 384 J, 385 E. 

402. 403, 1, 2, 3, 4. 405 A, 1. 2. 410. 411 B. 418, 1. 
Judenplacz 342. 
Judenstat 363, 6. 

Judenstrass 360, 2, 4 (s. auch Strata Judeorum). 
Judentürlein in der Wiltwercherstrazze, zenast 

dem 385 G, 2. 
Jndeos, inte r, 349, 3. S. 108, 3, 109, 

under de n). 
Newenplatz (an dem), 384 G. 384 H. 
ßörn, bev der padstube zu den, 405 B, 2. 

3, 4. 434, 1. S. 109, 6. 
Schiltergesslein 394, 2. 395. 401, 1, 2. 
Schulhof 341. 349, 1, 3. 384 E, 405 B. 417. 420. 
strata Judeorum 349, 2. 363, 2 (s. auch Judenstrass). 
Tor, da man auf die hochprugk eret 355. 
T ü r 1 in dem gessel, als man von dem Schulhof hincz den 

[weissen] brüdern get 420. 
T ü r 1 e i n, als man get an den Hof 331 



6 (S. 


auch Juden, 


410. 




407. 


414. 433, 1, 2, 



). 



Turn, ze nächst dem, (Judenturm) 363, 1, 7, 9, 10. S. 107, 2. 
Weissen brudern, bey den (gegen den — über, Unser 

Frawn brüder die Carmeten) 412. 413. 414. 
— gesslein, bey den, s. Gesslein. 



160 

Wiltwercherstrass (Wildwercherstrass, Wiltwurcherstrass) 
344. 348. 2. 349, 4. 352. 355, 355 A. 361. 2. 3. 4. 384 E, 
384 F, 1, 2. 384 G, 384 J, 2. 385 D, 3S5 F, 385 G, S. 106, 1. 

Ziegelhaus 418, 1, 2. 420. 

Ortsregister. 

A. 

Agram s. Musch (S. 154, Anm. 38). 

Brunn s. Musch. 

Cilli (Zil) s. Hatsehim (2). 

E n n s s. Isserl. 

Erfurts. S. 152, Anm. 8 (Meir v. E.). 

Feldsberg s. Sara ( „ Joseppin", S. 154, Anm. 38). 

Frankfurt a. M. s. S. 152, Anm. 8 (Meir v. Erfurt). 

Herzogen bürg s. Merchl. 

Judenburg s. Höschl ( 2 ) . 

Krems s. Abraham (S. 154, Anm. 40, 49), Altenmaistrin (S. 152, 
Anm. 3), Chestel (S. 154, Anm. 47), Efferl, Joseph (S. 153, Anm. 17, 
154, Anm. 42), Smerl (S. 152, Anm. 12), Smoyel, Sussmann (S. 152, 
Anm. 5, 154, Anm. 45), Swarcz (Swerczlein?, S. 154, Anm. 47). 

Langenlois s. Leubs. 

Lengbach (Lempach) s. Hendl, Hirsch (S. 151, Anm. 20). 

Leubs s. Adam. 

L i n z s. Mördlin (= Möderlinn? S. 153, Anm. 19), Musch. 

Marburg s. Isserl (S. 155, Anm. 70), Musch. 

Neuburg, Kloster-, s. Aram (S. 151, Anm. 1), Aron (S. 155, Anm. 63), 
Hendl, Judel Rötel (2), Musch. 

Neustadt, Wiener-, s. Kysling (S. 153, Anm. 22), Salomon (S. 154, 
Anm. 48), Wer ach (S. 156, Anm. 75), Wolf. 

Oedenburg s. Hendl (S. 154, Anm. 35). 

Ofen s. Scheftl (S. 156, Anm. 76). 

Perchtoldsdorf s. Abraham, Maisterl (S. 153, Anm. 25) . 

Preßburg s. Rachel ( S. 154, Anm. 36) . 

Raab s. Heschl (S. 155, Anm. 56). 

Salzburg s. Nachman (S. 155, Anm. 68). 

Traiskirchen s. Eschl, Raehmel (S. 153, Anm. 34) . 

Tulln s. Hystir (Ester, S. 152, Anm. 12), Moidl (S. 153, Anm. 27), Pesach 
(S. 154, Anm. 36), Schedl, Sussman. 

Weikersdorf s. Eysak (2), Hannko (S. 155, Anm. 53). 

W e i t r a s. Jakob. 

Ybbs s. Joseph (S. 153, Anm. 17). 

Znaim s. Lesir, Musch (S. 153. Anm. 24). 

B. 

Ach (Aachen) s. A. Arnolt v. 

Basel s. Pasel. • 

Brichsen (Brixen) s. B., Hanns v. 

Eßlingen s. Swab. 

Hermanstat (Hermanstadt) s. Klaus. 

Hohenperg s. H., Hanns v. 

Miltenberg s. M., Kunrad v. 

Oberhollabrunn s. Pawngartner. 

Pasel (Basel) s. Hainreich der Nadler von P. 

Regenspurch (Regenspurgk) s. R., Marchart v., Hawg v. 

Straspurg s. Str., Ha in reich v. 




IN DERINNERE» STADT 
LZEIIMüFHEBÜIGUltfl. 
Mit Benübung der Pläne von 

WOLMUET, GAME SINA. U.A. 

undnach gleichzeitigen- 

Grundbuchs eintraguiyen 
entworfen vomVerjafs er, 
gezeichnet y.A.St.Kronstein. 



Zu Schwarz : Das Wiener Ghetto. I. Teil. 



Wien und Leipzig. Verlag von Wilhelm Braumüller. 



«*■ 



II. TEIL 



Die Judenstadt im unteren Werd 1625—1670 






Das Grundbuch der Judenstadt (1632) 

Urkundliche Nachrichten zur Geschichte der Judenhäuser 

Die auf Juden bezüglichen Eintragungen des städt. Toten- 
protokolls 1648—1669 



Schwarz, Das Wiener Ghetto. \\ 



Die Geschichte der Judenstadt im unteren Werd, ihre Ent- 
stehung und ihre Aufhebung hat in Kaufmanns „Die letzte 
Vertreibung der Juden aus Wien, ihre Vorgeschichte (1625 — 1670) 
und ihre Opfer" (Wien 1889) eine bei ihm gewohnte lichtvolle 
Darstellung gefunden. Noch klarer wäre das von ihm entworfene 
Bild geworden, wären ihm zwei Quellen bekannt gewesen, die das 
bisher gekannte urkundliche Material in ganz besonderer Weise 
vervollständigen, nämlich das G-rundbuch des Juden- 
bezirkes und die auf die Juden bezüglichen Eintragungen des 
städtischen Totenprotokolls. Während das erstere 
das äußere Bild der Anlage der Judenstadt reproduziert, enthält 
das Totenprotokoll trotz seiner speziell in bezug auf die Personen 
etwas knappen Angaben und trotz seiner Lücken manches, was für 
die Geschichte der Familienverhältnisse der Bewohner der Juden- 
stadt, ihre Lebensdaten etc. als Ergänzung und Richtigstellung 
zu der bisherigen fast einzigen biographischen Quelle, den von 
Frankl publizierten Wiener Grabinschriften, dienen kann. 

Auch dieser zweite Teil der vorliegenden Arbeit soll nur 
einen Beitrag zur Geschichte der Juden in Wien darstellen, — 
eine topographische Übersicht der zweiten Judenstadt, ohne auf 
das zum Teil schon von Kaufmann benützte urkundliche Material 
zur inneren Geschichte der Wiener Juden des 17. Jahrhunderts 
einzugehen. Der gegenwärtige Beitrag bietet im Zusammenhange 
mit den bereits bekannten Daten einen vielleicht nicht ganz un- 
wesentlichen Baustein für eine umfassende Geschichte der Wiener 
Judenschaft, wie sie ja doch einmal auf Grund des sukzessive an 
den Tag geförderten Urkundenmaterials geschrieben werden wird. 



W 
V 




Die Schlagbrücke. 

Ausschnitt aus Houfnagels Ansicht (1609). 



Die Zeit von der Vertreibung der Juden und der Aufhebung 
der Judenstadt im Jahre 1421 und der kurz darauf erfolgten 
Wiederkehr der Juden nach Mederösterreich bis zur Gründung 
des Ghettos im unteren Werd stellt eine Toleranzepoche der Wie- 
ner Judenschaft dar. Kurz nach der Katastrophe vom Jahre 1421 
fand man in dem päpstlichen Dispens vom 20. September 1451 
ein bequemes Auskunftsmittel, um den Juden, ohne daß diese 
sich darum beworben hätten, die Kückkehr nach Österreich zu 
ermöglichen. 1 ) Mit der Wiederaufnahme war gleichzeitig eine 
mehr oder minder liberale Gewährleistung von Eechten verbunden, 
deren sich die Juden, von einigen krisenhaften Episoden in der 
Zwischenzeit abgesehen, entsprechend ihrer Stellung als Tolerierte 
und ihrer verhältnismäßig geringen Anzahl in bescheidener Form 
erfreuen durften. Von einer Konsolidierung der äußeren Ver- 
hältnisse der Juden, wie sie sich etwa in der Schaffung einer selbst- 
gewählten Ansiedelungsstätte ausgedrückt hätte, konnte nicht die 



») Scherer a. a. O. S. 423. 



11 



164 

Rede sein, trotzdem sich die äußere Lage der Juden im allge- 
meinen — hauptsächlich seit dem 16. Jahrhundert, wo die Kate- 
gorie der hofbefreiten Juden eine ziemlich privilegierte Sonder- 
stellung einnahm — wesentlich gebessert hat. Das Da- 
moklesschwert der Hofgunst schwebte nichtsdestoweniger ständig 
über den Häuptern der Wiener Juden. Jede Änderung der poli- 
tischen Verhältnisse, jeder Thronwechsel mußte unbedingt auch 
die Befürchtung einer neuerlichen großen Katastrophe aufkommen 
lassen, wenn man vielleicht auch jetzt zu aufgeklärt war, um eine 
Judenvertreibung nicht auch zugleich mit Scheiterhaufen und 
Folterwerkzeugen zu staffieren. 

Seit dem Jahre 1600, der letzten Vertreibung der Juden 
vor der Gründung des Ghettos im unteren Werd, bedrohte die 
kleine Anzahl der durch vereinzelte k. Gnadenakte wieder ein- 
gewanderten Juden eine neue Gefahr. In ihrer Stellung als 
Geduldete, jedwelchen Besitzrechtes entblößt, waren sie gezwungen, 
bei den Bürgern Wiens zu Miete zu wohnen. Es war nichts 
leichter als den Mieter durch eine unvorhergesehene Kündigung, 
hauptsächlich wenn sie wie im Jahre 1623 auf Befehl der städti- 
schen Obrigkeit erfolgte, obdachlos zu machen. Der Versuch, unter- 
stützt durch mannigfache Machinationen und Intriguen bei Hofe, 
gelang vollkommen. Man mußte nun, da man eine Massenver- 
treibung der Juden nicht für zeitgemäß hielt, die vor die Türe 
Gesetzten irgendwo ansiedeln. Es beginnt die Plan einer beson- 
deren Judenstadt aufzutauchen, wie Kaufmann meint, eine An- 
regung des k. Beichtvaters Lamormain, und alsbald auch wird 
der Hofkriegsrat mit der Einleitung der erforderlichen Vor- 
arbeiten betraut. Eine für die Separierung der Juden geeignete 
Örtlichkeit glaubte man in dem durch eine Brücke, die sogenannte 
Schlagbrücke, mit der Stadt verbundenen unteren Werd gefunden 
zu haben. Die Verhandlungen mit den Besitzern der Häuser in 
dieser Gegend waren bald eingeleitet und eine Einigung um so 
leichter erzielt, als man die der Transferierung anfangs feindlich 
gegenüberstehenden Besitzer der armseligen Häuser und Hütten 
durch Bewilligung der geforderten hohen Ablösungssummen mil- 
der zu stimmen verstanden hat. Die im Jahre 1624 erworbenen 
14 Häuser bildeten die erste Grundlage der Judenstadt, die sich 
im darauffolgenden Jahre durch Ankauf weiterer 15 Häuser 
erheblich erweiterte. Erst jetzt konnte man daran gehen, in einem 



165 



Vertrag mit der Stadt auch die rechtlichen Verhältnisse des 
Ghettos zu regeln und so, insoweit verbriefte Rechte verläßlich 
sind, eine Grundlage friedlicher Entwicklung zu schaffen. 

In dem Vertrage vom 15. Juni 1626 wird neben den Be- 
ziehungen zur Grundherrschaft, dem Bürgerspital, auch das Ver- 
hältnis des Ghettos zur Stadt, hauptsächlich in Steuersachen, 
geregelt und den Juden die Errichtung eines eigenen Grund- 
buches gewährt. Die Führung des eigenen Grundbuches schien 
man aber im Laufe der Zeit als einen Eingriff in die Rechtssphäre 
der Grundobrigkeit betrachtet zu haben und man suchte Mittel 
und Wege, um sich das Aufsichtsrecht und die materiellen Vor- 
teile des Judengrundbuches zu sichern. Mit welchen Mitteln man 
dies zu erreichen suchte, wissen wir nicht. Tatsache ist, daß die 
Einleitung zu dem 1632 renovierten Grundbuche festsetzt, daß 
„jeder Judt in diesem aussgezaigten gezürekh und Platz, von 
seinen habenden Judenhauss so an ietzo beraith erpaut, und noch 

erpaut werden , die gewöhr daselbst zu emp- 

fahen schuldig und verpunden sein, alsdann in das hierüber 
neu aufgerichte Grundtbuech ordentlich eingeschriben werden 
sollen." 

Das Grundbuch von Jahre 1632, das älteste des Ghettos, 
orientiert uns auf das genaueste über den Stand der Häuser in 
der Judenstadt im ersten Jahrzehnt ihrer Begründung. Sie um- 
faßte damals 104 Häuser, zumeist Erwerbungen der Jahre 162-1 und 
1625; ihre Eintragung in das neue Grundbuch ist demnach nur als 
Erneuerung der früheren Geweranschreibung zu betrachten. Die Ein- 
träge laufen in der natürlichen Reihenfolge der Anrainerschaft, be- 
ginnend mit dem Hause des Jeremias Gerstl und endigen 
mit dem Eintrag des Hauses des N: Ascher 1, beziehungsweise 
(1660) Perl Hierschi Mayr. Veränderungen in den Be- 
sitzverhältnissen durch Verkauf von Häusern und Grundstücken 
kommen in den ersten Jahren des Bestandes der Judenstadt fast 
gar nicht vor; auch hypothekarische Vormerkungen auf einzelne 
Häuser stammen erst aus späterer Zeit; diese, dem Satzbuch ent- 
nommen, sind in dem im Anhang mitgeteilten Abdruck des Grund- 
buches den einzelnen Grundbucheintragungen organisch angefügt 
und bieten, wenn auch nich für die ganze Zeit des Bestandes der 
Juden stadt, so doch wenigstens für die ersten drei Jahrzehnte ein 
Bild der allfälligen Veränderungen im Besitzstande der einzelnen 



166 

Realitäten. Es ist wohl anzunehmen, daß dieses Grundbuch nicht 
das einzige amtliche Register der Judenstadt darstellt. Daß es 
auch für die spätere Zeit ein solches gegeben hat, geht aus dem 
„Index über der Jüdischen Gemain Grundt- 
huech im Untern Wort h" hervor. Die Eintragungen 
dieses Index berufen sich auf ein mit dem Buchstaben C be- 
zeichnetes, derzeit verschollenes Grundbuch, das, etwa um 1655 
angelegt, bis zur Aufhebung der Judenstadt in Gebrauch ge- 
wesen sein dürfte. Der Umstand, daß uns der Index mit der 
topographischen ^Anordnung der Judenstadt und ihrer Häuser 
und mit dem Namen der Hausbesitzer bekannt macht, sichert 
ihm immerhin die Bedeutung eines wichtigen Behelfes für 
die Beurteilung der Verhältnisse der Judenstadt und muß uns, 
insolange das Grundbuch selbst nicht zum Vorschein kommt, für 
den Verlust dieses wichtigen Dokumentes einigermaßen ent- 
schädigen. 

Die am Schlüsse mitgeteilten urkundlichen Beilagen 
stammen aus den letzten Tagen der Judenstadt und aus der ersten 
Zeit der auf ihren Trümmern entstandenen Leopoldstadt. Man 
hatte wieder einmal das Verlangen, der Welt das Schauspiel einer 
Judenverfolgung im großen zu bieten, die auf Widerruf gestattete 
Existenz von vielen Hunderten Geduldeten mit einem Streiche zu 
vernichten. In rührender Einigkeit fanden sich wieder alle be- 
teiligten Faktoren zusammen, um den Fortbestand der Judenstadt, 
gegen deren Existenzberechtigung theologische, juridische und 
fiskalische Scheingründe ins Treffen geführt wurden, zu unter- 
graben. Wie vor 250 Jahren die Hussitenkriege, so waren es 
diesmal die Türkenkriege, die die finanziellen Kräfte des Staates 
aufs äußerste anspannten. Stadt und Land wurden zu ganz 
enormen Steuerleistungen herangezogen, die man zum großen Teil 
in Form von ordentlichen und außerordentlichen Toleranzgeldern 
auf die Juden zu übertragen suchte. Die Tatsache, daß Proteste 
gegen derartige, zumeist ungesetzliche Belastungen nicht nur 
keinen Erfolg hatten, sondern die Situation nur noch mehr ver- 
schärften, war für die Machthaber nur eine Anspornung, auf dem 
einmal eingeschlagenen Wege fortzufahren, für die Juden die 
irrige Anschauung, sie könnten sich durch das mehr oder minder 
freiwillige Zugestehen aller Forderungen Ruhe und Frieden er- 
kaufen. Kritischer wurde der Moment, als die Stadt sich erbötig 



167 



machte, im Falle der Ausweisung der Juden die von diesen bisher 
bezahlte jährliche Toleranzgebühr aus eigenem zu bezahlen und 
die amtlich auf 216.219 Gulden 26 Kreuzer geschätzten Juden- 
häuser zur Begleichung der Gläubiger der Juden gegen eine 
Pauschalsumme von 100.000 Gulden zu übernehmen. So kurz- 
sichtig war die mit dem Ausweisungswerk betraute Kommission, 
daß sie das Anerbieten der Stadt als einen ganz besonders erfolg- 
reichen Handel — ohne Rücksicht auf die von Jahr zu Jahr 
steigenden außerordentlichen Abgaben der Juden und den für 
die Judenstadt gebotenen Spottpreis — dem Kaiser befürwortend 
empfahl. Man machte kurzen Prozeß — Wien war wieder einmal 
„judenrein" geworden. 

Kläglich wie das Vertreibungswerk war auch seine Bilanz. 
Im ersten Taumel des Jubels über die gelungene Aktion dachte 
man die zur Leopoldstadt gewordene Judenstadt in ein Eldorado 
umzuwandeln. Doch der Erfolg wollte sich nicht einstellen; dafür 
trat aber das ein — ein Beweis, daß auch in der Geschichte 
Gesetze von eherner Konsequenz walten — , was vor rund 250 
Jahren die Stadt fast an den Rand der finanziellen Krise brachte, 
ein Fehlschlagen aller Hoffnungen auf einen vorteilhaften Verkauf 
der Judenhäuser, ein Übelstand, der sich von Jahr zu Jahr fataler 
gestaltete. Im Jahre 1680 erstattet der Oberkämmerer der Stadt 
Bericht über die fast zehnjährige Bilanz des so aussichtsvoll be- 
gonnenen Unternehmens und bringt dabei die traurige Tatsache 
zur Kenntnis, daß das Geschäft, das so viel versprochen hat, bis 
dahin mit einem Verlust von 52.858 Gulden 20 Kreuzer abschließe. 
„Es befindet sich aber eine solche Armuthey unndt Elent", schreibt 
der städtische Oberkämmerer an Bürgermeister und Rat, „allda 
in der Leopold Stadt, dass nicht allein ein grausen, sondern nicht 
genugsamb kan beschrieben werden." 2 ) 

Die Mittel, den enormen Schaden, den Staat, Stadt und 
Land durch die Ausweisung der Juden erlitten hat, wettzumachen, 
versagten. Es galt jetzt, zu dem Äußersten Zuflucht zu nehmen 
— die Judenfrage noch einmal vom theologischen, politischen 
und finanziellen Gesichtspunkte prüfen zu lassen und die Wieder- 
einwanderung der Juden zu ermöglichen. 



2 ) Kaufmann a. a. O. S. 161 nach d. Orig. im Archiv d. Stadt Wien 
26/1680. 



168 

So endete der kurze Wahn mit einem unermeßlichen Scha- 
den, dessen Löwenanteil wieder die Stadt Wien zu tragen hatte. 
Bis zum Jahre 1684 hatte die Stadt, entsprechend ihrem frei- 
willigen Anerbieten, an den Fiskus ein jährliches Äquivalent von 
14.000 fl. an Toleranzgeldern zu entrichten; erst um diese Zeit 
wurde die auf die Landjuden entfallende Quote von 4000 fl. nach- 
gesehen. Von einer weiteren Eeduzierung der aus freien Stücken 
übernommenen Verpflichtung wollte der Fiskus lange nichts 
wissen und es blieb bis auf weiteres bei der Jahresabgabe von 
10.000 fl. Erst im Jahre 1706 wurde die Angelegenheit in der 
Weise geordnet, daß sich der Magistrat, nachdem er den Klage- 
weg betreten hatte, zu einem Pauschale von jährlich 6000 fl. ver- 
pflichtete, unter der Bedingung, daß nur die mit Hofkanzleipässen 
versehenen Juden in Wien geduldet werden dürfen. Trotzdem 
nun Juden auf Grund der Toleranzedikte vom Jahre 1764 und 
1782 sich in Wien frei niederlassen konnten und die Schutz- und 
Toleranzgelder aus eigener Tasche bezahlen mußten, blieb die 
Zahlungspflicht des Magistrats bis zum Jahre 1815 aufrecht. Erst 
die k. Entschließung vom 27. August 1815 enthebt den Magistrat 
von der Entrichtung der Judentoleranzgelder. 3 ) 



Die Verwertung der auf die Judenstadt bezüglichen Grund- 
buchsdaten für topographische Zwecke, d. h. für die Lokalisierung 
der einzelnen Häuser begegnet deshalb größeren Schwierigkeiten, 
weil ein großer Teil der Judenhäuser während der Türkenbelage- 
rung ein Raub der Flammen wurde und man sich in der Folge 
daher fast nur auf den Verkauf von Gründen und Brandstätten 
beschränkte. Doch bieten die grundbücherlichen Eintragungen, 
ferner die „Beschreibung der J u d e n - G e z ü r c k h" 
aus dein Jahre 1651 und das Schätzungsprotokoll vom Jahre 
1671 wertvolle Anhaltspunkte für die Feststellung der allmäh- 

3 ) Es läßt sich leicht berechnen, mit welcher Summe die Übernahme 
der Toleranzgelder das städtische Budget in der Zeit 1670 bis 1814 be- 
lastet hat: 

1670—1684 jährlich fl. 14.000 11. 210.000 

1685—1706 jährlich fl. 10.000 fl. 220.000 

1707—1814 jährlich fl. 6.000 fl. 648.000 

Summa fl. 1,078.000. 






169 

liehen Entwicklung der Judenstadt. Die erste Anlage des 
Ghettos bestand aus 14 im Jahre 1625 erworbenen Häusern, 
doch schon am Ende dieses Jahres erwies sich der „aussge- 
czaigte" Bezirk als viel zu klein, um die bis dahin noch in der 
Stadt gebliebenen Juden aufzunehmen. Es wurden daher noch 
weitere 1.5 Häuser abgelöst. Im Jahre 1632, also sieben Jahre 
nach der Begründung der neuen Ansiedelung umfaßt die Juden- 
stadt schon 104 Häuser. Die im Jahre 1660 seitens der Stadt vor- 
genommene zwangsweise Beschreibung der Judenstadt zählt 111 
Häuser auf, während das letzte, nach der Vertreibung der Juden 
aufgestellte Schätzungsprotokoll 132 Häuser aufweist. 

Das Häuserkontingent der Judenstadt verteilt sich auf die 
einzelnen Gassen in folgender Weise : Die „H a u p t g a s s e" 
(später Herrengasse, jetzt Große Sperlgasse) umfaßte 32, die 
„Untere Gasse" (die heutige Tandelmarktgasse) 19, die 
„M ittere Gass e" (die jetzige Haidgasse, früher Badgasse) 9, 
die „Obere Gasse" (jetzt Große Pfarrgasse) 18, die T a b o r - 
gass e a (jetzt ein Teil der Kleinen Pfarrgasse) 12, das „N" e u 
Gassi" (z. T. die spätere Rauchfangkehrergasse, jetzt teilweise 
verbaut, teilweise in die Kleine Pfarrgasse einbezogen) 20 Häuser. 
Kleinere Häuserkomplexe befanden sich noch in der der heutigen 
Kleinen Sperlgasse entsprechenden Gasse (2 Häuser), 4 Häuser, 
die ihren Eingang in der Taborstraße hatten, ein Haus in der 
jetzigen Botekreuzgasse, 2 Häuser mit dem Eingang von der 
Augartenstraße aus, 4 Häuser in der früheren Zuchthausgasse und 
auf dem Areal des Zuchthauses, 4 Häuser auf dem „P 1 a t z" (Auf 
der Haide), endlich 3 Häuser (Gemeinde- und Studierhaus) in der 
jetzigen Großen SchifTgasse. 

Die Versuche zur Verwertung des Häuserkontingents der 
Juden stadt wurden bereits Ende 1670 eingeleitet und zum Teil 
auch mit Erfolg durchgeführt, obwohl die „geschwohrne Kay. Hoff 
Handtwerkhsleuth" erst am 7. Dezember 1671 die genaue Auf- 
stellung über den Schätzungswert der „in der alhiesigen Juden- 
statt bey Wienn befindenden Behausungen" vorlegen konnten. Mit 
dem höchsten Preise (fl. 7308*15) war in diesem Schätzungspro to- 
koll das Haus des AbrahamHecht (Nr. 12), mit dem niedrig- 
sten (fl. 139*40) das Haus Nr. 59 (Besitzer Scheuch) 4 ) eingeschätzt. 

*) Das Haus wurde übrigens laut Vermerk des Schätzungsprotokolls 
kurz danach demoliert. 



170 

Die Gesamtschätzung (inklusive der auf fl. 3426'02 geschätzten 
alten und der mit fl. 7142*30 eingestellten neuen Synagoge) belief 
sich auf fl. 216.219*26. 

Aufzeichnungen über die in den Jahren 1670 — 75 stattge- 
funden en Häuserverkäufe, resp. die entsprechenden Geweran- 
schreibungen sind nicht vorhanden, lassen sich aber aus anderen 
gleichzeitigen Quellen rekonstruieren. 5 ) Die Einträge des Gewer- 
buches des ..gewesten Judengezürckhes anjetzo 
intitulierten Leopoldstat t" 6 ) beginnen erst mit dem 
24. Dezember 1675 und enthalten teils neue, teils erneuerte 
Geweren. Die bis etwa 1708 reichenden Aufzeichnungen über den 
Verkauf von Judenhäusern geben uns ein recht deutliches Bild 
von den mehr als dreißigjährigen Bemühungen, für die ehemalige 
Juden stadt neue Hausbesitzer zu werben. 7 ) 



5 ) Dem „Sambier über Empfang und Au ß gab der gewesten Juden — 
nunmehr Leopoldstatt genandt" 1670 — 84 (Archiv d. Stadt Wien. Rep. 184, 
Nr. 7, 1 — 13) entnehme ich folgende auf den Verkauf von Judenhäusern 
bezügliche Daten: Verkauft wurden im Jahre 1670 die Häuser Nr. 1, 4, 8, 
10, 13, 14, 15, 18, 19 u. 20, 22, 26, 32, 36, 38, 44, 46, 49, 51 u. 52, 54, 60, 
65, 78, 79, 80, 82, 83, 84, 86, 89, 90, 92, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 1,01, 102> 
105 u. 106, 109, 110, 111, 112, 113, 115, 116, 117, 118, 119, 120, 121, 127, 
128, 129 u. 130, 131; im Jahre 1671 Nr. 2, 5, 7, 9, 16, 35, 81, 85, 87, 88, 91, 
93, 94, 114; im Jahre 1672 Nr. 12, 47, 67, 68, 103; im Jahre 1673 Nr. 3, 23, 
25; im Jahre 1674 Nr. 6, 45, 55, 77, 108; im Jahre 1675 Nr. 21, 24, 27, 29, 
30, 41, 42, 43, 53, 76; im Jahre 1676 Nr. 50, 64, 66, 75; im Jahre 1677 
Nr. 56, 61, 62; in den Jahren 1678 — 80 ausser einigen oeden Gründen 
keines; im Jahre 1681 Nr. 34; im Jahre 1682 u. 1683 keines; im Jahre 
1684 Nr. 104. Das erste am 5. Aug. 1670 zum Verkauf gelangte Haus war 
Nr. 36, in welchem das rituelle Bad untergebracht war (Schätzung 
fl. 1952.36, Verkaufspreis fl. 1300; ein 20— 30%iger Nachlass vom 
Schätzungspreis wurde fast ausnahmslos eingeräumt). 

6 ) GB. 523 (Rep. 61, 27, 1). 

T ) Die Eintragungen des Gewerbuches, zumeist Erneuerungen 
früherer Geweren verteilen sich auf folgende Jahre und Häuser: 
1675: Nr. 81; 1676: Nr. 1, 15, 82, 119, 120; 1677: Nr. 39, III; 
1678: Nr. 33, 51, 54; 1679: Nr. 115; 1680: Nr. 38, 44; 1681: Nr. 34; 
1682: Nr. 95; 1683: Nr. 42; 1685: Nr. 30 ( „Prandtstatt", Geschenk 
des Stadtrates an „Georg Frantz Koltschützky, der Rom. Kay. May. 
Türckhischen Curir"), 43, 104, 125, 126, 127 (die letzten drei „der Juden 
Gemain Häussl und Studier Häussl") ; 1686: Nr. 18, 22, 50; 1687: Nr. 9, 
16, 110, 122; 1688: Nr. 5, 12, 19, 20, 36, 40, 70, 88, 102, 103, 105, 106, 109, 



171 

Das im Anhang mitgeteilte Totenbuch der Wiener Juden 
aus der Zeit 1648 — 1669, den Toten- resp. Beschauprotokollen der 
Stadt Wien entnommen, wird in seiner Bedeutung als Quelle zur 
Geschichte der Wiener Juden im 17. Jahrhundert erst dann voll 
gewürdigt werden, wenn die groß angelegte Gesamtpublikation 
der Grabinschriften des Eossauer Friedhofs, von der bereits eine 
viel versprechende Probe erschien (Wachstein, Wiener he- 
bräische Epitaphien. Sitz.-Ber. d. Akad. d. Wiss. 156, IV. 1907), 
vollständig vorliegen wird. Scheinen auch die knappen Angaben 
der Vornamen auf den ersten Blick nicht viel zu bieten, so wird 
man doch aus diesen, aus den Sterbe- bezw. Beschaudatum und der 
Altersangabe im Zusammenhange mit den Daten der Epitaphien 
so manches für die Lebensgeschichte des einen oder anderen 
wichtige Moment zu rekonstruieren in der Lage sein. 



112, 129, 130; 1689: Nr. 14, 24, 26, 27, 28, 31, 32, 37, 52, 89, 121; 1690: 
Nr. 7, 47, 53, 56, 67, 80; 1691: Nr. 118; 1692: Nr. 11, 78, 101; 1693: Nr. 28, 
29, 48, 60, 83; 1694: Nr. 64, 66, 85, 98; 1695: Nr. 99; 1696: Nr. 13 (Haus 
des Abraham Hecht „zum güldenen Löwen, mit ainem Gärtl und Stokh 
daran, am untern Egg der Tändlmarkhtgassen gegen dem zum schwarzen 
Beern genannten Wirthshaus über"), 131; 1697: Nr. 74, 84, 91, 93; 1698: 
Nr. 46, 79; 1699: Nr. 8, 65; 1701: Nr. 61, 62; 1702: Nr. 41, 45; 1703: 
Nr. 87; 1705: Nr. 113; 1706: Nr. 117; 1708: Nr. 57, 128 („das Spittal 
Hauss genant") . 



VW 

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V 




Vogelperspektiv-Ansicht der Judenstadt. 
(Aus Dolfin Lustra decem.) 



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L 



Grundtbuech 

über den Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in der unteren Wörth gelegen, Anno 1632. 



GB. 519 (Rep. 61, Nr. 25, 1). Fol. 1—116 Gewerbuch; fol. 
1 — 107 Geiveren aus dem Jahre 1632 ; fol. 109 — 116 Geweren 
aus den Jahren 1643 — 60. Fol. 1 — 14 (neue Foliierung) : Satz- 
buch 1638—67. 

Die den einzelnen Gew er eintragen beigefügten Nachträge sind dem 
„Gwbhr- Satz- und Fürmerckhungs Rapulatur bei/ dem Grund- 
buch über den alhiesigen Juden Gezüerck' 1 (GB. 520 [Rep. 61 y 
Nr. 25, 2]) entnommen. 



DDDDDDDDDDDDDDDODDDDDDDDDaDDDDD 



Grundtbuech 

Über den Juden Gezirckh enthalb der Schlagpruckhen in dem 
Untern Wörth auf der Burger Spittal in Wienn Grundt unnd 
Poden welches auf aines edlen hochweissen Raths der Khay: 
Residents Statt Wienn Verordnung, zu Zeiten der wol edl und 
gestrengen Herrn Danieln Mosers, Rom. Khay: May: Rath und 
Burgermai sters der Statt Wienn etc. Dann Georgen Metzners» 
von Metzenhoffen allerhöchstl gedacht Irer Khay : May : Rath etc. : 
und Herrn Vlrichen Kerttenkalch Khay: May: Dienner etc. 
beenden des innern Statt Raths allhier, und hievor ernanter Burger 
Spittal wolverordneter Herrn Superintententen als respective Stat 
mehrberüertes Spittal Grundtobrigkhaiten rc. durch Andreen Hör- 
mann Stichhauner des Äussern Raths, Gemainer Statt Wienn und 
obermeltes Undtern Wörths Grundtbuechs Verwaltern aufgericht 
worden, im 1632. Jahr. 

Zu vernemmen meniglichen wasmassen der Allerdurchleich- 
tigist Grossmechtigist unnd Uniberwindlicheste Römische Khaisser 
zue Hungarn und Böhaimb Khönig, Ertzhertzog zue Österreich 
Ferdinandus der Annder von Gottes genaden unsser Allergene- 
digister Landtsfürst und Herr sich allergenedigist dahin resolvirt, 
das die alhiesige in der Statt Wienn losirte Judenschafft und 
derselben sowollen befreündte als ander Jüdische Gemain, ent- 
halb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth auf der Wienne- 
rischen Burger Spittals Gründt heüsslichen undergebracht, und 
als gehorsambe Undersässen accomodirt werden sollen, hieriber 
dan zu gehorsambister Volziechung allerhöchst gedacht Irer Khay: 
May: allergenedigister Verordnung (crafft dessen daryber auss- 
geferttigten Khay: [Lücke], dessen datum Wienn den 16. De- 
cember des 1630. Jahrs mehrers in sich helt), ain Edler Hoch- 
weisser Statt Rath mehrwolernanter Statt Wienn durch dero 
hierzue depudierte Herrn Commissarien und gedachten Spittals 
Herrn Superintenten gemelter Judenschafft viel unterschiedliche 
Heüsser, Gärtten unnd Platz durch Designation und Beschreibung 
ordenlicher gemerckh in besagten untern Wörth außzaiger, auch- 
wegen der davon schuldige Jurisdictionen, grundtobrigkeitlichen 
Gebürnussen, jährlich Grundtdienst, Steuerherrnforderungen und 



176 

andern dergleichen mitleiden, mit der Judenschafft ain orden- 
lichen Vergleich, so datiert den 15. Juni des 1626. Jahr mit mehrem 
zu vernemmen, aufzurichten, und denenselben gegen Zuruckh- 
gebung Ires Eevers süb dato den 15. Juni nach erschaffung der 
weit in 5387. Jahrs anhendigen zu lassen anbevolchen hat, Als 
ist auch in gemelten Vergleich unter andern fürgesehen und dis- 
ponirt worden, das es mit dem Puncten, so die Gerechtigkeit der 
Gwöhrferttigungen concernirt also gehalten werden sollte, das 
nemblichen weillen das Burger Spittal über obbestimbten Orth 
und Grundt, erste instanz und Grundtobrigkeit ist, ain Jeder 
Judt in diesem aussgezaigten gezürckh und Platz, von seinen 
habenden Judenhauss so an ietzo beraith erpaut, und noch in 
diesem gezürckh über Khurtz oder lang doch mit vorwissen und 
einwilligen ernenten Burger Spittals verordneten Herrn Super- 
intendenten umb guetter nachrichtung willen beschechen soll und 
muess, erpaut werden, ainer wie alle, und alle wie ainer die 
gwöhr daselbst zu empfahen schuldig und verpunden sein, Alss- 
dann in das hieriber Neu aufgerichte Grundtbuech ordenlich ein- 
geschriben werden sollen, davon ihnen zur nachrichtung umb 
gebürunde Tax ain gleichlauttendte mit offternanter Spittal Signet 
besigelte Abschrift dergestalt anzuhendigen versprochen worden, das 
Nemblichen die Judenschaff t umb die ins khünfftig noch erpauete 
Heusser und Gründt in dem eingefangem gezirckh enthalb des 
Wassers zu negst der Judenschafft Gmain Heusser und dato nichts 
aussgezaigt worden seint, auf künfftige abmessung bey der Burger 
Spittal Grundtbuech, wie auch so offt ain Veränderung der Heusser 
durch Erbschafft, verkhauff oder Versetzung derselben beschicht 
die Gwörn von neuem zuenemen und solches der Burger Spittal 
wissen zue machen benebens auch alle gebürende Tax nach lautt 
des Grundtrechtens davon zuentrichten schuldig und obligirt sein 
solten, getreulichen, ohne geverde. 



Special-Gwöhrn. 

l. 

Moiszes Jeremias Gerstl befreiter Hoff Judt, hat 

empfangen Nutz und Gwöhr dreier unterschiedlicher Thail Grundt, 

darauf numehr ain Hausz erpaut worden, enthalb der Schlag- 

pruckhen in dem Untern Wörth ausserhalb des Plauen Iggl und 



177 



helt bestimbter Grundt in die Lenge auszwerths gegen dem Pratter 
zue 104 Daumbelln und die Praitten in der Gassen der Strassen 
nach gegen dem Plauen Iggl über, 102 Daumbelln, mit dem Innern 
thail an Isac Samueln Juden behausung daselbst gelegen, 
davon dient man Jährlichen der Buerger Spittal in Wienn Michae- 
lis 3 Schilling 22 Pfenning zue rechtem Grundtdienst und nicht 
mehr, darumben hievor ins Grundtbuech über den Untern und 
Obern Wörth No. 4, fol. 137 Hanss Hertzog, Zimerman, Burger 
zue Wienn neben Margaretha seiner Ersten, und fol. 190 Eodem 
Libro neben Catharina seiner Änderten Ehewürthin Jedes mal 
auf überleben geschriben gestanden, und seint nach des Hertzogen 
Erster Ehewürthin Margaretha Tödtlichen ableiben die Ersten 
zwen thail Grundt mit Überlebens recht offternanten Hannsen 
Hertzogen Iren gelassenen Ehewürth ainig und allain gevolgt. 
Als nun aber die Rom: Khay: auch zue Hungarn und Behaimb 
Khönigl: May: Ertzhertzog zue Össterreich sich allergenedigist 
resolvirt, das die gesambte Alhiesige Judenschaff t 1 ) ausser der 
Statt in obangezognen Untern Wörth losiert und mit Hauss unter 
gebracht werden sollten, ist demnach auf höchsternannter Ihrer 
Khay: May: ergangene Allergenedigiste Verordnung am dato den 
5. Augusti des langst abgewichenen 1624. Jahrs sowollen durch 
den hoch und wolgebornen Graffen und Herrn, Herrn Graffen 
von Collaldo Ihrer Khay: May: Gehaimben Rath, und Hoff 
Khriegsrath Praesidenten, als auch durch die von ainem Löb- 
lichen Rath der Statt Wienn hiezue deputierte Herrn Commis- 
sarien und Superintendenten offternanter Burger Spittal neben 
andern mehr Christenheussern, so zue Unterbringung der Juden- 
schafft assigniert worden, auch eingangs ermelte behausung, mit 
seiner Zuegehörung aussgezaigt worden, gestalt dann volgundts 
umb die von Hoff auss ergangne Schätzung dessen Werth dem 
Aigenthumber bei dem Spittal durch die Judenschafft erlegt 
worden, Hertzog und sein Ehewürthin guettwillig cediert und 
übergeben haben dem eingangs erneuten Gerstl. Mag also Gerstl 
damit fürbass seinen nutzen schaffen, wie der zwischen dem Spittal 
und der Judenschafft aufgerichte Contract mit mehrem in sich 
helt, doch unvergriffen des Burger Spittals Grundtobrigkeitlichen 
recht und Gerechtigkeiten, als von Alters herkommen ist. [Oewerb. 
fol 3.] 

*) Bei den folgenden Eintragungen „von denen Christen separiert". 
Schwarz, Das Wiener Ghetto. 12 



178 



Hinder des Jeremiae G-erstl behausung da seint 
gethailt fünf Grundtstückh, so jegliches 6 Klaff ter lang und 
6 Claffter brait. Ein Grundtstückh darvon ist geben worden, 
Aaron Munckhen, Eines Salonion Seelig Munck- 
h e ii, solche 2 grundtstückh hat ihnen Davidt Franckhl 
aberkaufft, und bar bezahlt und dise beede G-rundstuckh seint 
also dem Davidt Franckhl und seiner Ehewuerthin E a- 
c h a 1 a aigenthümblich zuestendig worden, laut Jüdischen Grundt- 
buechs folio 87 und 88, alssdan ietzo, nach ihres Mans todt, ihr 
gehörig, also kan sie an Nutz und Gewöhr geschrieben werden. 
Dises attestire Ich. 

bau apm SSn vkbi ^b mb nera apjp pn Vu 

(Wort des kleinen Jakob Moses aus dem Hause Levi, Sohn seines 
Herrn Vaters h[robh] r[obb] Jakob Sgl. Sein Andenken zum 
Leben in der künftigen Welt. Schreiber der h [eiligen] G[emeinde] 

hier zu Wien). 

Moyses Levi Jüdischer Stat Schreiber. 

(Lose Beilage zu GB. 519.) 

3. 

Isac Samuel befreitter Hoff Judt hat empfangen Nutz 
und Gwöhr aines Grundts, darauf ain Hauss erpaut ist, in dem 
Untern Wörth enthalb der Schlagpruckhen, zwischen Jere- 
miasen Gerstl, und Peer Mayer beede Juden Haüser da- 
selbst im Untern Wörth in der Juden gezirckh gelegen, 
und halt bemelter Grün dt in die Praitten auf der Gassen 35 und 
die Leng Inwendig im Hoff auswerths gegen dem Thäber 104 
Daumbellen. [Gewerb. fol. 4b — 5b.] 

Dienstzins: dem Bürgerspital jährl. 40 Pf. 

Vorbesitzer: Georg Landtman, Burger, Schneider in Wienn und 
Maria sein Hausfrau. 

Notiz von späterer Hand: Habet nunc [1650] sein Sohn Samuel 
Issac befreyter Hof Judt. Hester uccor (S. Nr. 4)- 

4. 
Samuel Iszac, befreyter Hoff Judt und Hester sein 
Hauszfraw empfangen Nutz und Gewähr des obigen Hauses 
„zwischen Michaeln Gerstl und Davidt Fränckhls Juden Heusern", 



179 



das ihm sein Vater als „seinem airuy gelassenen Sohn 1 ' hinterlassen 
hat, „vermüge ainer zum Grundtpueeh erlegten Jüdischen At- 
testation 1 '. Wien, 23. Mai 1650. [Gewerb. fol. 113a.] 

5. 

Samuel Issac, befreyter Hoff Judt und H e s t e r, sein 

Hauszfrau haben „yersetzt undt verpfendt ihren beeder 

aigenthumblichen Grundt, sambt dem darauf erpauten Hauss .... 
zwischen Michaels G e r s 1 1 und Davidt Fränckhels 
Juden Heusern gelegen" an den Med. Dr. Johann Zwölfter 
„umb aberkhauffte 4650 Pf. guets gerechts Paumb Öhl iC laut 
Schuldobligation vom 19. Mai dess. Jahrs über 1250 Pf. Pf. Wien, 
23. Mai 1650. [Satzb. fol, 8—9.] 

Einen 2. Satz von 1800 Pf. Pf. 12. Febr. 1653 von demselben. 

Laut Nota vom 14. Nov. 1658 wurde das Darlehen in den stipulierten 
Raten am 16. Juli 1657 völlig getilgt. 

6. 
Samuel Isac oder Goldtsehmidt befreyter Holt' 
Judt versetzt und verpfändet Grund und Haus „zwischen Mi- 
chaeln Gerstls und Davidt Fränckhls Juden heusern", das ihm 
und seiner „abgeleibten Ehewürthin Hester" gehört und auf dem 
eine Satzpost von 1800 Pf. Pf. an Dr. med. Johann Zwölffer lastet 
(wovon 1033 Gulden schon abgezahlt sind) an „Model Russen 
gleichsfahls bef regten Hoff Juden" für 400 Pf. Pf. Wien, 14. Nov. 
1658. [Satzb. fol, 10.] 

7. 
Davidt F r e n c k h 1, befreiter Hoff Judt hat empfangen 
Nutz und Gwöhr aines Grundts darauf nachmal airi heüssl crpaul 
worden, in dem Untern Wörth zwischen Isac Samuel und 
Leeben Pinnkhes beeder Juden heüser und Grundt daselbst 
gelegen, und helt bemelter orth und Hauss in der Praitten auf der 
Gassen 33 und die Leng durch den Hoff auf auswerths gegen dem 
Thäber 156 Daumbellen. [Geiuerb. fol. 6a— 6b.] 

Dienstzins: dem Bürgerspital jährl. 40 Pf. 

Vorbesitzer : Niclas Schlundt. Burger, Trager und Apolonia sein 
ehewürthin. 

8. 

Peer Mayr bef reitter Hoff Judt hat empfangen Nutz 

und Gwöhr aines Grundts, darauf numehr zway Stöckhl und ain 

Stadl erpaut worden, in dem Untern Worth zwischen David 

F r e n c k h 1 und Leben Pinnkhes Heüser daselbsten ge- 

12* 



180 

legen und helt bemelter orth in die Praitten auf der Gassen 34 
und die Leng durch den Hoff auswert s gegen dem Thäber zue 38 
Daumbellen. [Gewerb. 7 a — 8 b.] 

Dienstzins: dem Bürgerspital jährl. 40 Pf. 

Vorbesitzer: Hanss Kleber, Burger und Margaretha sein Khewtirthin. 

9. 
Leeb Pinckhes befreiter Hoff Judt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines sibenden thaü Hauss, so von ainem 
ganntzen Hauss, der Gulden Schwan genant, gethailt worden, und 
ist dises der Erst thaü mit der Untern Seitten an Peer Majfr 
und mit der obern im Gassei an Simon Wolffen beeder 
Juden Heuser in dem Untern Wörth gelegen und helt bemelter 
thaü hauss der Strassen nach an des Peer Mayr Hauss 33 und 
die Leng in dem Klainen Gässel 25 Daumbellen. [Gewerb. fol. 
8 a— 8b.] 

Dienstzins: dem Bürgerspital jährl. 40 Pf. 

Vorbesitzer: Thoma Parth Burger und Gastgeb und Rosina seine 
eheliche Hausfrau. 

10. 

Simon Wolff befreitter Hoff Judt hat empfangen Nutz 
und Gwöhr, aines sibenden thaü Hauss, so von ainem ganntzen 
Hauss, der Gulden Schwan genant, gethailt worden, und ist 
solches der ander Thaü zwischen Leben Pinckhes, Bnnz- 
gen Marburg beeden Juden Heusern in dem Untern Wörth 
gelegen und helt bemelter thaü Hauss der Lenng nach im Klainen 
Gässl 28 und in die Praitten nach zewerch des Leeben 
Pinckhes hauss auch 28 Daumbellen. [Gewerb. fol. 9.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

11. 

Enzgen Marburg befreitter Hoff Judt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines sibenten thaü Hauss, so von ainem 
gantzen Hauss, der gülden Schwan genant, gethailt worden, und 
ist dises der dritte thaü Hauss, zwischen Simon Wolff und 
Simon Falckh beeder Juden Heusern in den Neuen Klainen 
Gässel im Untern Wörth gelegen, und helt bestimbter thaü Hauss 
in die Leng der ernanten Gässels 29 und die Praitten der zwerch 
nach an SimonWolffen Judenhauss 28 Daumbellen. [Gewerb. 
fol. 10.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 



181 



12. 

Simon Falch befreiter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines sibenden thail Hauss, so von ainem gantzen 
Hauss, der Gulden Schwan genant, getheilt worden, und ist solches 
der vierte thail, in dem Untern Wörth mit dem herinern thail an 
Entzgen Marburg Juden Hauss in dem Klain Neuen Gas- 
sei, und helt bemelter thail Hauss der Leng nach des ernanten 
Gässels 29 in die Praitten aber nach zwerch am gemelten Entzgen 
Marburg 28 Daumbellen. [Gewerb. fol. IL] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

Fol. IIb: Nota anheunte dato den 7. Augusti Ao. 1641 ist Davidt 
N a 1 1 a n, alda vor disem Buech erschinen und in Beysein der Juden 
Gemain Schreiber Moses Levi Fränckhl angezaigt, wie Er ob- 
stehendes Simon Falckhen thail Hauss, so von ainem gantzen Hauss, 
der Gulden Schwan genandt, gethailt worden, kheufflich an sich gebracht, 
derowegen den obgedachten Juden Gemain Schreiber, anstatt gemeltes 
Simon Falckhen auf gesandt, so hieher anstatt der Gwöhr ad nottam 
genomben worden. 

Die Ander Seiften des Gässels. 
13. 
Jacob Israel befreit ter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines sibenten Thail Hauss, so von ainem gantzen 
Hauss, der Gulden Schwan genant, gethailt worden und ist dises 
der fünft 3 te thail, unten herauf in dem Neuen Gässel der Judenstatt 
zue zuenegst Isac Abrahamb Schuelrüeffers Juden 
Hauss oben daran in dem Untern Wörth gelegen, und helt be- 
melter Sibente Thail Hauss der leng nach in Jetztgedachten 
Gässel 25 und in die Praitten der Zwerch nach an negstermelten 
Schuelrüeffers Juden Hauss 29 Daumbellen. [Oewerb. fol. 12.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer: wie oben. 

14. 
Isac Abrahamb der Judenschafft Schuel 

R ü e f f e r hat Nutz und Gwöhr empfangen aines sibenden thail 
Hauss, so von ainen gantzen Hauss, der gülden Schwan genant, 
gethailt worden, und ist dises der Sechste Thail, in dem Khlainen 
Neuen Gässel zwischen Jacoben Israel und Schema 
L i n t z e n beeder Judenheüser in dem Untern Wörth gelegen 
und helt der Leng nach in berierten Gässel 28 1 / 2 und in die Prait- 
ten an gedachtes Schema Lintzen Judenhauss 29 Daumbellen. 
[Oewerb. fol. 13.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer : wie oben. 



182 



15. 
S c h e y a L i n t z bef reitter Hoff Judt, hat Nutz und 
Gwöhr empfangen, aines thail Hauss, so von ainem gantzen Hauss, 
der Gulden Schwan genant, in siben thail gethailt worden, und ist 
diser' der leste thail, mit dem untern thail an I s a c Abraham- 
ben Schuelrüeffers Juden Hauss in dem Klainen Neuen 
Gässel in dem Untern Wörth gelegen und mit dem obern thail an 
Aron Leithenickh Judenhauss daselbst gelegen, und helt 
bemelter lester thail Hauss in berierten Gassei der leng nach von 
des Schuelrüeffers Hauss biss an des Leithenickh hauss 55 1 / 2 , 
dann in die Praitten nach Zwerch an ehnerernantes Schuelrüeffers 
Judenhauss 32 und die ander Praitten auf der Gassen der Zwerch- 
strassen nach ^l x / 2 Daumbellen. [Gewerb. fol. 14.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer : wie oben. 

16. 
Aron Leithenickh bef reitter Hoff Judt hat Nutz 
und Gwöhr empfangen zwayer unterschiedlichen Grundt, darauf 
numehr ain Hauss Stadl und Schupffen erpaut worden, mit ainem 
thail zue negst Scheya Lintz Judenhauss in dem Untern 
Wörth gelegen, und helt selbiger orth und Platz im bemelten 
Gässel 34 die Leng aber durch den Hoff dem obern Wörth werths 
zue 106 Daumbellen. [Gewerb. fol. 15] 

Dienstzins: 40 Pf. 

Vorbesitzer : Mörth Pfäffl, Burger, Vassziecker und Susanna sein 
eliewürthin. 

17. 
Enoch Schickh bef reitter Hoff Judt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Grundt, darauf ain Hauss erpaut worden, 
gelegen in dem Untern Wörth, mit dem untern thail in das Klaine 
Neue Gässel an Aron Leithenickh Juden Hauss und mit 
dem obern Eckh oder Rundein der Juden gezirckh negst der 
Zwerchstrassen zu stossent und helt bemelter Orth, Hauss und 
Grundt auf der Gassen in die vorder Praitten 28 und in die Leng 
im Klainen Gässel biss an negsternantes Leithenickh Hauss 106 
Daumbellen. [Gewerb. fol. 16] 

Dienstzins: 32 Pf. 

Vorbesitzer: Weillandt Mörth Vischer. Burger, Thonau Vischer und 
Barbara sein Ehewierthin. 



183 



18. 

Leeb Crackhaw bef reitter Hoff Judt hat empfangen 
Nutz und Gwöhr aines öclten Platz und Grundts, darauf numehr 
drey gemaurthe Stöckhl, und aines von Holtz erpaut worden, in 
dem Untern Wörth enthalb der Schlagpruckhen in der Juden 
gezirckh, zuenegst Enoch Schickhen Juden Hauss, in der 
Gassen gegen dem Pratter über gelegen, und helt bemelter Grundt 
in die Praitten auf der vordem Gassen 56 und in dem Klainen 
Gassei, die Leng 27 Daumbellen. [Gewerb. fol. 17] 

Dienstzins: Summe nicht angegeben. 

Vorbesitzer: nicht angeführt (Bürgerspital). 

19. 
Abrahamb Ainschilt bef reitter Hoff Judt, hat Nutz 
und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts enthalb 
der Schlag Pruckhen in dem untern Wörth in der Juden Gezürckh, 
darauf numehr eway Stöckhl erpaut worden, mit ainem thail an 
Leeben Crackhaur Judenhauss im Gasserl gelegen und 
helt bestimbter Grundt in die Praitten auf der Gassen gegen dem 
Pratter über 24, die Leng aber durch den Hoff 50 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 18.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

20. 

Salamon Leithenhaimb bef reitter Hoff Judt hat 
Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundt ent- 
halb der Schlag Pruckhen in dem Untern Wörth in der Juden 
gezierckh, darauf numehr ain Hauss und Stadl erpaut worden, 
zwischen Abrahamben Ainschilt, und Benedicten 
L e b 1 beeder Judenheüsern in dem Neuen Gässel gelegen und 
helt bemelter Grundt in die Praitten auf der Gassen 22 und in 
die Leng durch den Hoff sambt den Stadl 47% Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 19] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

21. 

Benedict Lebl Hoff Judt, hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen, aines lähm Platz und Grundts in dem Untern Wörth ent- 
halb der Schlag Pruckhen in der Judenschafft aussgezaigten Ge- 
zirckh, darauf numehr ain Hauss erpaut worden, mit ainem thail 
an Salamon Leithenhaimb Judenhauss gelegen, und helt 
bemelter Grundt auf der vordem Gassen in die Praitten 28 und 



184 

die Leng im Klainen Neuen Gässel sambt dem Höffl daran biss 
an bemelten Leithenhaimb Hauss 39 % Daumbellen. [Gewerb, 

fol. 20.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer: wie oben. 

22. 
Saloman Wolff bef reitter Hoff Judt, hat Nutz und 

Gwöhr empfangen aines lahren ungepautten Platz und Grundt in 
dem untern Wörth enthalb der Schlag Pruckben an B e n e d i c- 
ten Leebl neuerpaut Judenhauss daselbsten gelegen und helt 
bemelter Platz in die Praitten 24 und in die Leng 33 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 21.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

23. 

David Fränckhl bef reitter Hoff Judt hat empfangen 
Nutz und Gwöhr umb ainen lähren Platz und Grundt hinter sein 
Fränckhl andern erpauten Hauss in der Juden gezirckh enthalb 
der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth gelegen. (Ausmaß nicht 
angegeben.) [Geiverb. fol. 22] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

Der Grund wurde vom Bürgerspital „zur erpauung aines Judenhauss 
dem Saloman Prodt Juden gegen barer bezallung des Grundts aus- 
gezaigt, der hat bemelten Grundt volgunts anfangs ernanten David 
Fränckhl überlassen". 

24. 

Assarel Lucerna Judt hat empfangen Nutz und 
Gwöhr aines lähren Platz und Grundts in dem untern Wörth ent- 
halb der Schlag Pruckhen zuenegst Daviden Fränckhl 
Juden Platz daselbst gelegen. (Ausmaß nicht angegeben.) [Ge- 
iverb. fol. 23] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer : Bürgerspital. 

25. 
Schellig Judt, des ßabina Veith Juden 

A i d e n hat Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und 
Grundt in dem Untern Wörth enthalb der Schlag Pruckhen, zue 
negst der andern aussgezaigten Platz in der Juden Gezürckh ge- 
legen, und helt bemelter Grundt in die Leng 24 und in die Prait- 
ten auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 24.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 



185 



26. 
Elias Goldt Goldtschniidt oder Wurms be- 
freitter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr empfangen aines lähm 
Platz und Grundts in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
Pruckhen in dem Untern Wörth, darauf numehr ain Hauss er- 
paut worden mit ainem thail zue negst Peern David Po- 
lackhen Aiden Judenhauss gelegen und helt bemelter 
Grundt der Leng nach gegen dem Pratter 24 und der Praitten nach 
auf der Strassen 41 Daumbellen. [Gewerb. fol. 25.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

27. 

N" : Peer, Daviden Polläckhen Ayden hat Nutz 
und Gwöhr empfangen aines öeden Grundt und Platz in der 
Juden gezürckh enthalb der Schlag Pruckhen in dem Untern Wörth, 
zwischen Eliasen Wurms und Hyllel Polläckhen 
new erpauten Juden Häusern daselbst gelegen, und helt bemelter 
Grundt in die Leng nach der Strassen 24 und die Praitten hervorn 
auf der Gassen auch 24 Daumbein. [Gewerh. fol. 26.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

28. 

H y 1 1 e 1 P o 1 ä c k h bef reitter Hol? Judt, hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr 
ain Judenheüssl erpaut worden, in der Judenstatt enthalb der 
Schlag Pruckhen in dem untern Wörth, zwischen David P o- 
1 a c k h e n und Daphia Plan beeder Juden unverpauten 
Plätzen daselbst gelegen und helt bemelter Orth und Platz in die 
Praitten auf der Gassen 24, in die Leng aber der Strassen nach 
auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 27.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

29. 

Daphia Plan Judt, hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines lähren unverpauten Platz in der Juden Gezirckh enthalb 
der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth zwischen H y 1 1 e 1 
Polackhen neu erpauten Judenhauss daselbst, und der Gassen 
zue negst des Untern Thor gegen dem Thaber zue gelegen und 
helt bemelter Grundt in die Praitten auf der Gassen 24 und in 
die leng auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 28.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 



186 

30. 

K : Judt Jacoben Schuelrieffers Ay den, hat 
Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts, dar- 
auf numehr ain Judenheiissl erpaut worden, gelegen in der Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit 
ainem thail zuenegst Eliasen Fleichhackher neu erpaut- 
ten Judenheiissl und helt bemelter Grundt in die Praitten 28 und 
in die Leng 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 29.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

31. 

Elias Fleischhaekher Judt hat Nutz und Gwöhr 

empfangen aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr ain 
Judenheiissl erpaut worden in der Judengezirckh enthalb der 
Schlagpruckhen, zwischen Jacoben Schuelrüeffers 
A i d e n und Sabina Joein Juden Wittib beeder Heuser 
daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt in die Braitten auf 
der Gassen 24 und in die Leng hindurch auch 24 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 30.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Bürgerspital. 

32. 

Sabina, J o e 1 N. Juden Wittib, hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr 
ain Häüssl erpaut worden, zwischen Eliasen Fleischhack- 
her und Israeli! Jeüsckh beeder Juden Häuser in dero Ge- 
zürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth gelegen 
und helt bemelter Grundt in die Praitten auf der Gassen 24 und 
in die Leng hindurch auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 31.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

33. 

Israel Jeüsckh^ befreitter Hoff Jud hat Nutz und Gwöhr 
empfangen, aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr ain 
Heüssl erpaut worden, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem untern Wörth zwischen Sabina Jo e 1 N: 
Judens Wittib, und Vrieln Pröschka beeder neu 
erpautten Judenheüser daselbst gelegen, und helt bestimbter 
Grundt in der Praitten auf der Gassen 24 und in der Leng hin- 
durch des Heussels auch 24 Daumbellen. [Geicerb. fol. 32.] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer : Bürgerspital. 



187 



34. 
VrielPröschkaoderPerlheffter Judt hat Nutz 
und Gwöhr empfangen aines lähren Grundt und Platz, darauf 
numebr ain Hänssl erpaut worden in der Juden Gezürckh enthalb 
der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth zwischen Israel 
J e ii s c k h und LeebEntzgen Ayden, beeder Juden Häuser 
daselbsten gelegen, und helt bemelter Grundt in die Praitten auf 
die gassen 24 und in die Leng durch das Häussl auch 24 Daumbein. 
[Gewerb. fol. 33.] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer : Bürgerspital. 

35. 
N : Jud, Leeb Entzens Ayden hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines lähren unerpautten Platzes und Grundts in der 
Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, zwischen Vriel Pröschka, und Salamon Auer- 
p a c h new erpauten Judenhäusern daselbst gelegen und helt be- 
melter Grundt in die Praitten 24 und in die Leng auch 24 
Daumbellen. [Gewerb. fol. 34.] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer : Bürgerspital. 

36. 

Saloman Auerpach bef reitter Hoff Judt hat Nutz 
und Gwöhr empfangen, aines lähren Platz, darauf numehr ain 
Judenheüssl erpaut worden, in der Judengezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem untern Wörth, zwischen Leeben Entz- 
gens Ayden unerpautten Platz, und Eössl Veithen N: 
Judens Wittib neu erpauten Judenheüssl daselbst gelegen 
und helt bemelter Grundt in der Praitten 24 und in der Leng 
auch 24 Daumbellen. [Getverb. fol. 35.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

37. 

Rössl, Veithen N. Judens Wittib hat Nutz und 
Gwöhr empfangen, aines lähren Platz und Grundts, darauf nu- 
mehr ain Jüdenheissl erpaut worden, in der Judengezürckh ent- 
halb der Schlagpruckhen, in dem Untern Wörth zwischen Salo- 
man Auerpach und N: Mandel der Judenschafft 
Schnei Vor singers beeden new erpauten Judenheüsser 



188 

daselbst gelegen, und helt ermelter Grundt in die Praitten 24 
und in der Leng auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 36.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

38. 

Sara Schelig Salaman Polläckhen Judens 
Ehewüerthin empfängt Nutz u. Gewähr des ihr von ihrer 
Mutter Rössl Veiten N : Judens Wittib verkauften Haus- 
grundes „umb ivillen sij nach Hierusalem verraist", „wie solches 
der Juden Stattschreiber Moises Levi Fränckhl xor dem Grundt- 
buech Mündlichen ausgesagt vnndt bekhent u . Wien, 4. Sept. 1643. 
[Gewerb. fol. 109.] 

Am Schluß : Habet nunc Majfr Schölckhl, oder S a 1 o m o n, 
Hoff Judt, "Rössl uxor, in disem Grundtbuch, fol: 114 (S. Nr. 40). 

39. 

Sara Schellig Salaman Polläckhen Judens 
Ehewüerthin hat versetzt und verpfendt Ihren aigenthumb- 
lichen Grundt .... zwischen Salamon Auerpach, und N: 
Mändl, der Judenschafft Schuel Vorsinge?^, beeder newerpauten 
Judenheuser gelegen dem Bürger und Goldschmied Mathias Reich- 
perger um 500 Pf. Pfennige guetter österreichischer Landtswehrung. 
Wien, 4. Sept. 1643. [Satzb. fol. 4.] 

40. 

Mayr Schölckhl oder Salomon Hoff Judt, 
Rössl sein Ehewüerthin empfangen Nutz und Gewähr des obigen 
Grundes und Hauses, auf das seitens des Goldschmieds Matthias 
Reichberger ein Satz von 500 Gulden lag und dann im Exekutions- 
wege an die Witwe und Kinder des Gläubigers gelangte, von 
denen es Mayr Schölckhl umb ein bestimbte Summa geldts 
kaufte. Wien, 26. Juli 1656. [Gewerb. fol 114.] 

41. 

N: Mändl Jud, der Judenschafft Schuel Vor- 
singer, hat Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und 
Grundts, darauf numehr ain Judenheüssl erpaut worden, in der 
Judenschafft Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem untern 
Wörth zwischen Eössl Veithen N: Judens Wittib neu erpau- 
ten Judenheüssl und Zachariassen Mayr noch unerpauten 
Platzes daselbst gelegen, und helt bestimbter Grundt in die Leng 
24 und in die Praitten auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 37] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 



189 



42. 

Zacharias Mayer Jud, hat Nutz und Gwöhr empfan- 
gen aines lähren unerpauten Grundt und Platzes in der Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, 
zwischen N : Mändl der Judenschafft Schuelvor- 
singers und Esaiasen Scheüchs beeder Juden Häu- 
sern daselbsten gelegen, und helt bemelter Grundt in die Praitten 
24 und in die Leng auch 24 Daumbein. [Gewerb. fol. 38] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

43. 

Esaias Scheuch Jud, hat Nutz und Gwöhr empfangen, 
aines lähren Grundts und Platz, darauf numehr ain Judenheüssl 
erpaut worden, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem untern Wörth mit ainem thail an Zachariasen Mayr 
Judens verpautten Grundts, und dem andern thail zuenegst der 
Gassen gelegen, und helt bemelter Grundt in der Lenge 24 und 
in der Praitten auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 39] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

44. 

Jacoben Munckh Judens Waissen haben Nutz 
und Gewöhr empfangen aines lähren unerpautten Platz und 
Grundts in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in 
dem untern Wörth mit ainem thail am Egkh des Gässl gegen 
Esaiasen Scheuch neu erpautten Judenheüssl über gelegen, 
und helt bemelter Grundt in die Praitten gegen die Statt 28 und 
in die Leng 33 Daumbellen. [Gewerb. fol 40.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

45. 

Moyses Liberman Jud, hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines lähren unerpauten Grundts und Platz in den Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth zu 
negst Jacob Munckhen Judens Waisen aussgezaigten Platzes 
gelegen, und helt bemelter Grundt in die Leng 20 und in die 
Praitten gegen der Thonau 57 Daumbellen, welcher Grundt vol- 
gunts durch die Jüdische Gemain zu ainem Gässel 
worden. [Gewerb. fol. 4L] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer: Btirgerspital. 



190 

46. 
Moysses Benedict Hoff Judt, hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines lähren Platz oder Grundt, darauf numehr ain 
Judenheüssl erpaut worden, in der Juden Gezirckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth mit ainem thail zu negst 
des Gassi und dem andern thail zu Moyses Lintzen Juden- 
heüssl daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt in die Praitten 
36 und in die Leng nach der Strassen 38 Daumbellen. [Gewerb. 
fol. 42.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

47. 

Moysses Lintz Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr ain Juden- 
heüssl erpaut worden, in der Juden Gezirckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail zuenegst M o y- 
ses Benedict Judenhauss daselbst gelegen, und helt bemelter 
Grundt in die Praitten 24 und in die Leng auch 24 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 43.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

48. 

Hierz Auerpach Judt, hat Nutz und Gwöhr empfan- 
gen aines lähren Platz und Grundts, darauf numehr ain Juden- 
heüssl erpaut worden, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail an Moyses 
Lintzen new erpauten Judenhäüssl gelegen, und mit dem 
andern Thail in das khleine gässel stossent, und helt bemelter 
Grundt in die Praitten 24 und in die Leng durchs Häussl auch 
24 Dambellen. [Gewerb. fol. 44.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

49. 

Isac Wendl Jud, hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 
lähren Platz und Grundts in der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem untern Wörth. [Gewerb. fol. 45.] 

NB. Diser des I s a e Wendls Platz sambt noch einem absonder- 
lichen orth an des Auerpaehs Grundt stossent, so ihme zu erpauung 
aines Judenhaüsels ausgezaigt worden ist, und in der Mass der Leng nach 
36, in die braiten aber 20 Daumbein gehalten, ist nicht erpaut, sondern durch 
die Jüdische Gemain zu ainem Gemainweg und Gassen deputirt und ge- 
macht worden, welches nachrichtung halber hir gleichfals assignirt ist. 



191 



50. 

Marx Ascher Judt, hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines lähren Grundt und Platz, darauf numehr ain Judenheüssl 
erpaut worden, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth, mit ainem thail zu negst J o n a s e n 
Abraham ben Schuelrüeffers Ayden neu erpautten 
Judenheüssl daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt in der 
Praitten auf der Strassen 24 und in die Leng durchs Heüssl auch 
24 Daumbellen. [Geiuerb. fol. 46.] 

Dienstzins : 24 Pf. 

Vorbesitzer: Bürgerspital. 

51. 

Jonas N. Jud, Abrahamben Schuelrüeffers 
A y d e n, hat Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und 
Grundts, darauf numehr ain Judenheüssl erpaut worden, in der 
Juden Gezürckh, enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, mit ainem thail zu negst Marxen Ascher neu er- 
pautten Judenheüssl daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt 
in die Praitten auf der Gassen 24 und in die Leng durchs Heüssl 
auch 24 Daumbellen. [Gewerb. fol. 47. ] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

52. 

Lasla Lazarus befreytter Hoff Jud, hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts, so er zu 
erweitterung seines negst daran stossenden neu erpauten Juden 
Hauses gezogen, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth zwischen einen oben daran ligenden 
und des Jonasen N : Abrahamben Schuelrieffers 
Ay den Juden Häussl gelegen, und helt bemelter Grundt in die 
Praitten 24 und in die Leng auch 24 Daumbellen. [Geiverb. fol. 48.J 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer : Bürgerspital. 

53. 
Lasla Lazarus befreytter Hoff Jud hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Hauss, Grundt und Garttens in der Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen, in dem untern Wörth zu 
negst seines andern lähren Grundts daselbsten gelegen und helt 
bemelter Orth, Platz und Grundt in die Praitten an dem untern 



192 

Orth 69 und in die Leng des kleinen Gässel durch das gantze 
Hauss hindurch 161 Daumbein. [Gewerb. fol. 49.] 

Dienstzins: 2 sh. 20 Pf. 

Vorbesitzer: Leonhardt Stainptichler, Burger und Thonau Vischer 
und Eva sein hausfrau. 

54. 

Zacharias Issrael bef reitter Hoff Jud hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Grundts, darauf ain Heüssl erpaut, in 
der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, und helt bemelter Grundt in die Praitten auf der Gassen 
35 1 / 2 , in die Leng inwendig 29 Daumbellen. [Gewerb. fol. 50.] 

DieDstzins: 12 Pf. 

Vorbesitzer: Hanss Soyrer, Burger, Binter und Agata sein ehewürthin. 

55. 
Veit Brott bef reitter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Gärtl und Grundts, darauf ain Heüssl erpaut 
worden, in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in 
dem Untern Wörth zunegst Zachariasen Israel Juden- 
hauss daselbst gelegen und helt bemelter Grundt auf der Gassen 
gegen dem Gulden Pfaben über in die Praitten 40 und die Leng 
dem obern Wörth werts zue 165 und in die hinter Praitten im 
Gärtl gegen dem Taber werths 90 Daumbellen. [Geiverb. fol. 51.] 

Dienstzins: 2 sh. 2 Pf. 

Vorbesitzer: David Friderich, Burger, Gärtner und Annna sein Ehe- 
würthin. 

Anmerkung am Schluß: Zuvernemen hiemit das nach fürgangener 
Abmess : und beschreibung des Juden Gezürckhs obernanter Veith Brot 
befreyter Hoff Judt bey disem Buech erschinen, anzaigent wasmassen er 
seiner Ehewirthin R a c h 1 sowoln wegen des Ihr versprochenen Heyrats- 
vermacht, als auch Ihme zuegebrachten guets gebührliche Versicherung 
zuthuen versprochen, und weillen er dieselbe besser nicht zuversichern 
gewist, demnach hat er sye diser Ihrer habunden Spruchforderungen willen, 
wie die genant werden möchten, auff angeregt sein erpaut Judenhauss mit 
der assecuration dergestalt gewisen, das solch sein Hauss mit allen seinen 
Zugehorungen recht und Gerechtigkeiten Ir der Rachl Brotin seiner 
Ehewirthin frey aigenes guet sein und verbleiben: und mit solchem ietzt 
und khünfftig Iren besten nutzen schaffen, aigenthumblichen possedirn, 
und auff begeben von allen Gerichten dabey wirkhlichen geschützt, und 
handtgehabt werden soll, so nun in diser mainung durch Ihne Veith 
Prot seiner Ehewirthin cedirt bey vorstehender Jüdischen Gewöhr ad 
notam zenemmen gebetten, auch diser fürschreibung halber diss Grundbuech 
ohne nachtl und schaden enhalten, versprochen worden ist ohne gever. Ge- 
schehen in Wien den 19. July Ao. 1634. 



193 



56. 

Eegina Brottin nimmt auf ihr Haus, genannt „zum 

planen Wolffen" zu der Schuld „umb erkhauffte Wahrn an Niclas 

und Georg Zollikofer unnd gebruedern Handls Verwandte alhier" 

von 2197 fl. 30 kr. (laut Schuldbrief vom 24. Dez. 1636) noch eine 

Hypothek von 1500 fl. in Barem auf. Wien, 22. Juni 1638. 

[Satzb. fol. L] 

57. 

Mayr Frenckhl befreyter Hoff Judt hat Nutz und 
Gewöhr empfangen aines sibenden thail Hauss so von ainem 
gantzen Hauss zum Gulden Pfaben genant gethailt worden, und 
ist diser der erste thail, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb 
der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, zu negst M o y s e n 
Schlesinger Judenhauss, so auch von gantzen gethailt worden 
und helt bemelter thail Hauss in die Praitten auf der Gassen 34 
und in die Leng inwendig 26 Daumbellen. [Geiverb. fol. 52.] 

Dienstzins: 12 Pf. 

Vorbesitzer: Adam Maurer, Burger, Gastgeb und Margaretha sein 
eheliche Hausfrau. 

58. 

Moysses Schlesinger Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 

empfangen aines sibenden Thail Hauss gethailt von ainem gantzen 

Hauss zum Gulden Pfaben genant und ist dises der ander Thail, 

mit ainer Seitten zuenegst Mayr Frenckhl Judenhauss, in 

der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 

Wörth gelegen, und helt bemelter Thail, Hauss und Grundt in 

die Leng einwendig im Hoff 20 und aussen in der Praitten 25 

Daumbellen. [Geiverb. fol. 53.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

59. 

N : Mathe ss und N : Gerstl beede Juden haben mit- 
einander Nutz und Gwöhr empfangen aines sibenden Thail Hauss, 
so von einem gantzen Hauss zum Gulden Pfaben genant, gethailt 
worden, und ist dises der drite Thail zu negst Moysen Schle- 
singer Judenhauss daselbsten, in der Juden Gezürckh enthalb 
der Schlagpruckhen, in dem Untern Wörth gelegen, und helt 
bemelter Thail Hauss und Grundt die Leng einwendig im Höffel 
biss fürs Thor 39, die hinter Praitten aber gegen dem obern 
Wörth über 31 Daumbellen. [Geiverb. fol. 54.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. J <-> 



194 

60. 
Israel Zacharias Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines sibenden Thail Hauss, und Grundts, so von 
ainem gantzen Hauss zum Gulden Pfaben genant gethailt worden 
und ist dieses der vierte thail zuenegst N : Mathesen und N : 
G e r s 1 1 s beeder Juden thail Hauss, in der Juden Gezürckh 
enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth gelegen, und 
helt bestimbter thail Hauss und Grundt in der Leng im Hoff 
bis fürs Thor auf der Linckhen handt 40 und die Praitten hindten 
gegen dem Wasser 28 Daumbellen. [Gewerb. fol. 55.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer: wie oben. 

61. 

N: Matthes und N: Gerstl beede Juden haben mit- 
einander Nutz und Gwöhr empfangen aines sibenden thail Hauss 
Grundts, darauf ain Waschkuchl erpaut worden, so von ainem 
gantzen Hauss zum gülden Pfaben genant gethailt worden, und 
ist dises der f ünffte thail, zunegst Israeln Zachariasen 
thail Hauss in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth gelegen, und helt bemelter Grundt in der 
Leng durch den Hoff 25 Daumbellen, und in die Praitten im Hoff 
IG Daumbellen und ain Werckschuech. [Gewerb. fol. 56.] 

Dienstzins: 8 Pf. 
Vorbesitzer: wie oben. 

Am Schlüsse die Notiz : Nunc Salaman Wolff Auerpach 
Maria uxor in hoc lib: fol: 109 (S. Nr. 62). 

62. 
Salamon Wolff Auerpach der Zeit Juden Richter 
und Maria sein Ehewüerthin empfangen Nutz und Gewer des 
ihnen von N: Mathes unnd N : Gerstl „umb ain mit- 
einander verglichene Summa geldts" verkauften siebenten Haus- 
anteils „mit ainem Thail an sein Auerpach andere alda habente 
Behaussung stossent". Wien, 5. Aug. 1643. [Gewerb. fol. 109.] 

63. 
David Auerpach Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines sibenden thail Hauss, so von ainem gantzen 
Hauss zum Gulden Pfaben genant, gethailt worden, und ist dieses 
thail Hauss der sechste thail, in der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, zunegst N : Mathesen 
und N: Gerstl beeder Juden Thail Grundt und Waschkuchl 



195 



daselbst gelegen und helt berierther thail Hauss in die Praitten 
auf der Gassen 48 und in die Leng einwendig im Hoff 32 Daum- 
bellen. [Gewerb. fol. 57.] 

Dienstzins: 12 Pf. 
Vorbesitzer: wie oben. 

64. 

Davidt Auerpach Hoff Judt versetzt und verpfändet 
seinen Hausanteil ( 1 / 7 vom Goldenen Pfau) an Peter Kheller für 
400 Pf. Pf. Wien, 4. Juni 1657. [Satzb. fol. 10.] 

65. 

Saloman Wolf Auerpach befreiter Hoff Judt hat 
Nutz und Gwöhr empfangen aines sibenten thail Hauss, so von 
ainem gantzen Hauss, zum Gulden Pfawn genant, gethailt worden, 
und ist diss der sibendt und letste thail, zunegst David Auer- 
pach thail in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth daselbst gelegen, und helt derselbe letste 
thail in die Praitten auf der Gassen 27 und in die Leng einwendig 
58 Daumbein. [Gewerb. fol. 58] 

Dienstzins: 12 Pf. 

Vorbesitzer : wie Nr. 54. 

66. 

Saloman Mayr Hoff Judt der Jünger hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Grundts, darauf ain Heüssl erpaut in 
der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, und helt die Praitten auf der Gassen gegen der Statt 
Wienn werths 48 und die durch des Heüssl und Hoff auch 48 
Daumbellen. [Geiuerb. fol. 59.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Hanss Fellner, Burger, Thonau Vischer. 

67. 
Simon unnd Jacob Levy Dal Banco gebrue- 
d e r, beede befreijte Hoff Juden empfangen Nutz und Gewer eines 
Grundts, darauf ain Haus erpaut worden. Grund und Haus 
haben die früheren Besitzer, Salamon Mayr Hoff Judt neben 
seiner Ehewürtin P e r 1 a, dem Hofhandelsmann Johann Baptista 
Rossaln „ivegen ainer Ihnen par dargelihenen Summa geldts crafft 
ernanter Jüdischen Conpersohnen von sich gegebener Obligation" 
verpfändet (1633), da Rossal „auf vüfeltiges anmahnen und er- 
suechen der Bezallung nicht habhaft werden mögen 1 ', wurde ihm 
das Haus gerichtlich zugesprochen. „Waillen aber die Bossal- 
lischen Erben berüertes Hauss unnd Grundt als ain Jüdisch Gueth 

13* 



196 



nit bewohnen khünnen", verkaufen sie diese an die Brüder Del 
Banco. Wien, 8. Jan. 1644. [Gewerb. fol. HO.] 

Am Schlüsse : Habet nunc Perl Hierschi Mayr befreyter Hoff 
Judt, unndt Lucia Zierl, sein leibliche Schwester, in disem Buech, 
fol: 115 (S. Nr. 69). 

68. 

Jacob Levi Dal Banco befreyter Hoff Judt ver- 
pfändet sein Hans, das er früher mit seinem Bruder Simon 
zusammen besessen hat, um 2000 Pf. Pf. an Julius Graf Hardegg. 
Wien, 20. Sept. 1652. [Satxb. fol. 9] 

69. 
Perl Hierschi Mayr, befreyter Hoff Judt zu Wienn 
und Lucia Zierl, sein leibliche Schwester empfangen Nutz 
und Gewer des obigen Grundes und Hauses, das nach der zwischen 
den Brüdern Dal Banco vorgenommenen Vermögensaufteilung 
durch Los Jacob Levi Del Banco zufiel. Die hypotheka- 
rische Belastung durch Julius Graf Hardegg wurde im Vergleichs- 
wege gelöscht und Grund und Haus an Perl Hierschi Mayr 
verkauft. Wien, 16. Jan. 1666. [Gewerb. fol. 115.] 

70. 

Joachim Gerstl Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines Grundt, darauf numehr ain Juden Hauss erpaut 
worden ist, in der Judengezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth zuenegst Saloman Mayr des Jüngern 
Judenhauss gelegen, und helt bemelter Grundt in der Praitten 
auf der Gassen 53, die Leng einwendig gegen dem Wasser hinauf 
36 Daumbellen. [Gewerb. fol. 60] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Abraham Kresmperger, Burger in Wienn und Eva sein 
Ehewürthin. 

71. 

Leonora Joachim in Gerstlin Hoff Jüdin und 
ivittib .... versetzt und verpfendt Ihre zway thail Heuser .... 
zu nechst Salamon Mayr des Jüngern Judens Hauss gelegen, 
deren eines sie von ihrem Gatten crafft seines gethanen Jüdischen 
Testaments geerbt hat, das ander aber hat sy Leonora hernach 
in ihrem wittibstandt erpawet, an Susanna von Starhemberg, 
geb. Gräfin von Meggau um 700 Pf. Pfennige gueter Österreichi- 
scher Landtswehrung unnder der Enns. Wien, 20. Mai 1643. 
[Satzb. fol. 4] 



197 



Einen zweiten Satz in derselben Höhe nimmt sie 12. Nov. dess. 
Jahres von Eva Regina von Crailsheimb, geb. Jörgerin Freyin auf. (Satzb. 
fol. 5.) 

Eine dritte Hypothek von 720 Pf. Pf. 16. Aug. 1644 von Regina 
Christine von Puechhaimb „wegen anvertrauter Clainodien". (Satzb. fol. 7.) 

72. 
Marx Perlheffter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Grundt und Garttens, darauf numehr ain Juden- 
hauss erpaut worden, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth zuenegst Joachim 
G e r s 1 1 neu erpautten Judenhauss gelegen, und helt bemelter 
Grundt in der Praitten 71 und in der Leng das Hauss hindurch 
30 Daumbellen. [Gewerb. fol. 61.] 

Dienstzins : 24 Pf. 

Vorbesitzer: Wolff Schwaymayr, Burger, Gärtner und Barbara sein 
Ehewürthin. 

73. 

Samuel Auerpach khays. bef reitter Hoff Judt hat 
Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Grundts in dem Juden- 
gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth und 
helt bemelter Platz und Grundt die Praitten auf der Gassen gegen 
dem oberen Wörth zue 12 und die gantze Leng nach dem Gründt- 
ierischen Gartten 100 Daumbellen. [Gewerb. fol. 62.] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer: Bürgerspital. 

74. 
Simon Munnckh Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines thail Grundt, so von ainem gantzen Hauss und 
Gartten gethailt worden, und ist dises der erste thail, darauf 
numehr ain Judenheüssl erpaut worden, gelegen in dem Jüdischen 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, zu 
negst Saloman Fläsch daran neu erpautten Juden hauss 
daselbst, und helt bemelter Grundt in die Praitten auf der Gassen 
39 und die gantze Leng durch das Hauss und dem Hoff des 
Samuel Auerpachs Grundt noch 100 Daumbellen. [Ge- 
tuerb. fol. 63.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Christoff Gründtier, Burger, Fleischhackher und Marga- 
retha sein Eheliche Hausfrau. 

75. 

Veit Munckh Juden Commissari Richter versetzt und 
verpfändet sein Haus zunegst Salomon Fläsch dan Gerstl Moyse.s 



198 

unnd Aron Moijses Munckhens beder gebrüeder übrigen halben 
Thail Grundt und halben Haass gelegen"' an Chr. Math. Stechawer, 
Gerichts-Advokaten in Wien um 1000 Pf. Pf. Wien, 30. März 1667. 
[Satzb. fol. 11] 

76. 
Saloman Fläsch bef reitter Hoff Jndt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines thail Grundt, so von ainem gantzen Hauss 
und Gartten gethailt worden, und ist diss der änderte thail, ge- 
legen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem 
Untern Wörth, mit ainem thail zue negst Simon Munckhen 
alda neu erpautten Judenhauss, und helt bemelter Grundt, darauf 
numehr ain Judenheüssl erpaut worden, die Praitten auf der 
Gassen 28 und die Leng durch den Hoff 42 Daumbellen. [Ge- 
werb, fol. 65] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

77. 

Hindi, Abrahamen Meerburg Juden Wittib, 
hat Nutz und Gwöhr empfangen aines thail Grundt, so von ainem 
gantzen Hauss und Gartten gethailt worden, und ist diss der dritte 
thail, gelegen in der Juden gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth zwischen Saloman Fläsch und M i- 
chael Schlesinger Waisen beeder Juden Heuser daselbst, 
und helt bemelter Grundt in der Praitten auf der Gassen 50 und 
die Leng durch das Heüssl und Hoff 42 Daumbellen. [Gewerb. 
fol. 66] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

78. 

Abrahamb Polläckh Hoff Judt verpfändet seinen 

Grund zivischen Salomon Fläsch und Michael Schlesinger Waisen 

beeden Judenheuser daselbst um 300 Pf. Pf. an Mathias Ladt- 

schacher. Wien, 21. Jan. 1644. [Satzb. fol. 6] 

79. 
Michael Schlessinger Judens Waissen haben Nutz 
und Gwöhr empfangen, aines thail Grundts, darauf numehr ein 
Judenheüssl erpaut ist, so von ainem gantzen Hauss und Gartten 
gethailt worden, und ist dises der viertte thail, gelegen in der 
Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, mit ainem thail zuenegst Jüdl Schweinburgers 
neu erpauten Judenhauss daselbst, und helt bemelter abgethailte 






199 

Grundt in die Praitten auf der Gassen 24 und in die Leng durch 
Hauss und Hoff 41 Daumbellen. [Gewerb. fol. 67.] 

Dienstzins: wie obeD. 

Vorbesitzer : wie oben. 

80. 
Jüdl Schweinburger Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines thail Grund ts darauf an jetzo ain Judenhauss 
erpaut ist, so von ainem gantzen Gartten und Hauss gethailt 
worden, und ist dieses der fünffte thail, gelegen in der Juden ge- 
zürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit 
ainem thail zuenegst Schema Eliasen Juden Doctors 
neuerpauten Judenhauss daselbst und helt bemelter abgethailte 
Grundt in der Praitten auf der Gassen 24 und in die Leng durch 
das Hauss und Höffl 41 Daumbellen. [Getverb. fol. 68.] 
Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer : wie oben. 

Habet Nunc Hirschl Mayr, befreyter Hoff Judt, Ester uxor, 
hierinnen fol: 113 (S. Nr. 82). 

81. 
A d am Jüdl und Saloman May-r schulden laut 
Schuldbrief dd. 5. Juli 1631 Fraiven Barbara Purgwegerin Haupt- 
manin 10.000 fL, da „der mitverschribene Debitor aber Sah/man 
Mayr in solch abnemben khomben, dass er endlich bonis cedirn 
und von seinen Güettem abstehen missen", vergleicht sich der 
erste Schuldner 1634 bezüglich der Zahlungstermine mit der Gläu- 
bigerin; da 1640 noch ein Eest von 6000 fl. unbezahlt war („mit 
anziehung der jetsigen schweren Zeiten und andern der Juden- 
schaft zugestandenen impedimenten und täglich eraigneten grossen 
Contributionen dannenhero fürgeschitster unvermögenheit") , einigen 
sich die Parteien auf einen neuen Termin unter Nominierung der 
Bürgen Lebl Euss und Markus Perlheffter. 15. Juli 1641. 
[Rapulaturbuch (GB. 520) fol. 4] 

82. 
Hierschi Mayr befreyter Hoff Judt und Ester sein Ehe- 
umerthin empfangen Nutz und Gewer des obigen Hausteils %u 
uegst Scheya Eliasen Juden Doctors Erben, das früher Jüdl 
Schweinburger, nachmals Adam Jüdl genanndt besessen hat. 
„Auf sein des Jüdls absterben ist berüerter Grundt unnd Hauss, 
cermitls dessen noch in Lebzeiten gemachter mündtlichen Dispo- 
sition, seinen dreyen eheleiblichen Khindtern, Nahmens Scheuch 



200 

Jüdl, Ezechiel unnd Isac Samuel miteinandter zugleich erblichen 
an: unndt zuegefahlen; dieweilen aber, er Adam Jüdl, undter- 
schiedliche Schuldten verlassen, wurde der Grund mit Konsens des 
Obersthofmarschallamtes von dem Vormund EnochFalckh an 
den genannten Hirschl Mayr verkauft. Wien, 3. August 1655. 
[Gewerb. fol. 113.] 

83. 

Scheya Elias Juden Doctor, hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines thail Grundts, so von ainem gantz Hauss und 
Gartten gethailt worden ist, darauf numehr ain Hauss erpaut 
worden, und ist dises der sechste thail in der Juden Gezürckh ent- 
halb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail 
zuenegst Isac Abrahamben Schuel Klopfers neu 
erpautten Judenhauss daselbst gelegen, und helt bemelter thail 
Grundt in der Praitten auf der Gassen 24 und in die Leng durch 
das Hauss und Höffl 40 Daumbellen. [Geiverb. fol. 69.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

84. 

Isac Abraham b Jud Schuelkhlopffer hat 
Nutz und Gwöhr empfangen aines thail Grundts von ainem 
gantzen Hauss und Gartten gethailt, und ist dises der sibende 
thail, auf welchem Grundt numehr ain Judenheüssl erpaut wor- 
den, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth, mit ainem thail zuenegst N. Hierschi, 
Saloman Munckhens Ayden neuerpauten Judenheüssl. 
(Ausmaß fehlt.) [Gewerb. fol. 70.] 

Dienstzins : wie oben. 
Vorbesitzer: wie oben. 

85. 
Hierschi N: Judt, Saloman Munckhens 
Ayden hat Nutz und Gwöhr empfangen aines thail Grundts, so 
von ainem gantzen Hauss und Gartten gethailt, und ist dises der 
acht und leste thail bestimbter Gartten, darauf numehr ain Ju- 
denheüssl erpaut worden, mit ainem thail zuenegst Scheya 
Eliasen Juden Doctors Af den newerpauten Juden- 
heüssl, in der Jüdengezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem 
Untern Wörth gelegen. (Ausmaß fehlt.) [Geiverb. fol. 71.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer : wie oben. 



201 



Israel Liberman Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines thail Grundts, gethailt von ainem gantzen Gart- 
ten und Grundt, darauf an jetzo ain Judenheüssl erpaut worden, 
und ist solches der erste thail, gelegen in der Juden Gezürckh 
enthalb der Schlagpruekhen in dem Untern Wörth, mit ainem 
thail zuenegst Samuel Auerpach neuerpauten Judenhauss 
daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt in die Praitten vorn 
auf der gassen 24 und die Leng 41 Daumbellen. [Gewerb. fol. 71.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Obrist Leitenambt Hoff er. 

87. 
Samuel Auerpach Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen umb zwaien thail abgemessne Grundt, von ainem 
gantzen Gartten und Grundt abgethailt, darauf numehr zuesamen 
ain gantzes Judenhauss erpaut worden, gelegen in der Juden Ge- 
zürckh enthalb der Schlagpruekhen in dem Untern Wörth, mit 
ainem thail zue negst Israeln Liberman new erpauten 
Judenhauss daselbst gelegen, und ist diser der ander und dritte 
thail Grundt, deren jedweder auf der Gassen in die Praitten 24 
und in die Leng durchauss 41 Daumbein halten thuet. [Gewerb. 
fol. 73.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

88. 

Jonas Abbt Jud hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 
thail Grundts zu erpauung aines Judenhäüssl, gethailt von ainem 
gantzen Gartten und Grundt und ist dises der vierte thail, gelegen 
in der Judengezürckh enthalb der Schlagpruekhen in dem Untern 
Wörth gegen Samueln Auerpach new erpauten Judenhauss 
über, und helt bemelter Platz und Grundt vornher in der Praitten 
44 und in der Leng gegen dem Schwarzen Beern 54 Daumbein. 
[Getverb. fol. 74.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

89. 

Simon Falckh Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines thail Grundts, so von ainem gantzen Gartten und 
Grundt gethailt worden, und ist dises der fünffte thail, gelegen 
in der Judengezürckh enthalb der Schlagpruekhen in dem Untern 
Wörth, mit ainem thail zunegst Jon äsen Abbt Juden uner- 



202 



pauten Grundt daselbst gelegen, und helt bestimbter Grundt, 
darauf nnmehr ain Judenhauss erpaut worden, in der Praitten 
vorn auf der gassen 19 und in die Leng durchauss 44 Daumbein. 
[Gewerb. fol. 75 J 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer: wie oben. 

90. 

N : Khybo Judt Schuelrieffer, hat Nutz und 
Gwöhr empfangen, aines Grundt, gethailt von ainem gantzen 
Gartten und Grundt und ist dises der sechste thail, gelegen in 
der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth zwischen Falckhen Simon, Mayr Munckhen 
beeder neu erpautten Judenheüsern daselbsten, und helt bemelter 
thail Grundt, darauf numehr auch ein Judenhauss erpaut worden, 
in der Praitten vorn auf der Gassen 19 und in die Leng durch das 
Hauss und Hoff 44 Daumbellen. [Gewerb. fol. 76] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

91. 

Mayr Munckh Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines thail erpauten Heüssl und Höffl dabei in Herrn 
Obristen Leitenant Hoffers Garten, so von dessen gantzen Hauss, 
Hoff und Gartten gethailt worden, gelegen in der Juden Gezürckh 
enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, und helt be- 
melter thail Heüssl und Hoff in der Praitten auf der Gassen 56 
und in die Leng 44 Daumbellen. [Geiuerb. fol. 77.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

92. 

Am 7. November 1640 erscheinen Lew Khalstatt, hauss- 
gesessener Judt in der Judenstatt und Eva Munckhm Wittib 
vor dem Grundbuch und geben an: Demnach Mayr Munckh 
Hoff Judt mit Todt abgangen, and nichts als schulden, sein Hauss 
und Höffel in der Judengezürckh in dem untern Wörth hinter- 
lassen, da seine Witwe wegen ihrer Morgengabe Anspruch an den 
Nachlaß stellt und ihr dieser durch der Juden Richter, Rabin und 
Juristen statt fahr geldt ordenlich eingeantivortt tvorden, welche 
nachmalss mehrbesagtes Hauss und Höffl mit erstgemelter Richter 
Rabin und Juristen vorivissen und Einivilligung dem Lew 
Munckh und seiner Haussfrawen Magdalena um 1 600 Gulden 
käuflich überlassen hat. [Rajndaturbach (GB. 520) fol. 3] 



203 



93. 
Höschl Elias Juden Doctor, hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines thail erpautten Heüssl und Höffl dabey, in Herrn 
Obristen Leittenambt Hoffers Gartten, so von dessen gantzen 
Hauss, Hoff und Gartten gethailt worden, gelegen in der Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth und 
helt bemelter thail Grundt in die Praitten auf der Gassen 28 und 
die Leng durch das Heüssl und dem Hoff 44 Daumbellen. [Ge- 
iverb. fol, 78 J 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

94. 

Joseph Plan Hoff Jud hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines Thail Grundts, und Thail Heüssl in Herrn Obristen Leite- 
nambt Hoffers Gartten, gethailt von dessen gantzen Hauss, Gart- 
ten und Grundt, gelegen in der Judengezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth und helt derselbe thail Heüssl 
und Grundt in die Praitten auf der Gassen 74 und in die Leng 
durchauss 44 Daumbellen. [Geiuerb. fol. 79] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

95. 

Israel Wolff bef reitter Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Häussl und Gartten und Grundt in Herrn 
Obristen Leitenambt Hoffers Gartten gethailt von dessen gantzen 
Hauss und Grundt daselbst, und ist dises der leste thail, gelegen in 
der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth und helt diser letzte thail in die Praitten auf der gassen 
biss an das Eckh her für 104 und in die Leng gegen den Wasser 
der Thonau 51 Daumbellen. [Geiverb. fol. 80] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

96. 

Am 27. Juni 1639 erscheinen Lambl Riss und Leiv Khal- 
statt beede haussgesessene Juden in der Judenstatt alhie und geben 
an, „Israel W o 1 f f e n Judens Hauss, sowol seines Sohnes 
Wolffen Israel neben Heusei" ist laut Schätzung u. Exe- 
kution wegen schuldiger 1800 Gulden ddo. 20. Okt. 1639 dem 
Bevollmächtigten der Kaiserin- Witwe eingeantwortet und von diesem 
laut hoffmarschallamtl. Befehl ddo. 5. Dez. 1636 dem Abrahamben 
Risen kheufflichen hinumgelassen tvorden nach dessen 



204 

abieben aber seiner hinderlassenen Wittib Vögellin Eisen zu deren 
ab : und hindan förttigung durch der Juden Rabin und Juristen 
völlig zuegesprochen vnd wie bei Ihnen gebreiehig auch einge- 
schoben worden. Von diesen zwei Theilen hat die Witwe R ü s s 
„den stainen Stockh sambt dem Gartten dem Veit Maijr Juden 
...... das ander Thail alss das vordere hülzene Eckhheüsel, 

worinnen Wolff Israels Sohn gewohnt hat, dem Saloman 
Ascherl Juden Fleisch hackher verkauft; der dritte 
Theil ist Ihr der Abrahamb Risischen Wittib verbliben. [Rapu- 
laturbuch (GB. 520) fol. L] 

97. 

Abrahamb Eiiss bef reitter Hoff Jud hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Hauss und G-artten sambt all ander der- 
selben ain- und Zuegehörung, gelegen in der Juden Gezürckh ent- 
halb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit dem vordem 
thail an die Strassen gegen der Thonau zue stossent, und helt 
bemelter Grundt in seiner Circumferenz, nemblichen in die Prait- 
ten gegen dem Wasser 66, die Leng durch den Hoff des Innern 
Stockhs 304, und die ander Leng nach dem äussern Stockh 82 
Daumbellen. [Geiuerb. fol. 81] 

Dienstzins: 32 Pf. 

Vorbesitzer: Andre Pfeiffer, Rom. Khays. May. Rath, des Innern 
Statt Ratlis zue Wienn, und Ober Statt Camerer. 

Notiz am Schluß : NB. An heunt zu Endt gesezten dato ist A b r a- 
hamb Riss alda erschinen, und angezaigt, wie er obstehentes Pfeiffe- 
risches Hauss seinem Brueder Lemble Risen verkhaufft und überlassen, 
derowegen aufgesandt, so hieher an statt der Gwöhr ad notam genomben 
worden ist. Actum den 11. October Ao. 1635. 

98. 

Abrahamb Eüss hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 
Grundts, darauf vorhero beraith ain Hauss erpaut worden, so 
er zue erweitterung seines negst daran stossenden Hauss gezogen, 
daselbst in der Juden Gezürckh in dem Untern Wörth enthalb der 
Schlagpruckhen gelegen, dessen Grundts abmessung zu seinen 
hievor ernanten Hauss khommen, und in ain Mass beede numehr 
aber gantzes Hauss khomen. [Geiverb. fol. 82.] 

Dienstzins: 36 Pf. 

Vorbesitzer : Michael Stöberl, Thonau Vischer, Burger zue Wienn und 
Jacobina sein Ehewürthin. 

Nota : An heut zu Endt gesezten Dato ist Abraham Rüss vor 
diesem Buech erschinen, angezeigt wie er vorstehende seine Behausung dem 



205 

Monosch Perlheffter, seinem Weib und Iren Erben kheufflichen 
überlassen, demnachen alda aufgesandt, und Ihme dieselbig völlig cediert, 
welches hie an statt der Gwöhr ad notam genomen worden ist. Actum den 
11. October 1635. 

99. 

Abrahamen Austerlitz Judens Erben, haben 
Nutz und Gwöhr empfangen aines Hauss nnd dessen Zuegehörung 
in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Un- 
tern Wörth, mit ainem thail zuenegst Abrahamb Küssens 

Judenhauss daselbst gelegen und helt bemelter Hauss- 

grundt in die Praitten auf der Gassen 35, die Leng aber durch 
das Hauss und dem Hoff 93 Daumbellen. [Geiverb. fol. 82] 

Dienstzins: 40 Pf. 

Vorbesitzer : Georg Khersinger, Burger und Vischkheüffl. 

Am Schluß : Habet nunc Davidt Austerlitz, so sich auch 
Brodt nennet, Hoff Judt, Schöne uxor, hierinnen fol : 112 (S. Nr. 100) . 

100. 

Davidt Austerlitz Hoff -Judt, und Schöne, Jeremiassen 
Gerstl gelassne leibliche Tochter empfangen Nutz und Gewer des 
obigen Hauses, das „Collmann und Hierschi Austerlitz, ihrem 
Bruedem obbesagten Davidt Austerlitzen umb ain benante Summa 

geldts völlig cediert und übergeben, hernach aber hats 

mehrbesagter Davidt Austerlitz eingangernenter seiner Eheivüerthin 
Schönne (: Wie solches der Judenschafft bestelter Vice Statt- 
schreiber Jacob Auerbach, beym Grundbuech aussgesagt :) derge- 
staldt, im 1636. Jahr für Ihr Morgengab völlig verheurath, das 
dise Behausung und Grundt, in ihrer beeder Lebzeiten, ein 
gleiches Guett, hernach aber, auf des Austerlitzens begebenden 
Todtfahl, seiner Eheivürthin der Schöne, allein sein unndt ver- 
bleiben solle." Wien, 17. Juli 164-6. [Geiverb. fol. 112.] 

101. 

Davidt Austerlitz Hoff Judt und Schöne, Jere- 
miassen Gerstl gelassene Leibliche Tochter haben versetzt 
und verpf endt ihr Haus „mit ainem thail zu negst Abrahamb 
Eisens, Judens Hauss" um 400 Pf. Pf. an „weylendt des Ver- 
storbenen Mafr Niderlender, Judens, gelassenen Pupillen". 
Wien, 17. Juli 1646. [Satzb. fol. 7.] 

102. 

Davidt Brodt Hoff Judt, so sich auch Austerlitz nennet 
und Schöne, Jeremiassen Gerstl gelassene leibliche 
Tochter versetzen und verpfänden die Überteuerung ihres Hauses 



206 

„mit ainem thail zu negst Abrahamb Eisens Juden 
Hauss daselbst gelegen, sovil über die 400 Pf. Pf. denen Maijr 
Niderlendischen Pupillen vorhero darauf beschriben seindt und 
bleiben, an Susanna Veronica Schmidtawerin von obern Wallsee 
um 700 Pf. Pf." Wien, 11. Ang. 1656. [Geiverb. fol. 9.] 

103. 

Mierl Franc khlin Hoff Jüdin hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Heüssl und Grundts, darauf zway Stöckhl er- 
paut worden, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail zuenegst Abra- 
hamen Aussterlitz Juden Erben hauss daselbst und helt 
bemelter Grundt in die Praitten auf der gassen 10 1 / 2 , in die Leng 
aber gegen der Strassen 95 Daumbellen. [Satzb. fol. 83] 

Dienstzins: 36 Pf. 

Vorbesitzer: Hanss Glatz, Burger, Fassziecher und Magdalena sein 
Ehewürthin. 

104. 

Samuel Moravia Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines thail Grundt und Garttens, darauf numehr ain Ju- 
denheüssl erpaut worden, gethailt von ainem Gartten und Grundt, 
so hie vor zu weillant Melassen Neükhumb Stifft in St: Steffans 
Thumbkirchen alhier gehörig gewest, und ist dieses der erste 
thail, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen 
in dem Untern Wörth, mit ainem Thail zuenegst Aron Munck- 
h e n s Juden Erben unerpautten Grundt daselbst, und helt ob- 
bestimbter berait erpautter Grundt in die Neue-Gassen hinein der 
Leng nach auf der Gassen 41 und in der Untern Praitten 45 Daum- 
bellen. [Gewerb. fol. 84.] 

Dienstzins: 24 Pf. 

Vorbesitzer: Neukomm'sche Stiftung an der Stefanskirche. 

105. 

Aron Munckh Judens Erben, haben Nutz und Gwöhr 
empfangen zwayer unterschiedlichen Grundt und Platz gethailt 
von ainem gantzen Gartten und Grundt, so hievor zue weillundt 
Niclasen Neukhomb Stifft in St: Stephans Thumbkirchen alhier 
gehörig gewest und ist dises der dritte thail, gelegen in der Juden 
Gezürckh in dem Untern Wörth zuenegst Moyses Simon 
Juden unerpautten ausgezaigten Grundt daselbst gelegen, und 
helt jedweder derselben thail in die Praiten SS 1 / 2 und in die Leng 
44 Daumbellen. [Geiverb. fol. 85.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 



207 



106. 

Moysses Simon Jud von Priesters G-schlecht 
hat Nutz und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts, 
gethailt von ainem gantzen Gartten und Grundt, so hievor zue 
weillandt Niclas Neukhomb Stifft in St: Stephans Thumbkirchen 
alliier zue Wienn gehörig gewest, und ist dises der vierte thail 
gelegen in der Judenzürckh (!) enthalb der Schlagpruckhen in 
dem Untern Wörth mit ainem thail zuenegst M o y s e n Schrei- 
ber Juden neuerpautten Judenheissl daselbst, und helt bemelter 
Platz und thail Grundt in die [Leng] 3S 1 / 2 und in die Praitten 
44 Daumbellen. [Getverb. fol. 86] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

107. 

Moysses Fränckhl der gesambten Juden- 

schafft Schreiber, hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 

Grundts und lähren Platzes, darauf numehr ain Judenheüssl er- 

paut worden, gethailt von ainem gantzen Gartten und Grundt, 

so hievor zue weillandt Niclas Neukhomb Stifft in St: Stephans 

Thumbkirchen alliier zue Wienn gehörig gewest, und ist dises 

der fünffte thail, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der 

Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail zuenegst 

Simon Polackhen neu erpautten Judenhauss daselbst, und 

helt derselbe Thail Grundt in die Leng auf der Gassen 21 und in 

der Praitten einwendig 44 Daumbellen. [Getverb. fol. 87.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

108. 

Simon Polläckh Judt hat Nutz und Gwöhr empfan- 
gen, aines Thail Grundt, oder lähren Platz, darauf numehr ain 
Judenheüssl erpaut worden, gethailt von ainem gantzen Gartten 
und Grundt, so hievor zue weillant Niclas Neukhomb Stifft in St: 
Stephans Thumbkirchen alhier gehörig gewest, und ist dises der 
sechste Thail gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem Thail zuenegst der 
Judenschafft Schreibers neu erpautten Judenheüssel 
gelegen und helt bemelter Thail Grundt in die Leng auf der 
Gassen 24 und in der Praitten durch den Hoff 44 Daumbellen. 
[Getverb. fol. 88.] 

Dienstzins: wie oben. 
Vorbesitzer : wie oben. 



208 

109. 

Jacob Schlesinger Jud hat Nutz und Gwöhr emp- 
fangen aines thail Grundts und unerpauten Platz, welcher von 
ainem gantzen Gartten und Grundt, so hievor weillant Mclas 
Neukhomb Stifft in St: Johannes (sie!) Thnmbkirchen alhier ge- 
hörig gewest, gethailt worden, und ist dises der sibende thail, 
gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in 
dem untern Wörth, mit ainem thail zuenegst Simon Poläck- 
h e n neu erpauten Judenhäüssl daselbst, und helt bemelter thail 
Grundt in der Leng auf der Gassen 56 und in die Praitten der 
Strassen nach 44 Daumbein. [Gewerb. fol. 89] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

110. 

Wolff Israel Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr empfan- 
gen aines Thail Grundt und lähren Platzes, welcher von ainem 
gantzen Gartten und Grundt, so hievor zu weillanndt Mclasen 
Neukhomb Stifft in St: Stephans Thumbkirchen alhier gehörig 
gewest, gethailt worden, und ist dises der achte thail, gelegen in 
der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, zwischen Jacoben Schlesinger Juden unerpauten 
Grundt und Leeben Kalchstatt neu erpautten Judenhäüssl 
daselbst, helt auch bemelter thail Grundt in der Praitten auf der 
Gassen 49 und der Leng nach gegen der Gassen 36 Daumbein. 
[Geiverb. fol. 90] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

111. 

Leeb Kalchstatt Judt und V e g e 1 1 a sein Haussfrau 
haben miteinander Nutz und Gwöhr empfangen aines thail Grundt 
und lähren Platz, darauf numehr ain Judenheüssl erpaut worden, 
gethailt von ainem gantzen Gartten und Grundt, so hievor zue 
weillandt Mclasen Neukhomb Stifft in St: Stephans Thumbkir- 
chen alhier gehörig gewest, und ist dises der neunte und letste 
thail in bemelten Stifft Garten, gelegen in dem Jüdischen Ge- 
zürckh enthalb der Schlagpruckhen, in dem Untern Wörth, mit 
ainem thail zuenegst Wolffen Israel Juden unerpautten 
Grundt daselbst, welcher Haussgrundt in der vordem Praitten 
auf der Gassen 56 und die unter 40 Daumbellen. [Getverb.fol.91.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

Am Schluß : Habet nunc J a c o b Fränckhl, Hoff Judt, hierinnen 
fol: 113 (S. Nr. 112). 



209 



112. 
Jacob Fränckhl Hoff Judt in Wienn empfängt auf 

aines Edlen Hochtveisen Statt liaths Verordnung Nutz 

und Gewer obigen Hauses, das die früheren Besitzer vermüg 
ainer untern dato 24 Novembris dis Jahrs zum Orundbuech er- 
legten Bekhandtnus ihrem eheleiblichen Sohn Samueln Khallstatt 
übergeben, dieser aber dem oben genannten Fränkel umb ain 
mit ainander verglichene Summa geldts verkauft hat. Wien, 
24. Nov. 1652. [Gewerb. fol. 113.] 

113. 

Leeb Lutzern Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr empfan- 
gen aines halben Hauss und Gartten, so von ainem gantzen Hauss 
und Gartten, zum Plauen Iggl genant, gethailt worden, gelegen 
in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, zuenegst Aron Lutzern Juden Doctorn Behau- 
sung, davon obberierther thail gethailt worden, daselbst, und helt 
bemelter erster thail Hauss, Gartten und Grundt in die erste 
Praitten auf der Strass 63, die Leng auch auf der Landstrass 248, 
die ander Leng gegen den Yischer Eybel 152 und die aine Praitten 
auf der Gassen 39 Daumbellen. [Getverb. fol. 92.] 

Dienstzins: 1 sh. 24 Pf. 

Vorbesitzer: Adam Schweigl, Burger und Gastgeb neben Margaretha 
seiner Ehelichen Hausfrauen resp. ihr Erbe Caspar Ambacher. 

Am Schluß: Habet nunc, aus obbertierten halben Gartten, ainen 
thail, Perl Goldschmidt, Hoff Judt, Bayrl uxor, hierinnen fol : 114. 

114. 
Perl Goldtschmidt Hoff Judt zu Wienn und Bayrl 
sein Ehewüerthin empfangen Nutz und Gewer obigen Haus- und 
Grundanteils „undtenher gegen des Khauffma7in Lebens Hauss 
über, undt vornher, am Egg, gegen Moysses Levi Jüdischen Statt- 
schreibers Erben Gartten gelegen^. Haus und Grund wurde nach 
dem Tode des Vorbesitzers „vermag ainer durch Isacen von Ham- 
burg damalig angesetzten Jüdischen Stattschreibern, dan Mayr, 
Schuelrüeffer, unndt gerichtsgeschtvornen undterm 19. März d. J. 

geferttigten Attestation dessen Ayden, Asriel Lucern 

freyledig zugesprochen; welcher über das hiervon oberwenten 
Thail Grundt, Hierschln von Nicolspurg, als gedachter Leeb 
Lucerns Enickhel: Ingleichen, derselbe verrer, Samueln: oder 
Goldtschmidten Schmuell, seiner Mutter Lea, unndt anfanng- 
gemelten Perl Goldtschmidt beedes mahls " verkauft 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 14 



210 

hat. Nach dem Tode Leahs gelangte Samuel in den Besitz des 
mütterlichen Anteils, den er dann auch an Perl Goldschmidt 
verkaufte. Wien, 27. Okt. 1659. [Gewerb. fol. 114.] 

115. 
Perl Goldtschmidt Hoff Judt und B a y r 1 sein Ehe- 
tvüerthin versetzen und verpfänden ihren Grund zum blauen Igel 
„gegen des Khauffmann Lebens Hauss über, vorher aber, am Egg, 
gegen des Moijses Levj Jüdischen Stattschreibers Erben" Garten 
gelegen, an den nieder-österr. Landschaftssekretär Johann Widerauf 
von Sonnenberg um 1500 Pf. Pf. Wien, 27. Okt. 1659. [Satzb. 

fol. IL] 

116. 
Moyses Khierschner Judt und P 1 u e m e n dessen 
Ehewüerthin versetzen u. verpfänden zwei Teile ihres Grundes zum 
blauen Igel zwischen Perl Goldtschmidts Grund und Hauss dan 
Lipman Lucerns öeden Platz an den Karmeliterinnen-Konvent 
bei St. Joseph um 1000 Pf. Pf. Wien, 4. Mai 1667. [Satzb. 

fol. 13.] 

117. 

Aron Lucern Juden Doctor hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines halben Hauss und Hoffmarch, so von ainem 
gantzen Hauss, Gartten und Grundt gethailt worden, und ist dises 
der ander thail, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail zuenegst 
Leeb Lucern en andern halben thail, davon dises gethailt 
worden und helt bestimbter thail Hauss und Hoffmarch in die 
unter Praitten 38, die Leng auf der Gassen der Landstrass nach 89 
und die ober Praitten auch gegen der Strassen 62 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 93.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

118. 

ScheuchWendl, Judt, und J e d e 1 1 e sein Eheivüerthin 
empfangen Nutz und Gewer obigen Grundes, so von des Aron 
Lucern halben thail Hauss, und Hoffmarch, gethailt worden, im 
gässl gegen Victrin Lazaro, unnd Khauffmann Lewen über. 
Einen Teil des Grundes schenkte der frühere Besitzer Aron 
Luzern seinem Sohne Moysses unndt von Ihme widerumben 
verrer crafft ainer behaubten Exemtion . ... an Ihr Gn. Frau 
von Crailshaimb, gebohrnen Jörgerin, Freyin auf Craissbach 



211 

khommen, die dann den Grundt sambt dem darauf erpauten 
Heussl mit Kaufbrief und Auf sandung vom 2. Dez. 1644 an die 
oben Genannten verkauft hat. Wien, 19. Juli 1645. [Getverb. 
fol. UL] 

119. 

Leeb Prodt Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines Grundts, darauf vormalen schon ain Heüssl erpaut worden, 
und eines Gärttl hinten daran, gelegen in der Juden Gezürckh 
enthalb der Schlagpruckhen, in dem Untern Wörth und helt be- 
melter Grundt in der Leng gegen die Gassen 86 1 /.,, die unter 
Praitten gegen denen Herrn Carmelitten 26 3 / 4 Daumbellen. [Ge- 
werb, fol. 94.] 

Dienstzins: 40 Pf. 

Vorbesitzer: Caspar Hoffer, Garttner und Maria, sein Ehewürthin. 

120. 
Victrin Lazarus, Hoff Judt und E g d 1 sein Ehe- 
würthin empfangen Nutz und Gewer des obigen Hauses, das 
auf sein Prodtens ableiben .... seinem gelassenen Sohn Col- 
man Prodten allain erblichen gevolgt, der es aber nachmals zu 
abförttigung seines Vatters sei. hinterlassenden ivittib, Jüdtlin 
den Genannten umb ain benanndte Summa geldt verkauft hat. 
Wien, 6. Juli 1644. [Getverb. fol. 110.] 

121. 

Abraham Perlheffter Hoff Judt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines erpautten Hauss, Gartten und Grundts, 
in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in den Untern 
Wörth, zuenegst Leeb Prott Judenhauss mit ainem thail ge- 
legen, und helt bemelter Grundt jetziger Zeit in die Praitten auf 
der Judengassen 40 1 /.,, die Leng durch das Hauss, Hoff und 
Gartten llS 1 ^, die unter Praitten gegen der Statt Wienn 42 
Daumbellen. [Gewerb. fol. 95.] 

Dienstzins: 28 Pf. 

Vorbesitzer: Georg Ansorg, Burger, Garttner und Barbara, sein 
Ehewürthin. 

122. 

David Latzarus bef reitter Hoff Judt hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines Hauss und Gartten hinten daran in der 
Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, mit ainem thail zuenegst Abraham Perlheffter 

14* 



212 



Judenhauss daselbst gelegen, und helt bemelter Grundt in die 
Praitten auf der Gassen 34 1 / 2 , die Leng durch das Hauss, Hoff 
und Gärttl lOO 1 /,,, und die ander Praitten am untern orth 40 
Daumbellen. [Geiverb. fol. 96.] 

Dienstzins : 28 Pf. 

Vorbesitzer : Philipp Kirchperger, Burger, Garttner, und Anna, sein 
Ehewürthin. 

Nota: obstehendes Hauss, und Gartten ist zerthailt, und hat ainen 
thail Elisabeth Mayrin, Jüdin, allein, hernach, fol. 111. Ingleiehen 
den andern halben thail, Jacob G e r s 1 1, Hoff Judt, und D w o r 1 uxor. 
Fol. 112. 

123. 

Elissabeth Mayrin, Jüdin empfängt Nutz und Gewer 
des obigen halben Hausanteils und Gartens mit ainem thail neben 
des Jacob Gerstl, Juden anndern hievon abgethailten halben thail 
gelegen, der nach Ableben des Vorbesitzers David Lazarus 
seinem gelassenen Sohn Salomon allein erblich gevolget; nach 
dessen auch tödtlichen abgang durch die Jüdische Gemain, Veiten 
Mayr anstatt seines Bruedern Eliasen Mayr, umb ain gewisse 

Summa verkhaufft wordten; umb willen er Mayr aber 

nachmahlen in Pollen verraist, hat er genanntes Haus seiner 
Mutter Elisabeth Mayrin verlmuft. Wien, 4. Mai 1646. [Ge- 
iverb. fol. 111.] 

Habet nunc Pessel, Veiten M a y r s, Judens, hinterlassene 
Wittib allein, hernach fol: 112. 

124. 
Jacob Gerstl Hoff Judt und D w o r 1 sein Eheiuüerthin 
empfangen Nutz und Gewer obigen Hausanteils und Gartens, 
„mit ainem thail neben der Elisabeth Mayrin, Jüdin, anndern- 
halben thail gelegen". Nach dem Tode des Yorbesitzers David 
Lazarus „ist erstberüertes gantze Hauss, und Gartten seinem 
seinem gelassenen Sohn Salomon allein erblichen gefolgt, nach 
dessen auch tödtlichen abganng durch die Jüdische Gemain, 

Veiten Mayr anstatt seines Bruedern Eliasen Mayr 

verkhaufft ivorden; umb willen er Mayr aber nahmahlen in 

Pollen verraist, hat er anfanngs angezogenen halben thail 

obbesagten Gerstl und seiner Ehewüerthin kheufflichen 

hinumb gelassen, und durch Moysem Levi Fränckhl Jüdischen 
Stattschreibern völlig übergeben. Wien, 4. Mai 1646. [Geiverb. 
fol. 112.] 



213 



125. 
Pesszel Veiten Mayrs Judens /Unterlassene Wittib 
empfängt Nutz und Gewer des obigen Hausanteils und Gartens, 
den früher Elisabeth M a y r besessen, umb willen Sy aber 
nachmahlen in Pollen verraist, hat Sie solches halbe Hauss durch 
ihren Sohn Zacfiariasen Mayr, derzeit Juden Richter, oben- 

ernennter Pessel umb ain .... Summa gelts kheuff- 

lichen hinumbgelassen. Wien, 20. Jan. 1647. [Gewerb, fol. 112.] 

Habet nunc Joseph I s a c, von Khrembssier, befreyter Hoff Judt, 
Belle uxor, vermög der gleich hernach folgenden Gwöhr. 

126. 
Josse p h Isac von Khrembssier, befreyter Hoff 
Judt, und Belle Jüdlin sein Ehewüerthin empfangen Nutz 
und Gewer des genannten Hausanteils, den die Vorbesitzerin 
„nachmallen mit besagtem Joseph Isacen umb ain Juden Gewölb 
in der Statt, so er von seinem Vatter Adam Jiidl ererbt, gegen 
gleichen Tausch, ohne Aufgab vertauscht unndt neben Moysen 
Levi, Jüdischen Stattschreibern vor Grundtbuech völlig übergeben 
hatt". Wien, 15. Mai 1647. [Gewerb. fol. 113.] 

127. 
Abraham Fläsch Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Hauss und Grundts in der Judengezürckh ent- 
halb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth mit ainem thail 
zue negst David Lazarusen Judenhauss und Grundt daselbst 
gelegen, und helt bemelter Grundt jetziger Zeit in der Praitten 
auf der Gassen 36 ] / 2 , in die Leng durch das Heüssl, Hoff und 
Gärttl 111 und in die unter Praitten in Garttl 33 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 97] 

Dienstzins: 28 Pf. 

Vorbesitzer: Michael Vischer, Thonau Vischer und Barbara sein 
Ehewürthin. 

128. 

N: N: ain gesambte Judenschafft alhier zu 
Wienn hat Nutz und Gwöhr empfangen aines Grundts, darauf 
ain Stadl erpaut, durch die Judenschafft aber numehr zur S c h u e 1 
deputirt worden, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth, mit ainem thail Ihr der 
Jüdischen Gemain andern Heüssl, so abgebrochen und zum Schuel 
Hoff gemacht worden, und helt bemelter Grundt, dar auf be- 
stimbte Judenschuel stehent ist, in die Praitten auf der Gassen 36, 



214 



die hinter Praitten 36V 2 und die gantze Leng aussen her 84 
Daumbellen. [Geiverb. fol. 98.] 

Dienstzins: 28 Pf. 

Vorbesitzer: Helena, Witwe des äussern Raths und gewesten Handels- 
man Georgen Federl. 

129. 

Mehr hat ain gesambte Jüdische Gemain, Nutz 
und Gwöhr empfangen aines thail Grundts, so von ainem Hanss 
nnd gantzen Grundt gethailt und an jetzo zum Schuelhoff 
gezogen worden, gelegen in der Juden Gezürckh enthalb der Schlag- 
pruckhen in dem Untern Wörth zunegst Ihrer Schuel, und helt 
bemelter Grundt in die Praitten 16y 2 , und in die Leng 20 1 / 2 
Daumbellen. [Gewerb. fol. 99.] 

Dienstzins: 8 Pf. 

Vorbesitzer: wie oben. 

130. 

Jacob Polläckh Judt hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines thail Grundts, darauf numehr ain Judenheüssl erpaut 
worden, gethailt von ainem gantzen Hauss und Grundt, gelegen 
in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
wörth zue negst der Judensehaff t Schuelhoff, davon diser 
Grundt gethailt worden, und helt bemelter Grundt in die Praitten 
auf der Gassen 32 und in dem Heüssl einwendig 21 1 / 2 Daumbellen. 
[Gewerb. fol. 100.] 

Dienstzins: 8 Pf. 

Vorbesitzer: Frau Helena Gründtlerin Wittib (?) Federl. 

131. 

Isac Rüss Judt, hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 
Heüssl und Grundts, gelegen in dem Untern Wörth enthalb der 
Schlagpruckhen in der Juden Gezürckh und helt bemelter Grundt 
jetziger Zeit in der Praitten auf der Gassen 36, die Leng gegen 
der Landstrass 32 1 / 2 , und die ander Leng durch das Höffl und 
Hauss 39y 2 Daumbellen. [Geiverb. fol. 100.] 

Dienstzins: 32 Pf. 

Vorbesitzer: Leonhardt Zindtler, Burger, Thonau Vischer und Bar- 
bara, sein Ehewürthin. 

132. 

Hierschi Frenckhl Hoff Judt, hat Nutz und Gwöhr 
empfangen aines Grundts, darauf ain Heussl erpaut ist, gelegen 
in der Juden Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern 
Wörth, und helt bemelter Grundt in der vordem Praitten auf 



215 



der Gassen 22 Daumbellen, 1 Schuech, in der untern Praitten 25 
Daumbellen und in die gantze Leng 6 7*^ Daumbellen. [Gewerb. 
fol. 101.] 

Dienstzins: 36 Pf. 

Vorbesitzer: Gabriel Finckh, Thonau Vischer und Anna, sein Ehe- 
würthin. 

133. 

Jacob Köpl Hoff Judt hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines thail Grundt, darauf ain Heüssl ist, so von des Hiersch 
Frenckhl Juden gantzen Grundt gethailt worden, gelegen in 
dem Jüdischen Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem 
Untern Wörth, mit ainem thail zue negst ernantes Frenckhl Hauss 
und Grundt gelegen, und helt bemelter Grundt auf der Gassen 
in der vordem Praitten 12 Daumbellen, 2 Werkschuech, die unter 
Praitten aber 15 und die Leng durchauss 67 J / 2 Daumbellen. [Ge- 
werb, fol. 102.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

134. 

David Polläckh Judt, hat Nutz und Gwöhr empfangen 
aines Grundts, darauf ain Heüssl erpaut ist, gelegen in der Juden 
Gezürckh enthalb der Schlagpruckhen in dem Untern Wörth und 
helt bemelter Grund in der Praitten auf der Gassen 35, in die 
Leng aber abwerts an der untern Gassen 90 Daumbellen. [Ge- 
tverb. fol 103.] 

Dienstzins: 28 Pf. 

Vorbesitzer: Mathias Caesari, Burger und Vischkheüffler. 

135. 

N : N : ain gantze Jüdische Gern ain hat Nutz und 
Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts in dem Jüdi- 
schen aussgezaigten Gezürckh, der Juden Gezürckh enthalb der 
Schlagpruckhen, gelegen enthalb des Wasser, da vorhero ain Au 
gewest, dahin ermelte Judenschafft ain Gemainhaus erpauen 
lassen, und helt bemelter aussgezaigte Grundt in der Praitten 
gegen dem Wasser und obern Wörth zue 20 1 / 2 , der Leng nach 
aufwerts gegen dem Wasser oder Thäber 52 1 / 2 , die ander Leng 
gegen der Stadt Wienn werths auch 52 1 / 2 und die vordere Praitten 
der Juden Gezürckh zue gleichfalls 20 1 / 2 Daumbellen. [Geiverb. 
fol. 104.] 

Dienstzins: 24 Pf. 
Vorbesitzer : Bürgerspital. 



216 



136. 

N : N : aingesambte Jüdische G-emain, hat Nutz 
und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts in dem 
Jüdischen aussgezaigten Gezürckh, der Juden Gezürckh über der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth gelegen, enthalb des 
Wassers, da vorhero ain Au gewest, auf welchen Platz und Grundt 
durch die Judenschafft numehr ainer Gemain RossStall erpaut 
worden und helt bemelter Grundt in der Leng gegen der Stadt 
Wienn 24 1 / 2 , in die Praitten gegen der Juden Gezürckh 13, in 
die ander Leng aufwerts gegen dem Wasser auch 24 1 / 2 und in 
die unter Praitten gegen dem Obern Wörth zue gleichfals 13 
Daumbellen. [Geiverb. fol. 105.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 

137. 

N : N : ain gesambte Jüdische Gemain hat Nutz 
und Gwöhr empfangen aines lähren Platz und Grundts in dem 
Jüdischen aussgezaigten Gezürckh, der Juden Gezürckh über der 
Schlagpruckhen in dem Untern Wörth gelegen, enthalb des 
Wassers, da vorhero ain Au gewest, dahin numehr obernante 
Judenschafft ain Gemain Spittal erpauen lassen, und helt 
bemelter Orth und Platz in die Leng gegen der Stadt Wienn 27, 
in die Praitten gegen der Juden Gezürckh über 17, in die ander 
Leng aufwerts gegen dem Wasser auch 27 und die hinter Praitten 
gegen dem obern Wörth insimili 27 Daumbellen. [Gewerb. fol. 10 6.] 

Dienstzins: wie oben. 

Vorbesitzer : wie oben. 

138. 

N : Ascherl Judt hat Nutz und Gwöhr empfangen aines 
lähren Platz und Grundts, darauf numehr ain Judenhauss und 
Rosstallung erpaut worden, gelegen enthalb des Wassers in der 
Juden Gezürckh in dem Untern Wörth und helt bestimbter Grundt 
in die Praitten gegen dem Obern Wörth über 48, in die Leng der 
Statt Wienn zue werts o6 1 / 2 , in die unter Praitten gegen der 
Juden Gezürckh über auch 48 und in die ander Leng gleiche r- 
gestalt 56y 2 Daumbellen. [Gewerb. fol. 107.] 

Dienstzins: wio oben. 

Vorbesitzer: wie oben. 



DaDDDDGOaaaDDDDDDDaODDDGGDDDDDD 



II. 



Urkundliche Beiträge 



zur 



Geschichte der Judenhäuser im unteren Werd. 



□DDooaaaDaoaaaDaaaaaaaaaaaaaaaa 



1. Index zum Gewerblich C ca. 1660. 



Index 
Über der Jüdischen Gemain Grundbuch im Untern Wörth. 

Index der Gassen, wie solche gelegen. 

Folio Folio 

Obergassen. 

Eechte Handt 73 

Linckhe Handt 8S 



Haubtgassen. 

Auf der Hechten Handt . 
Zur Linckhen Handt . . 



1 

17 



Täborgassen. 

Rechte Handt 98 

Linckhe Handt 109 

Neugässl. 

Eechte Handt 126 

Linckhe Handt 129 

Platz. 
Linckhe Handt, aufwehrts 132 

Haubtgassen 

so von dem untern Thor bey der Carmeliten Closter biss zum 

obern Thor gegen dem Tabor aufwehrts gehet. 

Auf der Eechten Handt. 

Umb ain Hauss. 
Simon Munckh. 



Undergassen. 

Eechte Handt 36 

Linckhe Handt 52 

Mitter gassen. 

Eechte Handt 61 

Linckhe Handt 67 






Umb ain Hauss. 
Salamon Schacht. 

Umb ain Hauss. 

Samuel Israel. 

Umb ain Hauss und Gartten. 

Lämbl Eüss. 

Umb ain Hauss und Platz. 

Juda Polläckh. 

Umb ain Hauss. 

Aron Fränckhel. 

Umb ain Hauss und Gartten. 

Copel Fränckhel. 



Umb ain Hauss. 

Die Jüdische Gemain. 

Umb ain Höffel. 

Die Jüdische Gemain. 

Umb ain Hauss. 

Wolff Khopel und Leb Franckh- 
fuhrter. 

Umb ain Hoff zum Eingang der 
Sinagog, auch Duckh und 
Baadt. 

Die Jüdische Gemain. 

Umb ain Hauss. 
Joel Herlinger. 

Umb ain Hauss. 
Enoch Benisch. 



220 



Umb ain Hauss. 
Leeb Polläckh. 



Umb ain Hauss und Hoff. 
Marcus Wenzel. 



Auf der Linckhen Handt der Haubtgassen. 



Von ainem Hauss. 
Saloman Misslitz. 

Umb ain Hauss. 

Joachimb Schnattich. 

Umb ain Hauss. 

Abrahamb Franckhl und Jacob 

Mautter. 
Umb ain Hauss. 
Joseph Honig. 
Umb ain Hauss. 
Samuel Müldenburg. 
Umb ain Hauss. 
Hersch Goldtschmidt. 
Umb ain Laden und Kheller. 
Leeb Sunigers Erben. 
Umb ain Hauss. 
Anschl Franckhl Erben. 
Umb ain Hauss. 
Hirschl Simon, Cantor. 



Umb ain Hauss. 
Jacob Lebus. 
Umb ain Hauss. 
Hirschl Mayr. 
Umb ain Hauss. 
Saloman Wolff. 
Umb ain Hauss. 
Lazarus Saloman. 
Umb ain Hauss und Einfahrt. 
Samson Mayr vnd Marx Schle- 
singer. 
Umb ain Hauss und Einfahrt. 
Simon Polläckh. 
Umb ain Hauss. 
Berman Fränckhel Erben. 
Umb ain Hauss und Gartten. 
Lipman Prediger. 
Umb ain Hauss. 



Moyses Neustädl. 

Undergassen. 
Von den Judenspittal herabwerts gegen den Schwarzen Peru. 

Rechte Handt. 

Umb ain Oeden Grün dt darauf zway Gemain Heüssl erpautli 

Die Jüdisch Gemain. 



Umb ain Hauss und Hoff. 

Jacob Tröstl. 

Umb ain Hauss. 

Jacob Tröstl. 

Umb ain Hauss. 

Josephen Munckhs Wittib Bella. 

Umb ain Hauss. 

Samuel Fläsch. 



Umb ain Hauss. 
Davidt Nathan. 

Umb ain Hauss. 

Jondel Schneider. 

Umb ain Hauss. 

Michael Gerstl. 

Umb ain Hauss. 

Perl Ma^r und Moysses Leeb. 



221 



TJmb ain Hauss. 
Wolff Fleckhelkhramer 
TJmb ain Hauss. 
Salomon Wolff. 
TJmb ain Hauss. 
Hierschi Munckh. 



TJmb ain Hauss. 

Saloman und Semel gebrueder. 

TJmb ain Hauss. 
Mayr Schneiders Erben. 
Umb ain Hauss. 
Jacob Jüdl. 



Linckhe Handt der Vnder passen. 



TJmb ain Hauss. 

Samuel Israel. 

TJmb ain Hauss. 

Mora Blans Wittib und Aron 

Blau. 
TJmb ain Hauss. 

Model Pusckh und Jacob Plan. 
TJmb ain Oedem Grundt. 
Moyses Neustädl. 
TJmb ain Hauss. 
Saloman Zigans Khünder. 



TJmb ain Hauss. 

Lebl Pierschenckhs Wittib Idel. 

TJmb ain Hauss. 
Jeremias Mayr. 

TJmb ain Hauss. 
Joachimb und Israel Pusckh ge- 
brueder. 

TJmb ain Hauss und Gartten. 
Abrahamb Höeht. 



Mittergassen. 
Von der Juden unaufgebnen Platz herab auf die Closter gassen. 

Kechte Handt. 

TJmb ain Hauss und Gartten. 



TJmb ain Hauss. 

Mooses Franckhel. 

TJmb ain Hauss. 

Copel Euss und Saloman Ain- 

schilt Weib Saräch. 
TJmb ain Hauss. 
Isac Wallerstain. 



Moyses Leui. 

TJmb ain Hauss. 

Lämbl Simon und Hierschi Isac 

Erben. 
TJmb ain Hauss. 
Jacob Schlessinger. 



Linckhe Handt der Mittergassen. 

TJmb ain Hauss. TJmb ain oeden Platz 

Ennoch Fränckhl. Höffel. 

Jacob Sallam. 

TJmb ain Hauss. 

Mooses Kirschner. 
TJmb ain Hauss. TJmb ain oeden Platz. 

Berl Goldtschmidt. Lidman Lucerna. 



und 



TJmb ain oeden Platz. 
Copel Franckhel. 



222 



Obergasse 11. 

Von der Juden noch unaufgebnen Platz herabwerths, gegen Frank 

Pändl, Fleischhackhers Hauss über. 

Kechte Handt. 



Umb ain Hauss. 

Marx Schlessinger. 

Umb die Sinagog und ain Höffel. 

Die Jüdische Gemain. 

Umb ain Hauss, Hoff und 

Gartten. 
Lazarus Cassiss. 1 ) 

Umb ain Hauss. 
Gerstl Borta (?). 

Umb ain Hauss. 
Joseph Jüdl. 

Umb ain Hauss. 
Mayr Perlheffter. 

Umb ain Hauss und Hoff. 
Söckhl Fränckhel. 

Linckhe H 

Umb ain Hauss. 
Moyses Wienner Erben. 

Umb ain Hinter Heüssl, Stadl 

und Gartten. 
Copel Fränckhel. 

Umb ain Hauss. 
'Zachariä Israel Erben. 

Umb ain Hauss. 
Aron Austerlitz Erben. 



Umb ain Hauss. 
Scheuch Jüdl. 



Umb ain Hauss. 
Avigtor Gerstl. 

Umb ain Haus, im Gässl. 
Copel Fränckhel. 

Umb ain Hauss. 
Scheuch Wendl. 

Umb ain oeden Platz. 
Mooses und Leeb Lederern ge- 
brüeder. 

Umb ain Hauss und Platz. 
Modi Euss. 

Umb ain Hauss. 
Hirschel Lucerner und Lebl 
Lucerner. 

ndt der Obergassen. 

Umb ain Hauss, Hoff, Gartten, 

Päd und Duckh. 
Zachariä Mayrs Erben. 

Umb ain Hauss und Gartten. 
Dauid Fränckhels Erben. 

Umb ain Hauss. 

Samuel Goldtschmidt der Elter. 

Umb ain Hauss. 

Michael Gerstl und Pessl, Joseph 

Khalmanns Weib und Dir 

Sohn Aron. 

Umb ain Hauss. 



Hierschi Brodt. 

Taborgassen. 

Von dem Obern Eckh der Judenstatt, herab gegen den Neu- 

erpauten Creüz. 

x ) Im Schutzungsprotokoll 1671 : Lazarus K h ä s e s, in der Be- 
schreibung 16G0 : Lazarus Käsesser. 



223 



Rechte 

Umb ain Hauss. 
Marcus Auerbach. 

Umb ain Hauss. 

Mayr Auspitz. 

Umb ain Hauss und Hoff. 

Mojrses Benedict. 

Umb ain Hauss und Hoff im 

Gässel. 
Ära Munckh Schaidtrichter. 
Umb ain Hauss. 
Moyses Linz. 
Umb ain Hauss. 
Joseph Mayerl Äscherl Wittib. 



H a n d t. 

Umb ain Hauss. 
Mayr Ascherl. 

Umb ain Hauss. 

Leeb Jonass. 

Umb ain Hauss. 
Isac Stain. 

Umb ain Hauss. 
Moyses Leibhaimb und Marcus 
Israel. 

Umb ain Hauss. 
Abrahamb und Samuel Peii- 
heffter. 



Linckhe Handt der Tabor Gassen. 



Umb ain Hauss. 
Copel Fränckhel. 

Umb ain Hauss. 
Abrahamb Wolff und sein Brue- 
ders Copls Wittib und Erben. 

Umb ain Hauss. 
Ennoch Falckh. 

Umb ain Hauss. 

Hindele Schulsingers Wittib. 

Umb ain Hauss. 
Mayr Selckhel Erben. 

Umb ain Hauss. 

Lazarus und Marcus Mämels 
Erben. 

Umb ain Hauss. 
Saloman Linz Erben. 

Umb ain Hauss. 
Ma^r Wenzel. 



Umb ain Hauss. 
Lazaruss Jonas und Rosa Abra- 
hamb Hardtfeldters Dochter. 
Umb ain Hauss und Höffel. 
Isac Jonas Wittib und Erben. 
Umb ain Hauss. 
Lebel Mayr. 
Umb ain Hauss. 
Samuel Khallstatt. 
Umb ain Hauss. 
Benedict Salomon. 
Umb ain Hauss. 
Hierschi Molazkhy. 

Umb ain Hauss. 
Raohel Goldtschmidtin Erben. 
Umb ain Hauss. 

Modi Molazkhy und Dauidt 
Austerlitz. 

Umb ain oeden Platz. 
Saloman Fränckhel. 



224 

Neugässl. 
Von der Obern in die Täborgassen gehent. 
Rechte Handt. 
Umb die Nene Sinagog, und Umb ain Hauss. 
Höffl. Danidt Nathan. 

Zachariä Mayrs Erben. Umb ain Hauss und Eingang. 

Zachariass Mayr. 

Linckhe Handt des Neügässel. 
Umb ain Hanss. 

Abrahamb Munckh. TJmb ain Hauss 

Umb ain Hanss. Igac Wombfl Witüb und Erben 

Jonas und Saloman Isac gebrue- 
der. 

Auf den Platz an der Linckhen Handt aufwehr ts. 

Umb das Juden Spittal. 

Die Jüdische Gemain. UmD ain Hauss - 

Umb ain Hauss. Leeb HescheL 

Leeb Cracau Erben. Umb ain oeden Platz. 

Umb ain Hauss. Abrahamb Höcht. 

Jacob Hirschls Wittib und Erben 

GB. 582 (Rep. 100, 17). 

2. Beschreibung der Juden Gezürckh Ao. 1651. 

Angefangen beim Juden Thor zur rechten Handt. 

1. Simon Munckh zway Heuser. ?. Isac Abrahamb (nunc Salo- 

2. Salomon Flaschen Erben iezo mon Wolff). 

die Wittib. 8. Hirschl Munckh. 

3. Abraham Pollackh. 9. Lebl Pisk. 

4. Gerstl Schlessinger. 10. Lamprecht (so!, darüber: 

5. Adam Jüdl. Gumprecht) Samuel. 

6. Elias Scheichen Erben. 11. Samuel Auerpach. 

Die andere Seiten: 

12. Moyses Fröschl, nunc Abra- 17. Samuel Israel 2 thail. 

ham Höchten Erben. 18. Salomon Fleischhackher. 

13. Joachimb Munckh. 19. Lembl Rüss. 

14. Leb Munckh. 20. Harnisch Perlherfter. 

15. Abraham Ziggan. 21. Dawidt Prodt oder Auster- 
16.Mora Plan. litz. 



225 

Die andere Gassen rechter Handt: 

22. Moyses Fränckhl. 25. Moyses Fränckhl Stattschrei- 
Aron Fränckhl. her. 

23. Marx Fränckhl Gemain In- 26 Sim0n p Ha c kh. 

24. Isa^ Valckhstain. * 7 " J ° naS Schlessin § er ' 

Linckher Handt: 

28. Perl Goldtschmidt. 32. Copl Pollackh. 

29. Samuel Kholstatt. 00 ^ . a , . , , 
oa n i T7 •• 1 1.1 33 - Lawidt Ascherl. 

30. Copl Fränckhl. 

31. Hirschl Fränckhl. 34 - Der Juden Sinagog. 

Die 3. Gassen rechte Handt: 

35. Jodl Herlinger. 40. Khauffman Leb. 

36. Joseph Welscher. 41# Scheich Wendl. 

37. Gerstl Khalstatt und Joseph ^. Oeder Grundt. 

sein Ayden. 

38. Mayr Pruckh. 43 - Aron Lucern 2 Heuser > dass 



39. Victor Gerstl. 



andere Issrael Prandeiss. 



Linckher Seiten: 

44. Jeremiass Gerstl. 49. Adam Jüdl (darüber Davidt 

45. Isac Goldt Schmidt iez der Jüdl). 

Sohn Samuel. 50. Aron Austerlitz. 

46. Davidt Fränckhl. 51. Ennoch Penisch 3 Heuser 

47. Zacharias Majrer. (darunter: die Erben). 

48. Issrael Pinckhes. 52. Leb Pollackh. 

4 te Gassen rechter Handt: 

53. Natan Moyses. ' __ .. 

VA c , T „, , 55. Perm an Fränckhl. 

54. Salamon Leybaumb. 

Linckhe seiten: 

56. Marx Benedict. 63. Mayr Wendl. 

57. Eliass Goldschmidt. 64> Marx Goldschmidt. 

58 - S irSCM ^ edict ' 65. Sara Munckhin. 

59. Moyses Pallier. • . 

60. Moyses Neustättl Egghauss. 66 ' Leb Schulsmger. 

61. Elias Lembl. 67. Ennoch Falckh. 

62. Isac Janusch 2 H. 68. Simon Wolff. 

Die andere seiten am Egg: 

69. Marx Auerpach. 71. Moyses Linz. 

70. Moyses Benedict. 72. Mayr Ascher. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 15 



226 

73. Jonas Isac. 82. Eleonora, hievor Joachim 

74. Ennoch Penisch Eckhhaus. Gerstl, iezo Jacob Levi 

75. Isac Mayer. dal Bankho. 

76. Veit Prodtin. Der Gemain neischpanckh.**) 
78.*) Mayr Fränckhl Egghans. 83. Marx Perlheffter. 

79. Davidt Auerpach. 84. Joseph Honig. 

80. Salomon Wolff. 85. Joachim Schnatach. 

81. Simon Leb. 86. Salomon Misslitz Egghauss. 

Über der Pruckhen: 

87. Salamon Fiasch Egghanss. 89. Trestl Rosstauscher. 

88. Joseph Lembl (darunter : 90. Judenspittal, 

Joachimb Pollack h). 91. Hirschl Pollackh. 

(Archiv d. Stadt. Wien. 36/1656.) 

Die Grenzbeschreibung der Judenstadt enthält das im 
Faszikel 36/1656 enthaltene Aktenstück vom 26. Oktober 1656. 
Die Peripherie der Judenstadt markierten 9 Grenzsteine: 1. „auf 
der Closterstrassen an der Herrn Carmeliten Closter Maur und 
gegen den Schwarzen Pern über biss zum Marchstain No. 2 gegen 
St. Francisco und des Gwöhr Inhaber Hauss über"; Ausmaß: 
67 Klafter, 2 Schuh. — 2. Von Stein Nr. 2 bis zum Stein Nr. 3 
„am Eckh auf die Paumb gegen den Täbor", 29 Kl. 4 Seh. — 

3. Vom Stein Nr. 3 bis zum Stein Nr. 4 „gegen der Thonau auf 
den obern Wörth und den neuerbauten Creuz", 59 Kl. 4 Seh. — 

4. Vom Stein Nr. 4 bis zum Stein Nr. 5 „gegen den Würthshauss 
Grienpaumb zue", 45 Kl. 1 / 2 Seh. — 5. Vom Stein Nr. 5 bis zum 
Stein Nr. 6 „am Eckh auswehrts gegen dem Tabor", 102 Kl. 
5V 2 Seh. — 6. Vom Stein Nr. 6 bis zum Stein Nr. 7 „gegen der 
Gassen über, zwischen des Ölers Summerer und der Juden neulich 
von Wilhelm Schmid erkaufften Grund aufwerths gegen der 
Donau", 64 KL 4 Seh. — 7. Vom Stein Nr. 7 bis zum Stein Nr. 8 
„gegen dess Hanns Häkhner Hauss über", 132 Kl. 1 Seh. — 

8. Vom Stein Nr. 8 bis zum Stein Nr. 9 „bey der Juden herinern 
Stadtthor gegen Georg Prüxners Hauss über", 97 Kl. 4 Seh. — 

9. Vom Stein Nr. 9 bis zum Stein Nr. 1 „umb dass Rundell an der 
Herrn Carmeliter Closter hinumb", 99 Kl. 4 Seh. 

*) 77 übersprungen. 
**) Ohne Numerierung. 



227 



3. Beschreibung und Schätzung der Judenstadt. 

Den 23 Juny Ao. 1660 die Beschreib- und Schätzung der Juden 
Heuser über der Schlag jprug gen, in Beysein der von ainem lobl. 
Stattrath verordtneten Herrn Commissarien, alss Herrn Georg 
Grötschl, Herrn Sebastian Feichtner und Herrn Georg Poppen 
Gem. Statt Grundtschr eiber alle drey dess Äussern Raths, sambt 
denen Richter und Geschtvornen im, Undern Worth, wie auch 
die Steurdiener in dem Stuben Viertel und die Verordtneten 
Werkh-, Beschau- und Schatzmeister forgenomben worden. 

Zur rechten Handt, wan man von Prixnerischen 
Hauss hinein gehet. 

1. VeithundGerstlMunkh beede Gebrieder und Handls- 
leith. An ihren Statt Thor an 2 mit Holtz verschlagene Lä- 
den, daran 9 gewölbte Gewölber, dorvon 6 Thüren der Ge- 
wölber in Hoff gehen, darauf 2 klaine Kämerl, die Einfarth 
gewölbt, zur linkhen Handt am Eingang 1 Vorhauss, Küchel 
gewölbt, 1 Stuben, 2 Khämer, die Stiegen hinauf 1 Stiberl 
mit Ibss Arbeith, dorneben der Abtritt; item im ersten Gorn 
1 Vorhauss und Küchel, beede gewölbt, 1 Stuben, doran 
wider ein grosse Stuben, so underschlagen, doran ain Camer 
mit Gibss Arbaith, dorbei ain Abtritt, gegen iber der Küchel 
ain Pötten, zwey Kheller, ain Prun im Hoff und ain Gartten, 
darin ain Lusthauss, im Hoff ain Schupfen, das Tach halb 
Ziegl halb Schindl 5500 fl. 

2. Obbemelten Gerstl Munkhen gehörig. Zum Eingang 
ain Vorhauss, ain Küchel, ain Stuben, ain Camer, ain Keller, 
im Hoff über 1 ain Stiegen ain Vorheussl, 1 Küchel, 1 Stuben, 
doran ain Camer, aber ain Stubencamer, nichts gwölbt alss 
die Küchel und Keller, hilzene Stiegen bis an Pötten, ain 
Abtritt und alles ganz paufellig 800 fl. 

3. Jacob Schneide r, 1 ) ain Schneider seines Handtwerchs. 
Zum Eingang 1 Vorheissl, Kuchl, 1 Stuben, 1 Camer 
über 1 Stiegen ain Vorheissl, 1 Stuben, 1 Cämerl, 1 Küchel, 
die ist gwölbt, 1 Höfl, ain Prunen, hilzene Stiegen und ain 
Schindltach 400 fl. 



1 ) Kaufmarm a. a. O. S. 76 liest diesen und den Namen des Besitzers 
von Haus Nr. 9 irrtümlich „Schmied". 

15* 



228 



4. G e r s 1 1 Schlesinger Handlssman. Ain Vorhäussl, 1 
Kucherl, ist gwölbt, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Höfl, ain klaines 
Gärtl, hilzene Stiegen, ain Schindltach und alles gar schlecht 
paudt 600 fl. 

5. H i r s c h 1 Ma|r. Ain Vorhauss, so gwölbt, ain Keller, ain 
Gwölb gegen über 1 Stuben, ober ain Küchel und ain Stüberl, 
über der Stiegen 1 Knechl, 1 Stuben, 1 Vorheüssl und siben 
Camer, 1 Cämerl, 1 Pötten, die Stiegen mit Stain, zu ebner 
Erden ain Cämerl, 1 Hoff, 1 Prunen und der Abtritt, 1 Keller, 
alles von Holz, das Tach und Stiegen 1800 fl. 

6. Wolff Flökhl Judt. Im Eingang ain Vorheüssl, 1 
Kuchl, ist gewölbt, 1 Stubn, 2 Cämer, 1 Höffl, die Stiegen 
hilzen, 1 Keller, ain Pötten, 1 Stuben, 2 Cämer, 1 Gwölb zu 
ebner Erden, ain Schindltach, alles aber ganz paufällig 350 fl. 

7. 1 s r a e 1 J o h a i m b, Handlsman bey grienen Wolff en Hauss 
genandt. 1 Handlsgwölb, 1 Keller, 1 Stuben, 1 Camer, ist 
gwölbt, 1 Küchel, 1 Stüberl, ain Hoff, das Tach von 
Schindl 750 fl. 

8. Hier schi Munckh. Zum Eingang 1 Küchel, 1 Stuben, 
1 Cämerl, ist gewölbt, ain Cämerl oder Laden auf Gassen, 
1 Höffel, darneben 1 klaines Heissl, 1 Stiberl, 1 Cämerl, 1 
Gwölb mit Holz, hilzene Stiegen, Küchel und Offen alles ains, 
ain schlechtes Schindltach 650 fl. 

9. M a y r Schneider, ain Schneider. 1 Stuben, 1 Camer, 1 
Gwölb mit Holz auf Gassen, Offen und Küchel beisammen, 
1 Höffel, alles Holz und schlecht paudt 500 fl. 

10. Sallomon Auerpach. 1 Hoff, 1 Küchel, 1 Stuben, 
1 Camer auf Gassen, alles schlecht von Holzwerch. . 350 fl. 

11. Jacob Saloman, Handlssman. Zu ebner [Erden] 1 
Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 Vorhauss, alles gwölbt; im an- 
dern Gorn 2 Stuben, sauber und wolbaut, von Ibss, 1 Küchel 
gwölbt, 1 sauber Pottenstiegen von Stain, 1 Höffel, ist sonst 
ain Durchgang 1500 fl. 

Am Eande der Vermerk: Der Omain gehörig. 

12. Abraham!) Höcht, Juden Eichte r. 1 Vorheissl 
im Eingang, 1 Stuben, 1 Cämerl, 1 Küchel, 1 gegen über in 
dem neuen Stokh ; zur ebner Erden 1 Stuben, 2 Gwölber hinein 
und 2 auf Gassen, ain gwölb te Einfarth, die Stiegen hinauf 
1 Vorhauss, zur rechten Handt 2 Stuben nach einander, 1 



229 

Camer doran, noch ain Stiegen hinauf ain klains Stüberl, da- 
rin seine Kinder studirn; die Stiegen von Stain, biss in ander 
Gorn auf dem Pötten, ober die Stiegen von Holz, das Tach von 
Zigl; der neue Stokh ist nit außgebaudt 6500 fl. 

13. Joachimb M u n c k h. Im Eingang 1 Vorheissl, 1 Stuben, 
1 Küchel, 1 Cämerl, 1 Höffl, die hilzene Stiegen hinauf 1 Vor- 
heussl, 1 Küchel, 1 Stuben, 2 klaine Cämerl, alles von Holz- 
werch 700 fl. 

14. J e r e m i a s Majr, Richter. Ain Vorheissl, 1 Stuben, 
1 gwölbte Camer, die Stiegen von Stain, 1 Kuchl, II Stuben, 
undeni Tach 2 verschlagene Cämer, 1 Schindltach, 1 Hoff, 
1 Prunnen, 1 Keller 900 fl. 

15. LebelPyrschenkh. Im Eingang 1 Camer, 1 Vorheussl 
und Küchel, 1 Keller, 1 Stuben, 1 Gwölb auf Gassen, 1 Höfl, 
die Stiegen von Stain hinauf, 1 Vorheissl, 1 Küchel doran 
1 Stiberl, aber 1 Stuben, doran 1 Kämerl, alles mit Gibss Ar- 
baith; auf dem Pötten 1 hilzene Stiegen, ain Schindltach. 

1.200 fl. 

16. Mändl Zigan, Schniermacher. 1 Vorheussl und 
Kuchl, ain Laden auf Gassen, ain underschlagen Stuben, 1 
Camer, hinauf die Stiegen ain Stibl und Camer von Holz, 1 
Prun, 1 Höffl, stehet offen, 1 Khellerl, alles ganz pauf ellig. 

350 fl. 
MoysesWeustädl, öedter Grundt p. 40 Claffter. 

17. J o s e p h C 1 a a. Im Eingang Vorheussl und Küchel, 1 Stiberl, 
1 Cämerl, ist gwölbt, 1 Höffl, Schindltach werch. . 200 fl. 

18. J o s e p h s P 1 a n E r b e n. Im Eingang 1 Stuben, so under- 
schlagen, 1 Küchel im neuen Stokh, ein Eingang von Höffl, 
1 Vorheussl sambt der Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, aber 1 
Stibel gegen über ain stainerne Stiegen hinauf ain Vorheussl 
und Küchel, 1 Stuben und Cämerl, dorneben ain verschlagener 
Pötten und noch ain Pötten dorneben; halb guet pauth und 
halbes schlecht 950 fl. 

19. Sallomon Israel, Handlssman. Im Eingang 1 Höffl, 1 
Gartten, 1 gwölbte Stuben, 1 gwölbte Küchel und Cämerl, aber 
1 Camer, 1 Keller, die Stiegen mit Holz, 1 Vorheussl und 
Küchel, 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, ain neuerpauter Stokh, 
1 Gwölb auf Gassen 220 fl. 

20. Sallomon Schater oder Fleischhackher Er- 
ben. 1 Gwölb auf Gassen, im Eingang 1 Vorheussl, 1 



230 

gwölbte Küchel, doran ain verschlagene Holz Camer, 1 Stibl, 
1 Cämerl, aber ain Cämerl, 1 Stübl, auf dem Pötten, ain 
Schindltach, 2 Gwölber, 1 Kheller 750 fl. 

21. Samuel Israel. Neuer Grundt, so angefangen zu bauen, 
ist bey voriger Schätzung begriffen. 

Am Band : Zm obigen gehörig. 

22. L e m b e 1 R ü s s. Zu Eingang der Rechten auf die Gassen 1 
Gwölb, 1 Einf arth gwölbt, linkhe Handt 1 Stuben und 1 Küchel 
doran, 1 Camer, 1 hilzene Stiegen, dorob 1 Stuben, 1 Camer 
und Vorheussl, über noch ain Stiegen Vorheussl, zur Rechten 
1 Stuben, 1 Camer, gegenüber 1 Camer, Schindltach alles Holz- 
werelr, im Höffl 1 Waschkuchel, 1 Prunn, 1 Löberhitten ob 
der Waschkuchl 1350 fl. 

23. A b r a h a m b H ö c h t, Richte r. Auf der Gasse 2 Handlss- 
gwölber, 1 Keller, Einfarth gwölbt, zur Linkhen im Hoff 
1 Gwölb, hinden im Hoff 1 Küchel, Stuben, alles gwölbt, ain 
stainerne Stiegen hinauf, zur Rechten 1 Vorhauss, 1 Küchel, 
1 Stuben mit Stucator Arbeith, gegen über 2 Stuben, 1 Camer 
mit Gibs Arbeith, 1 Vorheissl, noch 1 Stiberl, das Tach mit 
Zigl, 1 Prunen und Gartten, so ganz öedt 3500 fl. 

24. Judass Polläkh. Auf der Gassen 1 Gwölb, 1 Keller, die 
Einfarth gwölbt, dorunder der Prunen, zur Rechten hinein 
1 Stibel, 1 Cämerl gwölbt, 1 stainerne Stiegen hinauf 1 Vor- 
hauss, 1 gwölbte Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, die Löberhitten, 
der Pötten, daroben ain underschlagene Camer, 1 Stüberl, das 
Tach von Schindl 1100 fl. 

25. A r o n F r ä n k h 1. Das alte Ekhhauss: auf der Gassen 2 von 
Holz verschlagene Läden, 1 Keller, im Eingang 1 Vorheussl, 
1 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer. Item doran mehr 1 Stuben, 
1 Camer, gegenüber 3 Stöffl hinauf 1 gwölbte Camer, 1 Hoff, 
1 Prunen, der Pötten mit Ziegl pflastert, das Tach von Schindl 
und 2 verschlagene Cämer. 

Item Moyses Fränkhel, Handlssman. Im Eingang 
zur rechten Handt, 1 Camer. 1 Küchel, 1 Cämerl, ist gwölbt, 
ain stainerne Stiegen hinauf, zur Linkhen 1 Stiberl, 1 Cämerl, 
1 Cämerl im Vorheissl, dorneben die Küchel, doran 1 Stuben 
von Gibs Arbeith, doran ain gwölbte Camer, alles sauber, noch 
über ain Stiegen 1 Stüberl und Cämerl, der Pötten under Tach 
pflastert; das Tach halb Ziegl und halb Schindl, ain Pötten, 2 



231 



verschlagene Cämer, die Einfarth gwölbt und 1 Keller. 

1500 fl. 
NB. Dise beeden Heuser werden von bemelten beeden 
ßriedern bewohnt, nnd alle 3 Jahr mit der Wohnung umb- 
gewexlet. 

26. M a r x F r ä n k h 1 Erben. Der Eingang gwölbt, 1 Vor- 
heussl, 1 Küchel, 1 Stuben und 1 g wölbte Camer, der Pötten 
und 2 verschlagene Cämer, im Hoff ain Prunen, 1 klaines 
Gärtl, ain Schupfen, die stainerne Stiegen hinauf 1 Vor- 
heussl, 1 Küchel, 1 Stuben, 2 Kämer, nichts gwölbt, daroben 
der Pötten, das Tach mit Schindl; gegen über ain Stökhl, 1 
Vorheussl, Stübel und Küchel, dorunder 1 Gwölb, 1 Keller 
und hilzene Stigen 1000 fl. 

27. Isaac Wallenstainer, ohne Handlung. Im Eingang 
1 Vorhans, 1 Küchel, 1 Stiberl, 1 Cämerl, ain Hoff zur rechten 
Handt, 1 Vorheussl, 1 Küchel, 1 Stüber], 1 Kämerl, alss 
schlecht von Holzwerch, 1 Prunen. 

Item im andern Stökhl ebner Erdten 1 Küchel,, 1 Stuben, 
1 Kamer, 1 Holz Camer, doran 1 1 hilzene Stiegen, 1 Küchel, 
1 Stuben, 1 Camer, gegen über 3 verschlagene Kämer, dorauf 
1 Pötten, alles Pundtwerch und ganz paufellig. . . 800 ff. 

28. M o y s e s F r ä n k h 1 Erben. Im Eingang der Keller, 1 
Kuchl gwölbt, 1 Stuben, 1 Camer verschlagen, item ain Kämerl 
an der Küchel, 1 Höffl, 1 Prunen, der Gartten, ain Stiegen 
in Hoff hinauf mit Holz, 1 Stiberl, 2 verschlagene Cämer, 1 
Hertl ohne Küchel, gar schlecht paudt, das Tach mit Schindl. 

450 ü. 

29. LembelEiss. 1 Camer im Eingang, zur Rechten 1 Kuchl, 
doran 1 Kämerl, 1 Stuben, 1 Camer, alles Holz, 1 Höffel, 1 

Keller, Schindltach und alles paufellig 150 fi. 

Jacob Schlesingers Erben. Oedter Grundt. 

30. Jacob Schlesingers Erben. Zu ebner Erdten 1 
Vorheissl, im Eingang 1 Küchel, 1 Stuben, alles gwölbt, 1 
Keller, gegen über 1 Stuben, 1 gwölbte Camer underschlagen, 
1 stainerne Stiegen zu Rechten, 1 gwölbtes Vorheissl, 1 Stu- 
ben, 1 Camer mit Gibs Arbeith, gegen über ain Stuben, 1 
Küchel, ist gwölbt, 1 Löberhitten biss an Pötten, stainerne 
Stiegen am Pötten, 3 verschlagene Camer, im Höffel zur 
Rechten ain gwölbte Camer, 1. hilzene Stiegen im Höffl hinauf, 
1 Vorheissl, 1 Stuben, 1 Küchel, 1 Camer, alles Holzwerch, 
1 Primen und Schindltach 1S00 fl. 



232 

Ex dextro. 

31. Hier schi und Lebel Luzerl. 1 Kuchl, 1 Stuben, 
1 Camer von der Strassen zur Rechten hinein, zur Linkhen 
1 Keller, 1 gwölbte Stuben und Camer, 1 Stiegen von Holz 
hinauf, 1 gwölbtes Vorheissl, 1 Stibel und Küchel gwölbt, 1 
Stuben und Camer ohne Gwölb, aber 1 Stuben, 1 Camer, 
darauf ain schlechter Pötten. 

Item im Hoff 1 hilzene Stiegen, 1 Vorheissl und klainers 
Stiberl, doran 1 Küchel, 1 Abtritt, gegen über 1 Keller auf 
der Landt Strassen, under der Stiegen 1 gwölbte Stuben, 1 
Kuchl, 1 Prunnen, dorbei ain öedter Grundt. . . . 1600 fl. 

32. M o y s e s K i r s c h n e r, so erst diss Jahr angefangen zu er- 
pauen, und nit bewohnt, auch nit geschätzt worden. 

33.PerlGoltschmidt. In Eingang Vorhauss und Küchel, 
1 Stibel und Cämerl, zur Linkhen 1 Stibel, 1 gwölbte Camer, 
1 stainene Stiegen, ist nit gar aussgebaudt, oben 1 Vorhauss 
und Küchel, doran 1 Stuben und Camer, alles gwölbt; dor- 
neben 1 Stuben, 1 Camer; item wider 1 Stuben, die Stiegen 
an Pötten von Holz, die Stiegen hinundter 1 Vorheissl sambt 
der Küchel gwölbt, 1 Stuben mit Holz, doran 1 Stuben mit 
Ibss, 1 Camer gwölbt, Vorhauss gwölbt, 1 Keller, 1 Hoff, 
1 Prunen im Hoff, 1 Stadl 3500 fl. 

34.1. Copl Frank hl. In der Haubtgassen, die Einfarth 
gwölbt, 1 schöner Hoff und Prunen, das Vorhauss gwölbt, zur 
rechten Handt 1 Küchel, 2 Stuben und 1 Camer, ist gwölbt, 
die Stiegen hinauf mit Stain, 1 Sali gegenüber zur Linkhen, 
1 Küchel, 1 Stuben und schöne Camer, ist auch die Camer 
gwölbt, 1 Keller, 1 Schindltach 2200 fl. 

35. 2. In der diten Gassen. Copl Fränkhl. Der Eingang 
gwölbt; zur rechten Handt 1 Küchel, sambt dem Vorhauss, 
1 Stuben gegenüber, zur Linkhen 1 Stuben, alles gwölbt, 1 
Stiegen hinauf, zur Linkhen 1 Vorheissl und Küchel, gwölbt, 
1 Stuben, 1 Camer mit Ibss, gegenüber 1 Stuben, 1 Camer 
mit Ibss, noch ain Stiegen hinauf 1 gross gwölbtes Vorhauss 
und Küchel, 1 Stuben, 1 Camer mit Ibss, gegenüber 1 saubere 
Stuben und Camer, 1 Keller ganz neugepaudt, die Stiegen 
bis an Pötten mit Stain, das Tach mit Schindl. . . 2500 fl. 

36. 3. K h o p 1 Fränkhl, gegen Perl Goldschmidt über, in 
Gässl. Der Eingang von der Gassen, 1 Vorheissl sambt der 



233 



Kuchel, zur Rechten 1 Stuben, 1 Camer, die Canier gwölbt, 
gegenüber 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, die Stuben mit Ibss, 
1 stainerne Stiegen hinauf, zur Linkhen Handt Vorheissl und 
Kuchel, alles ains, ain Stuben, 1 Camer mit Ibss Arbeith, 
aber auf den Pötten 1 hilzene Stiegen, 1 Schindltach, 1 Keller, 
1 Höffl, 1 Prunen und der ganze Stokh, neuerpaudt. 1800 fl. 

37. 4. K h o p 1 F r ä n k h 1. In der Haubtgassen. Der Ein- 
gang gwölbt, zur Rechten 1 Handlssgwölb, auf Gassen aber 
1 Gwölb, doran 1 Stuben und 2 Camer, alles gwölbt, mehr aus 
klaine gwölbte Camer doran, 1 Kuchl, doran das Höffl und 
Prunen, aber 1 Gärtl; zur linkhen Handt aber 1 Gwölb auf 
Gassen, doran das Holzgwölb, die Stiegen hinauf mit Stain, 
1 gwölbtes Vorhauss, 1 Stuben, 1 Camer, gegenüber 1 Stu- 
ben, 1 Camer mit Ibss, doran die Kuchel, 1 Stiberl und 1 
gwölbtes Cämerl, doran der Pötten, die Stiegen mit Stain, 
ain Schindltach und guett paudt 3500 fl. 

38. Das G m a i n Hauss ist nit geschätzt. 

39. Davidt Ascherls Erben. Auf der Gassen 3 claine 
Läden, 1 Keller, der Eingang gwölbt, 1 Holzgwölb, gegen 
über 1 Stiberl und Abtritt, 1 Stiegen mit Stain, aber 1 
Kuchel und Vorheissl gwölbt, mehr 1 Stuben, gegenüber 1 
Stuben, 1 Camer, ist gwölbt, 1 Schindltach. . . . 800 fl. 

40. Die S i n a g o (so !) nit geschätzt. 

41. Joel Herlinger. Auf 2 mit Holz verschlagene Läden, 
der Eingang gwölbt, 1 Keller, 1 Gwölb, 1 Vorhauss, 1 Höffl 
und Prun, aber noch ain Höffl, darin 1 Gwölb, 1 stainerne 
Stiegen, doroben 1 Stuben mit Ibss, 1 gwölbte Camer, doran 
die Kuchel, die Stiegen biss an Pötten mit Holz, ain Pötten, 
1 klaines Stüberl, dass Tach von Schindl. . . . 1000 fl. 

42. Das Wachthauss oder Soldaten Stuben. 

43. Lazarus Käsesser. Der Eingang gwölbt, zur Rechten 
1 Stuben, 1 gwölbte Camer, gegen über 1 gwölbte Stuben, 
doran die Kuchel, 1 Hoff, 1 Prunnen, 1 Gartten, 1 Stallung, 
die stainern Stiegen hinauf 1 Vorhauss, 1 Kuchel, 1 schöne 
Stuben, gegenüber 1 schöne Stuben und Camer, alles Ibss 
Arbeith, 1 Keller, Schindltach, alles guet erbautt. 2000 fl. 

44. Gerstl Galstatt und Adam Jüdl Erben. Auf 
der Gassen zwen mit Holz verschlagene Laden, der Eingang- 
Holz, 1 Hoff, zur Rechten hinein 1 Vorheissl, Kuchel, Camer, 



234 

gegenüber 1 Kicherl, 1 Stuben, alles Holzwerch, 1 gwölbte 

Camer, 1 Keller, 1 Prunen, im Hoff ain Sehupffen. 

Die hilzerne Stiegen rechte Handt, 1 Vorheissl und Küchel, 

1 Stuben, Camer, dorauf ain Fotten, dorneben aber ain 

Küchel, 1 Stuben, 1 Camer. 

Der Stokh gegenüber zur ebner Erdt 1 Vorheissl, 2 Camer, 

1 Stuben, 1 Küchel, 1 hilzene Stiegen hinauf 1 Stuben, 1 

Camer, 1 Vorheissl, 1 Küchel, neben der Küchel aber 1 

Stuben und 1 verschlagenes Cämerl, 1 Prunen; alles Schindl 

und Holzwerch, gannz paufellig 600 fl. 

45, M a y r P r u g, P e r 1 h e f f t e r. Im Eingang zur rechten 
Haudt ebner Erdt 1 Vorheissl und Küchel, 1 Stuben und 
Camer, auf Gassen 1 Stiberl, doran 1 hilzene Stiegen, doroben 

1 verschlagene Kamer, 1 Vorheissl und Küchel, 1 Stuben, 

2 Kämer, alles von Holz und ganz paufellig. . . 4.00 fl. 
46*. Fichtorin Lazarus. Zum Eingang 1 Stiberl, 1 

Küchel, 1 Hoff, 1 Prunn, 1 Keller, ain gwölbtes Camerl auf 
Gassen, 1 hilzene Stiegen hinauf 1 Vorheissl, aber 1 Stiegen 
hinauf 1 Küchel, 1 schöne Stuben mit Ibss, also doran ain 
Kämer], das Tacb von Schindl 900 fl. 

47. W e n d 1 1 Scheuch. Der Eingang alles Holz, 1 Küchel, 
1 Stuben, 2 verschlagene Cämerl, 1 Hoff und Prunen, alles 

schlecht und paufellig 150 fl. 

Ain öedter Grunndt so bey 44 Claffter. 

48. Samuel P e r 1 i n g. Eingang, 1 schöner Hoff, 1 Prunen, 
1 Keller, die Stiegen hinauf von Stain, 1 Vorheissl, 1 Küchel, 
1 Stuben, 1 gwölbte Camer, ober neben 1 klaines gwölbtes 
Cämerl, aber 1 Stiegen hoch ain Küchel und Vorheissl, 1 
Stuben, gegenüber 1 Camer von Holz, das Taeh von Schindl. 

1200 fl. 
An der Stattmaur ain oetter Grundt bey 70 Claffter der 
Gmain gehörig. 

Ex dextro. 

49. H i e r s c h 1 P r o d t. Im Eingang 1 VorheissJ, rechte Handt 
1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, gegenüber 1 schlechts Cämerl, 
dorneben 1 Küchel, 1 Vorheissl, 1 Stuben, gegenüber 1 
Kamer, 1 Prun, aber verschitt, alles Holzwerch, schlecht und 
paufellig 95 fl. 

50. M i c h a e 1 G e r s 1 1. Die Einfahrt gwölbt, zur linkhen 
Handt 2 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, 1 gwölbte Stuben, ain 



235 



Stiegen mit Stain hinauf, zur Eechten 1 Vorhauss, 1 Stu- 
ben, so underschlagen, 1 Gwölb, darin 2 verschlagene Cämer, 
1 Küchel und klaines Khämerl, aber 1 hilzene Stiegen auf 
den Pötten' und doroben 1 gwölbtes Kämerl, item am Pötten 
1 verschlagene Kämer, 1 Schindltach, 1 Keller, 1 Hoff, 1 

Prunen, im Hof ain Cämerl 1500 fl. 

51. Samuel Goltschmidt, zum plauen Monschein. Der 
Eingang gwölbt, 1 Vorhauss zur Eechten, auch gwölbt, 1 
Küchel, 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, underschlagen, 1 stai- 
nerne Stiegen hinauf 1 Vorhauss und Küchel, 1 Stuben, 1 
klaines Kämerl, aber alda 1 Camer, 1 Stuben, nichts alss 
Küchel gwölbt, ain hilzene Stiegen an Pötten, an der Stiegen 
1 verschlagenes Kämerl, dorbei 2 verschlagene Cämer, ain 
Hoff, 1 Prunen. 

Aber ain neues Stökhl, zur ebner Er dt rechte Handt, Vor- 
heissl und Küchel, 1 Stiberl, 1 Cämerl, dorneben 1 gwölbtes 
Vorheissl, 1 Stuben und Cämerl gwölbt, ain Stall, doran ain 
hilzene Stiegen hinauf, 1 Vorheissl und Küchel, 1 Stuben, 
1 Camer, alles Holzwerch, ain Schindltach ohne Pflaster, 
1 Hoff, dorinnen ain Schupffen, 1 Keller, zimblich pau- 
fellig 2000 fl. 

52. D a v i d t Fränkhl Erben. Die Einfarth gwölbt, zur 
linkhen Handt 1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 Vo,rheissl, 
alles gwölbt, under der Einfarth der Prunen, doran 1 Vor- 
heissl, 1 Küchel, ain Stuben, 1 Cämerl, aber bei dem hindern 
Thor 1 Vorheissl, Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl mit Holzwerch, 
doran 1 Gartten. Zur rechten Handt 1 Pötten, das Tach 
mit Schindl, ober der Einfarth 1 Cämerl, aber 2 verschlagene 
Cämerl, im Hoff die stainerne Stiegen hinauf 1 Vorhauss, 
1 Stuben, 1 Cämerl, doran! 1 Stibl, 1 grosse Stuben mit Ibss, 
1 gwölbte Camer, aldo noch ain Stiegen hinauf 1 gwölbtes 
Vorhauss und Küchel, doran 2 Cämer, verschlagen, 1 schöne 
Stuben, aber doran 1 Camer, alles Ibswerch, die Stiegen biss 
an Botten mit Stain, 1 Ziegltach, der Pötten oben nit pflastert, 
Keller 5500 fl. 

53. ZachariasMayr. Die Einfarth gwölbt, 2 Gwölber auf 
Gassen, zur Linkhen hinein 1 Gwölb, in der Einfarth 1 stai- 
nerne Stiegen hinauf 1 Vorhauss, 1 Küchel, 1 Stuben, ain 
Camer mit Ibss Arbeith, 1 gwölbtes Stiberl, gegenüber 1 



236 

Stuben, 1 Camer, auch mit Ibss, noch ain Stiegen hinauf 
zux Eechten 1 Stuben, 1 Camer, gegenüber 1 Stuben, 1 
Cämerl, 1 Küchel, doran 1 Cämerl mit Holzwereh, die Stie- 
gen auf den Pötten mit Holz, aber thaill alles oedt und 
paufellig, 1 Hoff, doran der Gartten, im Gartten ain Lust- 
heissl, 1 Stallung, doran 1 Speissgwölb und noch ain G-wölb 
doran, 1 Schindltach, ganz paufellig, 1 Keller, den Prunen 
khan man mit Pumpen biss undern Tach schöpften in pleyen 

Röhren 2600 fl. 

Item noch ain Heissl darneben, 1 Keller auf Gassen, ain 
verschlagener Laden oder Zimerl, dorin ain Offen ist, Yorheissl 
und Kuchl, doran aber 1 Kicherl, 1 Stuben, 1 Camer, alless 
paufellig, doroben über 1 hilzene Stiegen 1 Vorheissl, 1 
Cämerl, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, noch ain Stiegen an 
Pötten, dorbei 1 Küchel, 1 Camer, 1 Stuben, alles Holzwereh 
und ganz paufellig S50 fl. 

54. S e i c h J ü d 1. Gegen der Neuen Sinago über. 1 Vorheissl. 
1 Stuben, 1 Cämerl und Küchel, aber dorneben 1 Vorheissl, 
Stuben und verschlagene Camer, ober der Stiegen 1 Küchel, 
1 Stuben 1 Camer, auf der Gassen 3 Läden, 1 schlechter 
Keller, alles paufellig und lautter Holzwereh. . . 600 fl. 

55. Abraham Prodt Erben. Die Einfarth alles gwölbt, 
zur Rechten hinein über 3 Stäffl 1 Forheissl, 1 Gwölb, 1 
gwölbtes Stiberl, die Stiegen hinauf 1 gwölbte Küchel, gegen- 
über 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, 1 Stuben mit Ibss, aber 1 
Stiegen hinauf zur Rechten 1 gwölbte Camer, 1 gwölbtes Vor- 
hauss, 1 Stuben von Ibss, aber 1 gwölbte Camer, 1 Stuben 
mit Ibbs, die Stiegen biss auf den Pötten stainern, 1 Schindl- 
tach, 1 Hoff, 1 Prunen, ain Gärtl, alles scihlecht, aber im 
Hoff ain gwölbtes Stiberl, zur Rechten heraus ain Handlss- 
gwölb 2500 fl. 

56. Jacob Prisch Erben. Die Einfarth gwölbt, zur Rech- 
ten ain Stiegen hinauf 1 Vorhauss, 1 Küchel, beede gwölbt, 
1 Stuben mit Ibss, 2 gwölbte Cämer, auf den Pötten die 
Stiegen mit Holz, 1 Ziegldach, im Gängi daroben 1 Löber- 
hutten mit Stain pflastert, herundten widerumb zu ebner 
Erdten under der Stiegen 1 Vorheissl, 1 Kuchl, 1 Camer, 
alle drey gewölbt, alda gegenüber zur ebner Erdt 1 Vor- 
heissl, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, alles gwölbt, 1 Keller. 



237 

Darneben aber 1 stainerne Stiegen hinauf 1 Vorheissl nnd 
Küchel, 1 Stuben, 1 Camer mit Ibss, auf dem Gängl zur 
rechten Handt 1 Vorheissl, 1 Küchel, 1 Cämerl, 1 Stuben, 
doran 1 verschlagene Camer mit Ibss, am Gängl zur linkhen 
Handt in Eingang 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, dojran 1 
Vorheissl und Küchel, gwölbt, im Hoff der Prunen und 2 
Gwölber in Hoff, das Tach and in Ziegl, 1 Keller. 
Aber von der Gassen hinein: der Eingang gwölbt, 1 Vor- 
heissl, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, das Höffl, dorinnen über 
1 Stiegen mit Stain, 1 Vorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben mit 
Ibss, ain gwölbtes Cämerl, ain hilzene Stiegen an Pötten, 
1 Keller, aber zu ebner Erdten aber 1 Küchel, 1 Cämerl, 
1 Stuben und verschlagene Camer, alles gwölbt, im Höffl zu 
ebner Erdt 2 verschlagene Holz-Cämerl, 2 Gwölber auf 
Gassen und Ziegltach, 1 Keller 7200 fl. 

37. Leb Polläkhen Erben. Im Hoff zur Rechten 1 Vor- 
heissl und Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, gegenüber ain Holz 
Camer, gar schlecht, aber gegen über 1 gwölbtes Stiberl und 
Camer, neben dass Thor der Prunen, 1 -gwölbtes Vorheissl, 
1 Küchel, 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, 1 Keller, alda ain 
stainerne Stiegen hinauf 1 Vorhauss, 1 Küchel, 1 Stuben, 
1 Camer von Holz, an der Stiegen 1 Kucherl, 1 Stiberl, 1 
Cämerl, nichs gwölbt, ain stainerne Stiegen biss under den 
Pötten, 1 schlechts Schindltach, doroben 2 verschlagene 

Cämer 850 fl. 

Dass Ekh hinumb in der lesten Gassen. 

58.1saac Riss. 1 Vorhauss von Holz, 1 gwölbte Küchel, 1 
Stuben und ain gwölbte Camer, aber ain gwölbtes Stiberl, 

1 Cämerl, 1 Hoff, dorinnen ain Löberhitten, dorundter 2 Holz 
Cämer, 1 hilzene Stiegen hinauf 1 Stuben, 1 klains Kämerl, 
aber ain Cämerl, 1 Küchel, so gwölbt, aber ain Zimer, welches 
mit aussgebaudt ist, 1 Keller, 1 Schindltach, alles schlecht. 

500 fl. 
59. Moyses Leinpaumb und Marx Iserl. Der Ein- 
gang von Holz und 3 mit Holz verschlagene Cämerl, 1 Stu- 
ben, 1 Camer, alles Holz, 1 gwölbte Küchel, ain hilzene Stie- 
gen hinauf 1 gwölbte Küchel, 2 Stüberl, 1 Camer, 1 Pötten, 
das Tach mit Schindl und paufellig, 1 Höffl, 1 Prunen und 

2 verschlagene Holz Cämer, 1 verschlagenes Gärtl. 360 fl. 



238 

60. Abrahamb Perlheffter und seind doran drey Par- 
they. Im Eingang 1 Keller, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 
1 klain gwölbtes Cämerl, doran 1 Kuchl, 1 Stuben und 2 
verschlagene Cämerl auf Gassen, 1 Höffel, 1 Prunen, 1 Holz 
Camer, im Höffl ain hilzene Stiegen hinauf 1 Küchel, 1 
Stuben, 2 Cämerl, alles Tach von Schindl und ganz pau- 
f ellig. MB. Dass ist das Ekh Hauss ins Gössl. . 315 fl. 

61. IsaacWurbsers Erben. In Eingang 1 Hoff, 1 Keller, 
1 Vorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben, dorneben 1 Stuben und 2 
verschlagene Cämerl, 1 Küchel, das Tach gar schlecht von 
Schindl 220 fl. 

62. Jonas und Joseph Schlambach. Der Eingang 
gwölbt, zur Keehten 1 Stuben, 1 Camer mit Holz, gegenüber 

1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 hilzene Stiegen hinauf 2 
Stuben, 2 Camer, 1 Kuchl, 1 Schindltach, doroben 2 ver- 
schlagene Cämer, 1 Höffel 1150 fl. 

63.Davidt Natan. Der Eingang gwölbt, 1 Stuben, 2 
gwölbte Cämer, 1 Küchel, 1 Höffl, 1 Prunen, ain stainerne 
Stiegen hinauf 1 schöne Stuben mit Ibss, 1 gwölbte grosse 
Camer, 1 Stuben, 1 Küchel, die Stiegen an Pötten mit Holz, 

2 verschlagene Cämer, 1 Stiberl, doran aber 2 verschlagene 
Cämerl, der Pötten mit Ziegel pflastert, ain Schindltach, 
guet paudt 1100 fl. 

64. Z a c h a r i a s M a y r. Neuerpauter Stokh an die Sinago. 
1 gwölbtes, 1 Kucherl, 1 Stiberl, 1 Cämerl, 1 Keller, ain 
Stiegen hinauf 1 Yorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, 
alles gwölbt, am Pötten ain hilzene Stiegen, 2 verschlagene 
Cämerl und Schindltaqh. Dorneben 1 Hoff, die Einfarth 
gwölbt, zur Eechten hinein ebner Erdt 1 Vorheissl und 
Kuchl, 1 Stiberl, 1 Cämerl, alles gwölbt, die stainerne Stie- 
gen hinauf 1 Vorheissl und Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, 
alles gwölbt, aber ain hilzene Stiegen am Pötten 2 ver- 
schlagene Cämerl, auch Schindltach, 1 Keller. 
Im Hoff 1 Prunen, aber 1 Vorheissl, 1 Stuben, 1 Cämerl, 1 
Keller, aber ain stainerne Stiegen hinauf, 1 Vorheissl, 1 
Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, alles gwölbt, den Pötten 2 ver- 
schlagene Cämer. Die Stiegen daneben hinauf mehr 1 Vor- 
heissl, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Kuchl, alles gwölbt, der Pötten, 
vorige Zimerl. Neben der Stiegen zu ebner Erdten 1 Keller. 
Vorheissl, 1 Kuchl, 1 Stuben und Camer. 









239 

Doran noch 8 dergleichen Zimerl, alles ganz neu und nit gar 
aussgebauth 5000 fl. 

Ex d e x t r o, die S e i d t e n gegen über. 
(55. Marx Benedict Erben. Der Eingang gwölbt, 1 
Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, doran 1 Stuben, 1 Camer, gegen- 
über 2 Gwölb zur Speiss, alles gwölbt, ain schlechter Hoff und 
Primen, 1 Vorhauss, 1 Keller, 1 stainerne Stiegen hinauf 1 
Vorhauss, schöne Stuben und Camer mit Ibss, 1 Stiberl, dorob 
die Löberhitten, gegenüber 1 Küchel, 1 klains Cämerl, 1 
Stuben, alles Gibsarbeth, auf den Pötten 1 hilzene Stiegen, 
1 Schindltach, aber guet paudt 2050 fl. 

66. E 1 i a s Wurbss Erben. Der Eingang gwölbt, 1 Stuben, 
1 gwölbt Camer, 1 klaines Stiberl, 1 Kellerl, doran die Küchel, 
1 Höft'l, 1 verschlagenes Gärtl, 1 schlechter Primen, 1 hilzene 
Stiegen hinauf 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, alles Holzwerch, 
doran der Pötten und 2 verschlagene Camer, ain Schindltach 
und schlecht pautt 415 fl. 

67. Hierschi Benedict. Der Eingang gwölbt, 1 Stuben, 
1 große gwölbte Camer, 1 Küchel, gegenüber 1 verschlagene 
Camer, 1 Höfl, 1 Stall auf 3 Pferdt, 1 Holzcamer, ain hilzene 
Stiegen im Hoff, clorundter 1 Holzcamer, doroben 1 Stuben, 
1 Camer, aber ain Stiegen 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Vorheissl, 
1 Cämerl, aber 1 Yorheissl und schlechte Stuben, dorob der 
Pötten, 1 Keller, das Tach von Schindl, alles schlecht paudt. 

500 fl. 

68. B e n e d i c t Moyses, Eisencramer. Der Eingang 
Holz, 1 Stuben, 1 Küchel, 1 Cämerl, 1 Höffl, 1 Prunen, ain 
Stall in Hoff, ain hilzene Stiegen hinauf ain Vorheissj! und 
Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, doroben ain schlechter Pötten 
und alles pauf ellig 150 fl. 

69. S a m u e 1 Kalchstadt. Der Eingang Holzwerch, 1 
Stuben, 1 Küchel, doran 1 Camer, 1 Höfl, 1 Stibel, 1 klaines 
Cämerl, ain hilzene Stiegen hinauf 1 Cämerl, dorneben 1 
Cämerl, 1 Küchel, 1 Stuben, ain verschlagener Pötten und 

guets Schindltach 215 fl. 

Marx Posswit scher. Oedter Grundt, aber mit ainer 
Plankhen eingefangen. 3 Claffter eingefangen mit der 
Plankhen. 



240 



Ex dextro über Gassen. 

70. MoysesNeustädl, Handlssman. Auf der Gassen 
die Stiegen hinauf von Stain doroben 1 Vorhauss, 1 Küchel, 
1 Stuben, 1 Camer mit Ibbsarbeith, aber noch 1 Stiberl, am 
Hof! 1 Prunen, 1 Holzcamer, doran ebner Erdten 1 Vorhauss, 

• 1 gwölbt Küchel, 1 schöne Stuben, 1 gwölbt Camer, 1 gwölbtes 
Stiberl, 1 Keller, dass Tach mit Schindl, am Pötten ain Zug, 

alles guet und neuerpaudt 2500 fl. 

In die Gassen negst an Neustädl. 

71. L e b e 1 Mayr. Der Eingang alles Holz, 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Küchel, Camer, ain Hoff, ain Prunen, ain hilzene Stiegen 
an Pötten, dorbei 3 verschlagene Cämer, ain schlechts Schindl- 
tach, 1 Keller auf Gassen 180 fl. 

72. Isaac Jänisch Erben, Münz Jubelier. Der Ein- 
gang Holz, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Kuchl, 3 verschlagene 
Cämerl, ain Hoff, dorin 1 Stadl auf 12 Pferdt, 1 Prunen, ain 
hilzene Stiegen hinauf 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, aber 
doran 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, doroben der Pötten, 
alles schlecht in Pau von Pundtwerch, ain Schindltach. 220 fl. 

73. Äbrahamb Herzfeller Erben. Der Eingang alles 
Holz, 1 Stuben, 1 Camer, der Pötten und ganz Heissl alles 
schlecht 50 fl. 

74. W e n z 1 M a y r. Der Eingang alles Holz, 1 Stuben, 1 Camer, 
1 Küchel, ain Höfl, in Eingang 2 verschlagene Camer, ain 
hilzene Stiegen hinauf 1 Vorheissl, Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, 
dorneben noch ain Stibel, 1 Cämerl, alles schlecht von Holz 
und paufellig 350 fl. 

75. Salloman Auerpach. Der Eingang alles von Holz, 
1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 Khellerl, alles oedt und pau- 
fellig 40 fl. 

76. Mores Mangele Erben, Der Eingang gwölbt, 1 Stu- 
ben, ain gwölbte Camer, 1 Keller, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, 
alles von Holz, ain Höfl und Prun, 1 Holzcamer, 1 hilzene 
Stiegen, 1 Kuchl, 1 Stuben, 1 Cämerl, aber 2 Stuben, 1 Camer, 

lLöberhitten, der Pötten und ain guets Schindltach. 450 fl. 

77. Salloman Mayr der Jung. Vor des Hierschi Mayr 
Grund. Der Eingang Holzwerch, ain verschlagene Camer, 1 
Stuben, 1 gwölbte Camer, 1 Küchel, 1 klaines Höffl und ain 
klains Gärtl, ain hilzene Stiegen hinauf 3 verschlagene Cämer, 



241 



1 Stibl und Herdtstädl, ain Schindltach und zimblich schlecht 
von Pau 250 fl. 

78. Scheuch von der Eisenstatt Erben. Der Ein- 
gang Holz, 1 Küchel, 1 Stuben und 1 Camer, 1 Höffl, 1 
Prunen, aber oedt, ain hilzene Stiegen, 1 Stiberl, 1 Cämerl, 
1 oedter Pötten, alles ganz paufällig 300 fl. 

79. H e n n o c h F a 1 k h. Der Eingang alles Holz, 1 Stuben, 1 
gwölbte Camer, 1 Stiberl, 1 Kuchl, 1 Hoffl, 1 Stall, 1 Keller, 
ain hilzene Stiegen hinauf 1 Küchel, 1 Stuben und 2 Cämerl, 
alles sauber von Ibss, dar oben der Pötten, 1 Löberhitten, 2 
verschlagene Cämer. ain Schindltach 600 iL 

80. Simon Wolff Erben. Der Eingang von Holz, 1 Vor- 
heissl und verschlagne Camer, 1 Küchel, doran 1 Stuben, 1 
Kämerl, 1 Höffl, ain Stiegen von Holz an Pötten, doroben 2 
Kämer, alles von Holz und Laimb, ganz pauf ellig. . 130 fl. 

81. M a y r Wallerstain. Eingang alles Holz, 1 Stuben, 1 
Küchel, 1 Höffl, Prun ohne Emper, 1 klain verschlagen Gärtl 
und Löberhitten, auf den Pötten 1 verschlagene Camer, ain 
Schindltach und alles lautter Holz 100 fl. 

Ex dextro die ander Seidten. 

82. M a r x A u e r p a c h. Der Eingang alles Holz, 1 Stuben, 
doran 1 neue, mit Holz verschlagene Camer, 1 gwölbte Küchel, 
1 Prun, 1 Höffl, 1 hilzene Stiegen, doroben 2 verschlagene 
Cämer, alles schlecht von Holzwerch erpaudt. . . 100 fl. 

83. A b r a h a m b V e i t h, Schneider. Der Eingang, 1 Stu- 
ben und Camer, ain Herdtstatt^ doroben der Pötten, 1 ver- 
schlagene Camer, alles schlecht von Holz gebaudt. . 70 fl. 

Da ss Egg hinein. 

84. Moyses Benedict. Im Eingang ain schöner Hoff, und 
zimbliche Stallung, der Eingang inss Hauss alles von Holz, 
negst der Haussthir 1 schlechts Cämerl, doran 1 Stuben, 1 
Camer, alles Holz, ain hilzene Stiegen an Pötten, 2 verschla- 
gene Cämer, ain Schindltach, 1 Prunen, alles schlecht von Holz 
paudt 250 fl. 

85. A r o n L e m b 1. Ain neuerpautes Stökhl. Der Eingang von 
Holz, zur Linkhen 1 Küchel, Stuben, 1 Camer, gegenüber 1 
Stuben, 1 Camer, auch Holz, ain hilzene Stiegen auf den Pöt- 
ten, 2 verschlagene Cämer, ohne Prun, Keller und Hoff. 

350 fl. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 16 



242 



Aberzurukh auf Gassen. 

86. Moyses Linnz Erben. Ain Vorheissl mit Holz, 1 Stu- 
ben, 1 Camer, 1 Küchel, doran ain Cämerl, ain Höffl, ain ver- 
schlagene Camer, dorüber 1 hilzene Stiegen, ain löhrer Pötten, 
alles schlecht und paufellig 120 iL 

87. Joseph NeustädlErben. Ain Stuben, 1 Camer, 1 Vor- 
heissl, 1 Küchel, gegenüber 1 Camer, 1 Höffl und Prun, oben 
ain hilzene Stiegen und 1 verschlagene Camer, 1 Keller, alles 
von Holz und ganz paufellig 100 fl. 

88. May r Aseherl. Der Eingang von [Holz], 1 Stuben, 1 
gwölbtes Cämerl, 1 Küchel, ain Höffl, 1 Prunen, halbenthaill 
ain Maines Stiberl, auf den Pötten 1 hilzene Stiegen, alles 
schecht und paufellig von Holz. 150 fl. 

89. Lebel Jonas, Minzhandler. Der Eingang von Holz. 
1 Stuben, 1 Camer, aber dorin 1 gwölbtes Cämerl, 1 Küchel, 
1 Höffl, dorin ain Holzcamer, ain hilzene Stiegen hinauf 1 
Vorhauss, 1 Küchel, gwölbt, 1 Stuben, 1 Camer, doroben der 
Pötten, 1 Keller auf Gassen, 1 Schindltach, schlecht und alles 
Holzwerch 220 fl. 

A m E g g d e r G a r 1 1 e n (so ! statt Gassen). 

90. L i p m e Prediger. Ain neuerpautter Stokh. Der Eingang 
gwölbt, zur Linkhen hinein 1 Stuben, ain gwölbte Camer, 
gegenüber 1 Stiberl und Cämerl, doran ain gwölbte Küchel, 
1 Keller, 1 Hoff, 1 Prunen, 1 Lusthauss, ain schöner Garttn, 
im Hoff ain Holzcamer, ain stainerne Stiegen hinauf zur 
Rechten das Vorhauss mit Ibss, ain dergleichen Stuben, 1 
gwölbte Camer, gegenüber ain Stiberl und Cämerl, 1 hilzene 
Stiegen an Pötten, 1 Camer, der Pötten mit Ziegl pflastert, 
ain Aufzug, ain Schindltach, alles neuerpaudt. . . 3000 fl. 

91. Per man Fränkhl. Der Eingang gwölbt, im Vorhauss 
ain verschlagen s Cämerl, zur Rechten 1 Küchel, 1 Stuben, 1 
Camer, ain Hoff, ain Prunen, der Gartten, 1 Stall und Löber- 
hitten, gegenüber 1 Stuben, 1 Camer und verschlagens gwölbte 
Cämerl, aber ain stainerne Stiegen hinauf 1 Vorheissl, 1 hil- 
zener Gang, doran 1 Stuben, ain Stubencamer, alles schön 
mit Ibbs, aber ain schöne Camer mit Ibbs und ain Gwölb 
doran, dorauf der Pötten, 4 verschlagene Cämer, 1 Schindl- 
tach, der Pötten mit Ziegl pflastert, 1 Keller, alles von Grundt 
auf neuerpaudt 3200 fl. 



243 



In Gassen das E k h. 
92. 1 s a a c M a y r. Der Eingang gwölbt. 1 Stuben mit Ibss, am 
gwölbte Camer, aber alles underspreiz[t], doran aber 1 klain 
gwölbtes Cämerl, 1 Küchel, 1 Hoff, ain Prunen, 2 Keller, 1 
hilzene Stiegen und ain schlechter Pötten, doroben 2 under- 
schlagene Cämer, das Tach mit Schindl, alles paufellig. 

1000 fl. 

93. S i m o n P r a d t. Der Eingang im Hoff zur Linkhen, der 
Stokh, ebner Erdten 1 grosse underschlagene Stuben, ain 
Küchel, doran 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, ain Vorheissl, 2 
underschlagene Cämer, ain hilzene Stiegen hinauf die Lober- 
hitten, 1 schöne Stuben und verschlagene Camer, noch doran 
ain verschlagene Camer, 1 Küchel, doran ain gwölbte Stuben 
und verschlagene Camer, ain klainer Pötten, heraus aber ain 
neuer mit Ziegl pflasterter Pötten, 5 verschlagene Kämer, hil- 
zene Stiegen, Schindltach, ain Prun. 

Im Hoff ain ßoss Stall, aber gegenüber 1 oedter Stokh, khan 
nit bewohnt werden, alles Holz. Ain Stökhl doran, 1 Vorheissl, 
1 Küchel, 1 Stuben und Camer, alles paufellig von Holz, 
1 Keller. 

Doran ain neuerpaute Stadl zu Holz, hinter dem Stadl ain 
oedter Grundt, bei 100 Klaff ter, eingefangen mit ainen 
Plankhen 2500 fl. 

Ex dextro. 

94. Marx Schlesinger. Der Eingang und Küchel gwölbt, 
doran 1 Stuben, 1 klain gwölbtes Cämerl, doran noch ain 
gwölbtes Cämerl, durch diss Kämerl 1 gwölbtes Vorheissl, 1 
Küchel, 1 Keller, 1 Stuben mit Holz, aber ain Stuben, 1 gwölbte 
Camer, im Vorhauss 1 verschlagene Camer, 1 hilzene Stiegen, 
doroben 3 verschlagene Camer, 1 Schindltach, auf den Pötten 
1 Küchel, 1 Stuben und sauberes Cämerl, dise Stiegen hin- 
undter ain verschlagenes Cämerl und 2 klaine Höffl, dorin ain 
Holzcamer 1200 fl. 

95. S i m o n P o 1 1 ä k h. Der Eingang. Ain Höffl und 1 Maines 
Gärtl, zur eben Erdt, rechte Handt ain gwölbtes Vorheissl und 
Küchel, doran 1 Stuben, ain gwölbtes Cämerl, 1 Holzcämerl, 
im Höffl ain hilzene Stiegen hinauf ain Vorheissl und Küchel, 
gwölbt, 1 Stuben und Camer von Holz, ain Löberhitten, ain 

16* 



244 

hilzene Stiegen am Pötten, der Pötten mit Ziegl pflastert, 1 
verschlagene Kamer, herauss das Höffl, zur Rechten 1 Stibel, 
1 Küchel und schlechtes Päudl 450 fl. 

Der gülden Pfau. 

96. Motses Stainakhopff Erben. Die Einf arth gwölbt. 
1 Keller, zur Rechten ain stainerne Stiegen, 1 Vorhauss, 1 Stu- 
ben mit Ibss, doran 1 gwölbte Camer, gegenüber 1 Stuben 
mit Holz, 1 gwölbte Küchel, aber ain stainerne Stiegen hinauf 
1 Vorhauss mit Ibss, rechter Handt 1 Stuben, 1 Camer mit 
Holz, aus gwölbte Küchel, gegenüber 1 Stuben, 1 Camer mit 
Ibss, ain hilzene Stiegen auf den Pötten, 2 verschlagene Camer 
und Schindltach, der Pötten pflastert mit Ziegl, 1 Hoff, 1 
Prun, dorn eben 1 Gwölb, auf der Gassen ain Handlssgwölb und 
ain mit Holz verschlagene Fleischpankh 1600 fl. 

97. Davidt Auerpach Erben. Der Eingang gwölbt. Auf 

Gassen 2 Handlssgwölber, 1 Keller, doran 1 Gwölb auf Gassen, 
1 Höffl, 1 stainerne Stiegen hinauf 1 Vorheissl, 1 Stuben mit 
Ibss Arbeith und 2 Camer, aber 1 Stuben, 1 Küchel und die 
Löberhitten, der erste Pötten, 2 verschlagene Cämer, doran 1 
Pötten und 1 Stuben mit Ibss, 1 verschlagene Camer, 1 Schindl- 
tach, der Pötten mit Ziegl pflastert 1500 fl. 

98. Salloman W o 1 f f . Das Hauss zum plauen Wolffen. Der 
Eingang gwölbt, auf Gassen ain Handlssgwölb, 1 Keller, 1 
Gwölb in den Eingang, gegenüber ain schönes Gwölb, aber 1 
Gwölb, 1 Stiegen von Stain hinauf 1 Vorhauss, gwölbt, zur 
Linkhen 1 Stuben, 1 Camer mit Ibss, doran 1 klaines Gwölbl, 
gegenüber 1 Stiberl mit Ibss, doran 1 Küchel, aber 1 Stiegen 
hinauf 1 Pötten und verschlagene Camer, gegenüber 1 ver- 
schlagene Camer, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl mit Ibss, der 
Pötten mit Ziegl pflastert, 1 Schindltach, 1 Prunen, 1 Hoff, 
alda 1 hilzene Stiegen hinauf in Eingang 1 Küchel und Vor- 
heissl, 1 Stuben, gegenüber 1 Camer von Holz, aber 1 Stiegen 
auf den Pötten, 1 Schindltach, die Löberhitten, dorundter 1 
Holzcamer, 1 gwölbte Durchfarth, 1 Roßstall. . . 2100 fl. 

99. HierschlMayrsSöhn. Die Einfarth gwölbt. Zur link- 
hen 2 Gwöiber, doran noch 1 Gwölb, zur Rechten 1 Vorheissl, 
1 gwölbte Stuben und Camer, 1 Küchel, gegenüber 1 Gwölb, 
den Schnekhen hinauf zur linkhen Handt 1 grosse Stuben, 









245 



ain gwölbtes Vorhauss, aber 1 Stuben, 1 Camer mit Ibss, 1 
Küchel, noch ein Schnegen (!) hinauf der Pötten, 3 verschla- 
gene Camer, der Pötten mit Ziegl pflastert, 1 Schindltach, ain 
Hoff, 1 verschlagener Stall, 1 Keller 2300 fl. 

100. Jacob Lebel. Der Eingang in Hoff. Zur Rechten 1 Vor- 
heissl mit Holz, 1 Stuben, 1 Camer gwölbt, 1 Kuchl, 1 Hoff, 
die Stiegen hinauf mit Holz, 1 grosse Stuben mit Ibbs, 1 Keller, 
1 Prunen, 1 Ziegltach ohne Stiegen. Das Stökhl gegenüber 
1 Vorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 Cämerl, 1 Stibel, der Pöt- 
ten verschlagen, 1 Sindltach (!), gar schlecht, auf Gassen 
1 hilzens Lädl. 1800 fl. 

Gegenüber an G ä s s 1. 

101. Hierschis [Lücke, aus dem Steueranschlag mit „R i s z e n" 

zu ergänzen] Erben. 1 hilzene Stiegen hinauf ain Küchel, 1 
Stuben, 1 Camer, an Pötten 1 verschlagene Camer, auf Gassen 
3 Läden mit Holz, hindtem ain oedter Grundt. . . 250 fl. 

102. Marx Perlheffter, jetzt Fränkhl. Der Eingang 
Holz. 1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 Cämerl, alss Holz, 1 
Prunen, 1 Höffl, ain hilzene Stiegen hinauf Vorheissl, 1 
Küchel, 1 Stuben, 1 Camer, 1 schlechter Pötten, 2 verschlagene 
Cämer, Schindltach, 1 klainers gwölbtes Stiberl, 1 underschla- 
genes Gwölb auf Gassen, neben dem Gwölb der Eingang, doran 
1 Kuchl, die hilzene Stiegen hinauf 1 Stuben, ain gwölbte 
Camer, auf der Gassen 1 Keller und auf der Kellerthür ain 
Prodtladen, dorneben 1 Eisslerladten, alles Holzwerch. 1200 fl. 

103. Hierschi Goltschmidt. Der Eingang ain Eisslerlad- 
ten, ain gwölbtes Stiberl, 1 Kucherl, 1 Höffl, 1 Kellerl. 110 fl. 

104. Salloman Willnperger. Der Eingang 1 Fleisch- 
pankh, 1 Keller, 1 Vorheissl, 1 Stuben, 1 Camer, 1 Höfl, 1 
Gwölb, auf Gassen 2 verschlagene Lädten, alles schlecht von 
Holz pautt 150 fl. 

105. Joseph Fränkhl. Der Eingang über die Kellerthür, ain 
Höffl, 1 Vorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben, 1 gwölbte Camer, gehet 
durch auf Gassen alss wie ain Handlssgwölb, 1 hilzene Stiegen 
hinauf, 1 Vorheissl, 1 Stuben von Ibbs, 1 Camer, doran 1 
Küchel, der Pötten, 1 Sindltach (!) 450 fl. 

106. Jacob Mauttner Erben. Der Eingang über die Kel- 
lerstiegen, ] Vorheissl, 1 Küchel, 1 Stuben, underschlagen, 
von Holz, neben der Küchel 3 verschlagene Cämer, 1 hilzene 



246 

Stiegen hinauf 1 Vorheissl, 1 Kuchei, 1 Stuben, underschlagen, 
ain verschlagene Pottencamer, über 1 Stiegen noch ain Pötten, 
doran 2 verschlagene Cämer, alles Holz und Schindltach. 

250 fl. 

107. Joachimb Schneidich Erben. Auf der Gassen 3 
Gwölber, 1 Keller, der Eingang in Gässl, ain hilzene Stiegen, 
Vorheissl, 1 Cämerl, 1 Küchel, 1 Stuben mit Ibbs, 1 Camer, 
auf dem Pötten 3 verschlagene Cämer, alss Holzwerch und 

ain Schindltach 450 fl. 

Exdextro. 

108.SalomanMisslitz. Das hilzene Stökhl in Gässl, die hil- 
zene Stiegen hinauf 1 Camer, 1 Vorheissl, 1 Küchel, ain Camer, 
1 Stuben, das Tach von Schindl, gueth, 1 Fleischhitten, 3 mit 
Holz verschlagene Lädten, 5 .gwölbte GwöTber, 1 Keller, doran 

an Stadtthor 1 hilzener Ladten, ain Hoff 1800 fl. 

Über Prukhen. 

109. Samuel Morabuel. Ebner Erdt 1 Stuben, 1 Camer, 1 
Küchel von Holzwerch, 1 Stallung auf 10 Pf er dt, 1 klaines 
Höffel, ain Schindltach 150 fl. 

110. Joseph Reukh oder Greissie r, Eosshandler. 
1 Stuben, 1 klaines Stiberl, 1 Camerl, 1 Küchel, 1 Kellerl, 1 
Prun, auf 10 Pf er dt Stallung, im obern Stokh 1 Stuben, 2 
Camer, 1 Küchel, dorneben 1 Stiberl und klaines Cämerl, das 
Tach von Holz 900 fl. 

111. Jacob Tressl, Rosshandle r. Zu ebner Erdt 1 Sti- 
berl, 1 Cämerl, 1 grosser Hoff, in grossten Hauss (so! soll 
heissen Hoff), 1 Keller, Stallung pro 13 Pf erdt, gwölbt, item 
von Holz, Stall auf 30 Pf erdt, wider umb 1 großer Hoff, 1 Prun, 
zu ebner Erdt 2 klaine Gwölbel, 2 Stiberl, ain gwölbte Camer, 
1 große Küchel. Im obern Stokh 2 Stibel, 1 Camer von Stucä- 
tor, mehr 1 Stuben, 3 Camer, 1 Vorhauss, 1 schöner Garten, 
aber 1 große Stuben, doran 1 Camer, 1 gueter Tachpotten von 
Ziegl dekht, 1 Küchel 7000 fl. 

U2.Der Juden Wächter. 2 klaine Heissl, jedess 1 Küchel, 

1 Stuben und 1 Cämerl von Holz. Jedess .... 100 fl. 

Ihr Spitall-Heussl. 1 Stiberl, 1 Camerl, 1 Küchel, 

doran ain khlaine Sinago, Pötten. 
113. Item ain grosser Stokh dorneben, dorin die Krankhen sint, 

1 Prun und grosser öedter Platz, alles Holzwerch. Mt geschätzt. 



247 



114. J o ac h i mb P o 1 1 ä k h. 1 Stuben, 1 Camer, 1 Küchel, 1 
Hoff, 4 Pferdt Stauung, 1 Prun ohne Emper, alles Holzwerch. 

300 fl. 

115. Hierschi P o 1 1 ä k h. 1 Stuben, 1 Kamer, 1 Küchel, 
auf 16 Pferdt Stallung, 1 Prun von Holz, alles pauf ellig. 400 fl. 

116. W o 1 f f A 1 f a m u s E r b e n. 1 Stibel, 1 Küchel, 1 Camer, 
ganz paufellig 40 fl. 

Summa der Häuser, so von Zeit aufrecht stehen und geschätzt 

worden 111. 
Tragen der Schätzung nach summäriter auss 137.290 fl. 

117. Item ein noch unauf gebautes Hauss. 

118. Drey Synagoen und zuegehörige Schullen, Wachtstuben 
und Gwölber. 

119. Dass Gmain Hauss. 

120. Ain gross Spittall. 

Ain eingeplankhter Grundt, so 7 Claffter lang und 5 
Claffter braith, sampt ainen Holzläderl, drey öedte Gründt 
von 150 Klaff ter und ain grosser Grass Flökhl. 

Archiv d. Stadt Wien. 
(Kep. 126/1660, früher Kasten IV, Lit. J, Nr. 1.) 




Ehemalige Judenhäuser in der Tandelmarktgasse. 



248 

Die Beschreibung der Judenstadt sollte als Grundlage für 
eine, allerdings unberechtigte Besteuerung der Häuser seitens der 
Stadt dienen. Der diesbezügliche „Steuer Anschlag über die 120 
Juden Heusser nach der den 23. Juny Ao. 1660 fürgegangenen Be- 
schreibung" kam erst 1664 zustande (Orig. im Archiv der Stadt 
Wien); die Höhe der projektierten Steuer belief sich auf 3964 fl. 
1 sh 10 $. 

4. Schätzungsprotokoll der Judenhäuser 1671 

Die Schätzungsliste wurde zuerst von Weschel (Die Leopoldstadt 
S. 278 u. ff.), nach diesem von Realis (Die Juden u. die Juden- 
stadt in Wien S. 80 u. ff.) veröffentlicht, von beiden nicht korrekt 
und ohne die Schätzungspreise. Da der Abdruck bei Wolf (Die 
Juden in der Leopoldstadt S. 94 u. ff.) nur bis Nr. 71 (Jonas 
und Salomon Isac) reicht, dürfte eine Veröffentlichung des Akten- 
stückes nach der Originalvorlage hier am Platze sein. 

Sehätzung 

Über die in der xllhiesigen Judenstatt bey Wienn befindenden Be- 

haussungen, welche durch die hernach benante Geschwohrne kay. 

Hoff Handtwerkhsleuth Jeder auf sein Arbeith ordentlich bey 

Ihrem Gewissen geschätzt worden. Alss 

fl. kr. 

No. 1. Veit Munkhen Hauss 5588 227 2 

No. 2. David Nathan 1199 9 

No. 3. Jacob Schneider 1360 5 

No. 4. Joachimb Gerstl 661 15 

No. 5. Hirschl Mayr Sohns Hauss 2004 IT 

No. 6. Wolf Pindl 2204 10 

No. 7. Issrael Joachimb 1403 9 

No. 8. Hirschl Eechl 665 45 

No. 9. Inschall Lemoni Gramer 241 44 

No. 10. David Nathans Enikhl 189 30 

No. 11. Joseph Oberlender oder Adl Aurpacherin 2612 43 1 / 2 

No. 12. Jacob Salamons Hauss 4391 45 

No. 13. Abrahamb Höcht 7308 15 

No. 14. Joachimb Gibiss 465 

No. 15. Jeremias Mayr 747 45 



249 



fl. kr. 

No. 16. Samuel Hecht 1822 

No. 17. Jacob Ziggeiner 584 54 

No. 18. Modi Puskh 796 52 

No. 19. Joseph Pland 496 45 

No. 20. Aaron Sekhl 488 15 

No. 21. Samuel Issrael 2567 48 

No. 22. Issrael Salomon 718 30 

No. 23. Jacob Hecht 2390 57 

No. 24. Samuel Issrael 3512 

No. 25. Lemmel Eissens Khinder 1907 9 

No. 26. Abrahamb Höcht 4385 45 

No. 27. Jud Polackh Richter 5115 30 

No. 28. Moyse Aaron Fränckhl 692 36 l / 8 

No. 29. Abrahamb Fränckhl 3003 45 

No. 30. Copel Rissen oder Alt Gemain Hauss 1 ) 2049 45 

No. 31. Abrahamb Fleischhackher 194 40 

No. 32. Ison Häller 706 15 

No. 33. Sambson Stattsohreiber oder Alten 

Mooses Hauss 600 20 

No. 34. Lemel Riss 254 6 

No. 35. Jacob Schlessinger 2820 30 

No. 36. Mooses Kirschner 1952 36 

No. 37. Perl Goldtschmidt 3921 12 1 /., 

No. 38. Hönnig Fränckhl 2821 15 

No. 39. Copel Fränckhl 4752 40 

No. 40. Neue Gemain Hauss 2631 24 

No. 41. David Ascherl 2156 20 

No. 42. Die alt Synagoga 

No. 43. Jacob Herlinger 1573 35 

No. 44. Lazarus Khäses 2118 30 

No. 45. Hierschi Sambson 1646 35 

No. 46. Joseph Jud 501 45 

*) Das Haus, später eine „Prandstatt" und geschätzt auf 400 fl., erhält 
am 11. Sept. 1685 für seine der Stadt Wien während der Türkenbelagerung 
geleisteten Dienste der Kundschafter Georg Franz Kolschitzky. Ber. u. Mitth. 
d. Alt.-Ver. VIII. S. XXXIV. 



250 

fl. kr. 

No. 47. Mayr Perlheffters Hauss 1222 48 

No. 48. Jung Kopl Fränckhl 3149 15 

No. 49. Victor Lazaruss 1309 57 

No.. 50. Wider Jung Kopl Fränckhl 1727 

No. 51. Scheuch Wendl 256 30 

No. 52. Modi Riss 1507 55 

No. 53. Hierschi Lutzerner 2692 22 

No. 54. Jochalin Pradtin 376 

No. 55. Michel Gerstl 2343 45 

No. 56. Samuel Goldschmidt 3075 50 

No. 57. Beniamin und Salonion Frannkhl . . . 4679 15 

No. 58. Zacharias Mayrn Erhen 3988 15 

No. 59. Scheuch Jud. Weckhbrochen worden . . 139 40 

No. 60. Austerlische Erben 3232 30 

No. 61. Aaron Fränckhl 2036 30 

No. 62. Aaron Henich 1806 30 

No. 63. Abrahamb Hönnich 2030 30 

No. 64. Löwel Weyl 1940 20 

No. 65. Eliass Polackh 430 

No. 66. David und Perl Polackh 1744 6 

No. 67. Ison Eiss 1591 45 

No. 68. Marx Issrael 988 40 

No. 69. Salomon Enssgen 647 42 

No. 70. Isac Warmesser Witib 796 30 

No. 71. Jonas und Salomon Isac 1379 

No. 72. Abrahamb Munkh 1161 20 

No. 73. David Judl. H. Pfarrer Wohnung . . . 1733 45 

No. 74. Zachariass Mayr 2466 30 

No. 75. Marcus Benedict 2466 30 

No. 76. Löwel und Aaron Goldtschmidt . . . 1736 30 

No. 77. Alt Hierschi Benedict 2354 36 

No. 78. Besackh Benedict 243 10 

No. 79. Samuel Kollstatt 317 45 

No. 80. Marx Wenizl 312 15 

No. 81. Moyses Ne^sidl 1826 45 

No. 82. Löwel Moyses Mayr 248 6 

No. 83. Isac Munzhandler 320 10 



251 



fl. kr. 

No. 84. Lazarus Isac Munzhandler 133 30 

No. 85. Mayr Wenzl 354 20 

No. 86. Salomon Auerpacher 229 

No. 87. Lazaruss Mändl 1228 55 

No. 88. Mayr Seckhls Erben 358 30 

No. 89. Alten Löwen Schuelsinger 350 30 

No. 90. Simon Hierschi 720 

No. 91. Abrahamb Wolff 605 45 

No. 92. Joseph Salomon 514 30 

No. 93. Marx Linz 374 40 

No. 94. Mayr Scheyerer 374 25 

No. 95. Löwel Mayr 183 30 

No. 96. Aaron Thoman 244 15 

No. 97. Schezl Linz 464 20 

No. 98. Joseph Neustadl 280 15 

No. 99. Alten Mayr Ascher Hauss 340 15 

No. 100. Löwel Jonass Hauss 563 

No. 301. Lippmann Jurist 2415 

No. 102. Bermann Fränckhl 2756 15 

No. 103. Dess Verstorbenen Alten Isac Schuel- 

maisters Hauss 803 45 

No. 104. Simon Wienner 2902 30 

No. 105. Marx Schlessinger 3513 51 

No. 106. Simon Polackh 1240 30 

No. 107. Lazarus Wetzel 2461 45 

No. 108. Saloman Wolff 2926 1 

No. 109. Hirschl Mayr 2215 30 

No. 110. Jacob Leve del Banco 4985 

No. 111. Hirschl Pruckh 120 30 

No. 112. Perl Eissencramer 406 29 

No. 113. Salomon Fränckhl 848 15 

No. 114. Löwel Schlessinger 174 

No. 115. Hierschi Goldtschmidt 209 15 

No. 116. Samuel Millenberger 458 377 2 

No. 117. Joseph Honig Falckh 1044 

No. 118. Saloman Mancher ..." 677 24 

No. 119. Joachimb Neicheles Wittib 1340 



252 

fl. kr. 

No. 120. Salomon Nischlitz 1293 30 

No. 121. Joseph Greisslers Wittib 295 9 

No. 122. Perl Greissler 2287 28 1 /. 

No.. 123. Dess Tröstls Hauss. | Zum Zuchthaus 927 

No. 124. Jacob Tröstl / khomben 7662 30 

No. 125. Gemain Heussl 177 30 

IS T o. 126. Gemain Heussl 178 9 

No. 127. Studier Hauss 417 

No. 128. Spithal 783 35 

No. 129. Joachimb Polackh 220 25 

No. 130. Hierschi Polackhen Hauss 358 50 

No. 131. Löwel Kharch 89 15 

No. 132. Die Neue Synagoga. Ist zur Kbirchen 

khomben. 
Summarum aller hievorn beschribenen Posten 205650 54 
Dann auch die alte Synagoga, welche hievorn 

No. 42 gemelt pr 3426 2 

Ingleichen die neuerbaute Synagoga sub Nr. 132 pr. 7142 30 
Bringt die völlige Schätzung auf die ganze Juden- 
statt in allen zusamben 216219 26 

27. Dezember 1671. 
(Archiv der Stadt Wien. 42/1670.) 

Bis zum Ende des Jahres 1673 fanden sich für 83 Häuser 
Käufer, die für zusammen 65.976 fl. hintangegeben wurden. Die 
unverkauft gebliebenen 23 Häuser wurden am 30. Oktober und 
3. November 1673 neuerdings geschätzt und die Schätzungssumme 
von 55.858 fl. 30 x / 2 kr. auf 26.210 fl. reduziert. Die unverkauft 
gebliebenen Häuser waren (die eingeklammerte Ziit'er bedeutet 
den neuen Schätzungspreis): Nr. 5 (1330), 6 (560), 24 (1670), 
27 (2600), 28 (80), 29 (1850), 30 (1630), 40 (1260), 41 (620), 
42 (1500), 43 (780), 45 (520), 47 (600), 48 (2250), 50 (1050), 
53 (900), 55 (1000), 56 (1450), 64 (750), 66 (660), 75 (1500), 
77 (500) und 108 (2350). 

(Archiv d. Stadt Wien 42/1670.) 



253 

5. Diverse Urkunden, 
i. 

Auf den Rossauer Friedhof bezügliche Grundbuchseintragungen. 1 ) 

l. 

5. April 1620. 

N: und N: die alhieige befreytc Judenschafft haben emp- 
fangen Nutz und Gwöhr, zwa^er nunmehr zusamben gerainten 
Grundts alhie im Oberen Wörth, welcher thails Ihnen vor vill 
Jahren, der ander thaill aber erst jüngsthin auf ihr gehorsambes 
bitten, zu ihrer Begrebnus aufgeben worden, darauf derzeit zwa\' 
heuser gepaut stehen, helt die Leng an beeden Ohrten sambt 
dem Graben 148 Daumbein über zwerch oben und undten, auch 
mit sambt dem Graben, 128 Daumbein, darvon man hinfüro Jähr- 
lichen dient der Burgerspitall alhie, 80 Pfennig, zu rechtem 
Grundtdienst und nit mehr; welcher Grundt auf Ihr der Juden- 
schafft gehorsambes anbringen zu Ihrer begrebnuss, von der 
Grundtherrschafft umb ain benantes Geldt, so sie derselben par 
erleget haben, auf und übergeben, auch auf Ihr bittliches an- 
langen, auf der Herrn Superintendenten des Burgerspitalls der- 
wegen eingeraichten und ratificirten Bericht von ainem Edlen 
hochwaisen Statt Eath darauf erthailter verwilligung ihnen dise 
Gwöhr darumben aussgeförttigt worden, damit mögen sie Juden- 
schafft fürohin all ihren Nutz und Fromen schaffen und be- 
trachten wie sie verlust und der Statt Wienn Eecht ist, doch 
sollen sie obligirt sein, umb solchen Grundt und darauf gepaut 
Heusser sowol als der Christen Gemain alle zehen Jahr, laut auss- 
gangner Khayserlicher Generalien die Gwöhr wider zu renovirn 
und zu erneuen, als .Grundtbuechs Recht ist. Actum, den 5. 
Aprill 1620. [GB. 194 (Gewöhr Satxbuch über den Obern und 
Untern Werd, Nr. 4), fol. 138—139.] 

Vernewert den 11. Oetober Anno 1641 wie in lib: no: 5: fol: 49 
zusechen. 

2. 
11. Oktober 16J f l. 

Insimili haben N: und N: die alhieige Judenschafft nutz 
und gwöhr empfangen aines Öeden und New aufgebenen Grundt 

x ) Trotz der sorgfältigsten Durchforschung der auf den oberen Werd 
bezügl. Grundbücher und sonstiger einschlägiger Quellen ist es mir nicht 
gelungen, eine Eintragung über die scheinbar noch im 15. Jahrhundert, 
kurz nach der Rückkehr der Juden nach Wien erfolgte Erwerbung der 
Eossauer Friedhofsgründe durch die Judengemeinde zu ünden. Daß der 
Friedhof in der Seegasse schon am Anfange des 16. Jahrh. belegt war, be- 
weist der älteste erhalten gebliebene Grabstein aus dem Jahre 1540. 



254 

im Obern Wörth, so Ihnen auf Ihr gehorsames Ansinnen und 
Bitten zuerwaitterung Ihrer Begräbnus, Inhalt der Wohlverordt- 
neten Herrn Superintendenten und Spittlmaister der Burger- 
spittall alhie zu Wienn ratificirten Bericht, den 21. Juny dis 
Jahrs ausgemessen worden, und helt bemelter Grundt, Nemblich 
an dem untern Orth hinauf werths, gegen dem Mörlutzischen 
Stadl, in die Lenng 13 Claffter, die ober Praiten gegen des Holz- 
bergers Garten, 30 Claffter, 2 schuech, die Ober oder Inner Lenng 
auch 13 Claffter, und die unnter Praiten an dem Graben bey- 
ihrer Begröbnus, nach der Planckhen gegen der Thonau auch 
30 Claffter 10 Schuech, das macht in die Vierung zusamben 86 
Claffter 4 Schuech; darvon man hinfüro Jährlichen diennt der 
Burgerspittall alhie Michaelis 4 Schilling Pfenning zu rechtem 
Grundtdienst und nit mehr. Welcher Grundt Ihnnen der ob- 
gemelten Judenschafft umb ain benandte Summa Gelt, so Sy 
Crafft producirter Quittung pahr ins Spittallambt erlegt haben, 
auf: und übergeben und darumben die Gwöhr zuerthaillen ge- 
willigt worden; damit mögen Sy Judenschafft hinfüro, all ihren 
nutz und frumen schaffen und betrachten, wie Sie Verlust der 
Statt Wienn und Grundtbuechs Recht ist; doch sollen Sy obligirt 
sein umb solchen Grundt sowol als der Christen Gemain, alle 
10 Jahr vermög ausgangener Khay. Generalien die Gwöhr wider 
zu renovirn und zu ernewern, als der Statt Wienn und Grundt- 
buechs Recht ist. Actum ut supra. [OB. 195 (Gewöhr u. Satz- 
buch etc., Nr. 5) fol. 49 a.] 

3. 
Mehr hat vorgedachte Judenschafft nutz und gwöhr empfann- 
gen aines Newen Grundts, so Ihnnen ingleichen (allermassen negst 
vorstehende Gwöhr vermag) den 29. Augusti besagten 1641. Jahrs 
von neuem aufgeben worden, undt helt nun erstlich die herunter 
praitten, bey dem Weeg, gegen Thoman Rath, Gerichtsgeschwor- 
nen, und Schuelmaisters im Obern Wörth, garten über 14 Claffter, 
die Lenng nach dem Wasser hinauf, gegen der Spittl Oxenaw, 
beim Spörckhtenpühel, bis zu dem anndern Ihnen zuvor auss- 
gemessenen Newen Grundt, 39 1 / 2 Claffter, am obern Orth gegen 
bemelter Aw 16 Claffter, und die ober Lenng neben ihrer alten 
Begräbnus 41, das ist in die Vierung 110y 2 Claffter, darvon 
man auch hinfüro jährlichen diehnt der Bürgerspittall alhie zu 
Wienn Michaelis 4 Schilling Pfenning zu rechtem Grunndtdiennst 
und nit mehr; welcher Grunndt ebenfalls auf Ihr der Judenschafft 



255 

gehorsambes Anlanngen zu Erwaitterung Ihrer Begräbnus, umb 
am verglichene Summa gelt, deren besagtes Burgerspittall, Inhalt 
pröducirter Quittung zu genüegen befridtiget auf: und übergeben 
und darumben die Gwöhr zuerthaillen gewilliget worden; die 
mögen nun auch ihren nutz und frommen damit schaffen, wie 
Sie Verlust der Statt Wienn und Grundtbuechs Recht ist, und 
das Sy gleichfalls (wie in vorstehenden Gwöhm begriffen) alle 
10 Jahr die Gwöhr zuernewern, schuldig unndt verpundten sein. 
Es ist auch Ihnnen Juden umb diese ietzt new aufgebene Grundt, 
ainen Graben, V/ 2 Claffter weit, als nemblichen auf der seiten, 
gegen der Spittl Oxenau und gegen der Thonau aufzuwerffen ver- 
willigt worden, auf den anndern zwo saitten aber verbleibt es 
allerdings bet dem alten Graben, allain neben der gassen, gegen 
gemelten Thoman Rath über soll solcher Graben nur ainer Claffter 
weit aufgeworffen werden. Actum ut supra. [GB. 195 fol. 49 b.] 

Renoviert pro 1804 in libro Nro. 15. Fol. 228. 

2. 
Satzbrief Moyses Fröschls 1641. 

Mooses Fröschl sesshaffter Judt alhie zu Wienn ver- 
pfändet wegen schuldiger 13000 Gulden dem Nonnenkloster zu 
St. Lorenzen „alle seine Haab und Güetter in genere, sunderlich 
aber und in specie, seine in alhieiyer Judenstatt ligendte Grundt - 
stuckh per 10000 Gulden" (laut Schuldobligation vom 21. Aug. 
1638). Da nun Fröschl von dem Sekretär des Obersthof marschall- 
amts und Advokaten Dr. Martin Huetter zur Begleichung dieser 
Schuld 6000 fl. aufgenommen hat, wünscht der Darlehensgeber die 
diesbezügl. Vormerkung im Judengrundbuch. Wien, 4. Mai 1641. 
[Satzbuch fol. 26 (auch in Rapulaturbuch fol. 1.)] 

Beigelegt die mit dem Siegel des Stadtrats versehene gleichlautende 
Abschrift des Satzbriefes mit der vom 16. Apr. 1657 datierten Erklärung 
des unten genannten Grafen Starhemberg die Begleichung der Schuld- 
summe „bey Verkhauff und Überlassung der Moysses Fröschlischen 
alhiesiger Jüdenstatt ligender behaussung" ferner die Zessionsurkunde des 
Martin Huetter betr. die Übergabe der Hypothek an Erasmus Graf 
Starhemberg. Wien, 11. März 1643. 

3. 
Satzbrief Jacob Salomons 1666. 

Jacob Salomon oder J ü d 1 versetzt und verpfändet 
„Grund und Haus mit ainer seiten zu negst Gumprechten Auer- 
pachs oder Linz .... Hauss gelegen" an Paul Wenzl, nieder- 
oesterr. Buchhaltungs-Rait-Offizier um 1500 Pf. Pf. Wien, 15. 
März 1666. [SatzL fol. IL] 



256 



100535 fl. 



3320 fl. 5 ß 22 Pf. 



426 fl. 4X 



4. 

Eingabe der Stadt Wien auf die Landtagsproposition wegen 
Herstellung der Verteidigungswerke und Aufstellung einer Armee 
1684 (Beilage C). Ber. u. Mitt. d. Altert.-Ver., VIII., S. XXVI. 
Anno 1671 hat Gemeine Statt zu Er- 

khauffung der vorhero genanten Juden: 

aniezo Leopoldstatt der Kay. Hoff Com- 

mission und denen von darauss ge- 

wissene Partheyen, erlegt und bezahlt 
Auf erbawung der Kirche, Pfarrhoffs und 

anderer Heusser Anno 670, 671 und 

672 aussgelegt worden 

Widerumb Vermög der 672 Jährigen 

Ober Cammer Ambts Eaithung . . 
Zu haltung eines Herrn Pfarrers von 

Michaeli 671 Jährlich 200 fl., dann zu 

Unterhaltung eines Messners 100 fl. bis 

Michaeli 673 auf 2 Jahr 600 fl., von 

Michaeli 673 bis dito 683 aber seindt 

nur dem Herr Pfarrer allein Jahrlich 

200 fl. assigniert, bringt auf 10 Jahr 

2000 fl. zusamben 

Item hat der Vorig und Jeczig Herr 

Unter-Cammerer etlich 100 fl. repari- 

rungs Unkosten aussgelegt. 
Zu bezahlung besagter Leopoldstatt restirt 

Gemeiner Statt unterschiedliche Par- 
theyen annoch ausser der bisshero an- 
erwachsene Interessen in die . . . . 
Entgegen wehre von denen Partheyen so 

alda Heusser erkaufft noch einzufor- 
dern und in Ausstandt ausser der 

Steuer in die 

Steuer in die 

Ausstendiges Interessen biss lezten April 

bey . . . 

Benebens seindt die Tolloranz Gelder von 

24. July 670 bis 682, Jahrlich mit 

14000 fl. biss dito 683 aber in abschlag 

derselben 8000 fl. bezahlt worden, bringt 

in Allem auf 13 Jahr 176000 fl. 



2600 fl. 



80000 fl. 



58.000 fl. 
54000 fl. 

10313 fl. 




Zu Schwarz: Das Wiener Ghetto. II. Teil. 



Leipzig-. Verlag • 



DDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDD 



III. 

Aus dem Toten protokoll der Stadt 
Wien 1648-1669 



Das mit dem Jahre 1648 beginnende Totenprotokoll der Stadt 
Wien enthält auf den letzten Blättern eines jeden Bandes die auf 
die Juden bezüglichen Eintragungen. Leider ist die Serie 
nicht lückenlos erhalten. So fehlt z. B. der die Eintragungen 
vom 25. Okt. 1656 bis 1. Jan. 1659 enthaltende Band, ebenso sind 
Lücken innerhalb der vorhandenen Bände zu konstatieren (1662, 
z. Teil, 1663 — 1666). Die Judeneintragungen schließen mit dem 

21. März 1669. 



DDDDDDDDDDDDDDDDDDDDDQDODDDDDDD 
Schwarz, Das Wiener Ghetto. 17 



1648. 

24. August. Dem Jacob Juden, ins Hirschl Valekh Juden 
Hauss, sein Khindt Sella ist an der Fraiss beschaut, alt 3 J. 

I. September. Dem Samuel Juden, in sein Hauss cein 
Khindt Eebeca, ist an der Wassersucht beschaut, alt 10 J. 

5. September. Dem Jonass Juden, ins xAbrahamb Juden 
Hauss, sein Khindt Kebeca, ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

7. September. Dem Lob Juden, in der Israelin Jüdin Wittib 
Haus sein Weib Eebeca ist im Khindlböth gestorben, alt 30 J. — 
Dem Samuel Juden in sein Hauss sein Khind Hitl ist an Pladern 
beschaut, alt 4 J. 

II. September. Der Samuel Jud in sein Hauss ist am 
Dampff beschaut, alt 70 J. 

17. September. Dem Copl Fränckhl Juden, in sein Hauss 
sein Kindt Ändl, ist an Pladtern beschaut, alt 1 / 2 J. 

20. September. Der Davidt Jud in ihm Spitall ist ann der 
Fraiss beschaut, alt 18 J. — Dem Samuel Juden in sein Haus sein 
Khindt Hitl ist ann der Schwindsucht beschaut, alt 4 J. 

28. September. Dem Ära Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veit ist an der Dör beschaut, alt 5 J. 

22. September. Der Jacob Judt in der Libo Jüdin Wittib 
Haus ist am Leib Bruch beschaut, alt 60 J. 

28. September. Dem Salomon Juden, in der Sprintza 
Jüdin Hauss.. sein Khindt Hitl ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 2 J. — Der Bella Jüdin Wittib, ins Mayr Juden Hauss, ihr 
Kind Hitl ist am Pladtern beschaut, alt 2 J. 

5. Oktober. Dem Wolff Juden in sein Hauss sein Khindt 
Hitl ist an Pladern beschaut, alt 1 / 2 J. — Dem Herz Juden in sein 
Hauss sein Khindt Jacob ist ann Pladern beschaut, alt 1 / 2 J. 

7. Oktober. Die Sara Jüdin, ein Wittib in Judenspital, ist 
an der Gallsucht beschaut, alt 16 J. — Die Eebeca, ein Juden 
Kindt, in ihren Spital ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

11. Oktober. Dem Sallomon Juden, in der Sprinza Judtin 
Hauss, sein Khindt Kebeca ist an Pladern beschaut, alt 3 J. 

14. Oktober. Die Guetereckh Jüdin, Wittib ins Michl Gerstl 
Juden Hauss ist an hitzigen Fueber beschaut, alt 45 J. — Dem 
Samuel Juden, in sein Hauss sein Khind Zirl ist ann der Fraiss 
beschaut, alt 1 / 4 J. 

17* 



260 

15. Oktober. Dem Aronn Juden, ins Selickhen Jnden Haus 
sein Khind Veit ist an Pladern beschaut, alt 4 J. 

19. Oktober. Dem Hönl Juden, ins Lob Falckh Juden Haus 
sein Khindt Moni ist an Pladern beschaut, alt 3 J. — Dem Moni 
Juden, ins Samuel Juden Haus sein Khindt Israel ist an Pladern 
beschaut, alt 2 J. — Dem Isac Juden in sein Haus sein Khind 
Änl ist an Pladern beschaut, alt 2 J. 

22. Oktober. Dem Abrahamb Juden, in der Lehen Jüdin 
Wittib Hauss, sein Khindt Sprintza ist an der Fraiss beschaut, 
alt 4 J. 

25. Oktober. Der Lob Jud, in der Schönl Jüdin Hauss, ist 
am Dampf beschaut, alt 70 J. 

26. Oktober. Der Abrahamb, ein Juden Khindt in ihren 
Spital ist an der Fraiss beschaut, alt 10 J. 

31. Oktober. Der Isac Jud, ins Veit Brodt Juden Hauss ist 
am Sant beschaut, alt 60 J. — Dem Isac Pinckhes Juden, in 
sein Hauss sein Khindt Sara, ist an Gallsucht beschaut, alt 10 J. 

1. November. Dem Israel Pinkhes Juden, in sein Hauss 
sein Zueh Khindt Falckh ist 3 Tag inficirt gestorben, alt 3 J. 

3. November. Dem Samuel Juden, in sein Hauss, sein 
Khindt Schweba ist ann der Dör beschaut, alt 10 J. 

5. November. Der David Jud, ins Lob Falckhen Juden Hauss 
ist an Dampff beschaut, alt 43 J. 

7. November. Dem Abrahamb Juden, ins Selckhen Juden 
Hauss, sein Khindt Simon ist ann Pladern beschaut, alt 3 J. 

8. November. Der Jaga, ein Juden Khindt, iu ihren Spital, 
ist an Dampf beschaut, alt 12 J. 

9. November. Dem Simon Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Simon, ist an Pladtern beschaut, alt 1 J. — Dem Hirschl Juden, 
ins Michl Gerstl Juden Hauss sein Kindt Schema ist ann Pladtern 
beschaut, alt 1 / 2 J. 

15. November. Der Hillel Jud, in sein Hauss ist an Dampff 
beschaut, alt 82 J. — Die Kebeca, ein Juden Khind, in ihren 
Spital ist an der Frais beschaut, alt 6 J. 

16. November. Dem Moyses Juden, ins Hirschl Judenhaus 
sein Khindt Joseph ist an Pladern beschaut, alt 1 / 2 J. — Der 
Lippein Juden Khindt in ihrem Spitall ist 3 Tag inficirt ge- 
storben, alt 10 J. 



261 

22. November. Dem Lob Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Galgat, ist an Dampf beschaut, alt 3 J. — Der Schallam, ein 
Juden Kindt, in ihren Spitall ist an Pladtern beschaut, alt 
10 J. — Dan auch sein Kindt Simon ist an Pladtern beschaut, 
alt 3 / 4 J. 

24. November. Der Jochamb Jud, in ihren Spital, ist an 
der Gelbsucht beschaut, alt 24 J. 

26. November. Der Moyses Jud, in ihren Spital, ist an der 
Dör beschaut, alt 12 J. 

28. November. Dem Hirsch 1 Juden, ins Lob Juden Hauss 
sein Khindt Davidt ist an Pladtern beschaut, alt 3 J. 

31. November. Der Lazarus Jud in ihren Spital ist an der 
Dör beschaut, alt 66 J. 

3. Dezember. Dem Löbl Juden, ins Gerstl Juden Hauss sein 
Khind Pella ist an Pladern beschaut, alt 3 J. — Die Leha Jüdin 
Wittib im Juden Spital ist an Dampff beschaut, alt 60 J. 
— Der Esterl Jüdin Wittib, ins Scheya Juden Hauss ihr Khind 
Isac ist an Pladern beschaut, alt 3 / 4 J. 

6. Dezember. Dem Lob Austerlitz Juden, ins Lob Polax (!) 
Juden Hauss, sein Tochter Rucha ist 8 Tag inficirt gestorben, 
alt 12 J. 

8. Dezember. Die Zierl Jüdin Wittib, ins Samuel Juden 
Hauss ist in Kindlbötten verschiden, alt 36 J. 

10. Dezember. Der Isac Hitzig Jud, in ihren Spital ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 18 J. 

11. Dezember. Dem Gumbrecht Juden, in sein Hauss sein 
Kindt Rössl, ist an Pladtern beschaut, alt 2 J. 

16. Dezember. Die Sprinze Jüdin Wittib, in ihren Hauss 
ist an Dampff beschaut, alt 69 J. 

22. Dezember. Dem Abrahamb Juden, ins Mayr Juden 
Hauss, sein Khindt Hirschl ist an Pladtern beschaut, alt l x / 2 J. 

29. Dezember. Der Schema Jud in sein Haus, ist an der 
Dör beschaut, alt 50 J. 

1649. 

6. Januar. Dem Isaac Juden ins David Austerlitz Juden 
Hauss, sein Khind Veitl ist an Bladern beschaut, alt 1 J. 

7. Januar. Die Jächenne Jüdin Wittib in Juden Spital ist 
an Carthar beschaut, alt 30 J. 



262 

11. Januar. Die Pluma Jüdtin Wittib, ins Salleman Juden 
Hauss, ist an Dampf beschaut, alt 70 J. — Dem Samuel Juden 
in sein Hauss, sein Khindt Enssge ist an der Schwindtsucht be- 
schaut, alt 3 J. 

14. Januar. Dem Izeckh Juden, ins Joseph Juden Hauss 
sein Khindt Aberhamb ist an der Fraiss beschaut, alt */* J. 

25. Januar. Der Beriz Judt, in sein Hauss ' ist an Cartar 
beschaut, alt 60 J. — Dem Jonna Judten, ins Hierschi Judten 
Hauss sein Weib Sara ist an der Dör beschaut, alt 34 J. 

8. Februar. Der Eebeca Jüdtin Wittib, ins Mayr Juden 
Hauss, ihr Khindt Jacob ist an der Dör beschaut, alt 6 J. 

16. Februar. Dem Tröstl Juden in sein Haus sein Weib 
Frötl ist an der Dör beschaut, alt 50 J. 

17. Februar. Dem Lob Juden, in der Bella Judin Hauss 
sein Khindt Eebeca ist an Bladern beschaut, alt l 1 / 2 J. 

26. Februar. Dem Aberhamb Juden, ins Michael G-erstl 
Juden Hauss, sein Khindt, ist in 6 Wochen beschaudt. 

10. März. Der Jidl Judt, ins Copl Juden Hauss ist an Dampf 
beschaut, alt 70 J. — Die Eebeca Jüdin Wittib in ihren Spital 
ist an der Dör beschaut, alt 70 J. 

14. März. Der Israel Judt ins Leb Juden Hauss ist an der 
Dör beschaut, alt 8 J. 

15. März. Die Eebeca Jüdin Wittib, ins Samuel Juden 
Hauss ist ann der Dör beschaut, alt 43 J. — Dem Lob Juden, ins 
Gerstl Juden Hauss sein Khind Veit ist an der Frais beschaut, 
alt 1 J. 

2. April. Die Eebeca Jüdin Wittib in ihren Hauss ist an 
der Dör beschaut, alt 40 J. 

6. April. Die Lehen Jüdin Wittib in ihren Hauss ist an 
der Dör beschaut, alt 80 J. 

7. April. Der Manisch Judt, in ihren Spital ist an der Dör 
beschaut, alt 50 J. 

11. April. Die Eebeca Judin Wittib, in der Destga (?) Judin 
Hauss ist an Dampft 2 beschaut, alt 62 J. 

25. April. Der Moyses Judt, ins Schema Juden Hauss ist an 
der Thor beschaut, alt 40 J. 

9. Mai. Dem Lipp Judt, ins Samuel Juden Hauss, sein Khindt 
Jidtl ist an der Fraiss beschaut, alt 6 Wochen. 









263 

10. Mai. Der Moyses Judt, in ihren Spital ist an der Wasser- 
sucht beschaut, alt 25 J. 

21. Mai. Dem Abrahamb Juden in sein Hauss sein Zieg- 
khindt Joseph ist an der Schwindsucht beschaut, alt 2 J. 

24. Mai. Dem Gerstl Juden in sein Hauss sein Weib Marta 
ist am Cartar beschaut, alt 20 J. 

25. Mai. Die (!) Eebeca Jüdin Wittib, in Juden Spital ihr 
Khindt Anna ist an der Schwindtsucht beschaut, alt l x / 2 J. 

3. August. Dem Löbl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Rebeca ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

6. August. Dem Johaimb Juden, ins Samuel Juden Hauss, 
sein Khindt Israel ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

9. August. Dem Tobia Juden, ins Mooses Juden [Hauss], 
sein Weib Sara ist an der Wassersucht beschaut, alt 40 J. 

13. August. Dem Davidt Austerlitz Juden, in sein Hauss, 
sein Khindt Rebeca ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

15. August. Dem Koffmä (!) Lebl Juden, in sein Hauss 
sein Weib Rebeca ist an der Dör beschaut, alt 50 J. 

7. September. Dem Aran Judten, ins Moyses Franckhls 
Juden Haus sein Khindt Frumeth ist an der Fraiss beschaut, alt 
8 Wochen. 

8. September. Dem Joseph Juden, ins Johaimb Juden Hauss, 
sein Khindt Frumueth ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. 

13. September. Dem Tobias Juden, ins Mooses Juden Hauss, 
sein Khindt Jacob ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

14. September. Der Wolff Judt in Juden Spittal ist an der 
Thor beschaut, alt 75 J. 

20. September. Dem Sallomon Juden in sein Hauss sein 
Sohn Khüeffe ist am Cartar beschaut, alt 13 J. 

23. September. Die Eva Judtin, Wittib, in der Leonora 
Judtin Hauss ist am Dampf beschaut, alt 70 J. — Der Leb Judt, 
ins Nasa Juden Hauss, ist am Cartar beschaut, alt 25 J. 

24. September. Dem Marx Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Nacheme ist an der Thor beschaut, alt 40 J. 

3. Oktober. Der Herzog Judt, in sein Hauss ist an Schlag 
beschaut, alt 50 J. 

4. Oktober. Dem Wolff Juden, ins Mayr Juden Hauss sein 
Khindt Anna ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 



264 

12. Oktober. Der Elliass Judt, ins Mooses Juden Hauss, 
ist an dem Cartar beschaut, alt 70 J. 

14. Oktober. Dem Leberman Juden, ins Davidt Juden 
Hauss sein Khindt Joachimb ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 2 J. 

15. Oktober. Der Golta Judin Wittib, ins Israel Juden Hauss 
ihr Khindt Frätl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

17. Oktober. Dem G-erstl Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Rachel ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

18. Oktober. Der Joel Judt, in Juden Spital ist an der 
Thor beschaut, alt 40 J. — Dem Jacob Juden in Juden Spitall 
sein Khindt Jüdl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

24. Oktober. Dem Leberman Juden, ins sein Hauss, sein 
Khindt Israel, ist an der Fraiss verschiden, alt 4 Wochen. 

27. Oktober. Dem Mooses Juden, ins Apel Juden Hauss, 
sein Khindt Redl ist an der Fraiss verschiden, alt 3 Wochen. 

29. Oktober. Der Simon Judt, in sein Hauss ist an der Thor 
beschaut, alt 65 J. 

31. Oktober. Der Isaac Judt, in der Eissl Wittib Hauss ist 
am Cartar beschaut, alt 50 J. 

10. November. Dem Lob Juden in sein Hauss, sein Kindt 
Israel ist an der Fraiss beschaut, alt 4 Wochen. 

14. November. Dem Marx Juden, ins Lebl Juden Haus, sein 
Khindt Sara ist an der Wassersucht [beschaut], alt 10 J. — 
Dem Hirschl Juden in sein Hauss, sein Khindt Isaac ist an der 
Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

30. November. Dem Marckhes Juden, in sein Hauss sein 
(Khindt Frätl ist an der Dör beschaut, alt 6 J. 

2. Dezember. Die Wella Jüdtin Wittib ins Judta Juden 
Hauss ist an der Dör beschaut, alt 77 J. 

5. Dezember. Dem Leb Juden in sein Hauss sein Khindt 
Sara ist an Durchbruch beschaut, alt 3 J. 

10. Dezember. Der Juda, ein Judt in Ihren Spital ist an 
Füeber beschaut, alt 15 J. 

15. Dezember. Dem Gerstl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Michael ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

16. Dezember. Der Leb Judt, in Ihren Spitall, ist an Dampf 
beschaut, alt 12 J. 



265 

16. Dezember. Dem Mo) v ses 'Judten ins Ma^r Judten Hauss 
sein Khind Eebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 8 J. 

17. Dezember. Dem Leb Juden in sein [Hauss sein] Weib 
Bella ist an der Thor beschaut, alt 50 J. 

23. Dezember. Dem Abrahamb Juden ins Khieffe Juden Haus 
sein Sohn Israel ist an der Wassersucht beschaut, alt 12 J. 

1650. 

3. Januar. Der Abrahamb Judt ins Jidl Judten Hauss ist 
an der Dör beschaut, alt 60 J. 

13. Januar. Der Perl Judt in der Eebeca Jidtin Wittib 
Hauss ist an der Dör beschaut, alt 43 J. 

15. Februar. Die Eebeca Jüdin, in Juden Spitall ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 15 J. 

17. Februar. Der Jacob Judt, ins Isaac Juden Hauss ist 
an der Thor beschaut, alt 57 J. 

18. Februar. Dem Mooses Juden, in Ihren Spitall sein 
Khindt Jacob ist an der Frais beschaut, alt 2 J. 

20. Februar. Dem Mooses Juden, ins Salleman Juden 
Hauss, sein Khindt Gmantl ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 3 J. 

21. Februar. Der Jacob Judt, in sein Hauss, ist an der 
Dör beschaut, alt 73 J. 

8. März. Dem Hierschi Judten in sein Hauss sein Khind 
Löbl ist an der Wassersucht beschaut, alt 3 J. 

15. März. Der Nadl Judt ins Abrahamb Juden Hauss ist 
am Cartar beschaut, alt 11 J. 

19. März. Die Eebeca Jidtin, ein ledigs Mensch in ihren 
Spital ist an der Wassersucht beschaut, alt 13 J. 

22. März. Dem Wolf! Juden in sein Hauss sein Weib Buna 
ist ann Cartar beschaut, alt 60 J. 

27. März. Der Israel Wolff Judt in sein Hauss ist am 
Cartar beschaut, alt 40 J. 

3. April. Dem Israel Juden, ins Hierschi Juden Hauss, 
sein Khindt Veit ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

14. April. Die Jidl Jidtin Wittib, ins Michl Gerstl Juden 
Hauss ist an der Dör beschaut, alt 90 J. 

19. April. Die Eebeca Jidtin ins Khifa Juden Haus ist an 
der Dör beschaut, alt 70 J. 



266 

24. April. Der Simon Judt in sein Hans ist an der Dör 
beschaut, alt 77 J. 

5. Mai. Dem Davidt Jidl in sein Hauss, sein Khindt Hana 
ist an der Fraiss verschiden, alt 6 Wochen. 

29. Mai. Dem Marx Jnden ins Israel Jnden Haus sein 
Weib Guderth ist am Carthär beschaut, alt 50 J. 

22. August. Dem Janna Juden ins Jacob Juden Haus sein 
Weib Eebeca ist an der Muetter Frais beschaut, alt 25 J. 

31. August. Dem Marx Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Bella ist in Khindlpöten verschiden, alt 26 J. 

8. September. Dem Simon Wällisch Juden in sein Haus 
sein Khindt Jeschkhe ist an der Frais beschaut, alt 7 J. 

15. September. Dem Jacob Judten in sein Haus sein 
Khindt Eebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 / 2 J. 

21. September. Die Ester Jidtin Wittib in ihren Spitall 
ist an der Dör beschaut, alt 75 J. 

9. Oktober. Der Benedicth Judt, in der Sara Jüdtin Wittib 
Haus ist am Leibbruch beschaut, alt 38 J. 

14. Oktober. Der Joseph Judt ins Henig Juden Hauss ist 
am Cartär beschaut, alt 55 J. 

16. Oktober. Dem Jacob Judten in Judten Spitall sein 
Khindt Eössl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

19. November. Die Hindi Jüdtin ins Jändl Juden Hauss 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 60 J. 

4. Dezember. Der Davidt Judt in Juden Spitall ist am 
Cartär beschaut, alt 16 J. 

29. Dezember. Der Haindl Judt ins Haindl Juden Hauss 
ist an der Dör beschaut, alt 40 J. 

1651. 

3. Januar. Dem Gabriel Juden in sein Hauss sein Weib 
Vögl ist in Khindlpöten verschiden, alt 40 J. 

8. Januatr. Der Lockha Judt, ins Samuel Juden Hauss! 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

9. Januar. Der Joachimb Judt in Juden Spitall ist an der 
Dör beschaut, alt 40 J. 

17. Januar. Der Seilig Judt in sein Hauss ist am Cartär 
beschaut, alt 60 J. 



267 



25. Januar. Dem Hierschi Juden ins Jidl Juden Hauss 
sein Khindt Jacob ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. — Der 
Jacob Judt, ins Jacob Juden Hauss ist an der Thor beschaut, 
alt 80 J. 

27. Januar. Dem Abrahamb Juden in sein Hauss sein 
Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 / 2 J. 

28. Januar. Dem Marx Juden in sein Hauss sein Khindt 
Joachiml ist an der Fraiss beschaut, alt 5 / 4 J. 

3. März. Die Mallckha ein Juden Khindt in ihren Spitall 
ist an der Thor beschaut, alt 8 J. 

6. März. Der ( !) Moyses Judt in sein Hauss, sein Weib Eechl 
ist am Catharr beschaut, alt 30 J. 

7. März. Der Wolff Jud, im Juden Spital ist am Catharr 
beschaut, alt 20 J. 

16. März. Der Froimb Judt im Judten Spital ist an der 
Dörr beschaut, alt 18 J. 

17. März. Der Joachimb Judt in Juden Spital ist an der 
Gelbsucht beschaut, alt 66 J. — Dann die Lenora Jüdin Wittib, 
welche gestern vorm rothen Thurn erschossen worden, ist vom 
Khay. Stattgericht beschaut, alt 50 J. 

29. März. Die Lehe Jidtin Wittib in Juden Spitall ist an 
der Dör beschaut, alt 80 J. 

5. April. Die Ester Jidtin Wittib in Juden Spital ist am 
Cartär beschaut, alt 40 J. 

25. April. Dem Veit Juden in Juden Spital sein Weib 
Khafa ist an der Dör beschaut, alt 40 J. — Der Fraitl Jidtin 
Wittib in Juden Spital ihr Khindt Rebeca ist an der Frais be- 
schaut, alt 1 / 2 J. 

30. April. Dem Davidt Juden ins Moyses Juden Hauss 
sein Khindt Veith ist an der Lungensucht beschaut, alt 6 J. 

11. Mai. Dem Davidt Juden ins Abrahamb Juden Hauss 
sein Kind Lehe ist an der Frais beschaut, alt 1 J. — Der Rechl 
Jüdtin Wittib, ins Hierschi Juden Hauss ihr Khindt Veitl ist 
an der Frais beschaut, alt 4 J. 

19. Mai. Dem Modi Juden, ins David Franckhl Judens 
Hauss, sein Khind Seya ist an der Fraiss beschaut, alt 5 J. 

22. Mai. Dem Jöckhl Juden in sein Haus sein Kind Veitl 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 5 J. 

29. Mai. Der Egerer Judt, ins Wolff Juden Hauss ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 47 J. 



268 

8. Juni. Dem Hertz Judten, ins Söekhl Judten Hauss sein 
Khindt Berl ist an der Wassersucht, beschaut, alt 10 J. 

14. Juni. Dem Lembl Juden, in sein Haus sein Weib Eesl 
ist am Catharr beschaut, alt 30 J. 

21. Juni. Dem Abrahamb Juden in sein Hauss sein Ziech 
Tochter Jidl ist am Catär beschaut, alt 12 J. 

6. Juli. Der Jodl Judt, ins Dröschl Juden Hauss ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 30 J. — Dem Leb Juden in sein Hauss, 
sein Weib Eachl ist in Khindlpöten verschiden, alt 20 J. 

11. Juli. Dem Ära Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Anna ist an der Fraiss beschaut, alt 6 Wochen. 

13. Juli. Dem Khopl Juden, ins Modi Bennedict Hauss, 
sein Khindt Veit ist an der Fraiss verschiden, alt 6 Wochen. 

19. Juli. Dem Munckh Juden, ins Mayr Juden Hauss sein 
Khindt Ressl ist an der Fraiss beschaut, alt 2 1 / 2 J. 

21. Juli. Der Johaimb Judt, ins Abrahamb Juden Hauss 
ist an der Thor beschaut, alt 18 J. 

12. August. Dem Tavidt Juden in guedten (!) Spitall sein 
Khindt Welle ist an Cartar beschaut, alt 1 J. 

28. August. Der Isaac Judt in Judenspitall ist an fressenen 
Lob beschaut, alt 60 J. 

7. September: Dem Samuel Juden in sein Haus sein Weib 
Hendl ist am Cartar beschaut, alt 40 J. 

10. September. Dem Itzig Juden ins Moyses Judten Haus 
sein Weib Sara ist an der Thor beschaut, alt 30 J. 

16. September. Der Leb Judt in Judtenspital ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 18 J. 

22. September. Der Low Judt ins Hirschl Judens Haus 
ist an der Dörr beschaut, alt 30 J. 

28. September. Der Moyses Judt in sein Hauss ist an der 
Dör beschaut, alt 50 J. 

29. September. Dem Michael Juden in sein Hauss sein 
Khindt Sari ist an der Fraiss beschaut, alt l x / 2 J. 

1. Oktober. Dem Moyses Juden ins Israel Juden Hauss 
sein Khindt Sari ist am sohenten Füeber beschaut, alt 10 J. 

4. Oktober. Der Jüdl Judt in sein Hauss ist am Cartar 
beschaut, alt 88 J. 

9. Oktober. Der Leb Judt ins Khopl Juden Hauss ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 90 J. 



269 

13. Oktober. Dem Dritl Judten ins Joachimb Juden Hauss 
sein Khindt Eebeca ist an der Mundtfaill beschaut, alt 3 J. 

19. Oktober. Dem Scheyo Judten in sein Hauss sein 
Khindt Eessl ist an Eeisent ( !) beschaut, alt 4 J. 

9. November. Dem Perman Judten in sein Hauss, sein 
Khindt Peritz ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. 

22. November. Dem Jacob Judten in sein Hauss, sein 
Khindt Sara ist am Catar beschaut, alt 4 J. 1 ) 

8. Dezember. Dem Leb Juden, ins Hierschi Juden Hauss 
sein Khindt Sara ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

19. Dezember. Dem Marx Judten, ins Aberhamb Judten 
Hauss sein Khindt Sara ist an der Fraiss beschaut, alt */ 4 J. 

20. Dezember. Dem Gerstl Juden in sein Hauss sein 
Khindt Eebekha ist am Catar beschaut, alt 1 J. 

1652. 

5. Januar. Dem Joseph Judten in Judenspitall sein Weib 
Pella ist in Khindlpöten beschaut, alt 30 J. 

12. Januar. Die Belle Jüdtin Wittib ins Mayr Judten 
Hauss ist an der Dörr beschaut, alt 50 J. — Dem Henich Juden 
ins Kopel Juden Hauss sein Khindt Eebeca ist an der Fraiss 
beschaut, alt 3 Wochen. 

26. Januar. Dem Davidt Juden in sein Hauss sein Khindt 
Leb ist an der Dörr beschaut, alt 10 J. 

1. Februar. Die Libisz Judtin ein Wittib, ins Siman Juden 
Hauss ist an Cathar beschaut, alt 60 J. 

6. Februar. Die Eiffgilla Judtin, ein Wittib in Judenspital 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 36 J. — Dem Schwarz Mulch 
Juden in sein Hauss, sein Khindt Perl ist an Cathär beschaut, 
alt 3 J. 

10. Februar. Die Esterl, ein Judenkhindt, in Judenspital ist 
am Scharpockh beschaut, alt 3 J. 

12. Februar. Dem Jacob Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Sara ist an der Fraiss beschaut, alt 1V 2 J. 

16. Februar. Dem Isac Juden, ins Magis Juden Hauss sein 
Khindt Abrahamb ist am Catär beschaut, alt 6 J. 

24. Februar. Der Jacob Judt in der Flaschin Judtin Wittib 
Hauss ist an Cathär beschaut, alt 60 J. 

J ) Derselbe Eintrag wiederholt sich irrtümlich unter dem 23. No- 
vember. 



270 

3. März. Dem Scheya Juden, in sein Hauss sein Sohn 
Benedict ist an hitzigen Fieber beschaut, alt 16 J. — Dem Leb 
Juden, in sein Hauss sein Khindt Siman ist an der Fraiss be- 
schaut, alt 10 Wochen. 

4. März. Dem Mayr Juden in sein Hauss sein Khindt Eva 
ist an der Schwindsucht beschaut, alt l x / 2 J. 

10. März. Dem Abrahamb Juden ins Marx Juden Hauss 
sein Khindt Mooses ist an der Fraiss beschaut, alt 18 Wochen. — 
Der Sara Jüdtin Wittib, ins Jonass Juden Hauss ihr Khindt 
Jidele ist an der Dör beschaut, alt 8 J. 

23. März. Dem Liban Juden ins Leb Juden Hauss sein 
Khindt Jendl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

26. März. Dem Liban Juden ins Leb Juden Hauss sein 
Weib Sara ist an der Dör beschaut, alt 40 J. 

30. März. Der Jacob Jud, ins Mayr Juden Hauss ist an 
der Haubtkrankheit beschaut, alt 30 J. 

14. April. Die Esterl Judtin Wittib in Judtenspithall ist 
am Cathär beschaut, alt 46 J. — Dem Salomon Judten in der 
Mindtele Judtin Wittib Hauss sein Khint Sara ist an der Fraiss 
beschaut, alt 3 J. 

21. April. Dem Hierschi Juden ins Veith Juden Hauss 
sein Weib Peyerl ist an der Dör beschaut, alt 40 J. 

23. April. Dem Däbat Juden in sein Hauss sein Khindt 
Abrahamb ist an der Wassersucht beschaut, alt 3 J. 

24. April. Der Jacob Jud in Judenspital ist an Schlag be- 
schaut, alt 70 J. 

25. April. Dem Lebl Juden in sein Hauss sein Weib Sprinze 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 26 J. 

5. Mai. Dem Mooses Juden in Judenspital sein Weib Ressl 
ist am Dampf beschaut, alt 36 J. 

6. Mai. Dem Austerlitz Juden in sein Hauss sein Khindt 
Daderlitz ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

7. Mai. Der Leb Judt, ins Mayr Juden Hauss ist an ein 
winigen Hundtsbiss beschaut, alt 18 J. 

14. Mai. Die Preinl Judtin Wittib, in Judenspital ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

16. Mai. Die Pella Judtin Wittib in Judenspital ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 60 J. 

23. Mai. Der Nochamb Judt in Judenspital ist an der 
Dör beschaut, alt 15 J. 



271 



7. Juni. Dem Hierschi Juden in sein Hauss sein Weib 
Sprinzin ist an hitzigen Fieber beschaut, alt 20 J. 

22. Juni. Der Anna Jidtin Wittib ins Hierschi Juden 
Hauss ihr Khindt Thinna ist an Cartär beschaut, alt 4 J. 

6. Juli. Dem Jacob Juden, in Judenspital sein Khindt 
Joseph ist an der Durchbruch beschaut, alt 2 J. 

22. August. Der Ester Jüdtin Wittib in der Puna Jüdtin 
Wittib Hauss ihr Khindt Veitl ist am sohenten Füeber beschaut, 
alt 4 J. 

23. August. Dem Joseph Judten in sein Hauss sein Khindt 
Rebeca ist am Durchbruch beschaut, alt 4 J. 

16. August. Dem Jändl Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Rebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt l 1 / 2 J. 

16. September. Dem G-erstl Judten in sein Haus sein 
Khindt Rebeca ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. 

20. September. Der Moyses Judt in sein Hauss ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

22. September. Dem Leb Judten ins Dabet Juden Hauss 
sein Khind Jochamb ist an der Wassersucht beschaut, alt P/a J. 
— Der Anna Jidtin Wittib in ihr Haus ihr Khind Ressl ist am 
Durch [bruch] beschaut, alt 5 J. 

23. September. Der Moyses Judt in Judtenspital ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

27. September. Der Rebeca Jidtin Wittib in ihr Hauss 
ihr Khind Ära ist an dem Durchbruch beschaut, alt 4 J. 

28. September. Dem Jochamb Juden in Judenspital sein 
Weib Sprinza ist an der Wassersucht beschaut, alt 45 J. 

4. Oktober. Dem Schallamb Juden in sein Hauss sein 
Khindt Jochamb ist an der Wassersucht beschaut, alt l 1 / 2 J. 

7. Oktober. Dem Meyer Juden in sein Hauss ein Khindt 
Jochamb ist an der Wassersucht beschaut, alt l x / 2 J. 

8. Oktober. Dem Mayr Juden in sein Haus sein Khindt 
Rebeca ist an der Frais verschiden, alt 5 Wochen. 

12. Oktober. Dem Micherl Judten in sein Hauss sein 
Khindt Jochamb ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

18. Oktober. Dem Mooses Juden in sein Hauss sein Weib 
Perl ist in Khindlbethen verschiden, alt 20 J. 

22. Oktober. Der Israel Judt in sein Hauss ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 45 J. 



272 

29. Oktober. Dem Pisk Juden ins Samuel Juden Hauss 
sein Khindt Eebeca ist an der Frais beschaut, alt x / 4 J. 

3. November. Der Isackh Judt ins Joseph Judten Hauss 
ist am Catär beschaut, alt 73 J. 

6. November. Der Jacob Judt in Judenspital ist am Durch- 
bruch beschaut, alt 40 J. 

19. November. Der Nohaimb ein Judenkhindt ins Marck- 
hes Juden Hauss ist am Füeber beschaut, alt 8 J. 

29. November. Der Salloman Judt ins Ära Austerlitz 
Judten Hauss ist an der Dör beschaut, alt 27 J. 

5. Dezember. Dem Marckhuss Judt in sein Hauss sein 
Khindt Israel ist an der Fraiss beschaut, alt l 1 / 2 J. 

10. Dezember. Der Lebl Judt in sein Hauss ist an der 
Dör beschaut, alt 15 J. 

11. Dezember. Dem Mury Judt ins Lebl Judten Hauss 
sein Weib Pössl ist an der Wassersucht beschaut, alt 21 J. 

14. Dezember. Dem Jacob Judten, im Judenspitall sein 
Khindt Jendl ist am Catär beschaut, alt 9 J. 

17. Dezember. Die Gidl Jidtin Wittib in ihren Hauss ist 
an der Dör beschaut, alt 60 J. 

23. Dezember. Dem Leb Juden in sein Haus sein Khint 
Eebeca ist an der Frais beschaut, alt IV2 J- 

29. Dezember. Die Eebeca Jidtin Wittib inss Marx Juden 
Haus ist an der Dör beschaut, alt 70 J. 

1653. 

5. Januar. Dem Eyel Judten in sein Hauss sein Weib 
Vogl ist an der Wassersucht beschaut, alt 43 J. 

6. Januar. Die Sprinzl Jüdtin Wittib ins Marx Juden 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 70 J. 

10. Januar. Dem Liebmann Juden ins Jacob Juden Haus 
sein Weib Frädl ist am Catär beschaut, alt 43 J. 

11. Januar. Dem Hirschl Juden in sein Hauss sein Khind 
Sara ist an der Wassersucht beschaut, alt 1 J. 

18. Januar. Die Schenl Jüdtin Wittib ins Mayr Juden 
Hauss ist an Schlag beschaut, alt 60 J. 

9. Februar. Dem Janna Juden, in sein Hauss sein Sohn 
Davidt ist an der Dör beschaut, alt 20 J. 

19. Februar. Der Elias Judt in sein Hauss ist an Cartär 
beschaut, alt 66 J. 



273 



2. März. Dem Jochamb Juden in sein Hauss sein Khindt 
Heydl ist am Cartär beschaut, alt 2 J. 

2. März. Dem Johamb Judten in sein Haus sein Khindt 
Heitl ist am Bladtern beschaut, alt 2 J. 

3. März. Die Kebecca Jidtin Wittib ins Leb Juden Hauss 
ist an der Dör beschaut, alt 80 J. 

9. März. Dem Michel Juden in sein Hauss sein Khindt 
Jochamb ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. — Der Kebecca 
Jidtin Wittib ins Mayr Juden Hauss ihr Khindt Lehe ist an 
Apostem beschaut, alt 6 J. 

14. März. Der Salleckh Judt in Judenspital ist an Dampf 
beschaut, alt 62 J. 

27. März. Dem Hierschi Juden in sein Hauss sein Khind 
Jochamb, ist an Blatern beschaut, alt 4 J. 

8. April. Dem Isac Juden, in sein Hauss, sein Khindt Ke- 
becca ist an Blatern beschaut, alt l 1 / 2 J. 

9. April. Dem Abrahamb Juden, in sein Hauss, sein 
Khindt Leya ist an Bladern beschaut, alt 5 J. 

14. April. Dem Davit Juden, ins Mayr Juden Hauss, sein 
"Khindt Jochamb, ist an Blatern beschaut, alt 2 J. 

21. April. Dem Leml Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Rebecca ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

23. April. Dem Davit Juden, in ihren Spital, sein Khindt 
Veitl ist am Blatern beschaut, alt 3 / 4 J. 

27. April. Dem Moysses Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Salomon ist an Bladern beschaut, alt l 1 / 2 J. 

29. April. Dem Abrahamb Juden in sein Hauss, sein 
Khindt Rebecca ist am Bladern beschaut, alt 2 J. 

I. Mai. Dem Henig Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Joseph, ist an Bladern beschaut, alt 7 J. 

5. Mai. Der Anna Jüdtin Wittib, ins Wolff Juden Hauss, 
ihr Khindt Rebecca, ist am Blatern beschaut, alt 1 / 2 J. 

6. Mai. Dem Hierschi Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veitl ist am Platern beschaut, alt 1 / 2 J. 

II. Mai. Dem Wolff Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Jochamb ist am Platern beschaut, alt 1 / 2 J. — Dem Moysses 
Juden, in sein Hauss sein Khind Veitl ist am Platern beschaut, 
alt 7, J. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 18 



274 

21. Mai. Dem Salloman Juden in sein Hauss sein Khindt 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 7 J. 

22. Mai. Dem Joseph Juden in sein Hauss sein Khindt 
Jochamb ist am Platern beschaut, alt 2 J. 

. 23. Mai. Dem Joseph Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Rebecca ist an Platern beschaut, alt 1 / 2 J. 

24. Mai. Dem Joseph Juden in sein Hauss sein Khindt 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 8 J. — Dem Mayr Juden in 
sein Hauss sein Khindt Plimbl ist an Cartär beschaut, alt 1 J. 

25. Mai. Dem Joseph Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Rebecca, ist an der Frais beschaut, 3 J. 

31. Mai. Dem Berman Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Rebecca ist am Platern beschaut, alt 1 / 2 J. — Dem I^adl Juden 
in sein Hauss sein Khindt Rebecca ist am Platern beschaut, 
alt 1 J. 

5. Juni. Dem Jacob Juden in sein Hauss sein Khindt 
Rebecca, ist am Platern beschaut, alt 2 J. — Dem Jacob Juden, 
in sein Hauss sein Khindt Veitl ist an Platern beschaut, alt 3 / 4 J. 

14. Juni. Dem Sallomon Judten in sein [Hauss sein] 
(Khint Rebeca ist an der Schwintsucht beschaut, alt 2 1 / 2 J. — 
Dem Davit Juden in sein Haus sein Khint Veitl ist am Blatern 
beschaut, alt l 1 / 2 J. 

16. Juni. Der Leb Judt in sein Hauss ist am Cartär be- 
schaut, alt 60 J. — Dem Abrahamb Juden in sein Hauss sein 
Khint Veitl ist am Blatern beschaut, alt 1 / 2 J. 

19. Juni. Dem Abrahamb Juden ins Fröschl Juden Hauss 
sein Khint Rebeca ist am Blatern beschaut, alt 5 / 4 J. 

21. Juni. Dem Simon Judten, in sein Haus sein Khindt 
Frädl ist am Bladtern beschaut, alt 3 / 4 J. 

23. Juni. Dem Marx Juden in sein Hauss sein Khindt 
Rebeca ist am Blatern beschaut, alt l 1 / 2 J. 

27. Juni. Dem Moyses Judten in sein Hauss sein Khindt 
Rebeca ist an der Schwintsucht beschaut, alt 3 J. 

7. Juli. Die Rebeca Jidtin Wittib in Juden Spitall ist an 
dem Gallflus beschaut, alt 30 J. 

9. Juli. Dem Isackh Judten in sein Hauss sein Khint Re- 
beca ist am Blatern beschaut, alt 2 J. 

10. Juli. Dem Jochamb Juden in sein Hauss sein Weib 
Rachel ist an der Wassersucht beschaut, alt 30 J. 



275 



14. Juli. Dem Mayr Juden in sein Hauss sein Khint Veitl 
ist an Platern beschaut, alt 3 J. 

18. Juli. Dem Jochamb Juden ins Auerbachs Juden Hauss 
sein Weib CrÖndl ist an der Lungensucht beschaut, alt 24 J. 

28. Juli. Dem Hierschi Juden in sein Hauss sein Khint 
Veitl ist an Platern beschaut, alt 3 J. 

7. August. Die Eebecca Jidtin Wittib, ins Henig Juden 
Hauss ist an Schlag beschaut, alt 80 J. 

18. August. Dem Samuel Juden ins Jochamb Juden Hauss, 
sein Khint Veitl ist an Platern beschaut, alt x / 2 J. 

19. August. Der Michel Judt in sein Hauss, ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 30 J. 

27. August. Dem Salloman Juden in sein Hauss, sein Sohn 
Pörl ist an Merngeschwehr beschaut, alt 27 J. 

21. September. Dem Ascha Juden in sein Hauss sein Sohn 
Gabriel ist am 4täglichen Fieber beschaut, alt 18 J. 

7. Oktober. Dem Jochhamb Juden ins Salomon Juden 
Hauss sein Weib Crässl ist an Khindl Pöthen verschiden, alt 24 J. 

13. Oktober. Die Eebecca ein Juden Mensch, in Judenspitall 
ist an der Dör beschaut, alt 15 J. 

17. Oktober. Dem Khive Juden in sein Hauss sein Tochter 
Sorl ist an der Dör beschaut, alt 20 J. 

1. November. Der Saloman Judt in sein Hauss ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 60 J. 

19. November. Dem Hierschi Juden in sein Hauss sein 
Khint Veitl ist an der Frais beschaut, alt l 1 / 2 J. 

1. Dezember. Die Plyemel Jidtin Wittib, inss Jochamb 
Juden Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 77 J. 

3. Dezember. Die Kessl Jidtin Wittib, ins Mayr Juden 
Hauss ist am Dampf beschaut, alt 77 J. 

4. Dezember. Die Eessl, ein Mensch, in Judten Spital ist 
an der Dör beschaut, alt 15 J. 

9. Dezember. Der Eebeca Jidtin Wittib inss [Lücke] Juden 
Hauss, ihr Khindt Eessl ist am Scherbakh beschaut, alt 8 J. 

10. Dezember. Dem Gerstl Juden, in sein Hauss sein Weib 
Werl ist an Cathär beschaut, alt 56 J. 

26. Dezember. Die Sara Jidtin Wittib ins Wolff Juden 
Hauss, ist an der Wassersucht beschaut, alt 55 J. 

18* 



276 

1654. 

4. Januar. Dem Janas Juden in sein Hauss sein Weib Bella 
ist an der Dör beschaut, alt 50 J. 

7. Januar. Dem Lipp Juden in sein Hauss sein Khind 
Samuel ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 4 J. 

11. Januar. Dem Samuel Juden in sein Hauss sein Weib 
Kebeca, ist an der Bermuetter beschaut, alt 31 J. 

17. Januar. Die Eebecca Jidtin Wittib, in Judenspitall ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 45 J. 

21. Januar. Dem Balla (!) Jud in sein Hauss sein Khind Veitl 
ist an der Schwintsucht beschaut, alt 4 J. 

22. Januar. Die Bella Jidtin Wittib, ins Hierschi Juden 
Hauss, ist an der Dör beschaut, alt 79 J. 

2. Februar. Der Partschelle ( !) Jidtin Wittib Hauss dem Veitl 
Juden sein Khindt Mendl an den Winten beschaut, alt 5 / 4 J. 

14. Februar. Der Hierschi Judt in Juden Spitall ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 25 J. 

15. Februar. Dem Lebl Juden in sein Hauss sein Khindt 
Rebeca ist an der Schwintsucht beschaut, alt 3 J. — Die Sara 
ein Juden Mensch ins Abrahamb Juden Hauss ist am Fieber be- 
schaut, alt 15 J. 

7. März. Die Frädl Jidtin Wittib inn Juden Spital ist an 
der Dör beschaut, alt 66 J. 

9. März. Die Preinel Jidtin Wittib, in Juden Spital ist an 
der Dör beschaut, alt 66 J. 

13. März. Dem Jeckheff Juden inss Marx Juden Hauss 
sein Weib Eessl ist an sochenten Fieber beschaut, alt 40 J. 

18. März. Der Ma^r Jud in sein Hauss ist am Cathar 
beschaut, alt 60 J. 

21. März. Dem Hirschl Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Veitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 4 J. 

22. März. Dem Sambsa Judten in sein Hauss, sein Khindt 
Juda, ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. 

23. März. Dem Schallamb Judten, in sein Hauss, sein Weib 
Jidtl, ist an der Lungensucht beschaut, alt 40 J. 

20. März. Der Leb Judt, in der Khella Jidtin Wittib Hauss, 
ist am Cathär beschaut, alt 30 J. — Dem Abrahamb Juden, in 
sein Hauss, sein Khind Veitl, ist am Dampf beschaut, alt 4 J. — 
Die Malckha Jüdtin Wittib, ins Joseph Juden Hauss ist am Cathär 
beschaut, alt 66 J. 



277 



28. März. Der Seckhelle Judt ins Berl Judten Hauss ist 
am Dampf beschaut, alt 40 J. — Der Leb Judt, ins Gerstl Juden 
Hauss, ist an der Dör beschaut, alt 80 J. 

1. April. Der Veivel Judt ins Leb Judten Hauss ist am 
Dampff beschaut, alt 77 J. 

2. April. Dem Lassruss Juden in sein Hauss sein Kindt 
Sara ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

3. April. Der Moyses Judt ins Samuel Juden Hauss ist an 
der Dör beschaut, alt 80 J. 

6. April. Der Nässe Judt in sein Hauss ist an der Dör 
beschaut, alt 80 J. — Dem Davit Judt in sein Hauss sein Kindt 
Eebeckha ist am Blattern beschaut, alt 19 Wochen. 

15. April. Der Lipp Judt ins Hierschi Juden Hauss ist an 
der Dör beschaut, alt 50 J. 

22. April. Der Herz Sembl Judt, ins Perl Judten Hauss 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

25. April. Dem WoLff Juden, ins Hierschi Juden Hauss 
sein Kindt Veitl ist am Plattern beschaut, alt 2 J. 

29. April. Der Hintl Jüdin, ein Witib in Juden Spital ihr 
Kindt Eebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

11. Mai. Dem Hierschi Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Eebeca ist an der Dör beschaut, alt 4 J. 

12. Mai. Dem Abrahamb Judten, in sein Hauss sein Weib 
Senftl ist an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

14. Mai. Dem Seckhele Juden, ins Gerstl Juden Hauss 
sein Khindt Joseph, ist am Blatern beschaut, alt 1 / 2 J. 

18. Mai. Der Salamon Judt in Juden Spithal ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 45 J. — Dem Lipp Juden, ins Jonas 
Juden Hauss sein Khind Eessl ist am Blatern beschaut, alt 2 J. 

2. Juni. Dem Hierschi Juden, ins Falckh Juden Hauss, 
sein Kindt Eebeca ist am Blattern beschaut, alt 9 Wochen. 

13. Juni. Dem Mooses Juden in sein Hauss sein Tochter 
Eebeca ist am Stain beschaut, alt 18 J. 

19. Juni. Dem Perman Juden in sein Hauss sein Weib 
Mechine ist im Kindlbetten verschiden, alt 31 J. 

20. Juni. Dem Khisiel Juden, ins Hierschi Juden Hauss 
sein Weib Sprinze ist im Kindlbetten verschiden, alt 20 J. — 
Dem Wolff Juden, ins Samuel Juden Hauss sein Sohn Veitl ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 13 J. 



278 



3. Juli. Die Zierl ein Judten Mensch ins Wolff Juden 
Hauss ist an der Fraiss beschaut, alt 17 J. 

7. Juli. Dem Khopl Juden, ins Michael Juden Hauss, sein 
Weib Eessl ist an der Dörr beschaut, alt 32 J. — Ingleichen 
dem David Juden, in sein Hauss sein Khindt Eebeca ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 5 J. 

15. Juli. Der Fränckhl Jud in sein Hauss ist an der Dörr 
beschaut, alt 60 J. 

16. Juli. Dem Arrer Juden, in sein Haus, sein Weib 
Miriam ist an der Dörr beschaut, alt 40 J. 

19. Juli. Der Joseph Judt in Juden Spital ist an der Dörr 
beschaut, alt 50 J. 

29. Juli. Dem Maurjr Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Rebeckha ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. — Dem Gerscha 
Juden in sein Hauss sein Khindt Anna ist am Cathar beschaut, 
alt 3 / 4 J. — Dem Salomon Juden in sein Hauss sein Weib Mi- 
riumb ist an der Wassersucht beschaut, alt 70 J. 

31. Juli. Dem Jochamb Juden, ins Abrahamb Juden Hauss 
sein Khind Israel ist an der Wassersucht beschaut, alt 6 J. — 
Dem Gerstl Juden, in sein Hauss sein Khindt Sari ist an der 
Schwindtsucht beschaut, alt l 1 / 2 J. 

5. August. Dem Gerstl Juden, in sein Hauss sein Khind 
Veitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 3 J. 

12. August. Dem Mooses Juden in sein Hauss sein Khindt 
Sara ist an Durchbruch beschaut, alt 1 / 2 J. 

13. August. Der Issrael Jud in sein Hauss ist an der Dörr 
beschaut, alt 40 J. — Dem Salckhe Juden in sein Hauss, sein 
Khindt Bennisch ist an der Wassersucht beschaut, alt 4 J. 

16. August. Dem Leb Juden, in sein Hauss, sein Khint 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 4 J. 

21. August. Dem Lazarus Juden ins Victorins Juden Hauss 
sein Weib Sälte ist im Kindlbetten verschiden, alt 22 J. 

26. Juli (soll wohl heißen „August"). Der Simon Judt ein 
Jung welcher gestern hinder der Judten Statt gebadt, und er- 
trunckhen ist von Kay: Stattgericht beschaut, alt 13 J. 

23. August. Dem Jocham Judten in sein Hauss sein Kindt 
Rebeckha ist an der Frais verschidten, alt 6 Wochen. 

24. August. Dem Leb Juden in sein Hauss sein Khint Veitl 
ist an der Schwintsucht beschaut, alt 3 J. 



279 

28. August. Dem Volle Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Simon ist an der Wassersucht beschaut, alt 5 J. 

2. September. Dem Maury Juden in sein Hauss, sein 
Khündt Veitl, ist an der Wassersucht beschaut, alt 3 J. 

12. September. Dem Samson Judten, in sein Haus, sein 
Khindt Eebeca ist an der Frais beschaut, alt 10 Wochen. 

14. September. Der Samuel Judt inss Hierschi Judten 
Hauss ist an der Dörr beschaut, alt 70 J. — Dem Sussme Judten 
in sein Haus, sein Khündt Veitl ist an der Wassersucht beschaut, 
alt 10 J. 

28. September. Der Libisch Jidtin Wittib, in Juden Spital, 
ihr Kind Ressl, ist am Ausatz beschaut, alt 8 J. 

29. September. Dem Schalam Judten, ins Hierschi Judten 
Hauss sein Khindt Mooses ist an der Frais beschaut, alt 1 / 4 J. 

Oktober (Tagesdatum, da verklebt, nicht lesbar). Der Abra- 
hamb Judt, ins Joseph Greislers Judten gesperthen Hauss ist 5 
Tag inficirt gestorben, alt 24 J. 

21. Oktober. Dem Marx Judten, in sein Hauss sein Weib 
Hintl ist an der Wassersucht beschaut, alt 40 J. 

25. Oktober. Dem Mooses Juden, in sein Hauss, sein Kind 
Rachel ist an der Schwintsucht beschaut, alt iy 2 J. — Dem 
Salomon Wurmus Juden, in ihren gespörten Gmain Hauss, sein 
Jung Lipman, ist 4 Tag inficirt gestorben, alt 18 J. 

1. November. Dem Gimbl Juden, in Juden Spital, sein 
Kind Gidl ist an der Schwintsucht beschaut, alt 2 J. 

3. November. Dem Isaekh Juden in sein Hauss sein Weib 
Ressl ist an der Dör beschaut, alt 35 J. 

16. November. Dem Mooses Juden, in sein Hauss, sein 
Weib Riffkha ist an der Lungensucht beschaut, alt 52 J. — Dem 
Samuel Juden, in Ihren gespörten Lazareth Heussl, sein Dienst- 
menschl Mierl ist 4 W T ochen in Inficirten Garten gelegen aniezo 
aber durch den darzue geschlagenen hüzigen Fieber sambt den 
Durchpruch und Fraiss gestorben, alt 18 J. 

8. Dezember. Die Mächele Jidin Wittib, ins Isaac Juden 
Hauss, ist an der Lungensucht beschaut, alt 80 J. 

21. Dezember. Der Moyses Judt ins Jacob Judten Hauss 
ist an der Dörr beschaut, alt 60 J. 

31. Dezember. Dem Salomon Juden, in sein Hauss, sein 
Weib Ressl ist am Leibpruch beschaut, alt 40 J. 



280 

1655. 

1. Januar (im Orig. irrtümlich 1654). Dem Jacob Juden, ins 
Judten Spitall sein Weib Ferggi (!), ist in Kindlbetten verschiden, 
alt 36 J. 

5. Januar. Die Hendtl Jüdtin, Wittib ins Marx Judten 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 50 J. — Dem Samuel 
Judten, ins Lewen Poläckhen Judten Hauss sein Khindt Sara ist 
an Wassersucht beschaut, alt 1 J. 

6. Januar. Dem Berman Judten in sein Hauss sein Khindt 
Nachma ist an Cathar beschaut, alt 8 / 4 J. 

22. Januar. Dem Vigtor Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Edl, ist an der Lungensucht beschaut, alt 40 J. 

4. Februar. Dem Lebl Juden ins Jonas Juden Hauss sein 
Kind Lazarus ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

8. Februar. Dem Samuel Juden, ins Hierschi Juden Hauss, 
sein Khind Lazarus, ist am Cathär beschaut, alt 1 J. 

5. März. Der Simon Judt ins Wolff Juden Hauss ist am 
Cathär beschaut, alt 45 J. 

14. Februar (März?). Dem G-umprecbt Juden in sein Hauss 
sein Khind Eachl ist an der Wassersucht beschaut, alt 2 J. 

24. Februar. Der Eebeckha Jidin Wittib in Juden Spital ihr 
Khind Sari ist an der Schwindtsucht beschaut, alt l 1 / 2 J. 

16. März. Die Sara Jidtin, ein Ledigsmensch in Juden 
Spithall ist an der Dörr beschaut, alt 17 J. 

14. April. Der Leb Judt in sein Hauss ist an der Dörr 
beschaut, alt 50 J. — Dem Wolff Juden in sein Hauss sein Kind 
Hindi ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 8 J. 

22. April. Dem Ära Juden in sein Hauss sein Khind Ee- 
beca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. 

23. Mai. Die Eebeckha Jüdtin ein Ledigsmensch, welche 
heinth auss des Salekhen Juden Hauss in dess Juden Spithal 
komen, ist alda 5 Tag an schwarzen Pedetschen gestorben, alt 
15 Jahr. 

29. Mai. Dem Salomon Juden in der Scheichischen Erben 
Juden Hauss sein Weib Eggele, ist an der Dörr beschaut, alt 23 J. 

31. Mai. Der Sara Jidin Wittib inss Tressl Juden Hauss 
ihr Tochter ist an der Wassersucht beschaut, alt 13 J. 

6. Juni. Dem Jäckhl Juden in Juden Spital sein Gödl 
Isackh ist 7 Tag am Schwarzen Pedetschen gestorben, alt 9 J. 



281 



8. Juni. Der Jubitsch Jidin ein Wittib in der Wuna Fla- 
schin Wittib Hauss ihr Tochter Preinl ist an der Dörr beschaut, 
alt 11 J. 

9. Juni. Dem Mayr Juden ins Solckhen Juden Hauss sein 
Dienst jung Lewl ist 5 Tage inficirt gestorben, alt 18 J. 

13. Juni. Die Jidl Jidin ein Wittib in ihren gespörten 
Juden Spital ist 4 Tag am schwarzen Pedetschen gestorben, alt 24 J. 

15. Juni. Die Hefa Jidin ein Köchin inn Juden Spital ist 
4 Tag an schwarzen Pedetschen gestorben, alt 40 J. 

17. Juni. Dem Ma) v r Juden ins Solckhen Juden Hauss sein 
Weib Ressl, so heint kranekher in ihr Contumaeiae-Hauss ge- 
tragen worden, ist alda 3 Tag inficirt beschaut, alt 23 J. — Wie 
auch sein Kind Abrahamb ist alda 3 Tag inficirt erkhendt worden, 
alt 6 J. 

21. Juni. Dem Märlitz Juden in der Hündl Jüdin Wittib 
Hauss ist an der Dörr beschaut, alt 46 J. 

9. Juli. Dem Joseph Juden ins Veith Juden Hauss sein 
Weib Khanna, ist am Khrebss beschaut, alt 45 J. 

10. Juli. Dem Jäckhl Juden in Juden Spital sein Khint 
Hüerschl ist 7 Tag inficirt in ihr Contumaciae-Hauss erkhent, 
alt 8 J. 

20. Juli. Dem Davidt Juden in sein Hauss sein Khind 
Simon, ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 16 Wochen. 

22. Juli. Der Simon Jud ins Henig Juden Hauss ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 24 J. 

25. Juli. Dem Wolff Juden ins Mooses Juden Hauss sein 
Weib Rechel ist an der Dörr beschaut, alt 42 J. 

21. August. Der Samuel Judt in der Mädl Jidin Wittib 
Haus ist an der Wassersucht beschaut, alt 35 J. 

6. September. Dem Isac Juden in der Derrin Jidin Wittib 
Haus sein Kind Jidl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 / 2 J. 

8. September. Dem Salomon Juden in der Juden Gmain 
Haus sein Kind Issrael ist an der Frais beschaut, alt 3 / 4 J. 

9. September. Dem Salomon Misslitz in sein Hauss sein 
Kind Ressl ist 3 Tag am schwarzen Petetschen gestorben, alt 6 J. 

12. September. Dem Samuel Juden ins Mayr Juden Hauss 
sein Kindt Lebl, ist am sochenden Fieber beschaut, alt 3 / 4 J. 

15. September. Dem Folie Juden ins Abrahamb Juden 
Hauss sein Khind Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 J. 



282 

21. September. Dem Veischl Juden ins Jacob Juden Haus 
sein Kind Anna ist an der Schwindtsucht beschaut, alt l x / 2 J. 

23. September. Dem Marx Juden in sein Haus sein Weib 
Ella ist an der Dörr beschaut, alt 30 J. — Der Elisas Judt in 
Juden Spital ist an Dampf beschaut, alt 73 J. 

24. September. Dem Misslitz Juden, so vor 14 Tagen auss 
sein in ihr Contumacie-Hauss! khomen, alda sein Köchin Malckha 
ist 5 Tag an schwarzen Petetschen gestorben, alt 69 J. 

27. September. Der Schlama Judt in Moyses Juden Hauss 
ist an der Dörr beschaut, alt 31 J. 

30. September (Orig. irrtümlich Okt.). Die Eebeckha Jidin 
ein Ledigsmensch in Juden Spital ist an der Wassersucht beschaut, 
alt 15 J. 

2. Oktober. Der Joseph Neustädl, Judt in sein Hauss ist 
4 Tag inficirt gestorben, alt 41 J. — Der Sailly Judt ein Waiss 
in ihren Contumati-Hauss ist 4 Tag inficirt gestorben, alt 29 J., 
den 7. Oktober 1655. 

10. Oktober. Der Mayr Judt ins Leben Juden Hauss ist an 
Prandigen Schaden beschaut, alt 30 J. 

17. Oktober. Der Eeüzerin Neüstädlin Jidlin Wittib, in 
ihren Contumaciae-Heüssl ihr Khind Eiffckha ist 2 Tag inficirt 
gestorben, alt 8 J. 

20. Oktober. Der Jidl Jüdin ein Wittib in ihren Hauss ihr 
Sohn Cöpl ist an der hinfalenten Frais beschaut, alt 15 J. 

2. November. Dem Abrahamb Juden in sein Hauss sein 
Khind Kebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1V 2 J. 

8. November. Der Khife Judt in des Isaac Juden Hauss 
ist am Leibpruch beschaut, alt 70 J. 

15. November. Der Lembl Jidin Wittib ins Falckhen Juden 
Hauss ihr Khind Eessl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

17. November. Der Nachamb Judt ins Volle Juden Hauss, 
ist an Stainpladern beschaut, alt 1 / 2 J. — Dem Hierschi Juden 
ins Modi Juden Hauss sein Kind Herschi ist an der Lungensucht 
beschaut, alt 3 / 4 J. 

2. Dezember. Der Manasch Judt in sein Hauss ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 70 J. 

6. Dezember. Die Wuna Jidin Wittib in ihr Hauss ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 60 J. — Dem Aron Juden in sein 
Hauss sein Weib Eechel ist an der Dörr beschaut, alt 70 J. 



283 



10. Dezember. Der Isackh Judt ins Wolff Juden Hauss 
ist an der Lungensucht beschaut, alt 50 J. 

12. Dezember. Dem Hierschi Juden ins Marx Juden Hauss 
sein Khind Israel ist an der Fraiss beschaut, alt 4 J. 

1656. 

16. Januar. Der Schoblach Judt in sein Hauss ist am 
Cathär beschaut, alt 50 J. 

20. Februar. Der Veisch Judt in Juden Spithal ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 18 J. 

22. Februar. Der Mooses Judt in sein Haus ist am Cathär 
beschaut, alt 45 J. 

5. März. Dem Mooses Juden in sein Hauss, sein Khind 
Jocham ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. — Der 
Riekhl Jidin ein Wittib in Juden Spithal ihr Sohn Jezig, ist an 
der Dörr beschaut, alt 12 J. 

8. März. Der Machalle Judt in Juden Spithal, ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 16 J. 

27. März. Dem Elias Juden in sein Hauss sein Khind 
Veitl ist am Cathär beschaut, alt 13 Wochen. 

2. April. Die Rebeca Jidin Wittib, ins Leb Juden Hauss, 
ist an der Dörr beschaut, alt 50 J. 

6. April. Der Rebeca Jidin Wittib in Juden Spithal ihr 
Khind Sara ist an der Schwintsucht beschaut, alt 5 J. 

30. April. Der Davidt Judt in Juden Spithal, ist am 
Dampft* beschaut, alt 80 J. 

11. Mai. Dem Hierschi Juden in sein Hauss, sein Kind 
Veitl ist an der Frais beschaut, alt 2 J. 

17. Mai. Dem Moyses Juden in sein Hauss sein Khind Sari 
ist an der Schwintsucht beschaut, alt 2 J. 

22. Mai. Der Mooses Judt in ihren Spithal, ist an der 
Dörr beschaut, alt 73 J. 

27. Mai. Dem Moyses Juden in sein Hauss ein Khind 
Davit ist an der Schwintsucht beschaut, alt 1 J. 

2. Juni. Der Mooses Judt in ihren Spithal, ist an sochender 
Kranckheit beschaut, alt 36 J. 

8. Juni. Dem Lob Juden in sein Hauss sein Tochter Re- 
beca ist am Schlag beschaut, alt 14 J. 

14. Juni. Der Lew Judt, in der Hindun Jidin Wittib Hauss, 
ist an der Lungensucht beschaut, alt 32 J. 



284 

17. Juni. Dem Joseph Judten in sein Hauss sein Khind 
Jidl ist an der Lungensucht beschaut, alt 4 J. 

24. Juni. Dem Moyses Juden, in sein Hauss sein Weib 
Makula ist an der Lungensucht beschaut, alt 23 J. 

10. Juli. Dem Victori Juden, in sein Hauss, sein Khind 
Israel, ist an der Frais beschaut, alt 1 / 2 J. 

24. Juli. Dem Marx Juden in der Hindi Jidin Wittib 
Hauss sein Khind Jochamb ist an der Frais beschaut, alt 4 J. 

29. Juli. Die Gala Jidin Wittib, in ihren Spithal ist an 
der Dörr beschaut, alt 50 J. 

17. August. Dem Gabriel Juden, in sein Hauss sein Khind 
Eebeca ist an der Frais beschaut, alt 2 J. 

25. August. Der Lazarus Judt, in ihren Spithal, ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 47 J. — Der Jacob ein Judt, so vor 
4 Tagen von Waiderstorff herein in Juden Spithal komen, ist 
alda 4 Tag am schwarzen Pödetschen gestorben, alt 18 J. 

27. August. Dem Wolff Juden, ins Abrahamb Juden 
Hauss, sein Khind Eaphael, ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 3 J. 

5. September. Dem Lebl Juden, ins Davit Juden Hauss, 
sein Khindt Jidl ist an der Frais beschaut, alt 19 Wochen. 

8. September. Dem Hirschl Juden, in Salomon Juden 
Hauss sein Khindt Isaac ist an Durchbruch beschaut, alt 2 J. 

13. September. Der Moyses Jud, ins Jacob Juden Hauss 
ist am Cathär beschaut, alt 18 J. 

14. September. Dem Israel Juden ins Simon Juden Hauss, 
sein Khind Berl ist an Cathar beschaut, alt 2 J. 

17. September. Der Jacob Jud in sein Hauss ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 45 J. 

20. September. Dem Berman Juden in sein Hauss, sein 
Khindt Eachael ist an der Fraiss beschaut, alt 14 Wochen. 

4. Oktober. (Orig. irrtümlich (?) Sept.) Der Davidt Jud in sein 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 65 J. — Dem Wolfl: 
Juden ins Mooses Juden Hauss sein Khindt Samuel ist an der 
Darmbfrais beschaut, alt 8 J. 

6. Oktober. Der ßeüzel Jidin Wittib, in ihren Hauss ihr 
Khind Seckhl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. — 

8. Oktober. Der Isace Jud in sein Hauss ist an Cathar 
beschaut, alt 25 J. 



285 



25. Oktober. Dom Mayr Judten in sein Hauss sein Khint 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

(Der die Eintragungen v. 25. Okt. 1656 bis 1. Jan. 1659 
enthaltene Band fehlt.) 

1659. 

I. Januar. Dem Leeb Juden in sein Hauss, sein Kindt Veitl 
ist am Pladern beschaut, alt 4 J. 

4. Januar. Dem Hierschi Juden, in sein Hauss sein Kindt 
Veitl ist an Bladern beschaut, alt 2 J. — Dem Joachimb Juden, 
in der Eebeca Jüdtin Wittib Hauss, sein Khind Veitl, ist an 
Bladern beschaut, alt 3 / 4 J. 

5. Januar. Dem Maure Juden, in sein Hauss, sein Kindt 
Rebeca ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

8. Januar. Dem Perl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veithl, ist an Platern beschaut, alt 3 / 4 J. 

9. Januar. Dem Moysus Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veithl, ist an Platern beschaut, alt 5 / 4 J. 

II. Januar. Dem Joseph Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Anna, ist an Platern beschaut, alt 4 J. 

13. Januar. Dem Jochamb Juden, ins Joseph Juden Hauss 
sein Khindt Rebeca ist an Blatern beschaut, alt 2 J. 

15. Januar. Dem Leb Juden, in sein Hauss, sein Khind 
Rebeca ist an Platern beschaut, alt l 1 / 2 J. — Dem Israel Judten, 
ins Veidl Juden Hauss, sein Khindt Veidl ist an Bladern beschaut, 

alt iy 2 J. 

17. Januar. Dem Moyses Juden, in sein Hauss, sein Khind 
Veit ist an der Wassersucht beschaut, alt 4 J. 

20 Januar. Der Moyses Judt, in sein Hauss ist an der 
Dörr beschaut, alt 50 J. — Dem Mächel Juden, in sein Hauss, 
sein Khind Veitl ist an Pladern beschaut, alt 3 / 4 J. 

22. Januar. Dem Leeb Juden, in sein Hauss sein Khind 
Rebeca ist an Bladern beschaut, alt 4 J. 

28. Januar. Dem Arl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Ressl ist an Platern beschaut, alt 6 J. — Dem Jacob Juden, ins 
Hierschi Juden Hauss, sein Khindt Rebeca ist an Platern be- 
schaut, alt 3 / 4 J. 

30. Januar. Der Thobias Judt, ins Schör Juden Hauss, ist 
an der Lungensucht beschaut, alt 57 J. 



286 

31. Januar. Dem Mädl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Rebeca ist an Platern beschaut, alt 6 J. — Dem Leeb Juden, 
ins Jonas Juden Hauss, sein Khindt Veitl, ist an Platern be- 
schaut, alt 3 / 4 J- 

2. Februar. Dem Gerstl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Welle, ist an Platern beschaut, alt 3 / 4 J. 

6. Februar. Der Rebeca Jüdtin Wittib, in Ihren Hauss Ihr 
Khindt Ressl ist an Blatern beschaut, alt 6 Jahr. 

8. Februar. Dem Arra Judlin, ins Schalckho Judten Hauss, 
sein Khindt Veitl, ist an Platern beschaut, alt 1 J. 

9. Februar. Dem Abrahamb Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Veitl ist an Platern beschaut, alt 3 J. — Dem Eure 
Judten, in sein Hauss, sein Khindt Copel ist an Platern beschaut, 
alt 2 J. 

10. Februar. Der Isackh Judt, in sein Hauss, ist an einem 
Leibschadten beschaut, alt 57 J. 

12. Februar. Dem Hierschi Juden in sein Hauss, sein Khindt 
Nassza ist an Pladtern beschaut, alt 3 J. 

15. Februar. Dem Leeb Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Ressl ist an Pladern beschaut, alt iy 2 J. 

16. Februar. Dem Hierschi Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Salomon ist ann Pladern beschaut, alt 5 J. — Dem Hierz Juden, 
ins Itzigg Juden Hauss sein Khindt Ressl, ist ann der Schwindt- 
sucht beschaut, alt 2 J. 

18. Februar. Der Jacob Judt in ihren Spittall ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 36 J. 

19. Februar. Dem Wolff Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veithl, ist an Platern beschaut, alt 4 J. — Dem Judy Juden, in 
sein Hauss, sein Khindt Israel, ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 3 / 4 J. 

22. Februar. Dem Sambl Juden, ins Abrahamb Juden Hauss 
sein Khindt Ressl, ist an Platern beschaut, alt 12 Wochen. 

25. Februar. Dem Fally Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Bälla ist an der Wassersucht beschaut, alt 40 J. — Dem Järl 
Juden, in sein Hauss, sein Khindt Veitl ist an Bladern beschaut, 
alt 3 / 4 J. 

28. Februar. Dem Mooses Juden, ins Marx Juden Hauss, sein 
Khindt Veithl ist an Pladern beschaut, alt l 1 / 2 J. 

2. März. Dem Hierz Judten, ins Copel Judten Hauss, sein 
Khindt Veithl, ist an der Frais beschaut, alt 1 J. 



287 



4. März. Der Hierschi Judt ins Vallä Judten Hauss ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 70 J. 

12. März. Der Veithl Judt, in Ihrem Spithal, welcher 
gestern zwischen der Täber Prukh, auf freyen Feit erfrohren, 
beschaut, alt 13 J. 

(Lücke v. 12. März bis 19. Okt.) 

19. Oktober. Die Egidin Jüdin Wittib, ins Marx Juden 
Hauss, ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 36 J. 

20. Oktober. Dem Leeb Juden, ins Davidt Juden Hauss, 
sein Khind Anna ist an der Frais beschaut, alt 3 / 4 J. 

31. Oktober. Der Aramb Judt in sein Hauss, ist an der 
Dörr beschaut, alt 57 J. — Dem Mooses Juden, in sein Hauss, 
sein Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

16. November. Die Sara Jüdin Wittib, ins Scheya Juden 
Hauss, ist an der Wassersucht beschaut, alt 52 J. 

19. November. Der Schiessl Judt, ins Joseph Juden Hauss, 
ist an Dampf beschaut, alt 30 J. 

20. Dezember. Der Samuel Judt, in Ihren Spitall ist ann 
der Wassersucht beschaut, alt 20 J. 

23. Dezember. Die Eessl Judtin Wittib, ins Jacob Juden 
Hauss, ist an der Wassersucht beschaut, alt 54 J. 

28. Dezember. Die Eebeca Jüdtin ein Waiss, in ihren 
Spitall ist an der Schwindtsucht beschaut, alt l 1 / 2 J. 

29. Dezember. Dem Judas Juden in sein Hauss, sein 
Khindt Eebeca ist an der Frais beschaut, alt 1 / 2 J. 

1660. 

6. Januar. Der Veitl Jud ein Waisz in ihren Spittall ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 12 J. 

8. Januar. Dem Saal Juden ins Simon Juden Hauss, sein 
Weib Eebeca ist an der Wassersucht beschaut, alt 54 J. — Der 
Leew Judt ein Waisz in ihren Spital ist an der Wassersucht be- 
schaut, alt 12 J. 

19. Januar. Der Mostl Judt ins Arra Juden Hauss ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 30 J. 

24. Januar. Der Schema Jud ins Ennoch Juden Hauss, ist 
an Schlaag beschaut, alt 55 J. 

27. Januar. Die Eebeca Jüdtin ein Wittib in ihren Spital 
ist an ein Seitten Geschwer beschaut, alt 27 J. 



288 

13. Februar. Die Gietl Jüdin Wittib, in ihren Spitall ist am 
Dampf beschaut, alt 80 J. 

14. Februar. Dem Leeb Juden, in sein Hauss, sein Kind 
Rebeca ist an Cathar beschaut, alt 1 / 2 J. 

21. Februar. Die Bessl Jüdin Wittib in ihren Spitall ist an 
der Dörr beschaut, alt 50 J. 

23. Februar. Der Leeb Judt, in ihren Spitall ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 30 J. 

24. Februar. Dem Jacob Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Schenl ist an der Lungensucht beschaut, alt 30 J. 

26. Februar. Der Eberl Judt, in ihren Spitall ist an einem 
innerlichen Apostemb beschaut, alt 60 J. 

28. Februar. Der Joachimb Judt, in ihren Spitall ist ann 
der Wassersucht beschaut, alt 60 J. — Der Israel Judt, ins Simon 
Juden Hauss, ist an ein Brustgeschwehr beschaut, alt 50 J. 

29. Februar. Dem Moysses Juden, ins Leeb Juden Hauss, sein 
Khind Veitl ist an der Dörr beschaut, alt 3 J. 

19. März. Der Rössl Jüdin Wittib, ins Jocham Juden 
Hauss, sein Kindt Anna ist an der Fraiss gestorben, alt 6 Wochen. 

24. März. Die Feiblin Jüdin Wittib, ins Simon Juden 
Hauss, ist an der Lungensucht beschaut, alt 70 J. 

I. April. Dem Samuel Juden, ins Isac Juden Hauss, sein 
Kind Rebeca ist an der Fraiss beschaut, alt 5 / 4 J. 

4. April. Dem Davidt Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Rachel ist in Khindsnötten beschaut, alt 40 J. — Dem Valckh 
Juden, in sein Hauss, sein Kind Anna ist an der Frais beschaut, 
alt 2 J. 

9. April. Der Rabinar Judt, ins Samuel Juden Hauss, ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 60 J. 

II. April. Die Bella Jüdin Wittib, ins Janna Juden Hauss, 
ist an der Lungensucht beschaut, alt 70 J. 

4. Mai. Dem Joachim Jud, in der Judessin Wittib Hausz 
sein Khind Ressl ist an der Fraiss beschaut, alt 6 J. 

5. Mai. Dem Jacob Juden, in Lazarus Juden Hauss sein 
Khindt Veitl, ist an der Collera beschaut, alt 3 J. 

7. Mai. Der Abrahamb Judt, in ihren Spittall, ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 33 J. 

13. Mai. Dem Sallomon Juden, ins Jannus Juden Hauss 
sein Weib Rebeca ist an ein Seittengeschwer beschaut, alt 20 J. 






289 

23. Mai. Die Rebeca Jüdin Wittib, in ihren Spittall ist 
an der Gelbsucht beschaut, alt 50 J. 

26. Mai. Dem Jeremiaus Juden, in sein Hauss, sein Thoch- 
ter Khaba ist an Schlaag beschaut, alt 10 J. 

30. Mai. Dem Jacob Juden ins Leeb Juden Hauss, sein 
AVeib Sara ist an der Wassersucht beschaut, alt 31 J. 

3. Juni. Der Rebeca Jüdin Wittib, in ihren Spittall ihr 
Khindt Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 4 J. 

6. Juni. Dem Jacob Juden, ins Lippen Juden Hauss, sein 
Weib Ressl ist in Khindtesnöthen verschiden, alt 20 J. 

16. Juni. Die Rebeca Jüdin Wittib in ihren Spittall ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 89 J. 

28. Juni. Dem David Juden, in sein Hauss sein Khind 
Veitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 4 J. 

2. Juli. Dem Jacob Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Veitl ist an Magenwürmben beschaut, alt 2 J. — Dem Leeb 
Juden, ins Lazarus Juden Hauss, sein Khindt Israel ist an der 
Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

8. Juli. Die Jüdel Jüdin Wittib, in ihren Hauss ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

21. Juli. Dem Leeb Juden, in sein Hauss sein Weib Edl 
ist an der Fraiss beschaut, alt 27 J. 

23. Juli. Dem Schime Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Zimel ist an der Lungensucht beschaut, alt 35 J. 

9. September. Der Rebeca Jüdin Wittib, ins Joseph Juden 
Hauss ihr Khind Ressl ist an der Wassersucht beschaut, alt 4 J. 

13. September. Dem David Juden, ins Samuel Juden 
Hauss sein Khindt Teübl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

15. November. Dem Moysses Juden, ins Jackhel Juden 
Hauss, sein Khindt Anna, ist an der Fraiss abgestanden, alt 
6 Wochen. 

21. November. Dem Veitl Juden, in sein Hauss, sein 
Khindt Sara, ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. — Dem David 
Juden, in Ihren Spittal, sein Weib Machle ist an der Wassersucht 
beschaut, alt 40 J. 

22. November. Der David Jud, in ihren Spittal ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 23 J. 

10. Dezember. Dem Simon Judten, ins Jacob Juden Hauss, 
sein Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

Schwarz, Das Wiener Ghetto. 19 



290 

12. Dezember. Dem Abrahamb Juden, in sein Hauss, sein 
Weib Sara ist an der Dörr beschaut, alt 50 J. 

15. Dezember. Dem Copl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Eessl ist an der Fraiss beschaut, alt l 1 / 2 J. 

1661. 

8. Januar. Dem Mori Juden in sein Hauss, sein Weib 
Ceia, ist an der Wassersucht beschaut, alt 33 J. 

18. Januar. Dem Altl Kopl Juden, in sein Hauss, sein 
Weib Creml ist an einer Apostemb beschaut, alt 31 J. 

1. Februar. Dem Marx Juden, ins Abrahamb Juden Hauss, 
sein Khindt Heye-, ist an der Fraiss beschaut, alt 7 J. 

2. Februar. Dem Leeb Juden, ins David Juden Hauss, sein 
Khindt Hürschl ist am Catar beschaut, alt 2 J. 

3. Februar. Der Khibo Judt, ins Lembel Juden Hauss, ist 
an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

9. Februar. Dem Abrahamb Juden, in ihren Spittal sein 
Khindt Jachat ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

10. Februar. Der Mayr Judt, in ihren Spittal, ist am Aus- 
satz beschaut, alt 50 J. 

11. Februar. Der Bössl Jüdtin, Wittib, in ihren Spittal, ihr 
Khindt Rössl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

13. Februar. Der Jacob Judt, in ihren Spittal ist an der 
Lungen sucht beschaut, alt 40 J. 

25. Februar. Der Joseph Judt, in sein Hauss, ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 60 J. — Der Änzl Judt, in sein Hauss, 
ist an ein Prust Apostemb beschaut, alt 33 J. 

27. Februar. Die Hanckhl Jüdin Wittib, ins Perma Juden 
Hauss ist an der Wassersucht beschaut, alt 80 J. 

28. Februar. Die Jero Jüdtin, Wittib, in ihren Hauss, ist 
an ein Prust Apostemb beschaut, alt 30 J. 

5. März. Der Abrahamb Judt, in ihren Spittal, ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 72 J. 

7. März. Dem Lob Judten, ins Simon Juden Hauss, sein 
Weib Rössl ist an ein Prust Gschwer beschaut, alt 40 J. 

8. März. Die Hamele Jüdin Wittib, in ihren Hauss, ist an 
ein Prust Catar beschaut, alt 56 J. 

11. März. Dem David Juden, in sein Hauss, sein Weib 
JRachl ist am Schlaag beschaut, alt 26 J. 



291 

13. März. Der Moysses Judt, in ihren Spittal, ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 70 J. 

14. März. Der Änzl Judt, ins Abrahamb Juden Hauss, ist 
am Blassenstain beschaut, alt 40 J. 

15. März. Dem Moisses Juden, in sein Hauss. sein Weib 
Reizele ist an der Dörr beschaut, alt 47 J. 

18. März. Dem Elias Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Jüdl ist an ein Prust Apostemb beschaut, alt 23 J. 

19. März. Dem Hürschl Juden, in sein Hauss sein Weib 
Jüdl ist an der Lungensucht beschaut, alt 49 J. 

20. März. Der Liebman Jud, ins Zacharias Juden Hauss, 
ist an ein Prust Catar beschaut, alt 40 J. 

6. April. Der Hirschl Judt ins Davidt Judten Hauss ist 
an Hützigen Fiber beschaut, alt 45 J. 

8. April. Die Rebecca Jüdtin, in ihren Spittahl ist ann 
-der Lungensucht beschaut, alt 70 J. 

12. April. Dem Wolf Judten ins Jacob Judten Haus, sein 
Tochter Beilla ist ann Wurmen beschaut, alt 14 J. 

15. April. Dem Moysses Judten, ins Jacob Judten Hauss, 
sein Weib Sara ist an ein Prust Apostemb beschaut, alt 27 J. 

21. April. Dem Löbl Judten, in der Sari Judten Hauss, 
•sein Weib Rebecca ist an Leibs Schaden beschaut, alt 30 J. 

22. April. Der Lippen Judt, ins Jacob Judten Hauss, ist 
an der Lungensucht beschaut, alt 73 J. 

24. April. Der Schollem Judt, in ihren Spittahl ist an ein 
Prust Apostemb beschaut, alt 15 J. 

26. April. Dem Michel Judt, in sein Hauss, sein Kindt 
Sari ist ann der Darmbfreis beschaut, alt 3 1 / 2 J. 

30. April. Dem Wolfen Judt, in sein Hauss sein Tochter 
Rössl ist ann der Wassersucht beschaut, alt 15 J. — Der Salel 
Judt, so gestern todter von Linz zue ihren Preythof hieher 
geführt worden, ist an der Dörr beschaut, alt 40 J. 

1. Mai. Dem Schambsche Juden, ins Simon Judten Hauss, 
sein Weib Döscha ist am hützigen Füber beschaut, alt 57 J. 

7. Mai. Die Bascheba Jüdtin, Wittib, ins Ascha Judten 
Hauss, ist an der Dörr beschaut, alt 80 J. 

30. Mai. Dem Menisch Judten, in sein Hauss sein Kindt 
Itzig ist ann der Schwindtsucht beschaut, alt 10 J. — Die Rössl 
Jüdtin, ins Simon Judten Hauss, ist an einen Prust Cathar be- 
schaut, alt 14 J. 

19* 



292 

12. Juni. Die Eössl Jüdtin, ein leecliges Mensch ins Jonde 
Judten Hauss, ist an der Wassersucht beschaut, alt 8 J. 

14. Juni. Dem Joachimb Judt, in sein Hauss, sein Kindt 
Veitl ist an einer langwirigen Wassersucht beschaut, alt 7 J. 

. 30. Juni. Der Löeb Judt, ins Wolff Judten Hauss, ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 60 J. 

23. August. Die Preinl Jüdtin, Wittib, in ihren Hauss, ist 
langwirig an der Dörrsucht beschaut, alt 70 J. 

12. September. Dem Aschar Judt ins Samuel Judten Hauss, 
sein Weib Eössl, ist langwirig an der Lungensucht beschaut, 
alt 50 J. 

13. September. Dem Moisses Judt, ins Hürschl Judten 
Hauss sein Khindt Eössl, ist langwirig an der Schwindtsucht 
beschaut, alt 2y 2 J. 

16. September. Dem Gumpl Judten, in ihren Spittal, sein 
Weib Bella ist langwirig an der Wassersucht beschaut, alt 40 J. 

17. September. Die Eössl Jüdtin, Wittib, ins Leeb Juden 
Hauss ist langwirig an der Lungensucht beschaut, alt 72 J. 

8. Oktober. Der Maj/r Judt, in sein Hauss, ist langwirig 
ann der Lungensucht beschaut, alt 50 J. 1 ) 

15. Oktober. Dem Salomon Judten, in sein Hauss, sein 
Weib Malckha ist langwirig an der Dörr beschaut, alt 77 J. 

18. Oktober. Dem Moisses Judten, ins Ära Judten Hauss 
sein Khindt Eössl ist langwirig an der Gelbsucht beschaut, alt 3 J. 

2. Dezember. Der Elias Judt, ins Joseph Judten Hauss, 
ist 14 Tag am Schlaag beschaut, alt 50 J. 

7. Dezember. Dem Moysses Judten, in der Eebeca Jüdtin 
Wüttib Hauss, sein Khindt Joseph, ist an der Fraiss beschaut, 
alt V 2 J. 

12. Dezember. Der Mayr Judt, in ihren Spittal, ist an der 
Dörr beschaut, alt 15 J. 

1662. 

1. Januar. Dem Salomon Judt, ins Isac Judten Hauss, 
sein Weib Eössl, ist an ein Prust Apostemb beschaut, alt 18 J. 

12. Januar. Dem Issac Judten, ins Joseph Judten Hauss, 
sein Kindt Yeitl ist langwirig an Schwindsucht beschaut, alt 6 / 4 J. 

*)' Dieselbe Eintragung mit der Altersangabe „30 J." unter Monat 
September nach dem 17. u. d. Datum „den 8. dito", ferner unter S. November 
m. d. Altersangabe „alt 30 Jahr". Offenbar irrtümliche Wiederholungen, 
wie sie im Totenprotokoll häufig vorkommen. 



293 

29. Januar. Dem Mändl Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Eössl ist 8 Tag an der Fraiss beschaut, alt 5 / 4 J. 

1. Februar. Der Rifftgi Judt, 1 ; ins Marx Judten Hauss, ist 
langwirig an der Dör beschaut, alt 63 J. 

4. Februar. Der Moyses Judt, in ihren Spitall ist langwirig 
an der Dör beschaut, alt 50 J. 

12. Februar. Die Bella Jidtin, Wittib in ihren Spital ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 53 J. 

3. März. Der Samuel Judt, in der Ressl Jidtin Wittib 
Hauss, ist an der Lungensucht beschaut, alt 52 J. 

4. März. Dem Wolff Judt, ins Joachimb Juden Hauss, sein 
Sohn Veitl ist an der Lungensucht beschaut, alt 10 J. 

18. März. Der Herzl Judt, in sein Hauss, ist an der Dör 
beschaut, alt 80 J. — Dem Perl Jud, in sein Hauss, sein Sohn 
Veitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 12 J. 

27. März. Der Leb Judt, in der Rechel Jidtin Wittib Hauss 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 71 J. — Der Perbl Jud in 
sein Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 57 J. 

1. April. Dem Hierschi Juden, ins Jacob Juden Hauss 
sein Khind Veitl ist an der Dör beschaut, alt 9 J. 

2. April. Der Wolff Jud, ins Mayr Juden Hauss ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 72 J. 

8. April. Dem Leb Judt, ins Wolff Juden Hauss, sein 
Kfhind Veitl ist an Magenfieber beschaut, alt 7 J. 

15. April. Die Hanella Jidtin, Wittib, in der Rechel 
Jidtin Wittib Hauss, ist langwirig an Dampff beschaut, alt 70 J. 

18. April. Dem Samuel Judt, ins Simon Juden Hauss, 
sein Khind Veitl ist an der Schwindsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

19. April. Dem Leb Judt, in sein Hauss, sein Khind Rössl 
ist an der Schwindsucht beschaut, alt 3 J. 

3. Mai. Dem Gerstl Juden, ins Hierschi Juden Hauss, 
sein Sohn Samuel ist langwirig an der Lungen Apostemb beschaut. 

10. Mai. Dem Peeraich Juden, ins Mayr Juden Hauss, 
sein Sohn Samuel ist langw. an der Lungen Apostemb beschaut, 
alt 16 J. 

19. Mai. Die Ressl Jidin, ein armer Waiss, in ihren Spital, 
ist an der Schwindsucht beschaut, alt 2 J. 



J ) Wahrscheinlich soll die Stelle lauten: „Die Rifftge Jüdtin". 



294 

25. Mai. Die Rebeca Jidin, Wittib, ins Peer Juden Hauss 
ist an der Lungensucht beschaut, alt 80 J. 

27. u. 28. Mai. Die Liebl Jidin, Wittib ins Mayr Juden 
Haus ist an der Lungensucht beschaut, alt 80 J. — Dem Leb 
Jud in sein Hauss, sein Weib Riffge ist an der Wassersucht be- 
schaut, alt 40 J. 

29. Mai. Dem Salomon Jud, in sein Hauss, sein Khind 
Veitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 7 J. 

1. Juni. *) Der WoLff Judt in sein Hauss ist an ein Lungen 
Apostemb beschaut, alt 19 J. 

12. Juni. Dem Lazaruss Judt ins Salonian Juden Hauss 
sein Khindt Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 5 / 4 J. 

19. Juni. Der Leb Judt, in ihren Spitall, ist an der Wasser- 
sucht beschaut, alt 70 J. 

10. Juli. Der Moyses Judt, ins Davidt Juden Hauss ist 
langwührig an der Dörr beschaut, alt 36 J. 

26. Juli. Dem Berl Judt, in der Eachel Jidtin Wittib Hauss, 
sein Khindt Veitl ist 8 Tag an Khinder Pladern beschaut, 
alt 3 J. 

1. August. Die Dobara Jidtin, Wittib, in ihren Spitall ist 
langwührig an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

16. August. Der Ressl Jidtin Wittib, ins Henoch Juden 
Hauss ihr Khindt Anna ist an der Därmb Frais beschaut, alt 1 / 2 J. 

20. August. Dem Jona Judten, ins Abrahamb Juden Hauss 
sein Khind Veitl ist an der Frais beschaut, alt l 1 / 2 J. 

5. September. Der Riss Judt in sein Hauss ist langwührig 
an der Dörr beschaut, alt 68 J. 

24. September. Der Abraham Judt in der Jeneckhl Jidtin 
Wittib Hauss, ist an ein Brust Apostem beschaut, alt 60 J. 

27. September. Dem Simon Juden in sein Hauss sein Khind 
Nacham ist an Durchbruch beschaut, alt 3 1 / 2 J. 

29. September. Die Ressl Jidtin, ein Wayss in ihren Spital 
ist an der Lungensucht beschaut, alt 12 J. 

2. Oktober. Der Leb Judt ins Zachariae Ma^r Juden Hauss 
ist an ein Brust Apostem beschaut, alt 37 J. 

8. Oktober. Dem Victor Juden ins Mooses Juden Hauss, 

sein Khint Ressl ist an der Fraiss beschaut, alt 4 J. 

*) Bruchstück der Toteneintragungen v. 1. Juni bis 19. Nov. 1662, 
1 Bl., vorgebunden dem Totenprotokoll 7 (1664—1666). Die 2. Seite stark 
wasserfleckig. 



295 



11. Oktober. Die Ressl, ein Juden Khint, ins Hierschi 
Juden Hauss ist an der Dörr beschaut, alt 10 J. — Dem Veit 
Juden in sein Hauss sein Khint Lehe ist an der Rotten Kuhr 
beschaut, alt 5 / 4 J. 

13. Oktober. Der Hessl Jud ins Veith Juden Hauss ist 
an Seitenstehent beschaut, alt 13 J. 

18. Oktober. Dem Schmule Juden ins Berl Juden Hauss, 
sein Khint Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 5 / 4 J. 

I. November. Die Sara Jidtin Wittib ins Hierschi Juden 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 31 J. 

13. November. Der Joachamb Jud in ihren Spitall ist an 
der Schwindtsucht beschaut, alt 6 J. 

19. November. Dem Joseph Jud in sein Hauss sein Khint 
Vefitl] ist an ein Brust Cathar beschaut, alt 1 / 2 J. 

1667. 1 ) 

3. Januar. Dem Fissl Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Rachel ist an der Därmb Fraiss beschaut, alt 3 J. 

4. Januar. Dem Schmulle Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Vigl ist an Cathar beschaut, alt 30 J. 

II. Januar. Der Gunfel Judt, in ihren Spital ist an der 
Fraiss beschaut, alt 40 J. 

12. Januar. Der Ressl Jidtin Wittib in ihren Hauss ihr 
Khindt Gitl ist an der Fraiss beschaut, alt V-/ 2 J. 

20. Januar. Dem Freyssig Judten, ins Samuel Judten 
Hauss, sein Tochter Ressl ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 19 J. 

22. Januar. Der Mausche Judt, in ihren Spital ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 35 J. 

25. Januar. Dem Salamon Judten, in sein Hauss sein Weib 
Marl ist an der Wassersucht beschaut, alt 50 J. 

28. Januar. Dem Sallamon Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Ressl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

30. Januar. Dem Wolff Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Ressl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 6 J. — Dem Leb 
Juden, in sein Hauss, sein Khindt Rachl ist an Cathar beschaut, 
alt 5 / 4 J. 

*) Im Totenprotokoll 7 (1. Jan. 1664—31. Dez. 1666) fehlt die Abt, 
der Judeneintragungen, ebenso in dem früheren die Einträge aus dem 
J. 1663, so daß eine Lücke von 4 Jahren zu konstatieren ist. 



296 

31. Januar. Dem Khopl Frenkhl Judten, in sein Hauss, 
sein Khindt Sari ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. — Dem 
Sendter Judten, in ihren Spital sein Khindt Lebele ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 5 J. 

. 2. Februar. Der Gitl Jidtin, ein Wittib, in ihren Hauss, ihr 
Khindt Veitl ist an der Dörr beschaut, alt 12 J. 

5. Februar. Die Keissl Jidtin, ins Itzig Judten Hauss, ist 
an der Dörr beschaut, alt 30 J. 

8. Februar. Der Lemo Judt, in ihren Spital ist an der Lun- 
gensucht beschaut, alt 50 J. 

9. Februar. Die Mörl Jidtin Wittib in ihren Spital ist an der 
Dorr beschaut, alt 70 J. 

13. Februar. Der Maness Judt, in der Nissl Jidtin Wittib 
Hauss ist an der Wassersucht beschaut, alt 60 J. 

15. Februar. Die Eessl Jidtin, ein Wais ins Maister Judten 
Hauss ist an der Fraiss beschaut, alt 12 J. 

19. Februar. Der (!) Laser Judt, in sein Hauss sein Khindt Odl 
ist an der Fraiss beschaut, alt x / 4 J. 

3. März. Der Da vi dt Judt, in sein Hauss, ist an Schlaag 
beschaut, alt 64 J. — Dem Sallaman Judten, ins Israel Judten 
Hauss, sein Khindt Veitl, ist an der Schwindtsucht beschaut, 
alt 7 J. 

10. März. Der Isackhof (!) Judt ins Sallaman Judten Hauss, 
ist an der Dörr beschaut, alt 50 J. — Dem Veisch Judten, ins 
Hierschi Judten Hauss, sein Weib Hindi ist an der Mueterfraiss 
beschaut, alt 23 J. 

14. März. Dem Mayr Judt, in sein Hauss, sein Weib Lehe 
ist an der Dörr beschaut, alt 40 J. 

22. März. Dem Martha Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Eysekh ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 11 J. — Der 
Schlame Judt, in ihren Spital, ist an der Lungensucht beschaut, 
alt 70 J. 

25. März. Der Sara Jidtin, Wittib, in ihren Hauss ihr 
Khindt Israel ist an der Fraiss beschaut, alt 1 1 /, J. — Die Dine 
Jidtin, ein Wittib, in ihren Haus ist an der Dörr beschaut, 
alt 90 J. — Dem Lasser Judten, ins Victor Judten Haus, sein 
Khindt Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

1. April. Die Baella Jidtin, Wittib ins Joseph Judten 
Haus, ist an Dampf! beschaut, alt 70 J. 



297 

4. April. Die Rachl Jidtin, ein Wittib, ins Trestl Judten 
Haus, ist an Dampff beschaut, alt 70 J. 

14. April. Dem Schmule Judten, ins Samuel Juden Hauss, 
sein Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

1. Mai. Dem Wolff Judten, ins Sallaman Judten Haus, sein 
Khindt Rachl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 4 J. 

2. Mai. Dem Kheyem Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

3. Mai. Der Hierschi Judt, in sein Hauss ist an der Lungen- 
sucht beschaut, alt 52 J. 

4. Mai. Dem Davidt Judten, in sein Hauss, sein Sohn 
Node ist an der Fraiss beschaut, alt 15 J. 

6. Mai. Der Veith Judt, ein Wais, ins Samuel Judten 
Hauss, ist an der Fraiss beschaut, alt 4 J. 

19. Mai. Der Jese Judt, in ihren Spital ist an der Lungen- 
sucht beschaut, alt 20 J. 

20. Mai. Die Ratesch Jidtin, ein Wittib, ins Jacob Judten 
Haus ist an der Dörr beschaut, alt 70 J. 

23. Mai. Ressl Jidtin, ein Wittib, in ihren Hauss, ihr 
Khindt Rachl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. 

28. Mai. Dem Muesche Judten, ins Itzig Juden Haus, sein 
Khindt Ressl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 6 / 4 J. 

8. Juni. Dem Schmule Judten, in sein Hauss sein Khind 
Veitl, ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

17. Juni. Der Riffkhy Jidtin, ein Wittib in ihren Spitall, 
ihr Khindt Veitl, ist an der Schwindsucht beschaut, alt 4 J. — 
Dem David Judten ins Hierschi Judten Haus sein Khindt Ressl 
ist an Platern beschaut, alt % J. 

23. Juni. Dem Jacob Juden, in ihren Spital sein Khindt 
Gitl ist an der Wassersucht beschaut, alt 3 J. 

8. Juli. Dem Leb Judten, ins Joseph Juden Hauss, sein 
AVeib Sara ist an der Lungensucht beschaut, alt 20 J. 

10. Juli. Der Smibl Judt, ins Leb Judten Hauss ist an 
Schlaag beschaut, alt 60 J. 

12. Juli. Dem Aberhamb Judten, in sein Haus sein Khindt 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. 

19. Juli. Der Itzig Judt, ins Judten Spital ist an der Dörr 
beschaut, alt 30 J. 

20. Juli. Dem Leb Judten, ins Aberhamb Juden Hauss, sein 
Weib Sara ist an der Wassersucht beschaut, alt 30 J. 



298 

24. Juli. Dem Aberhamb Judten, in sein Haus sein Khindt 
Itzig ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. 

25. Juli. Dem Jobl Judten, ins Hierschi Judten Haus, sein 
Weib Pella ist an Khindlpeten beschaut, alt 30 J. 

1. August. Dem Meyer Judten, in der Mirin Judtin Wittib 
Haus, sein Khindt Joseph ist an der Fraiss beschaut, alt 3 J. 

5. August. Dem Schlame Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Sara ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

9. August. Dem Hierschi Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Prauna ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

12. August. Dem Schime Judten, in der Sara Jidin Wittib 
Hauss, sein Khindt Eessl ist an Platern beschaut, alt 3 J. — 
Die Sari Jidtin, ein Waiss, ins Mooses Judten Hauss ist an Pla- 
tern beschaut, alt 2 x / 2 J. 

14. August. Der Kachl Jidin, ein Wittib, in ihren Hauss, 
ihr Khindt Israel ist an Platern beschaut, alt 6 J. — Dem Lembl 
Judten, in sein Hauss, sein Khindt Veitl ist an Platern beschaut, 
alt 2 J. 

15. August. Der Leia Jidtin, Wittib, in ihren Hauss, ihr 
Khindt Sari ist an Platern beschaut, alt 3 J. 

17. August. Die Bella Jidtin Wittib, in ihren Spital ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 27 J. 

22. August. Dem Jude Juden, in sein Hauss sein Khindt 
Eessl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

23. August. Der Eachl Jidtin, Wittib, in ihren Hauss ihr 
^Khindt Sari, ist an der Fraiss beschaut, alt 2 1 / 2 J. 

24. August. Dem Sekhl Judten ins Moyses Juden Hauss, 
sein Khindt Eessl ist an Schwindtsucht beschaut, alt 6 / 4 J. — 
Dem Davidt Judten, in sein Hauss, sein Khindt Sari ist an der 
Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. 

25. August. Der Sari Jidtin Wittib, ins Joseph Juden 
Hauss, ihr Khindt Kheyum ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

26. August. Der Davidt Judt, in sein Hauss sein Khindt 
Israel ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 5 J. — Dem Leb 
Judten, in sein Hauss, sein Khindt Veitl ist an Platern beschaut, 
alt 3 J. 

28. August. Dem Hemy Judten, ins Dressl Juden Haus, 
sein Khindt Veitl, ist an Platern beschaut, alt 1 / 2 J. — Der Sari 
Jüdtin, ein Wittib, ins Abrahamb Judten Hauss, £hr Khindt 
Israel ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 5 J. 



299 

31. August. Der Jochel Jidtin, Wittib, in ihren Hauss, ihr 
Khindt Sari ist an der Fraiss beschaut, alt 3 J. 

2. September. Der Idl Jidtin, in der Peyerlin Jidin Wittib 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 50 J. — Dem Schime 
Juden, ins Sallaman Judten Hauss, sein Khindt Volekhl ist an 
der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

6. September. Dem Noe Judten, ins Sallaman Judten 
Hauss, ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. — Dem 
Schime Juden, ins Sallaman Judten Hauss, sein Khindt Volekhl 
ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. (S. oben unter 2. Sept.) 

8. September. Dem Scheye Juden, in sein Hauss sein Khind 
Veitl ist an den Platern beschaut, alt l 1 /, J. 

10. September. Dem Jacob Judten, in sein Hauss sein 
Khind Perl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

11. September. Dem Hierschi Judten, in sein Hauss, sein 
Weib Mindele ist an der Dörr beschaut, alt 50 J. 

16. September. Dem Aberhamb Judten, in sein Haus sein 
Khindt Eessl ist an Platern beschaut, alt 1 J. 

17. September. Der Jacob Judten (!) ins Dressl Juden 
Haus, ist an Cathar beschaut, alt 70 J. 

18. September. Dem Hössl Juden in sein Hauss sein Khindt 
Sari ist an Platern beschaut, alt 3 J. 

23. September. Dem Moyses Judten, in sein Haus sein 
Khindt Eessl ist an Platern beschaut, alt 1 / 2 J. 

26. September. Der Kedl Jidtin, Wittib, in ihren Spital, 
ihr Khindt Sari ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

27. September. Der Itzig Judt, in ihren Spital ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 40 J. 

30. September. Der Sari Jidtin Wittib in ihren Spital ihr 
Khindt Veitl ist an Platern beschaut, alt 6 / 4 J. 

1. Oktober. Dem Maness Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Eessl ist an Platern beschaut, alt 8 / 4 J. 

3. Oktober. Dem Samel Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Eedl ist an Plattern beschaut, alt 2 J. 

4. Oktober. Davitl Judten, in sein [Hauss] sein Kint 
Salloma ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 2 J. 

5. Oktober. Dem Leb Judten, in der Launa Jidtin Wittib 
Hauss sein Khindt Veitl ist an Platern beschaut, alt 2 J. 

7. Oktober. Dem Veitl Judten [Lücke], in ihren Spital ist 
an Platern beschaut, alt 4 J. 



300 

9. Oktober. Dem Lip Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

14. Oktober. Dem Aran Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Israel ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 4 J. — Dem Salla- 
man Judten in Moyses Judten Hauss, sein Khindt Ressl ist an 
Platern beschaut, alt 3 J. 

15. Oktober. Der Rifkhy Jidtin in ihren Spital ihr Khindt 
Sari ist an Durehbruch beschaut, alt 3 / 4 J. 

17. Oktober. Dem Aran Judten in sein Hauss, sein Khindt 
Sari ist an Plattern beschaut, alt 1 J. 

22. Oktober. Der Solde Jidtin Wittib, ins Hainich Judten 
Hauss ihr Khindt Sari ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 J. 

23. Oktober. Dem Lew Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Lasel ist an Pladtern beschaut, alt 2 J. 

24. Oktober. Itzi (!) Judten in sein Hauss sein Khindt 
Sari ist an Plattern beschaut, alt 2 J. — Der Ressl Jidtin, Wittib 
in ihren Hauss ihr Khindt Veitl ist an Platern beschaut, alt 3 J. 

25. Oktober. Dem Isey Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 J. 

26. Oktober. Dem Heyem Judten, ins Wolf Judten Hauss, 
sein Khint Veitl ist an Platern beschaut, alt 3 / 4 J. 

29. Oktober. Der Hirschl Judt, ins Itzig Juden Hauss ist 
an der Dörr beschaut, alt 60 J. 

31. Oktober. Dem Israel Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Sari ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. — Der Sara Judtin 
Wittib ins Joseph Judten Hauss, ihr Khindt Sari ist an der 
Schwindtsucht beschaut, alt 1 / 2 J. 

4. November. Dem Samel Judten, in sein Hauss, sein 
Sohn Lepme ist an der Gallsucht beschaut, alt 15 J. — Die 
Rachel Jidtin, ein Waiss in ihren Spital ist an Plattern beschaut, 
alt 3 J. 

5. November. Dem Marthey Judten in sein Hauss sein 
Khindt Sari ist an Bladern beschaut, alt 1 J. — Dem Abrahamb 
Judten in sein Hauss sein Khindt Veitl ist an der Fraiss beschaut, 
alt 3 / 4 J. 

7. November. Dem Hirschl Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Veitl ist an Pladern beschaut, alt 3 / 4 J. 

9. November. Die (!) Prainl Judtin Wittib in ihr Hauss, ihr 
Khindt Ressl ist an der Fraiss beschaut, alt 2 J. 

12. November. Der Lew Judt in ihren Spital an der 
Dörr beschaut, alt 10 J. 



301 

14. November. Der Ära Judten (!) in ihren Spital ist an 
der Schwindtsucht beschaut, alt 18 J. — Dem Marta Judten in 
sein Hauss, sein Khindt Veitl ist an Pladtern beschaut, alt 2 J. 

16. November. Dem Moyses Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

18. November. Dem Veisch Judten in sein Hauss, sein 
Khindt Sari ist an Pladern beschaut, ■ alt 6 J. 

21. November. Dem Schime Judten, in sein Hauss sein 
Khindt Idtes ist an der Windtsucht beschaut, alt 3 J. — Der 
Giedl Jidtin, ein Wittib in ihren Hauss ihr Khindt Nissl ist an 
Durchbruch beschaut, alt 3 J. — Dem Lew Judt, in Sallomon 
Judten Hauss, sein Khindt Sari ist an der Fraiss beschaut, alt 
3 Jahre. 

24. November. Dem Susman Judten, ins Mayr Judten 
Hauss, sein [Khindt] Eahel ist an der Windtsucht beschaut, 
alt 2 J. 

27. November. Dem Leb Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Eessl ist an Plattern beschaut, alt 1 J. 

28. November. Dem Moyses Judt in Perl Judten Hauss, 
sein Khindt Itzig ist an Cathar beschaut, alt l x / 2 J. 

1. Dezember. Dem Hierz Judten in sein Hauss, sein Khindt 
Sari ist an Platern beschaut, alt 18 Wochen. 

6. Dezember. Die Sari Jidtin Wittib, ins Moyses Judten 
Hauss ist an der Lungensucht beschaut, alt 63 J. 

3. Dezember. Dem Jekheff Judten in Sallamon Judten 
Hauss, sein Khindt Veitl ist [Lücke], alt 6 Wochen. 

13. Dezember. Dem Affner (!) Judten ins Abrahamb Judten 
Hauss, sein Khindt Eachl ist an der Windt beschaut, alt 4 J. 

16. Dezember. Dem Heymen Judten ins Schime Judten 
Hauss sein Khindt Eachl ist an Platern beschaut, alt 4 J. — 
Dem Mendl Judten, in sein Hauss, sein Khindt Sari ist an der 
Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. — Dem Leb Judten, in sein 
Hauss, sein Khindt Eessl ist [Lücke], alt 6 Wochen. — Der 
Coppl Judt, ein Wayss in ihren Spitall ist an der Lungensucht 
beschaut, alt 15 J. 

20. Dezember. Der Davidt Judt, ins Joseph Judten Hauss 
ist an der Dörr beschaut, alt 40 J. 

22. Dezember. Dem Honig Judten, in sein Hauss, sein 
Khindt Davidt ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

29. Dezember. Dem Abrahamb Judten ins Lipp Judten 
Hauss sein Weib Pehla ist an der Lungensucht beschaut, alt 30 J. 



30 

1668. 

1. Januar. Der Jobst Judt in sein Hauss, ist an der Dörr 
beschaut, alt 70 J. — Dem Lipp Judt, ins Sallaman Judten Hauss, 
sein Khindt Leb ist an der Windtsucht beschaut, alt 4 J. — Der 
Leb Judt, ein Waisz ins Ma^r Judten Hauss ist an der Wasser- 
sucht beschaut, alt 12 J. 

9. Januar. Dem Perl Judten, in sein Hauss sein Khindt 
Sari ist an Platern beschaut, alt 4 J. 

12. Januar. Der Ttzig Judt, in sein Haus, ist an der 
Wassersucht beschaut, alt 60 J. — Dem Leb Judten, in sein 
Hauss, sein Khindt Eachl ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

16. Januar. Der Moyses Judt in sein Hauss, ist an Dampf 
beschaut, alt 72 J. 

22. Januar. Die Marchinn Jidtin Wittib in ihren Spitall 
ist an der Windtsucht beschaut, alt 60 J. — Dem Ascher Judten, 
ins Leb Judten Hauss, sein Khindt Veitl ist an der Fraiss be- 
schaut, alt 3 J. 

23. Januar. Dem Jacob Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Israel ist an Platern beschaut, alt 2 J. 

4. Februar. Der Leb Judt ins Joseph Judten Hauss ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 30 J. 

17. Februar. Dem Martha Judten, in sein Hauss, sein Khint 
Kachel ist an der Fraiss beschaut, alt 7 J. 

19. Februar. Dem Mohre Judten, ins Lippe Judten Hauss, 
sein Khint Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

20. Februar. Die Gidl Jidtin Wittib in ihren Hauss, ist an 
der Lungensucht beschaut, alt 50 J. 

22. Februar. Dem Mooses Judten, in sein Hauss, sein Khint 
Aberhamb ist an Plattern beschaut, alt 2 1 / 2 J. 

24. Februar. Dem Sallaman Judten, in sein Hauss, sein 
Khint Israel ist an der Fraiss beschaut, alt 3 / 4 J. 

3. März. Dem Khaiam Judten in der Nissl Jidtin Wittib 
Hauss, sein Sohn Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 
12 Jahr. 

7. März. Die Marhinn Jidtin Wittib in ihren Hauss ist 
an der Dörr beschaut, alt 60 J. 

20. März. Die Sara Jidtin ein Wais in ihren Spital ist an 
der Schwindtsucht beschaut, alt 8 J. 

29. März (im Orig. irrtümlich Mai). Dem Lew Judten in 
sein Hauss, sein Khindt Nachame ist an der Schwindtsucht be- 
schaut, alt 2 J. 



303 



7. Mai. Die Marhimb Jidtin Wittib ins Veitl Judten Hauss 
ist an der Dörr beschaut, alt 60 J. 

10. Mai. Dem Joell Judten, ins Hirschl Judten Hauss, 
sein Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

15. Mai. Dem Saloman Judten in sein Hauss, sein Khindt 
Antschl ist an Platern beschaut, alt 4 J. 

18. Mai. Dem Seissl Judten, in sein Hauss, sein Sohn Veitl 
ist an der Wassersucht beschaut, alt 12 J. 

17. Juni. Dem Abrahamb Judten, ins sein Hauss, sein 
Weib Ziperl ist an Schlaag beschaut, alt 80 J. — Dem Heyim 
Judten, in sein Hauss, sein Weib Malckha ist an der Wassersucht 
beschaut, alt 50 J. 

20. Juli. Dem Leb Judten, in sein Hauss sein Khindt Sara 
ist an der Fraiss beschaut, alt V 4 J. 

18. August. Der Antschl Judt in sein Hauss ist an der 
Lungensucht beschaut, alt 20 J. — Dem Maister Judten, in sein 
Hauss, sein Khindt Kedl ist an der Fraiss beschaut, alt 10 Wochen. 

26. August. Dem Moysy Judt in sein Hauss, sein Weib 
Fegele ist an der Dörr beschaut, alt 54 J. 

7. September. Der Sari Jidtin Wittib in ihren Hauss, ihr 
Khindt Veitl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 3 / 4 J. 

22. September. Die Bona Jidtin, ein Wittib in ihren Spi- 
tall ist an einen Prust Apostemb beschaut, alt 60 J. 

30. September. Dem Heuern Judten, in sein Hauss, sein 
Sohn Lewl, ist an der Fraiss beschaut, alt 14 J. — Der Bella 
Jidtin ein Wittib, in ihren Hauss, ihr Khindt Jochai ist an der 
Fraiss beschaut, alt 1 J. 

30. September. Die Gendl Jidtin Wittib in ihren Hauss, 
ist an der Dörr beschaut, alt 60 J. 

3. November. Der Moyses Fränckhl Judt, in sein Hauss, 
ist an einen Prust Cathar beschaut, alt 70 J. 

19. November. Dem Kopl Judten, in sein Hauss, sein 
Khint Sari ist an der Windtsucht beschaut, alt 2 1 / 2 J. 

25. November. Dem Joseph Judten, in sein Hauss, sein 
Weib Eachel ist an der Dörr beschaut, alt 30 J. 

30. November. Der Ressl Jidtin Wittib, in ihren Hauss, 
ihr Khint Veitl ist an der Fraiss beschaut, alt 9 J. 

5. Dezember. Der Lazarus Judt, in der Eachel Jüdin 
Wittib Hauss, ist an Dampf beschaut, alt 64 J. 

10. Dezember. Dem Hierschi Mayr Judten, in sein Hauss 
sein Weib Ester ist an Dampf beschaut, alt 56 J. 



304 

11. Dezember. Dem Izickh Judten in sein Hauss, sein 
Khint Abrahamb ist an der Fraiss beschaut, alt 6 J. 

28. Dezember. Dem Mayr Judten, in sein Hauss, sein 
Khint Veitl, ist an der Fraiss verschiden, alt 15 Wochen. 

1669. 

12. Januar. Dem Jude Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Ressl ist an der Frais beschaut, alt 2 J. 

14. Januar. Dem Issel Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Rachel ist an der Frais beschaut, alt 11 Wochen. 

1. Februar. Der Jüdl Judt in ihren Spitall ist an der Dörr 
beschaut, alt 36 J. 

2. Februar. Der Reizele Judt, in ihren Spitall ist an Dampf 
beschaut, alt 56 J. 

10. Februar. Dem Lebl Judt in sein Hauss, sein Khindt 
Berma ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

12. Februar. Dem Ora Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Berma ist an der Frais beschaut, alt 1 / 2 J. 

17. Februar. Den Moyses Judten, in sein Hauss, sein Khindt 
Yeitl ist an Stain beschaut, alt 4 J. 

22. Februar. Dem Simacha Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Chele ist an der Hectica beschaut, alt 40 J. 

3. März. Dem Abrahamb Juden, in sein Hauss, sein Khindt 
Nötl ist an Cathar beschaut, alt 3 / 4 J. 

4. März. Dem Ora Juden, in Schime Juden Hauss, sein 
Khindt Ressl ist an der Schwindtsucht beschaut, alt 1 J. 

6. März. Dem Eser Juden, in sein Hauss sein Weib Zierl 
ist an dem Cathar beschaut, alt 40 J. 

8. März. Dem Moyses Juden in sein Hauss, sein Khint 
Moriin ist an der Frais beschaut, alt x / 2 J. 

11. März. Dem Jacob Juden, in sein Hauss, sein Weib 
Buna ist an der Mutterfraiss beschaut, alt 22 J. 

16. März. Dem Simon Polläckh Judten, in sein Hauss, 
sein Khindt Joseph ist an der Fraiss beschaut, alt 1 / 2 J. 

21. März. Die Sari Jüdtin Wittib in ihren Spitall ist an 
der Wassersucht beschaut, alt 33 J. 



vv 



REGISTER. 



Hausbesitzer. 
A. Juden. 
Die beigefügten Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen, die daneben- 
stehendc Ziffer die Ordnungsnummer der Eintragung, resp. der Reihenfolge 
der Häuserverzeichnisse. 

Abkürzungen: Br. = Bruder. E. = Erben. H. = Hausfrau. 
M. = Mutter. S. = Sohn. T. = Tochter. V. = Vater. W. = Witwe. 



Abbt, Jonas 201, 88. 
Abraham, Isac 224, 7. 

— „der Judenschafft Schuel Ilüef- 
fer" 181, 14. 200, 84 („Schuel- 
khlopffer"). 

— „Abraham Schutlrüeffer", s. 
Schwiegers. Jonas, s. diesen. 

Abrahams. Ainschilt, Austerlitz, 
Brodt, Fläsch, Fleischhackher, 
Fränckhl, Hardtfeldter, Hecht, 
Herzfeller, Hönnich, Isac, Meer- 
burg, Munckh, Perlheffter, Pol- 
lackh, Küss, Veith, Wolff, 
Ziggan. 

Adam s. Jüdl (Schweinburger). 

Ainschilt, Abraham 183, 19. 

— Salamon, S a r ä c h (Sara) s. H. 
221. 

A 1 f a m u s, Wolff, s. E. 247, 116. 

A n s c h 1 s. Fränckhl. 

A r o n s. Austerlitz, Fränckhl, 
Goldtschmidt, Henich, Khal- 
mann, Leithenickh, Lembl, 
Lucern, Munckh, Plan, Sekhl, 
Thoman. 

A s c h e r 1, David 225, 33. 249, 41 ; 
s. E. 233, 39. 

— (Äscherl), Joseph Mayerl, s.W. 
223. 

— (Ascher), Marx 191, 50. 

— Mayr 223, 225, 72 (Ascher). 
242, 88. 251, 99 (Ascher). 

— N. 216, 138. 

— Salomon, Fleischhackher 203, 96. 
Schwarz, Das Wiener Ghetto. 



A s s a r e 1 (Asriel) s. Lucern. 
Au er p ach(erin), Adl 248, 11. 

— David 194, 63. 195, 64. 226, 79; 
s. E. 244, 97. 

— Gumprecht (Linz) 255, 3. 

— Hierz 190, 48. 

— Jacob 205, 1Ö0. 

— (Auerbach), Marcus 223. 225, 
69. 241, 82 (Marx). 

— Salomon 187, 36. 228, 10. 240, 
75. 251, 86 (Auerpacher). 

— Salomon Wolff, Maria s. H. 
194, 62. 195, 65. 

— Samuel 197, 73. 201, 87. 224, 11. 
Au spitz, Mayr 223. 
Austerlitz, Abraham, s. E. 

205, 99. 

— Aron 225, 50; s. E. 222. 

— (gen. Prodt), David, Br. d. 

Collmann u. Hirschl; 

S c h ö n e, T. d. Jeremias Gerstl 

s. H. 205, 100—102. 223. 224, 21. 

„Austerlische Erben" 250, 
60. 

A v i g d o r s. Victor. 

B a n c o Jacob Levi dal 195, 67. 

196, 68, 69. 226, 82. 251, 110. 

— Simon dal 195, 67. 
Bayrl s. Goldtschmidt, Berl. 
Bella, W. d. Joseph Munckh, s. 

diesen. 
Belle s. Joseph, Isac. 
Benedict, Besackh (Pesach) 250, 



78. 



20 



306 



Benedict, Hirschl 225, 58. 239, 
67. 250, 77 (der Ältere). 

— Marx 225, 56. 250, 75 (Marcus) ; 
s. E. 239, 65. 

— Moyses 190, 46. 223. 225, 70. 
•241, 84. 

Benedict s. Lebl, Moyses, Salo- 

mon. 
Benisch (Penisen), Enoch 219. 

225, 51. 226, 74. 

— Victor s. Berichtigungen S. X. 
Benjamin s. Fränckhl. 

B e r 1 s. Goldtschmidt. 

8. auch Perl. 
B e r m a n s. Fränckhl. 
Besackh (Pesach) s. Benedict. 
B 1 a n (Bland) s. Plan. 
Borta (?), Gerstl 222. 
Brodt (Brot, Prodt, Prot, Pradt), 
Abraham, s. E. 236, 55. 

— David s. Austerlitz. 

— Hirschl 222. 234, 49. 

- Jochalin („Pradtin") 250, 54. 

— Leeb, J ü d 1 1 i n s. W., C o 1- 
raan s. S. 211, 119, 120. 

— Salomon 184, 23. 

— Simon 243, 93. 

— Veit, Pv a c h 1 (Regina) s. H. 
192, 55. 193, 56, 226, 76. 

S. auch Austerlitz. 

C a s s i s s (Khäses, Khäsesser) , La- 
zarus 222. 

Claa, Joseph 229, 17. 

Collmann ( Colman) s. Auster- 
litz, Brodt. 

C o p e 1 s. Fränckhl, Pollackh, 
Pvüss, Wolff. 

Crackhaw ( Cracau, Crackhaur ) , 
Leb 183, 18; s. E. 224. 

D a p h i a s. Plan. 

David s. Ascherl, Auerpach, 
Austerlitz, Brodt, Fränckhl, 
Jüdl, Lazarus, Nathan, Pollackh. 

D w o r 1, s. Gerstl (Jacob) . 

E g d 1 s. Lazarus, Veit. 

Elias s. Fleischhackher, Gold, 
Höschl, Lembl, Mayr (Elisa- 



beth), Pollackh, Scheuch, 

Scheya, Wormbs. 
Elisabeth s. Mayr. 
Enoch s. Benisch, Falckh, 

Fränckhl, Schickh. 
E n s s g e n, Salomon 250, 69. 
„Entzens, Leeb Ayden, N." 187, 

35. 
E n z g e n s. Marburg. 
E s a i a s s. Scheuch. 
Ester s. Mayr, Hirschl, Isac 

(Samuel) . 
Eva s. Munckh (Mayr). 
E z e c h i e 1, S. d. J ü d 1 S c h w e i n- 

b u r g e r s. diesen. 
Falckh (Falkh, Falch), Enoch 

(Hennoch) 223. 225, 67. 241,79. 

— Joseph Honig 251, 117. 

— Simon 181, 12 (Falch). 201, 89. 
Fichtorin s. Victor. 

F lasch (Flasch), Abraham 213, 
127. 

— Salomon 198, 76. 226, 87; s. E. 
224, 2. 

— Samuel 220. 
Fleischhackher, Abraham 

249, 31. 

— Elias 186, 31. 

— Salomon 224, 18; s. E. 229, 20. 
Fleckhelkhramer, Wolf 221. 
F 1 ö k h 1, Wolf (sicher identisch 

mit dem Vorigen) 228, 6. 
Franckhfurter, Leb 219. 
Fränckhl ( Fränckhel, Franck- 

kel), Abraham 220. 249, 29. 

— Anschl, s. E. 220. 

— Aron 219. 225. 230, 25. 250, 61. 

— Benjamin 250, 57. 

— Berman (Perman) 225, 55. 242, 
91. 251, 102; s. E. 220. 

— Copel 219. 221. 222. 223. 225, 
30. 232, 34—36. 233, 37. 249, 39. 

der Jüngere 250, 48, 50. 

— David, Rachel s. H. 178, 2. 
179, 7. 184, 23. 225, 46; s. E. 
222. 235, 52. 



307 



Fränckhl, Enoch 221. 

— Hirschl 214, 132. 225, 31. 

— Hönnig 249, 38. 

— Jacob 209, 112. 

— Joseph 245, 105. 

— Marx 225, 23; s. E. 231, 26. 

— Mayr 193, 57. 226, 78. 

— Mierl 206, 103. 

— Moyses 207, 107. 221. 225, 
22, 25. 230, 25; s. E. 231, 28. 

— Moyses Aron 249, 28. 

— Salomon 223. 250, 57. 251, 113. 

— Söckhl 222. 

F rösch 1, Moyses 224, 12. 255, 2. 

Galstatt s. Kaistatt. 

Gemeinde 213, 128. 214, 129. 
215, 135. 216, 136, 137. 219. 222. 
224. 226, 90. 228, 11. 233, 38, 
40, 42. 246, 112, 113. 247, 
117—120. 249, 40, 42. 252, 
125—128, 132. 

G e r s 1 1, Avigdor (Avigtor, Victor) 
222. 225, 39. 

— Jacob, Dworl s. H. 212, 124. 

— Jeremias 225, 44. 

— Joachim, Leonora s. H. 196, 
70. 226, 82. 248, 4. 

— Leonora s. Joachim, als W. 196, 
71. 

— Michael 220. 222. 234, 50. 250, 
55. 

— Moyses 197, 75. 

— Moyses Jeremias 176, 1. 

— N. 193, 59. 194, 61, 62. 

G e r s 1 1 s. Borta, Kaistatt, Munckh, 

Schlesinger. 
G i b i s s, Joachim 248, 14. 
Gold, Elias, „G oldschmidt 

oder Wurms" 185, 26. 
Goldtschmidt, Aron 250, 76. 

— Berl (Perl), Bayrl s. H. 209, 
114. 210, 115. 221. 225, 28. 232, 
33. 249, 37. 

— Elias (s. auch Gold und 
W o r m b s) 225, 57. 

— Hersch 220. 



Goldtschmidt, Hierschi 245, 
103. 251, 115. 

— Isac, V. d. Samuel 225, 45. 

— Löwel 250, 76. 

— Marx 225, 64. 

— Rachels E. 223. 

— Samuel 209, 114 („Schmueil", 
S. d. Lea). 222 (d. Ä.). 235, 
51. 250, 56. 

S. auch Isac, Samuel. 
G r e i s s 1 e r, Perl 252, 122. 

— Joseph, s. W. 252, 121. 
S. auch Reukh. 

Gumprecht, Samuel 224, 10. 
Gumprecht s. Auerpach. 
Hall er, Ison (Isac) 249, 32. 
Hardtfeldter, Abraham, Rosa 

s. T. 223 (s. auch Herzfeller). 
Hecht (Höcht) , Abraham 221. 224. 

228, 12. 230, 23. 248, 13. 249, 

26; s. E. 224, 12. 

— Jacob 249, 23. 

— Samuel 249, 16. 

II e n i c h, Aron 250, 62 (s. auch 

Hönnich) . 
H e r 1 i n g e r, Jacob 249, 43. 

— Joel (Jodl) 219. 225, 35. 233, 
41. 

Hersch s. Goldtschmidt. 
Herzfeller, Abraham, s. E. 

240, 73. 
II e s e h e 1, Leb 224 ( s. auch 

Höschl) . 
H i e r z s. Auerpach. 
Hillel (Hyllel) s. Pollackh. 
Hindi s. Meerburg. 
Hindele s. Schulsinger. 
Hirschl (Hierschi) , Jacob, s. W. 

u. E. 224. 

— v. Nicolspurg, Enkel d. Leb 
Lutzern 209, 114. 

— „Saloman Munckhens Ayden" 
200, 85. 

— Simon 251, 90. 

Hirschl s. Austerlitz, Benedict, 
Brodt, Fränckhl, Goldschmidt, 
Isac, Lucern, Mayr, Molazkhy, 

20* 



308 



Munckh, Pollackh, Pruckh, 
Kechl, Rüss, Sambson, Simon. 

Höcht s. Hecht. 

Honig, Joseph 220. 226, 84. 

Hönnich, Abraham 250, 63. 

H ö n n i g s. Fränckhl. 

Höschl, Elias, „Juden Doctor" 
203, 93. 

„Jacoben Schuelrieffers Ayden, 
N." 186, 30. 

Jacob s. Banco, Benedict, 
Fränckhl, Gerstl, Hecht, Her- 
linger, Hirsehl, Israel, Jüdl, 
Köpl, Lebl, Lebus, Mautter, 
Munckh, Plan, Pollackh, Prisch, 
Sallam, Salomon, Schlessinger, 
Schneider, Tröstl, Ziggeiner. 

Jacob Levi s. Banco. 

Janusch, Isac 225, 62. 

J ä n i s c h, Isac, „Münz Jubelier", 
s. E. 240, 72 (wohl identisch 
mit dem Vorigen). 

I d e 1 s. Pierschenckh. 

Jedelle s. Scheuch (Wendl). 

Jeremias s. Gerstl, Mayr. 

Jeüsckh, Israel 186, 33. 

Inschal 1, „Lemoni Cramer" 
248, 9. 

Joachim s. Gerstl, Gibiss, 

Munckh, Neicheles, Pollackh, 

Puschkh, Schnattich. 
„Jochalin" s. Brodt. 
Joel (Jodl) s. Herlinger, Sabina. 
Johaimb (Joachimb), Israel 228, 

7. 248, 7. 
Jonas, „Abrahamben Schuel- 

rüeffers Ayden" 191, 51. 

— Isac, s. W. u. E. 223. 

— Lazarus 223. 

— Leb (Leeb, Lebel, Lewel) 223. 
242, 89 („Minzhandler"). 251, 
100. 

Jonas s. Abbt, Isac, Schlambach, 

Schlessinger. 
J o n d e 1 s. Schneider. 



Joseph Isac v. Kremsier, 
Schwiegers. ( ? ) d. Adam Jüdl, 
s. H. Belle 213, 126. 

„Joseph Jud" 249, 46. 

Joseph s. Ascherl, Benedict, 
Claa, Fränckhl, Gerstl, Honig, 
Jüdl, Kaistatt (Gerstl), Khal- 
mann, Lembl, Munckh, Neu- 
städtl, Oberlender,Plan,Reuckh, 
Schlambach, Welscher. 

Joseph Honig s. Falckh. 

Isac, Hirsehl, s. E. 221. 

— Jonas, Br. d. Salomon 224. 226, 
73. 250, 71. 

— Lazarus, „Munzhandler" 251, 84. 

— „Munzhandler" 250, 83. 

— Salomon 224. 250, 71. 

— Samuel (== Goldtschmidt) , 
Ester s. H. 178, 4. 179, 5, 6. 

— Samuel, S. d. JüdlSchwein- 
b u r g e r, s. diesen. 

— „Schuelmaister" 251, 103. 
Isac s. Abraham, Häller (Ison), 

Janusch, Jänisch, Jonas, Joseph, 
Mayr, Munckh, Rüss, Stain, 
Valckhstain, Wallerstain, Wendl, 
Wormbs. 
Israel, Jacob 181, 13. 

— Marcus (Marx) 223. 237, 59 

(Marx Iserl). 250, 68. 

— Salomon 229, 19. 

— Samuel 219. 221. 224, 17. 230, 
21. 249, 21, 24. 

— Wolff 203, 95, 96. 

— Zacharias 192, 54. 194, 60; s. E. 
222. 

Israel s. Benedict, Jeüsch, Jo- 
haimb, Liberman, Pinckhes, 
Prandeiss, Pusckh, Wolff. 

J u d a s. Pollackh. 

Jüdl, Adam (Schweinburger) 199, 
81. 224, 5. 225, 49; s. E. 233, 
44. 

— David 225, 49. 250, 73. 

— Jacob 221. 



309 



J ü d 1, Joseph 222. 

— Scheuch (Seich) 222. 236, 54. 
8. auch Salomon, Jacob. 

„Jüdtlin" s. Brodt. 
Khalmann, Joseph, P e s s 1 s. H., 

Arou s. S. 222. 
Kaistatt (Khalstatt, Kalchstatt, 

Khallstatt, Kholstatt, Kollstatt, 

Galstatt) , Gerstl, Joseph s. 

Schwiegers. 225, 37. 233, 44. 

— Leb, V e g e 1 1 a s. H., Sa- 
muel ihr S. 208, 111. 209, 
112, 

— Samuel 209, 112. 223. 225, 29. 
239, 69. 250, 79. 

Kharch, Lövvel 252, 131. 
Khäsesser, Lazarus 233, 43. 249, 

44 (Khäses). S. auch Cassiss. 
Khauffman ( Khauf man) , Leb 

210, 118. 225, 40. 
„Khybo, N.", Schuelrieffer 202, 

90. 
Khierschner (Khirschner, 

Kirschner) , Moyses, P 1 u e m e 

s. H. 210, 116. 221. 232, 32. 249, 

36. 
Köpl, Jacob 215, 133. 
Khopel, Wolf 219. 
L a s 1 a s. Lazarus. 
Lazarus (Latzarus), David 211, 

122, s. S. Salomon 212, 123, 

124. 

— Lasla 191, 52, 53. 

— Salomon 220. 

— Victor (Victrin, Fichtorin), 
Egdl s. H. 210, 118. 211, 120. 
234, 46. 250, 49. 

Lazarus s. Benedict. Cassiss, 
Isac, Jonas, Khäsesser (Khäses) , 
Mämel, Mändl, Wetzel. 

Leeb, Moyses 220. 

— (Leb), Simon 226, 81. 
Leeb s. Brodt, Crackhau, „Entzen", 

Franckhfurter, Goldtschmidt 
(Löwel), Heschel, Jonas, Kai- 
statt, Kharch, Khauffman, Le- 



derer, Lucern, Mayr, Munckh, 
Pierschenkh, Pinckhes, Pisk, 
Pollackh, Pusckh, Schlessinger, 
Schulsinger, Suniger, Weyl. 
Lebl, Benedict 183, 21. 

— (Lebel), Jacob 245, 100. 

— Mayr 240, 71. 
Leb us, Jacob 220. 

L e d e r e r, Leeb 222. 

— Moyses 222. 
Leibhaimb, Moyses 223. 
Leinpaumb, Moyses 237, 59 

(sicher identisch mit dem Vo- 
rigen). 

Leybaumb, Salomon 225, 54. 
Leithenhaimb, Salomon 183, 

20. 
Leithenickh, Aron 182, 16. 
Lembl, Aron 241, 85. 

— Elias 225, 61. 

— Joseph 226, 88. 
Lembl s. Rüss, Simon. 
Leonora s. Gerstl. 

L e v i, Moyses 221. 
Levi s. Banco. 
Liberman, Israel 201, 86. 

— Moyses 189, 45. 
Lidman s. Lucern. 
Linz, Marx 251, 93. 

— Moyses 190, 47 (Lintz). 223. 
225, 71; s. E. 242, 86. 

— Salomon, s. E. 223. 

— Scheya 182, 15. 

— Schezl (identisch mit dem 
Vorigen?) 251, 97. 

L i p m a n (Lipme, Lippmann) , 
Prediger 220. 242, 90. 251, 101 
(„Lippmann Jurist"). 

Löwel, Moyses s. Mayr. 

Lucern (Lucerna, Lucerner, 
Lutzerner, Lutzern, Luzerl), 
Aron, „Juden Doctor" 210, 117. 
225, 43. 

— Assarel 184, 24. 209, 113 
(Asriel). 



310 



Lucern, Hirschel 222. 232, 31. 
250, 53. 

— Leeb, Schwiegerv. d. Asriel 
Lucern 209, 113. 222 (Lebl). 
232, 31 (Lebel). 

— Lidman 221. 

— Moyses 210, 118. 

Lucia Zierl s. Mayr (Perl 
Hirschl) . 

Magdalena s. Munckh (Leb). 

Mangele, Mores (Mora) ; s. E. 
240, 76. 

Manusch s. Perlheffter. 

Marburg, Enzgen 180, 1 1. 

Marcus (Marx) s. Ascher, Auer- 
pach, Benedict, Fränckhl, Goldt- 
schmidt, Israel, Linz, Mämel, 
Perlheffter, Posswitsclier, Schles- 
singer, Wenzel. 

Marx s. Marcus. 

Math es s, N. 193, 59. 194, 61, 62. 

M auch er, Salomon 251, 118. 

Mautter, Jacob 220; s. E. 245, 
106 (Mauttner). 

Mayr (Mayer). Elisabeth, M. d. 
Elias, Veit u. Zacharias 
212, 123, 124. 213, 125. 

— Hirschl, Ester s. H. 199, 82. 
220. 228, 5. 251, 109; s. S. 244, 
99. 248, 5. 

— Jeremias 221. 229, 14. 248, 15. 

— Isac 226, 75. 243, 92. 

— Lebl 223. 251, 95 (Löwel) . 

— Löwel Moyses 250, 82. 

— Peer 179, 8. 220 (Perl). 

— Perl Hirschl, Lucia Zierl 
s. Schwester 196, 69. 

— Salomon 199, 81. 

— Salomon d. J., P e r 1 a s. H. 
195, 66, 67. 244, 77. 

— Samson 220. 

— Veit, P e s s e 1 s. H. 203, 96. 
213, 125. 

— Wenzl 240, 74. 

— Zacharias 189, 42. 224. 225, 47. 
235, 53. 238, 64. 250, 74; s. E. 
222. 224. 250, 58. 



Mayr s. Ascherl, Auspitz, Fränckhl, 
Lebl, Munckh, Niderlender, 
Perlheffter, Pruckh, Prug, 
Schneider, Schreyerer, Sekhl, 
Selckhel, Waller stain, Wendl, 
Wenzl. 

Mämel, Lazarus 223. 

— Marcus, s. E. 223. 
Man dl, Lazarus 251, 87. 

— N., „der Judenschafft Schuel 
Vorsinger" 188, 41. 

M ä n d 1 s. Zigan. 

Meerburg, Abraham. Hindi s. 

W. 198, 77. 
Michael s. Gerstl, Schlessinger. 
Mierl s. Fränckhl. 
Millenberge r, Samuel 251, 1 16. 
Misslitz, Salomon 220. 226, 86. 

246, 108.252, 120 („Nischlitz"). 
Modi (Model) s. Molazkhy, 

Pusckh, Pvüss. 
Molazkhy, Hirschl 223. 

— Modi 223. 
Monosch s. Manusch. 
Mora s. Plan. 

Moravia, Samuel 206, 104. 246, 

109 („Morabuel"). 
Mores (= Mora?) s. Mangele. 
Moyses, Benedict, „Eisencramer" 

239, 68. 

— Natan 225, 53. 

— Simon, „von Priesters Ge- 
schlecht" 207, 106. 

Moyses s. Benedict, Fränckhl, 
Fröschl, Gerstl, Khierschner, 
Lederer, Leeb, Leibhaimb, Lein- 
paumb, Levi, Liberman, Linz, 
Lucern, Neustädtl, Neysidl, 
Pallier, Schlessinger, Staina- 
khopff, Wienner. 

Moyses Aron s. Fränckhl. 

Moyses Jeremias s. Gerstl. 

Munckh, Abraham 224. 250, 72. 

— Aron 178, 2. 223; s. E. 206, 105. 

— Gerstl 227, 1, 2. 

— Hirschl 221. 224, 8. 228, 8. 

— Jacob, s. Waisen 189, 44. 



311 



Munckh, Joachim 224, 13. 229, 13. 

— Joseph, s. W. Bella 220. 

— Leb (Lew), Magdalena s. 
H. 202, 92. 224, 14. 

Mayr, s. W. Eva 202, 91, 92. 

— Salomon Selig 178, 2. 

— Sara 225, 65. 

— Simon 197, 74. 219. 224, 1. 

— Veit 197, 75. 227, 1. 248, 1. 
Müldenburg, Samuel ( wohl 

identisch mit ,,Millenberger") 
220. 
Nathan (Natan) , David 220. 224. 
238, 63. 248, 2. 

— Davids Enikhl 248, 10. 
Nathan s. Moyses. 
Neicheles, Joachim, s. W. 251, 

119. 
Neustädtl (Neustadl, Neustädl, 
Neustättel, Neystädl), Joseph 
251, 98; s. E. 242, 87. 

— Moyses 220. 221. 225, 60. 240 
70. 

Neysidl, Moyses 250, 81. 

N iderlender, Mayr, s. E. 205, 

101, 102. 
Nischlitz. so statt Misslitz. 
Oberlende r, Joseph 248, 1 1 . 
Pal Her, Moyses 225, 59. 
Peer, N., „Daviden Polläckhen 

Ayden" 185, 27. 
Penisch s. Benisch. 
Perl, „Eissencramer" 251, 112. 
Perl (Per, Peer) s. Grieissler, 

Mayr, Pollackh. 
Perl Hirschl s. Mayr. 

8. auch Berl. 
P e r 1 a s. Mayr, Salomon d. J. 
Perlheffter, Abraham 211, 121. 

223. 238, 60. 

— Manusch (Monosch) 204, 98. 

224, 20. 

— Marx 197, 72. 226, 83. 245, 102. 

— Mayr 222. 250, 47. 

— Samuel 223. 

— Uriel s. Pröschka. 
8. auch Prug. 



P e r 1 i n g (Perlheffter '!), Samuel 

234, 48. 
Perman s. Berman. 
Pessl s. Khalman, Mayr (Veit). 
Pierschenkh (Pyrschenkh) , 

Lebl 229, 15; s. W. Idel 221. 
Finckhes, Israel 225, 48. 

— Leb 180, 9. 

Pin dl, Wolf (identisch mit Wolf 

Fleckhelkramer?) 248, 6. 
Pisk, Lebl 224, 9. 
Plan (Blan, Pland), Arou 221. 

— Daphia 185, 29. 

— Jacob 221. 

— Joseph 203, 94. 249, 19; s. E. 
229, 18. 

— Mora 224, 16; s. W. 221. 
P 1 u e m e s. Khierschner. 
Pollackh ( Pollackh, Polackh ) , 

Abraham 198, 78. 224, 3. 

- Copl 225, 32. 

— David 215, 134. 250, 66, s. 
Schwiegers. Peer, s. diesen. 

— Elias 250, 65. 

— Hillel 185, 28. 

— Hirschl 226, 91. 247, 115. 252, 
130. 

— Jacob 214, 130. 

— Joachim 226, 83. 247, 114. 252, 
129. 

— Juda 219. 230, 24. 249, 27. 

- Leb 220. 225, 52; s. E. 237, 57. 

— Perl 250, 66. 

— „Schelig Salaman", s. H. S a r a 
188, 38, 39. 

— Simon 207, 108. 220. 225, 26. 
243, 95. 251, 106. 

Posswitscher, Marx 239. 
Prandeiss. Israel 225, 43. 
P r i s c h, Jacob, s. E. 236, 56. 
Pröschka (oder Perlheffter), 

Uriel 187, 34. 
Pruckh, Hirschl 251, 111. 

— Mayr 225, 38. 

Prug, Mayr (Perlheffter) 234, 45. 



312 



Pu 



Ra 

R'e 
Re 

Bis 

Ro 

RÖ 

Rö 

Rü 



Sa 
Sa 
Sa 



Sa 
Sa 



sckh (Puskh), Joachim 221. 

Israel 221. 

Modi 221. 249, 18. 
chel s. Fränckhl (David), 

Goldtschmidt (Samuel), 
chl, Hirschl 248, 8. 
ukh (Greissler), Joseph 246, 

110. 
i, Ei ss s. Rüss (Russ). 
s a s. Hardtfeldter. 
s s 1, „V e i t h e n N. Judens 

Wittib" 187, 37. 
ssl s. Selckhel. 
ss (Russ, Ris, Riss), Abraham 

204, 97, 98, 205, 101; s. W. 

„Vö gell in" (= Vögele) 203, 

96. 

Copl 221. 249, 30. 

Hirschl, s. E. 245, 101. 

Isac 214, 131. 237, 58. 250, 67 

(Ison). 

Lembl (Lembel, Lemel, Lämbl), 

Br. d. Abraham, 204, 97. 219. 

224, 19. 230, 22. 231, 29. 249, 

34; s. Kinder 249, 25. 

Modi 222. 250, 52. 
bina, „ J oelN. Juden Wittib" 

186, 32. 
11 am (= Salomon?), 

221. 
lomon, Benedict 223. 

Israel 249, 22. 

Jacob 228, 11. 248, 12. 

(„oder Jüdl"). 

Joseph 251, 92. 

Lazarus 220. 
lomon u. S e m e 1, 

221. 
lomon s. Ainschilt, 

Auerpaeh, Brodt, 

Fläsch,Fleischhackher, Fränckhl, 

Isac, Israel, Lazarus, Ley- 

baumb, Leithenhaimb, Linz, Mau- 

cher, Mayr, Misslitz, Munckh, 

Schacht, Schater, Selckhel, 

Willnperger, Wolff, Zigan. 



Jacob 



255, 3 



Gebrüder 

Ascherl, 
Enssgen, 



Salomon Selig s. Munckh. 

S. auch Schelig Salomon. 
S a m s o n ( Sambson) , Hirschl, 249, 
45. 

— „Stattschreiber" 249, 33. 
S a m s o n s. Mayr. 
Samuel, Isac 178, 3. 
Samuel s. Auerpaeh, Fläsch, 

Goldtschmidt, Gumprecht, Hecht, 
Isac, Israel, Khalstatt, Millen- 
berger, Moravia, Müldenburg, 
Perlheffter, Perling. 

Sara s. Ainschilt („Saräch"), 
Munckh, Pollackh. 

Schacht, Salomon 219. 

Schater oder Fleischhackher, 
Salomon, s. E. 229, 20. 

Schellig (Selig) „des Rabina 
Veith Juden Aiden" 184, 25. 

Schelig Salomon s. Pollackh. 
S. auch Salomon Selig. 

Scheuch von der Eisen- 
statt, s. E. 241, 78. 

— (Scheich), Elias, s. E. 224, 6. 

— Esaias 189, 43. 

— Jud (wohl Jüdl) 250, 59. 

— Jüdl s. Schweinburger. 

— Wendl, Jedelle s. H. 210, 
118. 234, 47. 

Scheuch s. Jüdl, Wendl. 

S c h e y a, Elias „Juden Doctor" 

200, 83. 
Sc h e y a s. Linz. 
Scheyerer, Mayr 251, 94. 
S c h e z 1 s. Linz. 
Schickh, Enoch 182, 17. 
Schlambach, Jonas 238, 62. 

— Joseph 238, 62. 
Schlessinger (Schlesinger), 

Gerstl 224, 4. 228, 4. 

— Jacob 208, 109. 221. 249, 35; 
s. E. 231, 30. 

— Jonas 225, 27. 

— Löwel 251, 114. 

— Marx 220. 222. 243, 94. 251, 
105. 

— Michael, s. Waisen 198, 79. 

— Moyses 193, 58. 



313 



Schnattich (Sehnatach, Schnei- 
dich), Joachim 220. 226, 85; 
s. E. 246, 107. 

Schneider (Schneidter), Jacob 
227, 3. 248, 3. 

— Jondel 220. 

— Mayr 228, 9; s. E. 221. 
Schöne s. Austerlitz. 
Schulsinger, Leb 225, 66. 251, 

89. 

— W. nindele 223. 
Schweinburger, Jüdl ( Adam 

Jüdl) 199, 80; s. Kinder: 
ScheuchJüdl, Ezechiel, 
Isac Samuel 199, 82. 
8. auch Jüdl. 
Sek hl, Aron 249, 20. 

— Mayr, s. E. 251, 88. 
8. auch Söckhl. 

Selckhel ( Schölckhl oder Sala- 
mon) , Mayr, R ö s s 1 s. H. 188, 
40; s. E. 223. 

S e m e 1 s. Salomon. 

Simon, H i r s c h 1, Cantor 220. 

— Lämbl 221. 

Simon s. Banco, Brodt, Falckh, 

Hirschl, Leb, Moyses, Munckh, 

Wienner, Wolff. 
Söckhl s. Franckhl. 
Stain, Isac 223. 
Stainakhopff, Moyses, s. E. 

244, 96. 
Suniger (Singer?), Leb, s. E. 

220. 
Thoman, Aron 251, 96. 
Tröstl (Trestl, Tressl), Jacob, 

Rosstauscher 220. 226, 89. 246, 

111. 252, 123, 124. 
U r i e 1 s. Pröschka. 
Valckhstain, Isac 225, 24. 
Vegella s. Kaistatt (Leb). 

8. auch Vögellin. 
Veith, Abraham 241, 83. 

— Rabbiner,Schwiegerv. d.S c h e 1- 
1 i g, s. diesen. 

Veit (Veith) s. Brodt, Mayr, 
Munckh, Rössl. 



Victor s. Benisch, Lazarus. 

8. auch Ävigdor. 
Vögellin (= Vögele) s. Rüss 

(Abraham) . 
8. auch Vegella. 
Wallerstain, Isac 221. 231, 27 

(Wallenstainer). 

— Mayr 241, 81. 
Welscher, Joseph 225, 36. 
Wen dl, Isac 190, 49. 

— Mayr 225, 63. 

— Scheuch 222. 225, 41. 250, 51. 
Wenzel ( Wenzl) , Marcus 220. 

250, 80 (Marx Wenizl). 

— Mayr 223. 251, 85. 
Wenzl s. Mayr. 
Wetzel, Lazarus 251, 107. 
Weyl, Löwel 250, 64. 
Wienner, Moyses, s. E. 222. 

— Simon 251, 104. 

W i 1 1 n p e r g e r, Salamon 245, 104. 
Wolff, Abraham 223, 251. 91. 

— Copl, s. W. u. E. 223. 

— Israel 203, 96. 208, 110. 

— Salomon 184, 22. 220. 221. 224, 
7. 226, 80. 244, 98. 251, 108. 

— Simon 180, 10. 225, 68; s. E. 
241, 80. 

Wolff s. Alfamus, Auerpach, 

Fleckhelkhranier, Flöckhl,Israel, 

Khopel, Pindl. 
W o r m b s (Warmesser, Wurbss, 

Wurbser, Wurms), Elias, s. E. 

239, 66 (Wurbss). 
8. auch Gold. 

— Isac, s. W. u. E. 224 (Wormbs) ; 
s. W. 250, 70 (Warmesser) ; 
s. E. 238, 61 (Wurbser). 

Wurms s. Gold, Wormbs. 
Z i g g a n, Abraham 224, 15. 

— Zigan, Mändl, Schniermacher 
229, 16. 

— Salomon, s. Kinder 221. 
Ziggeiner ('— Zigan) , Jacob 

249, 17. 
Zacharias s. Israel, Mayr. 
Z i e r 1 s. Lucia. 



314 



B. Christen. 

Ambacher, Caspar 209, 113. 210, Kleber Hans, Margaretha 

117. s. H. 179, 8. 

Ansorg, Georg, Barbaras. H. Kremsperger, Abraham, Eva 

211, 121. s - H - 196 > 70. 

Bürgerspital 183, 18—21. 184, Landtmann, Georg, Maria 

22—25. 185, 26—29. 186, s - H - 17S ' 3 - 

30—33. 387, 34—37. 188 41. Maurer, Adam, Margarethe 

189, 42-45. 190, 46-48.' 191, s - H - 193 > 57 ~ 59 - 19 *> 60 > 61 > 

50—52. 197, 73. 215, 135. 216, 63 > 195 > 65 - 

■. og igo Neukommsche Stiftung 

Caesari, Mathias 215, 134. 206, 104, 105. 207, 106-108. 

Federl, Helena, W. d. Georg F. 208 > 109—111. 

21 3 12 8 P a r t h, Thomas, Eosina s. H. 

Fellner, Hans 195, 66. 180 > 9 -"- 181 - 12 " 14 - 182 > 15 - 

Finckh, Gabriel, Anna 8. H. Piäffl, Mörth (Martin),. S n- 

214 132 215 133 sanna s. II. 182, 16. 
F r i d e'r i c h, David, Annas.H. Pfeiffer, Andre 204. 97. 



192, 55. 
G 1 a t z, Hans, Magdalena s. H. 
206, 103. 

Gründtier, Christoph, M a rg a- 
retha s. H. 197, 74. 198, 76, 
77. 199, 80. 200. 83—85. 



Schlund t, Niclas, Apolonia 
s. H. 179, 7. 

Schwaymayr, WolfT, Bar- 
bara s. H. 197, 72. 

Schweig 1, Adam, Marga- 
r e t h e s. H. 209, 113. 210, 117. 



m - a 4. i • TT i • i t^ S o y r e r, Hans, A g a t a s. H. 192, 

Gr und tl e r l n, Helena, in 1. Ehe * A 

54. 



mit Georg Federl verh. 214, 

130. 
H o f f e r, Caspar, Maria s. H. 

211, 119. 
Hoffer, Obristleitenant 201, 

86—89. 202, 90, 9.1. 203, 

93—95. 
Khersinger, Georg 205, 99. 



Stainpüchler, Leonhard, Eva 

s. H. 191, 53. 
Stöberl, Michael, Barbara 

s. H. 204, 98. 

V i s c h e r, Michael, Barbara 

s. H. 213, 127. 

V i s c h e r, Mörth (Martin) , Bar- 

bara s. H. 182, 17. 



Kirchperger, Philipp, Anna Zindtler, Leonhard, Barbara 
s. H. 211, 122. s. H. 214, 131. 




WNDING SECT. JUNI 7 1980 






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DS Schwarz, Ignaz 

135 Das Wiener ghetto 

A9S5 



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